Stolz und Vorurteil und Zombies – Seth Grahame-Smith & Jane Austen

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Was für ein wundervoll abgefahrenes Erlebnis. Als ich „Stolz und Vorurteil und Zombies“ aus einem norddeutschen Ramschtisch in einem Supermarkt (!!!) rettete, hätte ich mir nie träumen lassen, wie gut Zombies sich in Austens Welt einbetten lassen. Manchmal so gut, dass ich mir gelegentlich überlegt habe, ob Jane Austen dieses Buch nicht tatsächlich selbst geschrieben hat, am Ende Muffensausen bekommen hat und die Zombies nachträglich wieder rausgeschrieben hat 😉

“The business of Mr. Bennett’s life was to keep his daughters alive. The business of Mrs. Bennett’s was to get them married.”

 

Eine mysteriöse Plage befällt England und damit auch das ruhige kleine Dorf Meryton. Hordenweise Untoter erheben sich aus ihren Gräbern und plötzlich sind Etiquette und Anstand, Einladungen zum Tee und mögliche Heiratskandidaten die geringsten Probleme, mit denen sich die Protagonisten dieses Romans herumschlagen müssen.

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Elizabeth Bennet und ihre Schwestern sind in der ganzen Nachbarschaft berühmt-berüchtigt für ihr hervorragendes Training in einem Shaolin-Kloster und ihre dort erworbenen hervorragenden Zombie Kampfkünste. Wenn die 5 Schwestern sich Kill-Bill-artig zum Todesstern zusammenfinden, fliegen sofort Gliedmaße durch die Gegend, Blut fließt literweise und zuckende abgeschlagene Zombie-Köpfe zieren das vornehme Parkett.

“Elizabeth lifted her skirt, disregarding modesty, and delivered a swift kick to the creature’s head.”

Miss Bennet, I am quite aware of your superior talent for cutting down the Lord’s forsaken flock. I merely mean to spare your gown.‘
Thank you,‘ said Elizabeth, composing herself, ‚but I should rather my gown be soiled than my honor.”

Viele Horror-Geschichten (und auch Filme) sind in der Regel nicht gerade von grandioser Qualität und oft einfach nur beschissen geschrieben. Daher ist es eine ziemlich clevere Idee, den erstklassigen Austen-Text zu nehmen, diesen zum Großteil unangetastet zu lassen und ihn mit einer guten Prise frisch auferstandener blutdürstiger Zombies zu versehen. Wäre ich Englisch-Lehrerin, ich würde das Buch in der Schule lesen und wenn sie etwas angefixt sind, gleich noch ein paar Austens und Brontes hinter her schieben.

Das Buch ist richtig blutig und nix für Zartbesaitete, hat aber auch eine Menge Humor. Meine liebste Passage war die, in der Elizabeth so wütend ist auf Mr Darcy nach seinem Antrag, dass sie ihn erstmal ordentlich verdrischt und er leicht lädiert am Kaminsims landet.

“Of all the weapons she had commanded, Elizabeth knew the least of love; and of all the weapons in the world, love was the most dangerous.”

Bislang hatte ich Mr. Darcy immer für ein ziemliches Weichei gehalten, in dieser Variante der Geschichte kommt er für mich deutlich besser weg.

“Elizabeth: „Your balls, Mr. Darcy?“
Darcy: „They belong to you, Miss Bennett.”

“Elizabeth, having rather expected to affront him, was amazed at his gallantry; and Darcy had never been so bewitched by any woman as he was by her. He really believed, that were it not for the inferiority of her connections, he should be in some danger of falling in love, and were it not for his considerable skill in the deadly arts, that he should be in danger of being bested by hers–for never had he seen a lady more gifted in the ways of vanquishing the undead.”

Es war übrigens reiner Zufall, dass ich „Stolz und Vorurteil und Zombies“ jetzt gelesen habe. Das Buch hatte sich in meinem SUB einfach gerade nach oben gearbeitet, trotzdem ein witziger Zufall, dass während meiner Lektüre die Verfilmung des Buches Premiere hatte. Den werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

 

So dunkel die Nacht – Richard Lorenz

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„So dunkel die Nacht“ ist ein wunderschönes, durch die phantastischen Bilder einzigartiges Büchlein, das mich schon nach kurzer Zeit in seinem Bann hatte. Die Atmosphäre war unbeschreiblich schön, dieser Zug, der auf dem Weg nach Prag in einem heftigen Schneesturm steckenbleibt, die unterschiedlichen Passagiere gemeinsam am Heiligen Abend in einem Zugabteil „gefangen“ – hmmm das hatte was.

Weird and wonderful trifft es für mich am Besten. Eine spannende Mischung aus Märchen und urbaner Legende die einem die Log Lady aus Twin Peaks erzählen würde, wenn sie einen vor schwarzen Katzen oder Gesprächen mit Fremden im Zug warnen will.

Das Zugabteil ist ein Mikrokosmos ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten. Eine Krankenschwester die gar kein wirkliches Ziel hat, nur so tun will, als habe sie einen Freund, den sie an Weihnachten besucht, um ihrer Einsamkeit und dem Mitleid ihres Umfelds zu entkommen. Ein Ehepaar, das seinen Sohn in Prag besuchen will, der von dem Besuch gar nichts ahnt. Der Schaffner mit Alkoholproblem, der viel lieber bei seiner Frau wäre, als an diesem Abend zu arbeiten, ein seltsam trauriger Herr mit halbgeschmücktem Weihnachtsbaum, ein freundlicher junger Mann, der Toupet trägt und schließlich Babette, die gemeinsam mit ihrem Kater „Herrn Ulysses“ ihre schwer erkrankte Tochter besuchen will.

Der ungeplante Stopp wird nicht das Ungewöhnlichste oder Aufregenste bleiben an diesem besonderen Abend.



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Mir hat diese kurze, poetisch-melancholische Geschichte sehr gefallen und definitiv Lust gemacht, mehr von Lorenz zu lesen. Bislang kenne ich noch nichts, aber die „Amerika Plakate“ habe ich bereits auf dem Radar. Es ist fast ein bisschen gemein, Euch hier den Mund wässrig zu machen auf dieses Büchlein mit den wunderbaren Illustrationen von Alexandra F., denn die auf 80 Exemplare beschränkte Auflage ist meines Wissens nach bereits vergriffen, aber bei Dandelion kann man sie ja immerhin online lesen.
Überhaupt Herr Duwald: Tolle Sache, dass Du an diesem Werk als Herausgeber beteiligt warst – wirklich in jeder Hinsicht gelungen. Glückwunsch 🙂

 

 

Carmilla – Joseph Sheridan Le Fanu

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Le Fanu hat mit seiner Vampirin „Carmilla“ nicht nur Stoker zum wohl berühmtesten Vampir der Welt „Dracula“ animiert, in vielerlei Hinsicht hat er mit Carmilla auch das absolute Gegenstück zum heterosexuellen, adretten Grafen erschaffen.

„Carmilla“ ist eine von Frauen dominierte Geschichte, sie ist homoerotisch, mehrdeutig, vielschichtig und rätselhaft. Bei Le Fanu ist der Vampir nicht das absolut böse, verblühte Etwas, sondern eine wunderschöne, geheimnisvolle Fremde, die überall gerne nach Hause eingeladen wird und die Herzen ihrer Gastgeber gewinnt.

Carmilla wird ähnlich wie in Mulholland Drive ein Spiegelbild der jungen Laura, die sich mehr und mehr zu Carmilla hingezogen fühlt, wodurch eine ganz andere Art von Horror entsteht, wenn es eben nicht um die Zerstörung eines abgrundtief bösen verwelkten Monsters geht, sondern jemanden, den man irgendwie auch liebt.

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Foto: Rawgraff

Die letzten Jahre haben uns mit Vampirgeschichten ziemlich überrollt. Von Buffy über Twilight zur wundervollen Jim Jarmusch Verfilmung „Only Lovers left alive“ und daher erscheint einem vieles schnell als Cliché. Eine junge Frau wird Tag für Tag schwächer, sie schläft schlecht, ist nervös – klar, da muß ein Vampir in der Nähe sein. Daher musste ich mich gelegentlich daran erinnern, dass all das für Le Fanus Leser absolut neu war und nichts mit Cliché zu tun hatte.

“But to die as lovers may – to die together, so that they may live together.”

Überrascht hat mich, dass es durchaus richtig gruselig zugeht in dem Buch. Da waren ein paar Absätze, die fand ich wirklich unheimlich. Nicht das ich Autoren des 19. Jahrhunderts das nicht zutraue, aber einige Szenen hatte ich so nicht erwartet. Die Szenen wenn Carmilla Blut saugt, waren gleichzeitig erotisch, aber auch verdammt krass.

Was mich aber vielleicht am meisten überrascht hat war die, wenn überhaupt nur äußerst knapp verstecke, homoerotische Sexualität. Das muß beim Erscheinen des Buches für ziemliches Aufsehen gesorgt haben. Le Fanu gehört ja doch eher zu den englischsprachigen Mainstream Autoren und bei Sätzen wie hier

… my strange and beautiful companion would take my hand and hold it with a fond pressure, renewed again and again; blushing softly, gazing in my face with languid and burning eyes, and breathing so fast that her dress rose and fell with the tumultuous respiration. It was like the ardour of a lover; it embarrassed me; it was hateful and yet overpowering; and with gloating eyes she drew me to her, and her hot lips travelled along my cheek in kisses; and she would whisper, almost in sobs, „You are mine, you shall be mine, and you and I are one for ever“

dachte ich einfach nur – Wow. Hätte nicht erwartet, dass ich in dem Buch die Jagd- und Verführungstechniken weiblicher Vampire von jungen Frauen präsentiert zu bekommen. Oder Le Fanus Erklärung, dass, wie bei dieser Art von Liebe und Lust nicht anders zu erwarten sei, der Vampir nicht allein nach dem Blut, sondern auch nach Körperlichkeiten hungert. Noch mal wow.

Jetzt aber auch nicht falsch verstehen, anzüglicher als in dem Zitat oben wird es nicht, aber für die Zeit denke ich trotzdem eine kleine Sensation.

„Carmilla“ ist eine wundervolle unheimliche, verführerische kleine Novelle, die sich meines Erachtens hinter Bram Stoker’s Dracula nicht verstecken muß. Mir tat Carmilla ein wenig leid. Aber gut, man kann wohl nicht unbegrenzt junge Edeldamen aussaugen, auch wenn die noch so abgelegen leben, ohne das irgendwann das Gerede anfängt …

„Carmilla“ ist mehrfach verfilmt worden. Die vielleicht beste Verfilmung dürfte die von Roger Vadim aus dem Jahr 1961 sein:

The Fall of the House of Usher – Selected works of Edgar Allan Poe

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Die Kurzgeschichten Edgar Allan Poes haben mich schon als Kind fasziniert. Ich habe relativ früh „Die schwarze Katze“ und „Der Untergang des Hauses Usher“ gelesen, habe mich dabei wundervollst gegruselt und so manche Nacht nur in unmittelbarer Nähe meiner Oma schlafen können. Das Genre „Schauerliteratur“ (Gothic Fiction) hat mich immer fasziniert. Ob Poe, Wilkie Collins, Mary Shelley, Ambrose Bierce etc, das schaurig Schöne ist einfach meins.

Was konnte also passender sein, als für das düstere Amphi-Festival Edgar Allan Poe als Begleitlektüre auszuwählen. Der Tod, dem ich damit in die Arme lief, war entsprechend angetan 😉 Poes Geschichten gruseln mich im übrigen heute noch.

brooklyn-street-art-artist-unknown-edgar-alan-poe-jaime-rojo-baltimore-06-12-webFoto: Brooklynstreetart.com

Poes Geschichten sind poetisch, häufig total seltsam, phantastisch und beschwören eine wundervoll melancholisch düstere Atmosphäre herauf. In diesem Band findet man seine berühmtesten Geschichten und Gedichte, meine Highlights sind glaube ich Ligeia, „The Raven“, „Murders in the Rue Morgue“, „Annabell Lee“ und „The Fall of the House of Usher“.

Poes Leben selbst war eine einzige Tragödie. Seine Eltern starben früh. Er verdiente als Kritiker und Journalist kaum genug Geld, um davon zu überleben und war die Personifzierung des armen Poeten. Er heiratete seine dreizehnjährige Kusine, die sehr jung starb und lebte dann mit seiner Schwiegermutter zusammen. Er hat ihren Tod nie überwunden, ihr zahlreiche Gedichte und Geschichten gewidmet. Vermutlich versuchte er, mit Opium und Alkohol seine Trauer und Einsamkeit zu bekämpfen.

“True, nervous, very, very dreadfully nervous I had been and am, but why will say that I am mad?! The disease had sharpened my senses, not destroyed, not dulled them. Above all was the sense of hearing acute.” („The Tell-Tale Heart“)

I looked upon the scene before me–upon the mere house, and the simple landscape features of the domain–upon the bleak walls–upon the vacant eye-like windows–upon a few rank sedges–and upon a few white trunks of decayed trees–with an utter depression of soul which I can compare to no earthly sensation more properly than to the after-dream of the reveller upon opium–the bitter lapse into everyday life–the hideous dropping off of the veil. There was an iciness, a sinking, a sickening of the heart–an unredeemed dreariness of thought which no goading of the imagination could torture into aught of the sublime.” („The Fall of the House of Usher“)

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Foto: Flavorwire.com

“…the agony of my soul found vent in one loud, long and final scream of despair.” („The Pit and the Pendulum“)

“Yet mad I am not…and very surely do I not dream.”
“The fury of a demon instantly possessed me. I knew myself no longer. My original soul seemed, at once, to take its flight from my body; and a more than fiendish malevolence, gin-nurtured, thrilled every fibre of my frame.” („The Black Cat“)

Er führte seine Arbeit weiter, litt aber unter diversen Krankheiten und hatte finanzielle Schwierigkeiten. Seine letzten Tage sind ein ziemliches Rätsel. Am 27. September 1849 verließ er Richmond und war anscheinend auf dem Weg nach Philadelphia. Am 3. Oktober wurde er in Baltimore ziemlich verwahrlost auf einer Parkbank gefunden und ins Washington College Hospital gebracht, wo er am 7. Oktober verstarb. Seine letzte Worte sollen gewesen sein: „Lord, help my poor soul“.

Poe hat im Übrigen mit seinen Detektiv-Dupin-Geschichten die Vorlage für den weltberühmten Sherlock Holmes geliefert und eine ganz neue Literaturgattung geschaffen: den Krimi. Ist einfach so, es gibt keinen wie Poe. Keiner kann uns so zum Gruseln bringen, unsere tiefsten Ängste aufspüren und keiner versteht wie er, wodurch Menschen dazu gebracht werden, schrecklichste Dinge zu tun. Armer trauriger Edgar Allan Poe. Deiner Melancholie und Deinem Unglück verdanken wir einige unserer furchterregensten Stunden.

Doctor Sleep – Stephen King

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The King of Horror is back! Aber die hohen Erwartungen, die man an den „Shining“-Nachfolger hat, erfüllt er aus meiner Sicht nur teilweise. Bei „Shining“ habe ich mich auch beim zweiten Lesen stellenweise ganz schön gegruselt , in diesem 700 Seiten Schinken eigentlich nur bei der Vorstellung, mal als Alkoholiker bei den AA zu enden. Dabei hat mich weniger die Darstellung der Alkoholsucht verstört, sondern die bestimmt 1/3 ausmachende Info-Flut zum AA. Meine Fresse, man mag die Sucht mit denen bestimmt loswerden und das ist sicher eine Menge wert, aber eine Sekte ist ja nix gegen die Indoktrination. Mir ging es im Buch einfach viel zu viel um Dan’s Suchtprobleme.

Den Raum hätte man besser nutzen können. Versteht mich nicht falsch. Kein schlechtes Buch, ich hab mich unterhalten gefühlt und insbesondere das erste Drittel war sehr sehr interessant und spannend. Zwischendrin hatte das Buch für mich ziemliche Längen. Bis er endlich auf Abra trifft. Die fand ich klasse. Ein cooles, mutiges Mädchen das nochmal ne ganze Ecke mehr Shining besitzt als es Dan je hatte.

Die durchs Land reisende Sekte „Der wahre Knoten“, die Kinder mit dem Shining sucht und fängt und diese tötet, um ihnen während ihres Todeskampfes den „Steam“ zu entziehen um so zu überleben, sind viel zu kurz gekommen. Da hätte man viel mehr draus machen können. Da fehlte mir mehr Hintergrund-Info was die so getrieben haben über die Jahrhunderte.

Zur Spannung: Ich bin eigentlich eher Schissbüx dachte ich bislang, aber von „Vorsicht – extrem hoher Gruselfaktor“ wie die Lübecker Zeitung zum Beispiel schreibt, habe ich wirklich nichts gemerkt. Ich habe mich nicht eine Minute lang gegruselt. Vielleicht ganz ganz am Anfang einmal, als der kleine Dan noch einmal Besuch von den Geistern aus dem Overlook Hotel bekommt.

Fazit: Es ist interessant zu lesen wie die Geschichte um Dan Torrance weitergeht und was aus den Figuren wird, wer Atmosphäre und echten Gruselfaktor erleben möchte, sollte zu „Shining“ greifen. Und zwar zum Buch. Von Stanley Kubrick’s Verfilmung hält Herr King nix. Anschauen werde ich mir den Film bei Gelegenheit aber wohl doch mal.

Mein liebstes Zitat:

FEAR = Fuck Everything and Run !

Shining – Stephen King

Shining

Kein Buch für Kindheits-Nostalgiker. Auch beim zweiten Lesen, fast 20 Jahre später, noch immer ein Buch das mich ganz schön in Atem gehalten hat. Habe es über Ostern nachts unter dem Dach im Haus meiner wunderbaren Schwiegerfamilie gelesen. Das der Sturm ums Haus gepfiffen hat wie verrückt und ich mit der kleinen Nachtischlampe als einziger Lichtquelle bei jedem Klappern und Geheule fast einen Herzinfarkt bekommen habe, hat meinem Blutdruck nicht wirklich geholfen. Habe das Pippi-Gehen jede Nacht bis zum Gehtnichtmehr herausgezögert.

Shining ist ein Buch, bei dem die Horrorelemente ganz leise und schleichend kommen.  Fast schon mehr ein Familiendrama, eine Soziologie-Studie einer amerikanischen Familie die um ihre Existenz kämpft, als ein Horror-Thriller, obwohl, wenn der Horror kommt, dann kommt er! Der Vater ein jähzorniger Trinker, der genau wie seine Frau aus einem unglücklichen Elternhaus entkommen ist. Er ist ein erfolgloser Schriftsteller, der seinen Job als Lehrer verloren hat und der dem Alkohol mehr und mehr verfällt. Der kleine Sohn Danny hat das SHINING, dem die Eltern eher hilflos gegenüber stehen.

Im Hotel, in dem Danny’s Vater Jack als Hausmeister anheuert, kommen all die unterdrückten inneren Dämonen zum Vorschein. Die Geister, die das Hotel bewohnen bringen das Schlimmste in Danny’s Vater zum Vorschein. All die Bluttaten, die im Hotel seit seinem Bestehen von Politikern, Wirtschaftsbossen und Mafiosis begangen wurden, haben eine Brutstätte des Bösen geschaffen. Und der kleine Danny versucht mit aller Macht und der Hilfe seines Freundes, dem Koch des Hotels, seine Familie vor dem Bösen zu schützen.

Ich glaube das Buch ist sogar gerade etwas für Leute, die eigentlich keine Horror-Literatur lesen. Es ist richtig gut geschrieben, ganz tolle Unterhaltungsliteratur die durchaus zum Nachdenken anregt.
Empfindlicheren Gemütern würde ich allerdings empfehlen, das Buch eher tagsüber und nicht nachts bei Gewitter oder Sturm zu lesen, denn der Weg zum Klo kann arg weit sein.