#Lithund – Auf den Hund gekommen

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Vielleicht habt ihr Euch schon über den Hund in der Seitenleiste gewundert oder aber bei Birgit von Sätze & Schätze sowie Claudia von das graue Sofa gelesen, wir haben uns zu einer kleinen Blogger-Kollektive zusammengeschlossen, um uns etwas ausführlicher dem Hund in der Literatur zu widmen.

Die dritte im Bunde ist meine Wenigkeit und ich habe bereits ein irre schlechtes Gewissen, weil ich mich noch gar nicht geäußert habe, ich bin leider im Renovierungschaos versunken und konnte bislang nur punktuell auftauchen.

Da auch sämtliche Bücher in Kisten verschollen waren und ich erst seit heute wieder so ganz langsam Land sehe, werde ich mich in den nächsten Tagen um so intensiver dem Hund in der Literatur widmen.

Da wir beide arbeiten und viel reisen haben wir keinen eigenen Vierbeiner, die gute Bonnie, die hier schon öfter auf Bildern aufgetaucht ist, ist unser heißgeliebter Pflegehund, die wir ab und an übernehmen, wenn ihre Familie auf Reisen ist. Bonnie ist also ein regelmäßiger Gast hier, kürzlich hatten wir einen kleinen schwarzen Scotch-Terrier aus Venezuela für ein paar Tage, der hat uns gleich mal dazu gebracht, ein paar Brocken Spanisch zu lernen, da er weder deutsche noch englische Anweisungen verstand.

Habe immer einen Hund gehabt, ohne geht es gar nicht und wenn schon nicht ein live Hund durch die Bude tobt, dann muss eben mindestens ein Literatur-Hund her. Bleibt also dran, in den nächsten Tagen wird es hier mächtig um den Hund gehen.

Birgit war schon fleißig und hat sich den wilden Hunden gewidmet – hier geht es zu ihrer Besprechung von Jack Londons „Ruf der Wildnis

 

Meine Woche

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Gesehen: „Equals“ Sci-Fi Drama von Drake Doremus mit Kristen Stewart. Die Bilder, die Ästhetik und der Soundtrack haben mir sehr gefallen.

Reset“ Kurzfilm von Marcus Kryler & Frederik Akerström. Grandioser Film über ein kleines Mädchen das auf einer einsamen Farm lebt mit seiner Mutter und merkt, nichts ist eigentlich wie es scheint. Unbedingt ansehen.

Lo and Behold“ sowie „Into the Inferno“ zwei Dokumentationen von Werner Herzog. Lo and Behold ist die Geschichte des Internets. Für „Into the Inferno“ bereisen Herzog und Vulkanologe Clive Oppenheimer zu den Vulkanen der Welt. Beide absolut sehenswert. Insbesondere Inferno hat berauschende Bilder.

Anguish“ Horror-Klassiker aus dem Jahr 1987 von Bigas Luna. Ein mutter-fixierter Assistent eines Augenarztes mit einer ungesunden Faszination für Augäpfel

Gehört: „Kill for Love“ – Chromatics, „Express Yourself“ – Marcus Guenther, „Hold“ – Teen Daze, „Theory of Machines“ – Ben Frost, „I know you are, but what am I“ – Mogwai,“44„- Apparat, „The Past“ – Apparat, „War“ – Mercy Weiss

Gelesen: über die Suche nach dem ewigen Leben, Ursula Le Guin über Macht, Unterdrückung und Freiheit, über Zelda Fitzgeralds Erzählungen, über den chilenischen Dichter Raul Zurita, jede Menge Renovierungs– und Deko-Berichte und über die obdachlose Kinder im Silicon Valley

Getan: den 30. Geburtstag einer Freundin gefeiert, den Rest der Wohnung renoviert, viel umgeräumt, aufgeräumt, weggeworfen und verschenkt – noch eine Woche dann kehrt an der Ecke wieder Normalität ein

Geplant: neue Küche einbauen und dann endlich wieder Normalität in der Bude zu haben

Gegessen: wir testen gerade nahezu jeden Münchner Lieferservice

Getrunken: Volvic Tee

Gelacht: über Meryl Streep als Donald Trump

Geärgert: über das neverending Bruder-Drama und das meine Bohrmaschine weg ist

Gefreut: über einen Band Kurzgeschichten und musikalische Jahressampler die mit der Post kamen – ich danke Euch oxox und das ich auf der Gästeliste des TED Salons München gelandet bin

Gewünscht: dieses Outfit, dieses Bücherregal, dieses Tattoo und diese minimalistischen Arbeitsecken

Geklickt: auf dieses Interview mit David Bowie

Gekauft: nix

Gefunden: jede Menge das weg konnte

Gewundert: über den Brinicle „Ice Finger“

Kryptozän – Pola Oloixarac

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Nach den ersten paar Seiten hatte ich den Eindruck, ich habe es mit einer riesigen Borges Verehrerin zu tun. Pola Oloixaracs Stil imitiert den Stil wissenschaftlicher Dokumente und präsentiert eine Science Fiction Geschichte, die unerwarterweise im Jahr 1882 beginnt mit der botanischen Entdeckung einer halluzinogenen Pflanze, die in der Lage ist, die Limitierungen des Individuums zu überwinden und eins zu werden mit dem Universum.

Der Roman wird in drei Teilen erzählt. Die Geschichte des Botanikers Niklas im Jahr 1882, von Cassio dem Hacker im Jahr 1983 und schließlich mit der Geburt von Piera im Jahr 2004, einer Molekular-Biologin, die mit Hilfe von Cassio die endgültige Symbiose zwischen einem lebendem Organismus und einem Computer Code erschafft.

Der Roman verbindet die wissenschaftlichen Fortschritte mit den drei Charakteren und erschafft dabei ein geheimnisvoll-rätselhaftes, aber auch unvollendetes Universum.

„Wissenschaft und Technik haben mit ihren exponentiell wachsenden Fähigkeiten einen Punkt erreicht, an dem sie gar nicht mehr reguliert werden können. Deshalb ist es lächerlich, nicht alles niederzureißen und sich stattdessen anständig zu verhalten, also weiterhin Hierarchien zu huldigen, die längst keine Bedeutung mehr besitzen … was ich meine, ist, dass sie keine Bedeutung mehr besitzen, weil sie nicht existieren. Sie sind buchstäblich inexistent. Es ist so, als bewohnen sie eine andere Dimension, eine Dimension, die mit der Welt, in der sich die Technologie in Wirklichkeit bewegt, überhaupt nicht in Kontakt kommt.“

Diese dunklen Konstellationen verlieren ihre Magie, die nicht so sehr in der Geschichte selbst steckt, sondern in der erzählenden Kraft der Autorin sowie den existentiellen, vor sich hin mäandernden Themen. Kein einfaches Buch, aber eine dennoch lohnende Lektüre. 

Oloixaracs scharfsichige Beobachtungen und Analogien sowie ihr sehr umfangreiches Wissen über die Archäologie des Internets mit phreaking, Assemblern, BBS etc. machen Spaß und trösten über den teilweise etwas löchrigen Plot hinweg.

Das dünne Büchlein hat es auf jeden Fall in sich. Es geht um Biologie/Bioelektronik und präsentiert eine deutlich andere Sicht auf Evolution, um Politik und Wirtschaft und warnt vor der totalen Datensammlung. Es porträtiert den Hacker in Zeiten von Hyperconnectivity als vielleicht letzten Retter – und das auf ganz poetische, manchmal verwirrende Weise. Oh und es ist ziemlich pornographisch.

Die Argentinierin Pola Oloixarac nimmt mit ihrem Roman Stellung zur Rolle Argentiniens, das unglaubliche Mengen an biometrischen und genetischen Daten seiner Bürger sammelt, wie kaum ein anderes Land dieser Welt. Sie antizipiert wie Quantencomputer und biologisch umgewandelte IT-Viren künftig zu ganz neuen Möglichkeiten führen könnten und uns in ein neues Erdzeitalter manövrieren: das Kryptozän. Sie beunruhigt und beruhigt ob dieser Möglichkeiten und lässt den Leser am Ende recht zwiegespalten zurück.

„In Argentinien war der nationale Kampf gegen die Personenerfassung schon im vorangegangenen Jahrhundert verlorengegangen. Aufgrund eines während der Militärdiktatur erlassenen Gesetzes war jedes Individuum verpflichtet, einen Nationalen Identitätsnachweis (DNI) mitzuführen, der in den folgenden Jahrzehnten vom Planministerium um biometrische Informationen, digitale Lichtbilder und Fingerabdrücke ergänzt wurde. Angefangen mit dem ersten im Jahr 2012 geborenen Baby archivierte Argentinien die biometrischen Daten der Neugebornenen in einer Datenbank, die schnell auf Millionen von Einträgen anwuchs. An solche Kontrollen durch die Regierung schloss sich die Überwachung über Netztechnologien wie Telefone, Kreditkarten und das öffentliche Transportwesen an und erzeugte so „Lebenslinien“, Chroniken jedes Einzelnen und seiner geolokalisierten Bewegungen, die vom PROJEKT und dem Planministerium gesammelt und gespeichert wurden. Das Projekt zur Regionalen Reorganisation der genetischen Daten wurde bald danach auf ganz Lateinamerika ausgedehnt und schuf riesige Datenlager für „Personen im Prozess der Linienzeichnung“, also Lebende.“

Pola Oloixarac wurde 1977 in Buenos Aires geboren und ist Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin die u. a. für die New York Times, The Telegraph und The Rolling Stone arbeitet. Sie schreibt und lebt in Berlin.

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Foto: Verlag Klaus Wagenbach

 

Hier ein Interview mit der Autorin, die auch eine Playlist für ihr Buch erstellt hat mit dem wunderbaren Namen:

„Eine Playlist des Hackers als junger Mann“

  1. Star Wars Theme
  2. November Rain – Guns & Roses
  3. Too drunk to fuck – Dead Kennedys
  4. California Uber Alles – Dead Kennedys
  5. One Hundred Years – The Cure
  6. Lua de Cristal – Xuxa
  7. Vision of Love – Maria Carey
  8. Subterranean Homesick Alien – Radiohead
  9. We Suck Young Blood – Radiohead
  10. Cramp Stomp – The Cramps
  11. Al Ver Veras – Luis Alberto Spinetta
  12. No sabemos nada – Los Siquicos Litoralenos
  13. Biological Speculation – Funkadelic

Ich danke dem Klaus Wagenbach Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Woche

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Gesehen: „Innocence“ von Lucille Hadzihalilovic mit Marion Cotillard. Mystery Drama um eine abgelegene Boarding School durch eine Novelle von Franz Wedekind inspiriert.. Wunderschöne Bilder, ein Film der lange nachgeht.

Big Bang Theory“ Season 9 – es wird geheiratet. Schön vertraute Freunde wiederzusehen in stürmischen Zeiten…

Gehört: „Reality“ – Boys Noize, „NVRLND“ – Raveonettes, „Amputation“ – The Jesus and Mary Chain, „Say something loving“ – The XX, „Oracle“ – Haelos

Gelesen: diesen Artikel in der Zeit zur Debattenkultur, dieses Gespräch zwischen Siri Hustvedt und dem Neurowissenschaftler Vittorio Gallese, Miranda July über das Prokrastinieren, Laurie Penny über „strong women“ und Simone de Beauvoir über den Zufall und unsere Entscheidungen

Getan: 2/3 der Wohnung renoviert – umgeräumt – entsorgt.
Schwimmen gegangen und neue Lampen gesucht

Geplant: Schlaf- und Arbeitszimmer renovieren und dann kommt die neue Küche…
einen Workshop vorbereiten und über Hunde schreiben

Gegessen: Bangers & Mash und dieses leckere Tiramisu

Getrunken: Kilkenny

Gelacht: Amy: Religion? Sheldon: Star Trek.

Geärgert: hmmm nee glaube nicht

Gefreut: über mir zugesandte Miniaturen als Begleitung für unser Renovierungsprojekt, die bereits fertigen Räume und den Schnee

Gewünscht: diese Jellyfish Skulptur, diesen Wandkalender, dieses Filmmagazin, dieses Bild

Geklickt: auf die Top 10 TED Talks 2016, auf das Interview mit Vize Präsident Joe Biden, James Gleick über den Film „Arrival“ und auf die 100 einflussreichsten Fotos der letzten 100 Jahre

Gekauft: diese Lampe, diesen Garderobenständer

Gefunden: einen Abnehmer für unsere alte Küche

Gewundert: wie schwer Farbeimer werden, wenn man sie ins Dachgeschoss schleppt

Hirngymnastik – Physik

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Physik ist die Basis zum Verständnis der Welt um uns herum, der Welt in uns und auch der Welt über uns und damit eine der fundamental wichtigen Wissenschaften. Dennoch bin ich wahrscheinlich nicht die Einzige hier, die in der Schule einen großen Bogen um das Fach gemacht hat.

Mich interessieren die großen Zusammenhänge und das Warum. Das Wie in der Regel nicht so sehr. Damit bin ich in der Schule in der naturwissenschaftlichen Fächern nicht weit gekommen. Da ging es immer nur fröhlich induktiv zur Sache. Vom spezifischen zum Allgemeinen, wenn das Allgemeine überhaupt mal thematisiert wurde.

Das ist wirklich traurig, denn Physik wurde damit bei so vielen Menschen zum Hassfach, dabei ist es eine Wissenschaft, die unsere Vorstellungskraft herausfordert wie kaum eine andere. Konzepte wie die Relativitätstheorie, die Stringtheorie oder auch die Quantenphysik hauen dem gesunden Menschenverstand erst einmal einfach nur die Beine weg.

Physik ist auch die Basis für große Entdeckungen und Erfindungen wie Computer, Laser und Elektronenmikroskopie, ohne die wir unsere DNA vermutlich nicht hätten entschlüsseln können. Physik befasst sich mit dem Studium des Universums und den fernsten Galaxien bis hin zu den kleinsten subatomaren Partikeln oder der Nanotechnologie.

 

Wer Naturwissenschaften spannend findet, kommt um Physik nicht herum und daher wurde es einfach Zeit für eine entsprechende Hirngymnastik. Die hat mir aber auch wirklich einiges abgefordert und ich habe dabei versucht Bücher zu finden, die weitestgehend ohne Formeln auskommen, bzw. eher deduktiv vorgehen.

„Die Physik der Zukunft – Unser Leben in 100 Jahren“ – Michio Kaku

Das Buch ist ein guter Einstieg für Leute mit wenig naturwissenschaftlichem Grundwissen (wie ich). Kein Buch für Hardcore Science Freaks, dafür ist es zu leichtgewichtig.

Michio Kaku ist Professor für Theoretische Physik am City College of New York und defintiv jemand, der es schafft Physik spannend und mitreissend zu erzählen. Jedes der folgenden Kapitel  Computer, Künstliche Intelligenz, Medizin, Nanotechnologie, Energie, Raumfahrt, Wohlstand und die Zukunft der Menschheit ist jeweils in drei Unterbereiche aufgeteilt: die nahe Zukunft von heute bis 2030, die Mitte des Jahrhunderts 2030 – 2070 und die ferne Zukunft 2070 – 2100. In jedem Kapitel deckt er die wichtigen Entdeckungen und Erfindungen ab, die sich entwickeln werden ausgehend von den heutigen Technologien und unserem jetzigen Wissensstand.

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Foto: Scientific American

Kaku ist ein Optimist und sieht für nahezu alle Probleme der Menschheit eine technische Lösung. Damit werden einige ihre Schwierigkeiten haben, ich gehöre auch eher zu den manchmal zu optimistischen Vertretern und schwimme daher mit Kaku wunderbar auf einer Wellenlänge.

Besonders spannend fand ich das Computer Interface über eine Kontaktlinse, was eine ziemlich effektive Nutzung in der Medizin mit sich bringen könnte. Kaku sieht die Möglichkeit, das wir innerhalb der nächsten 100 Jahre in der Lage sein werden, Computer telepathisch zu bedienen. Es gibt bereits Sensoren für Paraplegiker, die ins Hirn gesetzt werden und die es ihnen dann ermöglichen, gedankliche Impulse in emails beispielsweise umzusetzen. Die nächste Entwicklung werden Arme und Beine sein, die von den Patienten über die Gedanken gesteuert werden.

Biotechnologie in Kombination mit Nanotechnologie gibt Raum für jede Menge spekulative Szenarien. Auch die Genetik ist natürlich ein großer Spekulations-Spielplatz. Wird Jurassic Park Wirklichkeit? Auch wenn die DNA möglicherweise bereits zu weit abgebaut ist, könnte man ggf die Genome von Vögeln und Echsen kreuzen um so einen Dinosaurier zu erzeugen ?

 

Kaku diskutiert auch die Frage nach der Zukunft der Arbeit. Wie werden wir in Zukunft leben, wenn Arbeit weitestgehend von Maschinen oder künstlicher Intelligenz übernommen wird ? Damit wir uns da eher in eine Zukunft Richtung Star Trek entwickeln und nicht vor lauter Faulheit und Sinnlosigkeit degenerieren, sollten wir lieber heute als morgen mit entsprechenden Diskussionen beginnen, wie die Zukunft ohne Arbeit aussehen soll.

Die größte Sorge bereitet Kaku der Klimawandel und die globale Erwärmung, die wir selbst bei hoffnungsvollen Zukunftprojektionen nur mit Schwierigkeiten in den Griff bekommen werden.

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Kaku beschreibt einen Tag im Leben eines Menschen im Jahr 2100 – ob es so sein wird, werden die heutigen Leser in der Regel wohl nicht mehr erleben. Das Buch endet mit einem Zitat von Gandhi, das die Herausforderungen für die Menschheit am besten zusammenfasst:

Die Wurzeln der Gewalt

Reichtum ohne Arbeit,
Vergnügen ohne Gewissen,
Wissen ohne Charakter,
Handel ohne Moral,
Wissenschaft ohne Menschlichkeit,
Anbetung ohne Opfer,
Politik ohne Prinzipien

Ganz besonders möchte ich euch den Physik-Vortrag von Michio Kaku der „Floating University“ ans Herz legen, der für mich der Anstoss war, meine nächste Hirngymnastik der Physik zu widmen:

http://www.floatinguniversity.com/lectures-kaku

Und wer keine Lust hat zu lesen, der kann sich auch seinen Votrag „The Physics of the Future“ anhören:

„Das Top Quark, Picasso und Mercedes-Benz oder Was ist Physik“ – Hans Graßmann

Der Physiker und Mitentdecker des Top Quark stellt Erkundungen zum Wesen, zur Geschichte und zu den Grundzügen der Physik an und das ganz unterhaltsam – mittels einer Entdeckungsreise zu den elementaren Erkenntnissen über Raum, Zeit und Materie.

Erschienen ist das Buch Mitte der 90er Jahre, aber das hat einzig beim Kapitel über Gravitationswellen ein wenig gestört, ansonsten haben sich die Grundlagen der Physik in den zwanzig Jahren nicht großartig verändert. Graßmann startet mit der Geschichte der Physik, gibt Einblicke in die Teilchenphysik und den Aufbau der Materie und Antimaterie, geht auf Quantenphysik, Relativitätstheorie und Stringtheorie ein und beschäftigt sich dann mit dem Nutzen der Physik.

Hans Graßmann versucht der Physik ihren Schrecken zu nehmen. Wenn man weiß, wie es zum Sonnenbrand kommt und wie eine Gitarre funktioniert, kann auch den Aufbau der Welt und die Physik verstehen.

Der Stil des Buches war mir zu onkelhaft, dennoch habe ich gemerkt, wie weitere Puzzleteilchen in meinem Hirn ihr Plätzchen gefunden haben und damit hat das Buch letztlich seinen Zweck erfüllt. Ein paar Bilder und Grafiken würden dem Buch ganz gut tun.

„Wer sein ganzes Leben damit verbringt, dem Nützlichkeitsprinzip zu huldigen, wird früher oder später feststellen, wie unnütz er ist.“

Vermutlich würde Physik nach wie vor nicht zu meinen Lieblingsfächern in der Schule zählen, aber den ganz großen Schrecken hat es verloren und ich finde Naturwissenschaft viel zu spannend, um nicht auch Lust zu haben mich mit Physik zu beschäftigen. Ich hoffe, ich habe Euch mit dieser Hirngymnastik ein bisschen Lust darauf machen können.

Ich habe ich mich ja mit der Physik dem Universum bereits genähert, ich greife also zu den Sternen und mache mit Astrophysik/Kosmologie weiter.

 

 

2016 – Das Konzertjahr

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2016 war ein ganz gutes Konzertjahr. Kein wirklicher Ausfall dabei, ich kann mich nur schwer für ein Ranking entscheiden und lasse es daher. Hier meine Konzerte in diesem Jahr in alphabetischer Reihenfolge incl der jeweiligen Vorbands:

Und hier zum Abschluß noch meine Playlist 2016

David Bowie – Lazarus
Sia – Waving Goodbye
Russian Circles – Mota
Daughter – Doing the Right Thing
Massive Attack – The Spoils
Christine and the Queens – Tilted
Lea Porcelain – Warsaw Street
Archive – Bright Lights
Polica – Lime Habit
Trentemoller – Never Fade
Banks – 27 Hours
IAMX – Everything is Burning
Avec – Granny
Public Memory – Ringleader
The Kills – Heart of a Dog
Esben and the Witch – Sylvan
Get Well Soon – Marienbad
Austra – Utopia
Mono – Ely’s Heartbeat
Savages – Adore
Explosions in the Sky – Landing Cliffs
The Raveonettes – Run Mascara Run
Holy Esque – Rose
Garbage – Even Though our love is doomed
Skunk Anansie – Death to the Lovers
Warpaint – New Song
Pantha du Prince – The Winter Hymn
White Lies – Take it Out on Me
Johan Johannsson – Arrival
Aphex Twin – CHETAHT2
Swans – Finally Peace

Wie war euer musikalisches 2016 ? Haben wir Überschneidungen ? 2017 werde ich auf jeden Fall versuchen wieder häufiger in die Oper zu kommen.

Meine Woche

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Gesehen: „Rogue One: A Star Wars Story“ von Gareth Edwards. Mir hat er gut gefallen und das Ende ist ein bisserl heartbraking. May the Force be with us in 2017

The One I love“ von Charlie McDowell mit Elizabeth Moss. Ein Film mit außergewöhnlichem Konzept, spannend und verwirrend. Fand ihn überraschend gut.

Der Filmamateur“ von Krzystof Kieslowski aus dem Jahr 1979 über einen einfachen Arbeiter dessen neues Hobby Filmen zur Obsession wird und ein bisher beschauliches beiges Leben auf den Kopf stellt.

Gehört: „One More Try“ – George Michael, „Future Politics“ – Austra, „Endless Party“ – Whispering Sons, „Char“ – Chrystal Castles, „Scattered Ashes“ – Minor Victories,

Gelesen: Nietzsches 10 Regeln fürs stilvolle Schreiben, Isaac Asimov erklärt wie man stets voller Ideen bleibt und Hunter S Thompson wie man seine Bestimmung findet. Scientific American überlegt wie man mit Leuten diskutieren kann, wenn Fakten allein nicht genügen, darüber wie uns der Islamismus und der Rechtsextremismus in die Zange nehmen und über die 10 größten wissenschaftlichen Erfolge 2016 und Toni Morrison erklärt was die Aufgabe des Künstlers ist in schwierigen Zeiten

Getan: die stillen Tage zwischen den Jahren genossen, viel ausgemistet und aufgearbeitet

Geplant: die Wohnung freiräumen für das erste Renovierungs-Wochenende

Gegessen: Raclette

Getrunken: einen sehr leckeren Hemingway und Champagner

Gelacht: über die Netflix Parodie von der 90. Geburtstag

Geärgert: Carrie Fisher und George Michael 😦

Gefreut: über Weihnachtspost von lieben Freunden – ich habe es dieses Mal nicht geschafft, aber ich melde mich in den nächsten Tagen bei euch – versprochen.

Gewünscht: diese Bettwäsche, dieses Bücherregal, diese Lampen

Geklickt: auf Dieter Nuhrs Audio-Feature, wie dieser Biohacker aus Äpfeln Ohren macht und auf diese Weltkarte die zeigt was jedes Land am besten kann

Gekauft: dieses Bild

Gefunden: nix

Gewundert: wie schlecht mein Burger im 35mm war