Day 17 – A book everyone loved but I hated

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Cormac McCarthys „The Road“. Wenige Bücher sind mir von so vielen Menschen aus unterschiedlichsten Ecken meines Leseuniversums empfohlen worden wie dieses. Da mir die Verfilmung von John Hillcoat vor einigen Jahren schon nicht wirklich gefallen hat, habe ich mich sehr lange vor der Lektüre gedrückt, obwohl ich als ausgesprochener Dystopie-Fan natürlich nicht um diesen Klassiker herumkomme.

Was soll ich sagen. Ich hätte all diesen wunderbaren Menschen die mir den Roman so liebevoll ans Herz gelegt haben gerne bestätigt, was für ein großartiges Buch es ist, aber es hat mir einfach nicht gefallen. Mich haben Vater und Sohn einfach nicht wirklich berührt, die Sprache im Buch fand ich – sicherlich beabsichtigt – wahnsinnig karg, fast schon hölzern und die Dialoge haben mich wahnsinnig gemacht. Jede Unterhaltung zwischen Vater und Sohn klang in etwa so:

Father: Do it now.
Son: I’m scared.
Father: Just do it.
Son: Are we going to die?
Father: No.
Son: Are you sure?
Father: Yes.

Und dann liefen sie wieder ein bisschen weiter auf der Straße, schoben den Einkaufswagen, suchten Holz oder Essen, schliefen und dann ging es am nächsten Morgen genauso wieder weiter.

Sorry Mr McCarthy, Sie haben eine Menge Fans, ich gönne sie ihnen von Herzen, nur wir beide werden glaube ich nicht zusammen kommen, denn neben „The Road“ hatte ich vor einer Weile schon einmal „No Country for old Men“ am Start, das habe ich nicht einmal zu Ende gelesen. Bin sicher, Mr McCarthy kommt auch gut ohne mich zurecht.

Und ihr so, welches Buch hat Euch so gar nicht gefallen, obwohl die ganze Welt davon geschwärmt hat?

Auf deutsch ist das Buch unter dem Titel „Die Straße“ im Rowohlt Verlag erschienen.

Day 12 Book-a-Day Challenge: A book you thought you would like but didn’t

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You might know by now I love a good Dystopia and I can handle melancholia and some bleak darkness and I was so convinced this is going to be THE book for me.

A lot of people have recommended it so here I was ready to dive in and then somehow nope. Maybe it should have been a warning that I wasn’t too keen on the movie either that I had seen a few years before.

I just couldn’t bring myself to gather any sympathy for father or son. All their conversations were roughly like this:

Father: Do it now.
Son: I’m scared.
Father: Just do it.
Son: Are we going to die?
Father: No.
Son: Are you sure?
Father: Yes.

Then they walked again a little further down the road, pushed the shopping tray, looked for wood and food, went to sleep and started again the next day. Yeah that was some minimalist bleakness that was not for me.

Mr McCarthy has a lot of fans which he definitely deserves just I’m not going to be one. I have tried „No Country for old Men“ which I also didn’t like and not even finish, so I’ve given up hope for the two of us but I’m sure he doesn’t miss me 😉

Over to you now – which book did you think you would really like and then didn’t ?

Connection with reader could not be established…

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Wenn ein Buch und ich nicht zusammenfinden, suche ich den Fehler meistens bei mir, insbesondere wenn Menschen sie bereits gut gefunden und mir gar empfohlen haben und es dann einfach nicht schnackeln will. Das kommt zum Glück nicht so häufig vor, vielleicht weil ich stärker vor auswähle was ich lese, die Zeit ist kostbar, ich lese deutlich weniger wahllos als früher.

Doch ab und an passiert es. Das kann dann zu amüsanten Verrissen führen wie bei „The Red Notebook„, dabei denke ich dann an Tschechow „When they serve coffee, don’t try to find beer in it“, alles nicht weiter tragisch, das nächste Buch wartet ja schon.

Jetzt ist mir aber ein seltener Hattrick „gelungen“. 3 Bücher in Folge bei denen es aus unterschiedlichen Gründen nichts wurde mit uns. Da ich hier alle Bücher rezensiere die ich lese, können sie auch nicht einfach unerwähnt bleiben, daher ein kurzer Rückblick auf diese unglückliche Serie.

Da wäre zu erst Cormac McCarthys „The Road“. Wenige Bücher sind mir von so vielen Menschen aus unterschiedlichsten Ecken meines Leseuniversums empfohlen worden wie dieses. Da mir die Verfilmung von John Hillcoat vor einigen Jahren schon nicht wirklich gefallen hat, habe ich mich sehr lange vor der Lektüre gedrückt, obwohl ich als ausgesprochener Dystopie-Fan natürlich nicht um diesen Klassiker herumkomme.

Was soll ich sagen. Ich hätte all diesen wunderbaren Menschen die mir den Roman so liebevoll ans Herz gelegt haben gerne bestätigt, was für ein großartiges Buch es ist, aber es hat mir einfach nicht gefallen. Mich haben Vater und Sohn einfach nicht wirklich berührt, die Sprache im Buch fand ich – sicherlich beabsichtigt – wahnsinnig karg, fast schon hölzern und die Dialoge haben mich wahnsinnig gemacht. Jede Unterhaltung zwischen Vater und Sohn klang in etwa so:

Father: Do it now.
Son: I’m scared.
Father: Just do it.
Son: Are we going to die?
Father: No.
Son: Are you sure?
Father: Yes.

Und dann liefen sie wieder ein bisschen weiter auf der Straße, schoben den Einkaufswagen, suchten Holz oder Essen, schliefen und dann ging es am nächsten Morgen genauso wieder weiter.

Sorry Mr McCarthy, Sie haben eine Menge Fans, ich gönne sie ihnen von Herzen, nur wir beide werden glaube ich nicht zusammen kommen, denn neben „The Road“ hatte ich vor einer Weile schon einmal „No Country for old Men“ am Start, das habe ich nicht einmal zu Ende gelesen. Bin sicher, Mr McCarthy kommt auch gut ohne mich zurecht.

Als nächstes lag Charles Bukowskis „On Writing“ ganz oben auf dem SUB und ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Mein letztes Buch des Stapels, den ich in London bei Daunts gekauft hatte und eine wirklich wunderschöne Ausgabe. „On Writing“ dachte ich sei ein Buch in dem Bukowski darüber schreibt, wie er zum Schreiben gekommen ist, seine Erfahrungen mit dem Schreiben oder ähnliches, damit lag ich aber vollkommen falsch.

Es ist eine Sammlung von Briefen und es sind ein paar wirklich interessante dabei, z.B. an Henry Miller, zum größten Teil sind es eher Ausschnitte, mir fehlte häufig der Kontext zu den Briefen und war daher irgendwie lost.

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Für Leute, die mit Bukowskis Biografie vertrauter sind, mag das ein kleines Juwel sein, aber ich kenne ihn dafür wohl zu wenig und hatte einfach auch eine andere Erwartungshaltung. Ein paar sehr schöne Sätze gab es trotzdem im Buch:

„It’s best to stay loose, work wild and easy and fail any way you want to.“

„There is nothing more magic and beautiful than lines forming across paper. It’s all there is. It’s all there ever was.“

Der traurige Abschluss meines „Failure-Hattricks“ kam so überraschend für mich, dass ich es fast bis zum Schluß nicht glauben konnte, aber ich bin einfach nie wirlich in Rachel Kushners „The Flamethrowers“ hineingekommen. Ich habe tapfer versucht, Reno auf ihren Reisen durch verschiedenste Szenen, Länder, Abenteuer zu folgen, aber ich hatte ganz oft einfach keine Ahnung wo wir uns warum gerade befinden und was zur Hölle wir da wollen oder tun.

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Motorräder, Kunst, New York, die Roten Brigaden, Spiral Jetty – mir wurde ganz schwindelig beim Lesen. Reno ist den ganzen Roman hindurch ganz kurz davor bei vielem und kommt doch nie an. Kurz davor eine berühmte Rennfahrerin zu werden, kurz davor einen eigenen Stil in ihrer Kunst zu entwickeln, kurz davor sich wirklich auf eine politisch radikale Gruppe einzulassen. Sie lässt sich treiben, ist wahnsinnig passiv und daddelt zwischen unterschiedlichen Männern hin und her, die ihrem Leben stets mehr Richtung geben, als sie sich selbst.

“It was not the case that one thing morphed into another, child into woman. You remained the person you were before things happened to you. The person you were when you thought a small cut string could determine the course of a year. You also became the person to whom certain things happened. Who passed into the realm where you no longer questioned the notion of being trapped in one form. You took on that form, that identity, hoped for its recognition from others, hoped someone would love it and you.”

Für mich waren es zähe knapp 400 Seiten, aber der Roman hat wahnsinnig viele positive Rezensionen erhalten, eine sehr schöne findet ihr z.B. hier.

Wie geht ihr mit Büchern um, in die ihr nicht reinkommt? Weiterlesen, in die Ecke werfen? Sucht ihr den Fehler mehr bei euch oder ist bei Euch eher der Autor Schuld, wenn es nicht schnackelt ?

Ich habe zwischenzeitlich jetzt auch wieder einen Roman gelesen, der mir sehr gut gefallen hat, also puh, der Bann scheint hoffentlich gebrochen. Manchmal liest man das richtige Buch zur falschen Zeit, aber natürlich passt auch nicht jedes Buch zu jedem Leser.

Cormac McCarthy – „Die Straße“ erschienen im Rowohlt Verlag
Rashel Kushner – „Flammenwerfer“ erschienen im Rowohlt Verlag
Charles Bukowski „Über das Schreiben“ erschienen bei Kiepenheuer & Witsch