Couch Surfing. Eine abenteuerliche Reise um die Welt – Brian Thacker

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Wenn man Urlaub in Bayern macht und einem das olle Wetter jeden zweiten Tag einen Strich durch die Rechnung macht, dann kommt man schon ins Grübeln. Klar nun hätte ich auch selbst spontan den Rucksack packen können und die Sofas dieser Welt bereisen, dafür war aber keine Zeit. Zack, einfach ein Couchsurfing-Buch geholt und dann Brian Thacker beim Reisen zugeguckt.

Herr Thacker aus Australien, verheiratet und mit Nachwuchs versorgt, hatte es sich zum Ziel gesetzt um die Welt zu reisen, jede Nacht als Couchsurfer zu schlafen und idealerweise bei möglichst interessanten/abgedrehten Leuten, damit er soviel wie möglich von Land und Leuten mitbekommt.

Folgende Tour haben wir also gemeinsam unternommen: Chile, Brasilien, USA, Kanada, Island, Belgien, Luxemburg, Türkei, Kenia … und dann verließ mich die Lust und ich bin ausgestiegen. Südafrika, Indien und die Philippinen musste er ohne mich bereisen, ich erkläre auch gleich warum.

Ich bin ja auch kein Kind von Traurigkeit, aber allein vom Lesen seiner zahllosen Besäufnisse musste meine Leber spätestens in Kenia dann ins Ferienlager. Ich hatte mir wohl einfach etwas mehr erwartet als in jedem Land einen Gastgeber kennenlernen, Rucksack aufs Sofa werfen und dann soviel wie nur geht mit Couch-Vermieter zu trinken, gelegentlich noch bergeweise Grillfleisch vernichten, was mir immer noch lieber war als die krassen Sachen, zu denen er sich kulinarisch in Island hat hinreissen lassen.

Nee, irgendwie war das Buch nicht so meins. Ich hab davon Kater bekommen und hab ihn mehrfach angefleht, neeeeeiiiin nicht noch ein Nachtclub, nein nicht noch einen „Schwarzen Tod“ trinken, lass uns heim aufs Sofa gehen, aber er hat ja nicht gehört. Ich hab schon auch ein paar interessante Sachen gelernt beim Lesen, klarer Fall. Man kann erst seit 1989 Alkohol in Island trinken, es gibt Menschen die nach Kitchener in Kanada fahren, einem vollkommen langweiligen nichtssagenden Ort, nur weil dort das außerhalb Münchens größte Oktoberfest der Welt stattfindet und die sich sonst nix angucken in Kanada, die Pommes wurden in Belgien erfunden und Istanbul ist in der Top 10 der rund 20.000 Couchsurfing Ziele.

Soll also keiner sagen Lesen bildet nicht, aber dieses Buch empfehle ich verstärkt als Begleit-Lektüre für Junggesellenabschiede oder Stag Nights wie man in England so schön sagt. Ich kann mich täuschen, aber ich habe das Gefühl die Ziel-Gruppe des Buches ist männlich, unter 30 und kann Unmengen an Alk und Drogen vertragen. Echte Dick-Lit halt im Gegensatz zu Chick Lit 😉

Daher bin ich in Kenia ausgestiegen, habe ihn alleine weiterreisen lassen und mich mit einem anderen Buch auf meine Couch geworfen und auf den bayrischen Sommer gewartet.

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