The Fall of the House of Usher – Selected works of Edgar Allan Poe

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Die Kurzgeschichten Edgar Allan Poes haben mich schon als Kind fasziniert. Ich habe relativ früh „Die schwarze Katze“ und „Der Untergang des Hauses Usher“ gelesen, habe mich dabei wundervollst gegruselt und so manche Nacht nur in unmittelbarer Nähe meiner Oma schlafen können. Das Genre „Schauerliteratur“ (Gothic Fiction) hat mich immer fasziniert. Ob Poe, Wilkie Collins, Mary Shelley, Ambrose Bierce etc, das schaurig Schöne ist einfach meins.

Was konnte also passender sein, als für das düstere Amphi-Festival Edgar Allan Poe als Begleitlektüre auszuwählen. Der Tod, dem ich damit in die Arme lief, war entsprechend angetan 😉 Poes Geschichten gruseln mich im übrigen heute noch.

Poes Geschichten sind poetisch, häufig total seltsam, phantastisch und beschwören eine wundervoll melancholisch düstere Atmosphäre herauf. In diesem Band findet man seine berühmtesten Geschichten und Gedichte, meine Highlights sind glaube ich Ligeia, „The Raven“, „Murders in the Rue Morgue“, „Annabell Lee“ und „The Fall of the House of Usher“.

Poes Leben selbst war eine einzige Tragödie. Seine Eltern starben früh. Er verdiente als Kritiker und Journalist kaum genug Geld, um davon zu überleben und war die Personifzierung des armen Poeten. Er heiratete seine dreizehnjährige Kusine, die sehr jung starb und lebte dann mit seiner Schwiegermutter zusammen. Er hat ihren Tod nie überwunden, ihr zahlreiche Gedichte und Geschichten gewidmet. Vermutlich versuchte er, mit Opium und Alkohol seine Trauer und Einsamkeit zu bekämpfen.

“True, nervous, very, very dreadfully nervous I had been and am, but why will say that I am mad?! The disease had sharpened my senses, not destroyed, not dulled them. Above all was the sense of hearing acute.” („The Tell-Tale Heart“)

I looked upon the scene before me–upon the mere house, and the simple landscape features of the domain–upon the bleak walls–upon the vacant eye-like windows–upon a few rank sedges–and upon a few white trunks of decayed trees–with an utter depression of soul which I can compare to no earthly sensation more properly than to the after-dream of the reveller upon opium–the bitter lapse into everyday life–the hideous dropping off of the veil. There was an iciness, a sinking, a sickening of the heart–an unredeemed dreariness of thought which no goading of the imagination could torture into aught of the sublime.” („The Fall of the House of Usher“)

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“…the agony of my soul found vent in one loud, long and final scream of despair.” („The Pit and the Pendulum“)

“Yet mad I am not…and very surely do I not dream.”
“The fury of a demon instantly possessed me. I knew myself no longer. My original soul seemed, at once, to take its flight from my body; and a more than fiendish malevolence, gin-nurtured, thrilled every fibre of my frame.” („The Black Cat“)

Er führte seine Arbeit weiter, litt aber unter diversen Krankheiten und hatte finanzielle Schwierigkeiten. Seine letzten Tage sind ein ziemliches Rätsel. Am 27. September 1849 verließ er Richmond und war anscheinend auf dem Weg nach Philadelphia. Am 3. Oktober wurde er in Baltimore ziemlich verwahrlost auf einer Parkbank gefunden und ins Washington College Hospital gebracht, wo er am 7. Oktober verstarb. Seine letzte Worte sollen gewesen sein: „Lord, help my poor soul“.

Poe hat im Übrigen mit seinen Detektiv-Dupin-Geschichten die Vorlage für den weltberühmten Sherlock Holmes geliefert und eine ganz neue Literaturgattung geschaffen: den Krimi. Ist einfach so, es gibt keinen wie Poe. Keiner kann uns so zum Gruseln bringen, unsere tiefsten Ängste aufspüren und keiner versteht wie er, wodurch Menschen dazu gebracht werden, schrecklichste Dinge zu tun. Armer trauriger Edgar Allan Poe. Deiner Melancholie und Deinem Unglück verdanken wir einige unserer furchterregensten Stunden.