Meine Woche

Gesehen: The Blair Witch Project (1999) von Daniel Myrick, Eduardo Sánchez. Etwas in die Jahre Horror-Klassiker, trotzdem noch ganz gut und durchaus gruselig.

Marina Abramovics 7 Death of Maria Callas – Bayerische Staatsoper. Inszeniert als „unbedingte Kunst, fernab von Betrieb, Gelderwerb, Seichtheiten und Söder.“ Großartig.

Gehört: Casta Diva – Maria Callas, The Blair Witch Project Soundtrack, Open your heart – Birdy, Alpha Venom – Sophie Hunger, Thinking of – Tricky & Marta, I don’t wanna – Pet Shop Boys, Walking in the Air – Aurora, Steady – Polica, I don’t search, I find – Madonna, Sleep – The Echelon Effect, Segull – Hugar

Gelesen: dieses Interview mit Rebecca Solnit, The truth is paywalled but the lies are free, How much can 1968 tell us about 2020?, What makes people stop caring, Octavia Butler on how not to choose your leaders, Wenn Kinder mit ihren Eltern brechen, diesen Artikel über Jaron Lanier und diesen Artikel über Annie Ernaux

Getan: unfassbar viele Meetings und Präsentationen insgesamt sehr viel gearbeitet, ein tolles Lunch mit einer lieben ehemaligen Kollegin und eine Radltour zu den verschiedenen Bücherschränken in München

Gegessen: selbstgebackenes Baguette und Fritto Misto di Pesce im Junge Römer

Getrunken: 2016 Alejandro

Gefreut: 11-Year-Old Ballet Dancer Leaps Closer To His Dream After Viral Video

Getrauert: um den viel zu früh verstorbenen Ökonomen und Autor von Bullshit Jobs David Graeber

Geärgert: nein

Geklickt: auf diese Webseite die die Geräusche von Wäldern in aller Welt sammelt, Fabrizio Plessi gilds Venice’s Museo Correr, die Geschichte von Städten in aller Welt dargestellt durch Karten und auf die IKEA Kataloge von 1950 – 2020

Gestaunt: Machine Learning entdeckt 50 neue Planeten und über die transparenten Klohäuschen in Tokio

Gelacht: Time flies

Gewünscht: dieses Geschirr, dieses Shirt, dieses Bad

Gefunden: jede Menge Bücher

Gekauft: nix

Gedacht: „Simplicity is the end result of long, hard work; not the starting point.“ — Frederick Maitland

Women in Science (29) Henrietta Lacks

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Henrietta wurde am 1. August 1920 in Roanoke, Virginia, als Loretta Pleasant geboren. Irgendwie wurde über die Zeit ihr Name zu Henrietta.

Mit siebzehn heiratete Henrietta, einen jungen Mann namens Day mit dem sie fünf Kinder bekam. Das Krankenhaus John Hopkins das ganz in ihrer Nähe war, war ein Ort den Henrietta und viele andere Schwarze ihr Leben lang fürchteten, denn es hielten sich hartnäckig die Gerüchte, das sie nicht die gleiche Qualität  bekommen würden, wie Weiße und schlimmer noch, dass in dem Krankenhaus medizinische Experimente an ihnen durchgeführt wurden. Es gab auch Gerüchte, dass Chirurgen routinemäßig Hysterektomien bei schwarzen Frauen durchführten, wenn diese mit Bauch- oder Beckenschmerzen kamen ins Krankenhaus gingen.

Hätte Henrietta nicht selbst den „Knoten auf ihrer Gebärmutter“ertastet und geahnt, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um Krebs handelt, wäre sie wohl auch nicht ins Krankenhaus gegangen.

Im Jahr 1951 entnimmt ein Chirurg am Johns Hopkins Hospital in Baltimore ein Stück Krebsgewebe aus dem Gebärmutterhals der 30-jährigen Frau. Sie hatte eine „Operationserlaubnis“ unterschrieben, die es ihm erlaubte, Radium in ihren Gebärmutterhals einzubringen, um damit ihren Krebs zu behandeln, aber niemand hatte ihr irgendetwas erklärt. Und niemand sah voraus, dass Henrietta Lacks, eine Schwarze mit kaum sechs Jahren Schulbildung und fünf Kindern, die Mutter der modernen Medizin werden würde.

Das Gewebe, das aus ihrem Gebärmutterhals entnommen wurde, wurde Dr. George Gey übergeben. Er glaubte, dass er die Ursache von Krebs – und dessen Heilung – finden könnte, wenn er eine sich ständig teilende Linie von bösartigen menschlichen Zellen finden würde, die alle aus derselben Probe stammen. Er beschriftete jedes Röhrchen mit den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Nachnamens des unfreiwilligen Spenders: HeLa

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Im Gegensatz zu allen anderen Zellen, die sie bisher entnommen hatten, starben diese nicht ab. Gey begann, die unsterblichen Zellen an Kollegen weiterzugeben. Innerhalb von zwei Jahren gingen die HeLa-Zellen in Massenproduktion. Sie wurden kommerzialisiert und weltweit vertrieben, was für die Entwicklung von Impfstoffen und viele medizinische Fortschritte von zentraler Bedeutung war. Bis 2017 waren HeLa-Zellen in 142 Ländern untersucht worden und hatten Forschungen ermöglicht, die zu zwei Nobelpreisen, Unmengen an Patenten und wissenschaftlichen Arbeiten führten und Henriettas Rolle als Mutter der modernen Medizin begründeten.

Henrietta starb am 4. Oktober 1951. Niemand hatte Henrietta oder ihre Familie darüber informiert, dass die Zellen noch existierten. Niemand hatte die Pläne und Experimente mit den HeLa-Zellen erwähnt. Niemand hatte um Erlaubnis gebeten, sie mitzunehmen oder zu benutzen.

In den folgenden Jahrzehnten konzentrierte sich die Familie Lacks darauf, herauszufinden, was es für sie bedeutet, dass ihre Zellen am Leben sind. Henrietta Lacks Zellen haben der Wissenschaft zu unschätzbaren Erfolgen verholfen und die Familie selbst hatte ihr Leben lang so wenig Geld, dass sie sich nicht einmal eine Krankenversicherung leisten konnten.

Erst im Jahr 2009 wurde von der Autorin des Buches Rebecca Skloot, eine Stiftung ins Leben gerufen, die Henrietta Lacks Foundation. Die Aufgabe der Stiftung besteht darin, „bedürftigen Personen und ihren Familien, die wichtige Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung geleistet haben, ohne persönlich von diesen Beiträgen zu profitieren, finanzielle Unterstützung zu gewähren, insbesondere jenen, die ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung in der Forschung eingesetzt werden“. Darüber hinaus gibt sie den unzähligen Menschen, die von ihren Beiträgen profitiert haben, eine Möglichkeit, ihnen ihre Wertschätzung zu zeigen. Bis heute haben Mitglieder der Familie Lacks und andere mehr als 50 finanzielle Zuwendungen in unterschiedlicher Höhe erhalten.

Rebecca Skloot hat einen Wissenschaftskrimi geschrieben, der so spannend ist, dass man sich beim Lesen immer mal wieder in Erinnerung rufen muss, dass es sich hier um tatsächliche Begebenheiten handelt. Wäre man mit Henrietta und ihren Zellen auch so umgegangen, wenn sie nicht aus einer bildungsfernen, armen, schwarzen Familie gestammt hätte?

Ein Buch das viele ethische Fragen aufwirft und mich noch lange beschäftigen wird.

Habt ihr schon von Henrietta Lacks und ihrer Rolle in der Medizin gehört?

The Glass Hotel – Emily St. John Mandel

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Vincent ist Barkeeper im Hotel Caiette, einem Fünf-Sterne-Palast aus Glas und Zedernholz auf einer Insel in Kanada. Jonathan Alkaitis arbeitet im Finanzbereich und ist Eigentümer des Hotels. Als er Vincent seine Karte inklusive Trinkgeld gibt, ist das der Beginn ihres gemeinsamen Lebens. Am selben Tag kritzelt Vincents Halbbruder Paul eine Notiz an die Fensterwand des Hotels: „Warum schluckst du kein zerbrochenes Glas?“

Leon Prevant wiederum ist Abteilungsleiter einer Firma namens Neptun-Avramidis, sieht die Notiz im Fenster von der Hotelbar aus und ist bis ins Mark erschüttert. Dreizehn Jahre später verschwindet Vincent auf mysteriöse Weise vom Deck eines Schiffes der Neptun-Avramidis. Die Geschichte bewegt sich zwischen dem gläsernen Hotel,  den Wolkenkratzern von Manhattan und der Wildnis im Norden von Vancouver Island hin und her, alles ist meineinander verwoben und es entsteht ein Bild aus Habgier und Schuld, Fantasie und Wahn, Kunst und den Gespenstern der Vergangenheit.

Wer sich fragt, ob „The Glass Hotel“ wie Emily St John Mandel’s vorheriger Roman Station Eleven ist, den möchte ich vielleicht warnen. Station Eleven ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und immer wieder mache ich den Fehler, in jedem ihrer folgenden Romane die gleiche Stimmung und Atmosphäre zu erwarten und werde jedes Mal wieder enttäuscht. ABER, was ich dafür in der Regel auf jeden Fall immer wiederfinde sind hervorragend geschriebene Romane, mit außergewöhnlichen Geschichten und Protagonistinnen.

“Memories are always bent retrospectively to fit individual narratives”

Vielleicht war es gut, dass ich aufgrund der Kurzbeschreibungen auf dem Buchrücken etwas ganz anderes erwartet hatte, weil vermutlich hätte ich ein Buch, das sich um die Finanzkrise 2008 und einen Ponzi-Scheme dreht, niemals in die Hand genommen.

“There is exquisite lightness in waking each morning with the knowledge that the worst has already happened.”

In einem Interview bemerkte St. Mandel das sie sehr von David Mitchells „Cloud Atlas“ beeinflußt wurde und das merkt man dem Buch definitiv an. Es fühlt sich an, als wären vier Bücher in einem einzigen verwoben worden. Das hat mich manchmal genervt, aber meistens fand ich es großartig.

Es gibt auch noch direktere Verbindungen. Charaktere aus Station Eleven tauchen hier wieder auf, und auch die Idee der Paralleluniversen findet sich wieder. Ich bin gespannt, ob sie wie Mitchell noch weiter mit Metafiktion experimentieren wird. Immer wieder taucht auf jeden Fall bei ihr das Thema des „Was wäre wenn“ auf: das melancholische Nachdenken darüber was hätte sein können, der Nachhall zwischen alternativen Realitäten, den Geisterversionen von alternativen Leben, die hätten sein können, wenn sie eine andere Wahl getroffen hätten.

Aus parallelen Welten entstehen parallele Geschichten, die sich klanglich unterscheiden, aber im Kern ganz ähnliche Kompositionen ergeben. Mandel’s einfühlsame Charakterisierungen, ihr akribisches Freilegen von immer tiefer liegenden Schichten sowie ihr Philosophieren über Verlust, Reue und die Zerbrechlichkeit des Lebens machen jedes ihrer Bücher zu etwas besonderem, auch wenn ich die Welt in Station Eleven immer wieder vergeblich suchen werde.

Happy Pride

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Nur weil die Pride-Veranstaltungen im echten Leben abgesagt wurden, heißt das nicht, dass wir nicht hier auf dem Blog ein bisschen feiern und die Community unterstützen können.

Ich stelle euch hier meine 10 liebsten LGBTQ Romane bzw Biografien vor und würde mich riesig freuen, wenn ich euch nicht nur Lust auf die vorgestellten Bücher machen würdet, sondern ihr vielleicht für die Organisation „Queer Refugees Deutschland“ spenden würdet, ein Projekt das queere Geflüchtete in Deutschland unterstützt.

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Patricia Highsmiths dramatische Liebesgeschichte ist vielleicht einer der wichtigsten, Meilensteine in der queeren Literatur. Erstmals 1952 veröffentlicht und als „Roman einer Liebe, die die Gesellschaft verbietet“ angepriesen, wurde das Buch bald zu einem absoluten Kultklassiker.

Die Verfilmung aus dem Jahr 2016 mit Cate Blanchett und Roonie Mara machte das Buch dann auch dem Mainstream zugänglich.

Hier die ausführliche Rezension, die ich damals auf Birgits Blog „Sätze und Schätze“ in der Rubrik „Verschämte Lektüren“ veröffentlichte.

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Virginia Woolfs Orlando „Der längste und charmanteste Liebesbrief der Literatur“ konstruiert auf spielerische Weise die Figur des Orlando als fiktive Verkörperung von Woolfs enger Freundin und Geliebten, Vita Sackville-West. Der Roman, der sich über drei Jahrhunderte erstreckt, beginnt damit, dass Orlando, ein junger Adliger im Elisabethianischen England, auf den Besuch der Königin wartet und seine Erfahrungen aufzeichnet.

In der Mitte des Romans erwacht Orlando, jetzt Botschafter in Konstantinopel, und stellt fest, dass er jetzt eine Frau ist. Der Roman schwelgt in Farce und Ironie, und beschäftigt sich mit der Rolle der Frau im 18. und 19. Jahrhundert. Der Roman endet im Jahr 1928, wo Orlando jetzt Ehefrau und Mutter, an der Schwelle zu einer Zukunft steht, die neue Hoffnungen und Möglichkeiten für Frauen birgt.

Hier die ausführliche Rezension dazu.

Giovannis Room

Baldwins eindringlicher und umstrittener zweiter Roman ist ein Klassiker der schwulen Literatur. Im Paris der 1950er Jahre, das von Expatriates wimmelt und durch gefährliche Liaisons und versteckte Gewalt gekennzeichnet ist, kann ein Amerikaner seine Homosexualität nicht länger unterdrücken, obwohl er fest entschlossen ist, ein konventionelles Leben zu führen. Obwohl er eine junge Frau kennengelernt und ihr einen Heiratsantrag gemacht hat, gerät er in eine leidenschaftliche Affäre mit einem italienischen Barkeeper…

Hier die ausführliche Rezension.

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Lesbian Dickens – ein viktorianisches Murder-Mystery inklsuiver lesbischer Romanze – was will man mehr? 😉

London 1862. Sue Trinder, bei der Geburt verwaist, wächst unter Taschendieben und unter der rauen, aber liebevollen Fürsorge von Mrs. Sucksby und ihrer „Familie“ auf. Doch vom ersten Moment an, ist Sues Schicksal mit dem eines weiteren Waisenkindes verbunden, das in einer düsteren Villa nicht allzu weit entfernt aufwächst….

Bei der Lektüre fühlt man sich gelegentlich wie Alice, die in das Kaninchenloch fällt. Diese Geschichte hat mehr Drehungen und Wendungen als eine handelsübliche Schraube und ich konnte das Buch überhaupt nicht aus der Hand legen und habe die ganze Nacht durchgelesen bis es fertig war.

Hier die ausführliche Rezension.

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Alison Bechdel schildert in der Graphic Memoir ihre schwierige Beziehung zu ihrem verstorbenen Vater.

Bruce Bechdel war ein distanzierter und anspruchsvoller Englischlehrer und Direktor des städtischen Bestattungsinstituts, das Alison und ihre Familie als „Fun Home“ bezeichneten. Erst am College entdeckte Alison, die sich kürzlich als Lesbe geoutet hatte, dass ihr Vater ebenfalls schwul war. Wenige Wochen nach dieser Enthüllung war er tot und hinterließ seiner Tochter ein mysteriöses Vermächtnis, das es zu lösen gilt.

Hier die ausführliche Rezension.

Winterson

Warum glücklich sein, wenn man normal sein könnte? ist die hartnäckige Suche der Protagonistin nach Zugehörigkeit, nach Liebe, Identität, Heimat und einer Mutter.

Why Be Happy When You Could Be Normal? (Warum glücklich sein, wenn man normal sein könnte) ist eine Biografie über die Lebensaufgabe der Protagonistin ihr Glück zu finden. Das Buch erzählt davon wie sie aus ihrem Haus ausgesperrt wurde und die ganze Nacht auf der Türschwelle saß; es erzählt von einer Frau, die mehr religiöse Fundamentalistin als Mutter ist, mit falschen Zähnen und einem Revolver in der Kommode auf den Weltuntergang wartet und davon wie die schmerzliche Vergangenheit, von der Jeanette dachte, sie hätte sie längst überschrieben und verarbeitet immer wieder aufsteigt…

Hier geht es zur ausführlichen Rezension.

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Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop Cafe ist ein Roman über zwei Frauen: Evelyn, eine etwas unglückliche Frau in den Wechseljahren, und die grauhaarige Frau Threadgoode, die ihre Lebensgeschichte erzählt. Zu ihrer Lebensgeschichte gehören zwei weitere Frauen – der draufgängerische Wildfang Idgie und ihre Freundin Ruth -, die gemeinsam in den 1930 Jahren ein kleines Lokal in Whistle Stop, Alabama hatten in dem es neben gutem Kaffee, Barbecue und Whisky auch jede Menge Liebe und Leidenschaft gab – und sogar gelegentlichen einen Mord.

Ein Buch das man nicht lesen kann ohne gleich danach die wunderbare Verfilmung aus dem Jahr 1991 anzuschauen und Lust auf gegrillte grüne Tomaten zu bekommen.

Hier geht es zur ursprünglichen Besprechung.

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Maggie & Me ist eine Biografie über das Überleben in im Arbeiterviertel einer schottischen Kleinstadt während der Thatcher-Jahre.

12. Oktober 1984. Eine IRA-Bombe sprengt das Grand Hotel in Brighton in die Luft. Wie durch ein Wunder überlebt Maggie Thatcher. In einer schottischen Kleinstadt sieht der achtjährige Damian Barr mit Schrecken zu, wie seine Mutter ihren Ehering abreißt und ihre Koffer packt. Er weiß, dass auch er überleben muss.

Damian, seine Schwester und seine Mutter ziehen mit ihrem gewalttätigen neuen Freund zusammen, während sein Vater mit der glamourösen Mary (the Canary) zusammenlebt. Je mehr Maggie Thatcher Fuß fasst, desto dramatischer wird das Leben für Damian: Maggie schafft die Schulmilch ab, zerschlägt die Gewerkschaften und sorgt dafür, dass Habgier als gute Eigenschaft gilt. Dem Rat von Maggie folgend, arbeitet Damian hart und plant seine Flucht aus Armut und Enge. Er entdeckt, dass Geschichten Leben retten können und schafft es  Gewalt, Streiks, Aids und Homophobie zum Trotz – sich in Glasgows einzigem Schwulenclub zu verlieben…

Hier geht es zur ausführlichen Rezension.

Ein berauschender Roman über die alles verzehrende Liebesaffäre zwischen zwei Frauen in Paris…

Eine Lehrerin um die dreißig treibt durch ihr Leben in Paris, zieht eine Tochter allein auf und ist trotz ihres neuen Freundes einsam. Eines Abends, auf der der Silvesterparty eines Freundes, tritt Sarah – einem Tornado gleich ihr Leben. Die begabte junge Geigerin ist voller Energie – es ist der Beginn einer intensiven Beziehung, die das Leben beider Frauen komplett auf den Kopf stellt.

Hier geht es zur ausfühlen Rezension.

Nachtgewächs: Roman (suhrkamp taschenbuch): Amazon.de: Barnes ...

Djuna Barnes‘ seltsame Tour de Force, gehört laut dem TLS zu jener kleinen Klasse von Büchern, die irgendwie eine Zeit oder eine Epoche widerspiegeln“ Diese Zeit ist die zwischen den beiden Weltkriegen, und Barnes‘ Roman entfaltet sich im dekadenten Schatten der großen Städte Europas: Paris, Berlin und Wien.

Sie erzählt von einer Welt, in der die Grenzen von Klasse, Religion und Sexualität überraschend durchlässig sind. Nightwood ist der Klang von zerbrechenden Herzen, von fünf Menschen, die sich gegenseitig aussaugen und das Leben zur Hölle machen. Das Buch selbst macht es dem Leser schwer, es weigert sich förmlich seine Geheimnisse preiszugeben.

Man muss es sehr sehr langsam lesen, wird dann aber tatsächlich mit einer psychologischen Tiefe belohnt die verblüfft und es knistert noch immer mit derselben elektrischen Ladung, die es bei seiner ersten Veröffentlichung 1936 hatte.

Ein schwieriges, fiebriges, dunkles Juwel soll diese Reihe abschließen. Hier geht es zur Besprechung der Biografie von Djuna Barnes, für alle die sich noch ein bisschen mehr mit dieser spannenden Schriftstellerin beschäftigen möchten.

Ich hoffe es war etwas für euch dabei und ihr hattet Spaß an dieser Blog Pride. Vergesst bitte die Queer Refugees nicht – Happy Pride allerseits 🙂

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Habt Ihr Empfehlungen für mich – möchte gerne mein Lesespektrum erweitern. Welche LGBTQ Bücher haben euch besonders gefallen?

Was wir voneinander wissen – Jessie Greengrass

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„Was wir voneinander wissen“ erzählt davon, was wir über unseren Körper, uns selbst oder einander wissen können und ist das Thema des Debütromans von Jessie Greengrass. Der Roman erzählt von einer namenlosen jungen Frau, die, schwanger mit ihrem zweiten Kind, über den Tod ihrer Mutter und dessen Folgen meditiert, über ihre Beziehung zu ihrer psychoanalytischen Großmutter und darüber, wie schwierig es war, sich für ihr erstes Kind zu entscheiden. Die Erzählung streicht in der Zeit hin und her und bringt unerwartete Verbindungen an die Oberfläche.

Der Roman entführt uns ins Paris des 19. Jahrhunderts, als die Brüder Lumière zum ersten Mal ihre Kinofilme zeigen. In derselben Epoche erfindet der deutsche Physiker Wilhelm Röntgen das Röntgengerät, dessen Schwarz-Weiß-Bilder seiner Frau Bertha wie der Blick auf ihren eigenen Tod erscheinen. Das Thema, wie Reflexion und Analyse entweder aufklären oder verkümmern können, zieht sich als roter Faden durch den Roman.

Dies wird in späteren Abschnitten, die sich mit Freuds Studien zur Psychoanalyse befassen, noch deutlicher. Zum Beispiel bei dem kleinen Jungen, der sein Haus nicht mehr verlassen will, nachdem er gesehen hat, wie ein Pferd auf der Straße tot umgefallen ist – eine interessante Fallstudie, in der Freud Parallelen zu dem Pferd und dem Vater des Jungen zieht.

Die Erzählerin ist definitiv für die Analyse prädestiniert,  mit ihrer unglücklichen und distanzierten alleinerziehenden Mutter und ihrer gleichfalls distanzierten Psychiater-Oma. „Doktor K“ nutzt sie des Öfteren als Versuchsperson und vermittelt ihrer Enkelin von klein auf die Fähigkeit zur Reflexion. Das hat ihr zwar ein ausgeprägtes moralisches Gespür gegeben, auf der anderen Seite aber hat sie die instinktiven Freuden der Kindheit verpasst. Nichts wird je ohne vorheriges intensives Nachdenken getan. Als sie Johannes begegnet und sich in ihn verliebt – den der Leser durch die Erzählperspektive des Erzählers nur am Rande kennenlernt – droht die Entscheidung über die Mutterschaft.

„Dieses Tagebuch, sagte sie, sei zwar für die Selbstanalyse nicht zwingend notwendig, das Führen eines solchen aber dennoch eine nützliche Methode, eine Möglichkeit, den Verstand zur Rede zu stellen, ähnlich dem Beten eines Rosenkranzes.“

Der Erzählerin ist von Anfang an klar, dass sie sich ein Kind wünscht, aber sie ist zutiefst unsicher, ob sie eine gute Mutter abgeben würde. Greengrass bringt dieses interessante philosophische Thema mit Leichtigkeit auf den Punkt und zieht den Leser mit einer Stimme in den Bann, die gleichzeitig intelligent und stets auf der Suche ist.

„Nun, da wir davor stehen, das Ganze ein zweites Mal zu durchleben, frage ich mich bisweilen, ob es meiner Muter genauso ergangen sein mochte, oder Doktor K oder Max Graf bei seinem Sohn Hans oder Freud bei seiner Tochter Anna; und wenn ja, wie sie es schafften, sie zu verbergen, wie wir alle sie verbergen, diese schier überwältigende Furcht davor, es zu versauen, die uns ergreift, wenn wir Kinder bekommen, die Erkenntnis, dass wir unmöglich vermeiden können, ihnen zu schaden, ein Gefühl, als fiele man in eine uferloses Gewässer, und dazu die quälende Einsicht, dass es im Erfolgsfall aussieht, als wäre man verlassen worden – doch welche Alternative gibt es?“

Wunderschöne Atmosphäre, klare Sprache – große Empfehlung

Ich danke dem Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hirngymnastik Architektur

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Den Beginn meiner Architektur-Leidenschaft kann ich ganz genau benennen. Ich war beruflich in Chicago und wollte mir unbedingt auch die Stadt ansehen. Eine Stadtführung zu Fuß wollte ich machen und terminlich war die „Architektur-Stadtführung“ die passendste und es dauerte gar nicht lange, da war ich einfach hin und weg. Die Gebäude in Chicago fand ich natürlich auch vor der Stadtführung schon spannend, aber durch die Erklärungen, die Leidenschaft der Stadtführerin, wurde ich einfach unheilbar angefixt.

Die Tour war kaum zu Ende und ich stürmte den nächsten Barnes & Noble, um mich nach entsprechenden Büchern umzuschauen und insbesondere entwickelte ich eine Leidenschaft für den Architekten Mies van der Rohe. Von ihm war es dann nicht weit zu den anderen Architekten der Moderne wie Walter Gropius, Le Corbusier, Frank Lloyd Wright oder Louis Kahn.

Die zwei Bände „Architektur des 20. Jahrunderts“ aus dem Taschen Verlag kann ich jedem ans Herz legen, der einen soliden Einstieg in das Thema sucht. Die chronologisch geordneten Kapitel rücken alles ins rechte Licht, illustriert durch Hunderte von großformatigen Fotos sowie eine Fülle von Zeichnungen und Grundrissen. Der biographische Anhang umfasst alle großen Architekten des Jahrhunderts, einschließlich des Nachwuchses.

Man erhält einen historischen Überblick über Entwicklung und Stile mit allen wichtigen Namen und vielen Fotos. Die Bücher sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch sehr gut geschrieben und mit gutem Grund mittlerweile ein Standardwerk für Architekturliebhaber.

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Inspiriert wurde ich zu dieser Hirngymnastik im Übrigen von dem Roman „The Glass Room“ von Simon Mawer, den wir im Bookclub gelesen haben. Ich hatte das Buch gar nicht mehr auf dem Radar als mir klar wurde, das es unsere Lektüre im März sein würde und dachte beim Blick aufs Cover im ersten Moment „oh no“. Irgendwie fürchtete ich eine oberflächliche Liebesschmonzette und wurde unglaublich positiv überrascht.

Es ist schon eine Weile her, dass ein Buch mir noch so lange nachgeht. Die Geschichte basiert auf einem realen Haus, der Villa Tugendhat, die sich im tschechischen Brünn befindet und vom deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe für die Familie Tugendhat entworfen wurde, die jüdisch war und als solche nach der deutschen Besetzung 1938 in die Schweiz auswandern musste.

„On Honeymoon in Venice in 1928 Vikor and Lisel Landauer face a new world when they meet brilliant architect Rainer Von Abt. Soon, on a hillside near a provincial Czech town, the Landauer house with its celebrated Glass Room will become a modernist masterpiece of travertine floors and onyx walls, filled with light and optimism. But as Victor is Jewish, when Nazi troops arrive the family must flee. The house slips from hand to hand, Nazi to Soviet and finally to Czechoslovak state.“

Das Haus, das 1929 vom Automobilhersteller Victor Landauer und seiner Frau Liesel in Auftrag gegeben wurde, hat als Mittelpunkt den Glasraum. Es ist ein Haus, das vom modernistischen Architekten Rainer von Abt erbaut wurde. Er folgt damit Victors Forderung, dass das Haus etwas Neues widerspiegelt und nicht die Tradition des alten, ornamentalen Stils fortsetzt, der unter den europäischen Reichen der damaligen Zeit vorherrschte. Es steht über einer Stadt auf einem Hügel in der Tschechoslowakei, mit spektakulärer Aussicht, und es bot „die bemerkenswerteste Erfahrung modernen Lebens“, ein Thema, das sich durch den ganzen Roman und durch die Zeit zieht.

Die Geschichte (ohne hier auf Einzelheiten der Handlung einzugehen) folgt dem Leben der Landauers, während der Zeit, die sie im Haus verbrachten und nachdem sie die Tschechoslowakei wegen der Nazi-Besatzung und der Aktionen Hitlers gegen die Juden verlassen mussten. Während sich die Zeiten ändern, bleiben das Haus und der Glasraum erhalten und dienen als Vehikel, durch die sich die Geschichte durch mehrere Regime hindurch abspielt – die Nazis, die Sowjets und dann durch den Fall der Berliner Mauer.

Liesels Freundin Hana ist bei weitem die faszinierendste Figur und vielleicht sollte ich den Autor bestechen, sie zur Hauptfigur in einem seiner nächsten Romane zu machen.

Das Haus ist praktisch ein eigenständiger Charakter und zugleich der zentrale Ort, um den sich die Geschichten drehen. Es ist ein Meisterwerk minimalistischer Architektur und steht für Freiheit, Transparenz und Licht, insbesondere der große offene Glasraum, der an zwei Seiten von weißem Flachglas ummauert ist, mit Ausnahme einer Wand aus hellem Onyx, die im späten Nachmittagslicht leuchtet.

„Life is like that, he said, his gaze caught by the glow of the light reflecting against the Onyx wall as evening fell. Modern is the future. And then they had sex on the linoleum.“

Wäre dieses Buch ein Musikstück, könnte es eine Klaviersonate in mehreren Sätzen sein, denn die Musik klingt durch das ganze Haus und dieses Buch. Besondere Erwähnung verdient die junge Komponistin, Vitezslava Kaprálová, die einen Gastauftritt im Buch hat, genau wie zum Beispiel Hedy Lamarr.

Mir hat der Roman sehr gefallen, obwohl die Geschichte der Landauers schon sehr viel Zufall enthält. Mawers Charakterisierungen sind wunderbar, und das Haus selbst ist die wahrscheinlich wichtigste Figur im Roman. Der Autor hat immenses Gefühl für Ort und Zeit, was die Geschichte real, glaubwürdig und lesenswert macht.

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Durch die Lektüre von Mawers „The Glass Room“ angefixt, hatte ich Lust auf mehr Architektur in der Literatur und konnte mich erinnern, das irgendwo in den Bücherregalen noch ein T.C. Boyle schlummerte, in dem es um den amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright geht. „The Women“ erzählt das Leben des Architekten durch die Frauen, mit denen er verheiratet war.

Frauen sind in der Architektur überhaupt sträflich unterrepräsentiert. Mein beiden Bände Architekturgeschichte haben wenig zu bieten gehabt, was berühmte Architektinnen angeht, definitiv auch ein Bereich den man mal mit Scheinwerferlicht etwas beleuchten sollte.

Aber jetzt zu T.C. Boyles „The Women“: Der Roman erzählt das Leben der vier wichtigsten Frauen im Leben von Frank Lloyd Wright. Boyle erzählt einen Großteil der Geschichte aus der Perspektive eines jungen japanischen Architekten, der als Praktikant bei Wright gearbeitet hat, und strukturiert die Geschichte chronologisch rückwärts, von Frank im Alter, mit einer slawischen Schönheit an seiner Seite, über seine früheren Ehefrauen bis hin zur gewalttätigen Tragödie seiner ersten Liebe.

Man erfährt viel über die Frauen und über den Architekten selbst, der viel Gerede, Tatendrang, Getöse, Genie – und ein bisschen ein Betrüger – in sich vereint.

So gern ich den „Glass Room“ gelesen habe, so schwer habe ich mich mit „The Women“ getan und ich hatte mich so auf dieses Buch gefreut. Ich kam überhaupt nicht rein und habe mich ziemlich durchgequält. Keine Ahnung warum Boyle sich dazu entschlossen hat, Lloyds Leben rückwärts zu erzählen, ich fand es nervig und unnötig anstrengend.

Boyle selbst lebt in einem von Frank Lloyd Wright erbauten Haus, das macht die Motivation hinter dem Roman auf jeden Fall klar. Ich fand den Roman zäh und leider passiert mir das bei Boyle nicht zum ersten Mal. Wir zwei sind definitiv noch immer in der Annäherungsphase, so richtig funkt es zwischen uns einfach nicht.

Auf Instagram kann man momentan fast alle Häuser Wrights visuell besuchen und auch die Villa Tugendhat in Brünn kann visuell besucht werden.

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser Hirngymnastik ein bißchen Lust auf Architektur im Allgemeinen und insbesondere auf die der Moderne machen. Sollte einer von euch in der Lotterie gewinnen, würde ich mich sehr über ein Haus von Mies van der Rohe freuen, ihr denkt dann bestimmt an mich, oder?

Wie ist das bei Euch? Interessiert ihr Euch für Architektur? Habt ihr Lieblings-Architekten oder Architekturstile?

Meine Woche

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Gesehen: Morgan (2016) von Luke Scott mit Kate Mara. Spannender Film um die Frage ob AI grundsätzlich böse wird mit sehr schönen Bildern.

Suicide by Sunlight (2019) von Nikyatu Jusu mit Natalie Paul. Vampir Horror-Kurzfilm über eine Krankenschwester die ihren Blutdurst in den Griff bekommen muss, um das Sorgerecht für ihre Töchter zu erhalten.

Gehört: Misere Mei – Gregorio Allegri, Cello Suite No 1 – Johann Sebastian Bach/Yo Yo Ma, Megafaun Rituals – Paleowolf, Purple Rain – Prince, Tombs – Common Eider, Fade into You – Mazzy Star, Hey Jo – Jimi Hendrix, Leader of the Pack – The Shangri-Las, Urstromtal – Jürgen Knieper

Gelesen: What people get wrong about Bertrand Russell, Jill Lepore on the lingering of loss, Abenteuer Buchhandel, why the 8-hour-workday is a counter-productive lie, Virginia Woolf is trending, dieses Interview mit Greta Gerwig

Getan: geboxt und den kleinen Neffen besucht

Geplant: Yoga, Boxen und liebe Freunde treffen

Gegessen: Tortillas mit Blumenkohl

Getrunken: viel Kaffee

Gefreut: über den süßesten Neffen der Welt, über Susanne Hennig-Welsow und Nancy Pelosi

Geweint: nein

Geklickt: auf dieses Interview mit David Lynch und Moby

Gestaunt: über die Hühnerkirche,

Geärgert: über die schreckliche Farce in Thüringen und die wieder so weißen und männlichen Oscars

Gelacht: über dieses Interview mit Patrick Stewart und Jeri Ryan

Gewünscht: dieses Cottage, diese George-Orwell-Bände, diese Pflanzen-Töpfe

Gefunden: nix

Gekauft: nein

Gedacht: “Life does not get better by chance, it gets better by change.” // Jim Rohn

Meine Woche

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Gesehen: Star Trek: Picard (2019) mit Patrick Stewart. Endlich hat das Warten ein Ende und mit Picard wird alles wieder gut. Die erste Folge war auf jeden Fall klasse.

Eyes without a Face (1960) von Georges Franju. Richtig guter Horror-Klassiker mit der wahrscheinlich schrecklichsten Filmmusik aller Zeiten.

Andrei Tarkovsky: A Poet in the Cinema (1984) von Donatella Baglivo. Interview mit dem legendären Regisseur. Sehenswert.

Gehört: Risk It – Austra, Dificile – Evelyne Brochu, Have you ever seen the rain – CCR, New York Soundtracks – Mono, Metamorphosis II – Philip Glass,  Broken Love – Fella x Lucky Luke, Hate N Love – Liufo, Not so bad – Yves V, Ilkay Sencan & Emie,

Gelesen: John Le Carre wins Palme prize for democracy, Why women should not stop aplogizing, dieses Interview mit Lukas Bärfuss, dieses Interview mit Christian Pfeiffer zu Gewalt in der Familie, warum keine deutsche Uni eine Namensgeberin hat, I want a wife – the 70s feminist manifesto, Picard is back und diesen Artikel über Anne Brontë

Getan: geboxt, im Schnee gewandert, geschwommen, Sessellift gefahren, und in der Sauna geschwitzt

Geplant: mein lädiertes Knie etwas schonen

Gegessen: Speckbrettl

Getrunken: leckeren Minz-Kamille-Fenchel-Anis Tee und Südtiroler Wein

Gefreut: über das wunderschöne Wochenende in Südtirol

Geweint: Bye Bye Britain 😦

Geklickt: An invocation for beginnings, How we landed on the moon,

Gestaunt: über den Sternenhimmel in den Bergen

Geärgert: über den Brexit

Gelacht: übers Dirndl kaufen – Münchner Verkäuferinnen sind die ehrlichsten

Gewünscht: diese Vitrine, dieses Bild

Gefunden: spannende Bücher

Gekauft: das Wochenende in Südtirol, 2 Flaschen Wein, eine Massage

Gedacht: I’m not just a remainer. I’m a European through and through, and the rats have taken over the ship (John Le Carré)

Robert Burns Night

Burns by Iain McIntosh

Foto: Ian McIntosh

Yes Ladies and Gentlemen, tonight is the Night. It’s Burns Night and I wonder why I haven’t relived the tradition of Burns Night for so long. When I lived in Scotland there was no way to not celebrate Burns Night and maybe my months of „Celebrating Alcohol by not drinking it“ made me think about it again.

Traditionally the Burns Night is celebrated on January 25th not just in Scotland but wherever there was a high population of Scottish Migrants. You meet for supper and have Haggis with Neeps and Tatties (Kartoffeln und Steckrüben) and wash that down with generous amounts of Whisky.

Burns is probably best known outside of Scotland for his song „Auld Lang Syne„.

My favourite Burns Night happened in Dundee actually, one of the most unattractive areas of Scotland also called the armpit of Scotland. Working for United Distillers in Perth served me with a constant supply of alcohol which might have helped expanding my circle of friends. Dundee has a university and I had met some Spanish guys there who I was giving English lessons to. Their accent was terrible, they could hardly be understood for the life of it. Beard, Bird, Birth – it all sounded the same. So once a week I would take the bus from Perth to Dundee and we worked on their pronunciation and they were pretty unsuccessfully trying to install some Economics into my brain. We usually ended the tuition with wonderful Spanish food and complicated European art movies.

On this Burns Night my backpack was full with little Whisky Bottles, that my boss allowed me to take. They were „old stock“ meaning the labels were damaged or something and could not be used any more. I remember it was a year of heavy snow for Scotland, I stumbled through the snowy armpit and was welcomed by my Spaniards with the Traditional Haggis Supper. I love Haggis. When you forget what it is made of it’s totally fine. I had prepared a Burns Poem for each of them and we were in the middle of the merry Haggis&Whisky Supper when suddenly the electricity went out.

Not for the first time nobody had remembered to get coins for the coin operated meter so we had plenty of candles. It was such a romantic night somehow. Snowing outside, inside we were sitting in the kitchen in candlelight drinking gallons of Whisky reciting Burns poems in terrible Scots and had a great time.

A Red, Red Rose

Unfortunately no great time the next morning. Of course I had missed the last bus, had cuddled up on the Sofa in the kitchen with a blanket. No electricity also meant no heating and I had frozen stiff during the night. And then the walk of shame to work the next day but hey it was worth it and Scottish Employers especially in the Alcohol business are pretty understanding towards young girls being late and hangover for work. I mean it was Burns Night after all 😉

I still haven’t arranged a Burns Night with friends here in Munich, but will have to do with a wee dram and some poetry on my own tonight. I hope you have Poems, Haggis, candles, (no) heating, hopefully some snow and definitely gallons of Whisky.
And next year definitly a Burns Night Party! Slàinte mhath 🙂

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Mein Lesejahr 2019

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Erst wollte ich nicht, dann dachte ich es sei eh zu spät, aber da die Erfinderin dieser wunderbaren Blogparade, die Frauenleserin,  auch erst vor ein paar Tagen ihren Beitrag veröffentlichte, spring ich einfach mit auf den Zug und teile mit Euch mein Lesejahr:

Diese Fragen galt es zu beantworten:

  1. Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

    Ich habe unglaubliche 108 Bücher bei Goodreads geloggt, wobei da auch ein paar Comics dabei waren. Trotzdem eine stattliche Zahl, die mich selbst überrascht hat. Davon waren 56 Bücher von Autorinnen. Also ganz knapp mehr als die Hälfte.
    Rezensiert habe ich alle – glaube ich zumindest.

  2. Welches Buch einer Autorin ist Dein Lesehighlight in 2019? (Warum?)

    Hier würde ich die für mich gerade entdeckte Christa Wolf nennen, von der ich im Urlaub auf Naxos „Kassandra“ und „Medea“ gelesen habe und die mich sehr begeistert hat.

    Eine weitere Überraschung war Jenny Erpenbeck, deren Roman „Gehen, Ging, Gegangen“ zu einem absoluten Highlight zählt.

    Final möchte ich noch die Interviewbände aus dem Kampa Verlag nennen, die mich jedes Mal wieder sehr begeistern. Dieses Jahr las ich die Interviews mit Siri Hustvedt und Margaret Atwood und konnte beide gar nicht aus der Hand legen. Ich liebe diese Reihe.

  3. Welche Autorin hast Du in 2019 für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?

    Wie oben erwähnt war das Christa Wolf für mich. Möchte jetzt unbedingt nach und nach alles von ihr lesen. Was sie für mich so besonders macht kann ich gar nicht sagen. Sie schreibt einfach irre gut, ihre Biografie macht mich neugierig, ihre Bücher sind klug, sie beobachtet genau und sie empfindet Wärme für ihre Protagonist*innen.

  4. Welche  weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich besonders beeindruckt (und warum?)

    Ich habe 2019 unglaublich viel von und über Virginia Woolf und Vita Sackville-West gelesen und von daher würde ich diese beiden Autorinnen nennen.

  5. Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2020 unbedingt lesen?

    Da gibt es so einige Autorinnen. George Eliots „Middlemarch“ ist wohl eher ein größeres Projekt für die Weihnachtstage am Ende des Jahres.

    Ich lese gerade die aktuelle Nobelpreisträgerin und möchte dieses Jahr unbedingt endlich etwas von Herta Müller lesen. Als ich mir die Liste der Literatur-Nobelpreisträgerinnen mal ansah, bin ich echt erschrocken. In all den Jahren haben gerade einmal 14 Frauen den Preis verliehen bekommen. Schwach, wenn man bedenkt der Preis wird seit 1901 vergeben und es gab glaube ich nur 6x kriegsbedingt nicht vergeben.

    Könnte also durchaus sein, dass ich eine kleine Reihe starte #Nobelpreisträgerinnen lesen, eine weitere neue Reihe die ich definitiv für 2020 plane sind die #FemmesdesLettres.

    #WomeninSciFi und #WomeninScience gehen aber auf jeden Fall auch weiter.

    Wie war dein Lesejahr 2019? Man kann noch bis zum 23.01. an der Blogparade  der Frauenleserin teilnehmen.