The Magician’s Assistant – Ann Patchett

Ann Patchett

Wenn die Protagonistin Sabine heißt und die Autorin Ann Patchett, dann verzeiht man auch das mit Abstand hässlichste Cover ever 😉 Ich hatte das Buch in knapp zwei Tagen durch, es hat mir auch ganz gut gefallen, für ein heißes Pfingst-Wochenende auf dem Balkon gerade das Richtige. Die Geschichte an sich war recht abgefahren. Sabine liebt über zwanzig Jahre den Freizeit-Magier Parsifal, der seinerseits aber schwul ist und nach wechselnden Affären mit Männern irgendwann eine Langzeitbeziehung mit dem Vietnamesen/Franzosen Phan eingeht. Die drei sind ein Herz und eine Seele. Irgendwann erkranken die beiden Männer anscheinend an Aids – es wird nie genau genannt, aber es erscheint mir die einzig plausible Erklärung. Erst stirbt Phan und bevor auch Parsifal an Aids stirbt, heiratet er zum einen Sabine, damit sie das nicht unbeträchtliche Vermögen der beiden Männer erben kann und stirbt ganz plötzlich an einem Aneurysma im Kopf.

Sabine ist untröstlich. Es taucht noch plötzlicher ein Anwalt mit einem Testament auf in dem auch Parisfals Familie bedacht wird, eine Familie von der Parsifal immer behauptete, sie sei tot. Sabine gibt sich auf eine Reise in Parsifals Vergangenheit im mittleren Westen der USA.

Wie gesagt, die Geschichte ist nie langweilig, sie hat auch Spaß gemacht zu lesen, aber das eine oder andere erschien mir schon ein wenig abstrus. Ich hätte diese Sabine auch sehr gerne in eine Therapie geschickt. So derart besessen wie sie mit Parisfal ist, das kann nicht gesund sein 😉

Achtung: Spoiler Alert:

Was mich auch mehr als verwundert hat: Sabine verliebt sich beim Besuch von Parsifals Familie irgendwann in seine Schwester. Bin nicht sicher, ob sie die Zwillingsschwester war auf jeden Fall sieht sie ihrem Bruder verdammt ähnlich. Also jetzt mal ehrlich. Wie kann sie ein Leben lang nicht ein einziges Mal auf die Idee gekommen sein, gegebenenfalls lesbisch zu sein, wenn sie so gut wie nie etwas mit anderen Männern angefangen hat, vom unerreichbaren Parsifal besessen. War ja nicht so, als hätte sie keinen Kontakt in die Szene gehabt.

Aber trotz kleinerer Ungereimtheiten und dem Wunsch die Protagonistin in Therapie zu schicken – Ann Patchett ist einfach eine gute Schriftstellerin und ich lese sie sehr gerne. War bestimmt nicht das letzte Buch von ihr, dass mir in die Finger fällt. Ihr nach meiner Meinung nach mit Abstand bestes Buch ist „Bel Canto“ – das kann ich jedem nur ans Herz legen.

 

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