Stefan Zweig

Lassen wir uns nicht beirren durch alle Unvernunft und Unhumanität der Zeit,
bleiben wir dem zeitlosen Gedanken der Humanität treu – es ist nicht so schwer!
Überall können einige Menschen, die guten Willens sind, das Wunder vollbringen,
sich zu verstehen // Stefan Zweig, 1936

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Der wunderbare Topalian & Milani Verlag hat mit den beiden Novellen „Der Amokläufer“ und „Episode am Genfer See“ nach Buchmendel und die unsichtbare Sammlung wieder ein absolutes Schmuckstück auf den Markt geworfen.

In Meyers Konversations-Lexikon aus dem Jahr 1888 heißt es dazu:

Amucklaufen (Amoklaufen, vom javan. Wort amoak, töten), eine barbarische Sitte unter mehreren malaiischen Volksstämmen, zum Beispiel auf Java, besteht darin, dass durch Genuss von Opium bis zur Raserei berauschte, mit einem Kris (Dolch) bewaffnet, sich auf die Straßen stürzen und jeden, dem sie begegnen, verwunden oder töten, bis sie selbst getötet oder doch überwältigt werden.“

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubte man, dass Amokläufer nur im Vollrausch ihre Tat begingen.

Die Geschichte in „Der Amokläufer“ dreht sich um die plötzliche heftige Leidenschaft eines deutschen Arztes, der in einer holländischen Kolonie in Asien arbeitet für eine schöne englische Frau, die ihn um einen sehr speziellen Gefallen bittet.

Die irre Besessenheit und die verzweifelte Suche nach einer Lösung für das Problem der jungen Frau (nachdem er sie zunächst versuchte sie sexuell zu erpressen), ergeben eine sehr dramatische Dynamik der Geschichte, die der Arzt einem Passagier während einer transatlantischen Seereise erzählt. Er arbeitete als Arzt in Indonesien, fühlt sich dort aber gefangen „wie die Spinne im Netz“. Das Auftreten einer Frau und ihre kühle Überlegenheit reißen ihn aus seiner Lethargie. Er dreht völlig durch und verfolgt die Frau wie ein Amokläufer…

Foto: Topalian-Milani Verlag

„Nur Leidenschaft, die ihren Abgrund findet, läßt deine letzte Wesenheit entbrennen, nur der sich ganz verliert, ist sich gegeben.“

„Der Amokläufer“ wurde 1944 in Mexiko verfilmt. Ich habe einen Ausschnitt aus dem Film gefunden, allerdings ohne Synchronisation:

Was „Der Amokläufer“ und die Geschichte „Episode am Genfer See“ miteinander verbindet, ist das Motiv des Selbstmordes. Ein sensibles Thema, zumal wenn man an Zweigs eigenen Freitod im Jahr 1944 denkt.

Vielleicht hat mich auch deshalb die zweite Geschichte noch mehr berührt, mit ihrem autobiografischen Einschlag. Sie handelt von einem russischen Soldaten, der verzweifelt versucht, nach Hause zu kommen. Urplötzlich treibt er in einem Boot auf dem Genfer See und wird dort von einem Fischer an Land gebracht. Der Mann landet in einer kleinen Dorfgemeinschaft – die ihn schnell loswerden will. Es kommt zu einem dramatischen Verlust von Mitmenschlichkeit und Leben.

Er spricht nur eine allen unverständliche Sprache und es dauert eine Weile, bis ein früher im Ausland lebender Gasthof-Besitzer diese als russisch identifiziert und es ihm gelingt, ihm zumindest rudimentär mitzuteilen, dass der Krieg noch immer andauere und es erst einmal keine Möglichkeit für ihn gibt, nach Hause zurückzukehren.

„Ein Protokoll wurde über den Vorfall aufgenommen und, da man den Namen des Fremden nicht kannte, ein billiges Holzkreuz auf sein Grab gestellt, eines jener kleinen Kreuze über namenlosem Schicksal, mit denen jetzt Europa bedeckt ist von einem bis zum anderen Ende.“

Zweigs Schreibstil ist wahnsinnig elegant, anschaulich und leicht und es verwundert nicht, dass er sehr genau wusste wie man über Verlust, Liebe und Ausweglosigkeit schreibt.

Die wunderschönen Bilder der Novellen stammen von dem Oldenburger Grafiker Michael Hahn.

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Auch die Büchergilde lässt sich nicht lumpen, wenn es um illustrierte Zweig Novellen geht und legt mit „Der Zwang“ ein überaus schönes Exemplar vor. Gelegentlich sind die Büchergilde und ich nicht so kompatibel, was Illustrationen angeht, aber das hier war endlich mal wieder ein Volltreffer.

Ohnehin gehört Zweigs „Der Zwang“ aus dem Jahr 1920 zu einer seiner besten Kurzgeschichten. Es geht darin um Ferdinand, einen Künstler, der in die Schweiz geflohen ist, um dem Kriegsdienst zu entkommen. Als er aber auch dort gefunden wird und ihm seine Einberufungsdokumente zugestellt werden, spürt er einen unüberwindbaren Zwang zu gehorchen, sehr zum Entsetzen und Abscheu seiner Frau.

„Ich weiß es nicht. Vielleicht weil der Wahnsinn jetzt in der Welt stärker ist als die Vernunft. Vielleicht weil ich kein Held bin, eben deshalb wage ich nicht zu fliehen … Man kann das nicht erklären. Es ist irgendein Zwang: ich kann nicht die Kette zerbrechen, die zwanzig Millionen Menschen erwürgt. Ich kann nicht.“

Das amtliche Schreiben übt einen Zwang auf ihn aus, der seine Ehe, seine Freiheit, sein Leben bedroht. Ein Kampf gegen die eigene Feigheit und die Macht militärischer Autorität beginnt. Die Erstausgabe von Zweigs Der Zwang erschien 1920 und der Künstler Frans Masereel, engagierter Kriegsgegner, fertigte für den pazifistischen Text Holzschnitte an. Die Künstler verband eine Freundschaft, die sich neben gegenseitiger Bewunderung der künstlerischen Fähigkeiten auch auf persönlicher Ebene entwickelte.

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Foto: Büchergilde

Die Spannungen, die sich durch Ferdinands Pflichtgefühl auf der einen Seite und seine pazifistischen Überzeugungen ergeben, sowie die Liebe zu seiner Frau sind auf jeder Seite dieser kurzen Novelle spürbar. Die Holzschnitte scharfkantig und bedrohlich.

Die Geschichte ist voller Spannung, Melancholie und hat – mit Ferdinand – den wohl  romantischsten und emotionalsten Protagonisten, den Zweig je geschaffen hat.

„Frei schwang sich ihr Herz in die ewige Freiheit der Dinge, erlöst von der Wirrnis der Worte und der Menschen Gesetz.“

Wer von Stefan Zweig gar nicht genug bekommen kann, dem empfehle ich diesen Beitrag über seine Meistererzählungen

Zwei Bücher, die ich euch unbedingt ans Herz legen möchte. Man kann einfach nie genug Stefan Zweig lesen und mit diesen beiden Bänden habt ihr zusätzlich noch ein paar wirkliche Schmuckstücke im Regal stehen.

Gothic! – Part 2

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Weiter geht es im zweiten Teil der Gothic Parade mit Elizabeth Gaskell, die man sonst eher als Vertreterin des Realismus kennt, wie z.B. in ihren bekannten Romanen „North and South“ oder „Wives and Daughters“. Erfreulicherweise hatte sie aber auch eine ausgeprägt düstere Seite, der sie in den hier vorliegenden „Gothic Tales“ freien Lauf gelassen hat.

Diese neun schaurigen Geschichten vermischen Realistisches mit Übernatürlichem zu einer wohlig gruseligen Mischung. In „Disappearances“ ließ sich Gaskell von lokalen Geschichten und Zeitungsberichten über geheimnisvolle Fälle von verschwundenen Menschen inspirieren, in denen sie auf ihre ganz eigene Weise Tratsch und Fakten miteinander vermischt.

„The Old Nurse’s Story“ ist eine Geistergeschichte um ein mysteriöses kleines Mädchen, das durch die eisigen Moore Northumberlands streift und in „The Poor Clare“ haben wir es mit einer durch und durch bösen Doppelgängerin zu tun.

„Leave me!“ said she, suddenly, and again taking up the cross. „I defy the demon I have called up. Leave me to wrestle with it!“

Ich habe das Buch gar nicht weglegen können, diese wunderbar atmosphärischen Geschichten sind ein großer Lesespaß für alle Gothic Freunde und stehen in krassem Gegensatz zu ihrer sonst sehr realistisch bodenständigen Literatur.

Ich mag die Einführungen in den Penguin Classics Ausgaben grundsätzlich sehr gerne, diese hier, von Laura Kranzler, war ganz besonders interessant und informativ. Sie zeigt die dunkle Unterseite weiblicher Identität, in häuslicher Umgebung und im Gegensatz zu männlicher Autorität. Ich würde mir wünschen, solche Einführungen wären auch in deutschen Ausgaben häufiger zu finden, für mich sind sie definitiv eine wichtige Kaufentscheidung.

 „The sins of the fathers shall be visited upon the children.“

Auf Deutsch sind Erzählungen von Elizabeth Gaskell im Manesse Verlag erschienen, die zumindest einige der „Gothic Tales“ enthalten. Sie sind aber leider nur antiquarisch zu bekommen.

„Lois the Witch“ schließlich ist eine Novelle, die auf den Hexenprozessen in Salem basiert, was perfekt zu meinem nächsten Buch passte.

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Der amerikanische Klassiker schlechthin. Nathaniel Hawthorne rechnet hier scharf mit den Puritanern ab, er selbst ändert schuldbewußt seinen Nachnamen von Hathorne in Hawthorne, um sich damit von seinem Vorfahr John Hathorne zu distanzieren, einem der Richter in den Salem-Prozessen und der einzige, der sich nie öffentlich entschuldigte, Reue zeigte oder sich in irgendeiner Form von seinem Tun im Rahmen der „Hexen“-Prozesse und Verbrennungen distanzierte.

Es braucht ein bisschen, bis man in den Roman hineinfindet, die Sprache und der Stil sind etwas schwierig. Wenn man aber drin ist, dann ist das eine wirklich spannende Geschichte, auch wenn der Plot sich fast ein wenig nach Soap Opera anhört.

Der Roman ist eines der einflussreichsten Werke über die Puritaner und eines der ersten, der eine Frau wirklich in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Die Geschichte beginnt etwas langatmig in halb-biografischer Manier damit, wie der Autor als Inspektor im Zollhaus in Salem/Massachusetts an die wahre Geschichte der Hester Prynne gekommen ist.

Der eigentliche Roman beginnt damit, dass Hester Prynne durch die Gefängnistür tritt, auf dem Weg zum Pranger, wo sie öffentlich vorgeführt werden soll. Sie trägt das titelgebende „A“ auf der Brust, mit dem man sie als „Adulteress“, also als Ehebrecherin markiert. Im Arm hält sie die kleine Pearl, ihre in Sünde geborene Tochter. Hester weigert sich, den Namen ihres Partners preis zu geben, selbst als ihr wesentlich älterer Ehemann nach Jahren der Abwesenheit in Salem ankommt. Er nennt sich jetzt Roger Chillingworth (grandioser Name), der als Arzt unfreiwillig ein paar Jahre bei den Indianern verbrachte. Er setzt es sich zum Ziel, den Namen seines Rivalen herauszubekommen, um sich an ihm gebührend zu rächen.

Die dritte Figur ist Arthur Dimmesdale, ein  bekannter und beliebter Prediger der Gemeinde, der keine Gelegenheit verpasst, Hester zu verteidigen und der an einer mysteriösen Krankheit zu leiden scheint, die ihn langsam aber sicher dahinsiechen lässt.

„The Scarlet Letter“ spielt im Jahr 1642 und enthält eine Reihe historischer Persönlichkeiten und Bezüge zu realen Ereignissen, mit denen Hawthorne versuchte, die Geschichte realistischer erscheinen zu lassen. Obwohl der Roman nur etwas über zweihundert Seiten lang ist, beschreibt er eine Zeitspanne von etwa sieben Jahren, in der die stoische und ziemlich isolierte Hester stolz ihre Scham erträgt und sich nach und nach wieder in die Gemeinde zurückarbeitet. Da wir es hier mit einer puritanischen Gemeinde zu tun haben, drückt sich das darin aus, dass die Gemeindemitglieder Hester nun etwas weniger böse angucken als vorher. Wirklich integriert wird sie nie wieder.

Hawthorne schafft es sehr gut, ein lebendiges Bild des alten puritanischen Salem auferstehen zu lassen. Mit Hester schuf er eine großartige stolze proto-feministische Protagonistin, die sich wenig darum schert, was andere von ihr halten.

Mein größtes Problem mit der Geschichte ist, wie Hawthorne darin insistiert, dass Dimmesdale gleichermaßen leidet wie Hester. Zum einen an seiner immer stärker auf ihm lastenden Schuld und zum anderen unter Chillingworths Racheplänen. Das halte ich für Unsinn. Als würde er genau so viel leiden, wie eine Frau, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird, die ein Kind alleine großziehen muss und die stets und ständig die strafenden, überheblichen Blicke in der Gemeinde ertragen muss.

Es scheint, das einzig Pearl, die so oft als „demon offspring“ bezeichnet wird, in der Lage ist, die Scheinheiligkeit ihres Vaters zu durchschauen:

„What a strange, sad man is he!“ said the child, as if speaking partly to herself. „In the dark nighttime he calls us to him, and holds thy hand and mine, as when we stood with him on the scaffold yonder! And in the deep forest, where only the old trees can hear, and the strip of sky see it, he talks with thee, sitting on a heap of moss! And he kisses my forehead, too, so that the little brook would hardly wash it off! But, here, in the sunny day, and among all the people, he knows us not; nor must we know him! A strange, sad man is he, with his hand always over his heart!“

Hawthorne hat zeitlose Themen wie Schuld, Scheinheiligkeit und fundamentalistisches Denken in eine spannende Geschichte verpackt, mit einer Protagonistin, die man nicht so schnell vergisst. Ganz zurecht ein großer Klassiker.

Auf Deutsch erschien das Buch unter dem Titel „Der scharlachrote Buchstabe“ im DTV Verlag.

Ich möchte mir auch unbedingt die Verfilmung aus dem Jahr 1995 mit Demi Moore anschauen:

Mein letztes Buch aus dieser kleinen Gothic-Reihe stammt ebenfalls von einem großen Vertreter der deutschen romantischen Klassik:

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Friedrich von Schillers einziger Roman (oder doch eher Novelle?) „Der Geisterseher“ ist ein experimentelles, unvollständiges Werk. Die titelgebende als auch die anderen Erzählungen in diesem Band haben alle einen recht dramatischen Plot und häufig opernhafte Settings.

Der Geisterseher handelt von einem reichen, jungen Prinzen und seinem loyalen Gefährten, die sich in Venedig aufhalten. Dort treffen sie auf einen mysteriösen maskierten Armenier, der ihnen eine seltsame Prophezeiung macht. Als diese tatsächlich eintrifft, entwickelt die rätselhafte Figur einen starken finsteren Einfluss auf den jungen Prinz. Der Armenier bringt diesen mit immer dunkler werdenden Formen der Magie in Berührung und es wird zunehmend unklarer, was wirklich passiert und was sich nur in der Vorstellung des Prinzen abspielt. Oder ist alles am Ende nur ein großer Betrug?

Es gibt viele Gründe, warum Freunde der düsteren Lektüre zu diesem kleinen Juwel greifen sollten, nicht zuletzt, weil dieser Roman der Ursprung für das Genre der Schauerliteratur in Deutschland war. Für einen unvollendeten Roman war dieser sehr einflussreich. Es gab nicht nur unzählige Schriftsteller, die die Geschichte beendeten, er ist auch einer der ersten Romane, die in Venedig spielten und der im Genre des Schauerromans eine eigene Unterkategorie gründete – und zwar die des Geheimbundromans. Seien es die Geheimbünde auf der einen oder Venedig als geheimnisvolle Location auf der anderen Seite, „Der Geisterseher“ hatte großen Einfluß auf Autoren wie E. T. A. Hoffmann, Daphne du Maurier oder auch Thomas Mann.

Damit beende ich jetzt erst einmal diese Gothic Reihe, es wird aber sicherlich nicht lange dauern, bis ich wieder Lust auf dunkel-düsteres Schauern bekomme.

Hier geht es zum Teil 1 der Reihe.

Habt ihr noch Empfehlungen für mich?

Book-a-Day-Challenge Day 16

 

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Today I would like to enthuse you for one of my favorite books „Orlando“ – the longest love letter and the history of literature.

It’s difficult to imagine who forward thinking Virginia Woolf was to come up with this gender-society-time-bending story of the young Duke Orlando who is Vita Sackville-Wests alter ego. Orlando tells the high spirited adventures of a poet who changes sex from man to woman and lives for centuries.

„But listen; suppose Orlando turns out to be Vita and it’s all about the lusts of your flesh and the lure of your mind … Shall you mind?“

Vita didn’t mind, she was in fact thrilled and who can blame her? Orlando is a story about the life and development of a human being striving to become liberated from the constructs of gender and social norms of any kind.

If you live in Munich or plan a visit you should find the time to pop into the Literaturhaus where they are currently showing an exhibition with photos inspired by Sally Potter’s movie „Orlando“ and which was curated by Tilda Swinton.

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Virginia Woolf described the writing of this book as taking holidays from being a writer and it is possibly her most lighthearted book.

Check out Vita’s love letters to Virginia in „Geliebtes Wesen„, Virginia Woolf’s famous feminist icon „A room of one’s own“ and the biographies of Vita and Virginia.

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Book-a-Day-Challenge Day 15

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After the audiobook „The Case of Charles Dexter Ward“ this was my first book I read by him and what a strange experience it is to encounter his nightmarish, eery universe. Lovecraft grouped his stories as follows: „There are my ‚Poe‘ pieces and my Dunsay pieces‘ and my Lovecraft pieces.“

  • Macabre stories (c. 1905–1920);
  • Dream Cycle stories (c. 1920–1927);
  • Cthulhu / Lovecraft Mythos stories (c. 1925–1935).

I was astounded by this novella and quite impressed by his bizarre imaginative plot. He has such a gift for enhancing the sense of dread that hangs over the story, it was quite impossible for me to stop reading.

“It was as if these stark, nightmare spires marked the pylons of a frightful gateway into forbidden spheres of dream, and complex gulfs of remote time, space, and ultra-dimensionality. I could not help feeling that they were evil things—mountains of madness whose farther slopes looked out over some accursed ultimate abyss. That seething, half-luminous cloud background held ineffable suggestions of a vague, ethereal beyondness far more than terrestrially spatial, and gave appalling reminders of the utter remoteness, separateness, desolation, and aeon-long death of this untrodden and unfathomed austral world.”

So what is „At the Mountains of Madness“ (ATMOM) all about? A small group of a scientific expedition leaves into the mountain ranges of the Antarctic and there they discover the remains of a civilization that lived on earth million of years before mankind.

They eventually discover 14 specimens of a previously unknown species of life (having plant and animal qualities). Despite them being millions of years old 8 of the 14 specimens seem to be in nearly pristine condition. One of the group members provides the following description of these Elder Things:

Six feet end to end, three and five-tenths feet central diameter, tapering to one foot at each end. Like a barrel with five bulging ridges in place of staves. Lateral breakages, as of thinnish stalks, are at equator in middle of these ridges. In furrows between ridges are curious growths–combs or wings that fold up and spread out like fans which gives almost a seven-foot wing spread. Arrangement reminds one of certain monsters of primal myth, especially fabled Elder Things in the Necronomicon.

When Dyer (the narrator) and the remaining members of the party suddenly lose contact with the expedition, they fly to the out to investigate and what they find is… a living nightmare but I’m not going to say much more but be sure there investigations into what happened to the group leads you right into HP Lovecraft wonderful and terrifying nightmare.

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Lovecraft was most probably influenced by Edgar Allan Poe’s ending of the novel „The Narrative of Arthur Golden Pym from Nantucket“ and some real polar expeditions and managed to create his own uncanny eerie world.

This is definitely not my last story by H. P. Lovecraft and I’m sure there must be tons of movies that are based on his story so if you are looking for me, I might be down a deep and dark rabbit hole…

What have you read by H. P. Lovecraft? Any recommendations?

For more chills and nightmares check out Edgar Allan Poe’s „The Fall of the House of Usher and other selected writings“ or Mary Shelley’s „Frankenstein

 

 

Book-a-Day-Challenge Day 10

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Lord of the Flies is one of the most disturbing books I’ve ever read. It was certainly disturbing when I read it the first time and it still is. With a group of innocent schoolboys who are stranded on an island, the author portrays very realistically human behavior in an environment where civilization no longer has any meaning. At the rate we are going at the moment, this might were we are heading.

The book was published in 1954 at the time Britain faced the harsh reality which the country blissfully ignored before that it is not, actually the centre of the universe. The British Empire was actually  transgressing the freedom and the rights of other human beings. In the past British colonialism was often justified in a very self-righteous way to educate and modernise foreign „savages“. So this book was somehow an interesting deconstruction of white, Western supremacy.

There is of course a lot of racism in this book which makes modern readers often cringe.  You have Ralph who is presented pretty much from page 1 as the perfect white, blonde and blue-eyed guy from a private school.  I hope I’m not mistaken that I always saw it as Golding challenging the idea that the savages are the dark-skinned, uneducated people from rural areas who need to be rescued by superior western whites. I thought Golding was trying to show us how these private school boys with silver spoon up their arses are in no way better than the so called savages.

“I agree with Ralph. We’ve got to have rules and obey them. After all, we’re not savages. We’re English; and the English are the best at everything. So we’ve got to do the right things.”

The scary thing about story is how real it feels. The Lord of the Flies is brilliant dystopian fiction with a bunch of very real human characters that show you what might happen when they are thrown into a desperate situation. The line between humans and monsters gets very blurry. Golding shows us that we are not so far away from our primal nature and that it needs only some difficult situation and a little push to wake our darker side.

The story itself can sometimes be a bit confusing, many of the children don’t have distinct personalities, and little character development.

But if you want to read a really good book and are not afraid of being haunted by it for a while after you finish it, this is your book either to read it for the first time or a re-read after some time.

The book was published in German as „Herr der Fliegen“ in Fischer Verlag.

Has anyone seen the movie that was made in 1990? Is it any good?

Eine Liebe Swanns – Marcel Proust

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Eine Liebe Swanns ist eine Liebeserklärung auf 300 Seiten, bei der man irgendwann merkt, dass das Objekt dieser Liebe überhaupt keine Wichtigkeit hat, nur das Lieben an sich ist wichtig.

Ich bin primär einmal froh, dass ich dieses Buch tatsächlich geschafft habe. Es war zu gleichen Teilen ein beglückendes Erlebnis aber auch wahnsinnig frustrierend.

Es ist der erste Teil – wenn ich mich nicht täusche – von Prousts Monumentalwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und kann als Novelle für sich stehen. Dennoch hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, mir fehle der Kontext.

Die Sprache ist natürlich wunderschön, da sind brilliante Sätze, aber ganz ehrlich – Swann ist ein ziemlicher Idiot. Das, was er Liebe nennt, hat für mich nicht wirklich etwas mit Liebe zu tun, es handelt sich eher um eine ungesunde Besessenheit, eine eifersüchtige, unehrliche, ja kranke Liebe.

Mich nervte, dass er von Odette nicht lassen konnte, dass sie beide dieses irrsinnige Spiel permanent weiterführen. Aber gut, dass ist wohl die Macht der Liebe, auch wenn es sich um eine ziemlich korrumpierte Form handelt. Menschen können sich auf abenteuerlichste Weise selbst hinters Licht führen und wenn sie genug Zeit haben, finden sie dennoch rationale Erklärungen für ihr Verhalten.

„Von allen Arten der Erzeugung von Liebe, von allen Wirkkräften zur Verbreitung der heiligen Krankheit, ist sicher dieser gewaltige Erregungssturm, der uns manchmal erfasst, eine der zuverlässigsten. Dann fällt das Los unweigerlich auf die Person, mit der wir im Augenblick gerade gern zusammen sind; sie ist es, die wir lieben werden. Es ist dabei gar nicht nötig, dass sie uns bis dahin mehr oder auch nur ebensosehr wie andere gefiel. Es musste nur dazu kommen, dass unsere Neigung für sie plötzlich ausschließlich wurde.“

Bewundernswert ist Prousts Gabe, die sozialen Feinheiten herauszuarbeiten, die Beschreibung des Salons der Verdurins und die vielen feinen Haarrissen gleichenden Brüchen in den Begegnungen der Salonbesucher, ihrer Konflikte, Geheimnisse und wie er vorsichtig und fast zärtlich ihre jeweiligen Schwächen herausarbeitet.

Proust, der Chirurg mit der Feder, spielt natürlich auch auf vielschichtige Weise mit der Macht der Erinnerung. Mal unabhängig vom berühmten Madeleine Beispiel, ist es in „Eine Liebe Swanns“ die Macht der Musik, die kaum versteckten Tiefen im Bewußtsein des Protagonisten freizulegen. Das Freisetzen von Erinnerungen durch die Kunst ist das eigentliche Herz dieser Geschichte.

Ich freue mich, endlich etwas von Proust gelesen zu haben, brauche jetzt aber dringend etwas Abstand vom „Fin de Siecle“, wobei so einen Salon hätte ich ja schon auch gerne 😉

Habt Ihr Proust gelesen? Wie war euer Leseerlebnis?

Zelda und F. Scott Fitzgerald

Kyra Stromberg – Zelda und F. Scott Fitzgerald

 

Zelda und F. Scott Fitzgerald waren das wahrscheinlich bekannteste Paar Amerikas in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Sie waren beide schön, berühmt und furchtlos. Er der Autor, der seinen Durchbruch schon in jungen Jahren machte, auch wenn die Kritiker ihn lange nicht ganz ernst nahmen.

Sie eine überaus ambitionierte Frau, die einen erfolgreichen Mann an der Seite haben wollte und selbst viel erreichen wollte. Zusammen waren sie ein rauschendes Paar, dass stets im Scheinwerferlicht stand und stehen wollte, sich aber alles andere als gegenseitig gut getan hat.

Zelda Sayre, die Tochter eines Richters aus Alabama, war eine junge Frau, die gleichfalls einiges an literarischem Talent mit sich brachte. Ihre Briefe, Tagebücher und ein Roman sind leider alles, was davon übrig geblieben ist. Zelda war Scott Fitzgeralds Muse und Inspirationsquelle  “I truly have married the heroine of my novels,” äußerte der Autor 1921 in einem Interview.

F Scott Fitzgerald meldete sich 1917 zum Militärdienst als Lieutenant, ihm wurde aber recht schnell klar, dass er nicht wirklich für’s Militär gemacht war. Während dieser Zeit schreibt er seinen ersten Roman „The Romantic Egoists“, der später unter dem Titel „This Side of Paradise“ veröffentlicht wurde. Der Roman wurde 1920 veröffentlicht, als F Scott 23 Jahre alt war. 1918 traf er Zelda auf einem Ball in der Nähe von Montgomery, Alabama. Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick und er bat sie schon nach kürzester Zeit um ihre Hand, sie lehnte jedoch ab. Um sie für sich zu gewinnen, beschloss er reich und berühmt zu werden.

Das allerdings stellte sich doch als schwerer als geplant heraus. Sein erster Roman fand keinen Verlag und er sah sich gezwungen, einen Job in einer Werbeagentur anzunehmen, wo er für 90 US$ im Monat Werbesprüche für Anzeigenkampagnen erstellte. Als er endlich einen Verlag fand und sein Roman veröffentlicht wurde, stellte er Zelda erneut einen Heiratsantrag und wurde dieses Mal tatsächlich erhöht.

Sie antwortet auf seinen Antrag:

Scott, my darling, Everything seems so easy and simple; this golden dawn. The fact I know I’ll be yours forever–that I belong to you–is truly liberating after all the tensions during the past month…. Waiting doesn’t seem so hard. I love you, my treasure…”

Hemingway war nicht der einzige Freund, der die Verbindung der beiden eher kritisch sah. Auch Alexander McKaig schrieb folgendes in sein Tagebuch:

“I visited Scott Fitz and his wife, a very dramatic, provincial Southern belle. She chews gum and shows her knees. I don’t think this marriage can last. Both of them get drunk. I think in a few years they’ll be divorced. Scott will write something important and die at the age of 23 in an attic…“Fitz should leave Zelda alone and stop chasing her…. The sad thing is that Fitz is completely overwhelmed by Zelda’s personality…. She’s the role model for all the feminine characters in his novels…”. Despite these critical remarks, even the author of the journal was eventually seduced by Zelda’s charisma: “She’s, without a doubt, the most beautiful and intelligent woman I’ve met”. Arriving in New York to be close to her husband, Zelda created quite a sensation among her husband’s acquaintances. The couple prospered, also thanks to Scott’s literary success.

1925 wurde „The Great Gatsby“ veröffentlicht. Mit dem Buch konnten sie erst einmal ihre Schulden zahlen. Die Kritiken waren anfangs alles andere als glorreich. Um die ständig steigenden Schulden zu begleichen, wanderten die Fitzgeralds nach Europa aus und Scott schrieb vorwiegend gut verkäufliche Kurzgeschichten am Fließband. Sein Freund Hemingway gibt ausschließlich Zelda die Schuld an der finanziell desaströsen Lage, dass Fitzgerald auf dem Weg war, ein Alkoholiker zu werden und er sein großes Talent an Kurzgeschichten verschleudert. Hemingway schreibt in einem Brief über Fitzgerald „He represents the greatest tragedy of a talent in our cursed generation”.

Zelda wußte, wie sehr Hemingway sie verabscheute und unterstellte den beiden ein homoerotisches Verhältnis, was beide jedoch vehement abstritten. Sie versuchte zunehmend, als eigenständige Künstlerin wahrgenommen zu werden und litt darunter, sich als Fitzgeralds persönliche Flappergirl-Muse zu fühlen, deren Exzentrismus als Vorlage in ihrem Tagebuch wohlgelitten war, ihn in seiner Ehefrau jedoch zunehmend störten. Sie stritten regelrecht, wem die Erinnerungen in Zeldas Tagebuch gehörten und er verbot ihr, diese in eigenen Texten zu verwenden.

1929 war kein gutes Jahr für das Paar. Scott kam nur langsam mit seinem vierten Roman voran, was seine Depressionen weiter verschlimmerte. Er hat das Gefühl nach dem „Gatsby“, fast 50 Kurzgeschichten, Artikeln und Filmvorlagen leer geschrieben zu sein. Dazu kommt das ausufernde Partyleben in exklusiven sozialen Zirkeln, das viel Kraft kostet. Zelda kämpft zu dieser Zeit mit eigenen psychologischen Problemen und versucht sich stärker in die Kunst zu stürzen. Sie veröffentlicht ebenfalls einige Kurzgeschichten, einige wurden in beider Namen veröffentlicht, sie muß jedoch hinnehmen, dass die Geschichten deutlich mehr Geld einbringen, wenn sie von Scott alleine unterzeichnet sind. 1930 lebt sich das Paar immer weiter auseinander. Zelda isoliert sich zunehmend in ihrer eigenen Welt und benimmt sich aus Scotts Sicht seltsam.

Sie ist eine begnadete Tänzerin, nimmt Unterricht bei der berühmten Madame Egrova, diese ist beeinduckt von ihrem Talent, ist aber der Meinung sie habe zu spät begonnen ernsthaft zu tanzen und sieht keine Chance, dass Zelda eine professionelle Tänzerin wird. Dennoch gibt sich sich einem erschöpfenden Training hin, das achtstündige Training hätte wohl auch eine wesentlich jüngere Frau erschöpft. Sie wollte nicht mehr nächtelang mit Scott um die Häuser ziehen und Parties feiern. Scott war wütend über ihren Mangel an Aufmerksamkeit, ihre Obsession mit Madame Egrova und geht weiterhin alleine auf Sauftouren und Parties. Ihre Streitereien werden zunehmend heftiger, auch weil Zelda nicht mehr die Rolle des gehorsamen Flapper Girls spielen wollte, aus deren Leben und Tagebucheinträgen Scott sich das Material für seine Bücher und Kurzgeschichten holte.

1932 verschlechtert sich ihr Zustand und sie kann auch nicht mehr für die gemeinsame Tochter sorgen. Ihr einziger Roman „Save Me the Waltz“ wird noch im gleichen Jahr veröffentlicht. 1934 jedoch wird sie nach einem Nervenzusammenbruch in eine Klinik in der Nähe von Baltimore eingewiesen.

Das war der Anfang vom Ende. Zelda sollte bis zu ihrem Lebensende immer wieder längere Aufenthalte in psychiatrischen Einrichtungen haben. Scott und Zelda bleiben bis zu ihrem jeweiligen Lebensende freundschaftlich miteinander verbunden. Scott versucht sein Glück in Hollywood, wo er recht erfolglos Drehbücher schreibt. 1940 stirbt Scott ganz plötzlich an einem Schlaganfall mit nur 44 Jahren. Er hinterlässt den unvollendeten Roman „The Last Tycoon“.

Der Autor wurde diskret und ohne große öffentliche Anteilnahme beerdigt, nur von ein paar engen Freunden begleitet. Nur 8 Jahre später stirbt Zelda bei einem Feuer in der Klinik, in der sich Zelda zu diesem Zeitpunkt aufhielt.

Die beiden bleiben jedoch für immer das goldene Paar der zwanziger Jahre. Auf dem Grabstein stehen beide Namen: F. Scott Fitzgerald und Zelda Sayre. Die Getrennten endlich vereint? Das versöhnliche Bild erscheint gewagt. Vielleicht ließe sich vorsichtiger daraus lesen: Zwei Unvereinbare, deren Verbindung sich nie auflöste.

Die Grabinschrift ist der letzte Satz aus dem „Großen Gatsby“. Sie gilt für beide: „So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom – und treiben doch stetig zurück, dem Vergangen zu.“

F. Scott Fitzgerald – The Last Tycoon

Ich bin nicht sicher, warum dieses Buch von ihm mich derart mitgenommen hat. Das hätte doch „The Great Gatsby“ sein sollen, den ich natürlich auch sehr mochte. Ich werde das Gefühl nicht los, dieses Buch hätten den „Gatsby“ überflügelt, wenn er die Chance gehabt hätte, es fertig zu stellen.

“These lights, this brightness, these clusters of human hope, of wild desire—I shall take these lights in my fingers. I shall make them bright, and whether they shine or not, it is in these fingers that they shall succeed or fail.”

Dieser Roman ist selbst in seiner Unfertigkeit wunderbar subtil und aufrüttelnd. Die Charaktere sind ein bisschen so, wie die aus dem „Gatsby“ hätten sein können. Fitzgerald behandelt seine Frauenfiguren und Minderheiten deutlich besser als in seinen anderen Werken.

Die Geschichte spielt in Hollywood in den 1930er Jahren und Hollywood ist genauso glamourös und halbseiden wie die Parties im „Great Gatsby“ und wie Fitzgerald auch schreibt, eine notwendige Ablenkung vom Krieg der immer stärker heraufzuziehen drohte.

“People fall in and out of love all the time. I wonder how they manage it.” 

Der Protagonist dieses Romans, Monroe Stahr, unterscheidet sich von denen aus seinen anderen Protagonisten. Star ist ein hart arbeitender Mann mit einem selbstgenügsamen Charakter. Er ist kein Playboy, sondern ein überaus talentierter Produzent, der oft rund um die Uhr an den schwierigsten Aufgaben arbeitet, auch um den Gedanken an den Tod seiner Frau zu entfliehen. Schon damals wurde in solchen Fällen Benzedrine geschluckt, wenn einfach noch keine Zeit zum schlafen war und Stahr scheint ebenfalls überwiegend von Dorgen und Kaffee gelebt zu haben.

Die Atmosphäre Hollywoods ist unglaublich lebendig eingefangen. Die Liebesgeschichte(n) sind weitestgehend zweitrangig. Dies ist überwiegend ein Buch über die Industrie und die mächtigen Männer, die sie dominieren. Die Probleme zu dieser Zeit waren hauptsächlich der aufkommende Kommunismus, die Zensur, die Gewerkschaften  und die knappen Studio Budgets. Es war eine Zeit, in der der Durchschnittsamerikaner noch so unter den Nachwirkungen der großen Depression zu leiden hatte, das ein Kinobesuch einen fast unmöglichen Luxus darstellte. Klassenunterschiede waren zu der Zeit noch deutlich spürbarer und die Reichen hatten häufig Angst vor einem Aufstand der Arbeiterklasse.

Stahr ist einer der letzten „Prinzen Hollywoods“, die den Studios Millionen einbringen und dessen Entscheidungen stets Erfolge nach sich ziehen. Als während eines Erdbebens Wasser in eines der Studios eindringt, erblickt er plötzlich zwei Frauen, die auf dem Kopf der indischen Göttin Shiva (Bühnendeko) sitzen und an ihm vorbeifließen. Eine der beiden Frauen sieht exakt aus wie seine verstorbene Ehefrau. Es ist der Beginn einer Liebesgeschichte, die ihn am Ende zerstören wird.

Einer der besten Romane, der über Hollywood je geschrieben wurden, der auf Fitzgeralds eigenen schmerzvollen Erfahrungen als Drehbuchschreiber basiert. Es war richtig gehend schmerzhaft, den Roman zu lesen, mit dem Wissen, dass Fitzgerald ihn nie beenden konnte.

Oh man Fitzgerald, wenn Du doch nur ein einziges weiteres Jahr gelebt hättest.

Darf es noch ein bissl mehr sein von den fulminaten Fitzgeralds? Dann hätte ich hier noch etwas von Zelda: „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ und hier noch etwas von F. Scott, der berühmte „The Great Gatsby

Book-a-Day Challenge – Day 11

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Everybody knows and loves Jane Eyre, but not many people have even heart of Villette. Todays novel is Charlotte Brontë’s astonishing autobiographical novel of one woman’s search for true love.

Lucy Snow is travelling from England to find employment in the small belgish town of Villette in a girl’s boarding school. She has neither friends nor family and has a pretty hard time in the boarding school at first having never taught before and keeping her self-posession in the face of snobbish and unruly pupils is pretty difficult for her. The headmistress Madame Beck is also not exactly the ideal picture of a kind and warm person which makes it difficult for Lucy to settle in.

“Stone walls do not a prison make, Nor iron bars–a cage, so peril, loneliness, an uncertain future, are not oppressive evils, so long as the frame is healthy and the faculties are employed; so long, especially, as Liberty lends us her wings, and Hope guides us by her star.”

She also has to deal with her own complex feelings. First she is in love (or so she believes) with the school’s English doctor but then falls for the strict authoritharian professor Paul Emanuel. Charlotte Brontë draws immensely on her own deeply unhappy experiences based on her time as a governess in Brussels. This autobiographical novel is the last book published during Charlotte Brontë’s lifetime. It is a strong and very moving study of loneliness, isolation and the pain of unrequited love. The novel is narrated by a strongwilled independent spirit who is incredibly resilient in the face of her difficult circumstances.

Lucy Snow is not as easily likeable as Jane Eyre and there are quite a few occassions were I just wanted to shake her when the pining was a bit too much for me. But in general I really loved this novel, loved it in spite of the many weird contrived coincidences, the unreliable narrator and it’s sparse plot. Lucy Snow is like Jane Eyre’s dark twin sister and the study of a the complex inner world of a really interesting person.

Charlotte Brontë (1816-55), was the eldest of the Brontë sisters. She was born in Thornton, West Yorkshire and Jane Eyre was first published in 1847 under her pen-name Currer Bell. The book was followed by Shirley (1848) and Villette (1853). In 1854 Charlotte Brontë married her father’s curate, Arthur Bell Nicholls. She died during her pregnancy on 31 March 1855 in Yorkshire. Her novel The Professor was posthumously published in 1857.

Virginia Woolfe is being quoted as having said that „Vilette is Emily Brontë’s finest novel“ and another high brow fan of the novel is George Eliot who said „I am only just returned to a sense of real wonder about me, for I have been reading Villette“

So follow the advise of these brilliant ladies and immerse yourself into this novel. You might want to accompany your reading with Wilkie Collins „The Woman in White“ for something else equally quintessentially british.

The Black Tulip – Alexandre Dumas

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Zweimal im Jahr erscheint mein heißgeliebter „Happy Reader“ aus dem Penguin Classics Verlag und als virtueller Bookclub wird gemeinsam ein Roman gelesen, der im folgenden Heft dann ausführlich besprochen wird. Das Buch für den Sommer 2018 war Dumas‘ „The Black Tulip“, der gelegentlich sein letzter großer Roman genannt wird und der stets im Schatten der deutlich berühmteren „Die drei Musketiere“ und „Der Graf von Monte Christo“ steht.

Wer das erste Kapitel übersteht, das etwas hölzern mit Einblicken in die niederländische Politik beginnt, wird mit einem verwegenen, spannenden Pageturner belohnt. Die Geschichte bietet einen ganzen Fächer an Themen, die Dumas wunderbar miteinander verbindet: Liebe, Mut, Ehrlichkeit und Neid.

Die Brüder Cornelius und Johann de Witt (hochrangige Politiker im damaligen Holland) werden des Hochverrats beschuldigt und des Landes verwiesen. Cornelius wurde gefoltert in der Hoffnung, er würde zugeben mit dem französischen König gemeinsam eine Verschwörung gestartet zu haben.

Was Cornelius weder getan hat, noch unter Folter gestand.

Er hat mit dem französischen König zwar korrespondiert, die Briefe waren aber harmloser Natur und Cornelius hinterlegte diese bei seinem Neffen Cornelius Baerle aus Angst, diese Briefe würden Anlass genug sein, ihn und seinen Bruder Johann aufs Schafott zu bringen.

Im Rückblick muss man sagen, wären sie doch nur so glücklich gewesen auf dem Schafott zu landen. Stattdessen wurden sie auf dem Weg ins Exil vom Mob auf der Straße aufgehalten. Dieser Mob, also die sogenannten braven Bürger von denen man das Obst, Gemüse und Brot kauft, bei denen man sich Kleider anfertigen lässt oder Schränke herstellen, die waren mit dem Urteil Exil nicht happy. Die wollten Blut und Köpfe rollen sehen. Durch finstere Machenschaften des William von Orange bekommt der Mob die Chance, die beiden Brüder in die Finger zu bekommen.

”And everyone wanted to strike a blow with a hammer, a sword or a knife, everyone wanted to have his drop of blood and tear off his scrap of clothing.
When the two bodies were thoroughly beaten, thoroughly dismembered, and thoroughly stripped, the mob dragged them naked and bleeding, to an improvised gibbet, where amateur executioners hung them up by the feet.”

Der gleichnamige ahnungslose Neffe Cornelius kümmert sich in der Zeit nichtsahnend um seine geliebten Tulpen, während ein böser neidischer Nachbar, der selbst kein Glück mit seinen Tulpen hat, ihm die Zuchterfolge nicht gönnt und ihn hinterrücks bei der Obrigkeit als Mitverschwörer verpfeift. Der arme Cornelius landet lebenslang hinter Gittern, gerade als er begonnen hatte, sich an einem Wettbewerb zu beteiligen, der einen großen Preis auslobte für den, dem es zuerst gelang, eine schwarze Tulpe zu züchten.

Die Geschichte dreht sich um den unglaublichen Mut und das Durchhaltevermögen des Cornelius van den Baerle bei der Verwirklichung seines Traums, eine schwarze Tulpe zu züchten. Er wird dabei von der mutigen und cleveren Rosa Gryphus unterstützt, der Tochter seines Kerkermeisters, in die sich Cornelius verliebt.

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Man mag nicht glauben, wie spannend das Schicksal von drei Tulpenablegern sein kann und wie sehr man mitfiebert in der Hoffnung, eine davon möge es schaffen und nicht dem neidischen Schurken Boxtel in die Finger geraten. Rosa gerät in einen Mahlstrom an Tulpen-Obsession, die man so seit dem Zerplatzen der Tulpenblase im Jahr 1637 nicht mehr gesehen hat. Sie liebt Cornelius und hilft ihm, wo sie kann, kann sich aber nie ganz sicher sein, ob sie nicht immer erst an zweiter Stelle nach seiner Liebe zu den Tulpen kommen wird.

“Sometimes one has suffered enough to have the right to never say: I am too happy.” 

Mir hat dieser dunkle, floristische, etwas blutige Thriller durchaus Spaß gemacht. Der schon zu Lebzeiten unglaublich berühmte Alexandre Dumas hat im Übrigen satte 650 Bücher geschrieben in jedem nur vorstellbaren Genre: Belletristik, historische Romane, Reisebeschreibungen, „True Crime“ und Kochbücher. Ich bin schwer beeindruckt…

Auf deutsch ist der Roman unter dem Titel „Die schwarze Tulpe“ im Belle Epoque Verlag erschienen.

Day 15 – The perfect Winter Read

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For today’s challenge „The perfect winter read“ I chose Anna Karenina. It has been years ago that I read it but it was the perfect setting. Travelling from Moskau to then Leningrad by train through the most wonderful winter landscape.

I remember the wonderful language, the hopelessness of the situation and Anna Karenina’s despair.The psychological finesse of Tolstoi is unique and it is impossible not to feel and often suffer with the characters.

Remember when Anna confesses to her husband that she is pregnant by her lover ?

Or when Anna realises her and Wronskis love is fading away:

„Die zwischen ihnen bestehende gereizte Stimmung hatte keine äußere Ursache, und alle Versuche einer gegenseitigen Aussprache dienten nicht zur Beseitigung dieser Stimmung, sondern im Gegenteil zu ihrer Verschärfung. Diese gereizte Stimmung kam von innen her und hatte bei Anna ihren Grund in dem Schwächerwerden seiner Liebe und bei Wronski in der Reue darüber, daß er sich um ihretwillen in eine so peinliche Lage gebracht habe, die sie ihm, statt sie ihm zu erleichtern, immer noch schwerer mache. Keiner von beiden sprach sich über den Grund seiner Gereiztheit aus; aber jeder von ihnen war überzeugt, daß der andere im Unrecht sei, und bemühte sich bei jedem Anlaß, es ihm zu beweisen. “

Should you ever travel to Russia don’t travel without Anna Karenina. It was a wonderful trip but incredibly cold –  I had to buy hand muffs and a hat which made me look quite Anna Karenina like. We walked over the the frozen Baltic Sea in St. Petersburg with Krim Sekt and I never felt more like being in the novel I’m currently reading than at that time.

What is your perfect Winter Read ?