#WomeninSciFi (16) Zoo City – Lauren Beukes

 

Wenn du Schuld, schwere Schuld, nicht mehr verbergen kannst, weil sie sich wie ein Tier an dich krallt, ein Tier, ohne das du nicht mehr leben kannst, von dem du dich nicht entfernen kannst, ohne dich selbst aufzulösen, …

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Ich freue mich, dass Thomas trotz anfänglicher Schwierigkeiten heute dabei sein kann. Was gab es nicht alles für Probleme zu überwinden: der heimische Bibliothekar musste geteert und gefedert werden, weil er keine weiblichen Sci-Fi Autoren im Bestand hatte, als dieser dann dienstbeflissen eines herangeschafft hatte, war dieser Titel schon vergeben. Zu seinem Glück konnte er dann dieses kleine Juwel hier auftun.

Danke Thomas, für diesen Buchtipp und die vielen anderen – ich freue mich, dass unsere anregenden Diskussionen über Kanban, Agile Software-Entwicklung, die Lean Methodologie, SciFi, Bücher und vieles mehr auch weiterhin bei dem einen oder Bier mariniert und diskutiert werden können. Jetzt aber auf nach Johannesburg zu den Getierten:

Johannesburg in einem Paralelluniversum: Zinzi December, eine junge Afrikanerin, liebt Mode, hat eine große Klappe und lebt in einer verschimmelten Hochhausruine in Johannesburg zusammen mit Junkies, Armen und Gestrandeten. Sie ist eine „Getierte“ – politisch korrekt: Sie leidet an einer erworbenen symbiontenfreien Gewöhnung. In ihrem Fall ist das ein Faultier, das sich nicht weiter als wenige Meter von ihr entfernen kann. Meistens sitzt es auf ihrem Rücken.

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Foto: Rowohlt Verlag

Weniger politisch korrekt heißen die „Getierten“ Zoos. „Tatsache ist, wir sind alle Verbrecher. Mörder, Vergewaltiger, Junkies. Abschaum. In China erhält jeder Zoo die Todesstrafe, aus Prinzip. Weil nichts auf der Welt so laut „schuldig!“ ruft wie ein Geister-Vieh an deiner Seite.“ (S. 10). Die Tiere sind ein unübersehbares Stigma ihrer Schuld.

Mit dem Stigma kommt eine Gabe, als Fluch erlebt. Zinzi spührt körperlich die Verbindung von verlorenen Gegenständen zu ihren Besitzern, und so schlägt sie sich mit kleinen Wiederbeschaffungsjobs durch. Normale Jobs sind für „Getierte“ fast unerreichbar. Neben praktischen Erwägungen – die Tiere passen nicht zu jedem Jobprofil – ist die Stigmatisierung in der Gesellschaft überall spürbar. So kommt Zinzi zu einem Auftrag, der sie als Detektivin tief in die Abgründe der Stadt und der menschlichen Seele führt. Sie soll sich im Auftrage eines Produzenten auf die Suche nach dem weiblichen Teil eines erfolgreichen Teenie-Pop-Duos machen, die in Johannesburg verschwunden ist. Mit der Einstellung eines Phillip Marlow, zynisch bis zur Härte gegen sich und das Schicksal, aber nie unberührt geht sie durch eine zynische und harte Welt.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Jeder Teil lässt den Tag mit bohrendem, gelben Licht anbrechen: Zinzi im Bett an der Seite eines Mannes in ihrer Wohnung. Die Parallelität macht das Gefälle von Zinzis Gefühlsleben zwischen diesen beiden Morgen deutlich. Der erste Teil führt uns in einer furiosen Fahrt am Ende zu Zinzis Nullpunkt. Von nun an ist sie auch in der Geschichte nicht länger eine Unbeteiligte mit einem Auftrag, sondern sie ist nun existentiell beteiligt an den Geschehnissen, an deren Ende ihre Existenz sich grundlegend geändert hat.

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Lauren Beukes arbeitete vor ihrer Karriere als Buch-, Comic- und TV-Autorin 10 Jahre als freie Journalistin. U. a. drehte sie 2010 den Dokumentarfilm „Glitterboys and Ganglands“ http://laurenbeukes.bookslive.co.za/blog/2012/03/12/glitterboys-ganglands-in-official-competition-at-the-atlanta-film-festival/, der 2012 als bester LGTBI-Film auf dem 36. Atlanta Black Film Festival ausgezeichnet wurde. Für ihr schrifstellerisches Werk gewann sie neben anderen Preisen den Arthur C Clark Award. In Johannisburg 1976 geboren, lebt sie heute mit ihrem Mann und ihrer 8-jährigen Tochter in Kapstadt.

„Zoo City“ ist unter dem gleichen Titel auf deutsch im Rowohlt Verlag erschienen.

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Meine Woche

Gesehen: „Youth“ (2015) von Paolo Sorrentino mit Michael Caine, Harvey Keitel und Rachel Weisz. Film über eine lebenslange Freundschaft der in einem Luxusressort in der Schweiz spielt. Tolle Bilder, sehr schöner Soundtrack.

The Signal“ (2014) von William Eubank. Dieser low budget Sci-Fi Film mit Laurence Fishburn war chaotisch, das Script hatte mehr Löcher als ein Schweizer Käse da hätte man echt mehr draus machen können.

Wilde Erdbeeren“ (1957) von Ingmar Bergman. Psychogramm eines älteren Mannes der in Rückblicken, Träumen und Gesprächen über sein Leben nachdenkt. Tiefgründig.

Gehört: „All Melody“ – Nils Frahm, „Undoing a Luciferian Towers“ – Godspeed You! Black Emperor, Meryl Streep reads Sylvia Plaths „Morning Song„, „No. 4“ – Christina Vantzou, „You got the love“ – The Retrosettes Sister Band, „Figlioa to scuoti“ – Susan Patterson

Gelesen: ein Productivity Guide der mir gefällt, dieses Interview mit Jaron Lanier, diesen Artikel über Quantencomputer, Alan Lightman über Teleskope, diesen Artikel über das Tracken von literarischen Orten, Are we already living in virtual reality? The Terror of Totalitarianism explained

Getan: „Der Balkon“ von Genet mit viel nackigem Po (und mehr) gesehen – krasses aber gutes Stück, interessante Gespräche mit Freunden geführt, das Nils Frahm Konzert sehr genossen und den Abszess zur Hölle gejagt

Geplant: eine Radltour und das „God is an Astronaut“ Konzert besuchen

Gegessen: das gewonnene 7 Gänge Menü von Fernsehkoch Frank Rosin

Getrunken: einen Hannah Arendt Cocktail und Sancerre

Gelacht: über diesen tanzenden Papagei und über Harrison Ford

Geweint: nein

Gefreut: über ein ganz tolles Bücher-Paket, einen sehr sehr süßen schwarzen Bücherwurm, das Amys Blog „Einfallsreich“ wieder funktioniert und über das plastikfressende Enzym,

Geklickt: auf Dokumentation „The World Within“ über Carl Jung

Gewünscht: dieses Bad, diese Pflanzen-Wand, dieses Haus und diesen BB8 Droid

Gefunden: die Solaris DVD

Gekauft: Musik im Internet

Gestaunt: über diese Papierflieger

Gedacht: What makes us feel liberated is not total freedom, but rather living in a seet of limitations that we have created and prescribed for ourselves (Andrea Zittl)

Books & Booze: Die Freiheit, frei zu sein – Hannah Arendt

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Schon Kierkegaard war ja der Meinung, dass eines der lächerlichsten Dinge am modernen Leben die Tatsache sei, dass der Mensch keine Zeit mehr habe zu reflektieren – das schein im 19. Jahrhundert also nicht großartig anders gewesen zu sein als heute. Cocktail Bars sind aber auf jeden Fall ein Ort, an dem man sich die Zeit und den Raum nehmen kann und nehmen sollte, nachzudenken und über den Lauf des Lebens zu reflektieren.

Philosophie und Cocktails haben eine lange und intime Geschichte, über die wir jetzt gerne noch deutlich mehr schreiben würde, das Problem ist, Hannah Arendt, über die wir heute Abend schreiben und der unser heutiger Cocktail gewidmet ist, partout keine Philosophin sein wollte.

Sie gilt als eine der einflussreichsten politischen Philosophinnen des 20. Jahrhunderts, auch wenn sie diesen Titel für sich selbst stets ablehnte. Ich habe mich ewig darüber gewundert, überlegt ob es in einer falschen Bescheidenheit begründet liegt, bis Thomas Meyer, Dozent für Philosophie an der LMU München, bei einer Veranstaltung im Literaturhaus München meinte, seiner Einschätzung nach habe sich Arendt mit dieser Äußerung einfach von der Philosophie distanzieren wollen, die sie bis zu einem gewissen Grad für die Gräueltaten des Holocaust und des Nationalsozialismus mit verantwortlich machte. Eine für mich neue, aber durchaus einleuchtende Theorie.

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Sie wirft der Philosophie vor, feindselig auf die Politik zu blicken und mit Blick auf die Gräueltaten des Holocaust und des Nationalsozialismus versagt zu haben. Sie kritisiert die künstliche Trennung zwischen praktischer und theoretischer Philosophie. Die politische Theorie stellte für sie eine mögliche Alternative zur Philosophie dar.

Der Text „Die Freiheit, frei zu sein“, der letztes Jahr wiederentdeckt wurde, ist erstaunliches Bestsellerlisten-Material. Er ist alles andere als zugänglich, es scheint, als wolle die Bevölkerung sagen „traut uns sowas Schwieriges zu“, „wir wollen nicht nur Leichtverdauliches“. Die Menschen wollen nicht mehr unterfordert werden und wehren sich gegen die sprachliche und intellektuelle Verwahrlosung unserer Zeit. Wollen einer konservativen Revolution etwas entgegensetzen, die allen voran ausgerufen wird von einem Typen, der das Wort „Freiheit“ nicht einmal buchstabieren kann.

Der Text ist das Transkript einer Rede, dass sie vor einem konservativen Think Tank in Chicago hielt, für die alles Denken und alle Philosophie nach Plato eigentlich nur noch eine Fußnote darstellte.

Gerade diesem steifen Publikum kommt Arendt – vermutlich charmant wie immer – gleich mit der Revolution ins Haus.

„Mein Thema heute ist, so fürchte ich, fast schon beschämend aktuell. Revolutionen sind inzwischen alltägliche Ereignisse, denn mit der Beendigung des Imperialismus haben sich viele Völker erhoben, um „unter den Mächtigen der Erde den selbständigen und gleichen Rang einzunehmen, zu dem die Gesetze der Natur und ihres Schöpfers es berechtigen.“

Revolutionen werden für die Freiheit gemacht. Aber Freiheit von was? In der Regel folgen auf Befreiungen erst einmal Terror und die wichtigste Frage ist nicht so sehr wie erlange ich Freiheit, sondern wie bewahre ich die Freiheit? Freiheit darf für Hannah Arendt nicht in der Passivität bleiben (noch einmal ein Wink mit dem Zaunpfahl nach Freiburg) Freiheit muss rückverankert in die Gesellschaft sein, es muss das Ziel jedes Einzelnen sein, Freiheitsräume zu schützen, denn Freiheit geht jeden an.

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Hannah Arendt hat mit diesem gut fünfzig Jahre alten Text ein Gegengift in die Welt gesetzt, dass uns hilft darüber nachzudenken, was in unserer Zeit und in unserer Gesellschaft erhaltenswert ist.

Der Text hat durchaus ein gewisses Mass an Reflektions-Komplexität, bietet uns aber einen so positiven Begriff von Freiheit, dass wir Hannah Arendt mit dieser Books & Booze Ausgabe einen eigenen Cocktail widmen wollen.

Die Münchner Küchenexperimente sind im Labor verschwunden und kamen dann mit dieser köstlichen und überaus süffigen Mischung wieder hervor:

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100 ml stark aufgebrühten grünen Tee

Tonic und Gin eurer Wahl

Eiswürfel

Den grünen Tee schön stark aufbrühen und dann abkühlen lassen. Mit den Eiswürfeln in ein Glas geben und mit Tonic und Gin nach Wunsch auffüllen.

Ladies and Gentlemen, versuchen Sie diesen Cocktail – ich bin sicher, Frau Arendt hätte ihn mit ihrer „Bae“ Mary McCarthy bei circa 20 Zigaretten lässig an einem Nachmittag weggeschlürft.

Es lebe die Freiheit und Hannah Arendt 😉

Wer noch mehr möchte – hier der link zu ihrem unvergesslichen Interview mit Günter Gaus:

Wer noch etwas mehr über Hannah Arendt wissen möchte, dem empfehle ich ihr „Last Interview„.

Meine Woche

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Gesehen: „The Great Dictator“ (1940) von und mit Charlie Chaplin. Wow, dachte schon, dass der großartig sein wird, war aber noch mal besser. Unbedingt (wieder) sehen. Große Empfehlung.

Gehört: „Arch“ – Cold Cold Heart, „Assimilation“ – Ghost Island, „Neige Nuit“ – Sairen, „Initial Link“ – Artificial Waves, „Nothing compares 2 U“ – Prince, „No Harm“ – Editors, „Munich“ – Editors

Gelesen: How to think like a programmer, Junot Diaz on childhood trauma, How Laura Ingalls Wilder’s frontier vision of freedom survives in Trump’s USA, Hans Rosling on the world isn’t as horrific as you think, über die Freundschaft von Hannah Arendt und Mary McCarthy, Women Lawyers who campaigned for the right to vote

Getan: mit einer lieben Freundin ganz München abgelaufen, meine Development Dialogues beendet, Zug gefahren und im Biergarten gesessen, meinen Namen auf die Parker Solar Probe gepackt, das Editors Konzert besucht und den Taubenberg erklommen

Geplant: ins Theater und zum Nils Frahm Konzert gehen

Gegessen: Quiche mit Spinat und Feta

Getrunken: Biergarten-Bier

Gelacht: über diesen Hund, wie man Anrufe entgegennimmt und über diesen Shout-out

Geweint: fast wegen eines sehr schmerzenden Abszesses

Gefreut: über die coole Rettungsaktion der Pilotin Tammy Jo Shults

Geklickt: auf diesen Talk von Esther Perel

Gewünscht: diese kuschelige Balkon-Ecke, diese coole Wand und diesen Tisch

Gefunden: nix

Gekauft: Walt Disneys wunderbare Natur

Gestaunt: Differences in assessing jobs by Gender

Gedacht: Complaining is not a strategy. You have to work with the world as you find it, not as you would have it be (Jeff Bezos)

#WomeninSciFi (15) Zwischen zwei Welten – Becky Chambers

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Es ist mir ein Rätsel wie Jörg von „Jargs Blog“ die Zeit findet die Bücher, Filme, Musik etc nicht nur zu konsumieren, sondern auch souverän zu rezensieren, denn dieser Mann ist eigentlich nur auf dem Fahrrad. Ich staune immer wieder wenn er eben mal so unter der Woche 80km mit dem Radl abschruppt und ich hätte riesige Lust irgendwann mal mein Radl mit in den Norden zu nehmen und mich in seinen Windschatten zu hängen.

Ich habe ob all dem Programm vorsichtig angeklopft, ob da vielleicht Zeit und Lust für einen SciFi Gastbeitrag hier ist und habe mich sooo gefreut, dass das direkt erfolgreich war. Den ersten Band Reihe hatte sich schon Thursday Next von „Feiner Reiner Buchstoff“ unter den Nagel gerissen, aber der zweite ging ganz klar an Jarg. Ich freue mich, dass Jarg uns jetzt wieder mit in die unendlichen Weiten entführt. Macht Euch bereit für eine spannende Space Opera, anschnallen und los gehts:

Eigentlich ist es ganz leicht zu verstehen“, sagte Pepper. Sie streckte die Beine aus und legte die Fußknöchel übereinander. „Es ist das Gleiche, was die Verbesserten uns Fabrikkindern angetan haben. Es ist das Gleiche, was die Harmagianer den Akaraks angetan haben oder den Felasens oder einer der anderen Spezies, die sie unterjocht haben. Und ihr Äluoner, ihr habt die KIs doch überhaupt erst erfunden. Empfindungsfähigen Code gibt es erst, seit ihr ihn geschrieben habt.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Leben ist etwas Beängstigendes. Keiner von uns hier besitzt das Regelbuch. Keiner von uns weiß, was wir hier eigentlich machen. Und all das Beängstigende kann man noch am ehesten aushalten, wenn man glaubt, die Kontrolle zu haben. Wer glaubt, die Kontrolle zu haben, der meint, er wäre ganz oben, und wenn man ganz oben ist, dann sind die Leute, die anders sind als man selbst … nun, die müssen dann irgendwo unter einem stehen, nicht wahr? Alle Spezies tun das. Sie tun es immer und immer wieder. Es spielt keine Rolle, ob sie es sich gegenseitig antun oder einer anderen Spezies oder jemandem, den sie erschaffen haben.“ Sie nickte zu Tak. “ Du hast doch Geschichte studiert. Du weißt Bescheid. Die ganze Geschichte ist eine endlose, unüberschaubare Abfolge der schrecklichen Dinge, die wir einander angetan haben.“

„Nicht die ganze Geschichte“, wandte Tak ein. „Vieles davon, ja. Aber es gibt auch Dinge, die gut sind. Es gibt Kunst und Städte und Wissenschaft. All das, was wir entdeckt haben. All das, was wir gelernt und verbessert haben.“ (S. 414)

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Als KI-System des Raumschiffs Wayfarer war Lovelace praktisch mit allem verbunden: mit ihrem Schiff, den Raumfahrern, für deren Schutz und Wohl sie da war und mit allem Wissen der Welt. Sie war gleichzeitig in allen Räumen des Schiffes und für die Besatzungsmitglieder mehr Vertraute als künstliches System. Doch als die Wayfarer in Not geriet, konnte nur ein Reboot sie retten (zur Vorgeschichte vgl. „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“).

Jetzt ist alles anders: sie findet sich in einem menschenähnlichen Bodykit gefangen, in ihrer Sensorik und ihren Möglichkeiten äußerst beschränkt und überdies der Gefahr ausgesetzt, jederzeit enttarnt und zerstört zu werden: denn künstliche Intelligenzen dürfen in er Galaktischen Union nicht in künstlichen, menschenähnlichen Körpern installiert werden. Zum Glück steht die Technikerin Pepper an ihrer Seit: Pepper und ihr Partner Blue bringen Lovelace nach Port Coriol und riskieren alles, damit Lovelace sich in der neuen, verwirrenden Situation zurechtfindet.

Doch das erweist sich als schwierig, denn Lovelace ist hin- und hergerissen zwischen ihrer verlorenen, weitgehend ausgelöschten Existenz als Raumschiff-KI, als sie eine klare Bestimmung hatte, und der neuen Existenz als eigenständiges Wesen im chaotischen, von unterschiedlichsten Spezies bevölkerten Port Coriol. Ihr Glück ist, dass Pepper weiß, wie es sich anfühlt, ohne Bestimmung zu sein und sich plötzlich in eine neue Welt versetzt zu sehen: sie wurde selbst von einer KI großgezogen.

Becky Chambers, die uns in „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ an Bord der Wayfarer und ihrer bunt aus verschiedenen Spezies zusammengewürfelten Crew in ein ganz eigenes SciFi-Universum entführt hat, gelingt mit „Zwischen zwei Sternen“ ein gelungener Ableger, der zwar auf der Vorgeschichte aufbaut, letztlich einen anderen Fokus setzt. Geschickt verschränkt die Autorin die in der Gegenwart spielende Geschichte von Lovelace, die sich in ihrem Bodykit gefangen fühlt und sich im weiteren Verlauf Sidra nennen wird, und der traurigen Vorgeschichte der chaotischen Technikerin Pepper, die als Kind ganz genau zu wissen schien, wo ihr Platz in der Welt war, bis ihre Neugier sie aus der eng umgrenzten Welt ihrer Kindheit herausschleuderte und sie sich ihren Platz neu erkämpfen musste.

Im Gegensatz zum ersten Teil der Wayfarer-Reihe, der den Fokus der Erzählung auf Toleranz und Miteinander setzte, dreht es sich in „Zwischen zwei Sternen“, mehr um Identität und Sinn, aber auch um den Wert von Freundschaft. Überaus anschaulich und einfühlsam widmet sich Chambers, Tochter einer Astrobiologin und eines Raumfahrttechnikers, dabei der Frage der Grenze zwischen Mensch und Maschine und findet mit Lovelace/Sidra eine überaus überzeugende Protagonistin für die hypothetische, literarisch aber mit großer Glaubwürdigkeit und Kraft dargestellte Frage, was passiert, wenn Künstliche Intelligenz Bewusstsein und Emotion entwickelt. Rasch wird deutlich, dass die sich im Bodykit gefangen und von ihren früheren Möglichkeiten abgeschnitten fühlende KI und Pepper mit ihrer Vorgeschichte mehr gemeinsam als gedacht: letztlich spiegelt sich in beiden Protagonistinnen die Frage nach dem Sinn, der eigenen Bestimmung wieder, auf die Lovelace/Sidra am Ende eine Antwort findet, die alle Spezies bis hin einer zu Bewusstsein und Identität ausbildenden KI vereint.

Sidra ordnete ihre kognitiven Bahnen, um die richtigen Worte zu finden. „Ihr alle tut das. Jedes organische, intelligente Wesen, mit dem ich je gesprochen habe, jedes Buch, dass ich gelesen habe, jedes Kunstwerk, das ich betrachtet habe. Ihr sucht verzweifelt nach einer Bestimmung, obwohl ihr keine habt. Ihr seid Tiere, und Tiere haben keine Bestimmung. Tiere existieren einfach. Und es gibt eine Menge intelligente – vielleicht sogar empfindungsfähige – Tiere da draußen, die keinerlei Problem damit haben. Sie atmen einfach und paaren sich und fressen sich gegenseitig, ohne weiter darüber nachzudenken. Aber Tiere wie ihr – diejenigen, die Werkzeuge herstellen und Städte bauen und einen Forscherdrang haben – ihr habt alle eine Bedürfnis nach Bestimmung. Nach einem Sinn. Früher mal hat diese Denkweise für euch ganz gut funktioniert. Als ihr von den Bäumen heruntergeklettert, als ihr dem Ozean entstiegen seid – da half euch Wissen, wozu die Dinge da sind, beim Überleben. Obst ist zum Essen da. Feuer für die Wärme. Wasser zum Trinken. Und dann habt ihr Werkzeuge hergestellt, die für bestimmte Obstsorten bestimmt waren, um Feuer zu machen, um Wasser zu filtern. Alles war für irgendetwas da, also musstet ihr natürlich auch für irgendetwas da sein, nicht wahr? Im Grunde verlief die Geschichte bei euch allen gleich. Es ist jedes Mal eine Geschichte von Tieren, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil ihr euch nicht darauf einigen könnt, wofür ihr da seid oder warum ihr existiert.

Und weil ihr alle so denkt, denken wir, die ihr als eigenständig denkende Werkzeuge gebaut habt, genauso wie ihr. Ihr konntet nichts erschaffen, was anders denkt als ihr, weil ihr nicht wisst, wie das geht. Deswegen stecke ich in dieser Schleife fest, genau wie du auch. Ich weiß, daß ich als Individuum im Grunde keine Bestimmung habe, aber ich dürfte nach einer. Nachdem ich euch alle beobachtet habe, weiß ich, dass ich diese Datei nur füllen kann, indem ich sie selbst schreibe.“ (S. 442ff)

Chambers zeigt erneut, dass sie nicht nur unterhaltsame, sondern auch intelligente Science-Fiction zu schreiben versteht, die sich ausserdem trotz aller auch in der fiktiven Galaktischen Union bestehenden Probleme durch ein optimistischen Grundton auszeichnet. Die Verbindung von technischer Spekulation am Beispiel der KI Lovelace/Sidra, die ein eigenes Bewußtsein entwickelt hat, mit der allgemein menschlichen – oder besser: speziesimmamenten – Frage nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Aufgabe erweist sich dabei als roter Faden des Buches. Am Ende der Geschichte werden Parallelen und Unterschiede in den Lebensgeschichten von Pepper und Lovelace/Sidra sichtbar, sind sie einander auch durch das den furiosen Abschluss bildende Finale einander näher als zu Beginn.

Was Chambers besonders macht, ist die emotionale und charakterliche Tiefe der Figuren: schnell identifiziert man sich mit den nachvollziehbar gezeichneten Figuren und kann ihrer erkennbaren Weiterentwicklung und Veränderung nachvollziehbar folgen. Die fantasievoll und detailreich ausgemalte Welt der Galaktischen Union mit ihren vielen Spezies und Ritualen trägt ein Übriges dazu bei, dass aus „Zwischen zwei Sternen“ ein überaus unterhaltsames, anregendes und spannendes Buch geworden ist, das seinen Reiz nicht aus genreüblicher Action, sondern aus den Figuren und ihren Interaktionen in einer plastisch geschilderten fernen Welt bezieht. Dabei berührt sie auch hier wie im ersten Band Themen von sozialer und gesellschaftlicher Relevanz (Geschlechteridentität, Rassismus, Toleranz, Krieg), setzt sie aber nicht dem derzeit modischen dystopischen Blick in Düstere aus, sondern wendet sie positiv.

Klare Leseempfehlung also auch für den zweiten Teil der Wayfarer-Reihe, verbunden mit dem Hinweis, dass im Sommer wohl unter dem Titel „Record of a Spaceborn Few“ der nächste Teil erscheint. Man darf nach der Lektüre von „Zwischen zwei Sternen“ gespannt sein und uns eine rasche Übertragung ins Deutsche wünschen.

Zwischen zwei Sternen / Becky Chambers. Deutsch von Karin Will.

ISBN 9783596035694

Verlag FISCHER Tor

Erscheinungsdatum 25.01.2018

 

Budapest by the Book

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Unsere erste Reise in diesem Jahr führte uns in die Gulasch-Paprika-Langos-Metropole Budapest, um alle Klischees gleich abgearbeitet zu haben. Die Wettergöttin meinte es die ersten beiden Tage nicht so wirklich gut mit uns, aber wir hatten eine wunderschöne Wohnung gemietet, es gab jede Menge Kaffeehäuser und Restaurants zu testen, ein klassisches Konzert und eine Fotoausstellung zu besuchen und nachts machten wir die Ruinenbars unsicher, daher kein Problem.

 

Ungarisch ist tatsächlich eine der unzugänglichsten Sprachen überhaupt. Auch nach ein paar Tagen war da gar keine Idee was die unglaublich langen Worte auch nur ansatzweise bedeuten könnten. Habe ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt. Zum Glück kamen wir mit Englisch wirklich gut durch, so dass Egészégedre das einzige Wort blieb, dass wir von unserem Trip nach Hause brachten.

Der Wahlkampf ging auch nicht an uns vorbei. Unzählige Wahlplakate hingen in der Stadt und die Botschaft konnte man auch ohne Ungarisch-Kenntnisse leider nur zu gut verstehen: Immer wieder Plakate auf denen Massen an männlichen finster dreinblickenden Flüchtlingen  abgebildet waren…

Wir sind wahrscheinlich eher mit den urbanen englischsprachigen weltgewandten jungen Ungarn in Kontakt gekommen, die Orbán sehr kritisch gegenüber stehen, aber leider haben dessen Manipulationen ja wieder genügend Menschen dazu gebracht, das Kreuzchen an der für ihn richtigen Stelle zu machen.

 

Obwohl die Regierung Ungarns extrem homophob ist, haben wir ein paar LGBT Menschen entdecken können, die aber alle (wie wir auch) extrem vorsichtig in der Öffentlichkeit agierten.

Wer sich über die ungarische Küche und unsere kulinarischen Abenteuer informieren möchte, der sollte hier bei den Münchner Küchenexperimenten vorbeischauen.

Vor dem Trip habe ich natürlich die heimische Bibliothek nach passender Reiselektüre durchsucht und dachte schon, ich muss wieder Fernlese kontaktieren, die in schwierigen Fällen Lektüre für jeden Ort der Welt aufspüren können, als ich dann aber doch noch fündig wurde.

Arthur Koestler, der Budapester Jung! Drei Bände gleich von ihm standen allesamt ungelesen im Regal, schauten vorwurfsvoll und reiselustig in die Gegend und damit war das Thema Reiselektüre auch geklärt, wenn auch nur zwei von drei in den Koffer wanderten.

 

Koestler schrieb „Sonnenfinsternis“ ursprünglich auf deutsch, aber das deutsche Manuskript ging verloren, so dass nur die englische Übersetzung des Buches überlebte.

„Sonnenfinsternis“ ist ein wichtiges, tiefgründiges und erschütterndes Buch. Es erinnert an Orwells „1984“ nicht nur, weil es in beiden Romanen um totalitäre Regime geht, aber auch weil beide Werke tief in die menschliche Seele blicken und die Natur des Menschen ergründen. Koestler beschäftigt sich in dem Roman mit dem Thema Überzeugungen: wie der unerschütterliche Glaube an Ideologien moralisches Empfinden in Schieflage bringt und wie Menschen immer wieder versuchen, ihre Taten vor sich selbst zu rechtfertigen und mit ihrer Ideologie in Einklang zu bringen. Er zeigt, wie unzuverlässig unser viel beschworener gesunder Menschenverstand und unsere Logik ist, denn gerade die Logik kann immer wieder dazu missbraucht werden, schrecklichste Taten rational zu erklären, wenn schon die anfänglichen Annahmen ausreichend verdorben sind. Koestler gibt Einblick darin wie idealistische Intentionen sich in totalitäre Realitäten verwandeln können.

„Die Bewegung kannte keine Rücksichten, unbeirrbar wälzte sie sich ihrem Ziele zu und lagerte die Leichen der Ertrunkenen an den Krümmungen, so verlangte es ihr Gesetz…
Die Gründe des einzelnen interessierten sie nicht. Die Moral des einzelnen interessierte sie nicht, was in seinem Kopf und Herzen vorging, war ihr gleichgültig. Sie kannte nur ein Verbrechen: vom Kurs abzuweichen, und nur eine Strafe: den Tod. Der Tod in der Bewegung war kein Mysterium, er hatte keine erhabenen Aspekte; er war die logische Folge politischer Divergenzen.“

Die Sprache im Buch ist einfach und deklaratorisch, die Themen des Buches arbeitet Koestler aber aufs Feinste und Sicherste heraus. Das Buch ist wahnsinnig düster und ohne jede Hoffnung, trotz des gelegentlichen Humors im Text. Der Leser gerät nach und nach immer tiefer in Rubashovs Gedankenwelt, wo er versucht das verwobene Netz an Überzeugungen, Taten und Rechtfertigungen zu entwirren.

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Die Alten erleiden das Schicksal, das ihre durchs Alter langsam gereifte Weisheit sie ihre schrecklichen Jugendsünden erkennen lassen, ihren naiven Idealismus dem sie alles geopfert haben. Sie können diese Erkenntnisse aber nicht wirklich weitergeben, sie werden jetzt selbst gerichtet von den jugendlichen Parteisoldaten, die ihnen folgen.

Koestler selbst war definitiv ein Mann mit einer mehr als kontroversen Vergangenheit. Er wurde 1905 in Budapest als Sohn eines wohlhabenden Fabrikanten geboren. Er war als Journalist tätig und lebte in Palästina in einem Kibbuz, in Paris, Berlin und später in London. Er trat 1931 in die kommunistische Partei ein und berichtete aus dem spanischen Bürgerkrieg, wo ihn die Faschisten ins Gefängnis warfen, wo er in wochenlanger Einzelhaft damit rechnete erschossen zu werden.

Nach einer journalistischen Reise durch die Sowjetunion, entsetzt über die dortigen Verhältnisse, tritt er aus der Kommunistischen Partei aus. Während des 2. Weltkriegs schloss er sich der Fremdenlegion an, wo er nach einiger Zeit desertierte. Seine Partnerin Daphne Hardy flüchtete mit seinem Manuskript von „Sonnenfinsternis“ vor den Nazis, doch das Schiff auf dem sie reiste, wurde bombardiert und sie ertrank, Koestler beging daraufhin einen Selbstmordversuch, wobei mir nicht ganz klar ist, ob er mehr um seine Partnerin oder das vermeintlich verlorene Manuskript trauerte.

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Koestler lebte seit den 1940er Jahren in London, arbeite als Autor und Journalist. Er wurde wiederholt mit Vergewaltigungsvorwürfen belastet, die er versuchte dadurch weg zu erklären, dass er ein stürmischer Liebhaber sei. Seine letzte Lebensgefährtin soll er in den gemeinsamen Selbstmord tyrannisiert haben, den er aufgrund seiner fortgeschrittenen Leukämie-Erkrankung nicht alleine begehen wollte. Aber egal, wie sehr er als Mensch teilweise versagt hat, er hat mit „Sonnenfinsternis“ ein überaus wichtiges Buch geschrieben, das sich ganz klar gegen jede Form von Totalitarismus ausspricht.

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Koestler untersucht in „Das Gespenst in der Maschine“ die Idee, dass die Teile des menschlichen Hirns, die für Vernunft und Emotion zuständig sind, nicht komplett koordiniert sind. Aus diesem Fehler lässt sich der Wahnsinn, die Gewalt und die Paranoia erklären, mit der große Teile der menschlichen Geschichte zu kämpfen hatte.

Das Buch war teilweise richtig brilliant, wenn er sein Konzept der „Holons“ erklärt, die allgegenwärtigen Teile im Gesamten natürlicher Systeme. Es ist überaus unterhaltsam, wie er den Behaviorismus auseinander nimmt, in dem Buch stecken wirklich eine ganze Reihe großartiger Ideen. Gleichzeitig aber auch eine ganze Menge Blödsinn, insbesondere mit Blick auf seine Interpretation der Evolutionstheorie. Bei einigen Kapiteln merkte man, dass das Buch während der Hochzeit der Drogenjahre Ende der 1960er entstand, ich kann noch immer nicht wirklich fassen, dass er ernsthaft vorschlägt, der einzige Weg, die Menschheit vor sich selbst zu retten, ist sie komplett weltweit unter Droge zu setzen. Ab ins Trinkwasser damit, hat man schließlich auch mit Jod gemacht und wie wunderbar ist es, dass jetzt auch in den abgelegensten Bergdörfern keiner mehr mit Kropf rumrennt. Also neben Jod einfach noch LSD ins Wasser – hätten wir das doch nur beherzigt, vielleicht hätten wir dann jetzt in der Tat keinen Vollidioten als amerikanischen Präsidenten – wer weiß 😉

Dennoch lohnt es sich, das Buch wegen des großartig interessanten Holon Konzepts zu lesen und für eine paar ausgesprochen schön geschriebene wissenschaftliche Einsichten. Die durchgeknallten Absätze einfach mit genug Humor umschiffen

Meine Woche

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Gesehen: „The Fly“ (1986) von David Cronenberg mit Jeff Goldblum und Geena Davis. Kult-Horror um ein misslungenes Experiment. Großartig.

„Citizen Kane“ (1941) von und mit Orson Welles. Zu Recht ein Meilenstein der Filmgeschichte.

Gehört: „Moon River“ – Jade Pearl Baker, „Mahajanaka“ – Sebastian Reynolds, Aricie – Black Polygons, Lot0019-2 – Oleg Rozov, „Markland“ – Northumbria, „Anthéne“ – 1834

Gelesen: How Joan Didion became Joan Didion, Wie Viktor Orbán vom flippigen Jung-Revolutionär zum gefährlichsten Autokraten Europas wurde, haben wir die Mathematik entdeckt oder erfunden? über die Astronomin Henrietta Leavitt, weird habits of famous writers und Maren Kroymann über die Behandlung älterer Darstellerinnen im TV

Getan: einen sehr interessanten Hannah-Arendt Abend im Literaturhaus erlebt, Gin angesetzt, im Gartencenter nach Balkonmöbeln gesucht und einen Geburtstagsbrunch besucht

Geplant: mal wieder Dortmund unsicher machen

Gegessen: Pasta Primavera

Getrunken: unseren Hibiskus-Kardamom-Gin

Gelacht: über die Geschichte der Religion und über den Begriff „Neat-Freak“

Geweint: nein

Gefreut: über die Nervenstärke meiner coolen Boss-Lady

Geklickt: auf „The Psychology of Human Misjudgement“ von Charlie Munger

Gewünscht: dieses Schlafzimmer, dieses Bad, dieses Regal und diese Pflanzen-Ecke

Gefunden: jede Menge Philosophie-Bücher

Gekauft: einen Kaktus

Gestaunt: über diesen Batfish (WTF Evolution?!? ;))

Gedacht: Überdies haben wir die allergrößte Gefahr erlebt, dass nämlich aus dem abgebrochenen Versuch, die Institutionen der Freiheit zu gründen, die gründlichste Abschaffung der Freiheit und sämtlicher Freiheitsrechte erwächst (Hannah Arendt)