Meine Woche

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Foto: https://www.instagram.com/tigramgros/

Gesehen: „Nosferatu“ (1979) von Werner Herzog mit Klaus Kinski. Sehr schöne Bilder und etwas gruseliger als erwartet, auch wenn Nosferatu stellenweise schon a bisserl unfreiwillig komisch ist. Ganz toller Soundtrack.

Fright Night“ (1985) von Tom Holland. Teenie-Horror der überraschend gut ist, auch gruseliger als erwartet und richtig gut.

Shin Godzilla“ (2016) von Hideaki Anno. Ich liebe Godzilla einfach und dieser hier ist auch noch eine herrliche Persiflage auf die japanische Bürokratie.

Gehört: „Bruder des Schattens“ – Popol Vuh, „Tristan und Isolde“ – Richard Wagner, „Resurface“ – end.user, „Wiseblood“ – Zola Jesus, „Stranded not Lost“ – VLMV, „Your Life“ – Andrea Gibson, „Enthralled by the Wind of Loneliness“ – Raison d’Etre, „Donuts“ – Mogwai

Gelesen: Selim Özdogan über die immer schmaler werdenden Pfade in die Literatur, Margarete Stokowski über gruselige Zeiten, dieses Interview mit dem Ökonomen Francis Fukuyama, dieses Interview mit Elizabeth Gilbert, The Reading Brain in the digital age, Lob des Lesens, The gay love story of the Moomins and Tove Jansson, Female code breakers who unmasked soviet spies, dieses Interview mit Fotografin Inge Feltrinelli und Neil deGrasse Tyson zu den Gefahren von Space Forces und Kriegen im Weltraum

Getan: einen Flug noch bekommen, den ich nach allen Gesetzen der Physik hätte verpassen sollen und einen Workshop in Dortmund gegeben

Geplant: das nächste Step Up Camp erfolgreich durchführen

Gegessen: Ramen

Gelacht: Straight teeth in under 60 seconds

Geärgert: über die falsch ausgeschilderte S1 die dann nicht zum Flughafen sondern nach Freising fuhr und dass ich an unserem Female Hackathon nicht teilnehmen konnte

Gefreut: auf das Yoga Retreat, dass wir an der Nordsee gebucht haben und über die Überraschungspost vom Hanser Verlag

Geklickt: bei dieser Frau kann Ikea einpacken – unglaublich, Relax Breathe and Let Go

Gewünscht: diesen Kleiderschrank, dieses Outfit (ohne die Schuhe), diesen Balkon

Gekauft: Bücher

Gestaunt: über diese chinesische Stadt, die einen künstlichen Mond erschaffen will

Gefunden: nix

Gedacht: Your assumptions are your windows on the world. Scrub them off every once in a while, or the light won’t come in (Isaac Asimov)

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Meine Woche

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Gesehen: „Les petits mouchoirs“ (Kleine wahre Lügen) mit der wundervollen Marion Cottilard – toller Film, sehr empfehlenswert. Macht Lust auf den nächsten Frankreich-Urlaub

Ex Machina“ Science Fiction Thriller von Alex Garland. Das Haus ist der absolute Wahnsinn. Der Film hat mir gut gefallen, ein dunkles Kammerspiel.

Gehört:  Janis And The Artists „Nightmare„, Rabia Sorda „Deaf„, The Crüxshadows „Marilyn My Bitterness„, The Birthday Massacre „Beyond„, X-Rx „Stage 2„, Aganoize „Staatsfeind

Gelesen: diesen Artikel aus der Paris Review über Tove Jansson, diesen Artikel im Forbes Magazin über die Einführung der Agile Prinzipien im Unternehmen, diesen Artikel in der Zeit über E. L. Doctorow

Getan: meine „Shaper“ Meetings erfolgreich losgekickt, eine Freundin nach ihrem Radl-Unfall im Krankenhaus besucht und in Köln das Amphi Festival besucht.

Gegessen: Johannisbeeren aber sonst wenig gescheits

Getrunken: Kölsch

Gefreut: wir haben den Balkon wieder schön

Geärgert: das der erste Festivaltag sturmbedingt draußen komplett abgesagt werden musste.

Gelacht: There are two kinds of people in the world. Morning People and People who wanna shoot Morning People.

Geplant: das Björk Konzert in Berlin nächste Woche besuchen

Gewünscht: dieses Regal, diese Schuhe, diese Hängematten

Gekauft: 2 Tshirts

Gewonnen: „Vampire sind unter uns“ von Mark Benecke – man darf gespannt sein 😉

Geklickt: diesen gerade entdeckten Essay von Charles Dickens

The Summer Book – Tove Jansson

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Tove Jansson ist die Autorin der berühmten Mumin-Kinderbücher und „The Summer Book“, ein skandinavischer Klassiker, ist eines ihrer wenigen Bücher, das sie für Erwachsene geschrieben hat. Jansson die zur schwedischsprachigen Minderheit in Finnland gehört und alle ihre Bücher auf schwedisch schrieb, verlor im Jahr 1972 ihre Mutter, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hatte. „The Summer Book“ ist ihre Art der Trauerbewältigung, die Geschichte eines Sommers, den eine ältere Künstlerin mit ihrer 6-jährigen Enkelin Sophia und deren Vater  auf einer winzigen Insel im Golf von Finnland verbringt.

Die Insel ist so klein, dass man sie in 4 1/2 Minuten umrundet hat und doch bietet sie dem Großmutter-Enkelin-Gespann eine unglaubliche Fülle an Abenteuern. Die Geschichte basiert auf Tove’s Nichte Sophie und ihrer eigenen Mutter Signe Hammarsten-Jansson, besonders schön, dass die Neuausgabe des Buches Fotos der echten Charaktere beinhaltet.

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„The Summer Book“ ist ein sehr leises, melancholisches Buch, das sich genauso anfühlt wie die ewig langen Sommer der Kindheit, auch wenn es nur knapp 170 Seiten hat. Ich bin selbst bei meiner Oma aufgewachsen und habe viele Parallelen gefunden, auch wenn meine Oma keine Künstlerin war. Die langen Sommer haben wir ähnlich verbracht. Unsere Insel war eine Mietwohnung mit Balkon, auch in 4 1/2 Minuten zu umrunden und doch voller Abenteuer.

“It’s funny about love‘, Sophia said. ‚The more you love someone, the less he likes you back.‘
‚That’s very true,‘ Grandmother observed. ‚And so what do you do?‘
‚You go on loving,‘ said Sophia threateningly. ‚You love harder and harder.”

Während Sophia mit ihrer Großmutter Skulpturen bastelt, haben wir im Hochsommer, wenn es auf dem Balkon nicht auszuhalten war, im kühlen Schlafzimmer gelegen und ich habe meiner Oma „Serengeti darf nicht sterben“ vorgelesen und anschließend haben wir Löwenbilder gemalt und fiktive Postkarten aus Afrika geschrieben.

“It was a particularly good evening to begin a book.”

Warum scheinen Großmütter immer irgendwie weiser zu sein als alle anderen? Ob Serengeti oder eine Wikingerinsel im finnischen Golf, unsere Großmütter waren tough, liebevoll, aber nicht sentimental. Oma-Enkelin-Gespanne auf Augenhöhe, die ganz klar die jeweils wichtigsten Menschen im Leben der anderen waren.

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Kindheits-Sommer fühlen sich ewig an, sind sie aber nicht. Sie sind trügerisch kurz, wie auch dieses Buch. Kindheit dauert nicht ewig und Großmütter leider auch nicht. Es ist ein großes Glück, bei einer starken, liebevollen Oma aufzuwachsen, die einem hilft zu werden, wer man ist oder sein möchte.

Ich wünsche diesem spröden, blauen, sonnigen Büchlein ganz viele Leser. Es ist ein tolles Leseabenteuer, nicht nur für rebellische Großmütter und deren Enkelinnen – versprochen! Und wenn man fertig ist mit „The Summer Book“ dann lest doch gleich im Anschluß noch ein paar Mumin-Geschichten, am besten spät abends so lange es noch hell ist, auf dem Balkon oder wer hat im Garten oder auf der Insel.

“Wise as she was, she realized that people can postpone their rebellious phases until they’re eighty-five years old, and she decided to keep an eye on herself.”

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Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel „Das Sommerbuch“ im Lübbe Verlag erschienen.

Happy 100th Birthday Tove Jansson

Mumins

Alle Mumins wünschen Tove einen wundervollen 100. Geburtstag 🙂 Ich liebe die Mumins, habe sie immer geliebt und werde sie immer lieben. Ich werde Ella Berthoud ewig dankbar sein dafür, dass sie mir im Rahmen meiner Bibliotherapie mit ihr beim Reading Weekend in Tilton House in Firle auch die Roman-Autorin nahe gebracht hat.

Tove war eine unglaubliche Frau und ihre Zeit immer voraus. Sie wurde am 9. August 1914 in Helsinki geboren und hat neben den Mumins noch eine Reihe Bücher für Erwachsene geschrieben, von denen ich besonders „Fair Play“ und „The Summer Book“ liebe, ein Buch über eine unkonventionelle Großmutter, die mit Sohn und Enkelin einen Sommer auf einer kleinen Insel im finnischen Meerbusen verbringt und mich sehr an meine Oma erinnert hat.

Auf einer solchen kleinen Insel hat sie selbst mit ihrer Partnerin, der Grafikerin Tuulikki Pietilä über 30 Jahre lang gelebt und dass, obwohl Homosexualität bis 1971 in Finnland strafbar war. Sie war eine Pazifistin die stets ihren Überzeugungen authentisch Rechnung getragen hat. Moomintroll und Little My werden als Selbst-Portraits der Autorin gewertet. Überhaupt sind die meisten Mumin-Figuren durch Menschen aus ihrem Umfeld inspiriert.

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Die Mumins machen heute eine Sommernachtsparty für ihre Erfinderin – die Mutter der Mumins 🙂 Happy Birthday Tove !