#Women in Science (7) Brené Brown

brene brown

Brené Brown ist Professorin an der Universität Houston, wo sie den Lehrstuhl für Social Work inne hat. Ich bin nicht sicher, ob es ein entsprechendes Equivalent in Deutschland gibt. Sie widmet sich seit zwei Jahrzehnten in ihren Studien den Themen Scham, Empathie, Mut und Verletzlichkeit. Ihr TED Talk „The Power of Vulnerability“ ist einer der fünf meistgeschauten TED Talks (35 Millionen views), auch ich habe Ms Brown durch diesen Talk kennengelernt.

Auch in ihrem neuesten Buch beschäftigt sich Brown wieder mit ihrem Hauptthema, der Verletzlichkeit. Der volle Titel ist Braving the Wilderness: The Quest for True Belonging and the Courage to Stand Alone.

Ich habe Brené Browns Buch „Braving the Wilderness“ schon vor einer Weile als Hörbuch gehört und mir ist es selten so schwer gefallen in Worte zu fassen, worum es eigentlich genau geht und was mir daran jetzt eigentlich gefallen hat.

Brown beschäftigt sich mit dem Zugehörigkeitsgefühl, was es genau für den Einzelnen bedeutet, dazuzugehören und warum unsere Verbindungen zu anderen so angespannt und schwierig sein können, wenn wir insgesamt als Gesellschaften immer polarisierter und antagonistischer werden. In dem Buch geht es zum Einen darum, sich selbst treu zu bleiben mit den entsprechenden Konsequenzen, und zum anderen versucht es, einem dabei zu helfen, sich genau das zu trauen.

Today we are edging closer and closer to a world where political and ideological discourse has become an exercise in dehumanization. And social media are the primary platforms for our dehumanizing behavior. On Twitter and Facebook we can rapidly push the people with whom we disagree into the dangerous territory of moral exclusion, with little to no accountability, and often in complete anonymity.“

In der Regel haben wir diese zwei Möglichkeiten: das zu machen, was man von uns erwartet, was man machen muss um dazuzugehören, selbst wenn das unter Umständen nicht unseren Werten, unserer Persönlichkeit und unserer Weltanschauung entspricht. Oder uns in die „Wilderness“ zu begeben. Also sich dafür zu entscheiden, seinen Werten zu folgen.

Was ich im Buch etwas vermisste waren die Details. Brown erwähnt ihre Forschung recht häufig, die Interviews, die sie mit unterschiedlichen Leuten führte und ihre daraus resultierenden Ergebnisse. Sie erwähnt häufiger, dass sie bestimmte Konzepte zu Rate gezogen hat, benennt diese aber nicht spezifisch. Sie erwähnt nicht, wen sie genau interviewt hat, wie die demografische Repräsentation ausgesehen hat. Mir fehlte eine nachvollziehbare Erklärung ihrer Methodologie, ich hatte immer das Gefühl, einfach glauben zu müssen, was sie schreibt und vieles hörte sich ja auch vernünftig an, ich hätte einfach nur mehr Fakten sehen wollen.

Außer ein paar Interviews mit bekannten Leuten, wie zum Beispiel Viola Davis, blieb völlig unklar, mit wem sie gesprochen hat, was genau sie gefragt hat etc. Also ich muss nicht seitenweise Studien voller Prozentzahlen, Tabellen und Fußnoten haben, aber ein bisschen mehr hätte schon drin sein dürfen.

women-science-logo@2x

Und klar, man könnte denken, ist halt Pech, wenn man das Hörbuch nimmt statt des Buches, ich habe aber reingeschaut und auch in der gedruckten Version findet sich da nichts.

Das alles klingt jetzt nach totalem Verriss – das soll es aber gar nicht sein. Mich hat so einiges durchaus angesprochen und ich fand vieles sehr nachvollziehbar. Insbesondere die Kapitel, in denen sie darüber schreibt, wie schwierig, anstrengend und teilweise auch beängstigend es sein kann, sich seinen eigenen Pfad durchs Leben zu schlagen. Wie die Entscheidung, für sich und seine Werte einzustehen, immer wieder gleichzeitig so bereichernd aber eben auch schwierig ist.

„Stop walking through the world looking for confirmation that you don’t belong. You will always find it because you’ve made that your mission. Stop scouring people’s faces for evidence that you’re not enough. You will always find it because you’ve made that your goal. True belonging and self-worth are not goods; we don’t negotiate their value with the world. The truth about who we are lives in our hearts. Our call to courage is to protect our wild heart against constant evaluation, especially our own. No one belongs here more than you.“

Was das Buch auch richtig gut aufzeigt ist, wie schnell wir dabei sind (insbesondere natürlich on social media) Leute in Boxen zu packen. Schwarz/Weiß, Gut/Schlecht, die, die drin sind und die, die draußen sind etc. – ohne anzuerkennen, wie differenziert und nuanciert die meisten von uns doch sind. Brown erinnert daran, wie kollektive Momente der Freude oder auch der Trauer (Konzerte, Fußballspiele, 9/11, Beerdigungen etc.) uns zusammenbringen, wenn auch nur für kurze Zeit, über die unterschiedlichsten ansonsten bestehenden Barrieren hinweg.

Es geht ihr nicht darum, dass wir uns jetzt einfach alle lieb haben sollen und an den Händen halten, es geht ihr viel mehr darum, öfter mal inne zuhalten und geduldiger zu sein, wirklich verstehen zu wollen, nachzufragen. Anzuerkennen, dass wir Fehler machen und gemacht haben, dass fast alle von uns privilegiert sind und ja, das kann unbequem sein und das muss man einfach mal aushalten.

„…shouldn’t the rallying cry just be All Lives Matter? No. Because the humanity wasn’t stripped from all the lives the way it was stripped from the lives of black citizens. In order for slavery to work, in order for us to buy, sell, beat, and trade people like animals, Americans had to completely dehumanize slaves. And whether we directly participated in that or were simply a member of a culture that at one time normalized that behavior, it shaped us.“

Ein interessantes Buch mit kleinen Schwächen, das aber auf jeden Fall eine Menge Stoff zum Nachdenken bietet – ich könnte mir vorstellen, dass man das gut in einem Bookclub lesen und sich dann die Köpfe heiß diskutieren kann.

Auf deutsch ist das Buch unter dem Titel „Entdecke deine innere Stärke: Wahre Heimat in dir selbst und Verbundenheit mit anderen finden“ im Kallash Verlag erschienen.

Werbeanzeigen

Meine Woche

IMG_0447

Gesehen: „Disobedience“ (2017) von Sebastián Lelio mit Rachel Weisz und Rachel McAdams. Wunderschöne Verfilmung von Naomi Aldermans gleichnamigem Roman. „Inter-Rachel Love is beautiful“ 😉

Super Dark Times“ (2017) von Kevin Philipps mit Owen Campbell und Elizabeth Cappuccino. High School Thriller mit toller Atmosphäre. Richtig gut.

Perfect Sense“ (2011) von David McKenzie mit Eva Green und Ewan McGregor. Poetischer Sci Fi Film in dem die Menschheit nach und nach ihre Sinne verliert.

Super 8“ (2011) von JJ Abrams mit Joel Courtney und Elle Fanning. Tolles SciFi Abenteuer das an 80s Hits wie Stand by Me oder The Goonies erinnert. Macht Spaß.

Gehört: „Femme Fatale“ – Leonie, „Perfect Sense Soundtrack“ – Max Richter, „Nótt eftir nótt“ – Kaela Mikla, „Traits“ – Clovvder, „Dream“ – Mirel Wagner, „Metamorphosis II“ – Philip Glass

Gelesen: „On needing something to worry about“ – The School of Life, „Schweden fährt Bahn oder lieber gar nicht“, über LSD Microdosing, dieses Interview mit Juli Zeh, Stop biodiversity loss or we could face extinction, Jessica Wade will Wikipedia weiblicher machen, The Aesthetics of Science Fiction

Getan: mit Freundinnen auf einen Drink getroffen, einen Aristoteles Workshop besucht und einen Adventskalender gebastelt

Geplant: ein paar Philosophie Lektionen nacharbeiten

Gegessen: Rotkohl-Kokos-Suppe

Getrunken: Kinderpunsch

Gefreut: die Woche war schwierig, war leider nicht viel zum freuen

Geärgert: dass man bestimmten Urängsten mit Logik nicht beikommen kann

Geklickt:  100 notable Books 2018 der New York Times, auf diese Neon-Noir Bilder aus Seoul, Brené Brown on the power of vulnerability,

Gelacht: A Guide to making Smalltalk in Germany

Gewünscht: John Lautners Haus, dieses Sideboard, dieses Plakat

Gestaunt: über diese wunderschönen Quallen

Gefunden: nix

Gedacht: Fuck this shit I’m going to Narnia

Meine Woche

 

Justin Teodoro

Foto: Justin Teodoro

Gesehen: „Ocean’s 8“ (2018) von Gary Ross mit Cate Blanchett, Sandra Bullock, Rihanna, Sarah Paulson und noch eine ganze Reihe anderer toller Schauspielerinnen. Großartig und ich mag eigentlich nicht einmal Heist-Movies.

„The Day the Earth stood still“ (1951) von Robert Wise – grandios, unbedingt angucken, die Neuverfilmung hingegen aus dem Jahr 2008 von Scott Derrickson können auch Keanu Reeves und Jennifer Connelly nicht retten, die ist richtig grottig.

Proof“ (2005) von John Madden mit Gwyneth Paltrow, Jake Gyllenhaal und Anthony Hopkins. Verfilmung des Theaterstücks von David Auburn um einen psychisch kranken Mathematiker und seine Tochter die ihn bis zum Schluß gepflegt hat. Habe das Stück vor Jahren in New York gesehen mit Marie Louise Parker und fand die Verfilmung gelungen.

Gehört: „Ambush“ – Sune Rose, „The dreamer is still asleep“ – Coil, „Suffer the Flesh“ – Android Lust, „In Chains“ – War on Drugs, „Smooth Music for your next space travel“ – DJ Supermarkt

Gelesen: Jesmyn Wards Artikel über Rassismus in Mississippi, can Democracy survive Tribalism, diese Kurzgeschichte von Emily St. John Mandel, do we get paid what we deserve, Michael Pollan on how Psilocybin could be used in mental health treatment

Getan: die IKOM besucht, im Kino gewesen, im Bookclub „Homegoing“ diskutiert und endlich die Faust Ausstellung in der Kunsthalle München besucht

Geplant: den Piper Verlag besuchen

Gegessen: Erdbeeren mit Cheesecake Creme und ein sehr leckeres Hochzeitstags-Menü im Hippocampus

Getrunken: Becks

Gelacht: If you eat well, get enough sleep, exercise, and drink plenty of water, you will die anyway

Geärgert: über die Trump Konzentrationslager für Kinder 😦 und immer wieder Zündel-Seehofer

Gefreut: Damien Barr wurde Literary Ambassador im Savoy London und das Tor gestern abend in der letzten Sekunde

Geklickt: auf das Reading Personality Quiz und auf diese Fotos von Stanley Kubrick

Gewünscht: ein Besuch in diesem Museum, eines dieser Häuser, dieses Outfit

Gefunden: nix

Gekauft: einen neuen Grill

Gestaunt: Intelligence in Nature – eine Sammlung großartiger Videos

Gedacht: Stories are data with a soul (Brené Brown)

Meine Woche

Gesehen: „Stalker“ (1979) von Andrei Tarkovsky. Kann absolut nachvollziehen, warum der Film ständig auf Bestenlisten zu finden ist. Wow, unglaublich intensive Bilder, den möchte ich unbedingt noch mal im Kino sehen irgendwann.

Before Midnight“ (2013) von Richard Linklater mit Julie Delpy und Ethan Hawke. Einer der intelligentesten Liebesfilme die ich kenne mit wunderschönen griechischen Inselbildern.

Slaugtherbods“ ein Kurzfilm von Stuart Russel ein AI Researcher der Berkley Universität. Der Film warnt im Black Mirror Stil vor den Gefahren autonomer Waffen. Heftig und enorm erschreckend.

„To Catch a Dream“ (2015) von Jim Chuchu. Afrikanischer Kurzfilm um eine trauernde Witwe mit wunderschönen Bildern und sehr viel Atmosphäre.

Gehört: „Shades Fade“ – Dillon, Mother – Amanda Palmer, „This Year“ – Ine Hoem, „Giftraum“ – Diary of Dreams, „The Curse“ – Diary of Dreams, „Queen“ – Perfume Genius,

Gelesen: „Crash Course in the nature of mind, Brené Brown on „How to speak truth to bullshit“, über „Tech insiders who fear a smartphone dystopia“, „Butterfly child given life saving skin through gene therapy“, diese Warnung von über mehr als 15,000 Wissenschaftlern aus 184 Ländern und auf diesen Artikel über die bedrohte Netzneutralität

Getan: meinen Bruder mal wieder vom Abgrund weggezerrt, meine HR Philosophy aufgeschrieben, schöne Abende mit Freunden verlebt, das Diary of Dreams Konzert besucht und beim Perfume Genius Konzert leider vergeblich auf den Auftritt gewartet und eine ganz wunderbare Party gefeiert.

Geplant: die Colson Whitehead Lesung besuchen

Gegessen: einmal durch unser leckeres Party-Buffet

Getrunken: zuviel

Gelacht: über den Typ der sich mit einer Rakete in die Luft schießen will um zu beweisen, dass die Erde eine Scheibe ist

Geärgert: über einen sehr arroganten, komplett unempathischen Polizisten und über die Verurteilung der Ärztin Kristina Hänel

Gefreut: über unsere wunderbaren Freunde und über die Geburt des Babys einer Freundin

Geklickt: auf die Horrorfilm-Plakat-Sammlung von Metallica Gitarrist Kirk Hammett, a brief history of AI, 8 literary powerhouses choose 80 books everybody should read und auf dieses 30-Tage Zeitraffer Video über eine Seereise vom Roten Meer nach Hong Kong – wunderschön und auf den TED Talk „We are building Dystopia to make people click on ads“ von Zeynep Tufekci

Gewünscht: dass mein Bruder endlich die Kurve bekommt, dieses Haus und diese Buchstütze

Gefunden: nix

Gekauft: einen neuen DVD Player

Gestaunt: dass fast alle Wasser-Unternehmen in UK Wünschelruten einsetzen

Meine Woche

FullSizeRender

Gesehen: „The Martian“ von Ridley Scott. Gelungene Verfilmung des Romans von Andrew Weir.

The Tempest“ von Julie Taymor mit der wunderbaren Helen Mirren als Prospera. Hat mir sehr gut gefallen.

Gehört: Esben and the Witch – Dig your fingers in, Darkher – Ghost Tears, Beth Gibbons – Prospera’s Coda, Bauhaus – Ziggy Stardust, Marianne Faithful – The Ballad of Lucy Jordan, Steve Reich – Piano Phase, Anna Netrebko – Casta Diva

Gelesen: wie man versucht Banksys Identität zu enthüllen, Giovanni di Lorenzos „Dresdner Rede„,  diesen Artikel über Henry James, dieses Interview mit Harper Lee und diesen Artikel über Schwarze Löcher

Getan: „Norma“ in der Bayerischen Staatsoper gehört, Geld gesammelt für einen Notfall im Freundeskreis, 1000 Bier Freundschaft mit guten Gesprächen gepflegt,  die Praktikantin wieder verabschiedet, ein sehr gutes Coaching-Gespräch geführt, Führung durch das Haus der Kunst zum Tag der Archive

Gegessen: Spaghetti mit Mönchsbart

Getrunken: jede Menge Pukka Tees

Gefreut: das soviel Geld zusammen gekommen ist

Geärgert: darüber was Macht bei schwachen Menschen auslösen kann

Gelacht: David Cameron is Margaret Thater with a smaller c*ck und dieses Bild

Geplant: mich intensiver um meinen Working Future Working Blog zu kümmern

Gewünscht: diese Bike Washing Machine, dieses tiny House, dieses Bild

Gekauft: diesen Mantel und zwei scharze Tshirts

Gefunden: nix

Geklickt: auf dieses Video das verwirrende Film-Enden erklärt, Brené Browns Ted Talk „The Power of Vulnerability“, Candy Changs Ted Talk „Before I die I want to …“ und Dave Eggers „Once upon a school…“

Gewundert: und Menschen wollen doch das Richtige tun und wenns drauf ankommt lassen sie einen NICHT im Stich 🙂