Il Trovatore – Guiseppe Verdi

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Foto: Bayerische Staatsoper

Mein erster Verdi hat mich Dienstag Abend in die Staatsoper gebracht und es war in vielerlei Hinsicht ein spannender Abend. „Il Trovatore“ ist ein dunkles Drama mit Liebe, Lust, sehr viel Leidenschaft, Rache und nicht zu vergessen – opulenter, atemberaubender Musik, die einen total mitreißt.

Es geht um die Feindschaft zwischen zwei Männern, die die gleiche Frau lieben und nicht wissen, dass sie Brüder sind. Es wird viel geliebt, viel gelitten, Rache gefordert und Achtung *Spoiler Alert* am Ende sind fast alle tot. Das Bühnenbild isr ein existenziell anmutendes Räderwerk, in dem das Schicksal unter die Räder kommt, das die Düsternis des Stoffes unterstreicht und das Elemente aus dem Clone Club EBM Schuppen mit den Feuerkreuzen des Ku-Klux-Klans auf seltsame Art verbindet. Es strahlt Endzeitstimmung aus – ich fand es phantastisch !

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Noch beeindruckender als das Bühnenbild war aber auf jeden Fall Frau Harteros. Was für eine wuchtige Stimme und sie hat die Leonora richtig gut gespielt. Hin- und hergerissen zwischen Liebe und Verzweiflung, Aufopferung und Wut.
https://www.youtube.com/watch?v=AdCMDswyQgE

Nun mal Butter bei die Fische: ich bin jetzt nicht Libretto-Girl und als Händel und White Shirt Fan ist es zu Herrn Verdi schon ein Stück, aber mein Mut, mich mal ab und an mal der nicht ganz so fernen Vergangenheit zu widmen, hat sich absolut ausgezahlt.

Ich finde es im Übrigen auch immer spannend, wie das Orchester beim Applaus reagiert und welche Sänger freundlichen Beifall bekommen und welche ziemlich gedisst werden. Frau Harteros muss sehr beliebt sein, Yonghoon Lee dagegen irgendwas ausgefressen haben, gar keiner, der applaudiert ? Nun ja, wilde Spekulationen. Wir sind ja nicht bei Gossip Girl, wobei die beiden Violinistinnen, die sich immerzu umgedreht haben und auch was mitbekommen wollten vom Geschehen auf der Bühne und die ab und an den strafenden Blick geernet haben vom Maestro und dann heimlich gekichert haben, die haben mir auch gefallen 😉 Ja, ich hatte mal richtig gute Tickets und habe endlich mal alles sehen können – auf und vor der Bühne.

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Bild: Bayerische Staatsoper

Ich hatte das große Vergnügen, die Oper mit An von Thadieu’s opera rambling outlet zu sehen – die natürlich das Libretto vorher liest und die Aufführung bereits zum glaube vierten Mal gesehen hat – und war einfach nur beeindruckt. Sie weiß absolut alles über die Oper, Frau Harteros und ich habe enorm viel gelernt – it was a great pleasure 🙂 Eine wundervolle ausführliche Rezension von ihr findet ihr hier.

„To copy the truth can be a good thing, but to invent the truth is better, much better“

Meine Woche

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Gesehen: “Awakenings – Zeit des Erwachens“ – habe den Film damals im Kino gesehen, der hat mich damals echt mitgenommen. Immer noch ein sehr schöner, sehr trauriger Film. „Gabel statt Skalpell“ informativer Film über die Vorzüge einer pflanzlichen Ernährung für Mensch und Tier.

Gehört: No Ceremony „Feel so low„, Lykke Li „Never gonna love again“ und Burial „Archangel“

Gelesen: über den Terror der guten Laune in der Arbeitswelt und ein Interview mit Patti Smith zu ihrer Murakami-Besessenheit (die ich gut nachvollziehen kann)

Getan: die Bude auf- und umgeräumt, Freunde getroffen, Team Night Out, diverse Handwerker werkeln lassen, Bibliothek besucht und heute endlich mal wieder Musik gebastelt.

Gegessen: Risotto Milanese

Getrunken: leckere Cocktails im Maria Pessagne

Gefreut: über endlich wieder heißes Wasser beim Duschen und über die  Operntickets für Il Trovatore im Februar

Geärgert: ein bisserl über ein paar dauer-empörte Menschen 😉

Gelacht: ständig bei der Lektüre von „Schwätzen und Schlachten

Geplant: und wieder und immer noch die Yoga-Karte abzuturnen

Gewünscht: diese japanischen Keramik-Tassen sind klasse, dieses Bild von Antonio Mora und dieser Hoody – diabolic 😉

Gekauft: einen Stern für meine Lese-Ecke. Er ist noch in Arbeit und wird gerade mit einem wunderbaren Rilke-Gedicht versehen.

Gefunden: Toni Morrison „Beloved“ – in einer Bücher-Verschenk-Kiste *hurra*

Geklickt: ich liebe die School of life – der dazugehörige Blog „The Philosophers Mail“ ist Hirnfutter für Stunden. Happy surfing – mir gefallen insbesondere die kurzen Filme über die großen Philosophen – wie hier zB Plato

Gewundert: wie normal Botox anscheinend geworden ist

(diese Auflistung bei philuko gesehen für toll befunden und übernommen – hoffe, das ist ok).