Frauenleserin Blogparade

 

Schuld sind Frau Schiefgelesen und Frau Buchpost. Ganz klar. Sie haben mich zur Teilnahme an dieser großartigen Blogparade animiert und mich noch dazu auf den sehr spannenden Blog „Frauenleserin“ aufmerksam gemacht, der mir bislang durch die Lappen gegangen war. Also auf zum Bekenntnis ablegen:

 

  • Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?Ich habe erstaunliche 110 Bücher gelesen in diesem Jahr, soviele wie noch nie. Keine Ahnung wie ich das geschafft habe, ich fürchte nach wie vor den Preis zahlt der nächtliche Schlaf.Von den 110 Büchern habe ich laut meiner Goodreads Analyse nur 41 Bücher von Autorinnen gelesen, das kann und soll definitiv im nächsten Jahr besser werden. Aber die meisten meiner Lesehighlights waren Bücher von Autorinnen:
    – Siri Hustvedt „A Woman looking at men looking at women
    – Mary Beard „Women and Power
    – Tara Westover „Befreit
    – ML Rio „If we were Villains
    – Chimamanda Ngozi Adiechie – A Feminist Manifesto
    – Ottessa Moshfegh „Eileen
    – Sibylle Anderl „Das Universum und ich“
    – Lily King „Euphoria“
    – Yaa Gyasi „Homecoming
    – Elizabeth Gilbert „Das Wesen der Dinge und der Liebe

  • Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight? (Warum?)Finde es sehr schwer eines rauszupicken, aber wenn ich unbedingt wählen müsste dann wäre es wohl Siri Hustvedts Buch „A Woman looking at men looking at women„. Ich lerne durch ihre Bücher so viel und liebe ihre Art zu schreiben, wie sie es schafft Wissenschaft und Kultur so mühelos miteinander zu vereinen. Sie ist eine begnadete Brückenbauerin und es gibt wenige Menschen neben denen ich lieber einmal bei einer Dinnerparty sitzen möchte.
  • Welche Autorin hast Du in diesem Jahr für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?Ich bin da wahrscheinlich etwas spät auf der Party erschienen, aber ich habe tatsächlich erst dieses Jahr Mary Beard und Chimamanda Ngozi Adichie entdeckt und kann mir ein Leseleben ohne sie jetzt gar nicht mehr vorstellen. Ihre Wucht und Präzision Dinge auszudrücken, die mir irgendwie im Kopf rumgehen ich aber im Leben nicht so auf Papier bringen könnte. Das sie die Dinge beim Namen nennen, nicht um den heißen Brei rumreden und enthusiastisch für ihre Themen brennen.OK  – meine Traum Dinnerparty besteht aus Siri Hustvedt, Chimamanda Ngozi Adichie, Ursula LeGuin und Mary Beard 🙂
  • Welche  weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt (und warum?)Tara Westovers „Befreit“ ganz klar und ohne großartig nachdenken zu müssen. Ich fand es so bewundernswert wie sie ihren Weg gemacht hat. Es aus einem derart fundamentalistischen bildungsfernen Umfeld bis nach Cambridge zu schaffen ist schon eine immense Leistung. Von der Dame könnte sich mein Schweinehund gelegentlich eine Scheibe abschneiden.
  • Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2019 unbedingt lesen?
    Ich glaube es wird Zeit Toni Morrisons „Beloved“ mal wieder zu lesen und außerdem endlich die „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ von Karosh Taha und Washington Black von Esi Edugyan.

Eine umfassende Liste meiner liebsten Bücher 2018 wird es dieses Jahr nicht geben. Mein Entscheidungsmuskel ist erschlafft 😉

Ich wünsche Euch allen einen richtig guten Rutsch und ein wunderbares 2019!

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100 Jahre Frauenwahlrecht

100 Jahre dürfen Frauen in Deutschland wählen. Eine Selbstverständlichkeit, das jeder Mensch wählen kann, sollte man meinen und doch hat es ewig gedauert, bis Frauen wählen durften und es gingen jahrezehntelange ermüdende Kämpfe voraus. Deutschland liegt mit der Einführung des Wahlrechts für Frauen im Jahr 1919 im guten Mittelfeld. Eines der ersten Länder war Finnland, wo Frauen ab 1906 wählen durften, Länder wie Griechenland (1952) oder gar die Schweiz (1971) waren ziemliche Spätzünder. Liechtenstein ist gar erst im Jahr 1984 aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Unfassbar.

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Foto: AddF

Überhaupt spannend, dass sich häufig gerade die Länder, die alte bestehende Männerdemokratien waren, mit der Einführung des Frauenwahlrechts besonders schwer taten, siehe Griechenland oder auch Frankreich, das mit 1948 auch nicht gerade bei der ersten Welle dabei war. Nur in wenigen Ländern wurde das allgemeine Wahlrecht für beide Geschlechter zum selben Zeitpunkt eingeführt. Liberale Parteien sympatisierten am ehesten mit der Idee des Frauenwahlrechts, aber für sie war politische Beteiligung vom sozialen Stand abhängig. Das fand sich auch entsprechend in der Frauenbewegung wieder, wo sich bürgerliche Frauen vehement für ihr Wahlrecht einsetzten, dies aber durchaus auf bürgerliche Frauen beschränkt wissen wollten.

Die Parteien jeglicher Couleur fürchteten negative Konsequenzen. Soziale und Liberale fürchteten, die Stimmen der Frauen würden überwiegend zu den Konservativen wandern, die Konservativen glaubten, Frauen würden überwiegend Linke und Liberale stützen. Einig waren sich die Herren der unterschiedlichen Parteien auch, dass das Wahlrecht der erste Schritt zu einer vollständigen Emanzipation sei und das wollte keiner. Die Aufhebung der Klassenbarriere ließ sich daher einfacher und schneller durchsetzen als das Frauenwahlrecht.

Eine der bekanntesten deutschen Frauenrechtlerinnen, der wir nicht nur mit Blick auf das Wahlrecht viel verdanken, war die erste deutsche Juristin, Anita Augspurg. Sie gründete 1902 in Hamburg gemeinsam mit anderen Aktivistinnen den Deutschen Verein für Frauenstimmrecht.

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„Im Ersten Weltkrieg nahmen Augspurg und Heymann an internationalen Frauen-Friedenskonferenzen teil und hielten illegale Versammlungen in ihrer Münchner Wohnung ab und verteilten Flugschriften gegen den Krieg. Anita Augspurg kooperierte mit Kurt Eisner und wurde nach der Proklamation der Bayerischen Republik 1918 in München Mitglied des provisorischen bayerischen Parlaments. Bei den bald folgenden Wahlen kandidierte sie auf Listen der sozialistischen USPD, erlangte aber kein Mandat.

Während der Machtübernahme der NSDAP weilten Augspurg und Heymann auf einer Auslandsreise, von der sie nicht nach Deutschland zurückkehrten. Der Grund war, dass sie Repressalien befürchteten, da sie unter anderem 1923 beim bayerischen Innenminister die Ausweisung des Österreichers Adolf Hitler wegen Volksverhetzung beantragt hatten. Ihr Besitz wurde beschlagnahmt; ihre Bibliothek und alle Aufzeichnungen aus ihrer jahrzehntelangen Arbeit in der nationalen und internationalen Frauenbewegung gingen verloren“ (Zitat Wikipedia)

Eine Menge spannender Informationen zur Geschichte des Frauenwahlrechts findet ihr im Übrigen hier.

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Foto: Wikipedia

Bei meinem letzten London Besuch entdeckte ich dieses spannende Buch, das ich euch in diesem Zusammenhang ans Herz legen möchte:

„The Periodic Table of Feminism“ – Marisa Bate

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Kurze Biografien über entscheidende Figuren im Feminismus angelehnt an das Periodische System. Aufgeteilt in die 4 Wellen des Feminismus gibt es folgende Aufschlüsselung:

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Precious Metals: the leaders, the face of the movements
Catalysts: pioneers, fire-starters
Conductors: bringing people together, the organisers
Diatomic: women working together
Stabalizers: peaceful, pacificsts
Explosives: radicals, anarchists, violent

Es liest sich leicht, ist ein guter Einstieg in das Thema und bietet eine Übersicht über weiterführende Literatur. Das Büchlein macht Spaß und man bleibt leicht hängen, wenn man eigentlich nur mal kurz reinblättern möchte. Allerdings hätte ich dem Buch einen besseren (oder überhaupt einen) Korrekturleser gegönnt, es sind schon einige Tippfehler im Buch. Mir hat das die Freude am Entdecken und Wiederentdecken nicht genommen. Es ist etwas angloamerikanisch geprägt, Anita Augspurg war aber ebenfalls vertreten. Bislang gibt es das Buch nur in Englisch und ich weiß nicht, ob eine Übersetzung geplant ist, falls ja würde es sicherlich Sinn machen, es dann etwas stärker zu europäisieren.

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Vieles, was wir heute für selbstverständlich halten, musste von tapferen Menschen hart erkämpft werden. Wir dürfen das nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen. Ich bin dankbar, dass es so mutige Frauen wie  Frauen wie Anita Augspurg, Emmeline Pankhurst und Chimamanda Adichie gibt und gegeben hat, die Herzblut, Kraft und viel Verstand in den Feminismus investiert haben und geholfen haben, die Welt etwas gleichberechtigter zu machen.

Es bleibt noch viel zu tun und wir brauchen Feminismus heute mehr denn je!

 

OITNB – All Books seen in season 6

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The bomb just dropped that season 7 is going to be the last for OITNB. Now, as sad as that is, it is probably better to end it while it is still great, rather than beating the horse until it’s dead. But it will still be sad to see these wonderful ladies go and they better not f** up. There needs to be a happy Vauseman endgame or I will be very very angry 😉

OK but let’s talk about the books the literary ladies have been devouring this time. Here is a complete list of the books mentioned or shown in season 6.

Have you read any of these already?

  • Make your bed – William H Mcraven
  • The Happiness Project – Gretchen Rubin
  • Living as if your life depend on it – Cia Ricco
  • Dubliners – James Joyce
  • Dark Star Safari – Paul Theroux
  • Strip Tease – Carl Hiassen
  • Love me back – Merritt Tearce
  • Einstein and the Rabbi – Naomi Levy
  • Just fly by – Andrew McCarthy
  • The name therapist – Duana Taha
  • Elizabeth Street – Laurie Fabiano
  • Siddhartha – Hermann Hesse
  • Hacker Mom – Austen Rachlis
  • The Girl who played with Fire – Stieg Larsson
  • How to win friends and influence people – Andrew Carnegie
  • The Hunger Games – Suzanne Collins
  • Eat that Frog! – Brian Tracy
  • Hope for each day – Billy Graham
  • Stealing Time – Leslie Glass
  • A different drummer – William Melvin Kelley
  • Winesburg, Ohio – Sherwood Anderson

Did you spot any other books not on that list – please let me know and I will happily add.

From the list I’ve already read Siddhartha, The Hunger Games, How to win friends, and The Girl who played with Fire.

On my to-read list are Einsteins Rabbi and The Happiness Project – what about you? Which one have you already read or would like to read?

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Want more on OITNB and books? Then compliment this article with „Orange is the New Book Club

Bookclub Votings are in for 2018/19

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Foto: Grazvydas

Nervenaufreibende Diskussionen, Debatten und Entscheidungsfindungen haben sich ausgezahlt. Die Ergebnisse sind da und ich präsentiere euch hier die Bücher die wir im nächsten Bookclub-Jahr lesen werden und auf deren Rezensionen hier ihr euch freuen dürft:

Naomi Alderman – The Power
Chloe Benjamin – The Immortalists
Anthony Doerr – All the light we cannot see
Louise Erdrich – Future home of the living God
Andrew Sean Greer – Less
Anthony Marra – The Tsar of Love and Techno
Ian McEwan – The Children Act
David Mitchell – Slade House
Celeste Ng – Everything I never told you
ML Rio – If we were Villains
Mary Shelley – Frankenstein

Da sind dieses Mal gleich vier Bücher dabei die ich bereits gelesen habe, das gabs noch nie.

Was sagt ihr zu unserer Liste? Sind welche dabei die euch besonders interessieren – welche hättet ihr als Bookclub-Lektüre vorgeschlagen?

Elif Shafak @International Literature Festival Berlin (english version)

“THERE IS NO SUCH THING AS A WELL-MEANING DICTATORSHIP. NOR IS THERE ANY SUCH THING AS AN UNDEMOCRATIC NATION THAT IS STABLE.”

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Fotos: Aslihan Kuscu

I had a lot of people asking me for an english version of this text, so Eibleen ní Riaín was kind enough to translate the text – thanks a lot!

The Turkish author Elif Shafak opened the 17th International Literature Festival on September 6th, 2017. In her opening speech she discussed the crisis that democracy is experiencing worldwide and encouraged her fellow authors to take a stand for the preservation and development of democracy.

Shafak is the most famous female Turkish author and constantly struggles with death threats, verbal assaults and other repressive measures there. She grew up with her mother and grandmother, two women who had a huge influence on her and her writing. Her mother worked as a diplomat for many years and due to this Elif Shafak has a very cosmopolitan background. She has divided her place of residence between London and Istanbul for many years, a traveller between two worlds.

Her grandmother stands for belief and tradition and her mother for modernity and secularity, and London and Istanbul reflect these two poles she moves between.

Democracy is going downhill in Turkey, but not only there. If we take a look around we can see how fragile this model has become in many countries, how we have taken democracy for granted and how we are only waking up now as more and more autocrats who are undermining the system become increasingly powerful.

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The government in Turkey has been in power for 14 years and one can only look on helplessly as freedom of speech and the press are being eliminated, violence against women is growing, Islamism and attacks on intellectuals increasing. By now there are more journalists and writers in prison in Turkey than in China.

For many years Turkey saw itself as part of Europe. English, French and Italian literature was read and translated. Literature from the Middle East has only begun to be translated in the past few years, something which definitely should have happened earlier, but which distinctly demonstrates Turkey’s earlier leanings towards Europe and the swing towards a closer proximity to the Middle East.

Society is becoming more and more polarised in Turkey, just as in many other countries. People are being split up into „them“ and „us“. Believers against unbelievers, city dwellers against country folk, compromises are becoming increasingly impossible. And we shouldn‘t just lean back and describe this as typical „Muddle East“ behaviour. These schisms exist equally in the western European world and the rifts are constantly deepening. This is a dangerous development and the tight results of the elections in France, Austria and the Netherlands are just a brief respite.

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More and more people are questioning democracy, which they don‘t perceive as a model for the future. They want to persuade people that one has to decide between stability and democracy. However there cannot be any long-term stability in countries without democracy. Countries without democracy are unhappy countries and this leads sooner or later to massive problems.

A yearning for a „strong leader“ is widespread all over the world right now like never before. Progressive liberalism is under attack, is being intimidated and eroded. People long for the supposed good old times and the despots’ favourite phrase is „make Turkey/Hungary/Poland/Russia/US … great again“

Unfortunately I couldn’t find Elif Shafak’s talk at the Literature Festival in Berlin online, but I found a pretty similar one which she gave at the Oslo Peace Forum:

„We all need to become activists. We need to become activists for empathy, for diversity, for pluralistic democracy, and very importantly, for a global solidarity“

The Erdogan critic is very possibly in danger in her home country. She says „I was used to being one of the more dark and depressive speakers at international conferences. And I believe that there are a lot of Turkish authors who are pretty depressed and demoralised. But then again there were also authors from other countries, countries like Pakistan, Egypt, Venezuela, Nigeria or the Philippines who were also depressed. We listened to each other, smiled at each other, but emotionally there was always a clear difference between those of us who came from weak or wounded democracies and those who came from stable democracies.

This has changed over the past year, more and more authors are joining the team of the depressed and these authors now come from Europe: from Hungary, Poland, even from Austria, Holland and France. And even authors from the UK, where I live – suddenly there were more and more of us, all worried about the fate of their country and that of the world,“ says Shafak.

We were supposed to do a personal interview with Elif Shafak but unfortunately her flight had a two-hour delay and it didn‘t work out. I flew to Berlin with my friend Aslihan, who is probably the biggest Elif Shafak in the world and who took all the wonderful photos you can see here.

After her speech Elif Shafak took an incredible amount of time for all the people who wanted one (or more) of her books signed or wanted to have their photo taken with her. The queue was unbelievably long, there were so many young Turkish people, who absolutely adore Elif Shafak.

We got the opportunity to speak to Elif Shafak for a short while and – although I already felt a certain emotional connection with this incredibly intelligent and interesting author – after her talk and our brief meeting I am an even bigger fan.

Her latest novel “Three Daughters of Eve” is about three women who are studying in Oxford and become friends. Shirin, Mona and Peri: The sinner, the believer and the confused.

The book describes the current deep rift within Turkish society. When different groups are totally convinced of the absolute correctness of their own opinion conflict is inevitable. Religion continues to be the centre of most of these debates. In her novel Elif Shafak creates the figure of Azur, a controversial Oxford professor, who encourages his students to debate different belief systems in order to put a check on the deplorable custom „The Malady of Certainty“. You can’t just register for his seminar; you have to be chosen by him and be invited to discuss the philosophical relevance of God.

The central character Peri has grown up with a secular Kemalist father and a deeply religious mother which has left her rather confused about God. She is joined by the politically active and devout Muslima Mona and the liberal bi-sexual atheist Shirin, who comes from Iran.

Teile des Buches spielen im heutigen Istanbul und insbesondere während der Dinnerparty gibt es wahnsinnig gute Passagen und ich kam aus dem Unterstreichen kaum heraus.

Parts of the book are set in modern-day Istanbul and there are some amazing passages, particulary during the dinner party. I just couldn’t stop underlining!

„Frankly, I don’t believe in democracy“, said an architect with a crew cut and perfectly groomed goatee… Take Singapore, success without democracy. China. Same. It’s a fast-moving world. Decisions must be implemented like lightning. Europe wastes time with petty debates while Singapore gallops ahead. Why? Because they are focused. Democracy is a loss of time and money“.

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I really enjoyed parts of the book but found other parts too contrived and for someone (me) who is a little too convinced that she knows exactly what she believes the constant confrontation with religion was a bit much.

Before the opening speech there was a performance by the actress Zoran Volantes. Sitting in a cage she read out texts by the imprisoned author Aslihan Erdogan and other imprisoned or endangered authors.

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The meeting with Elif Shafak left me deeply impressed and her talk moved me immensely. I realized yet again how fragile democracy is at present and how important it is not to take it for granted but to fight for it and declare one’s solidarity with all progressive liberal people worldwide, no matter where they be.

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Elif Shafak @International Literature Festival Berlin

“There is no such thing as a well-meaning dictatorship. Nor is there any such thing as an undemocratic nation that is stable.”

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Fotos: Aslihan Kuscu

Die türkische Autorin Elif Shafak eröffnete am 06.09.17 das 17. Internationale Literaturfestival. Ihre Eröffnungsrede beschäftigt sich mit der Krise, in der sich die Demokratie weltweit befindet und ermuntert insbesondere ihre Schrifsteller-Kollegen, sich stärker für den Erhalt und Ausbau der Demokratie einzusetzen.

Shafak ist die bekannteste Schriftstellerin der Türkei und hat dort immer wieder aufgrund ihrer politischen Äußerungen mit Morddrohungen, Beschimpfungen und anderen Repressalien zu kämpfen. Sie wuchs bei ihrer Mutter und ihrer Großmutter auf, zwei Frauen, die sie und ihr Schreiben weitgehend beeinflussen. Ihre Mutter war lange Jahre als Diplomatin tätig und Elif Shafak hat daher einen ausgesprochen kosmopolitischen Hintergrund. Ihren Wohnsitz hatte sie lange Jahre sowohl in London als auch in Istanbul, eine Pendlerin zwischen den Welten.

So wie ihre Großmutter für Glaube und Tradition und ihre Mutter für Moderne und Säkularität steht, so spiegeln auch London und Istanbul die zwei Pole wider, zwischen denen sie sich bewegt.

Die Demokratie ist nicht nur in der Türkei den Bach runtergegangen, wenn wir uns umschauen, müssen wir mit Schrecken feststellen, wie brüchig dieses Modell in vielen anderen Ländern ist, wie selbstverständlich wir die Demokratie genommen haben und erst jetzt, wo mehr und mehr Autokraten sie unterwandern, wachen wir langsam auf.

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Die Regierung in der Türkei ist seit über 14 Jahren an der Macht und fassungslos muss man beobachten, wie Meinungsfreiheit und Pressefreiheit eliminiert werden, Gewalt gegen Frauen wächst, Islamismus und Angriffe auf Intellektuelle um sich greifen. Mittlerweile sitzen mehr Journalisten und Schriftsteller in der Türkei im Gefängnis als in China.

Viele Jahre lang hat sich die Türkei Europa zugehörig gefühlt. Es wurde englische, französische, italienische Literatur gelesen und übersetzt. Erst in den letzten Jahren wurden Autoren aus dem mittleren Osten übersetzt, eine Tatsache die sicherlich schon früher hätte geschehen sollen, die aber zeigt, wie sehr die türkische Gesellschaft Europa zugewandt war und wie sehr sie jetzt die Nähe zum Mittleren Osten sucht.

In der Türkei wie auch in anderen Ländern polarisiert sich die Gesellschaft immer mehr. Die Menschen werden gespalten in „die“ und „wir“. Gläubige gegen Ungläubige, Stadtbewohner gegen Landbewohner, Kompromisse sind immer seltener möglich. Und wir sollten uns auf keinen Fall entspannt zurücklehnen und das ganze als typisches „Muddle East“ Verhalten einordnen. Diese Spaltungen gibt es genauso in der westeuropäischen Welt und die Gräben werden immer tiefer. Eine gefährliche Entwicklung, die knappen Wahlerfolge in Frankreich, Österreich und den Niederlanden sind nur ein kurzes Aufatmen.

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Es gibt mehr und mehr Menschen, die die Demokratie in Frage stellen, die sie definitiv nicht für ein zukunftsfähiges Modell halten. Die den Menschen einreden wollen, man müsse sich zwischen Stabilität und Demokratie entscheiden. Es gibt aber keine langfristige Stabilität in nicht-demokratischen Ländern. Länder ohne Demokratie sind unglückliche Länder und das führt kurz oder lang zu Problemen.

Die Sehnsucht nach dem „starken Führer“ ist momentan in der Welt verbreitet wie noch nie. Progressiver Liberalismus wird angegriffen, eingeschüchtert und aufgeweicht. Man sehnt sich nach vermeintlich goldenen alten Zeiten und der Lieblingsspruch der Despoten ist „make Turkey/Hungary/Poland/Russia/US … great again“

Leider konnte ich den Vortrag von Elif Shafak auf dem Literaturfestival in Berlin nicht online finden, allerdings habe ich einen recht ähnlichen gefunden, den sie auf dem Oslo Friedens Forum gehalten hat:

„We all need to become activists. We need to become activists for empathy, for diversity, for pluralistic democracy, and very importantly, for a global solidarity“

In ihrem Heimatland ist die Erdogan-Kritikerin sehr wahrscheinlich gefährdet. Sie sagt „Ich war es gewöhnt, bei internationalen Konferenzen zu den eher düsteren, deprimiert Vortragenden zu gehören. Und ich glaube, dass es viele türkische Autoren gibt, die ziemlich deprimiert und demoralisiert sind. Aber dann waren da gewöhnlich auch Autoren aus anderen Ländern, aus Ländern wie Pakistan, Ägypten, Venezuela, Nigeria, den Philippinen, die auch deprimiert waren. Wir hörten uns gegenseitig zu, lächelten uns an, aber gefühlsmäßig gab es da immer noch ein Unterschied zwischen denen von uns, die aus wackeligen oder verwundeten Demokratien, und denen, die aus stabilen Demokratien kamen.

Im letzten Jahr habe sich das geändert, immer mehr Autoren treten dem Team der Deprimierten bei und diese kommen jetzt Europa: aus Ungarn, Polen, selbst aus Österreich, Holland und Frankreich. Und sogar Schriftsteller aus dem Vereinigten Königreich, wo ich lebe – plötzlich waren da immer mehr von uns, die sich um das Schicksal ihrer Länder und das der Welt Sorgen machten“, sagt Shafak.

Eigentlich hätten wir die Gelegenheit haben sollen, ein persönliches Interview mit Elif Shafak zu führen, doch leider hatte ihr Flug zwei Stunden Verspätung und daher hat es leider nicht geklappt. Ich bin mit meiner Freundin Aslihan nach Berlin geflogen, die der vermutlich weltgrößte Fan von Elif Shafak ist und die auch die ganzen wunderbaren Fotos hier aufgenommen hat.

Elif Shafak hat nach sich Abschluss ihrer Rede wahnsinnig viel Zeit für all die Menschen genommen, die sich ein (oder mehrere) ihrer Bücher signieren oder ein Foto mit ihr machen lassen wollten. Die Schlange war ewig lang, sehr sehr viele junge Türkinnen und Türken, die Elif Shafak aufs Höchste verehren.

Ein kurzer Austausch war uns möglich mit Elif Shafak und auch wenn ich vorher schon Symphatien hatte für diese unglaublich kluge und interessante Autorin, nach dieser Rede und dem kurzen Kennenlernen bin ich noch einmal mehr Fan.

In ihrem neuesten Roman „Three Daughters of Eve“ geht es um drei Frauen, die in Oxford studieren und sich anfreunden. Shirin, Mona und Peri : The sinner, the believer and the confused.

Der Roman nimmt Bezug auf die aktuelle tiefe Zerrissenheit der türkischen Gesellschaft. Wenn unterschiedliche Gruppen von der absoluten Richtigkeit ihrer Meinungen überzeugt sind, ist Konflikt unausweichlich. Religion ist auch weiterhin im Zentrum der meisten dieser Debatten. Elif Shafak erschafft in ihrem Roman die Figur von Azur, einem kontroversen Oxforder Professor, der seine Studenten ermuntert, in seinem Seminar über unterschiedliche Glaubenssysteme zu debatieren, um der Unsitte der „Malady of Certainty“ Einhalt zu gebieten. Zu seinem Seminar kann man sich nicht einfach anmelden, man wird von ihm eingeladen und ausgewählt, die philosophische Bedeutung Gottes zu diskutieren.

Neben der Protagonistin Peri, die mit einem sekulären Kemalisten als Vater und einer tiefgläubigen Mutter aufwächst und mit Bezug auf Gott eher verwirrt ist, nimmt ihre politisch aktive und gläubige Muslimin Mona und die freizügige, bisexuelle atheistische Shirin teil, eine Iranerin.

Teile des Buches spielen im heutigen Istanbul und insbesondere während der Dinnerparty gibt es wahnsinnig gute Passagen und ich kam aus dem Unterstreichen kaum heraus.

„Frankly, I don’t believe in democracy“, said an architect with a crew cut and perfectly groomed goatee… Take Singapore, success without democracy. China. Same. It’s a fast-moving world. Decisions must be implemented like lightning. Europe wastes time with petty debates while Singapore gallops ahead. Why? Because they are focused. Democracy is a loss of time and money“.

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Teile des Buches haben mir sehr gefallen, andere fand ich ein wenig zu konstruiert und für eine, die auch ein bisschen zu sehr davon überzeugt ist, zu wissen was sie glaubt, war die pausenlose Auseinandersetzung mit Religion ein bisschen viel.

Vor der Eröffnungsrede gab es im Foyer der Berliner Festspiele eine Inszenierung in der die Darstellerin Zoran Volantes im Käfig sitzend, Texte der inhaftierten Autorin Aslihan Erdogan und anderen inhaftierten oder gefährdeten türkischen Autoren vorlesend.

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Mich hat das Treffen mit Elif Shafak sehr beeindruckt und ihre Rede hat mich sehr bewegt. Wie fragil die Demokratie momentan ist, ist mir danach noch einmal mehr bewusst geworden und wie wichtig es ist, sie nicht als etwas selbstverständliches zu sehen, sondern um sie zu kämpfen und sich mit den progressiven liberalen Menschen weltweit noch viel stärker zu solidarisieren.

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Elif Shafaks TED Talk „The revolutionary power of diverse thought“:

„Three Daughters of Eve“ erschien auf deutsch unter dem Titel „Der Geruch des Paradieses“ im Kein & Aber Verlag.

Bookclub Votings are in for 2017/2018

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our Bookclub in session

Last night the white smoke came up and we finally have a new round of books to keep us going for yet another year of heated discussions, great food and too much wine.

The voting can be tough as we have a lot more suggestions usually then what is possible in a year, a highly complicated voting system with an even more fascinating system of possibilities for bribery 😉

But here we go, we nailed down 10 books that got more than 3 votes, leaving us with two more to choose from the list later on or flexiblity for some emergency read we might want to squeeze in.

The lucky winners this year are:

  1. Arundhati Roy – The ministry of utmost happiness
  2. Paul Beatty – The Sellout
  3. Jeannette Winterson – The Gap of Time
  4. Matthew Sullivan – Midnight at the Bright-Ideas Bookstore
  5. Marina Keegan – The Opposite of Loneliness
  6. Matt Haig – The Humans
  7. Yaa Gyasi – Homegoing
  8. Zora Neale Hurston – Their Eyes are watching God
  9. Fredrik Backman – A man called Ove
  10. David Grossman – A horse walks into a bar

So what do you think – did we do a good job? Did we vote for interesting books? Anything you have already read or plan to read?

Stay tuned for our reviews and now happy reading everyone