Books & Booze – The Great Gatsby

Wer in dieser illustren Runde natürlich nicht fehlen darf ist F. Scott Fitzgerald, der sich in seinem Leben durch ganze Containerladungen an Cocktails getrunken haben dürfte. Vor ein paar Tagen habe ich mit Frau Wonnie von den Münchner Küchenexperimenten einen Cocktailkurs besucht und dort lernten wir, dass die klassischen Cocktails echte Promillebomben sind. Viele bestehen aus wenig mehr als purem Alkohol und sind weit entfernt von den Fruchtsaftgemischen mit etwas Alkohol und Schirmchen, die wir heute weitestgehend mit Cocktails assoziieren.

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Mr Fitzgeralds Getränk seiner Wahl soll wohl in der Regel ein Gin Rickey gewesen sein, auf jeden Fall ist er einer der beiden Cocktails, die in Fitzgeralds berühmtesten Buch „The Great Gatsby“ namentlich erwähnt werden. Seinen Auftritt hat der Drink in einer Szene während eines brütend heißen Sommertags, wenn Daisy ihren Ehemann Tom zum Gin Rickey basteln abkommandiert und hinterhältigerweise die Abwesenheit nutzt, um Gatsby ihre Liebe zu gestehen.

Der große Gatsby ist die Geschichte des exzentrischen Millionärs Jay Gatsby erzählt von Nick Carraway, einem jungen Mann aus dem mittleren Westen, der in Manhattan arbeitet. Gatsbys enorme Villa liegt direkt neben Nicks eher bescheidenem Heim und irgendwann wird auch er auf eine der berühmt-berüchtigten Parties zu Gatsby eingeladen….

Gatsby hat nur ein Ziel im Leben, seine verlorene Liebe Daisy Buchanan zurückzuerobern, die ihn verlassen hat. Dieses Ziel führt ihn von größter Armut zu Reichtum, in die Arme der Geliebten, wo er allerdings nicht lange glücklich bleibt …

Einer der ganz großen amerikanischen Klassiker, ein Roman über Triumph und Tragödie, Liebe und Verrat mit einem der schönsten letzten Sätze:

 “So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.” It has to come down to this: “So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.”

Perfekt für ein Wochenende in eurem eigenen Speakeasy auf dem Sofa, Highball Glass in der einen, Roman in der anderen Hand und genießt die roaring Twenties.

Cocktail Fitzgerald

Rezept:

4 cl Gin

2 cl Limettensaft

Sodawasser

Eiswürfel

Eiswürfel in den Shaker geben, Gin und Limettensaft zufügen und Shaken. In ein High Ball Glas geben und mit Sodawasser aufgießen. Wer es lieber etwas süßer mag, gibt noch einen Schuss Zuckersirup zu dem Gin und Limettensaft.

Schönen Start ins Wochenende! Und Prost!

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Books & Booze: Lolita

“It was love at first sight, at last sight, at ever and ever sight.”

 

Wenige Bücher polarisieren so sehr wie „Lolita“, bei dem selbst Buchhändlerinnen gelegentlich zugeben, es nicht lesen zu wollen, schließlich handle es sich beim Protagonisten um einen Pädophilen. Ich bin selbst reichlich skeptisch an das Buch herangegangen beim ersten Lesen, war dann aber schon nach wenigen Seiten vom Nabokov-Virus infiziert. Es ist nach wie vor eines meiner absoluten Lieblingsbücher.

Diese Woche sollte es eine Vodka-basierter Cocktail sein, da liegt es nahe, dass wir uns literarisch nach Russland begeben. Die Wahl fiel beim Cocktail auf einen White Russian und als Liberaler alter Schule passte der unserer Ansicht nach von all den russischen Autoren in unserem Regal am besten zu Nabokov.

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Die Nabokov-Enthusiasten werden jetzt wahrscheinlich über uns herfallen, denn ja, er trank anscheinend gar keinen Vodka, eher einen Gin&Tonic oder einen Whisky, aber Vodka eher nicht. Da sehen wir jetzt mal großzügig drüber hinweg genießen unseren Drink, trinken auf Nabokov und versuchen euch (erneute?) Lust auf „Lolita“ zu machen.

Nabokov schrieb das Buch 1955 auf einem seiner jährlichen Schmetterlings-Sammel-Trips im Westen der Vereinigten Staaten. Seine Frau Véra agierte als Sekretärin, Typistin, Editorin, Übersetzerin, Agentin, Anwältin, Managerin, Chauffeurin, sie übernahm die Recherchen für ihn und nebenbei war sie auch noch Lehrassistentin und Vertretungs-Dozentin an einer Universität. Bei dieser Aufzählung wurde uns schwindelig, wir mussten uns kurz setzen und wollten unbedingt sofort und auf der Stelle einen doppelten White Russian für Véra mixen und ihr einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende überreichen.

Sie war es auch, die Vladimir Nabokov stoppte, als er den Entwurf für „Lolita“ ins Feuer werfen wollte. Eine Frau mit Nerven aus Stahl und wir sind uns 100% sicher, ohne sie gäbe es Lolita nicht – in jeglicher Hinsicht.

Der Plot von Lolita ist den meisten wahrscheinlich weitestgehend bekannt. Humbert Humbert, ein Herr mittleren Alters, entwickelt eine leidenschaftliche Obsession für die zwölfjährige Dolores Haze. Er heiratet ihre Mutter, um Dolores nahe zu sein und macht sich nach dem Tod der Mutter mir ihr auf einen Road Trip durch die USA.

Ein britischer Kritiker nannte es kurz nach Erscheinen das Buch „the filthiest book I have ever read“, macht euch selbst ein Bild – wir halten es für eines der ganz großen Werke in der Weltliteratur.

Hier ein kurzes Interview mit Nabokov zu Lolita:

Hier das Rezept für das Nakokov-Begleitgetränk „White Russian“ aus dem Labor der Münchner Küchenexperimente – lasst es Euch schmecken.

4 cl Vodka

3 cl Kaffeelikör (Favorit: Kahlua)

3 cl Sahne

3 Eiswürfel

Die Eistwürfel mit dem Vodka und dem Kaffeelikör in ein Glas geben und kurz durchrühren. Anschließend die Sahne in einem geschlossenen Behältnis kurz, aber kräftig schütteln, so dass es etwas fester wird. Dann vorsichtig auf die Vodka-Kaffeelikör-Mischung geben.

White Russian

Nastrovje!

Books & Booze: Mrs Dalloway

„Language is Wine upon the Lips“

In „Mrs Dalloway“ schildert Virginia Woolf detailliert einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, einer Dame der High-Society in London nach dem ersten Weltkrieg. Die Geschichte beschäftigt sich mit Clarissas Vorbereitungen für eine Party, die sie am Abend geben wird. Mittels berühmt-berüchtigtem „Stream-of-Consciousness“ springt die Geschichte zwischen verschiedenen Zeitebenen in Clarissas Bewußtsein hin und her und zeichnet so ein Bild der Protagonistin und dem sozialen Gefüge zwischen den beiden Weltkriegen.

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Wie in Joyces „Ulysses“ spielt die Geschichte an einem einzigen Tag in der gleichen Stadt: London am 13. Juni 1923. Keine Ahnung, warum alle den 16. Juni in Dublin feiern und kein Mensch den 13. Juni 1923 in London. Dieser Artikel hier versucht das zu ändern. Ab jetzt meine Lieben, wisst ihr was ihr an dem Tag zu tun habt. Ab jetzt trinken wir an diesem Tag (und natürlich nicht nur dann) den speziell von Barkeeperin Wonnie von den Münchner Küchenexperimenten gemixten

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„Mrs Dalloway“:

Pro Glas:

  • 4 cl Gin (Feel Munich)
  • 2 cl Granatapfel-Sirup
  • 250 ml Tonic (z.B. einen unserer Lieblinge: das Fever Tree Mediterranean)
  • 1 Scheibe Gurke
  • 1 Scheibe Limone

2005 wurde Virginia Woolfs „Mrs Dalloway“ vom TIME Magazin zu einem der besten 100 englischsprachigen Romane gewählt die seit 1923 erschienen sind.

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Wenn das kein Grund für einen eigenen Cocktail ist, dann weiß ich es auch nicht. Lest „Mrs Dalloway“ bis zum Juni nächstes Jahr habt ihr Zeit, dann frage ich euch ab 😉

Cheers my Dears

PS: Lust auf mehr Virginia Woolf? Hier gibt es eine Rezension zu „A Room of One’s Own“ und Jacob’s Room

Das Buch erschien auf deutsch unter dem gleichen Titel im Fischer Verlag.

Having a „Fiesta“ with Hemingway’s Mojito

Wer natürlich nicht fehlen darf in dieser illustren Runde ist der Drinks-Spezialist himself, Mr. Ernest Hemingway. „Fiesta“ oder auch unter dem Titel „The Sun also Rises“ las ich als Teenager zum ersten Mal und habe mich kopfüber in das Buch verliebt. Paris, spannende Menschen, Literatur und unglaublich viele Getränke die es für mich zu entdecken gab. Die erste Hälfte des Buches spielt ganz in er Nähe des Boulevard du Montparnasse, eine Ecke in der ich letztes Jahr in Paris auch einen „Hemingway Literary Walk“ mitmachte. Kann ich sehr empfehlen.

Was bei dem Buch wirklich auffällt ist, dass die Protagonisten nicht trinken wie ein Fisch, sondern fast schon wie ein Wal. Wow, die haben einen ganzen Ozean an Alkohol durchschwommen und haben dabei noch immer ganz passabel-interessante Gespräche geführt, wir wären wohl bei der Hälfte der Getränke, die da pro Kapitel vernichtet wurden schon klinisch tot.

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Vielleicht hätte zu dem Buch ein französischerer Cocktail gepasst, aber der Mojito ist nun einmal einer der „Signature Drinks“, passt perfekt zu Hemingway und wir hatten große Lust auf einen.

 

Den perfekten Hemingway Mojito macht man so:

 

Zutaten

  • 6 Zweige Minze
  • 1 Limette
  • 1 Teelöffel Rohrzucker (weiß und möglichst fein)
  • 6 cl Rum (weiß)
  • Gecrushtes Eis Wasser (Soda) – wobei Hemingway statt Soda oder Eiswasser Champagner bevorzugt hat 😉

 

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Vielleicht nicht das Buch, das einem zu aller erst in den Kopf kommt, wenn man an sorgenloses Cocktailtrinken und Wochenendendspannung denkt. In Sylvia Plaths „Die Glasglocke“ trifft die junge Collegestudentin Esther Greenwood im Sommer 1953 aus der ländlichen Provinz in New York ein, nachdem sie einen Schreibwettbewerb bei einer Modezeitschrift gewonnen hat. Zusammen mit 11 anderen jungen Mädchen hat sie einen Monat lang Gelegenheit, in der Redaktion als Trainee zu arbeiten. Der Anfang – und der ist es sicherlich, der uns bei diesem Cocktail an das Buch denken lässt – liest sich wie der Vorläufer einer Sex and the City Episode. Es geht um Männer, Drinks, Mode und Sex. Doch Esther kann in dieser Glitzerwelt nicht bestehen und rutscht sukzessive in eine existentielle Depression. Es ist die Entzauberung eines Mythos und das Buch packt, ist zornig, tieftraurig und doch empfehle ich es immer, immer wieder und insbesondere mit einem tröstenden Cocktail in der Hand.

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Begebt Euch mit dem Himbeer-Gin Sprizzer auf eine Coktailparty im New York der 50er Jahre, doch vorsicht, was heiter beginnt, geht heftig weiter und zum Ende hin möchte man das Buch vielleicht eher mit einem starken Whisky in der Hand beenden. Hier die heutige Cocktailempfehlung der Münchner Küchenexperimente:

Für den Cocktail braucht ihr pro Glas:

4 cl Gin – wir haben Siegfried genommen

2 cl Himbeersirup

Soda

ein paar Himbeeren

Eiswürfel

Die Himbeeren etwas anstoßen, mit den übrigen Zutaten vermengen und shaken. Wenn man nicht die Hälfte gleich beim Öffnen des Shakers über den Boden verschüttet, bekommt man auch ein volles Glas raus.

 

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Welcome to Books & Booze

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Herzlich Willkommen meine Damen und Herren zur ersten Bloggerkooperation zwischen den Münchner Küchenexperimenten und Binge Reading & More.

Was uns verbindet? Ganz klar, die Liebe zu Büchern und guten Cocktails, die wir fortan jeden zweiten Freitag unter der Rubrik „Books & Booze“ gemeinsam mit Euch zelebrieren wollen.

Bücher und Alkohol – das ist eine ganz alte Liebe und wir versprechen die besten Kombinationen mit den geringsten Folgeschäden.

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Wer eignet sich besser zur Taufpatin einer solchen Rubrik als Dorothy Parker, the Godmother of Martinis? Sie nimmt mir nach wie vor etwas übel, dass ich sie ausgerechnet – versehentlich natürlich – mit Wasser ertränkt habe, aber sie ist zum Glück nicht nachtragend. Von daher gibt sie großmütig die Patin. Wir starten Books & Booze mit einer Martini-Variante dem „Cassis-Cranberry-Martini“ und empfehlen dazu die Lektüre „Noch ein Martini und ich liege unter dem Gastgeber“ von Michaela Karl.

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Für den Cocktail, besser gesagt 2, benötigt ihr:

8 cl Wodka

8 cl Cassislikör

4 cl Cranberrysaft

Saft einer halben kleinen Zitrone

Eiswürfel

Alles miteinander in einen Cocktailshaker geben, shake, shake, shake! Prost!