Meine Woche

Artist: Shamsia Hassani

Gesehen: Fear Street 1978 und Fear Street 1666 (2021) von Leigh Janiak mit Kiana Madeira, Ashley Zukerman, Sadie Sink (Max aus Stranger Things :)) und Emily Rudd. Gut gemachter supernatural Slasher mit tollem Soundtrack und LGBTQ+ Einfluß.

Jodie Foster, Hollywood dans la peau (2021) von Camille Juza und Yal Sadat. Spannende Doku über eine absolute Ausnahme-Schauspielerin. Gleich mal noch ein paar Filme zum Wieder-Gucken auf die Liste gepackt.

Gehört: Eyes without a face – Angel Olsen, Joel – Apparat, Come heave sleep – John Dowland, Everlasting Light – Mono, Megitsune – Babymetal, Þórsmörk – VAR, Potface – 24/7 Diva Heaven, Those Words – Mattiel, Oh Ballerina – Traitrs, Celestial Blues – King Woman

Gelesen: Emanzipation ist kein Exportgut, Black holes surrounded by massive, energy-harvesting structures could power alien civilizations, Why are so many knowledge workers quitting?, World without work, Frauenrechte in Afghanistan – der Abschied von der Freiheit.

Getan: eine Sucht-Angehörigen-Selbsthilfegruppe besucht, die Bookclub-Ladies nach über einem Jahr endlich wieder live gesehen, liebe Freund*innen getroffen, auf dem Balkon gelesen und unseren Urlaub geplant.

Gegessen: Portugiesischen Karottensalat

Gefreut: dass dem afghanischen all-girls-Robotics-Team die Flucht gelang,

Geweint: über die ausweglos scheinende Bruder-Situation

Geärgert: über die zur Inkompetenz der CDU

Geklickt: auf dieses Interview mit Archäologin Rebecca Wragg zu Neanderthalern, Jet Streams gut erklärt, A Cosmic Web Connects Everything in the Universe

Gestaunt: über die tollen Auto weg-Videos von Jan Kamensky, über diesen fliegenden Zug ohne Schienen oder Röhren,

Gelacht: auch Roboter sind nicht perfekt

Gewünscht: diese Wandtapete, diese Lautsprecher, dieser Sekretär

Gefunden: einen wundervollen Tutenchamun-Bildband

Gekauft: ein Schlafshirt

Gedacht: There is nothing in a caterpillar that will tell you it will be a butterfly //Buckminster Fuller

Brüssel sehen und lesen

Belgien war mein allererstes Ausland. Seit frühester Jugend hatte ich fiebernd auf diesen Moment hingewirkt, in dem ich endlich einmal ausländischen Boden betreten würde. Ich sammelte Briefmarken aus aller Welt, die ich sehr konzentriert über Stunden in Alben packte, die jeweiligen Länder im Atlas und auf dem Globus suchte, im Radio nach Sendern suchte, die möglichst weit weg waren und deren Stimmen verrauscht durch den Äther drangen. Ich las mich mit Jules Verne um die Welt und lange war mein Berufswunsch reisende Reporterin. Der Radius, in dem ich mich in meiner Kindheit und Jugend bewegte bei meiner Oma war irre klein. Rund um die Wohnung vielleicht 4km, gelegentliche Straßenbahn- oder Busfahrten vom Vorort in die Stadt, wenn ich eine neue Hose brauchte und dreimal gab es richtigen Urlaub: Einmal Schwarzwald, in einem Werksurlaub noch mit dem Opa, zweimal Ferien auf dem Bauernhof im Odenwald und ein paar Mal ging es in die DDR, um Verwandte zu besuchen. Ich fieberte auf Klassenfahrten und hatte da irres Pech, denn der Klassenlehrer machte keine, für die Skifreizeit fehlte das Geld und es sollte bis zur Abschlußfahrt der 10. Klasse dauern, als eine Fahrt nach Belgien auf dem Programm stand. Ich war unfaßbar aufgeregt und kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich das erste Mal das Meer sah und mir klar wurde, ich stehe tatsächlich auf ausländischem Boden.

Blankenberge, Brügge und Gent standen auf dem Programm – eine Reise, die ich mit allen Sinnen aufsog und bei der ich mir den lebenslangen Reisevirus einfing. Von Brüssel hörte ich dann ein paar Jahre später recht viel, durch eine Arbeitskollegin, die Abgeordnete im Europäischen Parlament wurde, viel von ihren Erlebnissen in Brüssel und Straßburg berichtete und häufig leckerste Pralinen mitbrachte.

Brüssel habe ich dann ein paar Jahre später zum ersten Mal besucht. Ich wohnte mittlerweile in London, dort war ich chronisch pleite und hatte selten Geld für Urlaub, daher freute ich mich sehr über die Einladung einer Kollegin nach Antwerpen für ein verlängertes Wochenende mit Abstecher nach Brüssel. Atomium, Pralinen, Männeken Piss und die berühmten Moules et Frites dürfen bei einem Besuch natürlich nicht fehlen.

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Foto: Laura Cleffmann

Es blieb nicht mein letzter Besuch, denn irgendwann zog es meine beste Freundin dorthin und tatsächlich haben wir meinen Geburtstag damals im Restaurant Belga Queen gefeiert. Perfekte Überleitung also zum Buch, das ich für die Read & Eat Folge besprechen möchte: Robert Menasses „Die Hauptstadt“ Selten habe ich einen Roman gelesen, zu dem ich soviel unterschiedliche Bezugspunkte hatte. Die Rahmenhandlung um Bürokratie und Innenansichten zur Arbeit der Europäischen Kommission konnte ich gut mit den Berichten meiner Abgeordneten-Kollegin zusammenbringen und „mein“ Restaurant kam auch vor

Robert Menasse spannt einen weiten Bogen zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Es gibt es großes Ensemble an Akteuren, die wild in bunte Szenen geworfen werden, die mich anfangs etwas überforderten, ein durch die Stadt laufendes Schwein, das Projektionsobjekt des Romans, und mir war eine ganze Weile nicht klar, wie aus all dem Gewusel ein Roman werden soll. Robert Menasse bringt all das aber am Ende gekonnt zusammen, vielleicht ein wenig wie die verwirrende EU-Bürokratie, die am Ende vielleicht doch besser funktioniert, als viele glauben.

Wir treffen im Roman auf Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, die vor einer schwierigen Aufgabe steht, da sie das Image der Kommission aufpolieren soll. Dann gibt es den Referenten Martin Susman, der von ihr damit beauftragt wird, sich was zu überlegen. Er reist nach Polen, wo er tatsächlich eine Idee hat, die für ziemliche Unruhe in den EU-Institutionen sorgen wird. Dann gibt es noch David de Vriend, der in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof auf seinen eigenen Tod wartet. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Und dann ist da noch Kommissar Brunfaut, der auch vor einer schwierigen Aufgabe steht. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen, sowie Alois Erhart, ein Volkswirtschaftler und Schweinezucht-Lobbyist.

Foto: Sinitta Leunen

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und er ist perfekte Begleitlektüre für einen Städtetrip. Manchmal fühlte ich mich von der Fülle erschlagen, zuviel Gewusel und Gehetze – aber das war natürlich so gewollt und Robert Menasse ist ein spannender oft witziger Roman über ein eigentlich sautrockenes Thema gelungen.

„Er hatte sich geärgert, als er den Flug buchte, er hatte sich geärgert, als er den Koffer packte, geärgert im Taxi zum Flughafen, im Flugzeug gekocht vor Wut über sich selbst, er war aggressiv zu der flötenden jungen Frau an der Rezeption beim Einchecken in das Hotel Atlas, weil ihm alles so furchtbar auf die Nerven ging, dieses wichtigtuerische Trolley-Rollen in Brüssel, dieses bedeutsame Eilen zu Meetings, dieses Beantworten von Floskeln mit Floskeln, die raunende Transformation von keinen Ideen in ein babylonisches Kauderwelch, es erschien ihm sinnlos, völlig aussichtlos, es war verbrannte Zeit.“

Belgien ist immer eine Reise wert, ein kleines Land das viel mehr zu bieten hat als Männeken Piss und Pommes. Ob TinTin, Maigret oder Amélie Nothomb, ein kleines Land mit großer Literatur und wer sich filmisch auf die Reise vorbereiten möchte, dem empfehlen ich den Film „Blau ist eine warme Farbe“ bei dem man immer wieder interessante Ecken in Brüssel zu sehen bekommt.

Von Brüssel reisen wir als nächstes nach Amsterdam – ich hoffe ihr seid wieder dabei? 🙂

From Paris with Love

Mit dem Schiff von Havanna nach Frankreich und dann per TGV nach Paris – bequemer und perfekter geht es gar nicht. Draußen zischt die Welt vorbei und drinnen sind wir in unserer Lese-Bubble und tauchen ein in meinen Bücherkoffer. Ganz bin ich nicht durchgekommen, aber für einen Coup de Chapeau hat es immerhin gereicht.

Begonnen haben wir unsere Stadtführung mit Roland Barthes „Der Eiffelturm“ – ein dünnes wunderschönes Bändchen, das einen perfekt einstimmt auf die Paris-Woche. In seinem Essay betrachtet Barthes liebevoll eines der beliebtesten Symbole der Welt. Er entdeckt den Eiffelturm für uns auf ganz neue Art, macht ihn sicht- und greifbar.

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Es macht Spaß, mit Barthes gemeinsam die Welt zu entdecken, macht mir mit diesem Essay Lust, noch mehr von der Welt durch seine Augen zu entdecken. Er schreibt charmant, bleibt zugänglich bei gleichbleibend hohem Niveau und hat Humor . Ich liebe Barthes‘ Exaktheit in der Betrachtung und seine Ästhetik.

Der Eiffelturm ist so sehr Sinnbild für Paris geworden, dass man sich partout nicht vorstellen kann, wie groß die Ablehnung war, als der Turm anlässlich der Weltausstellung 1887 gebaut wurde. Es gab unzählige Proteste, eine Gruppe Künstler entwarf gar einen Protestbrief der in der Zeitschrift „Le Temps“ veröffentlicht wurde und der die Welt vor der unfranzösischen „tragischen Straßenlaterne“ bewahren sollte:

„Wir, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Architekten und leidenschaftliche Liebhaber der bis jetzt noch intakten Schönheit von Paris, protestieren hiermit mit all unserer Kraft und aus all unserer Empörung, im Namen des falsch verstandenen französischen Geschmacks, im Namen der Kunst und der bedrohten französischen Geschichte, gegen die Errichtung des nutzlosen und monströsen Eiffelturms im Herzen unserer Hauptstadt, den die Bösartigkeit der Öffentlichkeit – die oft über gesunden Menschenverstand und Gerechtigkeitssinn verfügt –, bereits den ‚Turm zu Babel‘ nennt.“

Wer damit leben kann, in einer Schlange zu stehen, dieses Büchlein hat die perfekte Anstehlänge und ist sicherlich das Beste und Anspruchsvollste, womit man sich die Zeit vertreiben kann, bis man von oben die Aussicht über die Stadt der Liebe bewundern kann.

Mit Djuna Barnes Biografie ausgestattet sind wir dann durch das Paris der 20er Jahre spaziert. Das ist die Zeit, die ich wohl wählen würde, sollte mich eine Zeitreisemaschine mal per Anhalter mitnehmen.

Djuna Barnes (1892 – 1992) war eine bekannte Persönlichkeit der Pariser Left Bank und in lesbischen Kreisen der Zwanziger und Dreißiger Jahre. Fields Autobiografie beschäftigt sich ausführlich mit Barnes Familienleben, ihrer Herkunft und es ist vielleicht auch notwendig, soviel über ihre Wurzeln zu erfahren, um die Schriftstellerin, Journalistin, Dichterin besser verstehen zu können.

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Foto: Rhys Tranter

Heute ist sie hauptsächlich für ihren Roman „Nightwood“ bekannt, den ich ehrlich gesagt nie fertig gelesen habe, da ich damals zumindest partout keinen Zugang zu dem Werk gefunden habe. Bei einem der vielen Umzüge ist mir „Nightwood“ leider abhanden gekommen, es wäre die passende Begleitlektüre gewesen. Trotz meiner Schwierigkeiten mit ihrem Werk (bei ihren Gedichten tue ich mich sichtlich leichter) übt Barnes auch heute noch eine ziemliche Faszination auf mich aus.

Die Biografie ist die faszinierende Dokumentation einer inspirierenden Persönlichkeit, die eine Vorreiterin des modernen Feminismus war in vielerlei Hinsicht. Die Frauen der Left Bank, zu denen auch Djuna Barnes gehörte, glaubten an ihr Recht auf kreative Selbstbestimmung und auf ihr Recht so zu leben, wie sie es für richtig hielten.

Wer speziell an Djuna Barnes interessiert ist, dem kann ich Andrew Fields‘ Biografie empfehlen, wobei ich ihn stellenweise dröge fand. Zugänglicher und spannender geschrieben fand ich Andrea Weiss‘ Buch „Paris was a Woman„, das ich vor einigen Jahren gelesen habe.

Natürlich kann man nicht durch Paris spazieren ohne den Cafés einen Besuch abzustatten, die Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, Albert Camus und all die anderen aus der Existentialisten-Clique frequentierten. Ein literarischer Spaziergang entlang der rive gauche ist natürlich auch für uns ein absolutes Muss.

Nach so viel Spaziergang musste dann aber jetzt dringend ein Glas Rotwein und eine Baguette her. Wie gut, dass die Muenchner Kuechenexperimente stets genau dann Proviant hervorzaubern können, wenn die Truppe schon halb am verhungern ist:

Zutaten für 2-3 Baguettes (je nach Größe):

500 g Weizenmehl

350 ml lauwarmes Wasser

10g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe (ich habe Trockenhefe genommen)

1,5 TL Salz

Zubereitung:

Alle Zutaten miteinander vermengen und in der Küchenmaschine zu einem glatten Teig kneten. Den Teig abgedeckt 1 Stunde lang bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Anschließend in 2 oder 3 gleichgroße Stücke teilen, je nachdem, wie groß ihr eure Baguettes haben wollt. Ich habe 2 Stücke draus gemacht. Die Stücke jeweils zu gleich langen Rollen formen und entweder auf ein Baguette-Backblech oder ein mit Backpapier ausgelegtes normales Backblech geben. Die Baguettes nochmal 30 Min. gehen lassen. Mit einem Messer anschließend mehrfach schräg leicht einschneiden. 

Den Backofen auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Auf die unterste Stufe eine Fettpfanne einhängen, die mit Wasser gefüllt ist. Diese kurz mit aufheizen lassen. Das Blech mit den Baguettes auf zweite Schiene von unten einhängen und für 10 Minuten backen. Dann die Fettpfanne mit Wasser entfernen und die Baguettes nochmal für 10 Minuten weiter backen

Unsere Film-Empfehlung für das passende Paris-Feeling ist Amélie:

Morgen geht es mit dem TGV weiter nach Brüssel. Wir hoffen, ihr seid wieder dabei ?

Buenavista Havanna Club


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Foto: Spencer Everett

Havanna ist eine Stadt, die von der Geschichte unberührt zu sein scheint, und doch hat sie eine reiche und faszinierende Geschichte. Wendy Guerra übernahm die Stadtführung für uns und zeigte uns einen Ort, der im seiner 5 Jahrhunderte alten Geschichte von vielen unterschiedlichen Quellen beeinflusst wurde und dabei ihre eigene Einzigartigkeit bewahrt hat.

Unsere Tour war der Beginn einer wahrscheinlich lebenslangen Liebe zu dieser spannenden Stadt. Wir fuhren an El Capitolio vorbei, Havannas ehemaligem Regierungssitz, der dem Capitol Building in Washington DC zum Verwechseln ähnlich ist (beide Gebäude wurden wiederum vom Panthéon in Paris inspiriert).

Wir kamen am El Floridita (Hemingways ehemaligem Stammlokal), dem Gran Teatro de La Habana (das wie eine Sandburg aussieht und das kubanische Nationalballett beherbergt), dem Museo de la Revolución, das in der ehemaligen offiziellen Residenz der Präsidenten Kubas vor der Revolution untergebracht ist, und dem wunderschönen Central Park (Parque Central) vorbei; wir entdeckten das Art-Deco-Bacardi-Gebäude (ja genau, der Rum); Havannas Kunstmuseum; Calle Obispo (eine Straße, in der Sie unbedingt einen Drink genießen sollten, wie wir es gemacht haben, pünktlich zum Sonnenuntergang und dann ging es zu den atemberaubendsten Plätze die wir je gesehen haben – Plaza Vieja, Plaza de la Catedral, Plaza de Armas, bevor wir wieder am Parque Central in Alt-Havanna ankamen und uns zu einem ausgiebigen Abendessen niederließen und uns eine kubanische Bowl bestellten.

Auch hier fragten wir freundlich nach dem Rezept für zu Hause:

Kubanisch angehauchte Bowl für 2 Personen:

1 große Kochbanane

1 Dose schwarze Bohnen oder 80 g getrocknete schwarze Bohnen

1 Paprika

1 Handvoll Pilze

1 kleine Zwiebel

1 Avocado

Öl

Paprikapulver, Chili, Salz

Zubereitung

Die schwarzen Bohnen, wenn sie getrocknet sind, für 12 Stunden in Wasser einweichen lassen. Dieses dann abgießen und die Bohnen für ca. 45 Min. in einem Topf mit Wasser kochen. Achtung – Salz erst kurz vor Schluss zugeben, sonst werden sie nicht weich.

In der Zwischenzeit die Kochbanane in Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben und mit etwas Öl und den Gewürzen vermengen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und für 15 Min. backen. Nach der Hälfte einmal wenden.

Paprika, Pilze und Zwiebeln kleinschneiden und in etwas Öl in einer Pfanne anbraten. Mit Paprika, Salz und Chili würzen. Alles miteinander servieren und dazu eine halbe Avocado reichen.

Foto: Jeison Higuita

Natürlich mussten wir auch einen Buchladen stürmen: Das Cuba Libro, ein Café und Buchladen in Havannas Stadtteil Vedado, wurde 2013 vom amerikanischen Journalisten Conner Gorry gegründet. Bis heute ist es die einzige englischsprachige Buchhandlung auf der Insel und erfüllt eine wertvolle Rolle in der Gemeinschaft. 

Die Bücher, die im Cuba Libro angeboten werden, reichen von bekannten literarischen Figuren wie Fitzgerald, Bukowski und Nabokov bis hin zu Titanen der Popkultur wie Game of Thrones, Harry Potter und The Girl with the Dragon Tattoo. Laut Gorry wird der Raum auch von Gewerbetreibenden wie Köchen, auf der Suche nach Rezepten, Trainern auf der Suche nach Sports Illustrated und Designern nach Einrichtungsmagazinen aufgesucht. Das Cuba Libro ist jedoch weit mehr als ein Ort, an dem man Bücher kaufen kann. Es betreibt einen Coffeeshop, bietet kostenlose Kulturveranstaltungen an und hat einen großen Garten, in dem Besucher kommen und so lange lesen können, wie sie wollen. 

Foto: Jan Mellstrom

Die Bars in Havana sind einzigartig und wir probierten uns gefühlt durch alle verfügbaren Rumsorten, von denen wir die besten natürlich einpacken mussten zusammen mit ein paar guten Zigarren und einem schicken Strohhut für jeden.

Wir organisierten eine Lesung von Graham Greenes „Our Man in Havana“ im El Floridita, wo rotgeschürzte Barkeeper hinter der langen Theke Daiquiris und Martinis mixen. 

Hemingways alkoholgetränkte Liebesaffäre mit Havanna ist legendär geworden; Graham Greenes Assoziation mit Kuba ist jedoch mit der Zeit irgendwie verblasst, obwohl er zwischen 1954 und 1966 mehrmals dort war und einen Drink genauso liebte wie Hemingway. Wenn man genau hinschaut in den Bars und Cafés der kolonialen Hauptstadt wird man immer mal wieder Besucher sehen, die „Unser Mann in Havanna“ lesen.

Der Roman spielt in den späten Fünfzigerjahren, als Havanna eine mondäne Welt voller mafiöser Kasinos, Hinterhofkinos und schier endlosen Daiquiries war. Fidel Castro änderte das, indem er zuerst Präsident Fulgencio Batista stürzte und dann die Roulettetafeln und die weniger gemütlichen Elemente der Stadt über Bord warf. 

Aber die Bars, die damals die Freier anlockten, haben überlebt. Hotels aus der Zeit der kubanischen Revolution und verschiedene Buch- und Filmschauplätze sind in ihrer ganzen zerfledderten Schönheit immer noch in Havannas geschichtsträchtigen Straßen zu finden. 

Greenes Spionage-Satire kam Ende Dezember 1959 in die Kinos, mit Noël Coward in der Hauptrolle als britischer Geheimdienstchef Hawthorne, der den glücklosen, mittellosen Staubsaugervertreter Wormold (Alec Guinness) als Mann des Geheimdienstes in Havanna rekrutiert.

Aus Angst, seinen lukrativen Geheimdienst-Job zu verlieren, ist Wormold gezwungen, Unteragenten zu erfinden und Geheimdienstberichte über verrückte Militäranlagen in den Bergen zu erstellen. Diese von Wormold skizzierten Militäranlagen, die auf seinem neumodischen Atomic Pile Staubsauger basieren, waren nur kurz vor Kubas echter Raketenkrise 1962 eine echt vorausschauende Idee.

Hawthorne weist Wormold an, sich in Zimmer 501 im historischen Hotel Sevilla ist der Ort in dem sich Hawthorne mit Wormwold treffen will „um den Official Secrets Act zu unterschreiben – man kann noch heute eine Gedenktafel vor dem Zimmer 501 entdecken. 

Graham Greenes „Our Man is Havana“ ist Pflichtlektüre für jeden Havana-Reisenden. Empfehlen möchten wir auch die gleichnamige Verfilmung des Buches aus dem Jahr 1959:

Der Abschied aus Havana fiel uns irre schwer. Wir werden die Musik, die Menschen, das Meer und die Sonne sehr vermissen – aber vor uns liegt eine entspannende Schiffreise zurück in die Alte Welt. Wir nehmen Kurs auf Frankreich um die Hauptstadt der Liebe und der Croissants zu besuchen. Kommt ihr mit nach Paris?

Don’t cry for me Argentina

Diese Woche führt uns die literarisch-kulinarische Weltreise nach Argentinien.

Bei strahlendem Sonnenschein landeten wir wie geplant in Buenos Aires. Die Hotelzimmer waren schnell bezogen und nach kurzem Frischmachen starteten wir direkt mit unserer Stadtführung. Dafür hatte sich eigens Pola Oloixarac für uns Zeit genommen, eine großartige Autorin, deren SciFi Roman „Kryptozän“ ich hier vor einer Weile bereits vorstellte.

In Buenos Aires vermischt sich europäisches Erbe mit feurigem lateinamerikanischen Charme zu kosmopolitischer Klasse. Als politisches und kulturelles Herz des Landes ist Buenos Aires der perfekte Startpunkt um Argentinien zu erkunden – Pola ließ uns Yerba-Mate-Tee in einem lokalen Café probieren, wir versuchten mit ihr Tango zu lernen, ließen uns ein saftiges Asado (Steak) schmecken und der eine oder andere ließ sich auch überreden, bis zum Morgengrauen zu feiern.

Wir besuchten die Metropolitan Cathedral, die ehemaligen Kathedrale von Papst Franziskus, besuchten die bunten Häuser des Viertels La Boca, in dem das Fußballstadion La Bombonera steht und ließen uns in der schicken Palermo-Zone zu einem gemütlichen und äußerst leckeren Mittagessen nieder.

Mit einer Gruppe lesewütiger Menschen geht es natürlich gar nicht anders, natürlich plante Pola als Hauptattraktion einen Spaziergang auf den Spuren Jorge Luis Borges‘ ein.

Jorge Luis Borges ist eine der wichtigsten Figuren der argentinischen Literatur und wohl einer der einflussreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Geboren in Buenos Aires, spielte die Stadt für Borges in vielen seiner Geschichten eine wichtige Rolle. Dies sind einige der Orte, die entweder in seinen Erzählungen vorkommen oder den großen argentinischen Schriftsteller auf die eine oder andere Weise inspirierten.

Borges lehrte von 1956 bis 1970 englische Literatur an der Fakultät für Philosophie und Literatur der Universität von Buenos Aires (Viamonte 340), die sich mitten im Stadtzentrum befand. Nur wenige Gehminuten von dort entfernt befindet sich das ehemalige Gebäude der Nationalbibliothek, ein Beaux-Arts-Palast, in dem Borges 18 Jahre lang als Direktor tätig war.

Ein Rundgang durch Borges‘ Buenos Aires wäre nicht komplett, ohne seine „Hoods“ in der Innenstadt und in San Telmo zu besuchen. Er pflegte lange Spaziergänge in San Telmo zu machen, die viele seiner berühmtesten Werke inspirierten, wie zum Beispiel die Kurzgeschichte „Der Aleph“. In der Straße Tucumán 840 befindet sich eine Gedenktafel zu Ehren seines inzwischen abgerissenen Geburtshauses, und in der Straße Maipú 994 steht das Gebäude, in dem er seine letzten Jahrzehnte verbrachte. Buenos Aires ist definitiv die Hauptstadt der Buchhandlungen. Die argentinische Liebe zu Büchern ist auf eine Reihe von Gründen zurückzuführen, einschließlich eines Zustroms von gut belesenen europäischen Einwanderern im späten 19. Jahrhundert, einer sehr vorteilhaften Steuerbefreiung für Literatur und die Argentinien kaufen Bücher nur sehr ungern online und haben auch nicht wirklich eine Affinität zu elektronischen Lesegeräten entwickelt..

El Ateneo Bookstore | © Nan Palmero/Flickr

Jedes Jahr am 24. August, dem Jahrestag von Borges‘ Geburtstag, begeben sich Borges-Fans auf Pilgertour durch die Stadt und besuchen die Orte die das Leben und Werk von Jorge Luis Borges geprägt haben.

Buenos Aires schläft selten und auch wenn die Füße weh tun und die man von Steak und Malbec ermattet am liebsten auf dem Hotelbett Siesta machen möchte, man muß die Gelegenheit einfach nutzen und die vielen großartigen Restaurants, die Alleen, die Architektur, Plätze und Museen zu erkunden.

Auch die ausschweifenste Tango-Nacht hat leider irgendwann ein Ende und beladen mit dicken Bücherpaketen, Malbec-Kisten und Tango-CDs mussten wir uns von Pola verabschieden um uns auf den Weg zum Schiff um uns auf den Weg nach Havanna zu machen.

Literaturtipps für alle die Lust auf Argentinien bekommen haben:

Filmtipp diese Woche ist „The Secret in their eyes“:

Sehen wir uns nächste Woche in Havanna?

First we take Manhattan

„To me the outdoors is what you must pass through in order to get from your apartment into a taxicab.”

Foto: Clay Banks @ Unsplash

Los geht es mit unserer literarisch-kulinarischen Weltreise! Glücklicherweise haben Sie alle Ihre Koffer gepackt, sind rechtzeitig an und nicht über Board gegangen und konnten unsere Überfahrt in vollen Zügen genießen.

Im Rahmen Ihrer gebuchten Halbpension erhalten Sie heute einen Klassiker der New Yorker Küche – das Clubsandwich! Was Sie über das Clubsandwich vielleicht noch nicht wussten ist, dass es seinen Namen dadurch erhalten hat, dass es früher immer in privaten Clubs serviert wurde. Wir präsentieren Ihnen heute eine moderne Variante des Klassikers – nicht minder edel wie in den privaten New Yorker Clubs…

Damit Sie auch nach unserer Weltreise immer wieder an Ihren kleinen, privaten Club denken, nehmen Sie sich gern das Rezept mit:

Für 2 Personen:

4 Scheiben helles Brot

1 Tomate

1 Avocado

1 Räuchertofu

Romanasalat

(Kräuter-)Mayonnaise

Öl zum Braten des Tofus

Tofugewürzmischung z.B. von Fuchs (alternativ Kreuzkümmel, Koriander und Kurkuma mischen)

Zubereitung:

Den Tofu einmal in der Mitte waagerecht durchschneiden, beide Hälften dann von beiden Seiten mit Tofugewürz oder selbstgemachter Gewürzmischung einreiben und in einer Grillpfanne mit etwas Öl von beiden Seiten anbraten.

Den Tofu herausnehmen. Jetzt die Brotscheiben belegen: Dazu das Brot mit Mayonnaise bestreichen, ein Romanasalatblatt drauflegen, gefolgt von einer Scheibe Tofu, etwas Avocado und Tomatenscheiben. Dann die zweite Brotscheibe als Deckel drauf und alles mit einem Zahnstocher zusammen halten. Das Brot dann in die Pfanne legen, ggf. noch etwas Öl zufügen und braten, bis das Brot leicht gebräunt und knusprig ist. Dann umdrehen und die zweite Seite braten.

Kann man sich eine bessere Reiseführerin als Fran Lebowitz vorstellen? Es ist ja bekannt, wie charmant sie Tourist*innen findet und ein kurzer Anruf genügte daher und sie stand uns einen ganzen Tag lang zur Verfügung. In Frans prägnanten Kritiken des modernen Großstadtlebens steckt der Geist des Big Apples. Im Herzen ihres bissigen Witzes steckt die pure Liebe zum New Yorker Dasein.

New York City, offiziell City of New York, auch Big Apple genannt, ist die größte und einflussreichste amerikanische Metropole und umfasst die Inseln Manhattan und Staten Island, die westlichen Teile von Long Island und einen kleinen Teil des Festlands des Bundesstaates New York nördlich von Manhattan. New York City ist eine Ansammlung von vielen Vierteln, die über die fünf Stadtbezirke Manhattan, Brooklyn, Bronx, Queens und Staten Island verstreut sind und jeweils ihren eigenen Lebensstil haben. New York ist die bevölkerungsreichste und internationalste Stadt des Landes. New York ist das Tor zur Welt und wer sich hier langweilt, dem ist nicht mehr zu helfen. Hier befindet sich das Epizentrum der Kunst, es ist die Hauptstadt des Essens und des Einkaufens, der Nachtclubs und in jeder Hinsicht ein absoluter architektonischer Darling.

Fran ließ es sich natürlich nicht nehmen, uns durch ihre Lieblings-Buchläden zu schleppen um die ultimativen New York Lesetipps für unsere Daheim gebliebenen Leser*innen zu finden. So international wie die Stadt sind auch ihre Empfehlungen.

Für frankophile New York Fans empfehlen wir Françoise Sagans charmante persönliche New York Erlebnisse „Bonjour New York“.
Für Leute, die mit bösem Humor umkönnen, die Essays „Metropolitan Life“ von der Meisterin Fran Lebowitz persönlich.
Für Leute die mit europäischem Blick auf das New York der 1960er Jahre schauen wollen, empfehlen wir „Fähre nach Manhattan“ von Armin Thurnher.

So schwer uns der Abschied auch fällt, wenn wir noch länger bleiben, muss die Hälfte der Reisegruppe Übergepäck zahlen und wir haben noch so viele Stationen vor uns. Ein letzter Blick auf die Brooklyn Bridge und schon checken wir ein und machen uns auf den Weg nach Buenos Aires. Wir freuen uns sehr auf euch. Hasta la Vista – bis nächste Woche.

Hier unser Film-Tipp für das ultimative New York Feeling:

Literarisch-Kulinarische Weltreise

Haben Sie auch langsam Hummeln und Po und vermissen die Ferne, das Fliegen, das Erkunden der Welt? Für alle die eventuell auch dieses Jahr auf Auslandsurlaube verzichten müssen, bieten wir allen Freund*innen des Bingereader Blogs in Kooperation mit den Münchner Küchenexperimenten eine einzigartige Gelegenheit:

Kommen Sie mit uns auf Weltreise! Wir reisen in ca 80 Tagen um die Welt, natürlich ausschließlich Luxusklasse! Wir nehmen Flugzeuge, U-Boote, Zeppeline, Eisenbahnen, Busse, Straßenbahnen und Schiffe. Keine Ecke der Welt bleibt unentdeckt – ich hoffe Sie sind schwindelfrei! Also packen Sie den Rucksack (leichtes Gepäck!), vergessen sie nicht den Impfpass und die Badehose.

Wir starten am Freitag und beginnen unsere Reise direkt in Übersee. Verpassen Sie diese einmalige Gelegenheit auf keinen Fall – buchen Sie umgehend ein Ticket. Wir erwarten Sie hier am Freitag um 9.00. Wir starten pünktlich mit dem Flieger nach New York.

Unterwegs werden Sie mit den köstlichsten landestypischen Gerichten verpflegt – die Münchner Küchenexperimente lassen es wie üblich an nichts mangeln. Die edelsten Restaurants wurden gefunden, die besten Rezepte getestet, sie werden nur die erlesensten Speisen und Getränke serviert bekommen.

Wer Überraschungen liebt, der schließe jetzt die Augen – für den Rest kommt hier unsere Reiseplanung für die nächsten 80 Tage:

New York – Buenos Aires – Havanna – Paris – Brüssel – Amsterdam – Berlin – Wien – Luzern – Venedig – Mallorca – Andorra – Istanbul – Jerusalem – Kabul – Isfahan – Kairo – Accra – Mumbai – Lhasa – Peking – Naypyidaw – Tokio – Moskau – Stockholm – London – Stornoway

Von Stornoway geht es dann in etwa 80 Tagen per Zeppelin direkt nach Hause. Buchen Sie jetzt, wir fliegen pünktlich um 9.00 Uhr morgens los, wer nicht da ist, verpasst den Trip seines Lebens.

Wir freuen uns auf unseren ersten literarisch-kulinarischen Stop in New York.

Zur Einstimmung empfehlen wir folgende Lektüre:

Around the World in Eighty Days ist der ursprüngliche Steampunk! Es wurde erstmals 1873 von Jules Verne veröffentlicht und die Leser freuten sich monatlich auf die neue Ausgabe mit einer neuen Geschichte.

Jedes Kapitel hat daher seinen eigenen Cliffhanger. Die Figur des Phileas Fogg ist zum stoischen Archetyp für den coolen Gentleman-Reisenden geworden, der jedem Abenteuer mit schwarzem Humor und einer steifen Oberlippe begegnet. Die Geschichte ist natürlich ein wenig albern und kindisch, aber auch ziemlich rasant und auch über hundert Jahre später noch eine spannende Lektüre. Ein interessanter Aspekt der Geschichte ist das Porträt des amerikanischen Westens in den 1870er Jahren aus europäischer Sicht.

Die Idee für die Geschichte stammt von der tatsächlichen Reise eines exzentrischen Mannes aus Boston, George Francis Train. (er nannte sich „Citizen Train“). Der findet sich sogar auf Wikipedia – schauen Sie ruhig einmal nach.

Problematischer ist da sicherlich, wie stark der Roman aus dem Blickwinkel kolonialistischer Überlegenheitsphantasien durchdrungen ist:

„Der Dampfer fuhr in der Nähe des Ufers vorbei, aber die wilden Papuas, die auf der untersten Stufe der Menschheit stehen, aber nicht, wie behauptet wurde, Kannibalen sind, zeigten sich nicht.

In ähnlicher Weise beschreibt er Punjabis, Chinesen und amerikanische Ureinwohner 😦 Das Buch ist eine schamlose Feier des britischen Empire in seiner Blütezeit und Mr. Verne war ein ziemlicher Anglophiler. Er lobt ständig Phileas Foggs Englishness (seine Ehre und seinen Stoizismus) und schimpft über Passepartouts Frenchness (schwatzhaft, emotional). Natürlich gibt es auch einen Dame, Aouda, die immer wieder die Jungfrau in Nöten ist, die der tapfere Phileas Fogg wiederholt retten kann.

Als Jules Vernes ein kleiner Junge war, lief er von zu Hause weg und versuchte, sich an Bord eines Schiffes zu schmuggeln, um die Welt zu umsegeln und den Abenteuern von Robinson Crusoe zu folgen, einem Buch, das er gelesen hat und bewunderte. Er wurde erwischt und versprach seiner besorgten Mutter, dass er von nun an nur noch in seinen Träumen reisen würde, nun dieses Versprechen hielt er ziemlich wortgetreu ein. Ähnlich wie Karl May reiste er nur selten, er zog es vor, sich mit Büchern zu umgeben und die Karten und Länder in seinen Bücher zu erforschen, das lästige Rausgehen und Hinreisen erübrigte sich für ihn.

Also – Jules Vernes zu lesen kann auch heute noch Spaß machen, aber die Bücher müssen in ihrem historischen Kontext und mit kritischem Geist gelesen werden.

Sind Sie dabei ? Möchten Sie ein Ticket? Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen und Reiselustige mit großem Hunger.

Große gemischte Tüte

Ian McEwan ist der Naturwissenschaftler unter den Romanautoren. Immer wieder beschäftigt er sich in seinen Werken damit, woher die menschliche Erkenntnis kommt, wie zugänglich die Erkenntnisse der Wissenschaften für uns Leser sind, gibt es eine universelle menschliche Natur? In diesem Bändchen finden sich fünf Essays, die sich mit Wissenschaft, Literatur und Religion beschäftigen.

My own particular hero is E.O. Wilson” sagte der britische Schriftsteller Ian McEwan einmal in einem Interview. Es mag etwas überraschen, dass der „Held“ eines Literaten kein Dichter oder Romancier ist, sondern ein amerikanischer Biologe, der für die Entwicklung der Soziobiologie, einer Verschmelzung von Natur- und Sozialwissenschaften, berühmt ist. Doch wenn man sich McEwans Werk ansieht, wird deutlich, dass er zwar selbst ganz klar Literat ist, sich aber sehr für wissenschaftliche Themen interessiert. Für seine Romane Saturday und Enduring Love wählte er sogar zwei Wissenschaftler als Protagonisten, die der Erzählung ihr rational-wissenschaftliches Weltbild aufdrücken. Gleichzeitig geraten beide Protagonisten in einen Konflikt mit der Literatur.

„Über die Entstehung, in dreizehn Monaten geschrieben, ist das Resultat einer enormen intellektuellen Anstrengung: ausgereifte Einsichten, umfassendes Wissen und präzise Beobachtungen, die Darbietung aller Fakten, die Erläuterung geradezu unwiderleglicher Argumente im Dienste einer profunden Kenntnis natürlicher Abläufe. Darwins Zögern, gegen Emmas religiöse Überzeugungen zu verstoßen, den theologischen Gewissheiten seiner Kollegen zu widersprechen oder sich in der unpassenden Rolle eines Bilderstürmers wiederzufinden, eines radikalen Abweichlers in der viktorianischen Gesellschaft – all diese Bedenken warf er über den Haufen, weil er fürchtete, jemand anderes könne ihm zuvorkommen und die Anerkennung für Überlegungen einheimsen, die er für die seinen hielt.“

Darwin bildet ein wenig den roten Faden zwischen den einzelnen Vorträgen bzw. Artikeln, bzw. der Vergleich der Arbeit eines Wissenschaftlers mit der eines Autors, dennoch stehen die Essays in keinem bestimmten zeitlichen oder inhaltlichen Bezug zueinander. Trotzdem habe ich sie sehr gerne gelesen – eine sehr anregende Lektüre, die mich dazu bringt, dieses Jahr aber wirklich endlich Darwins „The Origins of Species“ zu lesen, das schon viel zu lange ungelesen in meinem Regal steht.

Ich danke dem Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

Gilbert hat einen Alptraum, indem seine Frau untreu ist, er erwacht schwer empört und konfrontiert sie im Laufe des Tages mit ihrer Untreue. Sie jedoch leugnet jegliche eheliche Abschweifung, woraufhin er von ihrer Untreue weiterhin tief überzeugt, seine seine Tasche packt, seinen Pass nimmt, zum Flughafen fährt und den erstbesten verfügbaren Interkontinentalflug bucht. Er landet in Tokio, wo Gilbert – ein Forscher in Sachen Bart – versucht, ein Gespräch mit einem seltenen jungen Japaner anzufangen, der erste, den er sieht, der einen kleinen Bart trägt. Yosa war gerade im Begriff, Selbstmord zu begehen, aber als Gilbert ihn anspricht, verbietet es die Höflichkeit, mit seinem Plan fortfahren. Ausgestattet mit zwei Büchern, Bashos berühmtem Reiseführer über das Hinterland Japans und einem japanischen Selbstmord-Handbuch, beginnen die beiden Männer eine Reise durch Japan auf der Suche nach den seit Basho bedichteten berühmten Kiefern.

Über den Weg, der neben dem Schild vom Hauptweg abzweigte, spannte sich ein dünner Faden, der offenbar eine Sperre versinnbildlichen sollte. Yosa hob das Sinnbild an, bückte sich darunter durch, und Gilbert tat es ihm gleich, auf einmal von heißem Trotz gegen eine Maßregelung durch schlaffe Bindfäden erfüllt. Sie brauchen ihm jetzt wirklich nicht mit der Albernheit zu kommen, ihn mittels Bindfäden gängeln zu wollen, er hielt sich an ausreichend viele Vorschriften, wenn auch widerstrebend, und bei einem Waldspaziergang benötigte er keine Kontrolle und keine Bevormundung. Er überholte Yosa und stapfte wütend den Pfad entlang durch unübersichtliches, verbotenes Gebiet.

Der Roman ist ein kleines Meisterwerk. Witzig, skurril, großartig beobachtet. Ich weiß nicht, wie Poschmann es geschafft hat, sie fängt mit atemberaubender Perfektion exakt die verwirrende Erfahrung ein, die einen als Besucher des Landes permanent begleitet. Ich hatte vor der Lektüre schon eine Ahnung, dass es mir gefallen könnte, aber es dürfte eines der Highlights des Jahres sein, kann es nur jedem ans Herzen legen und je weniger man vorher über den Roman weiß, desto besser glaube ich.

Marion Poschmann erzählt in „Nimbus“ von den Verheerungen, denen die Natur durch den Menschen ausgesetzt ist. Ihre poetischen Illuminationen lassen die Magie der Natur sinnlich werden. Diese Gedichte haben eine unfassbar schöne Rhythmik und die Sprache malt passende atmosphärische Bilder dazu. Ich habe keine Ahnung, wie man Gedichte bespricht, daher einfach nur: Kauft diesen Gedichtband, lasst euch hineinfallen und legt ihn nie zu weit außer Reichweite, ihr werdet immer wieder einmal darin lesen wollen!

Farnfraktal – wie Flügel gegen sinkendes Abendlicht.
Und wir, wir wichen schüchtern den Schritt zurück
ins Dunkle, wo die Farnspiralen
ausharrten, dicht in sich eingewunden,

genügsam, lautlos. War ich denn jemals so –
so eingerollt in mich, völlig eingehegt
in Wald, der an mich grenzte, Wald, der
Gegenfarn bildete, größer, stiller.

Diese erstaunliche Frau führte ein sehr beeindruckendes Leben. Anne Beaumanoir war im Zweiten Weltkrieg im kommunistischen Widerstand gegen die Nazi-Besatzung Frankreichs, half vielen ihrer jüdischen Mitmenschen dem Nazi-Terror, der Gefangenschaft und dem sicheren Tod zu entkommen, arbeitete als Neurologin, war im algerischen Unabhängigkeitskampf gegen den französischen Kolonialismus aktiv und wurde dafür zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, lebte viele Jahre in Tunesien und Algerien im Exil und half in den Anfangsjahren der algerischen Unabhängigkeit beim Aufbau des algerischen Gesundheitssystems. Heute ist sie 97 Jahre alt und traf bei einer Veranstaltung auf die Autorin Anne Weber, der sie ihr Leben erzählte.

„Zu lange waren Angst Erschöpfung Einsamkeit
ihre einzigen Begleiter. Sie kann nicht mehr. Im
Parc Monceau findet sie, statt der Ruhe, die sie sucht,
eine noch nie empfundene Beklemmung. Kein
Mensch in dieser großen Stadt, die sie mit kleinen
Schritten monatelang durchmessen hat, von der sie
jeden Winkel, jeden Außenbezirk kennt, kein Mensch,
der sich im Geringsten um sie schert, der sie was fragt
oder sich vielleicht Gedanken um sie macht, nichts,
niemand – Leere. Hat Kommunismus nicht mit
Gemeinsamkeit zu tun? Als sie noch handelte und
etwas Sinnvolles vollbrachte – etwas, wovon sie
hoffte, dass es sinnvoll war -, da ging es noch. Und
jetzt?

Die Form erhebt Beaumanoir in die Höhen einer griechischen Heldin, aber gleichzeitig macht der Inhalt sie zu einer sehr modernen Figur, die nicht nur durch die Zeit in der sie lebte geformt wurde, sondern die sich auch mit Fragen wie Identität und Ideologie beschäftigte. Die Sprache ist poetisch, aber, in Anbetracht der Form, nicht sehr stilisiert und sehr zugänglich. Die ganze Mischung ist ein überaus fesselndes Erlebnis.

In The Heat of the Day erschafft Elizabeth Bowen auf brillante Weise die angespannte und gefährliche Atmosphäre Londons während der Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs.

Viele Menschen sind aus der Stadt geflohen, und diejenigen, die zurückgeblieben sind, finden sich in einer seltsamen, aus der Krise geborenen Intimität zusammen. Stella Rodney ist eine von denen, die sich entschieden haben, zu bleiben. Aber für sie wird das Gefühl der bevorstehenden Katastrophe plötzlich sehr persönlich, als sie entdeckt, dass ihr Geliebter Robert verdächtigt wird, Geheimnisse an den Feind zu verkaufen, und dass der Mann, der ihn verfolgt, Stella als Preis für sein Schweigen zu seiner Geliebten machen will. Gefangen zwischen diesen beiden Männern und nicht sicher, wem sie glauben soll, gerät Stellas Welt aus den Fugen, als sie erfährt, wie wenig wir wirklich über die Menschen um uns herum wissen können.

„Beide waren in ihrem Element, und als sie sich kennenlernten gleich noch viel mehr. Es war typisch für dieses Leben im Augenblick und um des Augenblicks willen, daß man Menschen gut kannte, ohne allzuviel von ihnen zu wissen. Das Vakuum hinsichtlich der Zukunft entsprach dem Vakuum hinsichtlich der Vergangenheit; Lebensgeschichten wurden als unnützer Ballast abgeworfen, und aus verschiedenen Gründen kam das sowohl ihr als auch ihm entgegen.“

Bowen hat einen ungewöhnlichen Schreibstil, der mich immer wieder mal an Virginia Woolf erinnerte. Manchmal kamen die Worte geradezu in Maschinengewehrsalven auf einen zu, dann wieder ihre Sätze fast träge wie wie ein schwüler Spätsommertag. Dies ist mein erster Roman von Elizabeth Bowen, aber sicher nicht meine letzter. Der Roman ist eine spannende Mischung aus Noir-Spionage mit einem Spritzer Liebesroman.

Dieses kleine Buch wurde 1938 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht und wurde noch zu Lebzeiten der Autorin zum Klassiker. Die Erstveröffentlichung hat wegen der darin enthaltenen Wahrheiten – und der Warnungen – immer wieder an Popularität gewonnen.

A short time before the war, some cultivated, intellectual, warmhearted German friends of mine returned to Germany after living in the United States. In a very short time they turned into sworn Nazis. They refused to listen to the slightest criticism about Hitler. During a return visit to California, they met an old, dear friend of theirs on the street who had been very close to them and who was a Jew. They did not speak to him. They turned their backs on him when he held his hands out to embrace them. How can such a thing happen? I wondered. What changed their hearts so? What steps brought them to such cruelty?

These questions haunted me very much and I could not forget them. It was hard to believe that these people whom I knew and respected had fallen victim to the Nazi poison. I began researching Hitler and reading his speeches and the writings of his advisors. What I discovered was terrifying. What worried me most was that no one in America was aware of what was happening in Germany and they also did not care. In 1938, the isolationist movement in America was strong; the politicians said that affairs in Europe were none of our business and that Germany was fine. Even Charles Lindbergh came back from Germany saying how wonderful the people were. But some students who had returned from studying in Germany told the truth about the Nazi atrocities. When their fraternity brothers thought it would be fun to send them letters making fun of Hitler, they wrote back and said, “Stop it. We’re in danger. These people don’t fool around. You could murder one of these Nazis by writing letters to him.”

So erklärte Kathrine Kressmann Taylor die Inspiration zu „Adresse unbekannt“, das heute als eines der grundlegenden Werke der Anti-Nazi-Literatur gilt. Ursprünglich 1938 veröffentlicht, wurde die Kurzgeschichte in Form eines Briefwechsels auf dem Höhepunkt des Aufstiegs des Nationalsozialismus in Deutschland zwischen zwei Geschäftspartnern und Freunden geschrieben. Martin, der kürzlich nach Deutschland zurückgekehrt ist, wird nach und nach von der Nazi-Ideologie indoktriniert, sein Freund Max ist Jude, der in Amerika zurückgeblieben ist, um das Geschäft weiterzuführen.

Die Geschichte beschäftigt sich mit den Themen Fanatisierung, Faschismus und Rache und wie leicht der Spieß auch umgedreht werden könnte, wenn man andere verunglimpft. Leider ist dieses Buch auch heute noch so relevant wie eh und je, wo faschistische Ideale wieder auf dem Vormarsch sind und durch Social Media leicht verbreitet und akzeptiert werden.

Ich hoffe, in dieser gemischten Tüte war etwas dabei für euch? 6 sehr unterschiedliche, aber allesamt überaus empfehlenswerte Bücher die ich euch ans Herz legen möchte.

Hier noch einmal in der Übersicht:

  • Erkenntnis und Schönheit von Ian McEwan erschienen im Diogenes Verlag
  • Die Kieferninseln von Marion Poschmann erschienen im Suhrkamp Verlag
  • Nimbus von Marion Poschmann erschienen im Suhrkamp Verlag
  • Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber erschienen im Matthes & Seitz Verlag
  • In der Hitze des Tages von Elizabeth Bowen erschienen im Schöffling Verlag
  • Adressat unbekannt von Kressmann Taylor erschienen im Rowohlt Verlag

Was ich mochte – 2020

Ich lasse es an dieser Stelle, eine Bemerkung über diese Shitshow eines Jahres zu machen – wissen wir alle, haben wir jetzt genug drüber gehört und gelesen.

Ich hege tiefe Bewunderung, für all die Menschen die es schaffen, so viele Neuerscheinungen zu lesen, sehen und hören, dass sie es wirklich schaffen, eine Lieblingsliste eines Jahres zu erstellen. Bei mir geht das so querbeet, dass ich es partout nicht hin bekomme, eine Liste zu erstellen, die nur aus den Neuerscheinungen eines Jahres besteht, dafür steht einfach noch zuviel Ungelesenes in meinen Regalen, zu viele ungesehene Filme aus den vergangenen Jahren wollen noch gesehen werden.

Daher hier meine kunterbunten Lieblinge 2020 – vielleicht aber trotzdem interessant 🙂

Die Bellestristik-Lieblinge:

Die Sachbuch-Lieblinge:

  • Uncanny Valley – Anna Wiener
  • Humankind – A hopeful history – Rutger Bregman
  • Ein Jahr voller Wunder – Clemency Burton-Hill
  • Dichterinnen & Denkerinnen – Katharina Hermann
  • Handbuch für Zeitreisende – Kathrin Passig & Aleks Scholz
  • The Culture Map – Erin Meyer
  • Das geheime Leben der Bäume – Peter Wohlleben
  • Atomic Habits – James Clear
  • Gesellschaft als Urteil – Didier Eribon
  • Das sechste Sterben – Elizabeth Kolbert

Die Film-Lieblinge:

  • Portrait of a Lady on Fire – Céline Sciamma
  • Thelma – Joachim Trier
  • Persepolis – Marjane Sartrapi / Vincent Paronnaud
  • It Follows – David Robert Mitchell
  • Searching – Aneesh Chaganty
  • The Vast of Night – Andrew Patterson
  • Sole Survivor – Thom Eberhardt
  • Midsommar – Ari Aster
  • Don’t look now – Nicolas Roeg
  • Happiest Season – Clea DuVall
  • Hour of the Wolf – Ingmar Bergmann
  • The Changeling – Peter Medak
  • I am not a serial killer – Billy O’Brien
  • High Life – Claire Denis
  • The Old Guard – Gina Prince-Bythewood

TV & Doku-Lieblinge:

  • The Handmaid’s Tale – Season 3 – Bruce Miller
  • Dark – Season 3 – Jantje Friese
  • Killing Eve – Season 3 – Sally Woodward
  • Ratched – Season 1 – Lou Eyrich
  • Wild Wild Country – Maclain & Chapman Way
  • The Haunting of Bly Manor – Mike Flanagan
  • My Octopus Teacher – Philippa Ehrlich
  • Dead to me – Liz Feldman
  • RBG – Julie Cohen & Betsy West
  • A secret love – Chris Bolan
  • Douglas – Hannah Gadsby

Meine Woche

Gesehen: The Blair Witch Project (1999) von Daniel Myrick, Eduardo Sánchez. Etwas in die Jahre Horror-Klassiker, trotzdem noch ganz gut und durchaus gruselig.

Marina Abramovics 7 Death of Maria Callas – Bayerische Staatsoper. Inszeniert als „unbedingte Kunst, fernab von Betrieb, Gelderwerb, Seichtheiten und Söder.“ Großartig.

Gehört: Casta Diva – Maria Callas, The Blair Witch Project Soundtrack, Open your heart – Birdy, Alpha Venom – Sophie Hunger, Thinking of – Tricky & Marta, I don’t wanna – Pet Shop Boys, Walking in the Air – Aurora, Steady – Polica, I don’t search, I find – Madonna, Sleep – The Echelon Effect, Segull – Hugar

Gelesen: dieses Interview mit Rebecca Solnit, The truth is paywalled but the lies are free, How much can 1968 tell us about 2020?, What makes people stop caring, Octavia Butler on how not to choose your leaders, Wenn Kinder mit ihren Eltern brechen, diesen Artikel über Jaron Lanier und diesen Artikel über Annie Ernaux

Getan: unfassbar viele Meetings und Präsentationen insgesamt sehr viel gearbeitet, ein tolles Lunch mit einer lieben ehemaligen Kollegin und eine Radltour zu den verschiedenen Bücherschränken in München

Gegessen: selbstgebackenes Baguette und Fritto Misto di Pesce im Junge Römer

Getrunken: 2016 Alejandro

Gefreut: 11-Year-Old Ballet Dancer Leaps Closer To His Dream After Viral Video

Getrauert: um den viel zu früh verstorbenen Ökonomen und Autor von Bullshit Jobs David Graeber

Geärgert: nein

Geklickt: auf diese Webseite die die Geräusche von Wäldern in aller Welt sammelt, Fabrizio Plessi gilds Venice’s Museo Correr, die Geschichte von Städten in aller Welt dargestellt durch Karten und auf die IKEA Kataloge von 1950 – 2020

Gestaunt: Machine Learning entdeckt 50 neue Planeten und über die transparenten Klohäuschen in Tokio

Gelacht: Time flies

Gewünscht: dieses Geschirr, dieses Shirt, dieses Bad

Gefunden: jede Menge Bücher

Gekauft: nix

Gedacht: „Simplicity is the end result of long, hard work; not the starting point.“ — Frederick Maitland