Meine Woche

Gesehen: Rabid (2019) von Jen & Silvia Soska mit Laura Vandervoort. Kanadischer Body-Horror um eine junge Frau, die nach einem Unfall schrecklich entstellt ist und sich einer experimentellen Stammzellenbehandlung, unterzieht, die zu ungewollten Konsequenzen führt. Gelungenes Cronenberg Remake.

Das weiße Rauschen (2001) von Hans Weingartner mit Daniel Brühl. Lukas, ein junger schizophrener Mann, muss sich mit einer neuen Stadt, einer neuen Beziehung und der Paranoia in seinem Kopf auseinandersetzen.

Solid Geometry (2002) Kurzfilm von Denis Lawson mit Ewan McGregor. Das Weltbild eines erfolgreichen jungen Mannes wird auf den Kopf gestellt, als er die Tagebücher seines Ururgroßvaters erbt und beginnt, die darin enthaltenen mystischen geometrischen Theorien zu verfolgen. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Ian McEwan. Muss man nicht gesehen haben.

Gehört: Waillee, Waillee – Dorothy Carter, Always on my mind – Willie Nelson, End of Sky – Hang Massive, I’ll probably be asleep – Hachiku, Surrender – Soho Rezanejad, Fade – God is an Astronaut

Gelesen: Do ‘elder Goths’ hold the secret to aging successfully? Die schreckliche Geschichte von Lisa Montgomery, die diese Woche in den USA hingerichtet wurde, Das Geschäftsmodell hinter Q-Anon, Why Dreaming is like taking LSD, Warum viele Menschen immer noch in die Büros gezwungen werden, wie CRISPR genutzt werden könnte, vom Aussterben bedrohte Tiere zu bewahren und Mely Kiyaks Kolumne zu Rechtsextremismus in Deutschland

Getan: viel geschlafen und wieder gesund geworden

Gegessen: diesen warmen Wintersalat und Raclette

Getrunken: Tee und Rotwein

Gefreut: über meinen negativen Corona-Test

Geweint: nein

Geärgert: nein

Geklickt: auf Arnold Schwarzeneggers Video – echt stark, 36000 Feet under the sea

Gestaunt: über die Bilder von Rachael Talibart und über die Bibliothek von Alanis Morissette

Gelacht: über Sarah Silverman: A Speck of Dust (2017) Amerikanische Stand-up-Comedian, Schauspielerin, Sängerin und Autorin. In ihrer Comedy verarbeitet sie gesellschaftliche Tabus und kontroverse Themen wie Rassismus, Sexismus, Politik und Religion.

Gewünscht: diesen Schnaps, diesen Kühlschrank, dieses Haus

Gefunden: nix

Gekauft: eine Yogamatte und FFP2 Masken

Gedacht: „Life is not always a matter of holding good cards, but sometimes playing a poor hand well.“ //Jack London

Meine Woche

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Gesehen: „Prospero’s Books“ (1991) von Peter Greenaway mit John Gielgud. Phantastische opernartige Verfilmung von Shakespeare’s „The Tempest“ mit grandiosem Soundtrack.

Cobra Verde“ (1987) von Werner Herzog mit Klaus Kinski. Die letzte Kollaboration der beiden, ein dunkler Film mit teilweise wunderschönen Aufnahmen aus Ghana.

David Attenborough’s Life that Glows“ (2016) von Joe Loncraine. Einzigartige Naturaufnahmen bioluminiszenter Tiere an Land und vor allen Dingen auch in der Tiefsee. Ich war total beeindruckt.

Gehört: „Up the Wolves“ – The Mountain Goats,  „Foxes“ und „thursday„- kj, „Celestial Fire“ – Shrine, „Life that glows“ – Fraser Purdie, „Prospero’s Books“ – Michael Nyman

Gelesen: „What we learned from Dieter Rams and what we ignored, diesen Artikel über Angela Merkel von Mely Kiyak, diesen Artikel über den Neuroscientist Karl Friston, everything is on sale – even us, the amazing (and scary) technology of japanese train stations, diesen Artikel über den sexistischen Ausrutscher von Martin Solveig, are you ready to consider that capitalism is the real problem und diesen Artikel von Carolin Emcke zum Brexit

Getan: meiner Anwältin alles geliefert

Geplant: durchhalten

Gegessen: Falafeltaler mit Röstkarotten und sehr leckeres Rote Beete Gulasch im Resi Huber

Getrunken: Nero d’Avola Lagnusa

Gefreut: über unser Aktion Sorgenkind Los

Geärgert: phhhh geht halt irgendwann in Stoizismus über. Bin zynisch gespannt was noch kommen könnte, viel fällt mir gerade nicht mehr ein.

Geklickt:  auf diese Rede von Hannah Gadsby, und diese 2018 Bücher Bestenliste aus der New York Times, NPR, Do Lectures und Literary Hub sowie die Top 10 SciFi Bücher 2018 der Chicago Review of Books

Gelacht: Amy Schumer talks sleepover with Cosima & Delphine

Gewünscht: Braun Audio 1, dieses Zelt, diese Rakete

Gestaunt: Full rotation of the moon, wie der Mars klingt

Gefunden: nix

Gedacht: what about this theory. the fear of not being enough. and the fear of being ‚too much.‘ are exactly the same fear. the fear of being you (twitter)

 

Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an – Mely Kiyak

Kiyak

Habe das Buch schon vor einer ganzen Weile geschenkt bekommen und immer wieder bin ich drum herum geschlichen. Ich bin doch so ein Weichei wenn es um Krebs und Sterben geht. Das war schon bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ so. Was habe ich geflennt. Mindestens zwei Packungen Kleenex waren durch danach. Und ich heul sonst nie bei Büchern – ich schwör!

Aber jetzt im Urlaub bei Sonne am Himmel, habe ich mich dann einfach mal getraut und wurde mächtig belohnt. Ein wunderbares Buch. Trotz des heftigen Themas hat Mely Kiyak einen wundervoll leichten humorvollen Ton getroffen und man möchte einfach bei ihr sein und ihr und ihrem Papa beistehen.

Sie beschreibt eine wunderbare Vater-Tochter Beziehung, man spürt wie sehr es ihr den Boden unter den Füßen wegreißt als sie erfährt das ihr Vater Lungenkrebs hat. Sie kämpft und streitet für ihn, gegen den zwar reibungslos und auf absolute Effizienz eingestellten Krankenhausapparat, der aber viel an Menschlichkeit zu wünschen übrig läßt.

Mely Kiyak ist eine erfolgreiche Journalistin, die durch die Krankheit ihres Vaters ziemlich aus der Bahn geworfen wird. Sie versucht ihn im wahrsten Sinne durch die Krankheit zu tragen und muss doch einsehen, dass er diesen Kampf alleine führen muss. Frau Kiyak sie scheinen mir eine ganz wundervolle Frau zu sein und ich würde riesig gerne mal einen schwarzen Tee mit ihnen trinken – danke auf jeden Fall für dieses tolle Buch. Ich empfehle es jedem. Selbst Leuten wie mir die Angst vor der Thematik haben.

Es hat auch so viele wunderbare Sätze – ich kam aus dem Markieren gar nicht mehr raus.

„Ich habe dein ganzes Leben zerstört. Das stimmt. Aber nicht wegen deiner Krankheit, Papa. Du warst immer schon anstrengend. Außerdem. Irgendwer versaut einem doch immer das Leben. Besser du als jemand anders.“

„In Deutschland werden jährlich achtundzwanzig Millionen Schlaf- und Beruhigungsmittel gekauft. In achteinhalb Millionen Packungen sind Baldrian und Hopfen drin. Wir sind keine Dichter- und Denkernation. Wir sind eine Schlaf- und Beruhigungsmittelschluckernation. Im Mittelmeerraum schluckt man das Zeug nicht. Da schreit man herum. Da weint man auf Beerdigungen so laut, dass man eine Woche danach heiser ist.“

„Die Vorstellung zu fliegen, macht die schöne Phantasie kaputt. So ist es immer. Mein Leben wäre so einfach, wäre da nicht die Realität.“

„Wäre es nicht ein Akt der Mitmenschlichkeit, dass man eine Frau, die unvorbereitet mit dem Tod ihres Ehegatten konfrontiert wurde, unter keinen Umständen allein in das Zimmer ihres soeben verstorbenen Mannes schickt, damit sie den Schrank leerräumen muss? Wie degeneriert ist der Krankenhausbetrieb eigentlich? Wie gefühlsverstümmelt muss man sein, wenn man einer frischgebackenen Witwe nicht erst einmal ein Glas Wasser gibt? Gibt es nicht die Möglichkeit, einen Geistlichen zu rufen, gibt es keine Krankenschwester, die ein Herz hat? Muss man Krankenhauspersonal immer erst langwierig und kostspielig schulen, damit das Selbstverständliche eintritt?

„Herr Kiyak dachte, nun beginnt der schöne Teil des Lebens. Und wurde krank. Nicht eine Sekunde seines Lebens war er glücklich – meint er. „Quatsch“, sagt seine Tochter. „Du warst glücklich, Du hast es nur vergessen. Fang an zu erzählen!“

Herr Kiyak ist im Fischer Verlag erschienen.