Persepolis – Marjane Satrapi

Foto: Ueberreuter Verlag

Persepolis ist eine wunderbare Graphic Memoir. Witzig, weise und teilweise herzzerreißend. Marjane Satrapi erzählt von ihrer Kindheit im Iran, wo sie während der Islamischen Revolution aufwuchs. In kraftvollen schwarz-weiß Bildern erzählt Satrapi von ihrem Alltag in Teheran zwischen ihrem sechsten und vierzehnten Lebensjahr. Jahre, in denen das Regime des Schah gestürzt wurde, die Islamische Revolution triumphierte und über die verheerenden Folgen des Krieges mit dem Irak.

Das intelligente, offene Mädchen ist die einzige Tochter überzeugter Marxisten und die Ururenkelin des letzten iranischen Kaisers. Marjane Satrapis Kindheit ist eng verbunden mit der Geschichte ihres Landes.

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Persepolis zeigt in unvergesslichen Bildern den Alltag im Iran während der Islamischen Revolution und den verwirrenden Widersprüchen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Leben. Marjane erlebt die staatlich sanktionierten öffentlichen Auspeitschungen, die Absetzung der bisherigen Herrscher sowie die Helden der Revolution und man versteht durch sie und das Leben ihrer Familie die Geschichte dieses außergewöhnlichen Landes.

Eine Graphic Memoir, die unglaublich intensiv, persönlich und politisch ist, ist gleichzeitig eine Coming-of-age Geschichte und eine Erinnerung daran wie hoch der Preis ist, den die Menschen für Kriege und politische Unterdrückung zahlen müssen.

 Satrapi spricht über die Schmerzen als Frau in ein Land geboren zu werden, dass eines der strengsten unterdrückerischsten islamischen Regime der Welt ist. Sie tut dies, ohne je moralisierend zu klingen oder ins melodramatische abzudriften.

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Marjani hat richtig tolle Eltern, die es problemlos in die Top 10 der coolsten Eltern in Büchern schaffen, über die ich jemals gelesen habe.

Ein Buch, das ein wirklich originelles und wahrhaftiges Bild der Revolution und seiner Konsequenzen schafft und auch die schiere Absurdität religiöser Dogmen aufzeigt.

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Foto: Ueberreuter Verlag

Im zweiten Band ihrer Memoiren begegnen wir Marjane in Österreich. Ihre Eltern ermöglichten ihr, dem Fundamentalismus und dem Krieg im Iran zu entkommen, in dem sie sie zu Verwandten nach Wien schickten. Dort angekommen, ist sie ziemlich allein mit ihren Problemen in der Pubertät und es gelingt ihr nur langsam, einen Platz für sich in einer Gruppe von Außenseitern zu finden. Immer wieder kämpft sie darum, irgendwo dazuzugehören.

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Nach ihrem Abschluss beschließt Marjane, trotz der Repressalien in den Iran zurückzukehren, da sie ihre Heimat und ihre Familie immer mehr vermisst. Ihre schwierige Rückkehr zwingt sie dazu, sich den Veränderungen zu stellen, die sie und ihr Land mittlerweile vollzogen haben. Marjane leidet sehr unter ihrem „Versagen“ in Österreich und verkriecht sich zunächst bei ihren Eltern. Es dauert eine ganze Weile, bis sich gleichgesinnte Freunde findet, sich verliebt und beginnt Kunst zu studieren.

Doch die immerwährenden Unterdrückungen und der staatlich sanktionierte religiöse Fundamentalismus und Chauvinismus ihres Landes bringt sie irgendwann dazu, sich wieder zu fragen, ob sie im Iran wirklich eine Zukunft hat….

Ich habe die beiden Bände verschlungen, kann sie nur jedem ans Herz legen und bin schon sehr gespannt auf die Verfilmung.

Hier der Trailer:

Welche Graphic Novels/Memoirs könnt ihr empfehlen?

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Meine Woche

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Gesehen: „Columbus“ (2017) von Kogonada mit Haley Lu Richardson und John Cho. Wunderschöner intellektueller Film mit tollen Bildern, viel Architektur und perfektem Soundtrack. Unbedingt ansehen.

Ad Astra“ (2019) von James Gray mit Brad Pitt. Philosophischer Sci-Fi mit wunderschönen Bildern. Den sollte man auf jeden Fall auf der großen Leinwand sehen. Der Soundtrack ist ebenfalls großartig.

28 Days Later“ (2002) von Danny Boyle mit Cillian Murphy und Naomie Harris. Ein Killer-Virus der in England ausbricht und nahezu alle Menschen in zombieartige Killer verwandelt. Klingt nach Brexit-Wahn, ist aber ein wirklich guter Film.

Gehört: „Columbus Soundtrack“ – Hammock, Ad Astra Soundtrack,  „House of Cards“ – Radiohead, „Virðulegu Forsetar“ – Jóhann Jóhannsson, „Narcosis“ – Kokomo, „Trauma“ – Terpentine Valley, „Requiescene“ – Random Forst

Gelesen: über die frisch gebackene Literatur-Nobelpreisträgerin Olga TokarczukGoogle and their contributions to climate change deniers, the women who take the alt-right to court, to be a genius think like a 94 year old, Marina Abramovic on Yugonostalgia und a silent act of resistance: the hidden tattoo studios of Teheran

Getan: ein gutes Bootcamp durchgeführt, an der Isar entlang spaziert und einen schönen Abend beim Geburtstagsgeschenks-Dinner mit lieben Freundinnen verbracht

Geplant: Konzerte besuchen und Yoga machen

Gegessen: Kartoffel-Paneer-Salat und leckere Strozzapreti in der Goldmarie

Gefreut: über diese fröhlichen Damen auf dem Laufsteg und den Literaturnobelpreis für Olga Tokarczuk

Geweint: über den schrecklichen Anschlag in Halle

Gestaunt: A short film about two small spacecraft, an epic journey, taking risks and falling in love. Also Carl Sagan. By Penny Lane.

Gelacht: über Maren Kroymanns „Der Geburtstag“ und über diese ältere Dame und Trevor Noah die was zu Boris Johnson haben

Gewünscht: dieses Outfit, diese Decke, diesen Kalender und diesen Fitness-Guide

Gefunden: ein wunderschönes Foto in einem Buch

Gekauft: Bücher und eine Books-that-Matter-Box

Gedacht: Das Talent gleicht dem Schützen, der ein Ziel trifft, welches die übrigen nicht erreichen können; das Genie dem, der eins trifft, bis zu welchem sie nicht einmal zu sehen vermögen – Arthur Schopenhauer

Eine Liebe Swanns – Marcel Proust

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Eine Liebe Swanns ist eine Liebeserklärung auf 300 Seiten, bei der man irgendwann merkt, dass das Objekt dieser Liebe überhaupt keine Wichtigkeit hat, nur das Lieben an sich ist wichtig.

Ich bin primär einmal froh, dass ich dieses Buch tatsächlich geschafft habe. Es war zu gleichen Teilen ein beglückendes Erlebnis aber auch wahnsinnig frustrierend.

Es ist der erste Teil – wenn ich mich nicht täusche – von Prousts Monumentalwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und kann als Novelle für sich stehen. Dennoch hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, mir fehle der Kontext.

Die Sprache ist natürlich wunderschön, da sind brilliante Sätze, aber ganz ehrlich – Swann ist ein ziemlicher Idiot. Das, was er Liebe nennt, hat für mich nicht wirklich etwas mit Liebe zu tun, es handelt sich eher um eine ungesunde Besessenheit, eine eifersüchtige, unehrliche, ja kranke Liebe.

Mich nervte, dass er von Odette nicht lassen konnte, dass sie beide dieses irrsinnige Spiel permanent weiterführen. Aber gut, dass ist wohl die Macht der Liebe, auch wenn es sich um eine ziemlich korrumpierte Form handelt. Menschen können sich auf abenteuerlichste Weise selbst hinters Licht führen und wenn sie genug Zeit haben, finden sie dennoch rationale Erklärungen für ihr Verhalten.

„Von allen Arten der Erzeugung von Liebe, von allen Wirkkräften zur Verbreitung der heiligen Krankheit, ist sicher dieser gewaltige Erregungssturm, der uns manchmal erfasst, eine der zuverlässigsten. Dann fällt das Los unweigerlich auf die Person, mit der wir im Augenblick gerade gern zusammen sind; sie ist es, die wir lieben werden. Es ist dabei gar nicht nötig, dass sie uns bis dahin mehr oder auch nur ebensosehr wie andere gefiel. Es musste nur dazu kommen, dass unsere Neigung für sie plötzlich ausschließlich wurde.“

Bewundernswert ist Prousts Gabe, die sozialen Feinheiten herauszuarbeiten, die Beschreibung des Salons der Verdurins und die vielen feinen Haarrissen gleichenden Brüchen in den Begegnungen der Salonbesucher, ihrer Konflikte, Geheimnisse und wie er vorsichtig und fast zärtlich ihre jeweiligen Schwächen herausarbeitet.

Proust, der Chirurg mit der Feder, spielt natürlich auch auf vielschichtige Weise mit der Macht der Erinnerung. Mal unabhängig vom berühmten Madeleine Beispiel, ist es in „Eine Liebe Swanns“ die Macht der Musik, die kaum versteckten Tiefen im Bewußtsein des Protagonisten freizulegen. Das Freisetzen von Erinnerungen durch die Kunst ist das eigentliche Herz dieser Geschichte.

Ich freue mich, endlich etwas von Proust gelesen zu haben, brauche jetzt aber dringend etwas Abstand vom „Fin de Siecle“, wobei so einen Salon hätte ich ja schon auch gerne 😉

Habt Ihr Proust gelesen? Wie war euer Leseerlebnis?

Meine Woche

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Gesehen: „Colette“ (2018) von Wash Westmoreland mit Keira Knightley. Gelungenes Biopic über eine vielschichtige Autorin, von der ich bislang noch nichts wirklich gelesen habe.

The Ninth Gate“ (1999) von Roman Polanski mit Johnny Depp. Den wollte ich wirklich mögen. Ein Antiquar als Hauptdarsteller, jede Menge Bücher, aber das war echter komplett unausgegorener Käse mit Unmengen an Product Placements.

Gehört: „Bury a friend“ – Billy Eilish, „Heart to break“ and „Close your Eyes“ – Kim Petras, „Safe Me“ – Lacuna Coil, „Ghosteen“ – Nick Cave & The Seeds, „Ave Maria“ – Jessye Norman, „Avicii“ – Thees Ullmann, „Glissando for Bodies and Machines in Space“ – Christina Vantzou

Gelesen: Frauen im Rock’n’Roll,  Why lesbian films should be named as such, Why Capitalism is broken, Laura Lipman on diets, dieses Interview mit Jeanette Winterson, The next big reading platform may be Instagram, The oral history of Lilith Fair

Getan: im Regen geradelt, ein Abend auf der Wiesn verbracht und ein sehr schönes Dinner mit Freunden gehabt

Geplant: ein gutes Bootcamp durchführen

Gegessen: diesen glutenfreien Schokokuchen

Gefreut: über ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk und über unser neues mega bequemes Bett

Geweint: nein

Geklickt und gestaunt: London’s abandoned underground, ein Oktopus beim Träumen ?und beim Öffnen eines Glases und Lisa Simpson warnte schon vor etlichen Jahren vor dem Klimawandel

Gelacht: über dieses gehäkelte Alien-Kostüm

Gewünscht: dieses Regal, dieses Bild, dieses Bad

Gefunden: nix

Gekauft: nix

Gedacht: Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird – Albert Camus

Women in Science (22) Williamina Fleming

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Im Jahr 1881 hatte der Direktor des Harvard Observatoriums, Edward Charles Pickering, ein Problem: die Menge an Daten, die im  Observatorium eintrafen, konnten von seinen Angestellten überhaupt nicht mehr analysiert werden. Außerdem hatte er ziemlich Zweifel an der Kompetenz seiner Mitarbeiter, insbesondere an der seines Assistenten, den er für ineffizient hielt beim Katalogisieren. Daraufhin tat Pickering etwas ziemlich ungewöhnliches: er feuerte seinen männlichen Assistenten und ersetzte ihn mit seinem Zimmermädchen, Williamina Fleming. Diese war ihm von seiner Frau wärmstens empfohlen worden und sie zeigte sich als derart begabt im Berechnen und Katalogisieren der Daten, dass sie 34 Jahre lang in Harvard arbeitete und eine der Gründerinnen der „Harvard Computers“, einer rein aus Frauen bestehenden Truppe, die angestellt war, um die mathematischen Berechnungen durchzuführen und die Veröffentlichungen des Observatoriums zu editieren. 1886 wurde Fleming Chefin dieser Truppe.

Williamina war die Frau aus Dana Sobels „The Glass Universe“, die den stärksten Eindruck auf mich machte. Mit ihr begann die Ära der Frauen – teilweise mehr als 80 – die während Pickerings Amtszeit in Harvard astronomische Daten berechneten und katalogisierten. Einige dieser Frauen produzierten eigene signifikante Arbeiten und waren durchaus berühmt in wissenschaftlichen Kreisen. Der Großteil blieb allerdings nicht individuell im Gedächtnis, sondern als Gruppe mit dem nicht sehr einfallsreichen Namen „Pickerings Harem“.

 

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Der dämliche Spitzname zeigt den Status, den Frauen zu dieser Zeit hatten. Von Ihnen wurde mit seltenen Ausnahmen erwartet, dass sie ihre Energie darauf verwenden, sich um den Gatten zu kümmern, Kinder zu bekommen und den Haushalt zu machen. Die Wissenschaft zu dieser Zeit warnte Frauen regelrecht davor, sich weiterzubilden und zu arbeiten in der Annahme, sie seien zu zart für den Stress.

Edward Pickering war ein fortschrittlicher, progressiver Denker – zumindest wenn es um gleiche Bildungsmöglichkeiten ging. Bei der Arbeitseinteilung war er dann doch wieder sehr Kind seiner Zeit, die Frauen wurden überwiegend für administrative Tätigkeiten eingesetzt.

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Die Arbeit war überwiegend sehr monoton. Die Frauen saßen sechs Tage in der Woche über Fotografien für 25 – 50 cent pro Stunde (etwa die Hälfte von dem, was ein Mann verdiente). Sie klassifizierten die Sterne, in dem sie sie mit den Fotografien im Katalog abglichen bzw. katalogisierten die Sterne selbst. Ihre Notizen wurden händisch in Tabellen eingetragen, in denen die genaue Ortsbezeichnung des Sternes angegeben wurde und die jeweilige Helligkeit. Das war eine ganz schöne Schinderei. Williamina notierte diesbezüglich in ihrem Tagebuch:

„In the Astrophotographic building of the Observatory, 12 women, including myself, are engaged in the care of the photographs…. From day to day my duties at the Observatory are so nearly alike that there will be little to describe outside ordinary routine work of measurement, examination of photographs, and of work involved in the reduction of these observations.“

Fleming startete als administrative Kraft und begann ab 1886 mit der Klassifikation von Sternen. „Sie ersann ein System zur Klassifizierung von Sternen und half, es einzuführen. Das System basierte darauf, jedem Stern einen Buchstaben zuzuordnen in Abhängigkeit davon, wie viel Wasserstoff in seinem Spektrum beobachtet werden konnte. A-Sterne hatten am meisten Wasserstoff, B-Sterne etwas weniger, und so weiter. Insgesamt gruppierte Fleming die Sterne in 17 Kategorien ein“ (Wikipedia)

1888 entdeckte sie den Horsehead Nebel auf einer Teleskop-Fotoplatte die William Pickering, der Bruder des Direktors, gemacht hatte. Doch in den darauffolgenden Publikationen wurde ihr Name nicht genannt. Der erste Dreyer Index Katalog ließ ihren Namen ebenfalls aus der Liste der Mitarbeiter heraus und schrieb all ihre Entdeckungen dem Direktor des Observatoriums zu. Im zweiten Katalog, der 1908 erschien, wurde Fleming aber gemeinsam mit ihren weiblichen Kolleginnen als Mitarbeiterinnen genannt und sie bekamen die ihnen zustehende Anerkennung.

Fleming war darüberhinaus die Entdeckerin des ersten weißen Zwerges. Sie veröffentlichte dazu 1910 ein wissenschaftliches Papier.

Williamina Fleming war eine glühende Befürworterin für mehr Frauen in der Wissenschaft und sie hielt 1893 auf der Weltausstellung in Chicago eine entsprechende Rede und forderte dazu auf, mehr Frauen als Astronomie-Assistentinnen zu engagieren. In ihrer Rede stimmt sie der vorherrschenden Meinung zunächst zu, dass Frauen Männern unterlegen sind, führt aber danach aus, dass Frauen, wenn sie mehr Möglichkeiten bekommen, durchaus mit den Männern gleichziehen können.

1906 wurde sie als erste Amerikanerin Ehrenmitglied der Royal Astronomical Society von London und kurz vor ihrem Tod 1906, ausgelöst durch eine Lungenentzündung, erhielt sie eine Medaille der Astronomischen Gesellschaft Mexikos.

Ein Wort zum Abschluß noch zu Dana Sobels „The Glass Universe“. Ich habe es als Audiobuch gehört und fand die Geschichte ungewöhnlich dröge. Wer – wie ich – ihre Bücher „Longitude“ oder „Galileo’s Daughter“ kennt, wird überrascht sein, wie wenig plastisch die Figuren rüberkommen, oft hatte ich das Gefühl jemand würde einfach nur Wikipedia-Einträge vorlesen. Das scheint auch nicht nur am Audiobook zu liegen, denn auf Goodreads fanden sich eine ganze Reihe Kritiken von Leuten, die das Buch gelesen haben, die ebenfalls die mangelnde Ausarbeitung der Figuren beklagten.

Ich werde sicherlich auch weiterhin Bücher von Dana Sobel lesen (habe zum Beispiel „The Planets“ noch hier liegen) aber was „The Glass Universe“ angeht, würde ich raten vielleicht vorher reinzulesen.

Ich verspreche auch die Astronominnen jetzt eine Weile pausieren zu lassen, die haben sich doch etwas gehäuft in letzter Zeit. Der nächste Beitrag wird vermutlich ein Ausflug in die Mathematik mit sich bringen.

Reading Weekend Zillertal

We did it again. Bookclub on Tour für 3 Tage dieses Mal und wieder in der wundervollen Hütte im Zillertal.  Es wurde im Pyjama vorgelesen, Yoga gemacht, viel und lecker gegessen und getrunken, Bibliotherapie gemacht, spannenden Diskussionen geführt, zu den Wasserfällen gewandert und wir haben Henry James‘ „The Turn of the Screw“ diskutiert.

Wir waren dieses Mal 10 Bücherwürmer aus 6 Ländern (eine flog wieder aus Amsterdam ein) verteilt im ganzen Haus. Ob Schlittenzimmer, Stube, Kastenbetten – es gab unzählige kuschelige Ecken, in denen man sich wunderbar mit Buch einkuscheln konnte. Die riesige Wohnküche mit Holzofen und Eckbank war aber das eigentliche Herz- und Nervenzentrum des Wochenendes.

 

Tausend Dank auch hier nochmal an die weltbesten Münchner Küchenexperiemente, die uns sehr lecker die ganze Zeit über kulinarisch verwöhnte.

Es war ein unglaublich schönes, entspannendes verlängertes Wochenende, bei dem wir viel über Bücher diskutiert haben, uns in der Küche beim Knacken des Holzofens Gruselgeschichten vorgelesen haben, Karten gespielt, viel zu viel gegessen und getrunken und nachts dann unter schweren Federbetten literarische Träume geträumt haben.

Ich denke wir werden auch nächstes Jahr wieder ein Reading Retreat machen, vielleicht mal in einer anderen Location, wobei diese schon wirklich sehr schön ist.

Nur sollte man keine Religions/Jesus-Phobien haben, denn mindestens eins hängt in jedem Zimmer, und einige hat das natürlich dazu gebracht, ganz besonders brav zu sein 😉

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Überlege noch immer mal ein deutschsprachiges durchzuführen – vielleicht mit einer spannenden Autor*in als Gast. Hättet Ihr Interesse an einem solchen Wochenende teilzunehmen?

Happy Reading 🙂

Meine Woche

Gesehen: „Marianne“ (2019) von Samuel Bodin mit Victoire du Bois und Lucie Boujenah. Tolle französische Gothic-Horror-Serie mit tollen Bildern. Man möchte sofort in die Bretagne reisen.

Predator“ (1987) von John McTiernan mit Arnold Schwarzenegger. Puh hat mich der genervt. Wollte Space statt Urwald, ein kicherndes Monster eine Horde fader Männer mit dicken Armen. Äh nein.

Gehört:  „Eine kleine Nachtmusik“ – Wolfgang Amadeus Mozart, Concerto for Oboe & Violin BMV 1060 Test of Time – False Idols, Dégom – Paleowolf,  Mind Garden – Pool of Light, Arthax – Anthony Baldino, Stars End Annex Mix. Brautlied – Michaela Melián, Goodbye my friend – The Echelon Effect

Gelesen: Oliver Sacks und Technologie, dieses Interview mit der ersten Bundesrichterin in der Schweiz, Women in the Irak war, diese Debatte zwischen James Baldwin und William F Buckley, the long fight for equal pay in sports und Ausschlafen als revolutionärer Akt

Getan: ein wundervolles Reading Weekend mit dem Bookclub im Zillertal und dabei viel gelesen, gequatscht, Bibliotherapie durchgeführt, gewandert und danke @Münchner Küchenexperimente mega lecker gegessen

Geplant: ein Wiesn-Besuch

Gegessen: zuviel

Gefreut: es hat alles geklappt beim Reading Weekend

Geweint: das nicht aber ziemlich erschrocken über die megagroße Spinne im Küchenfenster

Geklickt und gestaunt: Photographic dispatches from the extremities of the earth

Gelacht: how to recognize famous painters

Gewünscht: diese Teebeutel, dieses Cottage, diesen Astronaut

Gefunden: fremdes Shampoo in der Tasche 😉

Gekauft: diesen Bunnahabhain

Gedacht: „I don’t ask you to love me always like this, but I ask you to remember. Somewhere inside of me there will always be the person I am tonight.” (F. Scott Fitzgerald)