4. Türchen: The Midnight Library – Matt Haig

Türchen 4 geht leise auf und dahinter findet sich ein kleines Juwel. Ein überaus unterhaltsamer Roman mit sehr viel Tiefgang. Wer mich auch nur ansatzweise kennt weiß, ich mag es in der Regel gerne etwas düsterer und die Worte humorvoll/unterhaltsam lassen mich meist sehr schnell sehr weit laufen.

Matt Haig ist ein Autor, dem ich schon in „The Humans“ begegnet war, der es schafft mich mit seiner klugen Art und einem Humor dem ich tatsächlich einmal was abgewinnen kann zu überzeugen.

„Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?

Man kann diesen Roman unmöglich lesen, ohne sich selbst mehrfach zu fragen, wie das eigene Leben wohl verlaufen wäre, wenn man an der einen oder anderen Stelle anders entschieden hätte. Macht euch auf spannende Gedankenspiele gefasst.

“It is easy to mourn the lives we aren’t living. Easy to wish we’d developed other other talents, said yes to different offers. Easy to wish we’d worked harder, loved better, handled our finances more astutely, been more popular, stayed in the band, gone to Australia, said yes to the coffee or done more bloody yoga.
It takes no effort to miss the friends we didn’t make and the work we didn’t do the people we didn’t do and the people we didn’t marry and the children we didn’t have. It is not difficult to see yourself through the lens of other people, and to wish you were all the different kaleidoscopic versions of you they wanted you to be. It is easy to regret, and keep regretting, ad infinitum, until our time runs out.
But it is not lives we regret not living that are the real problem. It is the regret itself. It’s the regret that makes us shrivel and wither and feel like our own and other people’s worst enemy.
We can’t tell if any of those other versions would of been better or worse. Those lives are happening, it is true, but you are happening as well, and that is the happening we have to focus on.”

Wer in diesen dunklen Corona-Winterwochen Lust auf kluge, im besten Sinne warmherzige Unterhaltung hat, dem rate ich zu diesem Buch. Wer dann ein wenig Feuer fängt und gerne mehr Matt Haig in seinem Leben hätte, dem lege ich sein Twitter-Account ans Herz.

So eine Bibliothek des Lebens hätte was, oder? Wie stellt ihr euch die vor?

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