On the Road – Jack Kerouac

IMG_9025

„Because the only people that interest me are the mad ones, the ones that are mad to live, mad to talk, desirous of everything at the same time, the ones that never yawn or say a commonplace thing… but burn, burn, burn like roman candles across the night.“

Was mich mit am meisten beeindruckt hat bei „On the Road“ war die Tatsache, das Jack Kerouac das Buch innerhalb von 3 Monaten einfach so – wie im Rausch – runtergetippt hat, auf einer langen Rolle. Stell mir das so vor: Zigarette an, Rolle rein, losgetippt und nicht mehr aufgehört, bis die Geschichte oder die Rolle zu Ende war. Zwischendrin höchstens mal Pipi gemacht oder neue Kippen geholt. Genau weiß ich es natürlich nicht.

„On the Road“ ist ein Buch über das man soviel gehört hat, dass man manchmal den Eindruck hat, man habe es schon gelesen. Hatte ich aber nicht. Die Verfilmung von 2012 hatte ich gesehen und die fand ich nicht schlecht, aber anstrengend. Was aber gar nicht mal so sehr an der Verfilmung lag, obwohl die von der Kritik nicht sonderlich gelobt wurde. Es war schon auch ein wenig das grundsätzliche Konzept, dieses kaum waren sie endlich da, wo sie hinwollten, wollten sie auch schon wieder weiter. Restless. Ich meine das gar nicht negativ, ich hab das durchaus auch in mir, aber wenn ich solche Bücher lese oder Filme sehe, dann verschlimmert sich das und macht mich kirre.

Wahrscheinlich ist das mit ein Grund, warum ich gerne eher ruhigeres höre, wie z.B. Trip Hop, Dark Electronica oder auch gerne „langsame“ Bücher mag wie Haruki Murakami. Aber genug Selbstanalyse und zurück zum Buch.

Jack Kerouac (1922 – 1969) hat sich ein Denkmal gesetzt mit der Beschreibung seines Road Trips , die er mit seinem Kumpel Neal Cassady in den späten 40er und frühen 50er Jahren in den USA und Mexiko unternommen hat. Es ist außerdem ein Buch über seine Beziehungen zu den anderen Beatniks, seinen Schriftstellerkumpeln und deren Freunde.

Jack (Sal) will unbedingt weg, will was erleben, will auf die Straße und dieses Sehnen spürt man auf jeder Seite, mit jeder Zeile und macht dieses Buch so zeitlos und einzigartig. Seine poetischen Beschreibungen der Landschaft sind das perfekte Sehnsuchtsmittel, man will gleichfalls loslaufen, frei sein und sich selbst begegnen irgendwo unterwegs.

So ein Roadtrip ist was ganz Einzigartiges. Es ist eine ganz besondere Form des Reisens. Meine einzigen Vergleiche kommen von Fernwanderungen durch Schottland, wenn das Gefühl der Bewegung, diese Sucht immerzu einen Schritt vor den nächsten zu setzen, jeden Abend ein Ziel zu haben und am Morgen doch wieder aufzubrechen. Einfach nur zu gehen, ist etwas, das einen in einen ganz besonderen Bewusstseinszustand versetzt, glaube ich. Thomas Espedal hat ein sehr schönes, gleichnamiges Buch zum Gehen verfasst – ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Diese Sehnsucht nach Freiheit und dem ewigen Versprechen der Straße ist eine der Sachen die Kerouac so wunderbar beschreibt.

“There was nowhere to go but everywhere, so just keep on rolling under the stars.”

Das Gehen und das Reisen sind auch das was Jack (Sal) und Neal (Dean) zusammenhält. Wenn sie anhalten, selbst für kurze Zeit, dann bekommen sie Probleme miteinander. Ihre Beziehung braucht den Kontext des Reisens, dann kann sie nichts aufhalten. Sie brauchen diesen absoluten Gegenpol zu allem, was den meisten heilig ist, sie wollen keine Sicherheit, keine Stabilität sie wollen weiter.

„…ad to live, mad to talk, desirous of everything at the same time.“

Die beiden brechen immer wieder aus aus ihrer engen Welt. Der Realität die bevölkert ist von vernünftigen Arbeitnehmern, die auf einen Kleinwagen sparen, in einer Gesellschaft, die gerade dem zweiten Weltkrieg entkommen ist und unter McCarthys Dauerbeobachtung stets vom nächsten Atomkrieg bedroht sind.
Dem entfliehen die beiden, auf der Straße wo der Horizont stets eine bessere, nie erreichbare Zukunft verspricht.

Das Zeitlose scheint auch die immerwährende Suche nach Wahrheit und Authentizität zu sein. In den 50er Jahren war das ganz ausgeprägt so, die Kriegsgeneration war auf der Suche nach der Essenz, die allem inne ist, nach dem Echten um jeden Preis. Ob Kerouac, Camus oder Holden Caulfield, der Zorn auf alles was „phony“ ist, war heftig. Dieser Wunsch nach Authentizität ist zeitlos, jede Generation muss sich von seinen eigenen „Phonies“ befreien.

f74d1093eec1c6b839d4c776b78d59b9

Das Buch schafft es, den Rhythmus der Straße, des Gehens zu vermitteln. So anstrengend und egozentrisch sie oft sind, „On the Road“ besitzt eine Energie, eine Dynamik und eine Authentizität die ich mit dem Wort „Beatnik“ verbinde.

Interessant finde ich auch, dass Jack so unkonventionell gar nicht ist, wie man denkt und wie er vielleicht auch gerne selbst wäre. Er liebt einfach die Gesellschaft der Außenseiter, der Abenteurer, er selbst bleibt gerne am Rand, es zieht ihn auch immer wieder in die „normale“ Realität zurück, im Gegensatz zu seinem Kumpel Neal.

In der Szene, in der Carlo (Allen Ginsberg) und Dean (Neal Cassady) die ganze Nacht diskutieren, zeigt sich Jacks Zuschauerrolle für mich am besten:

“If you keep this up, you’ll both go crazy, but let me know what happens as you go along.”

Er mag nicht unbedingt mittendrin sein, aber er will wissen was passiert. Bei den Landschaftsbeschreibungen oder den Begegnungen mit den Arbeitern auf den Baumwollfeldern zum Beispiel, hat mich Kerouac an Steinbeck erinnert, die beide zeitlos sind für mich in ihren Erzählungen.

Ich fand „On the Road“ im übrigen viel weniger skandalös als erwartet, aber das ist sicherlich der Blick aus dem 21. Jahrhundert. Ja, gibt schon ne Menge Sex und Drogen, aber nix sonderlich explizit. Für die 50er Jahre kann das allerdings schon recht gewagt gewesen sein.

„On the Road“ ist wunderbar bittersüss – eine Wolke der Melancholie hängt über den Protagonisten, die immer dunkler wird, je hektischer sie versuchen ihr mit Alkohol, durchfeierten Nächten und Drogen zu entkommen. Sie können nicht für immer „On the Road“ bleiben und dieses Wissen wird ihnen immer schmerzlicher bewusst, je länger die Reise dauert.

“And for just a moment I had reached the point of ecstasy that I always wanted to reach and which was the complete step across chronological time into timeless shadows, and wonderment in the bleakness of the mortal realm, and the sensation of death kicking at my heels to move on, with a phantom dogging its own heels, and myself hurrying to a plank where all the Angels dove off and flew into infinity.”

Definitiv ein Buch, das mal wieder eine dazugehörige Playlist verdient hat:

Morrissey – Neal Cassidy drops dead
Tom Waits – Home I’ll never be
Ella Fitzgerald – I’ve got the world down on a string
Belle & Sebastian – Le Pastie de la Bourgeoisie
10,000 Maniacs – Hey, Jack Kerouac
The Smith – Pretty Girls make graves
Echo & The Bunnymen – Nothing lasts forever
Cannonball Adderly – Autumn Leaves
Jack Kerouac – On the Road

Meine Woche

IMG_5831

Gesehen: „Batman Begins“ von Christopher Nolan – meine liebste Batman Verfilmung. Kann man gut alle paar Jahre nochmal gucken.

Erika und Klaus Manns Côte d’Azur“ – Arte Literatour-Doku. Sehr sehenswert insbesondere mit Blick auf unseren Ausflug nach Nizza im August

Orange is the New Black“ bis Folge 11 geguckt – wahnsinnig gute Season aber wirklich düster

Gehört: „SOS“ – Portishead, „Smashed to Pieces in the Still of Night“ – Esben & The Witch, „Doing it to Death“ – The Kills, „Scout“ – The Raveonettes, „Corynorhinus“ – Hans Zimmer/James Newton Howard

Gelesen: Tariq Krim über Entschleunigung, diesen Artikel über neurologische „Schönheits-OPs“, diesen Artikel in der Zeit zum Brexit und diesen im New Yorker zum gleichen Thema, , diese Artikel zu Crispr für mich eines der spannensten und wichtigsten Themen momentan,  diesen Artikel über Leben und Arbeiten im Silicon Valley und diesen Artikel über die vergessenen Philosophinnen des 17. Jahrhunderts

Getan: die Sonne auf dem Balkon genossen, sehr viel diskutiert und philosophiert – let’s just call it Brainsex – yeahhhh, ein Mini-Bookclub Meeting gehabt, im Englischen Garten spazieren gegangen

Geplant: meine Interviewfragen beantworten, die ALS Spendenaktion nochmal ankurbeln, den Biologie-Crash-Course beenden.

Gegessen: diese Blätterteigtarte

Getrunken: Jever Fun und Becks Blue

Gefreut: über mehrere wunderbare Treffen mit Freunden und gute Unterhaltungen

Geärgert: Brexit 😦

Gelacht: über Patrick Stewarts sketch

Gewünscht: diesen schwebenden Blumentopf, diesen Roboter und dieses Bücherregal

Gekauft: dieses Buch und diese Zeitschrift

Gefunden: nix

Geklickt: George RR Martin interviewt Stephen King zum Thema „Gun Control“, Jocelyn K Gleis Vortrag zu „Working in the age of Destraction„, Jennifer Doudnas TED Talk „How Crispr lets us edit our DNA“

Gewundert: über die Brexit Entscheidung. Damit habe ich absolut nicht gerechnet 😦

Meine scheisskranke Familie – Dan Marshall

IMG_8856

 

Kein Buch für zarte Gemüter. Habe selten ein Buch erlebt, in dem so derart viel geflucht, geschimpft, gesoffen, schwanzgelutscht und Mormonen-Bashing betrieben wird, wie in diesem. Ich bin da ja eher hart im nehmen, aber ich hab auch gelegentlich geschluckt bei der Wortwahl und dennoch, ich halte Marshalls Biografie für ein überaus lesenwertes Buch.

Als Dan den Anruf bekommt, dass sein Vater Bob an ALS erkrankt ist, läuft es gerade so richtig gut für ihn. Er ist ganz erfolgreich in seinem ersten Job direkt nach dem College, führt eine glückliche Beziehung mit seiner Freundin und geniesst in Kalifornien das gute Leben und die Freiheit vom Elternhaus. Und dann kommt der Anruf und von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr wie es war. Daddy is krank. Please come home.

Die Art Anruf, die wohl jeder von uns zutiefst fürchtet. Dan will die Signifikanz der Diagnose anfangs nicht wahrhaben, doch nach kurzem Zögern fährt er doch heim. Seine gutsituierte Familie lebt in einer fetten Villa in Salt Lake City, als eine der wenigen Nicht-Mormonen. Seine Mutter ist eine erfahrene Chemotherapie Veteranin, die seit 1992 mit einer Krebserkrankung kämpft und eigentlich der sterbende Elternteil in der Familie war. Jetzt gehören 100% seiner Eltern zum Team Totgeweiht.

Bob war bislang der ruhende Pol der Familie. Der Besitzer einer Reihe kleinerer Zeitungen, der sich gleichzeitig um seine 4 Kinder und seine kranke Frau kümmerte und in seiner Freizeit Marathons lief, ist gerade einmal 53, als die Krankheit ihn erwischt und die ihn nach und nach völlig lähmt und am Ende erstickt.

Debi, die Mutter, bittet ihre Kinder, nach Hause zu kommen und die Pflege des Vaters zu übernehmen. Sie selbst ist wieder einmal inmitten einer Chemotherapie, die ihr mächtig zusetzt. Sie ist schwach, die Medikamente verursachen bei ihr ein verwirrtes Chemo-Hirn und sie kann daher nicht wirklich viel helfen bei der Pflege.  Auch von Dans Schwestern ist wenig Hilfe zu erwarten. Tiffany, die älteste Tochter ist zu beschäftigt mit ihrem Studium, ihrem Job und ihrem Freund „Big cock Brian“ und die beiden jüngeren Schwestern sind noch im Teenageralter und alles andere als eine Stütze.

Die 17-jährige Michelle hat ein Alkoholproblem und eine heimliche Affäre mit ihrem fast 20 Jahre älteren Fußballtrainer, aber die  die 14-jährige Chelsea hat Asperger, denkt an nichts anderes als Tanzen und leidet mit am meisten unter der Krankheit ihres Vaters, die sie, so gut sie kann, zu ignorieren versucht.

Daher fällt Bobs Pflege in die Hände von Dan und seinen Bruder Greg, der gerade in Illionois ein Studium begonnen hatte und die Freiheit genossen hatte, seine Homosexualität frei ausleben zu können, etwas, das im stockkonservativen Utah ziemlich undenkbar ist. Sie bauen das Schlafzimmer in ein Krankenzimmer um und kümmern sich so gut sie können um ihren Vater. Sie lernen Beatmungsgeräte zu nutzen, wischen ihm den Po ab, baden und füttern ihn. Sie programmieren seinen Stephen Hawking mäßigen Kommunikator, gerne auch mit Sprüchen wie „Boy I could use a Blowjob“ – trotzdem es ist Erwachsenwerden im Schnelldurchlauf.

Das Team Totgeweiht gibt alles im Kampf gegen die Krankheit der Eltern. Die Geschwister sind nicht unbedingt Vorzeigekinder, wie sie im Buche stehen, aber die Liebe zu ihren Eltern, insbesondere zum sterbenden Vater, sickert regelrecht durch die Seiten durch. Sie kümmern sich liebevoll und reißen dabei die dreckigsten, derbsten Witze die man sich nur vorstellen kann.

Bob Marshall hat sein Schicksal und die liebevollen, aber oft chaotischen und zotigen Pflegebemühungen recht stoisch akzeptiert.  Ich heule nicht so schnell bei Büchern, war auch bis kurz vor Schluss überzeugt, das mir das hier nicht passiert, aber fuck hat es mich dann doch mitgenommen.

„Mom, jeder von uns macht irgendwas Besonderes mit Dad, bevor er in vierundreißig Tagen stirbt, nur du nicht. warum?“ fragte ich.
„Das mache ich doch“ sagte sie. 
„Neben ihm Joghurt zu essen und fast abzukratzen ist jetzt nicht so besonders.“
„Nur damit du’s weißt, er bekommt jeden Tag einen Blowjob von mir, bis er stirbt“ sagte sie so stolz, als würde sie für wohltätige Zwecke spenden oder Obdachlosen Essen geben.
„Jeden Tag einen Blowjob? Das sind eine Menge Blowjobs.“ sagte ich. „Aber die hast du ja schon seit der Highschool drauf.“
„Ach sei still du kleiner Kackefresser. Eines Tages hast du keine Mutter mehr, die du so beschissen behandelt kannst“ sagte sie. „Und nur fürs Protokoll, ich kann das richtig gut. Er liebt es.“

 

Neben Bob ist für mich ganz eindeutig Debi die Heldin der Geschichte, die Mutter, die kampferprobte Chemo-Amazone, die schon vor ihrer Erkrankung fluchen konnte wie ein Matrose und die alle zusammenhält.

Zartbesaitete Seelen oder Mormonen sollten die Finger lassen von dem Buch, allen anderen kann ich es wirklich ans Herz legen.

ALS ist ein Arschloch von Krankheit, das Buch hat das auf drastische und unsentimentale Weise klargemacht. Seit der Ice Bucket Challenge ist es ziemlich still geworden, daher möchte ich das Buch hier daher gerne versteigern und den Erlös der http://www.alsa.org spenden. Falls es jemanden gibt, der es gerne hätte, bitte per Kommentar Bescheid. Startgebot sind 10,- € Ich werde am Ende 50,- € drauflegen. Ich hoffe, es kommt was zusammen.

 

Meine Woche

IMG_8913

Gesehen: „Orange is the New Black“ – Season 4. Oh my God – they are back 🙂

X-Men Days of Future Past“ von Bryan Singer. Deadpool kürzlich hatte mir wieder Lust auf die X-Men gemacht, tolle Verfilmung. Hat großen Spaß gemacht.

Gehört: „Math & Emotion“ – Klangstabil, „The Dead Flag Blues“ – Godspeed You Black Emporer, „The Waves have come“ Chelsea Wolfe, „Last Resort“ – Papa Roach

Gelesen: diesen Artikel über Miranda July, diesen Artikel von Colm Toibin zur Notwendigkeit von Gay Bars, diesen Artikel von Lena Gorelik über Island (da möchte ich unbedingt bald mal hin) und diesen Artikel aus der Zeit über OITNB und die kritischere/politischere 4. Staffel, das Gedicht „Good Bones“ von Maggie Smith

Getan: ein paar Tage im Krankenhaus verbracht, aber jetzt gehts wieder besser – danke für all die guten Wünsche 🙂

sehr viel geschlafen und gelesen

Geplant: den Crash Course „Biology“ machen und meinen Rezensions-Rückstau abarbeiten

Gegessen: fast eine Woche lang gar nix

Getrunken: Pfefferminztee, Fencheltee, Ingwertee

Gefreut: wieder zu Hause zu sein und das eine gute Freundin nächste Woche überraschend zu Besuch kommt

Geweint: Orlando 😦

Gelacht: über dieses Video „Warning signs of Adulthood“

Gewünscht: diese Seife, dieses Haus, diesen Sonnenschirm und diese Laufschuhe aus receycltem Plastik

Gekauft: Zeitschriften und zu viele Bücher

Gefunden: oder viel mehr für mich entdeckt: Karl Popper

Geklickt: diesen Artikel über den Vergleich verschiedener Ernährungsweisen, auf diesen TED Talk über einen Wissenschaftler der aus Äpfeln neue Ohren erschafft und auf diesen TED Talk wie Armut erfolgreich bekämpft werden könnte

Gewundert: wie froh man sein kann wieder zu Hause zu sein

LOST! … in Books

Lost-season1

Every now and then I can get pretty lost (no pun intended) in a good TV series. It doesn’t happen that often because I’m quite reluctant to start a new series but sometimes we just hit if off. So what are the secret ingredients it takes to have me hooked?

Well a nice fat mystery in the middle certainly helps, so does of course well developed characters, a convincing story line and I won’t lie, some eye candy to fangirl about also a big plus. And somehow I noticed that quite a few of the series I fall for, feature books in them big time.

So I thought I might start a mini series on TV shows and compile some accompanying lists of books featured in them. Don from „Going to the Movies“ posted a recap of the LOST! series which kicked off my idea and here we go.

Welcome to LOST! … in Books. If you have never seen this series, you really should start watching it NOW. The pilot episode which broad

MARK PELLEGRINO, TERRY O'QUINN (BACKGROUND)
copyright of all pictures: ABC

casted in September 2004 still is one of the most exciting, nail-biting, glued-to-my-seat thing I’ve ever seen on TV. The series by JJ Abrahams had 6 seasons and ran until 2010.

It is a sci-fi/supernatural series that follows the survivors of the crash of a plane flying between Sydney and Los Angeles, on a mysterious tropical island somewhere in the South Pacific Ocean.

My favourite character in the show was Sawyer,  the selfish, laddish guy who had a searing nick name for pretty much anybody but who was quite the tender hearted avid reader once you got to know him who developed a romantic relationship with Kate which also proved a pretty good taste in women and not just literature.

Sawyer reads constantly. No book is safe from him on the island and for a while I was aiming to read all the books read by him during the series.

Kate on the other hand – meh not a great reader unfortunately. At least she was never seen with a book, but hey maybe she also read secretly whatever Sawyer recommended. But let’s add a picture of here just for good old fangirling times:

9553378eacabce2b23b9fff9097e52c5

The island was also home to a scientific research project „The DHARMA (Department of Heuristics And Research on Material Applications) Initiative’s general goal was to manipulate scientific laws in order to change any of the six factors of the Valenzetti Equation, a sequence that was believed to have some connection to the date marking the end of humanity, in hopes of delaying such a date.“ (from Lostpedia).

The initiative had secret stations on the island and pretty much all of them had libraries in them and in general there was a lot of reading going on on the island.

IMG_8952

On the one hand not surprising when you’ve survived a plane crash and are stuck on an island but on the other hand with fire monsters, creepy scientists and a serious shortage on provisions I was glad to see the nourishing and comforting effect literature had on our heroes.

One of the Dharma stations even had a bookclub !

bookclub

Lost! is the perfect series for friends of a good mystery filled with nerdy sci-fi/supernatural elements and a good portion of literature. There are countless references to authors and books, my list features only the books actually seen in the series. Either by any of the characters reading it or clearly seen on any of the bookshelves.

Richard Adams – Watership Down
Harriet Beecher Stowe – Uncle Tom’s Cabin
Ambroce Bierce – Occurance at Owl Creak Bridge
Judy Blume – Are you there God?
Paul Bowles – The Sheltering Sky
Ray Bradbury – Fahrenheit 451
Lewis Carroll – Alice in Wonderland
Adolfo Bioy Casares – The Invention of Morel
Carlos Castamede – A separate Reality
Agatha Christie – Evil under the Sun
Philip K Dick – Valis
Charles Dickens – Our Mutual Friend
Fjodor Dostojevski – Notes from the Underground
Fjordor Dostojevski – The Brothers Karamazov
Alex Haley – Hotel
Alex Haley – Roots
Stephen Hawkins – A Brief History of Time
Susan Isaacs – After all these Years
Henry James – The Turn of the Screw
James Joyce – Ulysses
Daniel Keyes – Flowers for Algernon
Soeren Kierkegaard – Fear and Trembling
Stephen King – Carrie
Madeleine L’Engle – A Wrinkle in Time
Vladimir Nabokov – Laughter in the Dark
Flann O’Brien – The Third Policeman
Flannery O’Connor – Everything that rises must converge
Walter Percy – Lancelot
Ayn Rand – The Fountainhead
Rick Romer – Visions of Astrology
JK Rowling – Harry Potter and the Prisoner of Azkabhan
Salman Rushdie – Haroun and the Sea of Stories
John Steinbeck – Of Mice and Men
Jules Verne – The Survivors of the Chancellor

Man I really loved this series. 4 8 15 16 23 42 was my password everywhere for a while (sorry, not anymore), I had a Lost Board on Pinterest and Lostpedia was homebase for some time. The DVD box makes a reunion always possible and maybe this winter is a  good time to watch the series again.

So – any Lost Friends out there ? Any books I have overlooked?

Sawyer2

Which „bookish“ TV Series would you like to see featured next?

The Illumination – Kevin Brockmeier

IMG_8723

Ganz plötzlich tritt das Phänomen auf: Rund um die Welt beginnen physische Schmerzen und Wunden zu leuchten, Leiden wird somit sichtbar. Die Idee finde ich faszinierend, die Umsetzung hatte so seine Haken. Die Geschichte folgt 6 Protagonisten, die durch ein Tagebuch miteinander in Verbindung gebracht werden. Die ersten 2-3 Geschichten fand ich noch wirklich interessant, Brockmeier kann wirklich schreiben, daher ist es vielleicht um so enttäuschender, das es am Ende ein Flickwerk ist, das einfach nicht wirklich zusammen passen will.

In der ersten Geschichte treffen wir auf eine Datenanalystin die sich beim Öffnen eines Paketes ihres verbitterten Ex-Mannes in den Finger schneidet. Sie kommt ins Krankenhaus und sie ist die erste, bei der das Leucht-Phänomen auftritt. Während ihres Aufenthaltes dort trifft sie eine Frau, die in einen schweren Autounfall verwickelt war. Sie gibt ihr ein Tagebuch, in das sie die täglichen Liebesbotschaften ihres Mannes hineingeschrieben hatte. Dieses Tagebuch wird der rote Faden, der die Protagonisten miteinander verbindet. Das alles wirkt aber ziemlich hölzern und konstruiert.

Wenn die Menschen ihren Schmerz nicht mehr verhüllen können, dann entwickelt das seine ganz eigene Dynamik. Wenn man sieht, dass der Dozent vorne starke Zahnschmerzen hat, denn sein Backenzahn strahlt wahnsinnig hell, oder die Fersen von Frauen leuchten, die in zu engen unbequemen Stöckelschuhen durch die Gegend laufen. Er spielt mit der Idee, dass Schmerz auch seine eigene Schönheit haben kann.

“Occasionally, the light seemed to arrive from a distinct direction, like the sun slanting through a gap in a curtain, but often it simply infused whatever aches or traumas afflicted people. At such times, it had the appearance of a strange luminescent paint layered directly over their skin. They might have been angels in an El Greco painting.”

Brockmeier schreibt seitenweise wunderschöne Sätze, aber irgendwie ist es die gleiche Geschichte, wieder und wieder erzählt nur in leicht veränderter Umsetzung von sechs unterschiedlichen Charakteren.

Was für ein seltsames Buch. Ich kann mich nicht erinnern, so gefesselt von einem Buch gewesen zu sein, es anfangs auch wirklich gemocht zu haben und ganz plötzlich, etwa in der Hälfte, war die Luft raus und es hat nur noch genervt. Kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt von „interessant, wow“ zu „holy crap was für ein Mist“ in so kurzer Zeit geraten bin.

Ich kann es daher nicht wirklich weiter empfehlen, sollte ich dennoch Interesse geweckt haben einfach, ich schicke es euch gerne zu. Dazu einfach per Kommentar mitteilen, bei welchem Buch Euch das zuletzt so erging. Ich bin gespannt …

Ab der Hälfte hätte ich vor Schmerz wohl leuchten müssen wie ein Glühwürmchen 😉

Meine Woche

IMG_8725

Gesehen: „It Follows“ von David Robert Mitchell – einer der besten Horrorfilme die ich bisher gesehen habe (bin kein Experte in dem Feld), jesses hab ich mich stellenweise hinterm Kissen verstecken müssen. Absolute Empfehlung. Tolle Bilder, toller Soundtrack.

The Tracey Fragments“ von Bruce McDonald mit einer überragenden 15jährigen Ellen Page. Der Film ist aber alles andere als einfach, multi-screen ist nicht für jeden. Ich fand es nach einer Weile anstrengend. Der Soundtrack ist klasse.

Robocop“ von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1987. Hat mir gut gefallen, einige der Zukunftsvisionen sind ziemlich real. Sehenswert.

Gehört: „Heels“ – Disasterpeace, „Drop in the Mercury“ – Broken Social Scene, „Pret a porter“ – Emilie Mover, „Heart of a Dog“ – The Kills

Gelesen: diesen Artikel über die letzte Bloomsbury Dame, dieses Interview mit Antje Kunstmann,  dieses Gedankenexperiment zur totalen Wellness, diesen Artikel im New Yorker zum Mißtrauen gegenüber der Wissenschaft

Getan: viel geschrieben, mit der Liebsten ein wunderbares Abendessen im Hippocampus genossen, mich von einigen Sachen getrennt, am Anfang der Woche die Sonne auf dem Balkon genossen mit einer guten Freundin

Gegessen: dieses Süßkartoffel Yum Yum 😉

Getrunken: Zonta Due Santi

Gefreut: Delphine lebt 😉 und über dieses Mädchen das sich traut ein Hot Dog zu sein unter lauter Prinzessinnen und über einen gewonnenen Anker

Geärgert: über die Hooligans beim England-Russland Spiel

Gelacht: Every corpse on Mount Everest was once an extremely motivated person

Geplant: mich von ein paar Sachen trennen

Gewünscht: diese Lampen (was für eine tolle Idee), dieses Music Kit, dieses Regal und dieses Bat-Signal

Gekauft: nix

Gefunden: auch nix

Geklickt: auf diesen Sci-Fi Short Film der komplett von AI geschrieben wurde, ziemlich abgedreht aber interessant, auf diesen kurzen Clip mit Maya Angelou und hab ziemlich viel in den Google Arts & Culture Sammlungen gestöbert und hab diesen Vortrag zu „Common Good(s) von Alexandra Deschamps-Sonsino vom Digital Bauhaus Summit nochmal angehört.

Gewundert: wie sehr sich das Schönheitsideal allein von den 80er Jahren bis heute verändert hat