Meine Woche

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Gesehen: Lincoln – wirklich tolle Leistung von Daniel Day-Lewis, sehenswerter Film, aber sehr lang.
From Dusk till Dawn – bin wahrscheinlich der einzige Mensch der ihn bis dato nicht gesehen hat, aber dafür den Soundtrack besitzt – sehr cooler Film und ne quietsch junge Juliette noch ohne Licks und der kleene Quentin – süß 😉
Vaya con Dios – deutsches Road Movie mit hübschen Landschaftsaufnahmen und wunderschöner Musik

Gehört: Tu solus von Josquin des Prez, Johann Sebastian Bach – Matthäus Passion 57 und zur Vorbereitung aufs Konzert Karin Park „Hurricane“ und „Look what you’ve done“ und Tito & Tarantula’s „After Dark

Gelesen: dieses Interview mit Paul Auster aus dem Jahr 1985, diesen Artikel über Artifical Intelligence und diesen Artikel über Fantasy Fiction

Getan: Geburtstag gefeiert, jemandem zur anstehenden Weltreise Löcher in den Bauch gefragt, Streetart Radl-Tour durch München gemacht und mir spontan Handschuhe geliehen

Gegessen: Blumenkohlsteaks mit Salsa Verda – hmmmmm und leckere Pho

Getrunken: Golden Daquiri und Margarita – zum Glück KEINE polnische Rakete

Gefreut:  über das Ticket für den Siri Hustvedt Vortrag im Haus der Kunst und die Flasche Weisswange Old Tom Gin von Verrückt nach München und einen Photobox Gutschein von der wunderbaren Amy 🙂

Geärgert: hmm ärger ich mich zu wenig ? Mir fällt nix ein

Gelacht: über komplizierte Beziehungsstati

Geplant: Dortmund besuchen nächste Woche

Gewünscht: „The Girl in the Spider Web“ wenn es im August herauskommt, dieses Shirt und dieses Geschirr

Gekauft: Bücher für das Geburtstagskind

Gefunden: ein tolles Büchercafe

Geklickt: auf diesen Artikel von Ali Smith on the double edge of Muriel Spark und auf diese Live Recording von Haruki Murakami

Gewundert: wieviel ich ganz vergessen hatte und woran ich alles erinnert wurde beim Durchstöbern meiner Kiste aus den 90ern 😉

Meine Lieblinge (4)

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Endlich mal wieder eine Neu-Vorstellung aus der Reihe bibliophile Lieblinge des BingeReaders. Wäre ich noch, wie vor ein paar Jahren, ein Münchner Westend-Girl wäre mir das Lesecafe „Kunst und Textwerk“ in der Ligsalzstraße ganz sicher nicht so lange verborgen geblieben. So war mein zufälliger Besuch einer Verabredung im Bodhi zu verdanken, und meiner wetterbedingten verfrühten Anreise. Serendiptiy sozusagen, denn die Buchhandlung/Cafe/Antiquariat die ich beim Spazierengehen durchs Viertel dann entdeckte, ist wirklich vom Feinsten.

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Man betritt den Laden und fühlt sich irgendwie gleich ein wenig entspannter und ruhiger. Die Mischung aus Coolness und Eleganz dieses „Indie“-Buchladens mit spannenden auch mal abseits des Mainstreams angesiedelten Buchtiteln, haben ihn sofort zum Liebling werden lassen.

Ein freundlicher Ort mit einem Besitzer der Ahnung hat und Bücher wirklich liebt (ich habe eine sehr spannende Unterhaltung über Kinderbücher mitbekommen). Der Laden ist dreigeteilt. Im ersten sind Antiquariat und Cafe untergebracht, im mittleren Teil Kinder- und Jugendbücher und eine sehr schöne Auswahl an Graphic Novels, im dritten Teil Belletristik, ein kleines Regal fremdsprachiger Bücher und eine Sachbuch-Ecke.

Das gemütliche Cafe lädt nach dem Schmökern ein sich mit einem Koffein-Kick für den Alltag draußen wieder entsprechen zu rüsten oder man greift zu einer der vielen verschiedenen Limonaden. Ich glaube es gibt auch Kuchen, da ich aber zum Abendessen verabredet war, habe ich das nicht mehr auf dem Schirm.

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Sollte es Euch ins Westend verschlagen kann ich Euch einen Besuch nur wärmstens ans Herz legen. Das hier ist Bookshop Heaven. Natürlich kann man auch jedes Buch das nicht vorrätig ist bestellen, oder man spaziert einfach mit ein paar Neuentdeckungen unter dem Arm heraus.

Übers Wasser – Sylvia Plath

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Es fällt mir schwer, Sylvia Plath zu lesen, ohne immer wieder an ihren Selbstmord zu denken und ich hoffe, dass das nicht bedeutet, dass ich irgendwie überdurchschnittlich morbid bin oder so. Ich habe bisher nur „The Bell Jar“ gelesen und fand den Roman großartig und bei der kürzlich krankheitsbedingt in unserer Wohnung stattfindenden Buchmesse habe ich unter anderem diesen Gedichtband von Sylvia Plath vorgefunden.

Schon allein optisch macht der Band aus dem Luxbooks Verlag eine ganze Menge her, einfach wunderschön. Die Gedichte in dieser bewegenden Sammlung sind unerbittlich, schmerzhaft, roh, wunderschön aber auch messerscharf. Genial finde ich, dass die Gedichte in diesem Band in Deutsch und Englisch enthalten sind und ein riesengroßes Lob geht an Judith Zander für die grandiose Übersetzung.

Aber jetzt zu den Gedichten selbst: Ich mag Plaths brutale durchgeknallte Emotionalität. Jedes ihrer Gedichte hat seine ganz eigene Geschichte, die stets die Grenzen auszuloten scheinen zwischen hell und dunkel.

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Gewinnt ihr Werk durch das Wissen um ihre Biografie oder ist es viel mehr eher störend? Sicherlich sollte man sich davor hüten, jeden Satz und jedes Gedicht mit ihrem Leben zu verknüpfen, denn diese Gedichte sind kleine Juwelen für sich. Ich glaube, am besten man versucht zu vergessen, was man über die Autorin weiß, denn  Gedichte müssen frei sein. Aber es gelingt mir zu selten.

Auch wenn ich gelegentlich nicht den leisesten Schimmer hatte, worum es in dem jeweiligen Gedicht genau geht, ich habe mich einfach vom Rhythmus und der Stimmung mitreissen lassen.  Einfach drauf einlassen und geniessen.

Meine liebsten Gedichte waren „Crossing the Water“ und „Insomniac“.

Crossing the Water

Black lake, black boat, two black, cut-paper people.
Where do the black trees go that drink here ?
Their shadows must cover Canada.

A little light is filtering from the water flowers.
Their leaves do not wish us to hurry:
They are round and flat and full of dark advice.

Cold worlds shake from the oar.
The spirit of blackness is in us, it is in the fishes.
A snag is lifting a valedictory, pale hand;

Stars open among the lilies.
Are you not blinded by such expressionless sirens?
This is the silence of astounded souls.

Ich nähere mich noch dem Genre „Poetry“ – vorsichtig und zaghaft denn nirgendwo liegt für mich das Wow so nah neben dem „What the fuck“ 😉

Hier eine seltene BBC Aufnahme von Sylvia Plath die ihr Gedicht „A birthday present“ liest: