#Lithund – Literarischer Spürhund bei der Arbeit

Es geht nichts über einen gut trainierten literarischen Spürhund, ohne Bonnies Hilfe wäre ich bei dieser Reihe hoffnungslos überfordert.

Damit ihr schon mal eine Idee bekommt, wie es mit dem Hund in der Literatur hier in der nächsten Zeit weitergehen könnte…

 

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Literadog - do not disturb
Dickens ? Bonnie is not quite sure yet ...

Habt ihr noch Vorschläge/Wünsche die ich mit Bonnie diskutieren sollte ?
Schaut unbedingt auch bei Claudia sowie Birgit von Sätze und Schätze vorbei, die unser immer größer werdendes Rudel bestens unter Kontrolle hat …

Habt ein schönes Wochenende and don’t forget to read 🙂

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#Lithund:The Dog Stars – Peter Heller

Heute endlich mein erster Beitrag zum „Hund in der Literatur“ – dem Bloggerprojekt, das Birgit von Sätze und Schätze, sowie Claudia von Das graue Sofa ins Leben gerufen haben. Mitmachen kann aber jeder – also immer her mit Euren Beiträgen über berühmte und nicht so berühmte Hunde in der Literatur. Wir freuen uns 🙂

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Ich mag Dystopien und post-apokalyptische Geschichten, obwohl ich einer der wahrscheinlich optimistischsten Menschen bin, die es gibt. Dieses Gefühl von Neustart unter anderen Bedingungen klingt schon verlockend, daher sollten die Dystopien zumindest einen Hauch an Hoffnung haben.

Wahrscheinlich hatte ich daher Schwierigkeiten mit „The Road“ und mochte „The Dog Stars“ ganz gerne und außerdem natürlich, weil einer der Protagonisten des Buches Jasper ist, ein Hund. Und das ist auf jeden Fall schon mal ein guter Anfang.

Hig überlebt eine Grippe-Pandemie, die nicht nur all seine Lieben außer seinem Hund Jasper tötet, sondern auch einen Großteil der Menschheit. Hig ist nicht mehr viel geblieben, das ihm am Herzen liegt. Sein Hund natürlich, ein Flugzeug, das er „The Beast“ nennt und ein Buch mit Gedichten. Er hat einen Garten, etwas Flugzeugbenzin und einen Nachbarn namens Bangley.

Bangley ist ein ziemlicher Soziopath, wie nahezu alle, die die Katastrophe überlebt haben. Hig hält mit ihm gemeinsam einen kleinen Flugplatz mit Hilfe von ein paar Waffen und Jasper besetzt. Jasper warnt sie mit seinem Knurren vor jedem möglichen Eindringling und mit dem „Beast“ scannt Hig die Gegend, um sich vor Eindringlingen zu schützen, denn, wie bei „The Road“ auch, sind die wenigen anderen Überlebenden nur auf den eigenen Vorteil und das eigene Überleben aus und töten rücksichtslos jeden.

Hig war glücklich verheiratet, hatte Freunde, einen interessanten Job und die Aussicht auf ein Leben voller Glück und dann kam die Apokalpyse. Angeblich kam der Virus aus einem Militär-Labor in England, aber niemand wollte die Verantwortung übernehmen für die Pandemie, die am Ende 99.6% der Weltbevölkerung umbringt.

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Hig ist 40 und fühlt sich alt. Er ist auch nicht eigentlich der Typ, der eine solche Apokalypse überlebt, denn er hat keine großartigen Survival-Skills, liest Gedichte, mag Waffen nicht wirklich und ist ein durch und durch netter Typ. Zu nett eigentlich, um die Dinge zu tun, die es in dieser Welt jetzt erfordert um zu überleben – wie z.B. Menschen töten.

Solche Skrupel hat Bangeley nicht. Der liebt seine Waffen, sitzt in seinem Haus auf dem Hügel über dem Flughafen und schießt Eindringlinge ab, wie auf dem Jahrmarkt. Hig und er sind sich selten einig, wenn es darum geht, sich vor den Eindringlingen zu schützen:

”Still we are divided, there are cracks in the union. Over principle. His: Guilty until–until nothing. Shoot first ask later. Guilty, then dead. Versus what? Mine: Let a visitor live a minute longer until they prove themselves to be human? Because they always do. What Bangley said in the beginning: Never ever negotiate. You are negotiating your own death.

Aber es sind wahrscheinlich gerade diese Unterschiede die sie beide am Leben halten. Sie sind sich nicht einmal ganz sicher, ob sie sich eigentlich mögen, aber sie brauchen sich. Jasper ist die verwandte Seele für Hig, nicht Bangley. Jasper ist der Grund, warum Hig morgens aufsteht, sein Bezugspunkt im Universum und als Jasper stirbt, hört sein Sirius – der auch Hundsstern genannt wird – auf zu leuchten.

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Ich konnte mir so gut vorstellen, wie Hig sich fühlt und hab beim Lesen die eine oder andere Träne verdrückt. Higs einzige Rettung in diesem Moment scheint zu sein, mit seiner alten Cessna loszufliegen und diesem einen Radiosignal nachzugehen, dass er vor Jahren empfangen hat. Es muss einfach neue Hoffnung her, jetzt wo er ganz allein ist und nicht einmal mehr Jasper hat.
“You can’t metabolize the loss. It is in the cells of your face, your chest, behind the eyes, in the twists of your gut. Muscle, sinew, bone. It is all of you. When you walk you propel it forward….Then it sits with you. The pain puts its arm over your shoulders. It is your closest friend, steadfast. And at night you can’t bear to hear your own breath, unaccompanied by another. And underneath the big stillness like a score, is the roaring of the cataract of everything being and being torn away. Then, the pain is lying beside your side, close. Does not bother you with the sound even of breathing.”

An den Schreibstil musste ich mich etwas gewöhnen, Anführungszeichen, Satzfragmente etc. sind anscheinend auch der Epidemie zum Opfer gefallen. Dennoch gefiel mir die Sprache und ich mochte Hig, diesen Typen halb Träumer halb „Reluctant Hero“, der einfach nicht werden will wie alle anderen und der es nicht zulässt, dass sein Herz versteinert.

„The Dog Stars“ ist melancholisch, poetisch, spannend, voll wilder Schönheit und ich vermisse Jasper noch immer ein wenig.

“Is it possible to love so desperately that life is unbearable? I don’t mean unrequited, I mean being in the love. In the midst of it and desperate. Because knowing it will end, because everything does. End.”

 

 

#Lithund – Auf den Hund gekommen

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Vielleicht habt ihr Euch schon über den Hund in der Seitenleiste gewundert oder aber bei Birgit von Sätze & Schätze sowie Claudia von das graue Sofa gelesen, wir haben uns zu einer kleinen Blogger-Kollektive zusammengeschlossen, um uns etwas ausführlicher dem Hund in der Literatur zu widmen.

Die dritte im Bunde ist meine Wenigkeit und ich habe bereits ein irre schlechtes Gewissen, weil ich mich noch gar nicht geäußert habe, ich bin leider im Renovierungschaos versunken und konnte bislang nur punktuell auftauchen.

Da auch sämtliche Bücher in Kisten verschollen waren und ich erst seit heute wieder so ganz langsam Land sehe, werde ich mich in den nächsten Tagen um so intensiver dem Hund in der Literatur widmen.

Da wir beide arbeiten und viel reisen haben wir keinen eigenen Vierbeiner, die gute Bonnie, die hier schon öfter auf Bildern aufgetaucht ist, ist unser heißgeliebter Pflegehund, die wir ab und an übernehmen, wenn ihre Familie auf Reisen ist. Bonnie ist also ein regelmäßiger Gast hier, kürzlich hatten wir einen kleinen schwarzen Scotch-Terrier aus Venezuela für ein paar Tage, der hat uns gleich mal dazu gebracht, ein paar Brocken Spanisch zu lernen, da er weder deutsche noch englische Anweisungen verstand.

Habe immer einen Hund gehabt, ohne geht es gar nicht und wenn schon nicht ein live Hund durch die Bude tobt, dann muss eben mindestens ein Literatur-Hund her. Bleibt also dran, in den nächsten Tagen wird es hier mächtig um den Hund gehen.

Birgit war schon fleißig und hat sich den wilden Hunden gewidmet – hier geht es zu ihrer Besprechung von Jack Londons „Ruf der Wildnis