Meine Woche

fullsizerender

Gesehen: „Personal Shopper“ (2016) von Olivier Assayas. Kristen Stewart ist wirklich unglaublich gut in dem Film und sie hat ein Händchen für gute Scripts. Deutlich unheimlicher als ich dachte. Der Soundtrack ist auch gut. Unbedingt angucken.

Somewhere“ (2010) von Sophia Coppola. Meditation on the nature of celebrity bringt es ganz gut rüber. Kann man anschauen, war aber nicht ihr bester Film.

We are Legion“ (2012) von Brian Knappenberger. Doku über die Hacker rund um Anonymus. Sehr spannend.

The Black Hole“ (2008) von Philip Sansom. Sci-Fi Kurzfilm der in seinen 3 Minuten echt was wuppt.

Gehört: „Track of Time“ – Anna von Hausswolff, „Das Hobellied“ – Marlene Dietrich, „Si Ay Perdut Mon Saber“ – Ponc d’Ortafà, „Where is the Revolution“ – Depeche Mode

Gelesen: why luck is a skill set you can learn, dieses Interview mit Paul Auster was man in Murakamis Biografie über Talent und Training lernen kann, woran es liegt, dass schon kleine Mädchen glauben nicht schlau zu sein

Getan: Jonathan Safran Foer im Literaturhaus besucht, im Kino gewesen, eine sehr effektive Coaching-Session gehabt, viel geschrieben

Geplant: Tel Aviv

Gegessen: Süßkartoffel Taco Fries

Getrunken: Pfefferminztee

Gelacht: über diese Schlagzeile

Geärgert: immer nur wenn ich Kommentare von diesen Trump Honks lese, aber ich könnte es ja lassen

Gefreut: das ich einen neuen Laptop bekomme

Gewünscht: diese Lunch-Box, diese City-Guides, diese Boxen für Küchenkräuter

Geklickt: auf Eduardo Bricenos Talk „How to get better at the things you care about“, auf Lava die in Hawaii ins Meer strömt, Amanda Palmer liest Ella Wheeler Wilcox‘ Gedicht „Protest

Gekauft: Tel Aviv Lektüre in der Online-Buchhandlung Fernlese

Gefunden: nix

Gewundert: über PomPom Krabben, peeking Saturn und eierlegende Schnecken

2016 – Das Jahr in Büchern

Good riddance you motherf*** of a Year – hoffen wir das nächste wird besser. Meine Oma sagte immer 7 ist eine Glückszahl, von daher stehen die Chancen gut.

Happy new Year on a brick wall, street-art style

Ein Jahresrückblick ist ja immer eine gute Ausrede für eine weitere Liste und das ich die liebe hat man ja sicherlich schon gemerkt.

Meine Goodreads Bücher-Challenge hatte ich bewusst recht hoch gesteckt und zwar auf 110 Bücher. Habe ich nicht ganz geschafft, aber 107 ist trotzdem gut, sind aber auch einige Comics, Graphic Novels und recht dünne Bücher dabei. Geschrieben habe ich über nahzu jedes Buch das ich gelesen habe. Jetzt zum Ende hin ist es knapp geworden und daher werde ich eine Rezension zu diesen Büchern hier leider nicht mehr schaffen:

fullsizerender

Gefahren des Lesens“ ist ein großartiges Buch – das perfekte Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk für alle Leseratten, Bücherwürmer, Bibliophile und ähnliche Verrückte. Habe es mit großem Vergnügen auf der langen Zugfahrt in den hohen Norden gelesen – ganz ohne Vollrausch, versprochen. Unbedingt kaufen eines für euch und eines zum Verschenken.

superhelden

Dafür brauchts das hier nicht unbedingt. Hatte mich sehr drauf gefreut, ich mag die Reihe von Reclam eigentlich sehr. Nur hier wurde ich nicht warm. Es klang so bemüht intellektuell, ging so in Verteidigungshaltung. Wäre ich Herr Scheck hätte ich das jetzt in die Tonne geworfen, sorry.

Hier noch eine literarische Überraschung. Hatte das Buch nicht auf dem Schirm, aber die Bingereader-Gattin hat mir fast körperlich gedroht, wenn ich nicht sofort und auf der Stelle dieses Buch lese … Und es hat mir wirklich sehr gefallen. Spielt in der Kunstszene der 80er Jahre in New York und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Unbedingte Empfehlung für:

tuesday

 

OK – aber jetzt kommt sie wirklich die Liste. Versprochen. Habe meine Best Books 2016 ein bisserl nach Genre sortiert. Ist ja immer ganz schön schwierig die Auswahl zu treffen. So viele die ganz knapp nicht genannt werden konnten.

OK Top 12 Belletristik (eines für jeden Monat sozusagen) 😉

Kein Ranking – zufällige Anordnung wie auf dem Bild von oben links im Uhrzeigersinn, die Mitte zuletzt.

The Vegetarian – Han Kang
Unterleuten – Juli Zeh
In Cold Blood – Truman Capote
Die Toten – Christian Kracht
The Pursuit of Love – Nancy Mitford
Die geheime Geschichte von Twin Peaks – Mark Frost
Atlas Shrugged – Ayn Rand
Chocolates for Breakfeast – Pamela Moore
Der Hals der Giraffe – Judith Schalansky
The Ship of Theseus – JJ Abrams & Doug Dorst
Carol – Patricia Highsmith
The Interestings – Meg Wolitzer

Habe auch sehr viel Science Fiction und Sachbücher gelesen, daher hier jeweils die Top 5:

Sci-Fi:

The Handmaids Tale – Margaret Atwood
Station Eleven – Emily St. John Mandel
Idoru – William Gibson
What we talk about when we talk about Clone Club – Gregory Pence
Normal – Warren Ellis

und zum Abschluss die Top 5 der Sachbücher:

Hoffnung in der Dunkelheit – Rebecca Solnit
Sapiens A Brief History of Humankind – Yuval Noah Harari
Von Beruf Schriftsteller – Haruki Murakami
The Selfish Gene – Richard Dawkins
History of Western Philosophy – Bertrand Russell

Hier die Bücherlisten der geschätzen Kollegen, hoffe ich habe niemanden vergessen 🙂

Was sagt ihr zu meiner Auswahl ? Lob, Kritik – fehlt euch was oder gabs Überraschungen ? Freue mich von Euch zu hören.
Morgen gibt es dann die Konzerte und Filme 2016 – juhuuu mehr Listen.

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares 2017 – habt einen guten Rutsch und lasst es krachen 🙂

Day 3 Book-a-Day-Challenge: The book I most often give as a gift

Processed with VSCO with hb1 preset

Foto: Sab Qu

No Challenge without Mr Murakami. This one is my favourite books ever and well what can I say. I always had a bit of the missionary in me, when it comes to books (sorry no religion) so this would be the book I have most often recommended and/or given as a present in order co make new converts for the Murakami movement.

Kafka Tamura, a teenage boy runs away from home in a mix of searching for his long-missing mother and escaping from a dark prophecy. There is an old rather simple guy, Nakata, who never really was his normal self after what happened to him in the war who is drawn to Kafka for unclear reasons.

“Memories warm you up from the inside. But they also tear you apart.”

Kafka lives in a library (imagine !) and the reader enters a world where cats talk, Johnny Walker appears, fish fall from the sky and a few gruesome killings happen as well.
To learn if he finds his mothers and can unravel this knotted mystery get the book or become my friend and some day you will probably get it as a present.

“When you come out of the storm, you won’t be the same person who walked in. That’s what this storm’s all about.”

Which book have you been giving away most often ?

 

 

Japan by the Book

opi

Japan ist ein Bücherland. In keinem der asiatischen Länder, die wir bislang bereisten, waren Bücher so allgegenwärtig wie in Japan. Die Menschen schlafen in der U-Bahn nicht nur in den verrücktesten Positionen, sie lesen auch im größten Gedränge und, wenn die Bücher häufig eher kleinformatig sind, so werden doch immer wieder auch Mangas in der Größe des früheren Quelle-Kataloges mitgeschleppt.

Mangas sind natürlich etwas, das wohl jeder mit Japan assoziiert. Und sie sind tatsächlich auch überall. In der Ubahn werden auch Romane gelesen, aber doch überwiegend Mangas und das vom Schulkind über schicke Business-Menschen bis hin zu älteren Damen.

manga

Schaut man seinen Mitfahrern in der U-Bahn über die Schulter, kann man auch schnell mal schamviolett werden. Die haben es teilweise wirklich in sich. Da wird geschnackselt was das Zeug hält, hetero und homosexuell, auf freiwilliger Basis, aber Vergewaltigungen z.B. kommen durchaus auch vor, alles recht explizit. Neben den sexuell freizügigen, gibt es auch einige, die recht düster sind, aber im Grunde genommen ist hier für wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Man könnte sicherlich ganze Abhandlungen schreiben, möchte hier aber nur einen kurzen Einblick in den japanischen Manga-Alltag geben, den wir erlebt haben. Eine wunderbare Facette sind natürlich auch die vielen Cosplayer, die in einen spannenden Kontrast bieten, zu den monochromen Business-Menschen.

cosplayer

Japan nimmt wenig Rücksicht auf nicht-japanische Besucher. Das ist deutlich weniger negtiv gemeint, als das jetzt klingt. Ob im Alltag, oder wenn es um den Tourismus geht, das Angebot richtet sich eben in der Regel an die einheimische Bevölkerung und ausländische Gäste werden höflich und sehr sehr freundlich inkludiert, aber es wird keine Extrawurscht gebraten. Uns hat das weniger gestört, da man so deutlich mehr vom alltäglichen Leben in einem Land mitbekommt, aber natürlich kann es einem das Leben auch mal schwerer machen.

Ich hatte damit gerechnet, mir im Urlaub Bücher kaufen zu können und bin ziemlich in Panik geraten, als ich in Tokyo die ersten 3-4 riesigen Buchläden abgeklappert hatte und keiner davon eine Abteilung mit englischsprachigen Büchern hatte. Ich bin dann in Kyoto fündig geworden und das war dann auch ein wundervoller Laden, bestens sortiert mit einer riesigen Auswahl, aber man muss schon ein wenig danach suchen. Zeitungen, Zeitschriften habe ich gar nicht gefunden, wobei die normalen Tageszeitungen ab und an 1-2 englischsprachige Seiten enthielten.

In Vietnam, Laos, Thailand und Kambodscha waren an jeder Ecke Läden in denen man gebrauchte englische Bücher kaufen konnte, das findet man in Japan eigentlich überhaupt nicht. Um so glücklicher war ich, in einer kleinen Straße in Kobe ziemlich ab vom Schuss, einen winzig kleinen entzückenden Second-Hand-Bookshop „Wantage“zu entdecken. Der Besitzer, ein sehr herzlicher, älterer Engländer öffnet seinen Laden nur am Wochenende. Ich hätte da gut und gerne ein paar Stunden drin verloren gehen können.

IMG_8069

Meine Urlaubslektüre bestand natürlich unter anderem aus einem Haruki Murakami. Geht ja gar nicht ohne und nach Japan reisen ohne ein Buch von ihm – völlig undenkbar. Ich hatte mich für „Hard-Boiled Wonderland“ entschieden, einer der Romane, die ich bisher noch nicht gelesen hatte und der seit dem Haidhausener Flohmarkt auf seinen Auftritt wartet.

IMG_8489

„Hard-Boiled Wonderland“ ist ein ziemlich komplexer Roman, den ich sehr langsam lesen musste, manche Kapitel benötigten gar eine zweite Runde, bis ich mich wieder zurechtgefunden habe. Die Geschichte spielt im Tokyo der nahen Zukunft. Dank wundersamer fortschrittlicher Technologien wird einem schüchternen, intelligenten Datenanalysten etwas ins Hirn implantiert, das es ihm ermöglicht, geheime Daten zu „waschen“ und zu „shuffeln“.

Ein verrückter Wissenschaftler, die Datenmafia und die Semiotecs, eine rivalisierende Intelligence Unit, sind ihm auf den Fersen und dabei, in sein Unterbewusstsein eine komplett andere Welt zu implantieren. Nach und nach verwischen die Grenzen der beiden Welten und es entbrennt eine Jagd um dem Ende der Welt zu entkommen, oder nicht ?

Einer der abgefahreneren Murakamis, der einen an Kafka und Orwell denken läßt. Keine einfache Lektüre, aber eine lohnende, die perfekt nach Tokyo passt. Die perfekte Überschrift für eigentlich fast jeden seiner Romane könnte dieses Zitat sein:

„Everyone may be ordinary but they’re not normal“

IMG_7646.JPG

Mit Yasushi Inoues „Der Tod des Teemeisters“ begab ich mich auf unsere Wanderung und gleichzeitig ein paar Jahrhunderte zurück in das Japan der Samurais. Unser Weg führte uns drei Tage lang auf dem Nakasendo Trail entlang, ein über 500km langer uralter Handelsweg, der von den Shoguns zum Reisen genutzt wurde. Es gibt 69 Stationen, die zumeist aus winzig kleinen Örtchen bestehen. Unsere Wanderung führte uns damit drei Tage lang durch die japanischen Alpen. Wir haben uns allerdings mehr als einmal verlaufen, da wir die ganze Zeit über wirklich niemanden getroffen haben auf den Wanderung und sämtliche Schilder natürlich in japanisch waren. Am zweiten Tag haben wir daher einen ordentlichen Umweg eingebaut und statt der geplanten 18km waren wir 25km unterwegs. Puh, da hing uns doch die Zunge auf Halbmast und wir wurden irgendwann etwas panisch. Aber am Ende haben wir unser Ryokan doch noch gefunden.

Übernachtet haben wir in Ryokans, den traditionellen Herbergen der Edo-Periode. Die Zimmer bestehen aus den am Boden liegenden Tatami Matten und den mit Washi bespannten Schiebetüren.

geisha

Abendessen und Frühstück sind im Übernachtungspreis enthalten und werden im Gemeinschaftsraum eingenommen, man trägt Yukata und faltet die Beine irgendwie unter den niedrigen Tisch. Serviert wird in der Regel ein einheitliches, typisches sehr reichhaltiges Abendessen, das aus sehr vielen gleichzeitig servierten kleineren Portionen besteht. Miso-Suppe, eingelegtes Gemüse, geräucherter Fisch gehören eigentlich zu jeder Mahlzeit. Das Essen ist wahnsinnig gut, sehr frisch, aber teilweise auch gewöhnungsbedürftig. Sashimi, roher Fisch in dünne Scheiben geschnitten, kennt man und mag ich auch sehr gerne, lebt der Fisch allerdings noch und man schneidet ihm bei Bewußtsein Scheiben raus, das ist dann noch mal eine andere Geschichte. Auch Fleisch wird gern roh gegessen, wie Sushi und so haben wir uns dann auch rohem Pferd gegenüber gesehen, die gegrillten Grashüpfer waren für mich da die einfachere Herausforderung.

food

Nach dem Abendessen macht man üblicherweise einen Abstecher ins Gemeinschaftsbad Onsen. Wir haben diesen Abstecher nur zweimal geschafft, denn auf Tattoos ist man in Japan gar nicht gut zu sprechen, sind diese doch so untrennbar mit der japanischen Mafia der Yakuzi verbunden. Schafft man es hinein in ein Onsen, ist das schon ein phantastisches Erlebnis. Nach ausgiebiger gründlicher Reinigung gehts dann ins große Becken, in dem meist auch andere Leute schon vor sich hin kochen. Seit dem Onsen habe ich eine ungefähre Idee, wie sich Hummer fühlen mögen, wenn sie ins heiße Wasser fliegen. Krass war das heiß. Japan hat Unmengen heißer Quellen und es tut schon gut so ein Bad, nach einer langen Wanderung.

main_hotsprings

Seitenschläfer haben es auf den Tatami Matten nicht leicht. Ich mußte mich morgens origamimäßig erst einmal wieder auseinanderfalten und hab ein paar blaue Flecken davon getragen, wer üblicherweise auf dem Rücken schläft und es hart mag, dem dürften Tatami Matten gut gefallen.

Nun aber zu „Der Tod des Teemeisters“ – es war die perfekte Wahl für die Wanderung und unsere Übernachtung im Ryokan, die ganze Stimmung und der Inhalt der Erzählung haben einfach wunderbar gepasst.

Die Geschichte handelt davon, was aus der Kunst der Teezeremonie wird, wenn sein Meister verschwindet. Es ist nicht wirklich ein Thriller, wie der Umschlagtext vermuten ließ, sondern eher eine Suche nach Antworten darauf, warum der Master of Tea „Rikyu“ seinen angeordneten ritualen Suizid ohne Kampf akzeptierte. Sein letzter Schüler, Honkakubo versucht die Umstände, die zum Tod seines Meisters führen, zu verstehen und nachzuvollziehen.

Die Sprache ist karg und spröde, aber auch poetisch fein. Könnte man ein Buch schmecken, so wäre dieses ganz eindeutig ein Matcha-Tee. Ein kleines Wunderwerk, das aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird.

Dieses Zitat trifft die Essenz des Buches für mich, ohne das es aus diesem Buch ist. Woher ich es habe, weiß ich leider nicht mehr:

„…we find beauty not in the thing itself but in the patterns of shadows, the light and the darkness, that one thing against another creates.“

Vom Rest unserer Reise und der dazugehörigen Lektüre berichte ich im zweiten Teil. So stay tuned for more adventures …

2015 – The Year in Books

Ja nee hat super geklappt mit meiner Wahl der 10 Lieblingsbücher. Ich kann mich partout nicht entscheiden und schicke jetzt immer zwei ins Rennen. Die Kombi ist eventuell nicht immer einleuchtend, gibt aber schönen Einblick in meine abstrusen Synapsen-Schaltungen.

Es sind die Bücher, die mich am intensivsten beschäftigt haben in diesem Jahr, nicht automatisch die, die mir am besten gefallen haben. Habe nicht viele Bücher gelesen, die mir gar nichts gesagt haben oder die ich schlichtweg schlecht fand.

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen mit der Entscheidung. Unter allen die in den Kommentaren hier oder bei Facebook abstimmen verlose ich eines der zur Wahl stehenden Bücher hier (nach Wunsch). Am 10.1. guck ich dann mal, ob es Entscheidungen und einen Gewinner gibt.
Wow – mach ich echt ein Gewinnspiel? Haha, wahrscheinlich gehts eh im Neujahrskoma unter und keiner kommentiert. We will see 😉

Hier kommen die Teilnehmer:

https://bingereader.org/2015/01/31/the-goldfinch-donna-tartt/

oder

https://bingereader.org/2015/06/07/die-kunst-des-feldspiels-chad-harbach/

https://bingereader.org/2015/02/16/fahrenheit-451-ray-bradbury/

oder

https://bingereader.org/2015/04/22/the-bone-clocks-david-mitchell/

https://bingereader.org/2015/12/14/geliebtes-wesen-briefe-von-vita-sackville-west-an-virginia-woolf-louise-desalvo-mitchell-a-leaska/

oder

https://bingereader.org/2015/03/16/anais-nin-die-tagebucher-1927-1929-und-1931-1934/

https://bingereader.org/2015/12/03/the-master-and-margarita-mikhail-bulgakov/

oder

https://bingereader.org/2015/11/07/the-strange-library-die-unheimliche-bibliothek-haruki-murakami/

https://bingereader.org/2015/03/27/9-stories-j-d-salinger/

oder

https://bingereader.org/2015/03/21/meistererzahlungen-stefan-zweig/

https://bingereader.org/2015/03/23/the-paying-guests-sarah-waters/

oder

https://bingereader.org/2015/11/03/auf-den-koerper-geschrieben-jeannette-winterson/

https://bingereader.org/2015/07/05/cannery-row-john-steinbeck/

oder

https://bingereader.org/2015/09/09/der-susan-effekt-peter-hoeg/

https://bingereader.org/2015/11/20/die-frau-die-nein-sagt-francoise-gilot/

oder

https://bingereader.org/2015/04/14/bossypants-tina-fey/

Was wirklich Spaß macht ist, sich die jeweiligen „Konkurrenten“ bei einem Treffen vorzustellen. JD Salinger und Herr Zweig beim gediegenen Whisky im Club-Sessel oder Tina Fey die der vornehmen Madame Gilot versehentlich ein Glas Rotwein über die Hose kippt…

The Strange Library / Die unheimliche Bibliothek – Haruki Murakami

murakami

Wenn man zum Geburtstag zweimal das gleiche Buch geschenkt bekommt, ist das üblicherweise verbunden mit hektischem Suchen nach Kassenbons oder, falls die nicht auftauchen, dem durchgehen der Freundesliste, wem das zweite Exemplare wohl noch gefallen könnte. In diesem Fall hat der doppelte Murakami nur riesige Freude ausgelöst, war doch eines die englische, das andere die deutsche Ausgabe und es hat riesigen Spaß gemacht, diese beiden dünnen, so unterschiedlich illustrierten Bücher parallel zu lesen.

IMG_4480

IMG_4481

Er möchte doch nur zwei Bücher zurückbringen und eventuell wieder welche mitnehmen. Nichts deutet daraufhin, dass der namenlose Junge in einem kafkaesken Alptraum landen wird, als der seltsame Bibliothekar ihn nicht in den Lesesaal führt, sondern in ein Labyrinth, das sich unter der Bücherei erstreckt und wo er ihn heimtückisch einkerkert. Er trifft dort auf den mysteriösen Schafsmann, auf ein wunderschönes stummes Mädchen und auch, wenn man ihn mit den schönsten Leckereien füttert, so bleibt er doch ein Gefangener, dem der Tod droht. Der Junge muß drei dicke Bücher lesen, die der Bibliothekar ihm aushändigt. Er will wissen, warum er diese Bücher lesen und auswendig lernen soll und der freundlich-einfältige Schafsmann erklärt es ihm auch freimütig: „Ehrlich gesagt wird man dir den Kopf absägen. Und dann das Gehirn aussaugen.“

Der daraufhin folgende Dialog muß einer der abgefahrensten überhaupt in der Literatur sein.

„Aber Schafmann, warum will mir dieser alte Mann denn das Gehirn aussaugen?“

„Weil mit Wissen vollgestopfte Gehirne angeblich sehr delikat und reichhaltig sind. Und sämig oder so.“

Yep, weißte Bescheid. Murakami halt. Die Geschichte fühlt sich an wie ein Traum, gleichgültig, ob die Geschehnisse Sinn machen oder nicht. Der Junge ist nicht glücklich darüber, dass der alte Mann sein Hirn essen will, aber er fügt sich diesem Schicksal und liest einfach über das Steuersystem im Osmanischen Reich. Zeichen und Symbole gibt es in der Geschichte zuhauf, am deutlichsten vielleicht die Deutung der Biblothek, die gleich einem Gehirn der Ort des Wissens ist, von dem wir glauben, wir können das Wissen jederzeit einfach abrufen und wissen doch nie ganz genau, was wir eigentlich hervorholen.

Was ist wirklich real und was nicht? Die Grenze ist schmal und wird von Murakami wieder und wieder in fast jedem seiner Romane neu ausgelotet und getestet. Selbst das, was sich nach Realität anfühlt, gleicht oft einem Traum. Die Sprache ist wie immer klar, knapp und doch poetisch. Die unheimliche Bibiliothek ist ein düsteres Märchen, das Erwachsene in den Schlaf verfolgt und sie beim nächsten Büchereibesuch besorgt älteren Bibliothekaren aus dem Weg gehen lässt.

Die deutsche und englische Ausgabe sind bis auf das Format komplett unterschiedlich ausgefallen. Die englische Ausgabe wurde von Suzanne Dean gestaltet, die zum Beispiel auch für das wunderschöne Cover von Julian Barnes „The Sense of an Ending“ verantwortlich war.

Das Design von „The Strange Library“ durchdringt die Geschichte mit seinen surrealen, zarten Illustrationen, die teilweise an alte Folianten, dann wieder an Monty Python erinnern. Das magentafarbene Cover mit dem darauf angebrachten Library Ticket Holder ist einfach umwerfend schön. Allein die Haptik …

c8fcbc62-4e66-4352-ba4b-b35445b8f0db-2060x1581

Foto: Guardian

f1404884-2755-4e07-ab7b-73488b304b63-2060x1581

Foto: Guardian

IMG_4485

Die deutsche Ausgabe erinnert deutlich mehr an einen Comic. Die Illustrationen stammen von Kat Menschik, die auch schon „Die Bäckereiüberfälle“ und „Schlaf“ illustriert hat. Ihre Bilder haben einen wundervollen, dunkel verstörenden Zauber, dem man sich nicht entziehen kann. Die Bilder sind überwiegend schwarz-weiß und sie zeigen das Unheimliche und Beklemmende in Murakamis Geschichte auf ganz besondere Art.

FullSizeRender IMG_4490

Nein, ich könnte wirklich nicht sagen welche Ausgabe mir besser gefällt. Das Cover der englischen? Einige der Illustrationen der deutschen Ausgabe? Ich weiß es nicht und bin so froh, dass ich mich nie entscheiden mußte, weil mir meine weisen Freunde einfach beide geschenkt haben.

Happiness is having friends that know what’s good for you 😉

Wenn ihr dieses Buch noch nicht habt, sucht euch Freunde, die es euch schenken oder kauft es euch selbst, es ist ein absolutes Muss für jeden Murakami-Fan, aber auch für alle Freunde skurill-obskurer düsterer Geschichten, die liebevoll gestaltet sind, ein echtes Schnäppchen.

Könnte es eigentlich sein, dass ausgerechnet die E-Book-Welle den Ausschlag gegeben hat, das Bücher auf einmal wieder so viel liebevoller gestaltet werden? Lange war die Büchergilde da recht allein auf weiter Flur, als ich kürzlich auf der Buchmesse in Frankfurt war, habe ich eine ganze Reihe wunderschön illustrierter und gestalteter Bücher gesehen. Ein schöner Trend, gefällt mir.

Meine Woche

tomu840

Foto: tomu840

Gesehen: „Drei Farben Blau“ von Krzysztof Kieślowski – ich liebe diesen Film. Juliette Binoche ist großartig, ebenso der Soundtrack.

Brokeback Mountain“ von Ange Lee – noch ein Film den ich nach Jahren noch einmal gesehen habe. Sooo berührend. Absolut empfehlenswert.

Roland Barthes“ – Dokumentation über den französischen Soziologen, Autor, Linguist – spannend.

Gehört:  Zbigniew Preisner „Trois coleurs„, Klangstabil „Push Yourself„, Acid Pauli „I see a darkness„, Odesza ft Little Dragon „Light„,

Gelesen: diesen Artikel in Brand 1 mehr Faulheit wagen, diesen Artikel in der FAZ über das was beim Lesen in unserem Hirn passiert, dieses Interview mit Jorge Luis Borges aus dem Jahr 1984 aus dem New Yorker,

Getan: mein Tattoo bekommen – juhuuuu, mein Radl in die Reparatur gebracht, jede Menge Bücher aus dem Papiermüll gerettet, viel geschrieben und Trainingskonzepte erstellt und heute auf die Wiesn mit dem Team

Gegessen: diesen unglaublich leckeren Herbstsalat mit Wirsingpäckchen – wow, der war wirklich Sterneküche

Getrunken: Tee und Wein

Gefreut: über meine Visitenkarten  

Geärgert: das mein Radl im A… is

Gelacht: Brains are awesome. I wish everybody had one und über diesen Artikel – so so spot on 😉

Geplant: heute nochmal auf die Wiesn, einen hoffentlich erfolgreichen Intranet-Workshop, Freunde treffen und Zeit zum schreiben finden.

Gewünscht: diesen Hoody, diesen Rucksack, dieses Arbeitszimmer und diese Lampe

Gekauft: diesen Wassersprudler

Geklickt: auf diesen Artikel „The Perils of Perception“ und auf diesen Artikel über Orte in Japan die in Murakamis Büchern vorkommen

Gewundert: über diese unerschüttliche Marktgläubigkeit überall. Anstrengend.