#Women in Science (8) Mary Beard

„The aim of Classics is not only to discover or uncover the ancient world. Its aim is also to define and debate our relationship to that world“

Processed with VSCO with hb2 preset

Ich mag die „Very Short Introduction“-Serie sehr gerne, diese Ausgabe habe ich mir explizit wegen der Co-Autorin Mary Beard geholt, eine der führenden Historikerinnen, die einen wunderbar trockenen Humor besitzt. In dieser Ausgabe war jetzt nicht unbedingt viel Platz für ihren Humor, aber mir hat die Herangehensweise hier sehr gefallen. Die Beschreibung eines griechischen Tempels, den sie aus ganz unterschiedlichen Richtungen beleuchtet um nicht nur dessen Geschichte herauszuarbeiten, sondern die Entwicklung der Altertumswissenschaften selbst mit Ausflügen in die Mythologie, antike Religionen, Reisen in der Antike, Erdkunde, Philosophie und die Literatur.

Mary Beard ist Professorin of Classics an der Universität Cambrige, Fellow am Newnham College und der Royal Academy of Arts und Professorin für antike Literatur. Sie ist Redakteurin für die Classics beim Times Literary Supplement und betreibt nebenher noch recht regelmäßig einen Blog namens „A Don’s Life“. Durch ihre regelmäßigen Auftritte in den Medien und ihre gelegentlich etwas kontroversen Aussagen ist sie mittlerweile die wohl bekannteste britische Altertumswissenschaftlerin.

Ihr ist wichtig, dass antike Quellen als Dokumente der Meinungen und Überzegungen ihrer jeweiligen Autoren zu werten sind und nicht als zuverlässige Quellen für die Ereignisse die sie beschreiben. Ein Gedanke, dem ich mich tatsächlich gut anschließen kann.

Diese „Very Short Introduction“ ist eine eloquente und fesselnde Reise in die Welt der Antike. Aber anstatt zum x-ten Mal den Peleponnesischen Krieg zwischen den Griechen und den Persern hoch- und runterzubeten, oder Athen als Geburtsstätte der Demokratie oder ähnliche Meilensteine der Antike zu beleuchten, fokussiert sie sich auf ein ganz bestimmtes Objekt. Auf die Ruinen eines antiken griechischen Tempels: den Tempel des Apollo in Bassae in Arkadia.

women-science-logo@2x

Der Tempel agiert als Landkarte die Beard und Henderson die Möglichkeit gibt die Altertumsforschung aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Leser werden zu Touristen und Beard und Henderson sind die informativen Tour Guides.

“When we look, for example, at the Parthenon for the first time, we look at it already knowing that generations of architects chose precisely that style of building for the museums, town-halls, and banks of most of our major cities.” 

Die Fragen, die die Altertumsforschung stellt zielen nicht einfach nur darauf ab, Licht in das Dunkel der Antike zu bringen, es geht auch darum unsere Beziehung zu dieser antiken Welt zu definieren.

So ein kurzes Büchlein kann natürlich nicht alles abdecken und das versucht es auch gar nicht unbedingt. Es ist sehr gut geschrieben und macht Lust sich wieder einmal intensiver mit griechischer und römischer Geschichte auseinander zu setzen. Die Altertumsforschung ist ein Fachgebiet, dass so tief wie die Menschheitsgeschichte ist und was Altertumsforschung tatsächlich bedeutet muss stets und ständig neu austariert und erkundet werden.

440px-Mary_Beard_UC3M_2017_(cropped)

Foto: Wikipedia

Et in Arcadia Ego“ – Auch ich war in Arkadien. Noch nicht, aber nach der Lektüre dieses Buches möchte ich wahnsinnig gerne einmal die Ruinen in Griechenland ansehen, idealerweise mit der Hörbuch-Ausgabe. Dann steige ich mit Mary Beard in eine Zeitmaschine und sehe mir den Tempel an so wie er ursprünglich einmal war mit bunt bemalten Säulen und voller Leben.

Auf deutsch erschien das Büchlein unter dem Titel „Kleine Einführung in die Altertumswissenschaft“ im J. B. Metzler Verlag.

Hat einer von Euch den Tempel bzw seine Ruinen schon einmal besichtigt? Oder die Fresken im Britischen Museum in London?

Werbeanzeigen

Untenrum frei – Margarete Stokowski

IMG_0862

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir mehr wünsche, ich hätte dieses Buch schon mit Anfang 20 gelesen oder lieber selbst geschrieben. Ich denke, man muss sich nur mal die Kommentare unter Stokowskis Spiegel Kolumne anschauen um zu begreifen, wie wichtig und immer noch notwendig ihr Buch ist.

Sie schreibt darüber, wie Mädchen von klein auf lernen, dass ihre Körper per se nicht in Ordnung sind, dass man an ständig herumoptimieren und verbessern muss.

Ihr geht es nicht darum, Haarentfernung oder Schminke zu verdammen, sondern viel mehr ganz unaufgeregt den schmalen Grat zwischen dem eigenen Schönheitsempfinden und der internalisierten sozialen Erwartungshaltung an einen Frauenkörper zu untersuchen.

„Alles ist schöner, wenn es freiwillig ist und bewusst selber gewählt, und dazu muss man die Alternativen zumindest kennen“

Kleine Mädchen, die in ihrem Leben nie etwas anderes als eine permanent Diät haltende Mutter erlebt haben, werden ganz selbstverständlich selbst ihr Leben lang hungern und tief davon überzeugt sein, dass das nichts mit gesellschaftlichem Druck, sondern nur mit dem eigenen Schönheitsempfinden zu tun hat.

Untenrum frei bezieht sich auf ihre zentrale These: „Wir können untenrum nicht frei sein, wenn wir obenrum nicht frei sind.“ Es geht ihr nicht nur um strukturelle Machtfragen, sondern auch über die „kleinen schmutzigen Dinge“ untenrum, über die man auch nicht spricht.

„Wir haben die Fesseln des Patriarchats nicht gesprengt, sondern sind mit ihnen shoppen gegangen.“

Margarete Stokowski beleuchtet diese Zusammenhänge durch persönliche Rückblicke und gesellschaftspolitische Beobachtungen. Sie klingt so, wie man sie aus ihren Spiegelkolumnen kennt: lässig, ohne flapsig zu wirken, sie schreibt klar mit viel Tiefe und großem Respekt vor Menschen und Gefühlen.

Stokowski liefert Argumente für die Freiheit von Geschlechterklischees, Stereotypen und Mythen. Es ist ein sehr persönliches Buch über Feminismus, Esstörungen, Sexualität, Machtstrukturen und Katholizismus.

Stokowski hat ein kluges Buch geschrieben, dem man bei aller Lässigkeit deutlich die philosophische Ausbildung der Autorin anmerkt und das für mich am Stärksten ist durch die Fusion von autobiographischem Erleben und theoretischem Erlesen.

Hier noch ein Link zu ihrem Servicetext: „Wie können Männer Feministen sein“ und das spannende Gespräch zwischen Margarete Stokowski und der Herausgeberin des Philosophie-Magazins, Svenja Flaßpöhler, zum Thema: „Perspektiven des heutigen Feminismus“:

„Untenrum frei“ erschien im Rowohlt Verlag.

#Women in Science (7) Brené Brown

brene brown

Brené Brown ist Professorin an der Universität Houston, wo sie den Lehrstuhl für Social Work inne hat. Ich bin nicht sicher, ob es ein entsprechendes Equivalent in Deutschland gibt. Sie widmet sich seit zwei Jahrzehnten in ihren Studien den Themen Scham, Empathie, Mut und Verletzlichkeit. Ihr TED Talk „The Power of Vulnerability“ ist einer der fünf meistgeschauten TED Talks (35 Millionen views), auch ich habe Ms Brown durch diesen Talk kennengelernt.

Auch in ihrem neuesten Buch beschäftigt sich Brown wieder mit ihrem Hauptthema, der Verletzlichkeit. Der volle Titel ist Braving the Wilderness: The Quest for True Belonging and the Courage to Stand Alone.

Ich habe Brené Browns Buch „Braving the Wilderness“ schon vor einer Weile als Hörbuch gehört und mir ist es selten so schwer gefallen in Worte zu fassen, worum es eigentlich genau geht und was mir daran jetzt eigentlich gefallen hat.

Brown beschäftigt sich mit dem Zugehörigkeitsgefühl, was es genau für den Einzelnen bedeutet, dazuzugehören und warum unsere Verbindungen zu anderen so angespannt und schwierig sein können, wenn wir insgesamt als Gesellschaften immer polarisierter und antagonistischer werden. In dem Buch geht es zum Einen darum, sich selbst treu zu bleiben mit den entsprechenden Konsequenzen, und zum anderen versucht es, einem dabei zu helfen, sich genau das zu trauen.

Today we are edging closer and closer to a world where political and ideological discourse has become an exercise in dehumanization. And social media are the primary platforms for our dehumanizing behavior. On Twitter and Facebook we can rapidly push the people with whom we disagree into the dangerous territory of moral exclusion, with little to no accountability, and often in complete anonymity.“

In der Regel haben wir diese zwei Möglichkeiten: das zu machen, was man von uns erwartet, was man machen muss um dazuzugehören, selbst wenn das unter Umständen nicht unseren Werten, unserer Persönlichkeit und unserer Weltanschauung entspricht. Oder uns in die „Wilderness“ zu begeben. Also sich dafür zu entscheiden, seinen Werten zu folgen.

Was ich im Buch etwas vermisste waren die Details. Brown erwähnt ihre Forschung recht häufig, die Interviews, die sie mit unterschiedlichen Leuten führte und ihre daraus resultierenden Ergebnisse. Sie erwähnt häufiger, dass sie bestimmte Konzepte zu Rate gezogen hat, benennt diese aber nicht spezifisch. Sie erwähnt nicht, wen sie genau interviewt hat, wie die demografische Repräsentation ausgesehen hat. Mir fehlte eine nachvollziehbare Erklärung ihrer Methodologie, ich hatte immer das Gefühl, einfach glauben zu müssen, was sie schreibt und vieles hörte sich ja auch vernünftig an, ich hätte einfach nur mehr Fakten sehen wollen.

Außer ein paar Interviews mit bekannten Leuten, wie zum Beispiel Viola Davis, blieb völlig unklar, mit wem sie gesprochen hat, was genau sie gefragt hat etc. Also ich muss nicht seitenweise Studien voller Prozentzahlen, Tabellen und Fußnoten haben, aber ein bisschen mehr hätte schon drin sein dürfen.

women-science-logo@2x

Und klar, man könnte denken, ist halt Pech, wenn man das Hörbuch nimmt statt des Buches, ich habe aber reingeschaut und auch in der gedruckten Version findet sich da nichts.

Das alles klingt jetzt nach totalem Verriss – das soll es aber gar nicht sein. Mich hat so einiges durchaus angesprochen und ich fand vieles sehr nachvollziehbar. Insbesondere die Kapitel, in denen sie darüber schreibt, wie schwierig, anstrengend und teilweise auch beängstigend es sein kann, sich seinen eigenen Pfad durchs Leben zu schlagen. Wie die Entscheidung, für sich und seine Werte einzustehen, immer wieder gleichzeitig so bereichernd aber eben auch schwierig ist.

„Stop walking through the world looking for confirmation that you don’t belong. You will always find it because you’ve made that your mission. Stop scouring people’s faces for evidence that you’re not enough. You will always find it because you’ve made that your goal. True belonging and self-worth are not goods; we don’t negotiate their value with the world. The truth about who we are lives in our hearts. Our call to courage is to protect our wild heart against constant evaluation, especially our own. No one belongs here more than you.“

Was das Buch auch richtig gut aufzeigt ist, wie schnell wir dabei sind (insbesondere natürlich on social media) Leute in Boxen zu packen. Schwarz/Weiß, Gut/Schlecht, die, die drin sind und die, die draußen sind etc. – ohne anzuerkennen, wie differenziert und nuanciert die meisten von uns doch sind. Brown erinnert daran, wie kollektive Momente der Freude oder auch der Trauer (Konzerte, Fußballspiele, 9/11, Beerdigungen etc.) uns zusammenbringen, wenn auch nur für kurze Zeit, über die unterschiedlichsten ansonsten bestehenden Barrieren hinweg.

Es geht ihr nicht darum, dass wir uns jetzt einfach alle lieb haben sollen und an den Händen halten, es geht ihr viel mehr darum, öfter mal inne zuhalten und geduldiger zu sein, wirklich verstehen zu wollen, nachzufragen. Anzuerkennen, dass wir Fehler machen und gemacht haben, dass fast alle von uns privilegiert sind und ja, das kann unbequem sein und das muss man einfach mal aushalten.

„…shouldn’t the rallying cry just be All Lives Matter? No. Because the humanity wasn’t stripped from all the lives the way it was stripped from the lives of black citizens. In order for slavery to work, in order for us to buy, sell, beat, and trade people like animals, Americans had to completely dehumanize slaves. And whether we directly participated in that or were simply a member of a culture that at one time normalized that behavior, it shaped us.“

Ein interessantes Buch mit kleinen Schwächen, das aber auf jeden Fall eine Menge Stoff zum Nachdenken bietet – ich könnte mir vorstellen, dass man das gut in einem Bookclub lesen und sich dann die Köpfe heiß diskutieren kann.

Auf deutsch ist das Buch unter dem Titel „Entdecke deine innere Stärke: Wahre Heimat in dir selbst und Verbundenheit mit anderen finden“ im Kallash Verlag erschienen.

#Women in Science (5) Sabine Hossenfelder

Es wird feierlich bei den #WomeninScience, denn der heutige Beitrag kommt von der Gewinnerin des Buchblog-Awards 2018, den sie völlig zu Recht für ihren immens spannenden Blog „Elementares Lesen“ bekam. Petra führt uns zudem mit der heutigen Physikerin endlich auch einmal in die Gegenwart und wir werfen mit der Autorin einen kritischen Blick auf die heutige Physik. Ich habe das Buch bereits hier liegen und bin schon sehr gespannt darauf:

Hossenfelder_Universum

Sabine Hossenfelder ist theoretische Physikerin. Sie studierte Mathematik und Physik an der Goethe-Universität Frankfurt und wurde dort 2003 mit Auszeichnung über „Schwarze Löcher in Extra-Dimensionen“ promoviert. Nach Forschungsaufenthalten in den USA, am Perimeter Institute im kanadischen Waterloo und am NORDITA-Institut für Theoretische Physik in Stockholm arbeitet die 42-Jährige heute am Frankfurt Institute for Advanced Studies über Quantengravitation und Physik jenseits des Standardmodells der Elementarteilchen. Sie veröffentlicht Artikel in diversen Wissenschaftsmagazinen und betreibt das Blog Backreaction.

In ihrem Buch Das hässliche Universum, das 2018 zunächst in englischer Sprache unter dem Titel „Lost in Maths“ erschien, kritisiert Sabine Hossenfelder die Irrwege der gegenwärtigen Physik. Seit Jahrzehnten gibt es in der Grundlagenforschung keine nennenswerten Fortschritte, denn die Wissenschaftler lassen sich von falschen Idealen leiten. Eine Theorie muss schön, natürlich und einfach sein, um Anerkennung in der Wissenschaftsgemeinde zu finden. Der Weg zu neuen Erkenntnissen wird dadurch versperrt. Die Physik ist in der Sprache der Mathematik formuliert, und so ist der Originaltitel des Buches „Lost in Maths“ zu verstehen als eine Verlorenheit in der Mathematik, in möglichst eleganten Formeln. In der Geschichte der Wissenschaften war die Orientierung an ästhetischen Prinzipien oft hilfreich. In der modernen Physik hat sie keinen Platz mehr und führt zum Scheitern einer ganzen Generation, stellt die Autorin fest. Was hat das subjektive Schönheitsempfinden mit objektiver Wissenschaft zu tun? Wo bleiben die Ergebnisse zum Beweis all der schönen Theorien?

Sabine_Hossenfelder_CC BY-SA 4.0

Foto: © S. Hossenfelder; CC BY-SA 4.0

Hossenfelder besuchte Teilchenphysiker, Stringtheoretiker und Kosmologen, die sie mit dieser verfahrenen Situation konfrontierte. Sie sprach unter anderem mit Gian Giudice vom Schweizer Kernforschungszentrum CERN, der die emotionale Kraft schöner Theorien betont, und Frank Wilczek, Nobelpreisträger von 2004, der von der Schönheit des Universums überzeugt ist; mit Steven Weinberg, Nobelpreisträger von 1979, der versucht, sie von der Existenz des Multiversums zu überzeugen; mit Astrophysikerin Katherine Mack, die von der bisher erfolglosen Suche nach Axionen erzählt – jenen unsichtbaren Teilchen, aus denen Dunkle Materie vermeintlich besteht, und mit dem Stringtheoretiker Joseph Polchinski, dem die hässliche Wahrheit, die sich aus seinen Berechnungen über Schwarze Löcher ergab, Kopfzerbrechen bereitet. Diese Gespräche vermitteln einen Überblick über den aktuellen Stand der Grundlagenphysik. Sie zeigen aber auch die Ratlosigkeit mancher Wissenschaftler über den mangelnden Erfolg ihrer teuren Experimente.

women-science-logo@2x

Am heutigen Zustand kritisiert Sabine Hossenfelder, dass alle der Meute folgen und sich auf die angesagten Forschungsrichtungen konzentrieren. Physiker, die gegen den Strom schwimmen, erhalten keine Gelder für ihre Projekte und werden angefeindet. Hossenfelder verschweigt auch nicht ihre eigene, oft prekäre berufliche Situation von einem befristeten Job zum nächsten. Trotz ihrer Kritik am Wissenschaftsbetrieb hat sie die Hoffnung auf Veränderungen nicht aufgegeben und macht Vorschläge für eine ausgewogene, von objektiven Kriterien geleitete Forschung.

Das hässliche Universum, 2018 im Verlag S. Fischer erschienen, ist eine faszinierende Reise in die moderne Physik und ihre Grenzen. Mir hat die trockene, selbstironische Art der Autorin sehr gut gefallen und über manche Hürden beim physikalischen Verständnis hinweg geholfen. Wer mehr erfahren möchte, sollte auch Sabine Hossenfelders Blog Backreaction lesen, in dem die streitbare Physikerin sich mit aktuellen Entwicklungen der Forschung auseinandersetzt – eine Plattform für lebhafte Debatten

#Women in Science (4) Mileva Marić

Beim Blog „Lesevergnügen“ ist der Name Progamm. In Jacqueline habe ich was Bücherverrücktheit angeht eine Zwillingsschwester im Geiste gefunden. Kürzlich erschien auf ihrem Blog eine Gastrezension von Odette die ein Buch über die brilliante Mileva Marić vorstellt, die so zu Unrecht im Schatten ihres ehemaligen Ehemannes Albert Einstein steht.

Ich freue mich, in der Reihe #Women in Science die erste Mathematikerin vorzustellen:

mileva-maric-ajnstajn

Foto: Wikipedia

Mileva Marić war Frau Einstein, die erste Frau von Albert Einstein. Sie wurde am 19. Dezember 1875 in Vojvodina in Serbien geboren, zu einer Zeit der raschen Entwicklung von Wissenschaft und Forschung. So war ihre Generation eine der ersten Generationen, die es jungen Frauen erlaubte, eine wissenschaftliche Bildung zu genießen. Marić entstammt einer wohlhabenden serbischen Familie, in der Bildung eine zentrale Rolle spielte. Ihr Vater investierte früh in ihre Ausbildung, weil er ihre Begabung erkannte, aber auch dachte, dass sie mit ihrer Behinderung, einer schiefen Hüfte, wohl eher einen guten Job, als einen Ehemann findet. Er schickte sie erst auf eine höhere Mädchenschule, anschließend auf die Realschule und ins Gymnasium. Um 1900 studierten bereits vereinzelt Frauen an Universitäten, auch Mileva Marić erhielt die Chance und immatrikulierte sich als einzige Frau in den Studiengang Mathematik und Physik an dem Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich. In diesem Studiengang lernte sie Albert Einstein kennen.

Mit dem Kennenlernen von Einstein beginnt die Erzählung des Buches von Marie Benedict. Über das Leben von Mileva Marić ist wenig bekannt, deshalb hat sich die Autorin an die wenigen Fakten gehalten und eine Geschichte herum erschaffen. Marie Benedict kombiniert reale Fakten mit fiktiven Zusammenhängen, denn in der Wissenschaft ist das Verhältnis Albert Einsteins zu seiner ersten Frau nicht eindeutig nachvollziehbar. Fakt ist, dass sich beide ziemlich schnell ineinander verliebten und sich anfangs noch streng nach der damalig herrschenden Etikette richteten. Marić wohnte mit anderen weiblichen Kommilitoninnen in der Pension Engelbrecht. Hier war Männerbesuch nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Albert kam oft zum Musizieren in die Pension und wurde von seiner späteren Frau bei der Erarbeitung von Hausarbeiten unterstützt. Oft schwänzt er Vorlesungen und Mileva schrieb für Einstein mit. Während eines heimlichen Ausfluges wurde Mileva Maric schwanger. Besonders die Familie von Albert Einstein tolerierte die Beziehung der Beiden nicht. Obwohl nun eigentlich eine rasche Hochzeit folgen musste, zögerte Albert Einstein diese bis deutlich nach der Geburt der Tochter heraus.

Frau-Einstein-768x964

Ab der Hochzeit beginnt der Leidensweg, den die Autorin in dem Buch schildert. Mileva Maric wird von Albert Einstein missverstanden, er zwingt sie zu Dingen, wie der Adoption der Tochter. Auch wissenschaftlich erkennt er ihr Mitwirken an seinen Arbeiten nicht an. In seinen Publikationen wird sie nie als Mitautorin genannt. Einstein wird immer selbstsüchtiger, vielleicht ist er schon dem Wahn verfallen, dass er der alleinige Urheber aller Theorien ist. Hörig und gesellschaftlich abhängig von ihm, begehrt Mileva nicht auf. Als Leserin resümiert man, sie hat sich an den Mann verkauft, ist auf seinen Charme hereingefallen und hat so ihre erwartungsvolle Karriere geopfert. Für Albert und ihre gemeinsamen Kinder, führt sie das Leben einer gewöhnlichen Hausfrau. Trotz der Worte von Albert vor Freunden, sie sei die Mathematikerin, er der Physiker in der Familie, behandelt er sie nicht mehr wie seine Partnerin in der Forschung.

Das es auch andere Konstellationen gab, zeigt die Ehe der Curies. Marie Curie wurde immer von ihrem Ehemann unterstützt und das sogar vor dem Nobelpreiskomitee. Im Buch lässt die Autorin Marie Benedict, Mileva Marić ein Gespräch mit Marie Curie über die Wissenschaft führen. Das Buch endet mit der Scheidung der Beiden. Was der Autorin in der Annahme der Unterschlagung der Autorenrechte von Mileva Marić Recht gibt ist, dass Mileva Marić, als Einstein den Nobelpreis bekommt, von ihm das Preisgeld erhält.

women-science-logo@2x

Der Roman Frau Einstein ist spekulativ, es gibt Biographien von Mileva Marić und Albert Einstein, die Teile bestätigen und auch wieder nicht. Etwas eigenartig finde ich, dass Mileva Marić die Relativitätstheorie plötzlich und in Gänze, in nur einem Augenblick auf einem Bahnhof, entwickelt haben soll. In diesem Moment als ihr der Einfall zu dieser bahnbrechenden Theorie kommt, fährt sie wieder zurück zu ihrem Mann, kurz nachdem sie die gemeinsame Tochter Lieserl, welche Einstein nie gesehen hat, beerdigte. Das Buch ist sehr gut lesbar geschrieben. Es wandelt sich von einem Liebesroman zu einem patriarchalisch geprägten gesellschaftlichen Ehedrama, das traurig und wütend zu gleich macht. Die Autorin Marie Benedict setzt in dem letzten Kapitel „Anmerkung der Autorin“ ein klares Statement und man kann sich mit dem Thema und dem Leben von Mileva Marić gut auseinandersetzen. Das Buch wird aus Sicht der Ich-Erzählerin erzählt und ist trotz tragischem Frauenschicksal ein wahres Lesevergnügen.

An Ende stellt sich die Frage: Wäre Einstein ein genialer Wissenschaftler ohne seine erste Frau geworden? Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren.

Frau Einstein“ von Marie Benedict erschien im Kiepenheuer & Witsch Verlag.

Figuring – Maria Popova

“History is not what happened, but what survives the shipwrecks of judgment and chance.”

2304D655-552C-442C-BC87-BA4B3DBDF9CC

Maria Popova hat mit Brainpickings einen meiner liebsten Blogs geschaffen, dem ich seit vielen Jahren folge und dem ich unglaublich viele Lektüretipps, Ideen und spannende Einsichten verdanke. Sie schafft es schon seit Jahren von einem Blog leben zu können, der sich mit Wissenschaft, Literatur, Philosophie, Feminismus, Poesie, Astronomie und vielem anderen beschäftigt.

Das Buch beginnt mit Johannes Kepler und mit dem Einfluß, den er mit seiner Persönlichkeit und seinem beruflichen Leben auf eine ganze Litanei an Menschen in der Astronomie und der Kunst seither genommen hat. Alles ist miteinander verbunden. Gedanken und Ideen durchdringen Raum und Zeit, landen irgendwo, inspirieren und die Kombination ganz unterschiedlicher Ideen führt immer wieder zu neuen und weiteren Entdeckungen.

“Lives interweave with other lives, and out of the tapestry arise hints at answers to questions that raze to the bone of life: What are the building blocks of character, of contentment, of lasting achievement? How does a person come into self-possession and sovereignty of mind against the tide of convention and unreasoning collectivism? Does genius suffice for happiness, does distinction, does love?”

„Figuring“ ist ein multidisziplinärer Begriff. Er steht für die Verbindung von unterschiedlichen wissenschaftlichen Domänen, den Künsten und menschliches Erkenntnisvermögen. Es gibt sogar ein Institute for Figuring in den USA, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Menschen mit der ästhetischen und poetischen Dimension von Naturwissenschaft und Mathematik in Verbindung zu bringen. Und Kepler ist eine der großen Inspirationen für dieses Vorgehen, da er einer der führenden „Figurer“ in der Geschichte war.

“In science as in romance, the unknown is disrobed sheath by sheath as fervid fantasies imagine the possibilities conquerable by knowledge—fantasies that far outstrip the reality eventually revealed as knowledge progresses.” 

Für Popova ist Kepler sowas wie der Ur-Vater in ihrem Buch. Ein Mann, dessen facettenreiches Leben eine Verflechtung aus Naturwissenschaft, Ästhetik und Theologie war. Von ihm aus leitet sie uns an eine ganze Reihe historischer Charaktäre weiter, die ebenfalls disziplinübergreifend tätig waren, die Grenzen überschritten haben auf der Suche nach Warheit, Schönheit und der Suche nach dem wahren und richtigen Leben.

Für dieses disziplinübergreifende Sein könnte man sich keinen besseren Paten vorstellen als Kepler. Er schrieb eine Abhandlung über Schneeflocken, verfasste eine Stereometrie der Weinfässer, berechnete die Umlaufbahn von Planeten und gab 5 Bücher zur Harmonik der Welt heraus. Seine berühmteste Entdeckung war, dass die Planeten in Elipsen um die Sonne wandern, wobei er mal eben ein 2000 Jahre altes astronomisches Dogma über den Haufen warf und damit den Weg für Newtons Law of Gravity ebnete.

Auch wenn Kepler auch nicht annähernd so berühmt ist wie Newton oder Kopernikus, so ist er doch auf Augenhöhe mit ihnen und er ist einfach eine sehr spannende Persönlichkeit, insbesondere durch seine Mischung aus mathematischer Strenge und ästhetischer Verspieltheit. Er verteidigte seine Mutter, die von der Kirche der Hexerei angeklagt wurde und die er nach langem und qualvollem Prozess am Ende zum Freispruch verhilft. Kepler erkennt auch, dass seine Mutter als Frau nie die Möglichkeit hatte, selbst eine Gelehrte zu werden, sondern ihnen hilflos ausgeliefert war. Das veranlasste Kepler zu einer sehr modernen Erkenntnis:

“The difference between the fates of the sexes, Kepler suggests, is not in the heavens but in the earthly construction of gender.”

Nach dem Einstieg mit Kepler fokussiert sich Popova weitestgehend auf weibliche Geschichten und man begegnet hier ein paar sehr interessanten Frauen – alle unerschrockene Denkerinnen – die immense Hindernisse überwinden mussten um astronomische Entdeckungen machen zu können, zu schreiben, zu malen oder die Umweltbewegung zu gründen.

Besonders spannend fand ich die Astronominnen Maria Mitchell und Caroline Herschel, die Mathematikerin Mary Somerville, die Autorin/Kritikerin Margaret Fuller, die Bildhauerin Harriet Hosmer, die Dichterin Emily Dickinson und die Biologin/Umweltaktivistin Rachel Carson. Frauen, die allesamt die Verkörperung von Francois Poullain de la Barres Aussage sind „the mind has no sex.“

„Figuring“ ist ein komplex geknüpftes Netz, in dem die Leben dieser Frauen und einem guten Dutzend weiterer wissenschaftlicher und literarischer Figuren über Jahrhunderte und Kontinente hinweg miteinander verbunden sind. Verbunden durch unerwartete Verkettungen  wie gemeinsame Freunde, „Serendipity“ (das wunderbare Wort kann man einfach nicht wirklich übersetzen finde ich), durch Zusammenkünfte, Briefe, Freund- und Liebschaften. Beim Lesen hat man das Gefühl, dass Popovas Hirn durch die immensen Berge an Literatur, die sie liest, mit speziellen Filtern ausgestattet ist, das solche Verbindungen aufspürt:

“The world is bound by secret knots.” (Athanasius Kircher)

Aber vor allen Dingen gelingt es Popova, diese Menschen greifbar zu machen, man lebt, leidet, liebt mit ihnen und sie alle Leben changierend zwischen Zufall und Entscheidung.

“Those who stand to gain from the manipulation of truth often prey on those bereft of critical thinking.” 

Gelegentlich bin ich in den Verlinkungen und Verbindungen etwas verloren gegangen, dann hatte ich manchmal das Gefühl beim Lesen Brotkrumen legen zu müssen, damit ich mich von den verwobenen Abschweifungen wieder zum Hauptteil des Kapitels zurückfinde.

Aber es kann ab und an ja auch ganz schön sein sich zu verirren. Man macht überraschende Entdeckungen und am Ende findet man meist wieder zurück. In „Figuring“ treffen wir auf brilliante Menschen mit spannenden Gehirnen – die meisten davon gehören Frauen und die überwiegende Anzahl der Figuren im Buch ist queer und sie alle bestehen darauf, das Leben bis zum Letzten auszukosten und sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen.

Einen der schönsten Sätze sagt die Astronomin Maria Mitchell zu ihren Studenten:

“Mingle the starlight with your lives.“

Kepler hätte dem sicherlich zugestimmt.

Große Empfehlung und eine großartige Schatzkiste insbesondere für meine #WomeninScience Reihe

#Women in Science (3) Mary Anning

Heute darf ich mit Marion vom Literatur-Blog „Schiefgelesen“ eine wunderbare Wiederholungstäterin begrüßen, die schon tatkräftig bei den #Women in SciFi mitgeholfen hat. Auf ihrem Blog finde ich immer wieder spannende Literatur auch insbesondere von Autorinnen und außerdem glaube ich, sie ist ein fast genauso heftig infiziertes Dino-Fangirl wie ich. Aber jetzt auf nach Lyme Regis, wo sie uns mit Mary Anning bekannt macht:

Mary_Anning_by_B._J._Donne

Foto: Wikipedia

Mary Anning – Jägerin der verborgenen Schätze

An der heute bekannten Jurassic Coast in Dorset lebte von 1799 ‑1847 Mary Anning, die erste professionelle Fossiliensammlerin Englands und vermutlich sogar der Welt. Sie wurde in Lyme Regis geboren und verbrachte dort ihr ganzes Leben. Dieser Abschnitt der englischen Küste ist aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit ein idealer Ort um Fossilien zu finden, da sie in den dortigen Gesteinsformationen besonders gut konserviert wurden.

Zunächst sammelte Mary Anning die Fossilien aber nicht aus Freude an ihrer Seltenheit oder Schönheit. Ihr Vater war Tischler in dem kleinen Ort und sammelte, wenn die Auftragslage mal wieder schlecht war, Fossilien am Strand, um sie als Kuriositäten an Touristen zu verkaufen. Mary war von Kindesbeinen an dabei und bewies schnell ein außergewöhnliches Talent für die Suche und erkannte mit sicherem Blick, in welchen Steinen sich fossile Funde verbargen. Als Mary elf Jahre alt war, starb ihr Vater und der Fossilen-Verkauf wurde zur einzigen Einnahmequelle der Familie. Von da an war Mary Anning bei Wind und Wetter am Strand zu finden, wo sie mit Sammelkorb und Hammer auf der Suche war. Auch dass sie mehrfach fast von Steinschlägen erwischt wurde, hielt sie nicht davon ab, wieder und wieder auf die Suche zu gehen. Und der Erfolg gab ihr Recht. Sie sammelte außergewöhnlich schöne und gut erhaltene Fossilien, von deren Verkauf sich die Familie zumindest leidlich über Wasser halten konnte. Der große Durchbruch für sie kam aber, als sie am Strand das Fossil eines altertümlichen Krokodils entdeckte – zumindest wurde es zunächst dafür gehalten. Es bedurfte mehrerer Jahre erhitzter wissenschaftlicher Debatten, bis man einsah, dass das Krokodil eine völlig neue Spezies war. Mary Anning hatte den ersten Ichtyosaurus gefunden. Die Debatte bot einigen Zündstoff, denn zu Annings Lebzeiten ging man noch davon aus, dass die Erde und alles Leben auf ihr an sieben Tagen nach einem perfekten Plan geschaffen wurde. Eine ausgestorbene Spezies hatte in diesem Weltbild keinen Platz.

women-science-logo@2x

Umso größer war die Aufregung um Marys Funde, erst Recht, nachdem sie auch andere unbekannte Skelette in den Klippen fand. Über die Jahre entwickelte sie ein gut funktionierendes Unternehmen. Zusammen mit ihrer Mutter betrieb sie einen Laden im Ort und engagierte immer wieder Arbeiter, die ihr halfen, die riesigen Fossilien unbeschadet aus den Klippen zu brechen. Außerdem führte sie auswärtige Besucher an den Strand und zeigte ihnen gute Fundorte. Für eine unverheiratete Frau ihrer Herkunft war das eine stolze und ungewöhnliche Leistung, brachte ihr aber keine gesellschaftliche Anerkennung ein. Eher im Gegenteil. Das ungebührliche Verhalten der Annings fand im Ort wenig Beifall. Auch der Zugang zur wissenschaftlichen Untersuchung ihrer Funde blieb ihr aber verwehrt. Sie konnte zuverlässig Arten beschreiben, vergleichen und unterscheiden, zuverlässiger als manche Männer, die über die Skelette schrieben. Aber sie war eben nur eine Dienstleisterin. Mary Anning lieferte die gereinigten Skelette ab, bekam den verhandelten Preis und verschwand dann von der Bildfläche. In den Museen, in denen ihre Funde ausgestellt wurden, war ihr Name völlig unbekannt. Erst in den letzten Jahren ändert sich das an vielen Stellen. Zu ihren Lebzeiten war Anning aber oft verbittert, weil sie selbst erkennen musste, dass es für sie in der starren Gesellschaft in der sie lebte, keine Aufstiegsmöglichkeiten gab, obwohl sie Wissen und Talent genug besaß.

Immerhin wurde sie in der Geological Society aber so sehr geschätzt, dass man eine Sammlung für sie veranstaltete, als sie jung an Brustkrebs erkrankte und nicht mehr arbeiten konnte. Als sie verstarb, wurde sie gegen jedes Protokoll im Jahresrückblick der Gesellschaft erwähnt. Danach allerdings geriet sie für lange Zeit fast völlig in Vergessenheit. Heute sind unterschiedliche Fossilien nach ihr benannt und ihr Heimatort ehrt sie mit einer Straße und einem Museum. Auch wenn Mary Anning nie als anerkannte Wissenschaftlerin tätig werden durfte, hat sie für die Paläontologie viel geleistet. 2010 ehrte die Royal Society sie als eine der zehn einflussreichsten Frauen in der Wissenschaft Großbritanniens.

Anning

Wer mehr über diese Frau lesen möchte, findet diverse Biographien, die in den letzten Jahren erschienen sind, darunter Jurassic Mary: Mary Anning and the Primeval Monsters von Patricia Pierce, auf dem dieser Text und mein ganzes Wissen über Anning basiert. Soweit ich weiß, ist bisher leider keine Biographie ins Deutsche übersetzt worden. Aber nicht weniger interessant ist der Roman Remarkable Creatures (dt.: Zwei bemerkenswerte Frauen) von Tracy Chevalier. Sie schreibt über Anning und ihre Freundin und Mit-Sammlerin Elizabeth Philpot, die zur gleichen Zeit in Lyme Regis lebte, wenn auch unter völlig anderen Voraussetzungen. Besonders die gesellschaftliche Brisanz von Mary Annings Verhalten und ihrer Funde wird im Roman sehr deutlich und lebendig. Dabei bleibt Chevalier so eng an den historischen Fakten, dass das Fehlen einer deutschen Biographie kein sehr großer Verlust mehr ist.

Mary_Anning_Plesiosaurus.jpg

Foto: Wikipedia

Wer jetzt Lust auf mehr Dinosaurier und Paläontologie bekommen hat, bitte hier entlang zur entsprechenden Hirngymnastik.

Bis zum nächsten Mittwoch, da wird es bei #Women in Science um eine brilliante Mathematikerin gehen.