2016 – Das Konzertjahr

13879193_10154503552040962_638608833741235586_n

2016 war ein ganz gutes Konzertjahr. Kein wirklicher Ausfall dabei, ich kann mich nur schwer für ein Ranking entscheiden und lasse es daher. Hier meine Konzerte in diesem Jahr in alphabetischer Reihenfolge incl der jeweiligen Vorbands:

Und hier zum Abschluß noch meine Playlist 2016

David Bowie – Lazarus
Sia – Waving Goodbye
Russian Circles – Mota
Daughter – Doing the Right Thing
Massive Attack – The Spoils
Christine and the Queens – Tilted
Lea Porcelain – Warsaw Street
Archive – Bright Lights
Polica – Lime Habit
Trentemoller – Never Fade
Banks – 27 Hours
IAMX – Everything is Burning
Avec – Granny
Public Memory – Ringleader
The Kills – Heart of a Dog
Esben and the Witch – Sylvan
Get Well Soon – Marienbad
Austra – Utopia
Mono – Ely’s Heartbeat
Savages – Adore
Explosions in the Sky – Landing Cliffs
The Raveonettes – Run Mascara Run
Holy Esque – Rose
Garbage – Even Though our love is doomed
Skunk Anansie – Death to the Lovers
Warpaint – New Song
Pantha du Prince – The Winter Hymn
White Lies – Take it Out on Me
Johan Johannsson – Arrival
Aphex Twin – CHETAHT2
Swans – Finally Peace

Wie war euer musikalisches 2016 ? Haben wir Überschneidungen ? 2017 werde ich auf jeden Fall versuchen wieder häufiger in die Oper zu kommen.

Werbeanzeigen

Meine Woche

fullsizerender

Gesehen: „Das Fischkind(2009) argentinisches Filmdrama von Lucia Puenzo, die auch den gleichnamigen Roman geschrieben hat. Wunderschöne melancholische Bilder und eine Liebesgeschichte die mir gefiel. Mochte schon Puenzos Film „XXY“ sehr.

I am the pretty thing that lives in the house“ (2016) Amerikanisch-Kanadischer Horrorfilm von Osgood Perkins. Ich mochte die Atmosphäre, sehr gruselig war er aber nicht und die Story etwas dünn.

Ellis“ (2015) von JR mit Robert de Niro. Sehr atmosphärischer Kurzfilm der an die frühen Immigranten auf Ellis Island erinnert. Gedreht wurde im verlassenen Hospital auf der Insel.

My Summer of Love“ (2004) von Pawel Pawlikowski mit Emily Blunt. Britisches Drama um eine unglückliche Liebesgeschichte zweier Mädchen aus unterschiedlichen Gesellschaftsklassen.

Gehört: „Too many friends“ – Placebo, „I can almost see you“ – Hammock, „Floating away in every direction“ – Hammock, „So What“ – Pack I.D., „Lime Habit“ – Polica, „Space Oddity“ – Amanda Palmer, „NVRLND“ – Raveonettes, „Winter Morning“ – Woodkid

Gelesen: dieses Interview mit Dieter Rams (nachdem ich seit gestern weiß wer er ist), das Deep Mind jetzt ohne menschlichen Input auskommt, diesen Text von Michael Seemann zur globalen Klasse, warum Lesen uns zu besseren Menschen macht, warum es nach wie vor Erbkrankheiten gibt und hier ein Artikel aus dem New Yorker der überlegt was gegen Demokratie spricht.

Getan: zum letzten Mal gebacken (grr), einen endlosen wunderbaren Feiertag gehabt mit sonnigem Herbstspaziergang, Placebo und Polica live gesehen, einen Abstecher nach Dortmund gemacht

Geplant:  ein erfolgreiches Bootcamp durchführen, der Konzert-Marathon geht weiter – hallo White Lies, Swans und Anna von Hauswolff

Gegessen: Blukoli im Pankomantel – lecker !

Getrunken: viel schwarzen Kaffee

Gelacht: Do not trust atoms they make up everything

Geärgert: das die Raumfeld Lautsprecher doch nicht Air Play kompatibel waren

Gefreut: die Zeit-Literaturbeilage hat es im dritten Anlauf zu mir geschafft

Gewünscht: diesen Murakami-Wandroman, diesen Nachttisch,  diese Lampen

Geklickt: auf diesen brillianten Kurzfilm, der zeigt was nachts so los ist im Shakespeare & Co

Gekauft: Sonos Play 5

Gefunden: nix

Gewundert: wie groß meine Angst ist das Trump gewinnt

Meine Woche

no tattoo

Gesehen: „Cabin in the Woods“ von Drew Goddard. Horrofilm mit parodistischen Elementen. Habe gemerkt, ich bin einfach kein großer Zombie-Fan. Vampire, Superhelden jederzeit, aber Zombies – da beschäftige ich mich immer zu viel mit dem vermuteten Mundgeruch 😉

Gehört: „Starchild“ Boys Noize ft Polica, „Heart of a Dog“ – The Kills, „Go Time“ – Digitalism, „Love me or leave me alone“ – Drangsal, „Alien Observer“ – Grouper

Gelesen: diesen Artikel über Mansplaining, diesen Artikel über Richard Dawkins‘ „The Selfish Gene“, dieses Interviev mit Judith Hermann und was man aus Star Treks geldloser Gesellschaft lernen kann

Getan: alle Kraft verbraucht in sehr vielen Meetings – jetzt brauche ich Abstand, auch zum Gesund werden.
Bookclub besucht und mich so gefreut, was für wunderbare Menschen ich kenne.
Den Balkon für den Sommer fit gemacht und zum ersten Mal draußen zu Abend gegessen.

Gegessen: Spargel-Kartoffelsalat mit Kapern und überhaupt viel Spargel

Getrunken: kalten Tee und frischgepressten Orangensaft mit Himbeeren

Gefreut: was für gute Freunde ich habe

Geärgert: das ich nicht cooler sein kann und das Loslassen mir so schwer fällt

Gelacht: über dieses Bild

Geplant: noch mehr Abstand bekommen, mich tiefer in WordPress reinfuchsen, viel lernen auf der Digital Bauhaus

Gewünscht: diese Lampe, diesen Hoody, diesen Schalter und diesen Kaffee

Gekauft: Blumen für den Balkon

Gefunden: mein MVV Ticket, das ich vor Monaten verloren hatte

Geklickt:auf On Being, ein Projekt das sich damit beschäftigt, was es bedeutet heute Mensch zu sein und wie wir leben wollen – spannend

Gewundert: das es so gut wie keine Streetart in Japan gibt

Meine Woche

FullSizeRender (2)

Gesehen: „The Black Dahlia“ von Brian De Palma – toller Neo-Noir Thriller. Unbedingt sehenswert.

Marnie“ von Alfred Hitchcock mit Sean Connery. Perfekter Film für einen verregneten Sonntag

Tomboy“ von Céline Sciamma. Sehr realistischer Film, der mir nahe ging.

Jurassic World“ von Colin Trevorrov. Nein keine große Kunst aber DINOS 🙂

Gehört: „God was never on your side“ – Motörhead, „Immunity“ – Jon Hopkins, „Lime Habit“ – Polica, „Walk in the Park“ – Beach House, „Kindred“ – Burial

Gelesen: diesen Artikel im New Yorker, ob uns Lesen glücklicher macht, diesen Artikel über Patricia Highsmith‘ „The Price of Salt (Carol)“, und diese Reportage über Menschen in einer Fernbeziehung,

Getan: brav eine weitere Woche rekonvalesziert und es tatsächlich zu Salman Rushdies Lesung geschafft

Gegessen: Buchstabensuppe

Getrunken: Tee, Tee, Tee und einen rheinhessischen Riesling

Gefreut: das ich wieder fit bin

Geärgert: das ich es nicht zum Motörhead Konzert geschafft habe

Gelacht: über den Selfish

Geplant: Japan Mai 2016 – yeah!

Gewünscht: diesen Mantel, dieses Bad, diesen Arbeitsplatz

Gekauft: dieses Shirt und diesen Schal

Gefunden: eine verschollenes Buch im eigenen Regal 🙂

Geklickt: auf diesen TED-Talk, auf dieses wunderschöne Video zum Overview-Effekt,  dieses Ikea Küchen-Konzept 2025, auf dieses faszinierende interaktive Video zu verschiedenen physikalischen Theorien und dieses Hamlet-Interview mit Benedic Cumberbatch

Gewundert: über den plötzlichen Schnee heute morgen

Herbstmix im Literaturhaus München

IMG_4452

Die Aussicht auf spannende neue Literatur PLUS Musik UND interessante Drinks hatte meine Herzdame dann doch überzeugt, mich trotz nasskalter Oktobernacht ins Literaturhaus zu begleiten. Der Mix war dieses Mal nicht wie gewohnt im Foyer im 3. Stock, sondern in der Bibliothek des Literaturhauses. Das war in meinen Augen eher ein Gewinn, denn der Raum hat eine tolle Atmosphäre und man wirkt nicht so verloren wie im 3. Stock, auch wenn der Blick dort oben über das nächtliche München natürlich ziemlich umwerfend ist.

Besonders gespannt war ich auf Mercedes Lauenstein, über deren Debüt „Nachts“ ich schon das eine oder andere gelesen und gehört hatte. Als Eule mit Vorliebe für nächtliche Spaziergänge schien das Buch wie für mich geschrieben. Mercedes war dann auch die erste, die die schummrig beleuchtete „Bühne“ betrat und war soooo unglaublich nervös, es war irgendwie entzückend. Sie startete ihre Lesung mit Pink Floyds „Hey You“ und einem sehr leckeren Gin Fizz. Sie liest nicht gerne vor, gab sie selbst freimütig zu, dafür kann sie um so schöner erzählen. Ich war von den nächtlichen Geschichten gefangen und nur kurz besorgt, ob der zweite Gin Fizz nicht das Vorlese-Tempo eventuell noch erhöhen würde.

Es waren eine spannende und unterhaltsame Tour mit ihr durch die Vorstadt-Slums Münchens, auch wenn man über die Autorin selbst erstaunlich wenig erfahren hat. Sie ist aus Kappeln, hält Spaghetti-Eis für eine wahnsinnig wichtige Mahlzeit und schreibt in der jetzt Redaktion der Süddeutschen Zeitung und als freie Autorin für verschiedene Zeitungen und Magazine. Ihre Webseite ist ziemlich hässlich, die Texte darauf allerdings wirklich spannend. Grund genug, das Buch zu kaufen und mit einem Glas Rotwein auf die zweite Autorin zu warten.

IMG_4448 Verena Boos stellte ihr Debüt „Blutorangen“ und leitete ihre Lesung mit der Ouvertüre aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“ ein. Das einzige, was Verena Boos und Mercedes Lauenstein zu verbinden scheint, ist der Aufbau-Verlag, mit dem beide debütiert haben. Boos schien gar nicht aufgeregt, hatte als Absolventin der Bayerischen Akademie des Schreibens auch ein Stückchen weit Heimspiel und schien durch ihre Lesungen beim „Open Mike“ auch Vorlese-Routine gewonnen zu haben.

Sie verknüpft in ihrem Roman „deutsche und spanische Geschichte über einen Zeitraum von achtzig Jahren hinweg, mit Eindringlichkeit und narrativer Vielfalt“ (Zitat Thomas Lehr). Die Lesung machte durchaus Lust auf mehr, aber momentan ist mein SUB so hoch, ich muss wirklich selektiv sein, obwohl mich ihre geniale Musikauswahl zum Ausklang mit Policas „Lay your cards out“ fast noch in letzter Sekunde umgestimmt hätten.

Nach Orangenpapier, Spanien und Rotwein ging es dann zum letzten Debütanten, Marcus Lucas, aktuell stellvertretender Chefredakteur des Lifestyle Magazins GQ (und ja, er war auch irgendwie hübsch angezogen), der das Music-Comic „Ice Ice Baby. One Hit Wonders 1955 – 2015“ zusammen mit der Illustratorin Carolin Löbbert, im avant-Verlag veröffentlicht hat.

IMG_4449

Er brachte neben dem interessant klingenden Jägermeister-Mate-Getränk, an das ich mich dann doch nicht mehr herangetraut habe, einen ganzen Sack voll One-Hit-Wonders mit. Von The La’s „There she goes„,  über Maurice Williams & The Zodicas „Stay“ bis hin zu Nenas „99 Red Balloons“ und noch so einige andere, an die ich mich nicht erinnern kann.

Zu jedem Künstler gab es  witzige, traurige, überraschende Geschichten und ich kann mir das Buch als tolles Geschenk unter vielen Weihnachtsbäumen vorstellen.

Ich liebe diese Mix-Veranstaltungsreihe und freue mich schon jetzt auf den Wintermix. Immer wieder neue Eindrücke, neue Autoren, neue Mischgetränke – einfach wunderbar. Für alle Münchner – unbedingt hingehen, macht wirklich riesigen Spaß,  für alle Nicht-Münchner die beste Entschuldigung, endlich mal (wieder) anzureisen.

So – jetzt ab in die Nacht mit Gin Fizz oder vielleicht auch einfach Kamillentee 😉

Meine Woche

chilehaus in berlin

Gesehen: die David Bowie Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin – tolle Ausstellung, leider fiel irgendwann die Technik aus ohne die das ganze nur die halbe Miete war.
Oh und den wunderbaren „Die Ferien des Monsieur Hulot“ von Jacques Tati. So schön !

Gelesen: eine Menge Zeitschriften courtesy of „Sticks & Stones“ die da reichlich verteilt wurden. Und in irgendeinem der Hefte über das Wort „Serendipity“ gestolpert und drüber nachgeacht.

Gehört: POLICA ! Ein wunderbares Konzert. Würde ich jederzeit wieder anschauen. War ein ganz toller Abend.

Getan: die Sticks & Stones Messe in Berlin besucht – anstrengend wars, sehr spannende Vorträge.

Gegessen: Wahnsinnig leckeren scharfen Octopus mit Gemüse, Kimchi und mariniertem Brokkoli in der Kimchi Princess in Kreutzberg.

Getrunken: Revolutionsbier – Roter Oktober. Lecker und sehr cooles Design.

Gefreut: über das leckere Frühstück, interessante Gespräch mit einer Freundin in Nikolaisee.

Geärgert: über die olle Technik die ausgerechnet dann versagen muß, wenn ich in der Bowie-Ausstellung bin

Gelacht: über meine Blödheit selbst mit Karte einfach nicht den Weg zu finden und mich stets und ständig zu verlaufen

Geplant: die Morgenseiten wieder zu beginnen.

Gewünscht: das auch das letzte der drei Step Up Camps gut läuft.

Gekauft: Zwei Polica CDs und das dazugehörige Tshirt und ein Mumin-Buch

Gefunden: den Kranichklunker nach einigem Suchen

(diese Auflistung bei philuko gesehen für toll befunden und übernommen – hoffe, das ist ok).

Polica – Strom

polica 2

Vor ein paar Tagen das überhaupt erste Mal im Strom gewesen und letzten Dienstag schon gleich wieder. An diesem Abend war es deutlich voller. Ich überlege die ganze Zeit, wann und wo ich über einen Song von Polica gestolpert bin. Es muß im Sommer letztes Jahr gewesen sein und der eine Song reichte vollkommen, Polica auf die Liste der Bands zu setzen, die ich sehen will. Ich bin da nicht alleine. „Die beste Band die ich je gehört habe“ sagt Bon Iver’s Frontman Justin Vernon. Sooo weit mag ich mich nicht aus dem Fenster hängen, aber es war schon irre geil.

Channy Leanagh, graziös und unglaublich schön, gründete die Band 2011 in Minneapolis. Polica haben einen ganz eigenen sehr sehr coolen Sound. Ich glaube sie haben so ziemlich alles vom „Give you the Ghost“ Album und auch nahezu alles vom neuen Album „Shulamith“ gespielt, die Reihenfolge weiß ich allerdings nicht. Es war ein wunderschönes Konzert. Was für eine Atmosphäre! Keine Ahnung, wo die gut 1,5 Stunden geblieben sind. Leanagh hat eine unglaubliche Ausstrahlung, wobei man ihr anmerkt das das Rampenlicht nicht unbedingt ihr Metier ist. Die erste halbe Stunde hat sie sich ständig hinter dem rechten riesigen Lautsprecher versteckt und kam immer nur gelegentlich mal vor getänzelt, um sich dann umgehend wieder in Deckung zu bringen. Der Fotograf, der ihr die Kamera bei ihren seltenen Ausflügen nach vorne dann fast ins Gesicht gedrückt hat, schien ihr nahezu körperliche Schmerzen zu verursachen.

Im Laufe des Abends schien sie sich wohler zu fühlen und blieb – für alle gut sicherbar – immer länger vorne an der Bühne stehen. Die beiden Alben mußte ich natürlich kaufen, denn youtube alleine macht nicht glücklich. Ein Polica-Tshirt vervollkomment mein Fan-Outfit nun und freue mich schon aufs nächste Konzert.

Shulamith ist im übrigen der Name der als recht radikal geltenden Feministin Shalmith Firestone deren Buch „The Dialectic of Sex“ die Hauptinspiration für Sängerin und Texterin Channy Leaneagh war, während der Aufnahmen des gleichnamigen Albums. Da schau ich mal rein in das Buch. Ich hoffe Ms Leaneagh bleibt uns noch eine Weile als Sängerin erhalten, Publicity etc sind so gar nicht ihres und ich könnte mir vorstellen, dass sie da nicht sehr lange Lust drauf hat.

Vorband

Noch ein Wort zur Vor-Dame: Scarlett O’Hanna aus Toulouse hat mir gut gefallen. Keinem wirklichen Genre angehörige Elektro-Mucke die klingt wie  „… eine Stahlfaust in einem Samthandschuh“, wie die belgische Webseite „Botanique“ so schön schreibt. Von ihr auch gern mehr 🙂