The Fall of the House of Usher – Selected works of Edgar Allan Poe

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Die Kurzgeschichten Edgar Allan Poes haben mich schon als Kind fasziniert. Ich habe relativ früh „Die schwarze Katze“ und „Der Untergang des Hauses Usher“ gelesen, habe mich dabei wundervollst gegruselt und so manche Nacht nur in unmittelbarer Nähe meiner Oma schlafen können. Das Genre „Schauerliteratur“ (Gothic Fiction) hat mich immer fasziniert. Ob Poe, Wilkie Collins, Mary Shelley, Ambrose Bierce etc, das schaurig Schöne ist einfach meins.

Was konnte also passender sein, als für das düstere Amphi-Festival Edgar Allan Poe als Begleitlektüre auszuwählen. Der Tod, dem ich damit in die Arme lief, war entsprechend angetan 😉 Poes Geschichten gruseln mich im übrigen heute noch.

brooklyn-street-art-artist-unknown-edgar-alan-poe-jaime-rojo-baltimore-06-12-webFoto: Brooklynstreetart.com

Poes Geschichten sind poetisch, häufig total seltsam, phantastisch und beschwören eine wundervoll melancholisch düstere Atmosphäre herauf. In diesem Band findet man seine berühmtesten Geschichten und Gedichte, meine Highlights sind glaube ich Ligeia, „The Raven“, „Murders in the Rue Morgue“, „Annabell Lee“ und „The Fall of the House of Usher“.

Poes Leben selbst war eine einzige Tragödie. Seine Eltern starben früh. Er verdiente als Kritiker und Journalist kaum genug Geld, um davon zu überleben und war die Personifzierung des armen Poeten. Er heiratete seine dreizehnjährige Kusine, die sehr jung starb und lebte dann mit seiner Schwiegermutter zusammen. Er hat ihren Tod nie überwunden, ihr zahlreiche Gedichte und Geschichten gewidmet. Vermutlich versuchte er, mit Opium und Alkohol seine Trauer und Einsamkeit zu bekämpfen.

“True, nervous, very, very dreadfully nervous I had been and am, but why will say that I am mad?! The disease had sharpened my senses, not destroyed, not dulled them. Above all was the sense of hearing acute.” („The Tell-Tale Heart“)

I looked upon the scene before me–upon the mere house, and the simple landscape features of the domain–upon the bleak walls–upon the vacant eye-like windows–upon a few rank sedges–and upon a few white trunks of decayed trees–with an utter depression of soul which I can compare to no earthly sensation more properly than to the after-dream of the reveller upon opium–the bitter lapse into everyday life–the hideous dropping off of the veil. There was an iciness, a sinking, a sickening of the heart–an unredeemed dreariness of thought which no goading of the imagination could torture into aught of the sublime.” („The Fall of the House of Usher“)

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Foto: Flavorwire.com

“…the agony of my soul found vent in one loud, long and final scream of despair.” („The Pit and the Pendulum“)

“Yet mad I am not…and very surely do I not dream.”
“The fury of a demon instantly possessed me. I knew myself no longer. My original soul seemed, at once, to take its flight from my body; and a more than fiendish malevolence, gin-nurtured, thrilled every fibre of my frame.” („The Black Cat“)

Er führte seine Arbeit weiter, litt aber unter diversen Krankheiten und hatte finanzielle Schwierigkeiten. Seine letzten Tage sind ein ziemliches Rätsel. Am 27. September 1849 verließ er Richmond und war anscheinend auf dem Weg nach Philadelphia. Am 3. Oktober wurde er in Baltimore ziemlich verwahrlost auf einer Parkbank gefunden und ins Washington College Hospital gebracht, wo er am 7. Oktober verstarb. Seine letzte Worte sollen gewesen sein: „Lord, help my poor soul“.

Poe hat im Übrigen mit seinen Detektiv-Dupin-Geschichten die Vorlage für den weltberühmten Sherlock Holmes geliefert und eine ganz neue Literaturgattung geschaffen: den Krimi. Ist einfach so, es gibt keinen wie Poe. Keiner kann uns so zum Gruseln bringen, unsere tiefsten Ängste aufspüren und keiner versteht wie er, wodurch Menschen dazu gebracht werden, schrecklichste Dinge zu tun. Armer trauriger Edgar Allan Poe. Deiner Melancholie und Deinem Unglück verdanken wir einige unserer furchterregensten Stunden.

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The Haunting of Hill House – Shirley Jackson

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Shirley Jackson ist sowas wie die Urmutter des finsteren Horror/Gruselromans, was einem irgendwie ulkig vorkommt, wenn man bedenkt, dass sie eine Mittelklasse-Hausfrau aus Vermont war, deren erster Roman 1948 erschien. Besonders bekannt wurde sie mit ihre Kurzgeschichte „The Lottery“, die erstmals in der New York Times erschien und bergeweise Leserpost bescherte, die die Bedeutung der Geschichte zu erfassen versuchten. Sie hat nach wie vor großen Einfluss in diesem Genre, die „Tribute von Panem“-Trilogie zeigt beispielsweise große Parallelen zu der Kurzgeschichte auf.

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„The Haunting of Hill House“, 1959 erschienen, wurde von Stephen King zu Recht als eine der bedeutensten Horrorgeschichten des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Dr. Montague, ein Anthropologe, der sich leidenschaftlich für Übernatürliches interessiert, mietet Hill House für ein paar Wochen an, um vor Ort die Existenz übernatürlicher Phänomene zu untersuchen. Er lädt dazu Gäste ein, die ihn bei diesen Untersuchungen unterstützen sollen. Dies sind Luke, ein bohemehafter Künstler und Erbe des Hauses und zwei Frauen, Theodora, die nach einem Streit mit dem Mitbewohner/in? mit sich ins Reine kommen muß und Eleanor, eine zurückgezogen lebende junge Frau, die ihr Leben mit der Pflege ihrer kürzlich verstorbenen Mutter verbrachte. Die beiden Frauen haben früher bereits paranormale Erfahrungen gemacht und sind aufgrund dessen von Dr. Montague ausgesucht.

“Am I walking toward something I should be running away from?”

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Die vier verstehen sich wunderbar, aber schnell beginnen Ängste erste Risse entstehen zu lassen. Die Geschichte wird aus der Sicht Eleanors geschildert und dem Leser fallen ihre kleinen subtilen Lügen auf, die sie den anderen über sich erzählt. Ist das Haus tatsächlich böse und spukt es darin? Verändert das Haus die Gruppendynamik und beginnt die Persönlichkeiten der Bewohner zu verändern?

Es gibt da einiges an unterschwelligen Äußerungen, die man meines Erachtens nicht zweifelsfrei interpretieren kann. Gibt es da „romantische Schwingungen“ zwischen Theodora und Eleanor oder ist mein Gaydar ein bißchen zu sensibel eingestellt? Und ist dieser „flatmate“, mit dem Theodora sich gestritten hat, ein Mann oder eine Frau? Ist Luke an beiden Frauen gleichermassen interessiert oder an gar keiner?

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Ich bin gespannt, ob die Verfilmung da näheren Aufschluss gibt, ansonsten empfehle ich dieses Buch unbedingt für Buchclubs, man kann wunderbar darüber diskutieren.

“Within, walls continued upright, bricks met neatly, floors were firm, and doors were sensibly shut; silence lay steadily against the wood and stone of Hill House, and whatever walked there, walked alone.”

„The Haunting of Hill House“ ist ein erstklassiger Horror-Roman. Natürlich sind wir heute abgehärteter und bei „Ring“ von Koji Suzuki oder „The House of Leaves“ von Mark Z. Danielewski habe ich mich schon nochmal mehr gefürchtet, aber Jackson schreibt einfach richtig gut, die Charaktere sind vielschichtig , die Dialoge erstklassig. Der eigentliche Horror im Buch ist nicht so sehr im Haus zu finden oder in dem was im Haus passiert, sondern was in den dunklen unerforschten Schlupfwinkeln des Geistes passiert. In den Hirnwindungen der Hausbewohner und der Leser.

Gibt es im Deutschen eigentlich den wunderbar passenden Ausdruck des „unreliable Narrators“ des unzuverlässigen Erzählers? Traut der Erzählerin auf keinen Fall, denn sie kann nicht einmal sich selbst trauen. Dieses plötzliche Schaudern das einen manchmal ohne Grund überkommt, von dem meine Oma immer sagte, es komme daher, dass gerade ein Verstorbener an einen denkt oder durch den Raum geht, sowas verursacht der Roman. And I like it 😉

„The Haunting of Hill House“ ist für mich die ultimative Spukhaus-Geschichte (die ich ohnehin sehr liebe). Also besorgt Euch diesen Roman, packt euch an einem dunkelen stürmisch-verregneten Abend aufs Sofa, zündet ein paar Kerzen an, den guten Rotwein rausholen und dann rein ins schauderhaft-schöne Lesevergnügen. Und immer schön aufpassen, denn wir wissen, der Erzählerin kann man nicht trauen.

Ich weiß noch nicht welche der beiden Verfilmungen ich mir anschauen möchte, hat jemand eine Empfehlung? Oder gleich beide?

Die Verfilmung aus dem Jahr 1963 von Robert Wise

oder die aus dem Jahr 1999 mit Catherine Zeeta-Jones ?

Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel „Spuk in Hill House“ erschienen.

Day 4 Penguin Book-a-Day Challenge (For chilly nights)

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Henry James‘ „Turn of the screw“ is the best read to send chills down your spine and best read on a chilly night wrapped like a burrito in your favourite blanket.
Any good book doctor will prescribe a hot toddy to go with the book. Here you can find the recipe for the perfect one.

Sláinte!

Doctor Sleep – Stephen King

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The King of Horror is back! Aber die hohen Erwartungen, die man an den „Shining“-Nachfolger hat, erfüllt er aus meiner Sicht nur teilweise. Bei „Shining“ habe ich mich auch beim zweiten Lesen stellenweise ganz schön gegruselt , in diesem 700 Seiten Schinken eigentlich nur bei der Vorstellung, mal als Alkoholiker bei den AA zu enden. Dabei hat mich weniger die Darstellung der Alkoholsucht verstört, sondern die bestimmt 1/3 ausmachende Info-Flut zum AA. Meine Fresse, man mag die Sucht mit denen bestimmt loswerden und das ist sicher eine Menge wert, aber eine Sekte ist ja nix gegen die Indoktrination. Mir ging es im Buch einfach viel zu viel um Dan’s Suchtprobleme.

Den Raum hätte man besser nutzen können. Versteht mich nicht falsch. Kein schlechtes Buch, ich hab mich unterhalten gefühlt und insbesondere das erste Drittel war sehr sehr interessant und spannend. Zwischendrin hatte das Buch für mich ziemliche Längen. Bis er endlich auf Abra trifft. Die fand ich klasse. Ein cooles, mutiges Mädchen das nochmal ne ganze Ecke mehr Shining besitzt als es Dan je hatte.

Die durchs Land reisende Sekte „Der wahre Knoten“, die Kinder mit dem Shining sucht und fängt und diese tötet, um ihnen während ihres Todeskampfes den „Steam“ zu entziehen um so zu überleben, sind viel zu kurz gekommen. Da hätte man viel mehr draus machen können. Da fehlte mir mehr Hintergrund-Info was die so getrieben haben über die Jahrhunderte.

Zur Spannung: Ich bin eigentlich eher Schissbüx dachte ich bislang, aber von „Vorsicht – extrem hoher Gruselfaktor“ wie die Lübecker Zeitung zum Beispiel schreibt, habe ich wirklich nichts gemerkt. Ich habe mich nicht eine Minute lang gegruselt. Vielleicht ganz ganz am Anfang einmal, als der kleine Dan noch einmal Besuch von den Geistern aus dem Overlook Hotel bekommt.

Fazit: Es ist interessant zu lesen wie die Geschichte um Dan Torrance weitergeht und was aus den Figuren wird, wer Atmosphäre und echten Gruselfaktor erleben möchte, sollte zu „Shining“ greifen. Und zwar zum Buch. Von Stanley Kubrick’s Verfilmung hält Herr King nix. Anschauen werde ich mir den Film bei Gelegenheit aber wohl doch mal.

Edit: Film geguckt – rasant gut, unbedingt anschauen, sorry Herr King 😉

Mein liebstes Zitat:

FEAR = Fuck Everything and Run !

Doctor Sleep ist bei Heyne erschienen.

Shining – Stephen King

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Kein Buch für Kindheits-Nostalgiker. Auch beim zweiten Lesen, fast 20 Jahre später, noch immer ein Buch das mich ganz schön in Atem gehalten hat. Habe es über Ostern nachts unter dem Dach im Haus meiner wunderbaren Schwiegerfamilie gelesen. Das der Sturm ums Haus gepfiffen hat wie verrückt und ich mit der kleinen Nachtischlampe als einziger Lichtquelle bei jedem Klappern und Geheule fast einen Herzinfarkt bekommen habe, hat meinem Blutdruck nicht wirklich geholfen. Habe das Pippi-Gehen jede Nacht bis zum Gehtnichtmehr herausgezögert.

Shining ist ein Buch, bei dem die Horrorelemente ganz leise und schleichend kommen.  Fast schon mehr ein Familiendrama, eine Soziologie-Studie einer amerikanischen Familie die um ihre Existenz kämpft, als ein Horror-Thriller, obwohl, wenn der Horror kommt, dann kommt er! Der Vater ein jähzorniger Trinker, der genau wie seine Frau aus einem unglücklichen Elternhaus entkommen ist. Er ist ein erfolgloser Schriftsteller, der seinen Job als Lehrer verloren hat und der dem Alkohol mehr und mehr verfällt. Der kleine Sohn Danny hat das SHINING, dem die Eltern eher hilflos gegenüber stehen.

Im Hotel, in dem Danny’s Vater Jack als Hausmeister anheuert, kommen all die unterdrückten inneren Dämonen zum Vorschein. Die Geister, die das Hotel bewohnen bringen das Schlimmste in Danny’s Vater zum Vorschein. All die Bluttaten, die im Hotel seit seinem Bestehen von Politikern, Wirtschaftsbossen und Mafiosis begangen wurden, haben eine Brutstätte des Bösen geschaffen. Und der kleine Danny versucht mit aller Macht und der Hilfe seines Freundes, dem Koch des Hotels, seine Familie vor dem Bösen zu schützen.

Ich glaube das Buch ist sogar gerade etwas für Leute, die eigentlich keine Horror-Literatur lesen. Es ist richtig gut geschrieben, ganz tolle Unterhaltungsliteratur die durchaus zum Nachdenken anregt.
Empfindlicheren Gemütern würde ich allerdings empfehlen, das Buch eher tagsüber und nicht nachts bei Gewitter oder Sturm zu lesen, denn der Weg zum Klo kann arg weit sein.

Hier der Trailer zur wirklich grandiosen Verfilmung:

Das Buch ist auf deutsch unter dem gleichen Titel bei Lübbe erschienen.