Meine Woche

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Gesehen: „Always Shine“ (2016) von Sophia Takal mit Mackenzie Davis und Caitlin Fitzgerald. Wunderbar abgedrehter Film über eine Frauenfreundschaft die sehr schief geht. Erinnert an Mulholland Drive. Empfehlung.

Treeline“ (2019) von Jordan Manley. Ruhiger wunderschöner Film über Bäume mit phantastischen Bildern und beeindruckten Skifahrten.

Thanksgiving“ (2019) von Nicolas Saada mit Evelyne Brochu. Mini-Serie um ein Ehepaar mit vielen Geheimnissen. Der einzige Lichtblick in diesem grottigen Käse war Mme Brochu.

Gehört: „Ólafur Arnalds live on KEPX, „Earth Luminous“ – Erik Wollo & Byron Metcalf, „Sleeplaboratory“ – Whitelabrecs, „Moderation“ – Florence & The Machine, „No one’s easy to love“ – Sharon van Etten, „Coma Cluster“ – Akluth

Gelesen: über die Booker Prize Gewinnerin Anna Burns, Workism is making Americans miserable, wenn die Mode schon für Kinder viel zu klein ist, warum die Herkunftsfrage so verletzend sein kann, Wie mächtig Framing wirklich ist, Markets are eating the world, Wikipedia altert und diesen Artikel über Edgar Allan Poe

Getan: eine großartige Nachricht gefeiert, das Ólafur Arnalds Konzert besucht, Yoga gemacht und den Kleiderschrank aufgeräumt

Geplant: mit der Reihe „Women in Science“ auf meinem Blog zu beginnen

Gegessen: Bouillabaisse im Chez Fritz und leckeres israelisches Frühstück

Getrunken: White Russian im Maria Passagne

Gefreut: über die großartige Post die ein über mir schwebendes Damokles-Schwert entfernt hat, über Heine im Briefkasten und den 5jährigen Geburtstag meines Blogs

Geklickt: auf die Oscar Dankesrede von Olivia Coleman, Serena Williams reads „Still I rise“ by Maya Angelou, auf die Abschiedsmessages des OITNB Casts

Gelacht: Never in the history of Calmdown has anyone calmed down by being told to calm down

Gewünscht: diesen Anzug, diese Terrasse, dieses Buch

Gestaunt: über den Blobfisch

Gekauft: Konzertkarten für Sharon van Etten, dieses Buch und den Happy Reader

Gefunden: meinen verloren geglaubten Star Wars USB Stick

Gedacht: „I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.“ (Maya Angelou“

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The Fall of the House of Usher – Selected works of Edgar Allan Poe

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Die Kurzgeschichten Edgar Allan Poes haben mich schon als Kind fasziniert. Ich habe relativ früh „Die schwarze Katze“ und „Der Untergang des Hauses Usher“ gelesen, habe mich dabei wundervollst gegruselt und so manche Nacht nur in unmittelbarer Nähe meiner Oma schlafen können. Das Genre „Schauerliteratur“ (Gothic Fiction) hat mich immer fasziniert. Ob Poe, Wilkie Collins, Mary Shelley, Ambrose Bierce etc, das schaurig Schöne ist einfach meins.

Was konnte also passender sein, als für das düstere Amphi-Festival Edgar Allan Poe als Begleitlektüre auszuwählen. Der Tod, dem ich damit in die Arme lief, war entsprechend angetan 😉 Poes Geschichten gruseln mich im übrigen heute noch.

Poes Geschichten sind poetisch, häufig total seltsam, phantastisch und beschwören eine wundervoll melancholisch düstere Atmosphäre herauf. In diesem Band findet man seine berühmtesten Geschichten und Gedichte, meine Highlights sind glaube ich Ligeia, „The Raven“, „Murders in the Rue Morgue“, „Annabell Lee“ und „The Fall of the House of Usher“.

Poes Leben selbst war eine einzige Tragödie. Seine Eltern starben früh. Er verdiente als Kritiker und Journalist kaum genug Geld, um davon zu überleben und war die Personifzierung des armen Poeten. Er heiratete seine dreizehnjährige Kusine, die sehr jung starb und lebte dann mit seiner Schwiegermutter zusammen. Er hat ihren Tod nie überwunden, ihr zahlreiche Gedichte und Geschichten gewidmet. Vermutlich versuchte er, mit Opium und Alkohol seine Trauer und Einsamkeit zu bekämpfen.

“True, nervous, very, very dreadfully nervous I had been and am, but why will say that I am mad?! The disease had sharpened my senses, not destroyed, not dulled them. Above all was the sense of hearing acute.” („The Tell-Tale Heart“)

I looked upon the scene before me–upon the mere house, and the simple landscape features of the domain–upon the bleak walls–upon the vacant eye-like windows–upon a few rank sedges–and upon a few white trunks of decayed trees–with an utter depression of soul which I can compare to no earthly sensation more properly than to the after-dream of the reveller upon opium–the bitter lapse into everyday life–the hideous dropping off of the veil. There was an iciness, a sinking, a sickening of the heart–an unredeemed dreariness of thought which no goading of the imagination could torture into aught of the sublime.” („The Fall of the House of Usher“)

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“…the agony of my soul found vent in one loud, long and final scream of despair.” („The Pit and the Pendulum“)

“Yet mad I am not…and very surely do I not dream.”
“The fury of a demon instantly possessed me. I knew myself no longer. My original soul seemed, at once, to take its flight from my body; and a more than fiendish malevolence, gin-nurtured, thrilled every fibre of my frame.” („The Black Cat“)

Er führte seine Arbeit weiter, litt aber unter diversen Krankheiten und hatte finanzielle Schwierigkeiten. Seine letzten Tage sind ein ziemliches Rätsel. Am 27. September 1849 verließ er Richmond und war anscheinend auf dem Weg nach Philadelphia. Am 3. Oktober wurde er in Baltimore ziemlich verwahrlost auf einer Parkbank gefunden und ins Washington College Hospital gebracht, wo er am 7. Oktober verstarb. Seine letzte Worte sollen gewesen sein: „Lord, help my poor soul“.

Poe hat im Übrigen mit seinen Detektiv-Dupin-Geschichten die Vorlage für den weltberühmten Sherlock Holmes geliefert und eine ganz neue Literaturgattung geschaffen: den Krimi. Ist einfach so, es gibt keinen wie Poe. Keiner kann uns so zum Gruseln bringen, unsere tiefsten Ängste aufspüren und keiner versteht wie er, wodurch Menschen dazu gebracht werden, schrecklichste Dinge zu tun. Armer trauriger Edgar Allan Poe. Deiner Melancholie und Deinem Unglück verdanken wir einige unserer furchterregensten Stunden.

Meine Woche


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Gesehen: „The Raven“ von James McTeigue ein Thriller in dem sich ein Serien-Killer von  Edgar Allen Poes Werk inspirieren läßt und die Polizei Baltimores Poe (John Cusack) um Hilfe bittet. Sehr spannend, tolle Atmosphäre.

Gehört: „Du machst mich traurig“ ein von Mieze rezitiertes Gedicht von Else Laske-Schüler, „Running to the Edge of the World“ – Marilyn Manson, „The Alternative“ – IAMX, „Suicide“ – The Raveonettes, „This love is fucking right“ – The Pains of being Pure at Heat

Gelesen: Diese beiden Artikel aus dem Holborn Magazine über „Literary Drinks“ und „Bookish Pubs in London
und diesen Artikel im New Yorker über ein Problem, das so manche von uns haben denke ich – mehr Bücher zu kaufen, als man jemals wird lesen können

Getan: die Louise Bourgeois Ausstellung im Haus der Kunst angeschaut – unbedingt ansehen. Die ist wahnsinnig gut. Rezension folgt!

Meinen Nacken wieder einrenken lassen (aua!) und noch einen Dortmund Tagestrip eingebaut, der deutschen Frauen-National-Elf beim Einzug ins Halbfinale zugejubelt nach dem Killer-Elfmeterschiessen (ein Hoch auf Natze!) aber dann:

Gegessen: Pasta und sehr viele leckere Tomaten und Erdbeeren

Getrunken: Vino

Gefreut: über unser wunderschönes klitzekleines weißes Häuschen mit Garten und traumhafter Aussicht

Geärgert: hmm eigentlich nur über den vermutlichen Tod einer Serien-Figur. I seem to be a happy person – wenn das all meine Ärgernisse sind 😉

Gelacht: Nobody dies a virgin. In the end life fucks us all and I wonder if life smokes after it screws me.

Gefreut: über die Entscheidung des Supreme Courts in den USA

Geplant: ein paar schöne Ausflüge und Wanderungen in der Gegend zu unternehmen

Gewünscht: das Deutschland bei der Gleichstellung jetzt endlich nachzieht und diese Lederjacke

Gekauft: den Ausstellungs-Katalog zur Louise Bourgois Ausstellung

Gefunden: ein Buch „Das Echo der Zeit“ von Luke Williams

Geklickt: auf diesen Artikel über alle Bücher die bei OITNB Season 3 erwähnt wurden, auf diesen Blog „A Year of Reading the World“ – tolle Idee und auf diesen TED Talk warum Hierarchien heutzutage eigentlich überflüssig sind

Gewundert: wie brav ich im Auto bin, wenn ich ein Hörbuch habe