Meine Woche

Foto: Ben Pham / Unsplash

Gesehen: Short Term 12 (2013) von Destin Daniel Cretton mit Brie Larson. Berührender Film um eine Sozialarbeiterin bei der ein junges Mädchen schreckliche Erinnerungen auslöst.

Knives Out (2019) von Rian Johnson mit Ana de Armas, Jamie Lee Curtis und Daniel Craig. Wunderbar schräger Cluedo Krimi – hat mir Spaß gemacht.

Dead to Me (2019) von Liz Feldman mit Christina Applegate und Linda Cardellini. Schwarz-humorige Serie um zwei trauernde Frauen die sich durch eine Therapie-Gruppe besser kennenlernen und anfreunden. Nach der dritten Folge hat es geklickt gemacht, jetzt mag ich sie sehr.

Gehört: Lilo – Japanese House, Whole New Mess – Angel Olsen, That Feel – Tom Waits, Back to the Sky – Ólafur Arnalds, We are chaos – Marilyn Manson, Just because I can – Lissie, Smiling – Alanis Morissette, Mercy – Max Richter, American Cars – Annie, Vedrò con mio diletto (Vivaldi) – Romina Basso

Gelesen: How Angela Merkel’s great migrant gamble paid off, Your ‘Surge Capacity’ Is Depleted — It’s Why You Feel Awful, The Kingdom that failed – Haruki Murakami, Die Art Mitarbeitende zu führen hat sich geändert

Getan: viel gearbeitet, mit einer lieben Kollegin zum Lunch getroffen, meine Bücher sortiert und den Soziologie Kurs in der Zeit Akademie

Gegessen: Pasta mit Antipasti

Getrunken: viel Wasser und Kaffee

Gefreut: über gutes Feedback

Getrauert: zum Glück nicht

Geärgert: über meine falsch bestellte Books-that-matter-Box (mein Fehler)

Geklickt: auf Underwater Photography & Ocean Exploration, The History of Queer Coding,

Gestaunt: Drowing in plastic

Gelacht: das Abendmahl in Corona Zeiten

Gewünscht: dieses Outfit, diese Terrasse, dieses Radio

Gefunden: nix

Gekauft: nix

Gedacht: „It’s crazy how 1,000 people can compliment you and you’ll spend all day thinking about the one person who criticized you.“

Meine Woche

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Gesehen:  Hustlers (2019) von Lorene Scafaria mit Jennifer Lopez, Constance Wu uva. eine Gruppe gewiefter Strip-Club-Mitarbeiterinnen schließt sich zusammen, um den Spieß bei ihren Wall-Street-Kunden umzudrehen. Großartig. Basiert auf wahren Begebenheiten.

First Man (2018) von Damien Chazelle mit Ryan Gosling und Claire Foy. Bio-Pic über Neil Armstrong und die weltberühmte Mondlandung. Spannend und unterhaltsam.

Gehört: Hauschka live aus der Elbphilharmonie, First Man Soundtrack,  Multi Natural – Christina Vantzou, The Gardener – VLMV, Patrizia No. 3 – Johann Sebastian Bach / Hilary Hahn, Hello – Allie X

Gelesen: Mütter kritisieren ein Leben lang die Körper ihrer Töchter, Sophie Passmann zur Rolle der Veranstalter in der Lisa Eckhart Debatte, the devastating decline of a bright young coder, die Kurzgeschichte „With the Beatles“ von Haruki Murakami, diesen Artikel über Stanislaw Lem

Getan: im Watt gewandert, die kleine Nichte eingeschult, Hauschka live aus der Elbphilharmonie gehört, Uno im Garten gespielt und viel Zug gefahren

Gegessen: Nordseekrabben

Getrunken: Astra

Gefreut: über das Buchgeschenk von der lieben Schwiegermama

Geärgert: dass ich die Perseiden verpasst habe

Geklickt: auf dieses Interview mit Judith Butler, auf diese Liste von 15 Entdeckerinnen die man kennen sollte, Nadine Champions TED Talk „10 seconds of courage – Life lessons from a fighter“

Gestaunt: Sharkfest 2020

Gelacht: über den Twitter Thread „Introduce a male character like male screenwriters describe women characters“

Gewünscht: diesen Boxsack, diesen Schrank, dieses Bad

Gefunden: nix

Gekauft: Bücher, Zeitungen und ein St. Pauli T-Shirt

Gedacht: This is not your responsibility, but it is your problem // Cheryl Strayed

 

Meine Woche

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Gesehen: The Vast of the Night (2019) von Andrew Patterson mit Sierra McCormick und Jake Horowitz. Kleines atmosphärisches SciFi Indie-Juwel mit passendem Soundtrack, perfekt für laue Sommernächte.

Summer of ’84 (2018) von Francois Simard und Anouk Whissell. Retro Mystery-Horror, ein Mix aus Stranger Things und Stand by Me. Auch ein perfekter Sommerfilm und ebenfalls richtig gutem Soundtrack.

Ghost World (2001) von Terry Zwigoff mit Scarlett Johansson und Thora Birch. Zwei etwas skurile zynische Mädchen im Teenageralter versuchen herauszufinden, was sie nach dem Abitur mit ihrem Leben anfangen sollen. Hat mir gut gefallen.

Gehört: I Capuleti et I Montecchi – Anna Netrebko & Vesselina Kasaraova, The Vast of the Night – Erick Alexander & Jared Bulmer, Eutopia – Massive Attack, Summer of ’84 – Le Matos, The Cold Song – Klaus Nomi, Mercy – Max Richter, Healing is a Miracle – Julianna Barwick, My Sweet Lord – Nina Simone

Gelesen: Laurie Penny on Productivity is not working, über Space Age Möbel im Film, über häusliche Gewalt während der Pandemie, über die muslimische Boxerin Ramla Ali, den Text der Bachmann Preisträgerin Helga Schubert und diese Kurzgeschichte von Haruki Murakami, Hail the Maintainers, Neoliberalism – the ideology at the root of all our problems

Getan: der Bingereader Gattin bei der Prüfung die Daumen gedrückt, liebe Freunde getroffen und viel über New Work nachgedacht

Geplant: Geburtstagsgeschenke besorgen und mit meinem kaputten Knie zum Orthopäden gehen

Gegessen: Käse-Tomaten-Hörnchen und ein leckeres indisches Thali

Getrunken: auf die Prüfung mit einem 2015 Saint-Émilion Grand Cru angestossen

Gefreut: über sehr positives Feedback

Geärgert: nö

Geklickt: How A Girl From A Remote Nepali Village Became a World-Class Trail Runner, Arundhati Roy: “We Need a Reckoning”

Gestaunt: Jodie Comer reads a love letter from Vita Sackville-West to Virginia Woolf über diese mega gute Erklärung zu Quantenphysik von Drag Queen Amrou Al-Kadhi

Gelacht: über Pandas auf dem Spielplatz

Gewünscht: diese Küche, dieses XS-Klimagerät, dieses Puzzle, diesen Hoody

Gefunden: nix

Gekauft: nix

Gedacht: We tell people to follow their dreams, but you can only dream of what you can imagine, and depending on where you come from, your imagination can be quite limited // Trevor Noah

Meine Woche

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Gesehen: „Our House“ (2018) von Anthony Scott Burns mit Thomas Mann und Nicola Peltz. Haunted House Horror mit schönem Soundtrack.

Kubrick by Kubrick“ (2020) von Grégory Monro. Spannende Doku über das Leben und die Filme Stanley Kubricks.

Mapplethorpe“ (2018) von Ondi Timoner. Interessante Doku über den Kult-Fotografen, auf den ich durch Patti Smith‘ „Just Kids“ so richtig aufmerksam wurde.

Gehört: SOS – Portishead, How sweet the Moonlight – Jocelyn Pook,  Exhale – Jónsi, Scherza Infida (Händel) – Léa Desandre, Into the Black – Chromatics, I’m on fire – Bat for Lashes, Superstar – Sonic Youth

Gelesen: dieses Interview mit David Graeber, über den Humanismus in Star Trek, Ordnung hilft gegen Ohnmacht, This is not the apocalpyse you were looking for, dieses Interview mit Arundhati Roy, Prepare for the ultimate Gaslighting und dieses Interview zwischen Haruki Murakami und Mieko Kawakami

Getan: wieder endlos viele Teams, Zooms, FaceTime Meeings,

Geplant: einen Tag ins Büro gehen (juhuuuu)

Getrunken: den ersten Aperol Sprizz dieses Jahr im Hofgarten

Gefreut: über ein Zufallstreffen im Hofgarten und ein inspirierendes Telefonat

Geärgert: nö

Geweint: fast – vorm Buchladen der wider Erwarten zu war und ich Süchtige damit nicht an meinen Stoff kam. Aber ab Morgen wieder – wehe nicht!

Geklickt: auf die Bilder vom World Press Photo Contest und vom Lockdown in Tokyo

Gestaunt: über diese Qualle in den Kanälen Venedigs

Gelacht: über dieses Video, auch wenn ich weiß, dass es bearbeitet wurde 😉

Gewünscht: dieses Haus, diesen Spiegel der gleichzeitig Gym ist, dieses Outfit (ohne die schrecklichen Schuhe)

Gefunden: nix

Gekauft: ein paar leckere Sachen bei Dallmayer

Gedacht: The problem with gender is that it prescribes how we should be rather than recognizing how we are. Imagine how much happier we would be, how much freer to be our true individual selves, if we didn’t have the weight of gender expectations.
// Chimamanda Ngozi Adichie

Meine Woche

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Gesehen: „Burning“ (2018) von Lee Chang-dong mit Steven Yeun. Koreanische Verfilmung der Murakami Kurzgeschichte „Barn Burning„. Interessant fand es aber einen Ticken lang.

The Fall“ Britisch-Irische Krimiserie von Jakob Verbruggen um einen Serienkiller mit Gillian Anderson und unter anderem Archie Panjabi. Tolle Serie mit großartigen Protagonistinnen.

Gehört: „Breathe“ – Mono,  „Concerning the White Horse“ – Jozef Van Wissem & Jim Jarmusch, „Ill Wind“ – Radiohead,  „Expanses Remixes“ – The Green Kingdom, „Cruxificus“ – Antonio Lotti, „The Sense of Dust and Sheer“ – Treha Sektori, „The Big Chill“ – The Last Ambient Hero, „Black Noise“ – Harnes Kretzer

Gelesen: How Millenials became the burnout generation, Die Frau wird immer über den Mann erzählt, How Alan Turing deciphered shark skin, dieses Interview mit Judith Schalansky, Michelle Obama in conversation with Chimamanda Ngozi Adichie, what movies taught me about being a woman

Getan: Nicht die Lust der Täuschung gesehen stattdessen „Florenz und seine Maler“ und das Phantasy Filmfest besucht

Geplant: endlich die Christoph Niemann Ausstellung im Literaturhaus sehen und den Bookclub bekochen

Gegessen: sehr leckeren Flammkuchen bei lieben Freunden und feine Auberginen-Pide

Gefreut: über unseren Ausflug in die ESO Supernova in Garching, ein schönes Telefonat und über den Schnee

Geärgert: über die langen Schlangen bei der Ausstellung „Lust der Täuschung“

Geklickt:  auf den TED Talk von Cameron Russell „Looks aren’t everything“ und den von Kate Raworth „A healthy economy should be designed to thrive, not grow“

Gelacht: Unfriending – the early years

Gewünscht: dieses Haus, dieses Bild, diese Pflanzen-Bank

Gestaunt: a free little library in a 110 years old dead tree

Gekauft: Konzertkarten für Mono und „Postcards from the edge of the universe

Gefunden: Spiderman3, Gilgamesch und The Other Boleyn Girl im Bücherschrank

Gedacht: „Character — the willingness to accept responsibility for one’s own life — is the source from which self-respect springs,” Joan Didion

Book-a-Day Challenge – Day 13

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These stories are perfect for all part time insominiacs. So instead of tossing and turning from one side to the other, grab that neat little reading light and let one of these great authors soothe you slowly into Morpheus‘ arms.

Some of the stories are only two or three pages long, some nearly 20 pages. The stories themselves are arranged into specific categories within the book: “Stories to make you glad to be alive”, “Stories to send a shiver up your spine”, “Stories to read when everything is going wrong”…

An eclectic mix of writers from Haruki Murakami to Virginia Woolf presented in a beautiful hard back edition.

This also comes with a recommendation from our Reading Weekend our Bookclub went to recently, were we read a few of these stories at night in the kitchen by the fire.

Combine this with my collection of short stories for long nights and Ted Chiang’s „Stories of your Life

Meine Woche

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Gesehen: „The Haunting of Hill House“ (2018) von Mike Flanagan. Spannende, vielschichtige Adaption nach Shirley Jacksons gleichnamigem Roman. Sehr empfehlenswert. Theo ist natürlich ganz besonders klasse 😉

Poltergeist“ (1982) von Tobe Hooper. Mit diesem Horrorklassiker bin ich nicht 100% warm geworden, den hatte ich mir deutlich gruseliger vorgestellt.

The Cloverfield Paradox“ (2018) von Julius Onah. Der deutlichst schwächste Film aus dem Paradox Universum. Der Anfang war ok, dann wurde er immer dämlicher.

Gehört: „Naked Words/Sacred Mouth“ – Tides of Man, „Sky Flying By“ – (Re)Routed, Solopiano I und MMXV – Jonas Hain, Triple 666 – end.user, „Fragments of Scattered Whispers“ – Endless Melancholy

Gelesen: diesen Artikel über Kavanaugh und Emphatieverweigerung, why merging with computers could be a good thing, über diese Expedition zum Kilauea Vulkan, the monoculture of thought in Silicon Valley, dieses Interview mit Haruki Murakami und Darwin was a slacker and why you should be one too

Getan: mal einen ganzen Tag am Feiertag gefaulenzt und die Ausstellung „200 Frauen“ in der Alten Bayrischen Staatsbank besucht

Geplant: ein paar spannende Gespräche mit Software Entwicklern an der Uni Dortmund führen

Gegessen: diese Winter Minestrone

Getrunken: rheinhessischen Riesling

Gesorgt: nach dem Bruder jetzt ein Papa-Drama. Ich hätte dann jetzt mal gerne eine Pause – danke! 😦

Gefreut: dass ich meinen Papa aus der Notaufnahme wieder mit heim nehmen konnte, über unser Klassentreffen nach 100 Jahren

Geklickt:  auf diese Werbung mit Charlize Theron, auf diesen Vortrag von Michael Seemann zu digitalem Kapitalismus

Gewünscht: diese Deko, diese Pralinen, dieses Neon-Schild

Gekauft: Handcreme und Seife bei Aesop, diesen tollen Bildband und ein Geburtstagsgeschenk für den Opa

Gestaunt: über diesen fleischfressenden Schwamm in der Tiefsee

Gefunden: nix

Gedacht: Edit your mind regularly

Meine Woche

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Foto: Eduardo Kobra

Gesehen: „L’Avenir“ (2016) von Mia Hansen-Løve mit Isabelle Huppert. Wunderschöner Film um eine Philosophie-Lehrerin die mit ihrer plötzlichen totalen Freiheit zurecht kommen muss.

Welt am Draht“ (1973) von Rainer-Werner Fassbinder mit Klaus Löwitsch und Barbara Valentin. Abgefahrene Sci-Fi mit viel Ästhetik und einem Thema das an die Matrix erinnert und als „The 13th Floor“ noch einmal verfilmt wurde. Lang aber sehenswert.

The Good Time Girls“ (2017) Kurzfilm von Courtney Hoffman. Sehr heftiger feministischer Western mit der grandiosen Laura Dern. Vorsicht blutig.

Don’t breathe“ (2016) von Fede Alvarez. Horrorfilm um einen Einbruch der richtig schief geht. Super intens, heftig und ich habe in der Tat fast den ganzen Film lang nicht geatmet. Unbedingt anschauen, wenn ihr euch traut.

Gehört: „The Unspoiled“ – Esben and the Witch, „She makes president“ – Sophie Hunger, „We’re not done“ – Mogwai, „Kiss Me“ – Sixpence non the Richer, „Up against Me“ – LP, „Tier“ – Tristan Brusch, „Oh my love“ – Louise Gold, „Schüsse in die Luft“ – Kraftklub

Gelesen: diese neue Kurzgeschichte von Haruki Murakami, diesen Artikel über Buckminster Fuller, diesen Artikel über die tollen Bibliotheken in Kanada, hier noch mal eine verständliche Erklärung zu Blockchain, when female artists stop being seen as muses und Sylvia Plath on female rage

Getan: den HNO Arzt aufgesucht, einen Confluence Workshop besucht und sehr lecker im Nana gegessen

Geplant: Birgit in Augsburg besuchen :), Don Quijote in der Glyptothek und Purcell im Müllerschen Volksbad

Gegessen: Kritharaki Taco Bowl

Getrunken: viel Tee

Gelacht: über dieses Foto

Geärgert: über die Nazi Vollidioten

Gefreut: großer Respekt für Dunja Hayalis Arbeit in Chemnitz

Geklickt: auf diesen TED Talk von Burcin Mutlu-Pakdil zu bislang unbekannten Galaxie-Formen und auf diese Literatur-Hotels

Gewünscht: diesen umgebauten Bus, dieses Outfit, diesen Korb, diese Schale von Setsuko Nagasawa

Gekauft: nix

Gestaunt: über diese Luftaufnahmen von Tempeln in Myanmar, wie Spinnen es schaffen 100 von km zu fliegen und über diesen riesigen Kalmar

Gefunden: ein vermisstes Buch im Keller

Gefragt: soll ich einen Kurs machen „Hieroglyphen lesen für Anfänger“ im Ägyptischen Museum? Lust hätte ich schon …

Gedacht: „But if thought corrupts language, language can also corrupt thought.“
(George Orwell)

Die Ermordung des Commendatore II – Haruki Murakami

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Dieses Jahr hätte er den Nobelpreis bestimmt bekommen, für den er schon so lange gehandelt wird, aber fällt ja nun aus. Über den ersten Teil, in dem unser 37 Jahre alter, gerade frisch getrennter Maler das Haus von Tomohiko Amado bezieht und dessen geheimnisvolles Bild findet, habe ich hier schon geschrieben.

Auf den zweiten Teil musste der geneigte Leser knapp vier Monate warten, das hat mich schon etwas genervt, habe die Teilung des Buches nicht ganz verstanden, denn 1Q84 hat man uns ja auch in einem Band vor den Latz geknallt.

Der Dumont-Verlag hat das aber durch das phantastische Design des Buches wirklich wett gemacht. Diesen beiden Bänden ein dunkles Erscheinungsbild zu geben, hat mir gut gefallen.

Man war schnell wieder drin in der Geschichte, die sich sich anfangs noch recht linear und realitätsnah weiterzuentwickeln schien. Und dann peng! er zieht das Tempo an und auf einmal wird es surreal, aufregend und unglaublich intensiv.

Metaphern wandeln sich, Verlorene tauchen wieder auf, Gesichter verschwinden. Alles wie fast immer bei Murakami, der sich gekonnt selbst zitiert. Die einzige Sache, die mich in diesem Band genervt hat, seine seltsame Busen-Fixierung, insbesondere wenn es sich um ein gerade mal 12- oder 13jähriges Mädchen handelt.

Abgesehen davon war das Lesegenuss pur, auch oder gerade durch die bekannten Motive und die so wohltuende Atmosphäre. Murakamis Romane will man nicht nur lesen, man will sich drin einrichten und darin leben.

Murakami ist Wabi Sabi.

Ich danke dem Dumont-Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Big in Japan

Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass wir in Japan waren und wahrscheinlich war es der kürzlich beendete neue Roman von Murakami, der wieder heftiges Japan-Fernweh auslöste, es musste also dringend etwas gegen die Sehnsucht unternommen werden. Einfach nur japanisch essen gehen war auf keinen Fall genug, ich plante daher eine intensive Japan-Literaturwoche, um mir ein bisschen von der Stimmung des Landes nach Hause zu holen.

Das Glück ist eine Festung

Fuminoris Roman beschäftigt sich mit einer ganzen Bandbreite dunkler Themen von Mord über Krieg, Terrorismus und Identitätsdiebstahl. Auch sein zweiter auf deutsch erschienener Roman ist das, was man einen Krimi-Noir nennen würde. Dunkel und urban schleicht er sich ganz langsam in die Nervengänge und wenn man etwa in der Mitte des Buches angelangt ist, kann man es partout nicht mehr aus der Hand legen.

Als Kind wird Fumihiro Kuki von seinem Vater erzählt, dass dieser ihn allein zu dem Zweck gezeugt hat, um ihn als Krebsgeschwür in die Welt zu entlassen. Die Welt hat es nicht besser verdient und sein Vater wünscht sich, dass Fumihiro soviel Zerstörung und Unheil anrichtet, wie er nur kann. Das möchte er der Welt als Erbschaft hinterlassen.

Fumihiro rebelliert gegen diesen Plan. Als sein Vater ein kleines Mädchen, Kaori, adoptiert,  verliebt sich Fuminori in sie. Von Anfang an ist klar, das sein Vater das Mädchen nicht aus reiner Gutherzigkeit adoptiert hat. Fuminori versucht alles, um Kaori vor seinem zutiefst bösartigen Vater zu beschützen…

Die Sprache ist wunderschön und erzeugt eine einzigartige Atmosphäre, die zwar düster, aber dennoch voller Schönheit ist. Man fiebert mit Fumihiro und fühlt mit ihm, dem einzigen, der in seiner kranken, verkorksten Familie versucht, das Richtige zu tun, was nicht einfach ist, wenn man in einer derartig verkorksten Umwelt aufwächst.

Krieg wird in der Geschichte sehr richtig als moderne Form des Bösen dargestellt, das als effiziente Maschine von Kapitalisten, Arbeitern und Soldaten am Laufen gehalten wird durch die unerschöpfliche Energie der ständig neu entstehende Kriegsherde. Krieg als Laboratorium der Unmenschlichkeit im ungezügelten Kapitalismus. Das ist das eigentliche Thema des Buches, das damit unweigerlich Bilder aus den beiden Weltkriegen, dem Vietnam Krieg, dem Krieg in Syrien etc., aufbeschwört.

„Merk dir, was hier passiert. Sie sagen, es sei ein ethnischer Konflikt. Aber sie lügen. Man hetzt die Menschen absichtlich gegeneinander auf, und mein Sohn hat eine Konzession für den Wiederaufbau nach dem Krieg.“

Fumihiros Bemühungen, Kaori zu schützen, bringt einiges in Bewegung und bietet und einen schonungslosen Blick in die verdrehten Köpfe von Kriegstreibern, Machthabern und Terroristen, denen völlig egal ist, womit sie Geld verdienen, hauptsache die Kohle stimmt.

Momentan scheinen die spannendsten und intelligentesten Krimis aus Japan zu kommen und Fuminori Nakamura ist ganz vorne dabei. Schon sein erster Roman „The Thief„, den ich mir während unseres Japan-Urlaubs kaufte, war richtig gut.

Ich danke dem Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar und freue mich schon auf seinen nächsten Roman. Eine weitere schöne Rezension könnt ihr hier bei letusreadsomebooks lesen.

 

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In der Serie „Lost“ gab es einen Protagonisten, der stets das einzige von ihm noch nicht gelesene Exemplar eines Charles Dickens Romans mit sich herumschleppt, weil er glaubte, solange er den noch nicht gelesen hat, kann ihm nix passieren. Vielleicht hatte ich unbewußt einen ähnlichen Beweggrund, warum ich den (vermeintlich wie sich herausstellte) letzten noch ungelesenen Murakami Band „Nach dem Beben“ noch immer jungfräulich im Regal stehen hatte. Bis ich irgendwann merkte, dass „Nach dem Beben“ und „Untergrundkrieg“ natürlich zwei gänzlich verschiedene Bände sind, die ich aus welchem Grund auch immer mental für eines gehalten hatte.

„Untergrundkrieg“ besitze ich derzeit noch nicht einmal, ich konnte also meine Japan-Woche erfreulicherweise um einen Murakami ergänzen, ohne wie Desmond aus Lost das letzte noch ungelesene Buch des Lieblingsautors zu opfern.

„Nach dem Beben“ sind Kurzgeschichten, die Murakami als Reaktion auf das verheerende Erdbeben in Kobe im Jahr 1995 schrieb. Er schuf sechs unglaubliche Geschichten, deren Hauptcharaktere zwar nicht selbst vom Erdbeben betroffen waren, deren Leben aber dennoch von Grund auf erschüttert und verändert werden. Ein Erdbeben, das nicht nur das Land sondern auch das Gewissen eines ganzen Landes erschütterte.

In typischer Murakami Manier ist es wieder nicht unbedingt der Plot der einzelnen Geschichten, der zentral oder sonderlich wichtig ist, sondern die Atmosphäre, die er wieder untrüglich zu schaffen weiß. In jeder einzelnen Geschichte schafft er eine eigene kleine Welt, seltsam, surreal und komplett faszinierend.

Meine liebste Geschichte war Thailand, auch wenn sie die am wenigsten surreale war. Eine kleine leise entspannende Perle von einer Story, ich wollte sofort und auf der Stelle in einem Freibad alleine früh morgens ein paar Runden drehen.

Mein liebstes Zitat stammt aus der Geschichte „Frosch rettet Tokio“:

„Manche behaupten zwar, Verständnis sei nichts als die Summe unserer Missverständnisse…“

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„Der Bergmann“ ist ein gewagter experimenteller Roman und der, wie ich las, anscheinend das am wenigsten bekannte Buch des großen „Meji„-Autoren Natsume Soseki, der es im Jahr 1908 schrieb. Es ist ein absurder Roman über die unbestimmbare Natur der menschlichen Persönlichkeit, eine Art Vorahnung auf Bücher von Autoren wie Woolf, Beckett oder Joyce.

Der Roman wird als Lieblingsbuch von Haruki Murakami angepriesen und bislang bin ich gerne jeglicher Musik oder Buchempfehlung von Murakami gefolgt und habe das nie bereut (abgesehen von ein paar Jazz-Stücken, mit denen ich nichts anfangen konnte). Dieser Roman war allerdings eine Herausforderung für mich, da er fast gänzlich ohne wirkliche Story fungiert und ausschließlich im Hirn des Protagonisten spielt.

Stream-of-conciousness ist immer schwierig und bei Jocye habe ich da auch immer riesige Schwierigkeiten, komischerweise so gar nicht bei Virigina Woolf. Muss mich irgendwann noch mal damit beschäftigen, woran das liegen könnte. Natsume Sosekis „Der Bergmann“ ist allerdings wieder einer, an dem ich mir ordentlich die Zähne ausgebissen habe.

Die ersten 50 Seiten gingen durchaus gut, wäre das ganze eine Kurzgeschichte die nach 50-60 Seiten endet, ich hätte glaube ich Lobeshymnen abgelassen, aber irgendwann merkte ich beim Lesen, dass ich mehr und mehr zum störrischen Maulesel wurde, der einfach nicht mehr weiter wollte. Kein gutes Zureden, kein „es ist doch Murakamis Lieblingsbuch“ wollten helfen, selbst meine Versuche, mich mit Majus aus dem Asialaden zu bestechen, waren erfolgreich, etwa in der Mitte des Buches ging es nicht mehr weiter und ich sitze sozusagen noch immer im Bergwerk fest.

„Ich bin in letzter Zeit zur festen Überzeugung gekommen, dass es etwas wie Charakter einfach nicht gibt. Oft prahlen Schriftsteller zwar damit, sie würden diesen oder jenen Charakter beschreiben und gestalten. Und dann die Leser, die so tun, als würden sie alles verstehen, indem sie von diesem und jenem da reden. Erstere scheinen sich einen Spaß daraus zu machen, Lügen zu fabrizieren, und letztere sich daran zu ergötzen, diese Lügen zu lesen. Also mal ehrlich, etwas in sich klar Definiertes wie ein Charakter existiert schlichtweg nicht. Das, was da wirklich ist, das kann kein Schriftsteller niederschreiben, und wenn doch, kann man sich drauf verlassen, dass daraus kein Roman wird. Der reale Mensch ist seltsam undefinierbar.“

Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt, ich werde es sicherlich noch einmal versuchen, ich glaube das Buch ist wie Matcha Tee, man muss sich da langsam rantasten, es immer mal wieder versuchen. Hat irgendeiner von euch bessere Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben wie ich das „Bergwerk“ knacken kann?

Ich danke auf jeden Fall dem Dumont-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Während meiner Japan-Woche habe ich im offenen Bücherschrank noch ein obskures Buch aus den 1970er Jahren gefunden. „Bei den Weisen Japans“ von Paul Arnold eine Reise ins mystische Japan und den dortigen Geheimlehren und -sekten. Ich habe bislang nur hineingeblättert, es wirkt etwas esoterisch, erinnert mich aber aus irgendeinem Grund an den „Commendatore“ von Haruki Murakami…


Ich hoffe ich konnte euch etwas Lust auf Japan machen – bei Interesse kann ich euch meinen Reisebericht empfehlen, dann könnt ihr zumindest schon mal virtuell verreisen, die richtige Reiselektüre hättet ihr auf jeden Fall schon mal 🙂