Käptn Peng und die Tentakel von Delphi @ Lichthaus Weimar

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Ihr müßt jetzt sehr stark sein liebe Freunde, ich war es auch 😉 Weimar war in vielerlei Hinsicht ein spannendes und hirnerweiterndes Wochenende und ich hätte nicht vermutet, das ich einmal über den Konzertbesuch einer Sprechgesang-Kapelle schreiben würde.

Die spontane Frage von der wunderbaren Tante Masha, ob ich nicht Lust habe, im Rahmen des Kultursymposiums „Käptn Peng und die Tentakel von Delphi“ zu sehen, habe ich natürlich sofort bejaht. Denn auch wenn ich manchmal ein literarisch oder musikalisch ignoranter Vogel bin, so bin ich doch abenteuerlustig und daher kurz gegoogelt, den befürchteten HipHop bestätigt bekommen und trotzdem freudig zugesagt.

Und was soll ich sagen? Wow, war ich positiv überrascht. Nein, ich konvertiere jetzt nicht und meinen düsteren Elektro-Klängen schwöre ich auch nicht ab, aber das Konzert war wirklich richtig toll.

Die Texte von Käptn Peng sind weltklasse. Der Mensch lebt und atmet Sprache, da entstehen Wortbilder im Kopf, unglaublich. Mit Tante Masha und Stepanini hatte ich natürlich auch grandiose Konzertbegleitung – es war ein wirklich schöner Abend.

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Da ich die Band vorher ja nicht wirklich kannte, kann ich hier leider keine Setlist veröffentlichen. Mittendrin dachte ich aber irgendwann mal, hey warte das kenn ich und tatsächlich, das Lied „Sie mögen sich“ wurde mir letzten Sommer in Berlin vorgespielt, von der Wohnungsbesitzerin, bei der ich während des Björk-Konzertes übernachtete.

Hinter Käptn Peng verbirgt sich Robert Gwisdek, Sohn berühmter Schauspieler (Michael Gwisdek und Corina Harfouch), der selbst als Schauspieler tätig war und 2013 für den Deutschen Filmpreis nominiert war.

Hier ein paar Videos, damit ihr euch ein Bild machen könnt:

Der Anfang ist nah

Platz da

Die Zähmung der Hydra

Flotten von Mutanten

Die Texte haben oft wissenschaftliche Wurzeln und sind irre spannend und haben großen intelligenten Witz. Das Konzert in Weimar hat Laune gemacht, das Publikum hat gefeiert und Käptn Peng hat fast 3 Stunden um sein Leben gereimt, gerappt und improvisiert.

Sprechgesang-Kappelle – Bingereader
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Meine Woche

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Gesehen: „Departed“ von Martin Scorsese. Mit Jack Nicholson, Matt Damon und Leonardo Di Caprio hochkarätig besetzt. Spannend aber ich bin kein großer Mafia-Film-Fan.

Z – Anatomy eines politischen Mordes“ von Costa-Gravas mit Jean-Louis Trintignant und Yves Montand. Klassiker unter den Politthrillern. Sehenswert.

Razzia in Paris“ von Henri Decoin mit Jean Gabin. Schwarz-Weiss Krimi aus dem Jahr 1955 – perfektes Kino für verregnete Tage.

Gehört: „Purple Rain“ Cover von Amanda Palmer und Jherek Bischoff, „The Winterhymn“ – Pantha du Prince, „Ten Miles High“ – Roisin Murphy, „Drag Queen“ – The Strokes, „Everyday Everynight“ – Russian Red, „The Wilderness“ – Explosions in the Sky, „Sie mögen sich“ – Shaban & Käptn Peng

Gelesen: dieses Interview mit Annie Proulx, diesen Artikel über Neil de Grasse und Carl Sagan,

Getan: ein ganz wunderbares Abendessen genossen mit 10 phantastischen Frauen – ganz großes Danke noch einmal an Stepanini für diesen Abend und wer hätte gedacht, dass ich sie dann völlig überraschend auf der Digitial Bauhaus in Weimar gleich wiedertreffe :),

meinen Geburtstag gefeiert mit den Liebsten (auch wenn leider nicht alle konnten)

habe mir von Tante Masha die spannensten Weimarer Ecken zeigen lassen und zu dritt sind wir dann auf dem Konzert von „Käptn Peng & die Tentakel von Delphi“gelandet (Rezension folgt). Ganz lieben Dank nochmal – es war ganz wunderbar mit Euch 🙂

ansonsten wurde mir ordentlich das Hirn frittiert auf der Digital Bauhaus, bin noch immer völlig geflashed. Was für eine Woche

Gegessen: neben dem phantastischen Dinner bei Stepanini sehr leckere Gnocchi im 1900 und Austern (!) vom Bauhaus-Konferenz-Buffet

Getrunken: Ehringsdorfer

Gefreut: über die spannenden, warmherzigen, interessanten Menschen die ich allein in dieser Woche treffen wurde und über ganz tolle Geburtstagsgeschenke

Geärgert: vielleicht eher enttäuscht. Ein Vortrag war wirklich mehr als grottig und ich habe mich fremd geschämt

Gelacht: People who believe they know anything, are particularly annoying to those of us who do und über die Burger King Sauna

Geplant: die Rezensions-Rückstände abbauen, meinen „Working Future Working“ wiederbeleben, ein paar Kontakte möchte ich dringend pflegen und weiterhin noch Wunden lecken

Gewünscht: dieses Outfit, mal das Bauhaus in Dessau besuchen zu können, diese Kopfhörer

Gekauft: Postkarten

Gefunden: nix

Geklickt: auf diesen Talk zu „Capitalism and Moral Evolution