Hirngymnastik Neurologie – Oliver Sacks

”I am a storyteller, for better and for worse. I suspect that a feeling for stories, for narrative, is a universal human disposition.”

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Ich war und bin ein großer Oliver Sacks Fan, habe eine ganze Reihe seiner Bücher vor ein paar Jahren verschlungen und habe keine rechte Erklärung dafür, wie es passieren konnte, dass er für eine Weile von meinem Radar verschwand. 2015 dann erinnerten mich eine Reihe von Blogs durch die Rezension seiner Autobiografie „On the Move“ an ihn und ich habe seit geraumer Zeit wieder einige Bücher von ihm auf dem SUB.

Jetzt endlich habe ich sie also auch gelesen, die überaus spannende Biografie eines Mannes, der sowohl Neurologe, Arzt, Motorradfahrer und fast professioneller Gewichtheber war. Entsprechend munter geht es in der 82 Jahre umfassenden Geschichte seines Lebens auch her.

Sacks war das jüngste von vier Kindern, die in eine wohlhabende jüdische Familie im Norden Londons hineingeboren wurden. Sein Vater war Arzt, seine Mutter Chirurgin. Während der Londoner Bombenangriffe wurde er als Sechsjähriger mit seinen Brüdern aus London evakuiert und in einem Internat in den Midlands untergebracht, wo sie bis 1943 blieben.

Schon als junger Mann in Oxford, wo er 1954 seinen Bachelor in Physiologie und Biologie und später seinen MA und MB in Chemie macht, weiß Oliver, dass er schwul ist. Sein Coming-out insbesondere der geliebten Mutter gegenüber ist ziemlich traumatisch. Sie ist zutiefst schockiert und sagt ihm, sie wünschte er wäre nie geboren. Ein großer Schock für ihn und vielleicht mit ein Grund, warum er nach seinem 40. Lebensjahr sexuell enthaltsam lebte. Das hat auf der anderen Seite aber wahrscheinlich auch dazu geführt, dass er von der AIDS Epidemie der 1980er Jahre verschont blieb, die auch – wenn ich mich recht erinnere – mit keiner Silbe erwähnt wird.

Beim Lesen lernt man einen sehr komplexen, zurückhaltenden, brillianten Mann kennen, der es schaffte, seine vielen Talente auszuleben. In den 1950/60er Jahren in Kalifornien war er unter der Woche der Neurologe Dr. Sacks und am Wochenende verwandelte er sich in einen muskulösen Biker, der Drogen nahm und sich auf Abenteuer mit anderen Männern einließ – wenn er nicht gerade am Muscle Beach an Wettkämpfen im Gewichtheben teilnahm.

Er führt ein geschäftiges, faszinierendes Leben und berichtet von seinem Studium in Oxford, seinem navigieren zwischen Forschung und klinischer Arbeit, seinen Reisen (unter anderem lebte er eine Weile in einem israelischen Kibbuz) und seinem Umzug in die USA, wo er seine Leidenschaft für das Schreiben und seine ihm eigenen Themen in der Arbeit und der Literatur entdeckte.

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Foto: Wikipedia

Oliver Sacks Fähigkeit, die Menschen hinter den neurologischen Erkrankungen zu sehen und seinem Lesepublikum zu vermitteln, ist seine größte Begabung. Ganz in der Tradition Sigmund Freuds oder Charles Darwins kann er wunderbar schreiben und separiert zwischen dem Menschen und seiner Erkrankung. Vor ihm sitzt kein Schizophrener, sondern ein Mensch mit Schizophrenie. Kein Autist, sondern ein Mensch mit Autismus. Er sieht den ganzen Menschen, sie sind für ihn nicht einfach nur anonyme Fälle, die es zu untersuchen gilt. Er behandelte seine Patienten oft eher als Co-Wissenschaftler, die mit ihm gemeinsam an der Erforschung ihrer Erkrankungen arbeiten.

Sacks selbst hatte sein Leben lang Schwierigkeiten damit, dass er unter Prosopagnosie (Gesichtsblindheit) litt. Man merkt es den Menschen nicht an und wird daher häufig für arrogant oder unhöflich gehalten, wenn man Bekannte auf der Straße nicht grüßt. Er hatte es nicht permanent, sondern nur hin und wieder, was die Sache für ihn nicht einfacher machte.

Sacks geht in seiner Biografie auf nahezu all seine Bücher ein und es war sehr interessant, die Entstehungsgeschichte der Bücher zu lesen. Er war ein komplexer, verletzlicher, emphatischer Mensch und ein sehr innovativer Wissenschaftler, Arzt und Schriftsteller. Er pflegte tiefe Freundschaften (unter anderem mit den Dichtern Thom Gunn und W. H. Auden) und stand seiner Familie sein Leben lang sehr nahe. Ich habe mich sehr gefreut, dass er als Mittsiebziger seine späte große Liebe im Leben traf und er mit Bill ein paar wenige, aber sehr glückliche Jahre erleben konnte.

Eine der spannendsten Biografien, die ich seit Langem gelesen habe und eine große Empfehlung auch für Leute, die sich vielleicht nicht primär für Neurologie, Psychologie etc. interessieren.

Ich konnte dann nicht gleich wieder lassen von Mr. Sacks und wollte ihn einfach noch eine Weile begleiten, daher griff ich gleich danach zu seinem Buch „Die Insel der Farbenblinden“

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Auszug auf dem Klappentext:

Das neue Buch von Oliver Sacks entführt in die Welt der Südseeinseln. Die Menschen, die dort wohnen, ihre Gebräuche, Riten und Mythen, die exotische Landschaft und die nicht minder exotische Flora und Fauna bilden die Kulisse, vor deren Hintergrund der Autor seine Forschungen betreibt – in deren Mittelpunkt „insuläre“, in der Abgeschlossenheit jener Inseln entstandene neurologische Erkrankungen stehen.

Die erste der beiden geschilderten Reisen führt uns zu den Inseln Pingelap und Pohnpei, wo ein überdurchschnittlich hoher Bevölkerungsanteil an einer bestimmten Form der totalen Farbenblindheit erkrankt ist. Die Begegnungen mit den Betroffenen, ihre Lebensgeschichten, die Untersuchungen, die Sacks und seine beiden Begleiter, ein New Yorker Augenarzt und ein – selbst farbenblinder – Mediziner aus Norwegen, durchführen, aber auch die Theorien zur Herkunft der erblichen Farbenblindheit und die Auswirkungen dieser Störung auf das Leben der Erkrankten stehen im Vordergrund des kunstvoll gewobenen Berichts.

„Marie Stopes, die zu den Heldinnen meiner Mutter gehörte (und Dozentin für Paläobotanik war, bevor sie sich dem Kreuzzug für Empfängnisverhütung verschrieb), hatte ein Buch mit dem Titel „Ancient Plants“ geschrieben, das eine seltsame Faszination auf mich ausübte. In ihren Ausführungen übe die „sieben Zeitalter“ des Pflanzenlebens bekam ich einen ersten Eindruck von der unerforschlichen Tiefe der Zeit, den vielen Millionen, vielen hundert Millionen Jahren, die die meisten urzeitlichen Pflanzen von denen unserer Epoche trennen.“

Der zweite Teil „Die Insel der Palmfarne“ beschreibt Sacks‘ Reise zu den Inseln Guam und Rota, auf denen viele Menschen an einem bislang unheilbaren Syndrom leiden – dem Lytico-Bodig. Es manifestiert sich entweder in einer fortschreitenden Lähmung oder in Parkinsonismus und Demenz oder in bizarren Vermischungen beider Symptomkomplexe, die, von äußert seltenen Fällen abgesehen, zum baldigen Tod führen. Ist die Erkrankung auf den Genuß von Früchten, Blättern und Samen der zahllosen Farne zurückzuführen, jener teilweise über tausend Jahre alt werdenden „Dinosaurier unter den Pflanzen“, die auf diesen Inseln in üppiger Varietät wachsen?

Mich hat „Die Insel der Palmfarne“ an einen Artikel erinnert, den ich kürzlich in der New York Times las. Es gibt anscheinend in Indien eine mysteriöse Erkrankung die hauptsächlich Kinder unter 10 Jahren trifft. Sie scheinen gesund schlafen zu gehen, wachen am Morgen mit hohem Fieber und Hirnschwellungen auf verbunden mit Krampfanfällen und ein Drittel stirbt innerhalb von 36 Stunden. Die Ursache ist noch unklar, allerdings bringen einige Wissenschaftler die Erkrankung mit dem Verzehr von Lychees in Zusammenhang:

Ich habe beide Berichte äußerst gespannt verfolgt und fühlte mich an die Reiseberichte von Alexander von Huboldt, Charles Darwin oder James Cook erinnert.

Für die meisten Menschen wird Oliver Sacks wahrscheinlich immer ein Stück weit Robin Williams sein, der ihn im Film „Awakenings“ (basierend auf dem gleichnamigen Buch) spielte. Hier der Trailer zum Film, den ich sehr empfehlen kann:

Auf jeden Fall habe ich jetzt wieder extrem Blut geleckt und möchte unbedingt das Gesamtwerk von Oliver Sacks lesen, macht euch also darauf gefasst, dass ich hier noch so einiges von ihm vorstellen werde.

„On the Move“ sowie „Die Insel der Farbenblinden“ erschienen im Rowohlt Verlag.

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Meine Woche

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Gesehen: „The Handmaiden“ (2016) von Park Chan-wook. Großartige atmosphärische Liebesgeschichte nach Sarah Waters „Fingersmith“. Hat mir beim 2x noch besser gefallen.

The Salesman“ (2016) von Asghar Faradi. Iranischer Film um eine durch einen Einbruch traumatisierte Frau und die dramatischen Folgen, als der Ehemann den Täter findet.

Melaza“ (2012) von Carlos Lechuga. Kubanisches Drama um eine Familie die versucht dem wirtschaftlichen Abstieg zu entkommen.

Gehört: „Jupiter 4“ – Sharon van Etten, „Barricades“ – Editors, „Meditations“ – Temple of Saturn, „Rylan“ – The National, „Bombs Away“ – Charlotte Gainsbourgh, „Durdu Dünya“ – She Past Away, „Work It“ – Marie Davidson

Gelesen: Mary Oliver on attention is the beginning of devotion, the revival of the medieval guilds, Oliver Sacks on the machine stops, diese Interviews mit Women in Science, the mindfulness conspiracy

Getan: Naxos erkundet, viel geschwommen, gelesen, gekocht, gewandert und gelesen

Gegessen: Stangenbohnensalat mit Halloumi

Getrunken: Griechischen Wein

Gefreut: wie gut erholt wir wieder zu Hause angekommen sind

Geärgert: dass die deutschen Ladies leider nicht ins Halbfinale gekommen sind.

Geklickt: auf den TED Talk von Brittany Packnet: „How to build your confidence and spark it in others“

Gestaunt bzw etwas gegruselt haben uns die mega großen Spinnen nachts auf Naxos

Gewünscht: diesen Pool, diese Garderobe, diese Küchenregale

Gefunden: leider kein Naxos Eye

Gekauft: 2 Oktopus Tshirts

Gedacht: Denn ich ohne Bücher bin nicht ich (Christa Wolf)

Meine Woche

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Gesehen: „Lovesong“ (2016) von So Yong Kim mit Riley Keough und Jena Malone. Wunderschöner Indie-Liebesfilm mit tollen Bildern, großartigen Darstellerinnen und hörenswertem Soundtrack.

„Die heilsame Kraft der Meditation“ (2017) von Benoit Laborde.

Gehört: „Something other than“ – Heather Woods Broderick, „Hypericum“ – Gem Club, „Blame“ – Victoria Bigelow, „The Rime of the Ancient Mariner“ – Scott Fox, „Penetration“ – Jens Friebe, „Sidewalks and Skeletons“ – White Light, „Dance of the Leviathans“ – Squidwerks, „Royd“ – Coma Alliance

Gelesen: dieses Interview mit Noah Yuval Harari, The value of reading things you disagree with, dieses Interview von Oprah mit Michelle Obama, China rekrutiert Kinder für AI Waffensysteme (hallo Ender’s Game!?!) Finton O’Toole on the sheer ignorance of Brexit supporters, Claudia Roths Plädoyer für eine feministische Außenpolitik und „Everything you know about obesity is wrong“

Getan: den Bookclub besucht, einen spannenden Workshop an der TU München durchgeführt (mit 2 anderen tollen Frauen), eine bislang virtuelle Freundin zum Essen getroffen und unser zwölfjähriges gefeiert,

Geplant: die Unterhaltsforderung meiner biologischen Mutter mit allen Mitteln zu bekämpfen

Gegessen: Japanisch im Izakaya

Getrunken: den vermutlich stärksten Mai Tai meines Lebens (ich röchel noch immer)

Gefreut: über den unglaublichen Rückhalt den ich von der Bingereader-Gattin bekomme

Geweint: über die unglaubliche Ungerechtigkeit dieses unnötigen Mutter-Dramas (ich will jetzt mal bitte einfach mal wieder Ruhe, ich kann sonst bald echt nicht mehr)

Geklickt:  „Silly Symphony“ – The Skeleton Dance,  die fürs TV verbotene Iceland Werbung, „What to trust in a post-truth world“ – Alex Edmans, The Art of Castlevania’s Netflix series

Gewünscht: diese Lampe, dieser Pool, ein Besuch im Science Museum in London

Gestaunt: über Hauntaulogy

Gefunden: nix

Gedacht: “We speak not only to tell other people what we think, but to tell ourselves what we think“ (Oliver Sacks)

Meine Woche

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Gesehen: „The Runaways“ (2010) von Floria Sigismondi mit Kristen Stewart als Joan Jett. Sehr cooles Musik Bio-Pic das mir sehr gefallen und große Lust auf mehr Musik von Ms Jett gemacht hat.

Raw“ (2017) von Julia Ducournau. Krasser Horror aus Belgien um ein junges Mädchen das als Aufnahmeritual in die Veterinärsschule rohes Fleisch essen muss mit ungeahnten Konsequenzen. Heftig, aber ein wirklich guter Film.

Oldboy“ (2003) von Park Chan-Wook. Ein Geschäftsmann wird entführt und 15 Jahre gefangen gehalten und er hat keine Ahnung warum. Plötzlich wird er freigelassen und er begibt sich auf eine 5-tägige Rachetour. Guter Film der gelegentlich an Tarrentino erinnert.

Gehört: „Cherrybomb“ – The Runaways, „I love Rock’n’Roll – Joan Jett, „Crimson & Clover“ – Joan Jett, „Despair, Hangover & Ecstasy“ – The Do, „Plus putes que tous les Putes“ – Orties, „Chaconne“ – Johann Sebastian Bach, „Out of Darkness“ – OP3

Gelesen: Data is the new lifeblood of Capitalism, Roal Dahls letter of advice to a young writer, Fixing Gender Imbalances in stories, from imitation to innovation – how China became a superpower, Frauen in der Forschung und ihre historischen Vorbilder, was besser wird wenn wir ohne Bedingungen helfen, Ambassadors recommending books to read before visiting their countries

Getan: die Biergarten-Saison eröffnet, die „Concept of Lines“ Ausstellung angeschaut, an der Isar in der Sonne spazieren gegangen

Geplant: ein Hannah-Arendt Abend im Literaturhaus

Gegessen: viel Salat

Getrunken: diesen Rioja

Gelacht: Ahhh April 1st, the only day of the year that people critically evaluate things they find on the internet before accepting them as true

Geweint: nein

Gefreut: über den Frühling der endlich da ist

Geklickt: auf diesen Ted Talk „To eliminate waste we need to rediscover thrift“ von Andrew Dent

Gewünscht: diese Sessel, diesen Whisky, diesen Pool und diese Lampe

Gefunden: On the Move und Die Insel der Farbenblinden von Oliver Sacks im offenen Bücherschrank

Gekauft: 2 schwarze Tshirts und die Zeitschrift „Hohe Luft

Gestaunt: über den Death Row Bookclub

Gedacht: The best way to predict the future is to create it

Meine Woche

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Gesehen: „Persona“ (1966) von Ingmar Bergman mit Liv Ullmann und Bibi Anderson. Psychologisches Drama mit leichten Horror-Mystery Elementen. Absolut großartig. Kann verstehen, dass der Film Kult ist.

„Sunset Boulevard“ (1950) von Billy Wilder mit Gloria Swanson. Noch ein großer Klassiker der die tragische Geschichte einer alternden Stummfilm-Diva erzählt. Tragisch, traurig und sehr realistisch.

„Firefly“ (2013) von Ana Maria Hermida. Kolumbianischer Liebesfilm um eine junge Frau die sich nach dem Tod ihres Brudes in dessen Verlobte verliebt. Ein Film mit sehr schönen Bildern.

„What our fathers did: A Nazi Legacy“ (2015) von David Evans. Dokumentarfilm über die Söhne zweier NS Größen und wie sie mit diesem Erbe umgehen. Heftige Doku.

Gehört: „Poupee de Cire, Poupee de Son“ – France Gall, „Aleb“ – Yasmine Hamdan, „Hallo Spaceboy“ – David Bowie & Foo Fighters, „Lost in Light“ – Moon Duo, „I want a dog“ – Dirk von Lowtzow

Gelesen: über diese Stadt die Saudi Arabien plant zu bauen, Why the future is not female in SciFi Cinema, über die Eis Apokalypse, fully automated green communism, was passieren würde wenn China „First Contact“ macht und How the myth of the artistic genius excuses the abuse of women

Getan: nur flach gelegen und gehustet

Geplant: wieder fit werden und den Bookclub besuchen

Gegessen: diese scharfe rote Thai Curry Suppe

Getrunken: heiße Zitrone mit Honig und jede Menge Tee

Gelacht: Life is a soup and I’m a fucking fork

Geärgert: Shithole countries??? wie lange muß man diesen gefährlichen Idioten noch ertragen?

Gefreut: das die Women in SciFi Reihe jetzt losgeht und über einen Musik-Mix im Briefkasten

Geklickt: auf Oliver Sacks „A journey from where to where“, auf Abu Dhabis neuen Louvre ,  auf dieses Interview mit dem poetischen Journalisten Ta-Nehisi Coates der sich ein neues Amerika vorstellt und auf dieses Periodensystem das aus 119 wunderschönen Haikus besteht

Gewünscht: dieses Haus, dieses Schild, dieses Poster und diesen Regenschirm

Gefunden: nix

Gekauft: zu viele Bücher

Gestaunt: über diese Todesmaschine

Gedacht: Sometimes when things are falling apart, they may actually falling into place. Stay positive.

Kurzgeschichten für lange Nächte


Ich bin kein großer Kurzgeschichten-Fan, ich glaube das ist – wie bei Gedichten auch – so ein „aquired taste“ wie Rotwein, Whisky, Blauschimmel-Käse. Kurzgeschichten haben es nicht leicht bei mir, drohen immer mal wieder in die Ecke zu fliegen, wenn ich in die Geschichten nicht reinkomme (wie kürzlich beispielsweise bei George Saunders), daher wiegen die hier aufgelisteten für mich um so mehr, denn die haben mich in der Regel von der ersten Zeile nicht mehr losgelassen.

Eine liebe Freundin hat mir vor kurzem einen Kurzgeschichten Band zugeschickt: Victoria Hislops Sammlung mit Kurgeschichten von Frauen und zu meinem Entzücken fand ich dort meine Lieblingsgeschichte „The Lottery“ wieder, was mich auf den Gedanken brachte, meine Bibliothek zu durchforsten, um meine persönliche Sammlung aus den für mich besten Kurzgeschichten der Welt hier zu präsentieren.

Einige kann man im Internet finden, da habe ich den link ensprechend angehängt und bin jetzt sehr gespannt, ob Euch meine Sammlung gefällt, welche ihr davon kennt und vielleicht auch mögt oder eben auch nicht. Fehlt euch etwas? Freue mich sehr auf Eure Kommentare und etwaigen Ergänzungen. So long äh short 😉

Isaac Asimov – The Martian Way
Margaret Atwood – Torching the Dusties
Margaret Atwood – Death by Landscape
Margaret Atwood – The Martians claim Canada
Paul Auster – Augie Wren’s Christmas Story
James Baldwin – The Outing
Karen Blixen – The Monkey
Wolfgang Borchert – Nachts schlafen die Ratten doch
Jorge Luis Borges – Die Bibliothek von Babel
Octavia Butler – The Morning, and the evening and the night
TC Boyle – Dogology
Ray Bradbury – The Veldt
Ray Bradbury – A sound of Thunder
Ray Bradbury – The Million-Year Picnic
Albert Camus – The Artist at Work
Truman Capote – Handcarved Coffins
Truman Capote – Miriam
Raymond Carver – Neighbors
Angela Carter – The Bloody Chamber
Ted Chiang – Story of Your Life
Roald Dahl – Lamb to the Slaughter
Philip K Dick – The Golden Man
Philip K Dick – The Minority Report
Charles Dickens – The Signal-Man
Charles Dickens – A Christmas Carol
Denis Diderot – Gründe meinem alten Nachtrock nachzutrauern
Joan Didion – On Self-Respect
Emma Donoghue – Words for Things
Fjodor Dostojewski – Weihnachtsbaum und Hochzeit
Fjordor Dostojewski – Weiße Nächte
Arthur Conan Doyle – The Adventure of the Blue Carbuncle
Agatha Christie – The Witness for the Prosecution
Jennifer Egan – Safari
Harlan Ellison – I have no mouth and I must scream
Sheridan Le Fanu – Green Tea
William Faulkner – A Rose for Emily
F Scott Fitzgerald – The Curious Case of Benjamin Button
Gillian Flynn – The Grownup
EM Forster – The Machine Stops
Neil Gaiman – Der Fluch der Spindel
Neil Gaiman – Snow, Glass, Apples
Ursula LeGuin – Coming of Age in Karhide
Ursula LeGuin – The ones who walk away from Omelas
Graham Greene – The Third Man
Ernest Hemingway – The Snows of Kilimanjaro
Ernest Hemingway – A clean well-lighted place
O. Henry – The Robe of Peacej
Patricia Highsmith – The stuff of Madness
Aldous Huxley – Young Archimedes
Washington Irving – The Legend of Sleepy Hollow
Mary Gaitskill – The Other Place
Charlotte Perkins Gilman – The Yellow Wallpaper
Maria Dahvana Headley – See the Unseeable, Know the Unknowable
Judith Hermann – Kaltblau
Siri Hustvedt – Mr. Morning
Henry James – The Turn of the Screw
Shirley Jackson – The Lottery
Franz Kafka – Die Verwandlung
Franz Kafka – In der Strafkolonie
Stephen King – Rita Hayworth and Shawshank Redemption
Stephen King – Children of the Corn
Stephen King – The eerie aftermath of a mass exit
Stephen King – The Road Virus heads north
Heinrich Kleist – Die Marquise von O
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror
Stanislaw Lem – Test
Hengtee Lim – The Girl at the Bar
Jack London – The Red One
HP Lovecraft – Cool Air
HP Lovecraft – The Dunwich Horror
Guy de Maupassant – Der Horla
Herman Melville – Bartleby, the Scrivener
Laurie Moore – How to become a writer
Daphne Du Maurier – Don’t look back
Daphne Du Maurier – The Birds
Haruki Murakami – Kinos Bar
Haruki Murakami – Yesterday
Haruki Murakami – The Elephant Vanishes
Vladimir Nabokov – Terra Incognita
Joyce Carol Oates – Where are you going, where have you been?
Dorothy Parker – Sentiment, A Telephone Call
Sylvia Plath – Johnny Panic and the Bible of Dreams
Edgar Allan Poe – The Tell-Tale Heart
Edgar Allan Poe – The Pit and the Pendulum
Annie Proulx – Brokeback Mountain
Karen Russell – Vampires in the Lemon Grove
Karen Russell – Reeling for the Empire
JD Salinger – For Esme
JD Salinger –  A Perfect Day for a Banana-Fish
Oliver Sacks – Altered States
Jean-Paul Sartre – The Room
Jean-Paul Sartre – The Wall
Arthur Schnitzler – Traumnovelle
Ali Smith – Free Love
Robert Louis Stevenson – The Body Snatcher
Bram Stoker – Dracula’s Guest
Donna Tartt – The Ambush
James Tiptree Jr – And I awoke and found me here on the Cold Hill’s side
Mark Twain – Cannibalism in cars
Jules Verne – Der ewige Adam
Kurt Vonnegut – Harrison Bergeron
Kurt Vonnegut – The Drone King
HG Wells – Empire of the Ants
Jeanette Winterson – Days like this
Virginia Woolf – A mark on the wall
Richard Yates – Saying Goodbye to Sally
Banana Yoshimoto – Lizard
Stefan Zweig – Die Schachnovelle
Stefan Zweig – Brief einer Unbekannten

Meine Woche

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Gesehen: „Ich seh, Ich seh“ (2014) von Veronika Franz / Severin Fiala. Österreichischer Psycho-Thriller.  Schaurig-schöner Artfilm-Schocker.

Still the Water“ (2014) von Naomi Kawase. Leiser japanischer Coming-of-Age Film mit wunderschönen Bildern.

The Danish Girl“ (2015) von Tom Hooper. Verfilmung der Lebensgeschichte des dänischen Malers Einar Wegener der sich 1931 der erste Geschlechtsumwandlung unterzog.

Gehört: „Cello Bender“ – Tom and his Computer, „Miss you“ – Trentemøller, „Into the Woods“ – Olga Neuwirth, „Memorial“ – Russian Circles ft Chelsea Wolfe, „Who lived here“ – Hauschka, „As tears go by“ – Marianne Faithful, „Static on the Radio“ – Jim White

Gelesen: diesen Artikel über die Zukunft der Arbeit, dieses Interview mit Joanna Bryson zu Artifical Intelligence, über die Organisation der Digitalität, John Irving zeigt uns sein Toronto, über die tragische Geschichte hinter „The Danish Girl“, dieses Interview mit TC Boyle

Getan: das Trentemøller Konzert und den Bookclub besucht, mit Tokyo- und Bloggerfreunden lecker gegessen und spannende Gespräche geführt

Geplant: meine fette Erkältung wieder loszuwerden

Gegessen: Gemüse Jalfrezi und ein mega-leckeres Rote Beete/Süßkartoffel/Zucchini-Törtchen

Getrunken: Indian Pale Ale

Gelacht: Schluß mit arbeiten

Geärgert: über die späte Anwaltsrechnung

Gefreut: über die Entdeckung der Planeten im Trappist-1 System

Gewünscht: dieses Feuerleiter-Regal, die hängenden Jellyfish-Pflanzen, dieses Bild

Geklickt: auf die Pressefotos des Jahres, Oliver Sacks on ripe bananas und wie man tatsächlich behält was man lernt

Gekauft: eine neue elektrische Zahnbürste

Gefunden: nix

Gewundert: wie wir jemals unsere Feuermelder ausschalten sollen, falls die mal piepen bei 4m Deckenhöhe