Meine Woche

Foto (57)

Artist: Borondo - Picture by LA Michelle

Gesehen: Yves Saint Laurent – ich mag Bio Pics, dieser war ganz interessant, aber so richtig begeistert war ich irgendwie nicht

Gehört: Simon Boccanegra in der Bayerischen Staatsoper – sehr schön !

Gelesen: Ryo Takeda hat uns gestern abend in der Unterfahrt Kurzgeschichten von Murakami vorgelesen. Die Lesung war toll und mit der leisen Jazz-Musik von nebenan sehr passend.
Selbst gelesen: Truman Capotes entdeckte erste Werke. Unglaublich dieses Talent, selbst die in der Schülerzeitung veröffentlichte Geschichte ist schon um Längen besser als vieles andere.

Getan: das neue Sofa aufgebaut – es ist sooo klasse !

Gegessen: ein überaus leckeres veganes Abendessen im Max Pett und seit längerem mal wieder Sushi

Getrunken: Pirates of the Caribbean im Wasserwerk München – uuuiiiii der hatte es in sich zum Ausgleich dafür mein erstes Glas alkoholfreien Riesling, letzterer noch etwas gewöhnungsbedürftig

Gefreut: über eine unerwartete Büchersendung, über die Literaturbeilage die ich doch noch bekommen habe und über die sonnigen Oktober-Tage

Geärgert: das ich partout meine Bordkarte nicht aufs Handy bekomme. Germanwings das muss besser werden!

Gelacht: Steinpilz-Lachflash nachts im Bett. Kann man nicht erklären. Muss man erlebt haben.

Geplant: heute nacht schlafen zu können, obwohl ich morgen früh um 5 aufstehen muss. Let’s see how that will go.

Gewünscht: Lampen von Granit – alles in SEK ich mag nicht mal gucken wie teuer das ist 😉 Aber genial schön sind die und die

Gekauft: Bücher – was sonst *seufz*

Gefunden: 2 € in der Waschmaschine 🙂

Geklickt: auf das Zeit-Porträt von Patrick Modiano, den ich peinlicherweise bisher nicht kannte. Muss ich nachholen.

Gewundert: wie lange es doch dauern kann, bis es im Kopf endlich klick macht.

(diese Auflistung bei philuko gesehen für toll befunden und übernommen – hoffe, das ist ok).

Simon Boccanegra – Guiseppe Verdi

Foto 1 (16)

„Das Herz des Menschen ist ein Quell ewigen Leides“ und Simon Boccanegra leidet. Weil es einfach schwer ist Macht und Liebe zu vereinen und auch noch glücklich zu werden. Meine erste Verdi-Oper und ich fand sie wirklich gut. Jaaa, leider keine Mezzos weit und breit, aber dafür Piraten! Na ja gut, Simon Boccanegra ist ein Korsare, den Paolo und Pietro zum Dogen Genuas wählen lassen wollen, da dieser beim Volk sehr beliebt ist, weil er die Stadt von Piraten befreit hat. Piraten haben also nicht unbedingt eine zentrale Rolle gespielt, aber ich habe es verkraftet.

Simon hat ein Kind mit Maria, deren Vater, ein schnöseliger Patrizier, aber seine Zustimmung zur Hochzeit verweigert. Er sperrt seine Tochter ein, um die Beziehung zu zerstören und sie stirbt 3 Monate später an gebrochenem Herzen. Simon ist todunglücklich und das Kind ist verschwunden.

25 Jahre später.

Foto 2 (14)

Amelia Grimaldi soll vom Dogen verheiratet werden mit Paolo, liebt aber wiederum den Patrizier Gabriele Adorno. Viel Verwirrung, eine Entführung und ein verzweifelt eifersüchtiger Gabriele.  Boccanegra wirkt erstaunlich modern in seinen Ansichten und seinen immer wiederkehrenden Bemühungen um Frieden und Aussöhnung. Im Gegensatz dazu wirkt Gabrieles „Doch wenn sie ihrer Unschuld beraubt wurde, will ich sie nicht mehr wiedersehen“ deutlich antiquierter.

Vater und Tochter die sich irgendwann glücklich in den Armen liegen, der seiner Tochter auch den Segen gibt für eine Ehe mit Gabriele, alles wäre gut, hätte der beleidigte Entführer Paolo dem Dogen Simon Boccanegra nicht Gift ins Glas gekippt.

Am Hochzeitstag segnet er die Frischvermählten noch und im Sterben ernennt er Gabriele zu seinem Nachfolger.

Foto 4 (4)

Die Inszenierung ist eine Zusammenarbeit mit der English National Opera London. Das Bühnenbild geht in Richtung Edgar-Hopper meets den Paten im 1. Akt. Nach dem Zeitsprung von 25 Jahren finden wir uns eher im grauen Meetingraum einer Wirtschaftsprüfung wieder.

Kim Wookyung als Gabriele und Serena Farnocchia als Gothic-Amelia haben mir gut gefallen. Es war ein schöner Opernabend und definitiv nicht mein letzter Verdi.

Glückwunsch auch noch mal an die Bayerische Staatsoper zur Wahl zum „Opernhaus des Jahres“.