Meine Woche

Gesehen: Tenet (2020) von Christopher Nolan mit John David Washington, Robert Pattinson und Elizabeth Debicki. Eine Reise durch die dunkle Welt der Spionage am Rande der Zeit und durch sie hindurch. Verwirrend aber unterhaltsam. Inception gefällt mir aber deutlich besser.

Station Eleven (2021) von Hiro Murai mit Mackenzie Davis und Himesh Patel. Verfilmung meiner liebsten Dystopie von Emily St. John Mandel, die die Geschichten der Überlebenden einer verheerenden Grippe erzählt, die versuchen, die Welt wieder aufzubauen und zu versuchen das Beste von dem bewahren, was verloren gegangen ist. Großartig.

Gehört: Hold me closer – Cornelia Jakobs, Intro to the Underpool – Emma Ruth Rundle, Hard to tell you – Warpaint, Ārōhaṇa – Glassbird, Anti-Glory – Horsegirl, The Sea – Kat Frankie, Melrose Meltdown – Suki Waterhouse, Ein Freund – Nichtseattle, Happy New Year – Let’s eat grandma, Boyfriend – Dove Cameron

Gelesen: Hannah Arendt is remembering W. H. Auden, The History of Cheese, dieses Interview mit dem Physiker Carlo Rovelli

Getan: den Botanischen Garten besucht, ESC geschaut, an der Isar spaziert und dann im Biergarten gesessen, einen fiesen Abszess überstanden und ein Leadership Training besucht

Gefreut: über das Kate Fansler Buchgeschenk und die Wahlergebnisse in Schleswig-Holstein und NRW

Geärgert: nö

Gegessen: Grüne Kritaraki Pfanne und jede Menge Erdbeeren

Geklickt: The world’s most wonderful private libraries

Gestaunt: über das riesige schwarze Loch mitten in unserer Galaxie, Scientists Discover Method to Break Down Plastic in Days, Not Centuries

Gelacht: warum heißt es Tzatziki und nicht Greecebrei

Gewünscht: einen York Ghost und mal in diesem Restaurant essen gehen

Gefunden: nix

Gekauft: eine Schlafbrille

Gedacht: Forever is composed of nows // Emily Dickinson

Meine Woche

Gesehen: The Batman (2022) von Matt Reeves mit Robert Pattinson und Zoë Kravitz. Großartiger dunkel-atmosphärischer Batman mit tollem Soundtrack. Hat mir sehr gefallen.

Fantastic Beasts: The Secrets of Dumbledore (2022) von David Yates mit Eddie Radmayne, Jude Law, Mads Mikkelsen. Mein erster Film aus diesem Universum, fand ihn sehr unterhaltsam.

Killing Eve (Season 4) von Sally Woodward Gentle mit Jodie Comer und Sandra Oh. Bin sehr gespannt, wie die Serie zu Ende geht und die beiden Ladies werden mir definitiv sehr sehr fehlen.

Gehört: Your power – Billie Eilish, Selo i Ludi – Live aus Charkiw, Highway to your heart – Lykke Li, Free – Florence & The Machine, Blue – Batts ft Sharon van Etten, Coffee – C’est Karma, Heart Attack – Editors, Mystical Spacetime Illusion – Patrick R. Pärk

Gelesen: Jonathan Haidt on why the past 10 years of American life have been uniquely stupid, Why Autocrats fear women, There is no such thing as junk food, dieses Interview mit Emily St. John Mandel und dieses mit Patrick McGrath, Five women writers on where they write und diesen Artikel über Co-Working auf dem Land

Getan: das Russian Circles Konzert besucht, gleich zweimal im Kino gewesen, mit lieben Freundinnen getroffen und viel gelesen

Gefreut: über den sich aktuell abzeichnenden Sieg von Macron

Geweint: über den nicht enden wollenden Terror in der Ukraine

Gegessen: Scones und Bœuf bourguignon

Geklickt: wie man mit einem Bamboo Stab Wände hochklettern kann, auf diesen Twitter Thread über das Nichts tun, auf diesen Twitter Thread zu unserer Gas-Abhängigkeit von Russland

Gestaunt: über diese Fotos von Beth Moon, über diese Anatomie App

Gelacht: Me: What could possibly go wrong?
Anxiety: I’m glad you asked

Gewünscht: nix

Gefunden: Bücher

Gekauft: eine Obstschale und ein Konzert-Tshirt

Gedacht: Although I am typically a loner in daily life, my consciousness of belonging to the invisible community of those who strive for truth, beauty and justice has preserved me from feeling isolated //Albert Einstein

Meine Woche

München Fantasy Filmfest 2022

Gesehen: The Cellar (2022) von Brendan Muldowny mit Elisha Cuthbert. Haunted-House-Horror mit mathematischen Elementen. Sehr atmosphärisch, hab ich sehr gerne gesehen.

Hatching (2022) von Hanna Bergholm mit Siri Solalinna. Finnischer Coming-of-Age-Horror. Großartig gespielt von Solalinna. Ziemlich abgedreht, hat zurecht Applaus bekommen am Ende des Films.

Leonardo – The mystery of the lost portrait (2018) von Luca Trovellesi Cesana. Doku über ein 2009 entdecktes bislang unbekanntes Portrait und die anschließende Untersuchung. Spannend.

Gehört: Meine Danger! High Voltage Liste, Cold Win Blowin – Marissa Nadler, Where the devil waits – Darkher, King – Florence + The Machine, Breathe – White Lies, Brainwash – Nils Frahm, My home is my heart – Get well soon, We are the same – Archive, Alaska – Jamie Dean

Gelesen: diesen Artikel über Emily St. John Mandel, Der Kapitalismus ist ein Humanismus, How to explain the Metaverse to your grandparents

Getan: ein sehr schönes türkisches Dinner mit lieben Freund:innen, einen sehr leckeren Sidney Poitier getrunken, das Fantasy Filmfest besucht, einen Zahnarztbesuch hinter mich gebracht, Tapas gegessen, Büroflächen angeschaut, zu wenig geschlafen und meine Bücherregale aufgeräumt

Gefreut: über gutes Feedback zu einem Text

Geweint: über die Gräueltaten in Butscha

Gegessen: Rote Linsen-Karottensuppe mit Kokosmilch

Geklickt: 100 questions to spark conversation & connection

Gestaunt: The Green Planet – BBC Earth

Gelacht: Ah, April 1st! The only day of the year that people critically evaluate things they find on the internet before accepting them as true

Gewünscht: dieses Poster

Gefunden: nix

Gekauft: nix

Gedacht: Don’t treat yourself in ways you wouldn’t treat others

The Glass Hotel – Emily St. John Mandel

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Vincent ist Barkeeper im Hotel Caiette, einem Fünf-Sterne-Palast aus Glas und Zedernholz auf einer Insel in Kanada. Jonathan Alkaitis arbeitet im Finanzbereich und ist Eigentümer des Hotels. Als er Vincent seine Karte inklusive Trinkgeld gibt, ist das der Beginn ihres gemeinsamen Lebens. Am selben Tag kritzelt Vincents Halbbruder Paul eine Notiz an die Fensterwand des Hotels: „Warum schluckst du kein zerbrochenes Glas?“

Leon Prevant wiederum ist Abteilungsleiter einer Firma namens Neptun-Avramidis, sieht die Notiz im Fenster von der Hotelbar aus und ist bis ins Mark erschüttert. Dreizehn Jahre später verschwindet Vincent auf mysteriöse Weise vom Deck eines Schiffes der Neptun-Avramidis. Die Geschichte bewegt sich zwischen dem gläsernen Hotel,  den Wolkenkratzern von Manhattan und der Wildnis im Norden von Vancouver Island hin und her, alles ist meineinander verwoben und es entsteht ein Bild aus Habgier und Schuld, Fantasie und Wahn, Kunst und den Gespenstern der Vergangenheit.

Wer sich fragt, ob „The Glass Hotel“ wie Emily St John Mandel’s vorheriger Roman Station Eleven ist, den möchte ich vielleicht warnen. Station Eleven ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und immer wieder mache ich den Fehler, in jedem ihrer folgenden Romane die gleiche Stimmung und Atmosphäre zu erwarten und werde jedes Mal wieder enttäuscht. ABER, was ich dafür in der Regel auf jeden Fall immer wiederfinde sind hervorragend geschriebene Romane, mit außergewöhnlichen Geschichten und Protagonistinnen.

“Memories are always bent retrospectively to fit individual narratives”

Vielleicht war es gut, dass ich aufgrund der Kurzbeschreibungen auf dem Buchrücken etwas ganz anderes erwartet hatte, weil vermutlich hätte ich ein Buch, das sich um die Finanzkrise 2008 und einen Ponzi-Scheme dreht, niemals in die Hand genommen.

“There is exquisite lightness in waking each morning with the knowledge that the worst has already happened.”

In einem Interview bemerkte St. Mandel das sie sehr von David Mitchells „Cloud Atlas“ beeinflußt wurde und das merkt man dem Buch definitiv an. Es fühlt sich an, als wären vier Bücher in einem einzigen verwoben worden. Das hat mich manchmal genervt, aber meistens fand ich es großartig.

Es gibt auch noch direktere Verbindungen. Charaktere aus Station Eleven tauchen hier wieder auf, und auch die Idee der Paralleluniversen findet sich wieder. Ich bin gespannt, ob sie wie Mitchell noch weiter mit Metafiktion experimentieren wird. Immer wieder taucht auf jeden Fall bei ihr das Thema des „Was wäre wenn“ auf: das melancholische Nachdenken darüber was hätte sein können, der Nachhall zwischen alternativen Realitäten, den Geisterversionen von alternativen Leben, die hätten sein können, wenn sie eine andere Wahl getroffen hätten.

Aus parallelen Welten entstehen parallele Geschichten, die sich klanglich unterscheiden, aber im Kern ganz ähnliche Kompositionen ergeben. Mandel’s einfühlsame Charakterisierungen, ihr akribisches Freilegen von immer tiefer liegenden Schichten sowie ihr Philosophieren über Verlust, Reue und die Zerbrechlichkeit des Lebens machen jedes ihrer Bücher zu etwas besonderem, auch wenn ich die Welt in Station Eleven immer wieder vergeblich suchen werde.

Meine Woche

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Foto: tigramgros

Gesehen: Murder on the Orient Express (2017) von Kenneth Branagh mit hochkarätiger Besetzung. Unbedingt während einer langen Zugfahrt schauen.

Dark – Season 3 (2020) von Baran bo Odar. Spannend und verwirrend und ich hoffe es gibt ein halbwegs befriedigendes Ende.

Gehört: The Pioneers – Bloc Party, Goodbye – Apparat, All Human Beings – Max Richter, Ithaca – Madeleine Cocolas,  ØØVOID – Sunn O))), Wasted on you – Evanescence, El Magnetismo – Lucia Tacchetti

Gelesen: Samira El Ouassil über Clemens Tönnies: Too pig to fail, A disastrous summer in the Arctic, Why Ta-Nehisi Coates is hopeful, Why nearly everything in the ocean depends on jellyfish, The Economist on why Britain has the wrong government for Covid-19, The office is far away. Can its culture survive? Akon is planning to build a cryptocurrency-powered city in Senegal

Getan: zum ersten Mal in der 1. Klasse Zug gefahren, eine Bürotour durchs Rheinland mit vielen Meetings und spannenden Begegnungen

Geplant: meine erste volle Büro Woche

Gegessen: Bananenbrot

Getrunken: Kölsch

Gefreut: über positives Feedback

Geärgert: nö

Geklickt: 97 Things White People Can Do for Racial Justice, auf dieses Interview mit Emily St. John Mandel, H. E. Ellen Johnson Sirleaf on how women will lead us to freedom justice and peace

Gestaunt: über dieses putzige Eichhörnchenbaby und Vast neolithic circle of deep shafts found near Stonehenge

Gelacht: ‘Porn stars’ deployed in New Zealand government’s online safety campaign und US woman sparks transatlantic tea war with brutal online brew

Gewünscht: diesen Anzug, diesen Workshop, diesen Wassergarten

Gefunden: nix

Gekauft: Vorratsgläser

Gedacht: What we perceive as limitations have the potential to become strenghts greater than what we had when we were „normal“ or „unbroken“… When something breaks, something greater often emerges from the cracks // Nnedi Okorafor

Meine Woche

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Gesehen: Elisa & Marcela (2019) von Isabel Coixet. Schwarz-Weiß Drama um ein Frauenpaar in Spanien Anfang des vorigen Jahrhunderts, auf einer wahren Geschichte beruhend. Sehenswert.

Event Horizon“ (1997) von Paul Anderson mit Laurence Fishburne und Sam Neill. Mittelspannende Sci-Fi Mystery die sich reichlich an anderen Filmen bedient hat. Kann man sehen, wenn man gerade nix Besseres zu tun hat.

Gehört: Hunted – Anna Calvi & Charlotte Gainsbourg, Celeste – Roger & Brian Eno, Heal You – Juice, 15 May 2010 – Planning for Burial, First Defeat – Nils Frahm

Gelesen: The Importance of Books, dieses Interview mit Emily St. John Mandel, Tintenfische verändern beim Denken ihr Erbgut, wie die Krise uns weiser machen kann,  on confinement, diese Tipps von Astronautin Anne McClain zum Leben unter Ausgangsbeschränkungen

Getan: eine großartige Coaching Session mit Lucian James gehabt, viele Zoom/Skype-Unterhaltungen geführt, viel über Kurzarbeit gelernt, auf Twitter gelesen, und gelaufen statt geboxt

Geplant: meinen ersten Arbeitstag vom Homeoffice aus

Gegessen: grüne Bohnensuppe nach dem Rezept meiner Oma

Getrunken: viel grünen Tee

Gefreut: das mir das Laufen so viel Spaß macht

Geärgert: über Firmen wie H&M, Adidas die keine Miete mehr zahlen und über den nicht vorhandenen Mutterschutz für Vorständinnen

Geklickt: auf diese Fotos von unserer momentan leeren Welt

Gestaunt: über die Planetarium Show vom ESO „From Earth to Universe“ und über die verstörend schönen Bilder vom Studio Cheswik,

Gelacht: oh my God … we forgot the Amish. Has anyone told the Amish what’s going on?? HAS ANYONE CHECKED ON THE AMISH??

Gewünscht: dieses Outfit, dieses Wohnzimmer, diesen Pool

Gefunden: nix

Gekauft: einen Mantel

Gedacht: Helping someone else through difficulty is where civilization starts
// Margaret Mead

WomeninSciFi (37) Station Eleven – Emily St. John Mandel

„Survival is insufficient“

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Dystopien gibt es gerade momentan wie Sand am Meer. Einige gut, einige weniger gut und dann ist da „Station Eleven“. Mich hat das Buch komplett überwältigt. Ich habe es so gerne gelesen, wollte gar nicht mehr verschwinden aus dieser stillen dunklen Welt. „Station Eleven“ ist eine elegante, intelligente Geschichte, die sich langsam aufbaut, die verschiedene Stimmen aus unterschiedlichen Zeitebenen miteinander verwebt, die uns Fragmente unterschiedlicher Leben sehen lässt und es gibt unzählige kleine Momente in der Geschichte, die es zu einem für mich unvergesslichen Buch werden lassen.

Am Abend, als die Welt wie wir sie kennen endet, hat ein Schauspieler auf der Bühne einen Herzinfarkt und stirbt, während er King Lear spielt. Noch in der Nacht beginnt die Georgia Flu 99% der Weltbevölkerung zu töten.

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Es würde nicht wundern, wenn sein Tod damit völlig untergeht und sich niemand mehr an ihn erinnern würde, aber auch zwanzig Jahre nach der Katastrophe gibt es noch Erinnerungen an ihn und die Menschen, deren Leben er berührt hat, in diesem einsamen Ödnis.

“I stood looking over my damaged home and tried to forget the sweetness of life on Earth.”

Inmitten dieser Dunkelheit gibt es Menschen, für die Überleben nicht alles ist. Die Schönheit bewahren: The Travelling Symphony. Eine Gruppe Schauspieler und Musiker die sich gefunden haben, die in Zelten schlafen, von Ort zu Ort ziehen und Shakespeare Stücke und klassische Musik aufführen.

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Kirsten ist das kleine Mädchen, die auf der Bühne war, als Arthur starb. Sie ist eine der Schauspielerinnen der Travelling Symphony. Sie trägt ein Tattoo aus einer Star Trek Voyager Folge, von der ihr ihr Musikerkollege August erzählt: „Because survival is insufficient“. Das ist meines Erachtens das schönste und wichtigste Thema des Buches. Die Signifikanz von Kunst und Kultur, das Bewahren einer kulturellen Identität als eine der wichtigsten Aufgaben derer, die überlebt haben.

Sei es durch die von Clark gesammelten Gegenstände im „Museum of Civilization“, die Zeitung die ein junger Mann herausgibt, der auch eine Bibliothek gegründet hat und natürlich durch die Travelling Symphony mit ihren Shakespeare Stücken und der klassischen Musik. Ein ziemlich zerfledderter Comic spielt eine große Rolle, wie auch die Erinnerungen an Star Trek.

Was bleibt, wenn alles endet ? Womit verbinden wir unseren Begriff von Zivilisation? Was macht uns zu Menschen und was verbindet uns ?
Kirsten and August walked mostly in silence. A deer crossed the road ahead and paused to look at them before it vanished into the trees. The beauty of this world where almost everyone was gone. If hell is other people, what is a world with almost no people in it?

„Station Eleven“ zeigt die Apokalypse jetzt aber auch nicht als weichgespültes Hipster-Event, einzig und allein mit dem Erhalt unseres kulturellen Erbes beschäftigt. Die Welt ist ein dunkler, gefährlicher Ort geworden, an dem an jeder Ecke der Tod lauern kann. Eine Welt ohne Medikamente, Technologie und auch ohne jeden juristischen Kodex, der es Leuten wie dem Propheten in der Geschichte leicht macht, seine düsteren Visionen auszuleben.

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Foto: Seph Lawless

St. Mandel hat ein bewegendes, hoffnungsfrohes Buch geschrieben über die menschliche Widerstandsfähigkeit, den Willen, nicht nur überleben zu wollen, sondern stur auf das Recht auf Schönheit zu beharren.  Ein Buch das leuchtet, einen aber auch ein wenig mit gebrochenem Herzen zurücklässt.

“A fragment for my friend–
If your soul left this earth I would follow and find you
Silent, my starship suspended in night”

Ach ja und ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Nathan Burton den kompletten Comic „Station Eleven“ aus dem Buch zeichnen würde, den würde ich nämlich sehr gerne lesen.

Foto: Nathanburtondesign.com

Zwei sehr schöne Beprechungen zu „Station Eleven“ findet ihr auch bei deep read und buchpost und ein spannendes Interview mit der Autorin hier:

Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel „Das Licht der letzten Tage“ im Piper Verlag erschienen.

Canada by the Book I

 

Montréal hat uns gleich bei der Landung mit einer absoluten Hitzewelle empfangen. Von dem eher skandinavischen Klima, das ich aus irgendeinem Grund mit Kanada assoziierte keine Spur. Wie froh waren wir über unsere klimatisierte AirBnB Wohnung im italienischen Viertel von Montreal.

Das erste, was uns auffiel, überall Matratzen auf der Straße und Umzugswagen und Möbel und wenn ich sage überall, dann meine ich wirklich überall. Das war irgendwann so exzessiv, dass ich Twitter befragte, was es damit auf sich haben könnte und ich habe zum Glück schlaue Twitter Bekannte, die umgehend antworteten: 1. Juli ist National Moving Day in Montréal. In der ganzen Provinz Québec werden Mietverträge überwiegend bis zum 30.6. abgeschlossen, was am 1. Juli zu wilden Umzugsorgien führt. Abends sah man eine Menge erschöpfter, frisch umgezogener Menschen glücklich zwischen Matratzen und Möbeln auf ihren Balkonen, Terrassen oder einfach vor der Haustür sitzen und feiern….

 

Eine tolle Stadt mit viel Streetart, jeder Menge Bibliotheques gratuite, sehr leckerer französischer Küche und sehr entspannten Menschen. Montréal ist die zweitgrößte Stadt Kanadas und war bis vor kurzem nach Paris die zweitgrößte Stadt der Welt, in der französisch als Muttersprache gesprochen wird. Französisch ist allgegenwärtig, aber man kommt auch problemlos mit Englisch weiter. Das mußte ich auch öfter als mir lieb war, denn so ganz einfach war das in Montréal gesprochene Französisch nicht immer.

Unbedingt ansehen sollte man sich Buckminster Fullers Biosphère. Ein unglaublich aufregendes Gebäude mit toller Aussicht auf die Stadt und einer sehr spannenden Ausstellung. Ich bin großer „Bucky“-Fan und kann diese Lektüre zu ihm und seinem Werk nur empfehlen.

 

Kanada ist in der Liste der weltweit 20 schönsten Bibliotheken gleich dreimal vertreten (Toronto, Montréal und Vancouver) und ich hatte mich schon riesig auf einen Besuch in der BAnQ Grande Bibliotheque gefreut, doch aufgrund der Feierlichkeiten zum Canada Day war sie leider geschlossen und ich konnte sie nur von außen bewundern und bei den Boquanistes daneben ein paar Trostbücher kaufen.

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Die passende Lektüre hatte ich natürlich auch dabei: „Last Night in Montreal“ von Emily St. John Mandel.

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Lilia Albert hat ihr ganzes Leben lang Menschen verlassen, die ihr nahestehen. Ihre Kindheit und Jugend hat sie mit ihrem Vater im Auto verbracht, unentwegt von einer Stadt zur nächsten reisend, mit wechselnden Identitäten. Als Erwachsene kann sie einfach nicht mehr damit aufhören. Kann einfach nicht an einem Ort bleiben und hinterlässt Liebhaber in fast jeder Stadt, durch die sie reist und noch immer ist ihr ein Privatdetektiv auf den Fersen, der sie seit ihrem traumatischen Kindheitserlebnis zu finden versucht.

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“Forever is the most dizzying word in the English language. The idea of staying in one place forever was like standing at the border of a foreign country, peering over the fence and trying to imagine what life might be like on the other side, and life on the other side was frankly unimaginable.” 

Sie wird von bruchstückhaften Erinnerungen an ihre Kindheit verfolgt, kann sich aber nicht wirklich erinnern, was genau ihr in frühester Kindheit passierte. Ihr letzer Liebhaber bleibt allerdings hartnäckig, will sie nicht einfach so gehen lassen. Er folgt ihr von New York nach Montréal, wo er versucht, mehr über Lilia zu erfahren und sicherzustellen, dass es ihr gut geht.

„Last Night in Montreal“ ist eine Geschichte über Liebe, Trauma, Gedächtnisverlust und über Besessenheit. Mit diesem Buch ist Emily St. John Mandel ein bemerkenswertes Debüt gelungen, mit wunderschöner Sprache, einer mysteriösen Atmosphäre, die einen gar nicht mehr aufhören lässt zu lesen.

“She moved over the surface of life the way figure skaters move, fast and choreographed, but she never broke through the ice, she never pierced the surface and descended into those awful beautiful waters, she was never submerged and she never learned to swim in those currents, these currents: all the shadows and light and splendorous horrors that make up the riptides of life on earth.” 

Eine großartige Schriftstellerin, deren Roman „Station Eleven“ zu einem meiner absoluten Lieblingsbüchern gehört und von der ich unbedingt noch viel mehr lesen möchte.

Einzig die Szenen im verschneiten Montreal, während wir bei 38 Grad im Schatten vor uns hinschmolzen, waren etwas schwierig 😉

Wer nach Montréal reist sollte dieses Buch unbedingt im Gepäck haben, egal wie die Temperaturen sind.

Ich hoffe ihr kommt mit, wenn es im nächsten Teil in die kanadischen Rockies geht…

Hier geht es zum zweiten und dritten Bericht unserer Kanada-Reise.

Meine Woche

 

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Foto: Justin Teodoro

Gesehen: „Ocean’s 8“ (2018) von Gary Ross mit Cate Blanchett, Sandra Bullock, Rihanna, Sarah Paulson und noch eine ganze Reihe anderer toller Schauspielerinnen. Großartig und ich mag eigentlich nicht einmal Heist-Movies.

„The Day the Earth stood still“ (1951) von Robert Wise – grandios, unbedingt angucken, die Neuverfilmung hingegen aus dem Jahr 2008 von Scott Derrickson können auch Keanu Reeves und Jennifer Connelly nicht retten, die ist richtig grottig.

Proof“ (2005) von John Madden mit Gwyneth Paltrow, Jake Gyllenhaal und Anthony Hopkins. Verfilmung des Theaterstücks von David Auburn um einen psychisch kranken Mathematiker und seine Tochter die ihn bis zum Schluß gepflegt hat. Habe das Stück vor Jahren in New York gesehen mit Marie Louise Parker und fand die Verfilmung gelungen.

Gehört: „Ambush“ – Sune Rose, „The dreamer is still asleep“ – Coil, „Suffer the Flesh“ – Android Lust, „In Chains“ – War on Drugs, „Smooth Music for your next space travel“ – DJ Supermarkt

Gelesen: Jesmyn Wards Artikel über Rassismus in Mississippi, can Democracy survive Tribalism, diese Kurzgeschichte von Emily St. John Mandel, do we get paid what we deserve, Michael Pollan on how Psilocybin could be used in mental health treatment

Getan: die IKOM besucht, im Kino gewesen, im Bookclub „Homegoing“ diskutiert und endlich die Faust Ausstellung in der Kunsthalle München besucht

Geplant: den Piper Verlag besuchen

Gegessen: Erdbeeren mit Cheesecake Creme und ein sehr leckeres Hochzeitstags-Menü im Hippocampus

Getrunken: Becks

Gelacht: If you eat well, get enough sleep, exercise, and drink plenty of water, you will die anyway

Geärgert: über die Trump Konzentrationslager für Kinder 😦 und immer wieder Zündel-Seehofer

Gefreut: Damien Barr wurde Literary Ambassador im Savoy London und das Tor gestern abend in der letzten Sekunde

Geklickt: auf das Reading Personality Quiz und auf diese Fotos von Stanley Kubrick

Gewünscht: ein Besuch in diesem Museum, eines dieser Häuser, dieses Outfit

Gefunden: nix

Gekauft: einen neuen Grill

Gestaunt: Intelligence in Nature – eine Sammlung großartiger Videos

Gedacht: Stories are data with a soul (Brené Brown)

2016 – Das Jahr in Büchern

Good riddance you motherf*** of a Year – hoffen wir das nächste wird besser. Meine Oma sagte immer 7 ist eine Glückszahl, von daher stehen die Chancen gut.

Happy new Year on a brick wall, street-art style

Ein Jahresrückblick ist ja immer eine gute Ausrede für eine weitere Liste und das ich die liebe hat man ja sicherlich schon gemerkt.

Meine Goodreads Bücher-Challenge hatte ich bewusst recht hoch gesteckt und zwar auf 110 Bücher. Habe ich nicht ganz geschafft, aber 107 ist trotzdem gut, sind aber auch einige Comics, Graphic Novels und recht dünne Bücher dabei. Geschrieben habe ich über nahzu jedes Buch das ich gelesen habe. Jetzt zum Ende hin ist es knapp geworden und daher werde ich eine Rezension zu diesen Büchern hier leider nicht mehr schaffen:

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Gefahren des Lesens“ ist ein großartiges Buch – das perfekte Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk für alle Leseratten, Bücherwürmer, Bibliophile und ähnliche Verrückte. Habe es mit großem Vergnügen auf der langen Zugfahrt in den hohen Norden gelesen – ganz ohne Vollrausch, versprochen. Unbedingt kaufen eines für euch und eines zum Verschenken.

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Dafür brauchts das hier nicht unbedingt. Hatte mich sehr drauf gefreut, ich mag die Reihe von Reclam eigentlich sehr. Nur hier wurde ich nicht warm. Es klang so bemüht intellektuell, ging so in Verteidigungshaltung. Wäre ich Herr Scheck hätte ich das jetzt in die Tonne geworfen, sorry.

Hier noch eine literarische Überraschung. Hatte das Buch nicht auf dem Schirm, aber die Bingereader-Gattin hat mir fast körperlich gedroht, wenn ich nicht sofort und auf der Stelle dieses Buch lese … Und es hat mir wirklich sehr gefallen. Spielt in der Kunstszene der 80er Jahre in New York und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Unbedingte Empfehlung für:

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OK – aber jetzt kommt sie wirklich die Liste. Versprochen. Habe meine Best Books 2016 ein bisserl nach Genre sortiert. Ist ja immer ganz schön schwierig die Auswahl zu treffen. So viele die ganz knapp nicht genannt werden konnten.

OK Top 12 Belletristik (eines für jeden Monat sozusagen) 😉

Kein Ranking – zufällige Anordnung wie auf dem Bild von oben links im Uhrzeigersinn, die Mitte zuletzt.

The Vegetarian – Han Kang
Unterleuten – Juli Zeh
In Cold Blood – Truman Capote
Die Toten – Christian Kracht
The Pursuit of Love – Nancy Mitford
Die geheime Geschichte von Twin Peaks – Mark Frost
Atlas Shrugged – Ayn Rand
Chocolates for Breakfeast – Pamela Moore
Der Hals der Giraffe – Judith Schalansky
The Ship of Theseus – JJ Abrams & Doug Dorst
Carol – Patricia Highsmith
The Interestings – Meg Wolitzer

Habe auch sehr viel Science Fiction und Sachbücher gelesen, daher hier jeweils die Top 5:

Sci-Fi:

The Handmaids Tale – Margaret Atwood
Station Eleven – Emily St. John Mandel
Idoru – William Gibson
What we talk about when we talk about Clone Club – Gregory Pence
Normal – Warren Ellis

und zum Abschluss die Top 5 der Sachbücher:

Hoffnung in der Dunkelheit – Rebecca Solnit
Sapiens A Brief History of Humankind – Yuval Noah Harari
Von Beruf Schriftsteller – Haruki Murakami
The Selfish Gene – Richard Dawkins
History of Western Philosophy – Bertrand Russell

Hier die Bücherlisten der geschätzen Kollegen, hoffe ich habe niemanden vergessen 🙂

Was sagt ihr zu meiner Auswahl ? Lob, Kritik – fehlt euch was oder gabs Überraschungen? Freue mich von Euch zu hören.
Morgen gibt es dann die Konzerte und Filme 2016 – juhuuu mehr Listen.

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares 2017 – habt einen guten Rutsch und lasst es krachen 🙂