Orphan Black in Books


 

Es ist wohl kaum möglich gewesen nicht mitzubekommen, dass ich der weltgrößte Fan der Sci-Fi/Science-Thriller-Serie „Orphan Black“ bin. Orphan Black ist sowas wie das utopische Gegenstück zu Margaret Atwoods Dystopie „The Handmaid’s Tale“ und hat jede Menge vielschichtiger, spannender, intelligenter Frauen sowie LGBT Charaktere zu bieten, deren Sexualität stets weniger wichtig als ihre tatsächlichen Persönlichkeiten sind. Auch Cast und Crew sind stetige „loud and proud allies“ für die LGBT Community und damit in diesen finsteren Zeiten ein absoluter Lichtblick, mit der uns die kanadische TV Szene da beglückt hat. 20633760_121307931842109_2584908431961882624_n In der Serie geht es Sarah Manning, eine Frau, die die Identität ihres Klons Elizabeth Childs annimmt, nachdem sie deren Selbstmord beobachet hat. Die Schauspielerin Tatiana Maslany spielt in der Serie eine Vielzahl an Menschen, die Klone sind. Im Laufe der Serie stellt sich heraus, dass in geheimen medizinische Versuchsreihen das Klonen von Menschen gelungen war und die Klone sich nach und nach ihrer wahren Identität bewusst werden. Die Serie wirft Fragen auf, die sich um die Themen Moral, die ethischen Implikationen menschlichen Klonens und den Effekt dessen auf die persönliche Identität drehen. Was kann und darf Wissenschaft? Darf man menschliches Erbgut patentieren lassen? Hier ein TED Talk zu diesem Thema, der unter anderem zeigt, wie wichtig die Wissenschaft für die Macher von Orphan Black ist:

Die Serie hat eine wissenschaftlicher Beraterin, Cosima Herter, die als lebendige Vorlage für einen der Klons in der Serie, Cosmia Niehaus, diente. Neben der herausragenden Schauspielkust der Hauptdarstellerin Tatiana Maslany und den überdurchschnittlich guten Drehbüchern wurde immer wieder gerade die Genauigkeit gelobt, wenn es um die Wissenschaft in Orphan Black ging. IMG_8118 Herwig war auch an einem Buch beteiligt, mit dem Titel „The Science of Orphan Black“, das sich mit sämtlichen Fragen rund um Genetik, Eugenetik, Cloning etc. in der Serie beschäftigte und zeigt, wie die wissenschaftlichen Aspekte tatsächlich sind und wo es in der Serie gelegentliche notwendige dramaturgische Abweichungen gab. Das Buch ist sicherlich kein Ersatz für „richtige“ wissenschaftliche Bücher zu den Themen, aber ich bin einfach begeistert davon, wie sehr ein Serien-Begleitbuch Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit legt und zugleich Lust auf Wissenschaft macht. Davon bitte unbedingt mehr. Ein weiteres Begleitbuch zur Serie hat sich mit den philosophischen Fragen hinter der Serie beschäftigt. Richard Greene ist Professor für Philosophie an der Weber State University und beschäftigt sich mit den Fragen „Was macht eine Person einzigartig?“, „Ist es unmoralisch, Klone vorsätzlich mit Gen-Defekten zu erschaffen?“, „Was sagt uns das Verhalten der Clone Club Mitglieder mit Blick auf die Nature vs Nature Debatte?“ und viele weitere spannende Themen. IMG_8121 Orphan Black zeigt uns Probleme der Biotechnolgoie, die in nicht allzu ferner Zukunft unsere tagtäglichen Fragestellungen sein könnten. Was für eine Zukunft ist das, in der wir – wie wir es jetzt bereits ansatzweise mit Crispr-Cas9 erleben –  in der Lage sein werden, unser Genom zu editieren? Wie werden wir künftig mit wissenschaftlich-religiösen Kults wie Neolution oder den Prolethians umgehen? Sollte es Biotech Firmen erlaubt sein, die menschliche DNA zu patentieren und welcher Moral werden wir folgen, wenn wir vielleicht irgendwann nicht einmal der Polizei mehr trauen können? Der New Yorker hat sich schon früh positiv mit der Serie beschäftigt und blickt in diesem Artikel auf die dunkle Eugenetik-Geschichte der USA, mit der sich auch die Zeitschrift Nature in diesem Artikel beschäftigt. In Orphan Black selbst geht es aber auch immer wieder um Bücher. Eines der wichtigsten für Science-Geek Cosima ist Charles Darwins „The Origin of Species“ – das Buch ist insbesondere in der ersten Staffel allgegenwärtig, wo die Titel der einzelnen Episoden nach Kapiteln aus Darwins Buch benannt sind. Hier geht es übrigens zu meiner Hirngymnastik „Genetik“ bei der ich mich neben Darwin auch mit dem Buch „What we talk about when we talk about Clone Club“ von Gregory E Pence beschäftigt habe. IMG_8120

Die Titel der zweiten Staffel sind Zitate von Francis Bacon, die der dritten Staffel beziehen sich auf die Abschiedsrede von Dwight Eisenhower, in der vierten Staffel beziehen sie sich auf die Arbeiten der feministischen Wissenschaftlerin Donna Haraway und die letzte Staffel nutzt Zitate aus Ella Wheeler Wilcox Gedicht „Protest“:

To sin by silence, when we should protest, Makes cowards out of men. The human race Has climbed on protest. Had no voice been raised Against injustice, ignorance, and lust, The inquisition yet would serve the law, And guillotines decide our least disputes. The few who dare, must speak and speak again To right the wrongs of many. Speech, thank God, No vested power in this great day and land Can gag or throttle. Press and voice may cry Loud disapproval of existing ills; May criticise oppression and condemn The lawlessness of wealth-protecting laws That let the children and childbearers toil To purchase ease for idle millionaires.

 

Therefore I do protest against the boast Of independence in this mighty land. Call no chain strong, which holds one rusted link. Call no land free, that holds one fettered slave. Until the manacled slim wrists of babes Are loosed to toss in childish sport and glee, Until the mother bears no burden, save The precious one beneath her heart, until God’s soil is rescued from the clutch of greed And given back to labor, let no man Call this the land of freedom.

Solche intellektuellen Spielereien mag ich sehr und sind einer der Gründe für mein heftiges Fangirling. DSC_0217 Aldous Huxleys 1932 erschienener weltberühmter Roman „Brave New World“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Serie. Der Roman antizipiert Entwicklungen in der Fortpflanzungsmedizin und deren ethischer Implikationen mit Blick auf menschliches Klonen. Die Serie verneigt sich vor Huxley, in dem sie dem intriganten Wissenschaftler Aldous Leekie seinen Vornamen verpasst, der Nachname könnte eine Referenz auf den Anthropologen Louis Leakey sein, auch wenn der sich etwas anders buchstabiert. blogleekie Zudem hat Huxley ein Gedicht mit dem Titel „Leda“ veröffentlicht, das Bezug nimmt auf die griechische Mythologie und von der Liebesaffaire zwischen der Königin Leda, der Mutter von Helena von Troy und ihrem Schwan, bei dem es sich um den verkleideten Zeus handelt. Leda bringt später zwei Eier zur Welt, aus dem einen schlüpft ein paar menschlicher sterblicher Zwillinge, aus dem anderen Ei ein paar göttliche Zwillinge mit übermenschlichen Kräften. Das zweite Projekt „Castor“ diente der Schaffung einer männlichen Klonreihe, Castor ist der Name eines der menschlichen Zwillinge, die Leda auf die Welt bringt.

Eine Menge los bei Orphan Black und langsam fangen die Gehirnzellen an zu rauchen, oder? Wir müssen uns aber auf jeden Fall noch mit H. G. Wells „The Island of Dr Moreau“ beschäftigen. Das Buch, das dem Gründungsforscher Dr. Ethan Duncan gehörte, taucht immer wieder auf, es enthält Symbole, die außer ihm nur ein weiterer Klon namens Rachel teilweise entziffern kann. Die Symbole bringen Sara auf die Spur von Kendall Malone, die als Chimäre (Organismus, der aus genetisch unterschiedlichen Zellen aufgebaut ist und dennoch ein einheitliches Individuum darstellt) das eigentliche Original ist, aus deren DNA die Klone erzeugt wurden. IMG_8119 orphan-black-kira-cosima-moreau

Fotos: BBC America

Die fünfte Staffel beginnt auf der Insel, die genau wie im Buch Heimat eines durchgeknallten Professors ist und Menschen in einem Dorf beherbergt, an denen der Professor ohne deren Wissen medizinische Versuche durchführt. Der verrückte Professor heißt PT. Westmoreland und ist Autor diess Buches

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und der eigentliche Marionettenspieler hinter den Kulissen.  In den fünf Staffeln der Serie kommt man kaum zum Durchatmen, kaum ist ein Teil des Puzzles gelöst, entstehen gleich wieder drei neue. Eine Show mit viel Adrenalin, wahnsinnig guter Besetzung, viel Brainpower und jeder Menge Literaturtipps.

Hier noch ein spannender Artikel aus der LARB „Epigenetic Television: The Penetrating Love of Orphan Black

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Der Abschied von den Sestras ist mir enorm schwer gefallen, aber dank DVDs, Büchern und Comics werde ich dem Clone Club immer wieder mal einen Besuch abstatten. In diesem Interview spricht Maslany über ihren Abschied von der Serie und sollte sich Dr. Delphine Cormier jemals als praktische Ärztin niederlassen, ich werde ihre allererste Patientin werden…

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Thanks for the ride and the Science, Sestras!

 

Welche der vorgestellten Bücher kennt ihr und habt ihr einen Lieblingsklon in Orphan Black?

  • Casey Griffin / Nina Nesseth – „The Science of Orphan Black“
  • Rachel & Richard Greene – Orphan Black & Philosophy
  • Charles Darwin – „The Origin of Species“ ist auf deutsch unter dem Titel „Die Entstehung der Arten“ erschienen
  • Aldous Huxley – „Brave New World“ ist auf deutsch unter dem Titel „Schöne Neue Welt“ im Fischer Verlag erschienen
  • H. G. Wells – „The Island of Dr Moreau“ ist auf deutsch unter dem Titel „Die Insel des Dr. Moreau“ erschienen

 

 

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Meine Woche

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Gesehen: „Orphan Black“ (2017)- The Final Trip. Jetzt muss ich erstmal mein armes gebrochenes Herz verarzten. Das Ende einer Lieblingsserie ist wie Liebeskummer… Bye Sestras, Bye Clone-Club, Bye Cophine.

Valerian and the City of a Thousand Planets“ (2017) von Luc Besson mit Clara Delevingne. Farbenfrohe Bubblegum-Space-Opera, die nicht ganz an „The Fifth Element“ heranreicht, aber großen Spaß macht.

In the Mouth of Madness“ (1994) von John Carpenter mit einem lockigen Jürgen Prochnow. Mystery und etwas Grusel um einen verschwundenen Horror-Autoren. Sehr cool.

Gehört: „Saint Claude“ – Christine & The Queens, „Blue Moon“ – Kendal Johansson,  „Cocoon“ – Bjork, „Lost on You“ – LP, „Genesis“ – Grimes, „You are my sisters“ – Anthony and the Johnsons, „Pret a porter“ – Emilie Mover, „Work“ – Charlotte Day Wilson, „Myth“ – Beach House und „Islands“ – The XX

Gelesen: dieses Interview mit Tatiana Maslany, Why we fell for clean eating, how universities embolden white nationalists, dieses Interview mit Zadie Smith, Forscher haben einen Computer mit DNA gehackt und über die „ethical consequences of immortality technology“ und auf „America’s hidden history: The Eugenics Movement“

Getan: einen spontanen Urlaubstag genommen und kilometerweit durch die Stadt gewandert um morgens um 11 ins Kino zu gehen, auf dem Wendelstein rumgekraxelt und ein bezauberndes Baby bespasst.

Geplant: Konzert und Workshop in Dortmund

Gegessen: Kichererbsen-Burger mit Harissa

Getrunken: Siegfried & Tonic

Gelacht: It’s Sunday. Let’s sin.

Geärgert: nö, glaub nicht.

Gefreut: über meinen Leseratz und ein schönes Wichtelbuch

Gewünscht: diese mobile Bar, diesen Zahnbürstenhalter, dieses Apartment

Geklickt: auf „What if Scientists were celebreties“ und Ricardo Sabatinis TED Talk „How to read the Genome and build a human being“

Gekauft: The DNA & Science of Orphan Black

Gefunden: nix

Gewundert Gestaunt: über Terence McKenna „The Future of the Human Race“

Hirngymnastik – Genetik und Evolution

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Ich finde alles, was mit der Entstehung und Entwicklung des Lebens zu tun hat, unglaublich spannend. Schon lange beschäftigte mich daher die Frage, wie aus der Ursuppe die ersten Gene entstanden sind und wie im Laufe von Milliarden Jahren dann irgendwann so in den letzten 5 Minuten der Zeit der Mensch in seiner heutigen Form erschien.

Durch die komplette Entschlüsselung des Genoms, die unglaublich faszinierende CRISPR Cas-Methode und nicht zuletzt natürlich durch meine Lieblings-Science-Serie „Orphan Black“ wurde ich dazu animiert, mich eine Zeit lang deutlich intensiver mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Willkommen zum zweiten Teil der Hirngymnastik und los gehts:

Matt Ridley – Genome

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Matt Ridley ist meines Erachtens einer der besten Autoren im naturwissenschaftlichen Bereich. Das dieses Buch hier schon über 15 Jahre alt ist, merkt man ihm nicht an, es hat nichts an Aktualität, Anspruch und Bedeutsamkeit verloren. Habe es vor vielen Jahren mal gelesen und es wurde dringend Zeit für eine neue Runde. Ridley widmet jedes der 23 Kapitel einem spezifischen Gen, die an den 23 Chromosomen Paaren zu finden sind. Das Buch soll kein Buch über Krankheiten sein, dennoch sind insbesondere Erbkrankheiten ein wichtiges Thema des Buches. Die letzten Kapitel beschäftigen sich mit allgemeineren Themen wie genetischem Determinismus, Eugenik, Erbschaftslehre und der immer wieder spannenden Frage von Nature vs. Nurture. Sind wir und unsere Körper und unser Hirn in bestimmter Art und Weise vorprogrammiert für bestimmte Vorlieben?

“Imagine that the genome is a book.

There are twenty-three chapters, called CHROMOSOMES.
Each chapter contains several thousand stories, called GENES.
Each story is made up of paragraphs, called EXTONS, which are interrupted by advertisements called INTRONS.
Each paragraph is made up of words, called CODONS.
Each word is written in letters called BASES.” 

Das Buch gibt einen spannenden Einblick in die Geschichte der Menschheit, wie wir wurden, was wir sind. Das Humangenomprojekt hat unser komplettes Genom komplett entschlüsselt und es den Menschen erstmals ermöglicht, die Ursache von Krankheiten und mögliche Therapien zu entdecken und die Lebensqualität zu verbessern. Dieses Wissen, das durch die Genforschung entsteht, ist wichtig und notwendig, wie wir dieses Wissen dann später nutzen, ist eine komplett andere und ebenfalls sehr sehr wichtige Diskussion.

Ridley glaubt an den freien Willen und ist daher fest davon überzeugt, dass Vererbung nicht automatisch Unveränderlichkeit bedeutet. Du selbst und nicht Deine Gene kontrollieren Dein Leben.

“The fuel on which science runs is ignorance. Science is like a hungry furnace that must be fed logs from the forests of ignorance that surround us. In the process, the clearing we call knowledge expands, but the more it expands, the longer its perimeter and the more ignorance comes into view.”

Gregory E. Pence „What we talk about when talk about Clone Club“

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Als Mitglied im Clone Club und weltgrößter Fan der Science-SciFi-Klon-Serie „Orphan Black“ durfte dieses Buch natürlich nicht fehlen. Es ist aber nicht nur eine unbedingte Empfehlung für Fans der Serie, sondern für alle, die sich für Bioethik und Genetik interessieren.

Pence beschäftigt sich in seinem Buch mit Bioethik, einem Feld, das sich mit wissenschaftlichen und medizinischen Fragen beschäftigt. Wer die Serie kennt, wird sich vermutlich mit der Frage beschäftigt haben, wieviel Science steckt da wirklich drin und wie realistisch ist diese dargestellt. Was sind die moralischen und rechtlichen Implikationen, wenn wir über Klone nachdenken. „I am not your property“ war einer der Sätze, die sich mit der Frage beschäftigte, wem gehören DNA Patente? Dazu sollte man sich auch unbedingt einmal diesen TED Talk angucken:

https://www.ted.com/talks/tania_simoncelli_should_you_be_able_to_patent_a_human_gene

Wie ist es möglich, dass Klone, die dem gleichen Baukasten entspringen, so unterschiedlich sind mit Blick auf Aussehen, Verhalten und der Art und Weise zu denken? Pence beschäftigt sich mit den Themen Geschlechtsidentität, Fragen der sexuellen Orientierung mit Blick auf „Lifestyle Choices“, die in der Serie thematisiert werden und mit der Frage, was das Klonen mit der dunklen Geschichte der Eugenetik zu tun hat sowie mit psychologischen, rechtlichen und medizinischen Aspekten.

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Cosima: „You know your clones, we call each other sister.
Kendall: Call yourselves what you want. You’re just a bad copy of me. 
Cosima: We’re kind of over the whole bad copy thing. It’s way more accurate for us to call you older sister.“

Pence schafft es, die Wissenschaft hinter Orphan Black zugänglich zu machen und ich habe einiges gelernt bei der Lektüre. Beispielsweise war mir vorher nicht klar, dass eineiige Zwillinge sich genetisch ähnlicher sind als Klone. Durch Umwelteinflüsse und kleine Unterschiede in der Zusammensetzung der mitochondrialen Gene in der Eizelle, die den Nukleus des Klons beherbert, und unterschiedlich verlaufende Schwangerschaften sind der Grund dafür, dass Klone etwas unterschiedlicher sind als eineiige Zwillinge. Also, auch wenn Rachel und Cosima zum Beispiel 99% identisch sein mögen, ist die Übereinstimmung zwischen den Zwillingen Sarah und Helena denoch höher.
Der Autor macht Lust, sich mit den bioethischen Fragen zu beschäftigen, die Wissenschaft hinter der Serie zu ergründen und man merkt, dass er ebenfalls stolzes Mitglied im Clone Club ist und seine Begeisterung ist definitiv ansteckend.

 

Richard Dawkins – „The Selfish Gene“

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Richard Dawkins – The Selfish Gene

Noch ein Klassiker, dem man seine 30+ Jahre, die es auf dem Buckel hat nicht anmerkt. Dawkins Bücher sind sehr zugänglich, nicht nur durch die eingängige Sprache, sondern seine Art, komplizierte Dinge mit passenden Methaphern zu bestücken. Spieltheorie spielt eine große Rolle, wenn man Genetik verstehen will. In diesem Buch hat Dawkins auch den Begriff „Meme“ zum ersten Mal gebraucht, der selbst zur Meme wurde. Eine „Meme“ ist das kulturelle Pendant zum biologischen Gen. Meme versuchen, sich durch Verbreitung selbst zu erhalten und passen sich ebenfalls durch Mutationen an, wenn dies ihrer Selbsterhaltung zuträglich ist.

Hier einer meine Lieblings-TED Talks zum Thema Memen:

http://www.ted.com/talks/susan_blackmore_on_memes_and_temes

Dawkins beschäftigt sich im Buch unermüdlich mit dem Gegensatz zwischen dem Egoismus der Gene, der notwendig ist zum Überleben, und dem Altruismus der gleichzeitig ein großer Teil unserer Menschlichkeit ist. Wie erklärt sich Altruismus? Dawkins findet sich im Buch oft in der Rolle des Störenfriedes und Spaßverderbers, denn immer wenn wir glauben, dass der Mensch tief drinnen doch echt ein gutes Wesen ist, zeigt er uns wieder und wieder, dass positives Verhalten von unseren Genen gesteuert wird und denen am Ende immer zu Gute kommt.

“Let us try to teach generosity and altruism, because we are born selfish. Let us understand what our own selfish genes are up to, because we may then at least have the chance to upset their designs, something that no other species has ever aspired to do.”

Es ist ein absolut faszinierendes Buch das ich jedem empfehlen würde der sich für Genetik, Evolution und Soziologie interessiert. Es macht Spaß zu lesen, ist nicht schwierig und man lernt permanent mehr über sich und unseren Ursprung.

“In the beginning was simplicity.” 

Dawkins erfährt in letzter Zeit viel Ablehnung, da er einer der entschiedensten und offensivsten Atheisten ist und das vielen nicht passt. Religiöse Leute lesen seine Bücher wahrscheinlich ohnehin nicht, falls sie es tun, sollten sie allerdings tatsächlich ein etwas dickeres Fell haben, denn er fasst sie nicht mit Samthandschuhen an. Er ist ein leidenschaftlicher Anhänger von Darwins Evolutionstheorie und hat für Kreationisten absolut nichts übrig.

“The meme for blind faith secures its own perpetuation by the simple unconscious expedient of discouraging rational inquiry.” 

Solange man keine Chance hat, in Amerika Präsident zu werden, solange man nicht irgendeiner Religion angehört (und vermutlich in einer ganzen Reihe anderer Länder), solange sind bekennende und offensive Atheisten nötig.

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Charles Darwin – Hosts of Living Forms

Dieses kleine Büchlein war alles andere als leichte Kost. Habe mich ganz schön gequält, denn so sehr mich Darwins Ideen im Buch auch faszinieren, die Sprache musste ich erst einmal knacken, um an den Kern vorzudringen.

Er beschäftigt sich hier überwiegend mit der Unzulänglichkeit der Fossilien und wie identische Spezies teilweise über riesige zeitliche und räumliche Entfernungen existieren können, wie Fossilien entstehen und wie lang es braucht, bis Landmasse erodiert.

Ein Buch, das vermutlich etwas zugänglicher wird, wenn man ein bisschen was geraucht hat. Ansonsten ist Darwin im Original eher was für Fortgeschrittene.

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„I look at the natural geological record, as a history of the world imperfectly kept, and written in a changing dialect; of this history we possess the last volume alone, relating only to two or three countries. Of this volume, only here and there a short chapter has been preserved; and of each page, only here and there a few lines. Each word of the slowly-changing language, in which the history is supposed to be written, being more or less different in the interrupted succession of chapters, may represent the apparently abruptly changed forms of life, entombed in our constructive, but widely separated, formations.“

Neben den Büchern habe ich mich noch mit Hank Greens Crash Course Biology beschäftigt

und die Episode „The Evolutionary Epic“ in dem es um Evolution ging:

 

Beides wirklich empfehlenswert. Der nächte Teil der Hirngymnastik beschäftigt sich voraussichtlich mit Physik – tune in for more Fun with Facts 😉

Matt Ridley – „Die Geschichte des Genoms“ erschienen im Claasen Verlag
Gregory E. Pence – „What we talk about when we talk about Clone Club“
Richard Dawkins – „Das egoistische Gen“ erschienen im Springer Verlag
Charles Darwin – „Hosts of Living Form“ erschienen im Penguin Verlag

Meine Woche

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Gesehen: „Orphan Black“ – Season 4 – endlich! War so schwer dranzukommen. Wahnsinnig spannend, ich vergesse jedes Mal wieder das die unterschiedlichen Sestras alle Tatiana Maslany sind – unglaublich. Jede einzelne Sestra hätte einen Oscar verdient 😉

Godzilla“ von Gareth Edwards mit ziemlicher Starbesetzung. Ich fand ihn klasse, aber ich bin auch hardcore Godzilla-Fan 😉 Ich würde ihn nicht rein wegen Juliette Binoche empfehlen, sie spielt nur 2 min mit. Nur so zur Info.

Gehört: „Daydreaming“ – Radiohead, „Control“ – Serpents of the She, „Raindrops Prelude Op 28  – Frederic Chopin,  „Ultrasound“ – William Control, „Hands in the Air“ – Matter, „Smash it up“ – International Noise Conspiracy, „Ave Maria“ – Nina Hagen

Gelesen: diese Undercover Reportage über private Gefängnisse in den USA,  dieses Interview mit Laurie Penny zum Brexit, diesen Artikel zu Genetik/Eugenik, Geoff Dyer über sein neuestes Buch und dieses Interview mit Jodie Foster

Getan: gefeiert, weil was ziemlich aussichtsloses doch noch geklappt hat

Geplant: mich in die Arbeit stürzen, Computer Science Course beenden an der Khan Academy

Gegessen: Erdbeersalat mit Halloumi

Getrunken: Champagner und Himbeer-Minz-Limonade

Gefreut: siehe oben 🙂

Geärgert: das wir bei Gewitter nie die Balkontür auflassen können, weil es reinregnet

Gelacht: über diesen klugen Rat zur Ernährung

Gewünscht: dieses Pflanzenregal, Buckyballs, dieses Haus

Gefunden: ein Philosophie-Buch für Kinder

Geklickt: diesen TED Talk über Perspektive und diesen,  der erklärt wie Computer kreativ werden, Liste mit 100 abgefahrenen Büchern die man lesen sollte, „Women in Sports harrassment“ – schrecklich

Gewundert: Wille kann Realität brechen

Meine Woche

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Gesehen: „Freeheld“ mit Julianne Moore und Ellen Page. Beeindruckender Film, ohne Cleenex-Box hält man den aber nicht aus.

Enemy“ von Denis Villeneuve mit Jake Gyllenhaal. Spannende Verfilmung von Jose Saramagos Roman „Der Doppelgänger“. Tolle Atmosphäre.

Deep Web“ Dokumentation über die Silk Road im Dark Net. Sehr interessant. Unbedingt anschauen.

Gehört: „Killing in the Name of“ – Rage against the Machine, „Somebody else’s dream“ – In Strict Confidence, „Forgiveness“ – Editors, „Not Harmless“ – Laura Gibson, „Forget me not“ – Cocorosie

Gelesen: diese Liste mit inspirierenden Autorinnen, diesen Artikel über das Klonen und Orphan Black und diesen Artikel von Orhan Parmuk über Istanbul

Getan: Amsterdam unsicher gemacht, in Coffee Shops abgehangen, mit dem besten Team der Welt Party gemacht, einen Workshop durchgeführt, Boot gefahren und im Kino gefrühstückt

Gegessen: Kekse – dieses leckere Ofengemüse ist mir leider durch die Lappen gegangen

Getrunken: Heineken

Gefreut: nach einer Woche wieder zu Hause zu sein und sogar ein „Welcome back“-Geschenk bekommen zu haben, über einen Überraschungsgast und leckere Schoki im Briefkasten und über dieses Statement von Bruce Springsteen

Geärgert: nö – Fuck you, I won’t do what you tell me

Gelacht: über dieses Foto und über zwei Kollegen die ein Polizeiauto für ein Taxi hielten

Geplant: wieder zur Ruhe zu kommen, wieder mehr schreiben

Gewünscht: diesen kleinen Igel, diese Jacke, dieses Sideboard und dieses Outfit

Gekauft: so einiges was glücklich macht

Gefunden nix aber geschenkt bekommen: ein Champager-Badesalz und dieses Tshirt

Geklickt: auf dieses Video über schwarze Löcher und diesen TED Talk zu den Panama Papers

Gewundert: wie schön Amsterdam ist

Meine Woche

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Gesehen: “Vivere“ von Angelina Maccarone. Deutsches Road-Movie mit Hannelore Elsner. Bin kein großer Fan deutscher Filme, den fand ich wirklich gut, Frau Elsner ziemlich großartig.

Orphan Black“ Season 3 zu Ende geschaut. Es geht weiter am 10.4. – da muss ich schließlich vorbereitet sein. Einfach unglaublich spannend …

Gehört: Raveonettes „Excuses„, Covenant „Call the Ships to Port„, The Last Shadow Puppets „Aviation„, Aurora „Running with Wolves

Gelesen: über diese Ideen die die Welt verändern werden, darüber was der Mathematik fehlt,  was David Sedaris beim Einkaufen in Tokio so erlebt, über diese syrische Architektin die den Wiederaufbau plant,

Getan: mit Imsomnia gekämpft, den Open-Yale-Kurs „Philosophy and the Science of Human Nature“ begonnen,  lieben Besuch bekommen und meine „Celebrating Poetry“-März-Spende an Room to Read überwiesen.

Gegessen: sehr leckere Waffeln

Getrunken: Unmengen an Tee und Weißwein von der Winzerer-Freundin

Gefreut: über eine glückliche Rückkehr

Geärgert: das ich oft immer noch zu emotional bin (I wanna be Data)

Gelacht: „I’m very patriotic, just not decided on the country yet“

Geplant: Celebrating „Ideas“ im April – mußte bei meiner Challenge bissl was umstellen, einen erfolgreichen Workshop durchführen nächste Woche und trotz allem fuck up ein schönes Teamevent in Amsterdam erleben

Gewünscht: diese Boxen, diesen Tisch, diese Küchen-Installation und solche Sommer-Abende bald mal wieder

Gekauft: Indie-Book-Day Nachzügler-Kauf: „Euphoria“ von der Büchergilde

Gefunden: nüscht

Geklickt: auf diese Diskussionsrunde zwischen Snowden, Chomsky und Greenwald, auf diesen TED Talk von Adam Grant warum Innovatoren oft Prokrastinierer sind und auf diesen TED Talk der einen Einblick in die Zukunft von „Virtual Reality“ gibt

Gewundert: wie fertig es macht, wenn man ein paar Tage nicht schläft

Meine Woche

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Gesehen: „Moon“ von Duncan Jones. Intelligenter Sci-Fi über einen Astronauten der nach 3 Jahren Schicht auf der dunklen Seite des Mondes abgelöst werden soll.

The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow – großartig und unbedingt empfehlenswert. Auch für Leute (wie mich) die eigentlich mit Kriegsfilmen überhaupt nichts anfangen können.

Orphan Black und Orange is the New Black – jeweils die 3. Staffel noch mal angefangen, damit wir up-to-date sind, wenn es mit der nächsten Season weitergeht.

Gehört: Esben and the Witch – No Dog, Swans – Love will save you, Crystal Stilts – Shake the Shackles, Clark – Winter Linn,   Andy Stott – Luxury Problems, Rainer Maria Rilke – Siehe, Kirlian Camera – Odyssey Europa 2009

RIP – Viola Beach – how sad 😦

Gelesen: dieses Interview mit Jack Garfein, diesen Artikel über kommende Literaturverfilmungen, diesen Artikel über dunkle Materie,  dieses Interview mit Miranda July, diesen Artikel über Salinger und diesen Artikel über David Foster Wallace

Getan: im Bodhi lecker gegessen und gute Gespräche geführt, für WorkingFutureWorking Interviews geführt, Willy fotografiert und einen Kuchen gebacken. Letzteres hat für viel Amusement gesorgt

Gegessen: dieses leckere Pilzcurry, viel Salat und Kirschkuchen

Getrunken: Bombay Sapphire Gin& Tonic

Gefreut: Orange is the New Black auf 7 Staffeln verlängert – woohoo, tolle Buchgeschenke bekommen und überhaupt eine überaus produktive Woche gehabt und natürlich Einsteins Gravitationswellen

Geärgert: nö

Gelacht: 99% of all socks are singles and you don’t see them crying about it und dieses Bild

Geplant: heute abend ins Kino gehen, Geburtstag feiern mit der 1000 Bier Freundin, einen philosophischen Abend im Literaturhaus besuchen, im Bookclub diskutieren und hoffentlich Bonnie mitnehmen für ein Wochenende

Gewünscht: dieses Geschirr, dieses Boot-Tray, diese Anlage

Gekauft: diese Gummistiefel und ein Abo für den Smithonian

Gefunden: 3 Bücher auf einer Hecke, hab sie aber liegen lassen

Geklickt: dieses Video über Analogien, dieses Video über Einsteins Gravitationswellen und auf diesen TED Talk von Nick Bostrom über Computer die immer schneller immer smarter werden

Gewundert: wie anstrengend backen ist