Konzertmarathon

Im November hatte ich mich konzerttechnisch dann endgültig komplett überladen. Übers Jahr immer mal wieder ein Ticket gekauft und dann festgestellt – hilfe 5 Konzerte in 4 Wochen – puh. Jedes davon hat sich gelohnt, ich hätte keines missen wollen, aber ich bin froh, dass ich jetzt erst mal nur eines im Dezember habe.

Angefangen hat der Wahnsinn mit The Kills, die in der Tonhalle eine ziemliche Show abgezogen haben. Das sich Alison Mosshart nur ein paar Tage später bei einem Konzert in Italien beim Abtanzen selbst die Nase mit ihrem Knie zertrümmert hat, hat mich nicht wirklich überrascht. Die Frau ist Dynamit.

Support war Georgia Die hat mich komplett überrascht. Sie sah in ihrem Strampelanzug etwas seltsam aus, aber was für eine irre Performance. Das Album musste umgehend mit.

Georgia – Be Ache

Die Setlist hatte es in sich:

  1. Heart of a Dog
  2. U. R. A. Fever
  3. Kissy Kissy
  4. Hard Habit to Break
  5. Impossible Tracks
  6. Black Balloon
  7. Doing it to Death
  8. Baby Says
  9. Dead Road 7
  10. Tape Song
  11. Echo Home
  12. Cheap and Cheerful
  13. Whirling Eye
  14. Pots and Pans
  15. Monkey 23

Weiter ging es mit der 20jährigen Geburtstagsparty von Placebo in der Olympiahalle. So große Konzerte sind eigentlich nicht meins, aber bei den Placebo Jungs mache ich da gerne mal eine Ausnahme. War ein schöner Abend. Erste Reihe auch noch und eine gute Mischung an bekanntem und etwas weniger bekanntem. War ein wirklich schöner Abend.

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  1. Pure Morning
  2. Loud like Love
  3. Jesus‘ Son
  4. Soulmates
  5. Special Needs
  6. Lazarus
  7. Too many friends
  8. Twenty Years
  9. I know
  10. Devil in the Details
  11. Space Monkey
  12. Exit Wounds
  13. Protect me from what I want
  14. Without you I’m nothing
  15. 36 Degrees
  16. Lady of the Flowers
  17. For what it’s worth
  18. Slave to the Wage
  19. Special K
  20. Song to say Goodbye
  21. The Bitter End

Bei Without you I’m nothing schaute auch David Bowie kurz vorbei 😦

Bei Placebo hatte ich auf ähnlich guten Support gehofft, die Buben von „Deaf Havana“ waren allerdings so gar nicht meins. Langweilig.

Allein Allein war ich dann ein paar Tage später bei Polica im Technikum. Die Show war klasse, der Abend schön, aber ich gehe einfach nicht so sehr gerne alleine auf Konzerte und auf dem Heimweg wurde ich auch noch nass bis auf die Knochen. Was das angeht ein gemischtes Erlebnis wofür aber weder Channy Leaneagh noch ihr Support Fog etwas können.

Hier die Setlist von Polica:

  1. Berlin
  2. Wedding
  3. Lime Habit
  4. Lately
  5. Dreams Go
  6. Great Regret
  7. Lay your cards out
  8. Warrior Lord
  9. Agree
  10. Spilling Lines
  11. Dark Star
  12. Someway
  13. Melting Block
  14. Baby Sucks
  15. Violent Games
  16. Kind
  17. Lose You

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Support war Fog – ein Künstler, den ich mir merken werde. Sehr spannende Performance, hier mit „Made to Follow

Ein paar Tage durchschnaufen und schon traf ich Gerhard beim mega lauten Swans Konzert mit der wunderbaren Anna von Hausswolff als Vorband.

Was für ein Erlebnis – bin froh, dass sie sich noch zurückgehalten haben die Swans-Jungs, denn die können wohl noch lauter und mehr wie Schamamenbeschwörung in indianischer Schwitzhütte, da wäre ich dann eventuell auch aus den Latschen gekippt. Ich dachte während des ganzen Abends so müssen sich Konzerte in den 60er/70er Jahren angefühlt haben 😉

Hier noch mal die perfekte Zusammenfassung des Abends über Gerhards Kulturforum:

https://bingereader.org/2016/11/15/swans-anna-von-hausswolff-hansa39-muenchen-2016-11-11/

Den Abschluß im November machten dann Archive in der Muffathalle. Ich habe die Band vor genau einem Jahr ebenfalls in der Muffathalle gesehen und war total überrascht wie unterschiedlich eine Band was Bühnenshow und Performance betrifft sein kann. Ein visuelles und klangliches Gewitter dass da auf uns einstürmte. Wahnsinn!

Die Vorband haben wir leider verpasst, weil wir zu lange im Irish Pub waren 😦 Leider kann ich nicht einmal mehr rausfinden wer sie gewesen wären. Hätte schon gerne mal reingehört.

Hier die Setlist des Abends:

  1. Driving in Nails
  2. Sell Out
  3. Stay Tribal
  4. The False Foundation
  5. Crushed
  6. Hatchet
  7. Kid Corner
  8. Pulse
  9. Splinters
  10. The Weight of the World
  11. Bullets
  12. Blue Faces
  13. Bright Lights
  14. (Unknown new song)
  15. You make me feel
  16. Feel it
  17. Controlling Crowds
  18. Again
    15181244_10153895321402161_8729623062503137198_nSo, jetzt ein paar Tage aufs Sofa und nur lesen oder an die Decke starren. Ich brauche eine Konzertpause 😉

Meine Woche

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Gesehen: „Arrival“ (2016) von Denis Villeneuve mit Amy Adams. Grandioser Sci-Fi über die Kontaktaufnahme mit Außerirdischen die auf der Erde gelandet sind. Wann verdankt die Welt schon mal einer Linguistin die Rettung ? Unbedingt angucken.

The Dark Knight Rises“ (2012) von Christopher Nolan. Mit Batmans Unterstützung gelingt auch ein Adventskalender den man nebenher bastelt. Guter Film, guter Kalender – woohoo.

„Brooklyn“ (2015) von John Crowley.  Gelungene Verfilmung des Romans von Colm Toibin, recht dicht am Buch. Sehenswert.

„Lore“ (2012) von Cate Shortland. When your life is a lie – who can you trust. Lore muss ihre Geschwister quer durch Deutschland in Sicherheit bringen, als ihre Nazi-Eltern verhaftet werden. Heftig. Großartige Leistung der Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl

Gehört: „Bullets“ & „Dangervisit“ – Archive, „Redefine“ – Trentemoller, „Music is Math“ – Boards of Canada, „Heptapod B“ – Jóhan Jóhannson, „On the nature of daylight“ – Max Richter

Gelesen: Sieben ungelöste Rätsel des Internets, Was wenn Jobs nicht mehr die Lösung sind, Radikal hoffen, warum wir nicht einfach mit Trump auskommen sollten, über ein Austauschjahr in der US-Provinz, Living in Transition, warum ich kein „Maker“ bin, diese Kurzgeschichte von Paolo Bacigalupi und über die Astronautin Peggy Whitson

Getan: Freunde getroffen und ein tolles Haus bewundert, das Archive-Konzert besucht, einen Talk vorbereitet, im Kino gewesen und diesen Adventskalender für die Bingereader-Gattin gebastelt

Geplant: Meetings in Dortmund, meinen Talk fertig vorbereiten und dieses spannende Art Book Projekt zu unterstützen

Gegessen: Käsefondue

Getrunken: 18 Jahre alten Glenfiddich und Kirsch-Schorle

Gelacht: Nope can’t go to hell. Satan still has that restraining order against me.

Geärgert: nope

Gefreut: das mein Adventskalender so gut geworden ist, ich bin sonst eher unterbegabt was so etwas angeht und über meinen tanzenden Darth Vader

Gewünscht: dieses Regal, diese Lampe, diese Entscheidungshilfe

Geklickt: warum Mathematik das Geheimnis zum Verständnis der Welt ist, diesen Talk zu Innovation von Markus Andrezak und auf diese Comics die nur Bücherwürmer verstehen,

Gekauft: Konzertkarten für die Russian Circles und Trentemoller

Gefunden: Aimee und Jaguar an der Bushaltestelle – ich hab es schon, mag es jemand haben ?

Gewundert: über diese „Weapon of Mass Instruction“ 🙂

Short but Sweet

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Dieser Blog ist ja auch der schonungslose Einblick in die Tiefen der Bingereaderschen Leseseele. Kein Buch bleibt unerwähnt, aber da ich nicht immer Lust auf ausführliche Rezensionen habe und mir dann vermutlich auch nicht genug Zeit zum Lesen bliebe, hier mal ein Rundumschlag des bislang Unbesprochenen der letzten Wochen:

The Humanoids – Jack Williamson

Auf einem nicht benannten Planeten leitet der Physiker Forester ein geheimes Regierungsprojekt, bei dem es um die Konstruktion einer „rhodomagnetischen“ Bombe geht. Kurz darauf erscheinen „Humanoiden“ auf dem Planeten, die sich allerdings aus seiner Sicht innerhalb kürzester Zeit eher als Fluch denn als Segen herausstellen. Die Humanoiden haben die Direktive den Menschen zu dienen und zu gehorchen, nehmen ihnen jegliche Tätigkeit ab und versuchen, sie vor sämtlichen Gefahren zu schützen. Da aber schon Sport zu den als gefährlich angesehen Dingen gehöret, langweilen die Menschen sich schnell und wissen mit ihrer Zeit nichts mehr anzufangen.

Um die Menschen ruhig zu halten, verpassen die Humanoiden ihnen eine gehirnwäsche-artige Pille, die rundherum glücklich macht und „Euphoride“ heißt. Auch Foresters Projekt wird abgesetzt, da es als zu gefährlich gilt für ihn.

Der Roman beschäftigt sich mit dem Zwiespalt zwischen Sicherheit und Freiheit. Das schien sich grundsätzlich auszuschließen und es muss immer zwangsläufig zu einem Kompromiss kommen. Wird der Mensch es jemals schaffen, eine gesunde Balance zwischen beidem zu erreichen?

Geschrieben wurde das Buch schon 1949 und ich fand es unglaublich aktuell. Es ist ziemlich pseudo-wissenschaftlich mit all den rhodo-magnetischen Energiespektren, ich fand aber den Quantentheoretischen Ansatz zum Beamen nicht uninteressant. Klare Empfehlung für alle, die sich auch gerade mit Artifical Intelligence, Robotern etc beschäftigen und gute Unterhaltung suchen.

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Logicomix: Eine epische Suche nach Wahrheit – Apostolos Doxiadis

Eine phantastische Graphic Novel, die sich mit den wackeligen Grundfesten der Mathematik beschäftigt und der Odyssee des Philosophen und Mathematikers Bertrand Russell, der auf der Suche nach der absoluten mathematischen Wahrheit war. Seine Suche bringt ihn mit Mathematikern wie Gottlob Frege, Kurt Gödel und anderen zusammen und er findet in Ludwig Wittgenstein einen leidenschaftlichen Schüler, der sich später von ihm distanziert. Eine Suche, die viele Denker auch durchaus an den Rand oder mitten in den Wahnsinn hinein getrieben hat.

Es ist auch Russells persönliche Lebensgeschichte, seine Haltung als Pazifist im Krieg und seine endlose Suche nach der absoluten Wahrheit, die nicht nur sein privates Glück, sondern auch seine Karriere zu zerstören droht. Logicomix beleuchtet den immerwährenden Konflikt zwischen idealer Rationalität und der gar nicht perfekten und fehlerhaften Realität.

“The oldest story around: Instinct, Emotion, and Habit get the better of human beings.”

Wer nur eine Graphic Novel dieses Jahr lesen will oder überhaupt mal ausprobieren dem lege ich diese ans Herz.

“It’s been said before: ‚The sleep of reason produces monsters.”

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„Normal“ – Warren Ellis

In dieser dünnen Dystopie geht es um Menschen, die professionell in den Abgrund schauen und denen dann das passiert, wovor Nietzsche schon warnte: „Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ So jemand ist Adam Dearden, von Beruf „Zukunftsstratege“ eine Sparte, die zivilen Ursprung hat und sich mit Themen wie Geoengineering oder auch Smarte Städte beschäftigt und grundsätzlich Wege zu finden sucht, wie der drohende Untergang zu vermeiden ist. Die zweite Gruppe Futuristen die es gibt sind die „Strategischen Prognostiker“, die ebenfalls versuchen, dem Untergang zu entgehen, sich aber auf militärische Dinge konzentrieren wie Kriegsführung mit Dronen, geopolitische Aufstände etc.

„People who have tried to look into the future in order to try to save the world and have been driven insane by it. The worst kind of insanity, Adam Dearden. We’ve all been sent mad by grief.“

Die erste Gruppe wird von Nonprofit-Organisationen bezahlt, die zweite von Firmen und globalen Sicherheitsgruppen. Beide Gruppen mögen sich nicht sonderlich, teilen aber ein gemeinsames Schicksal. Wer gut ist in seinem Job und sich Tag und Nacht mit den dunklen Seiten der Zukunft beschäftigt, landet irgendwann unweigerlich mit dem Syndrom „Abyss Gaze“ in „Normal“, einer Psychiatrischen Klink gemeinsam gesponsert von den Non Profits und den Konzernen, um die Futuristen wieder fit zu machen.

„The future arrived a couple of weeks ago and nobody noticed. Because that’s how the future always arrives. You don’t realize it’s here until you bump into it.“

Die Klinik „Normal Head“ liegt in der Wildnis Oregons innerhalb eines experimentellen Waldes. Auch Adam Dearden wird mit einer heftigen Form von „Abyss Gaze“ eingeliefert, die ersehnte Abschottung und Ruhe dauert jedoch nur einen Tag. Dann verschwindet ein Patient aus einem verschlossenen Zimmer und alles, was von ihm überbleibt ist ein riesiger Haufen lebender Insekten. Dearden versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und kommt dabei einer Verschwörung auf den Grund, die die Grundfeste erschüttert wie wir über die Zukunft denken.

Düster und atmosphärisch, für paranoide Philip K Dick („Dickheads“) und „Was wäre wenn-Fans“ – unbedingt lesen.

„The thing about the future is that it keeps happening with you.“

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„Schnell, Dein Leben“ – Sylvie Schenk

Ein kurzer, wahnsinnig dichter Roman, der mir sonst durch die Lappen gegangen wäre, wenn ich ihn nicht wunderbarerweise vom Hanser-Verlag zugeschickt bekommen hätte. Das Leben in diesem Roman rauscht so schnell vorbei wie das eigene.

Louise wächst in den den französischen Alpen auf. Sie studiert in den 50er Jahren in Lyon, geht in Jazzkneipen, trifft spannende Leute, hat ersten Sex mit dem melancholischen Henri, der unter der Ermordung seiner Eltern im zweiten Weltkrieg leidet. Sie trennt sich von ihm und verliebt sich in den Deutschen Johann. Sie heiraten, leben gemeinsam in Deutschland und kommen immer wieder mit der Schuld der Deutschen und konkret auch mit Johanns Eltern in Kontakt.

Ein Buch, das sich mit Verantwortung beschäftigt und der Schwierigkeit, mit der eigenen Familie über Schuld zu sprechen. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig, denn es wurde ausschließlich im Imperativ geschrieben. Eine wahnsinnig gute Sätze gibt es im Buch, ich teile hier nur einen, schließlich ist es ein dünnes Büchlein:

„Die Herkunft deiner Mutter war ein Tabu. Auch du hast deine Mutter totgeschwiegen. Aber manchmal, wenn du heute beobachtest, wie selbstverliebte Menschen von ihren verkrachten Existenzen in Fernsehsendungen berichten oder im Internet ihre kleinsten seelischen Regungen ausbreiten, empfindest du viel Mitgefühl und Zuneigung für diese Eltern, die nicht so viel Aufhebens um sich selbst gemacht haben, ihre Kindheitstrauma nicht breitgeschlagen haben, dem eigenen Kummer das Recht streitig gemacht haben, das Leben anderer zu verdunkeln, weil es nichts ändert zu klagen, weil man nur damit auffällt und andere belästigt.“

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„My Name is Lucy Barton“ – Elizabeth Strout

Unsere November-Lektüre im Bookclub hat wieder einmal für heiße Diskussionen gesorgt. Ein dünnes Büchlein, dem man soviel explosiven Diskussionsstoff gar nicht zugetraut hätte. Kalt gelassen hat es niemanden. Es ist – um es gleich vorneweg zu nehmen – sehr gut geschrieben, das Wesentliche des Buches besteht in dem, was zwischen den Zeilen steht, was nicht erzählt und angesprochen wird.

Lucy Barton liegt im Krankenhaus wo sie mit Komplikationen nach einer einigermaßen einfachen Operation zu kämpfen hat. Ihre Mutter, zu der sie seit Jahren kaum Kontakt hat, besucht sie im Krankenhaus. Sie kommunizieren Klatsch und Tratsch über die gemeinsamen Bekannten aus der Heimat in Illionois miteinander, ohne wirklich unter die Oberfläche zu gehen. Dort, wo unerfüllte Sehnsüchte, Spannungen und Verletzungen liegen.

Lucy konnte ihrer „white trash“ Familie entkommen, lebt in New York und versucht Schriftstellerin zu werden. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und doch kann sie ihren Kindheitstraumata nicht wirklich entkommen.

“Then I understood I would never marry him. It’s funny how one thing can make you realize something like that. One can be ready to give up the children one always wanted, one can be ready to withstand remarks about one’s past, or one’s clothes, but then–a tiny remark and the soul deflates and says: Oh.”

Mir war Lucy etwas zu passiv, hat zu wenige Ansprüche an ihre Mutter gestellt, aber vielleicht kommen da persönliche Befindlichkeiten meinerseits mit rein. Ein Roman, den ich grundsätzlich gerne gelesen habe, auch wenn ich „Olive Kittridge“ für ihr weitaus stärkeres Buch halte.

“But I think I know so well the pain we children clutch to our chests, how it lasts our whole lifetime, with longings so large you can’t even weep. We hold it tight, we do, with each seizure of the beating heart: This is mine, this is mine, this is mine.”

Hier noch eine schöne Besprechung von letteratura.

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„Die Juristische Unschärfe der Ehe“ – Olga Grjasnowa

Eine interessante Geschichte mit spannenden, wenn auch nicht unbedingt sympatischen Charakteren, temporeich erzählt mit den kurzen Kapiteln. Bin ziemlich durchgebraust durch den Roman. Es geht um Leyla und Altay, die eine Scheinehe führen, um ihre Familien nicht mit ihrer Homosexualität zu konfrontieren. Sie leben ein cooles, bohemian Leben in einer Berliner Altbauwohnung und beide schleppen hin und wieder Partner für eine Nacht ab, lassen sich aber auf nichts ernstes ein. Sie leben ihre Zerrissenheit miteinander aus und stärken sich gegenseitig.

Das ändert sich, als die beiden Jonoun treffen, eine Frau, die mehr als eine flüchtige Beziehung für Leyla ist und Altay fühlt sich von ihr bedroht. Hat Angst um seine bequeme und glückliche Ehe mit Leyla, die ihm sicher zu sein scheint. Er ist nach einer unglücklichen Liebe vollkommen unfähig sich neu zu verlieben.

Gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Städte in Russland und im Kaukasus, den Einblick in das Leben einer Ballerina am Bolschoi-Theater und auch der Einblick in den homosexuellen Alltag in Russland.

Zum Ende hin hat Frau Grjasnowa mich allerdings verloren. Das wirkte abrupt, als hätte sie keine Lust mehr gehabt. Ja und vermutlich mochte ich auch nicht den Beigeschmack, den das Ende für mich hatte und der Wasser auf die Mühlen der „Homosexualität ist eine Wahl“-Freaks ist. Aber vielleicht bin ich da auch zu empfindlich.

„Dort wirst du doch auch nur unter bestimmten Umständen akzeptiert. Was wärst du bloß für ein Schwuler, wenn du dich nicht gut anziehen, dich für Innendesign, Avantgardemusik, Kochen und Lifestyle interessieren würdest?“

„Der Westen braucht den Diskurs über Homosexualität um sich der eigenen Überlegenheit zu vergewissern.“

Kennt ihr eines der vorgestellten Bücher? Wie war eure Leseerfahrung ? Ähnlich ganz anders oder konnte ich vielleicht den einen oder anderen auf eines der Bücher neugierig machen? Ich hoffe doch.

So long und jetzt muss ich erst noch mal meinen Darth Vader anwerfen, ich liebe es wenn er tanzt …

Von Beruf Schriftsteller – Haruki Murakami

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Würde Haruki Murakami ein Telefonbuch veröffentlichen, würde ich das vermutlich auch kaufen. Es gibt tatsächlich keinen Autor, dessen „Sound“ ich so sehr schätze. Der typische einsame Protagonist, der den Großteil seiner Zeit alleine lesend oder durch die Straße wandernd verbringt, dabei Musik hört und sich ab und an was Leckeres kocht – das ist mein männliches introvertiertes Pendant. Sein Schreibstil wirkt so beruhigend auf mich, so meditativ, ich bin vollkommen davon überzeugt, dass man seine Bücher auf Rezept bekommen sollte, da sie blutdrucksenkend wirken.

Als ich diesen Abschnitt las, dachte ich sogar, wir seien siamesische Zwillinge:

„Ich fraß alles Gedruckte in mich hinein, als würde ich es mit einer Schaufel in ein verzehrendes Feuer schippen. Ich verschlang und verdaute (vieles konnte ich vielleicht auch nicht verdauen) ein Buch nach dem anderen, jeden Tag, und so war in meinem Kopf kaum Platz für irgendwas anderes. Mitunter glaube ich, dass das fast ein Glück für mich war. Denn hätte ich ernsthafter über das Gekünstelte, Widersprüchliche und Falsche um mich herum nachgedacht und mich den Dingen gestellt, die ich nicht einsehen konnte, wäre ich vielleicht in einer Sackgasse gelandet und Grübeleien anheimgefallen.“

„Ohne diese vielen Bücher wäre mein Leben wahrscheinlich sehr viel kälter und ärmer gewesen. Der Akt des Lesens war die beste Schule für mich, sozusagen eine maßgeschneiderte Schule, eigens für mich erbaut und betrieben, an der ich viele wichtige Erfahrungen machte. Es gab dort weder lästige Vorschriften noch Beurteilungen noch den gnadenlosen Kampf um die Rangordnung. Natürlich auch kein Mobbing. Auch wenn ich Teil des großen „Systems“ war, konnte ich mir dieses eigene andere „System“ sichern.“

Auf wenn das neueste Buch „Von Beruf Schriftsteller“ kein Roman ist, der „Sound“ ist trotzdem da. In 12 Kapiteln teilt der Autor seine Erfahrungen als beginnender Autor, seine Routinen, seine Erfahrungen mit Literaturpreisen, wie lange es dauerte, bis er mit dem Schreiben Geld verdiente und wie er überhaupt mit 29 Jahren aus einer Baseball-Laune heraus mit dem Schreiben begann.

„Man könnte diese potenziellen Konsumenten von Literatur vielleicht in Anlehnung an die Politik als „schwankende Wählerschaft“ bezeichnen. Für solche Menschen müsste man eine Art Zugang schaffen, wie ihn beim Wein der Beaujolais nouveau bietet, in der Musik das Wiener Neujahrskonzert und beim Sport der Hakone-Tokio-Rundmarathon.“

Er glaubt, dass jeder Schreiben kann, damit jedoch Geld zu verdienen gelingt nur relativ wenigen Menschen. Wichtig ist es eine Routine des täglichen, dauerhaften Schreibens zu entwickeln, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und seinen eigenen Weg und seinen Sound zu finden. Seinen fand Murakami im Übrigen in dem er seine Texte zuerst auf Englisch schreibt und diese dann ins Japanische zurück übersetzt. Seine Vorliebe für anglo-amerikanische Autoren, die er auch häufig erstmals ins Japanische übersetzte, haben ihm oft Kritik im eigenen Land eingebracht von denen, die Murakami nicht japanisch genug finden.

Er ist ein sehr beharrlicher Mensch, der nicht übermäßig schnell schreibt und seine Manuskripte wieder und wieder überarbeitet. Dabei ist seine Frau seine wichtigste, aber auch härteste Kritikerin. Das ist im Übrigen so ziemlich das einzige, dass man von der notorisch geheimnisvollen Frau erfährt. Im Gegensatz zu seiner Frau scheint Murakami fast schon ein medienaffines Popidol zu sein. Es gibt kaum Bilder, auch Interviews mit ihr habe ich nicht gefunden. Dabei würde mich ihre Sicht auf den Schriftsteller schon auch mal interessieren, aber natürlich respektiere ich den Wunsch nach Ruhe und Ungestörtheit und natürlich sollten die Bücher im Mittelpunkt des Interesses stehen, nicht die Person des Schriftstellers oder seiner Frau.

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Foto: GooglePlus

Neben dem intensiven Umschreiben nach der ersten Kritik seiner Frau ist ein weiterer wichtiger Aspekt seiner Arbeit, diese für einen längeren Zeitraum einfach ruhen zu lassen. So wie guter Wein oder auch Käse einen Reifeprozess durchmachen, reifen auch seine Manuskripte durch ein in Ruhe lassen. Mir gefällt das, in einer Zeit, in der alles auf Tastendruck sofort da zu sein hat, ein immer seltener werdendes Phänomen.

Mir gefiel auch die E.T. Methode sehr. Das Nutzen, von dem was man hat, was schon da ist, dem man kreativ eine andere Bedeutung gibt. So dass sämtliche Begegnungen, die man als Schriftsteller hat, jedes Erlebnis in die mentale Rumpelkammer geworfen und bei Bedarf herausgezaubert werden kann:

„Ich glaube, da hilft wieder nur die E.T.-Methode. Die Abstellkammer öffnen, das, was drin ist, zusammenraffen und dann – ping! – die Magie einschalten. Eine weitere Methode, um mit dem anderen Stern Verbindung aufzunehmen, haben wir nicht.“

Murakami ermuntert den Leser dazu, authentisch zu sein, Eigenarten an sich und anderen zu akzeptieren und auch die Gesellschaften sollten Menschen, die nicht ganz ins Raster passen, mehr zu schätzen und zu integrieren. Nach meinem Besuch in Japan ist mir noch einmal klarer geworden, was für ein außergewöhnlicher Mensch Murakami in Japan ist. Er ist ganz und gar Individuum, kümmert sich stets um seine eigenen Bedürfnisse und nimmt viel Zeit für sich alleine in Anspruch, eine Tatsache, die einen in Japan sehr schnell zum Außenseiter werden lässt.

„Ein Schriftsteller sollte, noch bevor er Künstler ist, ein freier Mensch sein. Und für mich besteht die Definition eines freien Menschen darin, dass er tut, was er will, und zwar, wann er will und wie er will.“

„Nach der Veröffentlichung kann man der Kritik ruhig aus dem Weg gehen. Man richtet sich zugrunde, wenn man sich jede einzelne zu Herzen nimmt.“

Ich musste mich bei der Lektüre wirklich zurück halten, nicht durch das Buch hindurch zu rasen. Es liest sich leicht, ist interessant und macht Lust, es selbst mit dem Schreiben zu versuchen oder alternativ mit dem Laufen, die weitere große Leidenschaft Murakamis neben dem Schreiben, Lesen und Musik hören. Es gab sehr viele Stellen, bei denen ich beim Lesen ständig hätte ausrufen können „genau“, ich habe gefühlt die Hälfte des Buches markiert und möchte ein paar der schönsten Sätze mit Euch teilen. Da sind aber noch jede Menge mehr lesenswerte Passagen drin, die Lektüre dieser Sätze allein ersetzt auf gar keinen Fall das Buch zu lesen.

Ich bin mir sehr sicher, wird „Von Beruf Schriftsteller“ erst einmal ins Englische übersetzt, wird es zur Standardlektüre der Creative Writing Kurse an den Universitäten gehören. Es ist definitiv ein Buch, das ich nicht nur einmal lesen werde. Ich lese es so lange, bis ich selbst ein Buch geschrieben oder einen Marathon gelaufen bin 😉

„Besonders achte ich darauf, nichts zu erklären. Stattdessen warf ich verschiedene bruchstückhafte Episoden, Bilder, Szenen und Begriffe in den Roman wie in ein Gefäß und verknüpfte sie zu einer plastischen Darstellung. Und diese Verknüpfung muss in einem Raum geschehen, der nichts mit gewöhnlicher Logik oder literarischer Sprache zu tun hat. Das ist das grundlegende Schema.“

„Oder aber mach deine Arbeit so gut, wie es deine Fähigkeiten, deine Begabungen erlauben, und dann rechtfertige dich nicht und entschuldige dich nicht. Beklage dich nicht, erkläre nichts.“

Ich danke dem Dumont-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Meine Woche

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Gesehen:“The Theory of Everything“ (2014) von James Marsh. Biopic über das Leben von Stephen Hawkins. What a beautiful brain …

2 Tage in Paris“ (2007) von und mit Julie Delpy. RomCom die einige witzige Momente hat, aber nicht wirklich umwerfend war.

Borrowed Time“ (2015) grandioser animierter Short Film von Lou Hamou-Lhadj und Andrew Coats. Ein Film den die beiden gemeinsam in über 5 Jahre in ihrer Freizeit entwarfen.

Gehört: „First love never dies“ – Soko, „Everything is burning“ – IAMX, „Bones“ – Avec

Gelesen: What history tells us what may happen next with Brexit and Trump, Desillusionierung und Selbstdiagnose in Trumpland, Die Angst vor der weißen Wut, the real bubble is rural america, Science Fiction der Realismus des 21. Jahrhunderts, brauchen wir eine digitale Arbeiterbewegung ? oder eine komplett neue Wirtschaftsform? 16 Autoren beschreiben im New Yorker über Trumps Amerika und was die neue Normalität bedeutet. Warum keiner Trump so gut versteht wie Hannah Arendt und diesen Artikel zum Tode von Ilse Aichinger 

Getan: unser 10jähriges Jubiläum gefeiert, das Step Up Camp 2016 erfolgreich beendet, unseren US-Hub gefeiert, ein schönes Team Dinner gehabt, den Bookclub besucht, einen sehr inspirierenden Abend mit stepanini und tante Masha verbracht und den Adventskalender für die Bingereader-Gattin vorbereitet.

Geplant: ausruhen und schreiben

Gegessen: ich war jeden Abend essen diese Woche von Brasilianisch über Italienisch (sogar 2 x)bis hin zu Afghanisch. Lecker wars aber ich freue mich jetzt einfach mal auf ein Butterbrot und vielleicht bekomme ich auch wieder eine solch schöne Bento Box gebastelt

Getrunken: sehr leckeren Minze-Ingwer Tee

Gelacht: The first 40 years of childhood are always the hardest

Geärgert: das ich das Dinner mit den TED Speakern verpasst habe

Gefreut: das ich diese spannende aber super anstrengende Woche überstanden habe

Gewünscht: dieses Geschirr, diesen Weihnachtsschmuck, diese Grünpflanze

Geklickt: auf diese Dokumentation über H. R. Giger

Gekauft: dieses Notizbuch und 2 Bücher

Gefunden: nix

Gewundert: wie sehr man sich aufs heimische Sofa freuen kann

Fragenmarathon

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Vor einiger Zeit schon hat mir Wordbuzz einen Fragebogen um die Ohren gehauen (nur wörtlich natürlich) und ich lahme Socke komme erst heute dazu, hier endlich mal Rede und Antwort zu stehen. Ich liebe Fragebögen und Listen jeglicher Art und kann überhaupt nicht verstehen, warum das jetzt so lange gedauert hat. Aber gut – hier endlich meine Antworten lieber Wordbuzz und danke fürs nominieren (nennt man das so?):

Welches Buch hast du zuletzt abgebrochen, und warum?

Sterben von Knausgard. Ich hatte irre viel gehört vom Autor und seiner biografischen Reihe, war sehr gespannt darauf und sehr überzeugt davon, ich werde mich da süchtig durch 15000 Seiten fräsen und dann – peng. Connection with reader could not be established. Ging überhaupt nicht an mich, ich habe einfach nicht genug Interesse für ihn und seine Befindlichkeiten aufbringen können.

Welches Lieblingsspielzeug aus deiner Kindheit hätte dich unendlich traurig gemacht, wenn du es verloren hättest?

Kein wirkliches Lieblingsspielzeug, aber ich hatte einen Haifisch-Zahn der war mein ganzer Stolz und ich habe ihn auf meinem Schreibtisch in einem „Geheimversteck“ aufbewahrt und er war mein kostbarstes Gut. Das ist er nicht mehr, aber ich habe ihn noch immer und vor ein paar Wochen habe ich ihn – mal wieder – panisch gesucht und zum Glück auch gefunden, nachdem ich fast die halbe Wohnung auf den Kopf gestellt habe. Man sieht, er scheint mir irgendwie noch immer wichtig zu sein.

Wenn du für einen Tag die Welt regieren könntest, mit uneingeschränkter Macht: Was würdest du als erstes ändern?

Da würden ein paar ältere Herren in den USA, Russland, Türkei, Süd-Korea sehr plötzlich in den Ruhestand versetzt werden *evil grin*

Welche Person wurde in letzter Zeit völlig überhypt?

phhhhhh Helene Fischer ?

Du bist Geheimagent und bekommst einen unbekannten Auftrag, mit wem würdest du dich am wenigsten anlegen wollen? 

Ohhh bekomme ich dann über Q alle Gadgets die ich will ? Dann nehme ich es mit jedem auf 😉

Welches Thema interessiert dich so gar nicht?

der Sport- und Finanzteil fliegt in der Regel beim Zeitung lesen unbeachtet in den Papierkorb.

Wenn du im Einkaufszentrum wärst, und hättest kein Geld dabei. Was wäre das Produkt, das du am ehesten klauen würdest?

Eine Flasche Rotwein

Die beste Filmszene aller Zeiten?

Wenn die Welt untergeht in Melancholia

https://www.youtube.com/results?search_query=melancholia+end+of+the+world

Glück ist… 

endlich angekommen zu sein

Welche/n Disneyprinzen/prinzessin würdest du wählen? Oder doch lieber den/die Bösewicht/in als Helden?

es kann nur einen geben: BATMAN ok eventuell noch Jessica Jones. Sorry musste die Frage etwas umformulieren.

 

Danke – das hat echt Spaß gemacht 🙂 Ich stelle jetzt einfach mal ein paar Fragen in den Raum und wer auch immer Lust hat die zu beantworten – ich freue mich:

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest Du tun…

Was ist Dein Lieblingswort…

Welches Buch hast Du bislang am häufigsten verschenkt…

Worauf bist du richtig stolz…

Mit welcher Figur aus der Literatur würdest Du gerne eine Affäre haben..

Welche Superhero-Eigenschaft hättest Du gerne

Welches Problem würdest Du am liebsten lösen können…

Welche spannende Sache hast Du zuletzt gelernt…

Was hast Du zuletzt fotografiert ?…

Welchen Roman mit einer LGBT-Figur hast Du zuletzt gelesen …

Welchem Film würdest Du gerne ein alternatives Ende verpassen…

Was war das schönste Kompliment das Du je erhalten hast …

Freue mich, falls jemand Lust hat mitzumachen 🙂

So long my friends – and don’t forget to stop staring into the void every now and then.

Swans + Anna von Hausswolff @ Hansa39, München, 2016-11-11

Danke an Gerhard für die perfekte Zusammenfassung eines mehr als außergewöhnlichen Konzert-Abends:

KULTURFORUM

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Schöner (auch optisch) kann man kaum an die intensiven Klang-Rituale der Swans herangeführt werden: Am vergangenen Samstagabend eröffnete die zierliche Schwedin Anna von Hausswolff den Hörgewohnheiten-herausfordernden Abend mit ihren Begleitern, zu denen sich im weiteren Verlauf der Aufführung auch der Swans-Slide-Gitarrist Christoph Hahn auf die Bühne gesellte. Nach dezentem, Folk- und Wohlklang-affinen Intro schwenkte von Hausswolff nicht nur ihr wallendes Blondhaar, sondern auch zügig in das dominierende Klangspektrum der Veranstaltung, mit intensivster Keyboard-Bearbeitung in den Gefilden des Prog- und Doom-Rock und der experimentellen Neo-Klassik, unterfüttert von einer treibenden, düsteren Grund-Rhythmik und begleitet von ihrem exzessiven Sirenen-Gesang entwarf die Skandinavierin ihre eigene Sprache hinsichtlich Grenzgang in den Bereichen halluzinierender Avantgarde-Mystik und wuchtiger, pochender, nahezu schwermütiger, im klassisch-repetitiven Minimalismus verhafteter Orgel-Drones. Ein hypnotischer Ausbruch, dem man in der Form gerne auch über die gängige, volle Konzert-Distanz beigewohnt hätte.
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„I frequently hear music in the heart of the noise“ soll George Gershwin laut…

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