Brighton Rock – Graham Greene

Brighton Rock

Unterwelt und Gangster Ästhetik der 60er Jahre – eine BBC Verfilmung die sich wirklich sehen lassen kann. Aus irgendeinem Grund hatte ich Sam Riley immer als den Hobbit auf dem Schirm, mit dem Franka Potente mal zusammen war, aber ganz falsch. Er ist mit einer anderen deutschen Schauspielerin zusammen und bekannt kam er mir wohl aus „On the Road“ vor, denn ansonsten habe ich bewusst noch keinen Film mit ihm gesehen.

Sam Riley hat mir in dem Film gut gefallen. Er sieht ein wenig wie die finstere bösere Variante von Leonardo di Caprio aus finde ich. Auch Helen Mirren war wirklich grandios. Wie sie in ihrem irre roten Mantel versucht die naive, verblendete Rose vor dem absolut rücksichtslosen Pinky – Wahnsinn.

Aber hier kommen wir jetzt auch zu dem Teil, der mich hat wach liegen lassen heute nacht. Die jungen zornigen Männer und ihre verblendeten leidenden Mäuschen. Waaah nicht zum Aushalten. Wenn ich noch mal auf die Welt komme, dann garantiert nur als zorniger junger Mann. Kannst ein Arschloch vor dem Herrn sein, die Frauen behandeln wie der letzte Dreck, alles egal, solange du nur die Aura des lonesome Cowboys hast, der tief drinnen ja ganz sensibel ist und den die selbstlose Frau vor sich und der Welt retten muß. Ich werde es einfach nie verstehen. Sonnenbrille, Kippe, Tattoos natürlich und ein paar Drogen nach Wahl, Minimum aber Koks, Bier eher weniger weil das ist ja nicht gut für die Figur und so ein zorniger junger Mann muß ja ein bisserl leidend aussehen, da machen sich Mopsbacken nicht gut.

Und schon haben sie reihenweise Ladies am Start die ihnen alles verzeihen, sie unbedingt retten wollen und ihnen permanent mit dem lebensgroßen Nußknacker hinterher rennen, damit sie endlich dahinterkommen, was denn das zu Grunde liegende Problem ist. Das müssen die zornigen jungen Männer natürlich unbedingt vermeiden, denn dann könnte ja rauskommen, das da gar kein nebelumwobenes großes Mysterium ist, vor dem sie gerettet werden müssen, also entziehen sie sich unentwegt dem Nußknacker, was die zur Hilfe verdammten Weibchen natürlich nur noch mehr anspornt. Seufz.

Wo sind denn mal die zornigen jungen Frauen ? Denen die Jungs hinterher rennen um sie zu retten ? Ach nee zornige junge Frauen sind ja Zicken. War ja schon vor über 2000 Jahren so. Xanthippe war keine zornige junge Frau sondern eine keifende Hyäne. Die haben ja auch viel schönere Stimmen die zornigen jungen Männer 😉

Meine freiheits- und gerechtigkeitsliebende innere Superheldin hüllt sich genervt in ihren schwarzen Superheldinnen-Umhang, packt die Füße auf den Schreibtisch und zischt ein Dosenbier – auch wenns fett macht. Und wir warten auf die zornigen jungen Frauen mit schöner Stimme.

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4 Kommentare zu “Brighton Rock – Graham Greene

  1. „Control“ hast du gesehen, oder? Sam Riley hat einen sehr grossartigen u sehr tragischen Ian Curtis gespielt (ok ok, wieder überschlank u mit Drogen) und auch sehr geil die Joy Division Songs selbst gesungen 🙂

    Brighton Rock klingt interessant, trotz des Klischees. Die Mirren ist einfach grossartig!

    Achja, Alexandra Maria Lara wäre diejenige welche 😉

    • OK Control guck ich mir auch mal an 😉 Ich habe kürzlich eine Dokumentation über Joy Division gesehen, da wäre das interessant.

      Und ja, Brighton Rock ist grundsätzlich klasse ! Mich stören ja weniger die Klischees als die Tatsache 😉

  2. Oh und zu zornigen jungen Frauen mit tollen Stimmen versuche mal The Runaways. Der erste Film, in dem Kristen Stewart so doof gucken darf, wie sie halt immer guckt 😉

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