Meine Woche

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Gesehen: „Ghost in the Shell“ (2017) von Rupert Sanders mit Scarlett Johansson. Das white-washing des Films fand ich doof, für mich hat die Manga-Verfilmung mit ihren bestechenden Bildern, spannender Story und umwerfender Ästhetik dennoch für großartige Unterhaltung gesorgt. Möchte jetzt unbedingt die Anime Version sehen.

The 100 Years Show“ (2015) von Alison Klayman. Dokumentation über Carmen Herrara, die älteste aktive Künstlerin, die erst kurz vor ihrem 100sten Geburtstag entdeckt wurde. Hat mich sehr beeindruckt. Was für eine wunderbare Frau, so klug und humorvoll – tolles Vorbild. Never give up.

Kafka“ (1991) von Stephen Soderbergh darf während eines Prag-Aufenthaltes natürlich nicht fehlen. Jeremy Irons ist perfekt in der Rolle.

Hannah Arendt“ (2012) von Margarethe von Trotta mit Barbara Sukowa. Porträt über Hannah Arendt während und nach ihrem Bericht über den Eichmann-Prozess. Spannend.

Gehört: „Enjoy the Silence“ – KI Theory, „It is the Nature of Dreams to End“ – Reeder, „Orphée and Eurydice“ – Vesselina Kasarova, „Stupenda e miserabile citta“ – Klimt 1918, „Mirage“ – Alexandra Savior, „Always sad“ – The Jesus and Mary Chain, „Kisswell“ – Farai

Gelesen: Warum Kinder in Singapur so gut in Mathe sind, über das Hacken von menschlichen Zellen, wenn Soziologen soviel Einfluss hätten wie Ökonomen, wie man bessere Entscheidungen trifft,

Getan: eine Podiumsdiskussion zur Rolle der Frau in der Telekom-Branche geführt, Prag erkundet, in Berlin die „New Work Experience“ Konferenz besucht, viel Zug gefahren und diskutiert.

Geplant: es zu schaffen mich schneller deutlicher auszudrücken, um weniger oft falsch verstanden zu werden

Gegessen: böhmische Knödel

Getrunken: Staropramen und Pilsner Urquell

Gelacht: Do you ever look at stuff and wonder how it got there

Geärgert: über das herablassende Verhalten einiger Männer bei der Podiumsdiskussion und die Rosen die wir danach geschenkt bekommen haben und über meine mangelnde Offenheit bei manchen Themen, bzw meine Unfähigkeit mich besser zu erklären

Gefreut: I have always relied on the kindness of strangers

Gewünscht: diese Wohnung, diese Hängematte, dieses Tshirt

Geklickt: auf den Talk von Christopher Niemann über die Ängste kreativer Menschen und auf den TED Talk von Adam Grant „Are you a giver or a taker“

Gekauft: Sichtschutz für den Balkon, ein Hochbeet und Blumen

Gefunden: Ansporn noch mehr zu lernen, zu geben und zu erreichen

Gewundert: was ich alles nicht weiß

Meine Woche

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Gesehen: „Lolita“ (1997) von Adrian Lyne mit Jeremy Irons und Dominique Swain. Gelungene Nabokov-Verfilmung, mit wunderschönen Bildern.

Une Femme est une femme“ (1961) von Jean-Luc Godard mit Anna Karina und Jean-Paul Belmondo. Die Farben ! Die Musik! Die Buch Szene ! Hatte trotz etwas abstruser Story viel Spaß.

Gehört: „Whisky and Wine“ – Planning for Burial „Forever More“ – Molokko, „Solis“ Hermione Harvestman „On Dockweiler Beach“ – Ana & Ina „Ragged Hollow“ Nevada Greene „Your halo is a swarm of bees“ – Clara Engel „Terrestrial Non“ Loop Goat „Hit to the Head“ – Actors

Gelesen: Nimmt das Silicon Valley sein Sexismus-Problem endlich ernst fragen Wired und The Atlantic ? Naomi Alderman über „How feminist science fiction predicted the future“, Yuval Noah Harari erkärt warum der Homo Sapiens verschwinden wird und wie sich das staubige Merriam Webster Wörterbuch neu erfunden hat

Getan: Leipzig erkundet, was für eine wunderbare Stadt, die Buchmesse unsicher gemacht, viele tolle Bloggerkollegen, Verlagsmenschen und Autoren getroffen, zu viele Bücher auf die „muss ich unbedingt lesen-Liste“ gepackt, Streetart fotografiert und abends die müden Füsse massiert.

Geplant: eine spannende Podiumsdiskussion in Prag zu „Redefining the role of Women in Telecom“ zu führen und danach auf nach Berlin zur „New Work Experience“ Konferenz

Gegessen: tschechisches Gulasch (mit Sättigungsbeilage) wie bei Oma im Kollektiv

Getrunken: Staropramen

Gelacht: wie Zebras über die Straße gehen

Geärgert: das ich keine Schlafbrille eingepackt hab

Gefreut: über die vielen spannenden Begegnungen und die mega freundlichen Menschen in Leipzig

Gewünscht: dieses Lowboard, dieses String-Regal und mein AirB&B Bett hier in Leipzig

Geklickt: auf den Unterschied zwischen Nerds und Geeks, wie die Tech Branche so männlich wurde und diesen TED Talk „4 Principles for an open world“

Gekauft: zu viele Bücher, Comics und Batman Tshirts

Gefunden: Inspiration

Gewundert: wieviele Kilometer man auf so einer Buchmesse abreissen kann

4 3 2 1 – Paul Auster

Auster

Diese Schrankwand von einem Buch, im Englischen so wunderbar „Doorstopper“ genannt, ist schon ein Projekt, auf das man sich als Leser einlassen muss, aber eines, das sich in meinen Augen absolut lohnt. Umfangreich ja, aber der Stil ist unkompliziert und sobald man sich auf die vier parallel verlaufenden Handlungstränge eingeschwungen hat und vielleicht ab und an mal ein paar Notizen macht, hat dieses Buch absolut nichts Unnahbares an sich.

Fans oder zumindest vorherige Leser werden mit seinem Ideenreichtum und seiner unglaublichen Vorstellungskraft vertraut sein. Es gibt soviele spannende Einsichten und Gedanken, ich weiß gar nicht wo ich mit dem Zitieren beginnen soll.

“The world wasn’t real anymore. Everything in it was a fraudulent copy of what it should have been, and everything that happened in it shouldn’t have been happening. For a long time afterward, Ferguson lived under the spell of this illusion, sleepwalking through his days and struggling to fall asleep at night, sick of a world he had stopped believing in, doubting everything that presented itself to his eyes.”

4 3 2 1 ist ein wunderbarer und sehr intelligenter Einblick in die vier verschiedenen Leben des jüdischen Ferguson, der 1947 in New York geboren wird. Wir erleben das Kennenlernen der Eltern Stanley und Rose und mit der Geburt ihres Sohnes Ferguson nehmen die parallel verlaufenden Lebenslinien ihren Lauf.

Auster verbindet die unterschiedlichen Entscheidungen und Erlebnisse in Fergusons Leben in Verbindung mit realen Erlebnissen aus der amerikanischen sozialen und politischen Gesichte der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Zeitgleich mit den Fergusons nehmen wir an der Bürgerrechtsbewegung, dem Vietnam-Krieg und den Protesten dagegen teil.

Ab und an war ich mal etwas verwirrt, welcher Ferguson gerade am Start war, aber nix was mit ein paar Markern im Buch und schnellem Zurückblättern nicht zu entwirren wäre. Auster lässt Charaktere aus früheren Romanen auftauchen und die Leben seiner Fergusons haben eine stark autobiographische Färbung, es ist ihm wunderbar gelungen, sein Leben mosaikartig in den Roman einzuweben.

3 feb Paul Auster

„Everything always happens for the best — in this, the best of all possible worlds.“

Alle Fergusons (und Paul Auster) lieben Romane, Gedichte, Filme und Baseball und haben den großen Wunsch, Schriftsteller oder Journalisten zu werden. Seine Zeit in Paris und seine Universitätszeit an der Columbia University haben ihn stark geprägt, ebenso wie der Blitzschlag, der einen Jungen direkt neben ihm tötete, als er vierzehn Jahre alt war.

Besonders spannend fand ich die Parallelen der verschiedenen Leben, wie ähnlich und doch verschieden diese verlaufen sind. Einige der Protagonisten im Buch tauchen in ähnlichen Rollen in den verschiedenen Kapiteln auf, die Beziehungen untereinander sind teilweise jedoch deutlich anders und auch der Einfluss, den sie aufeinander und auf Ferguson haben.

Ich habe dieses Buch mit wachsender Euphorie gelesen. Auster kann einfach schreiben. Ich würde so gerne einmal in meinem Leben zu einem Abendessen in Austers &  Hustvedts Haus eingeladen werden und die ganze Nacht mit Ihnen über Literatur, Filme, Paris und Musik zu sprechen (Baseball würde ich auslassen). Hey, man wird doch wohl noch träumen dürfen.

Ich versuche nicht zu inflationär mit dem Begriff um mich zu werfen, aber dieses Buch ist ein Meisterwerk und ein ziemliches Highlight für mich im jungen Jahr 2017. Ein Roman, der Sehnsucht weckt an eine literarische Welt, der für mich das liberale und intellektuelle New York verkörpert, das aktuell als elitär und abgehoben gilt. Mir egal, heute Elite, morgen Proletariat – darauf ein Dosenbier 😉

Meine Woche

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Gesehen: „Speak“ (2004) von Jessica Sharzer mit Kristen Stewart. Eine unglaubliche Performance der damals 14jährigen. Absolut sehenswertes High-School Drama.

Opera“ (1987) von Dario Argento. Mein Lieblingsfilm von ihm nach Suspiria. Kunstvoller Slasher-Film mit wunderbarer Musik und rauschhaften Bildern.

Gehört: Maria Callas „Casta Diva“ Norden Light „No Escape„, Maria Callas „Madame Butterfly“ Christopher Libertino „Walk Away“ Mari Boine Persen „Vuoi Vuoi Mu, Idjagiedas

Gelesen: dieses Interview mit Erika Ilves zur Besiedelung des Weltrams, über die Frauenfeindlichkeit im Silicon Valley, dieses Interview mit Margaret Atwood zur Bedeutung von „The Handmaids Tale“ in Trumps Zeiten, ein Rant aus der Zeit gegen den Minimalismus, dieses Interview mit Siri Hustvedt zur Krise der USA

Getan: mich auf einer Konferenz mit HR Tech beschäftigt, im Bookclub über Nabokov diskutiert, das erste laotische Restaurant in München ausprobiert, uns bei Freunden für einen Cocktail aufs Sofa geworfen und andere Freunde mit einem israelischen Dinner bekocht (ich war nur Smutje)

Geplant: ganz viel zu erledigen, bevor ich ab Donnerstag wieder unterwegs bin und auf der Buchmesse in Leipzig nicht verloren zu gehen 😉

Gegessen: laotisch in der Vu Tang Kitchen

Getrunken: Southside und einen sehr leckeren Martini mit Bitter Orangen Marmelade

Gelacht: über Frau Merkels Mimik und über dieses Bild

Geärgert: das die HR Veranstaltung in Hamburg mehr einer Verkaufsveranstaltung als einer Konferenz glich

Gefreut: endlich wieder zu Hause und Neuhaus-Pralinen gewonnen für die beste Frage

Gewünscht: dieses Lego-Tape, diesen Bildband und diesen Kleiderständer

Geklickt: auf diesen TED-Talk „What do we do if Antibiotics don’t work anymore“ und wie sich die Superreichen auf den Weltuntergang vorbereiten

Gekauft: dieses Tshirt und den Comic „Paper Girls“ zum Indiebookday

Gefunden: nix

Gewundert: wow – auch München kann Sturm

Happy Birthday

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Foto: Banksy

Drei Jahre BingeReader – Hoch die Tassen und danke an Euch. Ohne Eure Kommentare, Fragen, Kritiken wäre das hier nur halb so schön.

Keine Party ohne Geschenke, daher verlose ich was. *Tusch – Trommelwirbel – Leuchtrakete*

An alle die hier oder auf meiner Facebook-BingeReader Seite bis zum 10.3. kommentieren was euch hier gefällt, oder wovon ihr gerne mehr oder weniger hättet, können ein Buch nach Wahl in deutsch oder englisch meiner Lieblingsbücher 2016 gewinnen. Wer wissen will was dabei war, bitte hier entlang.

Cheers & keep reading 🙂

Meine Woche

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Gesehen: „Ich seh, Ich seh“ (2014) von Veronika Franz / Severin Fiala. Österreichischer Psycho-Thriller.  Schaurig-schöner Artfilm-Schocker.

Still the Water“ (2014) von Naomi Kawase. Leiser japanischer Coming-of-Age Film mit wunderschönen Bildern.

The Danish Girl“ (2015) von Tom Hooper. Verfilmung der Lebensgeschichte des dänischen Malers Einar Wegener der sich 1931 der erste Geschlechtsumwandlung unterzog.

Gehört: „Cello Bender“ – Tom and his Computer, „Miss you“ – Trentemøller, „Into the Woods“ – Olga Neuwirth, „Memorial“ – Russian Circles ft Chelsea Wolfe, „Who lived here“ – Hauschka, „As tears go by“ – Marianne Faithful, „Static on the Radio“ – Jim White

Gelesen: diesen Artikel über die Zukunft der Arbeit, dieses Interview mit Joanna Bryson zu Artifical Intelligence, über die Organisation der Digitalität, John Irving zeigt uns sein Toronto, über die tragische Geschichte hinter „The Danish Girl“, dieses Interview mit TC Boyle

Getan: das Trentemøller Konzert und den Bookclub besucht, mit Tokyo- und Bloggerfreunden lecker gegessen und spannende Gespräche geführt

Geplant: meine fette Erkältung wieder loszuwerden

Gegessen: Gemüse Jalfrezi und ein mega-leckeres Rote Beete/Süßkartoffel/Zucchini-Törtchen

Getrunken: Indian Pale Ale

Gelacht: Schluß mit arbeiten

Geärgert: über die späte Anwaltsrechnung

Gefreut: über die Entdeckung der Planeten im Trappist-1 System

Gewünscht: dieses Feuerleiter-Regal, die hängenden Jellyfish-Pflanzen, dieses Bild

Geklickt: auf die Pressefotos des Jahres, Oliver Sacks on ripe bananas und wie man tatsächlich behält was man lernt

Gekauft: eine neue elektrische Zahnbürste

Gefunden: nix

Gewundert: wie wir jemals unsere Feuermelder ausschalten sollen, falls die mal piepen bei 4m Deckenhöhe

Meine Woche

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Gesehen: „The Constant Gardener“ (2005) von Fernando Meirelles mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Spannender Thriller um dreckige Machenschaften der Pharma-Industrie in Afrika.

Trainspotting“ (1996) von Danny Boyle mit Ewan McGregor. Bevor ich T2 ansehe, mußte ich nochmal zurück. Immer noch gut, der Soundtrack ist der Hammer und bei der Kloszene kann ich nach wie vor nicht hinsehen.

Red Riding Hood“ ( 2011) von Catherine Hardwicke. Äh nein. Nach 30 min ausgemacht. Unspannende Teenie-Schmonzette den auch Fever Rays „The Wolf“ nicht retten kann. Dann lieber Twilight.

Gehört: The Pearl Hearts „Hit the Bottle„, Skunk Anansie „Intellectualise my Blackness„, Skunk Anansie „Yes it’s fucking political„, Underworld „Born Slippy“ und perfekt zum Arbeiten ist dieser Radiosender: Dark Ambient Radio

Gelesen: Wie die New York Times ihren Weg zurück in die Zukunft findet, When it’s too late to stop fascism according to Stefan Zweig, wie Biohacker die Grenzen des Körpers aufheben, How places can influence the mind and vice versa,

Getan: die kleine Louisa im Arm gehalten, den Geburtstag einer lieben Freundin gefeiert, bei Skunk Anansie abgerockt, einen neuen Laptop eingerichtet, im Irish Pub überraschend Freunde getroffen, und in der Bücherei Zeitschriften ausgeliehen

Geplant: Audiobooks testen

Gegessen: Hot Dogs

Getrunken: frischen Minztee und einen Bramble Cocktail

Gelacht: You can never go wrong if you talk to children like they are adults and to adults like they are children

Geärgert: über den blöden baidu Skype Virus

Gefreut: endlich wieder Wasser in der Küche

Gewünscht: diesen Servierwagen, dieses Filmplakat, dieses Outfit und ein Abo vom Economist

Geklickt: auf die Khan Academy überlege nach Biologie einen Kurs in Kunstgeschichte zu machen und auf diesen Talk von Gabriella Coleman auf der re:publica 2015 „How Anonymus (narrowly) evaded the Cyberterrorisms Rhetoric

Gekauft: Bücher

Gefunden: die Zeit endlich unsere Bilder aufzuhängen

Gewundert: wie schnell ich mich an kalte morgendliche Duschen gewöhnen konnte