#WomeninSciFi (25) Die gleißende Welt – Margaret Cavendish

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Die heutige Ausgabe kommt von einem waschechten Bibliothekar und ziemlich berühmten Koch, der es bis ins Fernsehen geschafft hat 😉 Ich freue mich sehr, dass Marius vom Blog „Buch-haltung“ uns heute eine ganz besonders spannende Dame vorstellt, die sich mit Mary Shelley die Ehre teilt, als heimliche Gründerinnen der Science-Fiction Literatur zu gelten.

Ich freue mich schon jetzt darauf Marius mal wieder auf einer Buchmesse, einer Literaturveranstaltung oder auch einfach nur auf ein Bier zu treffen, schließlich liegen München und Augsburg nicht weit auseinander und das sollten wir hinbekommen. Jetzt reisen wir aber erst einmal ins Jahr 1623 bevor wir mit Ms Cavendish in eine utopische Parallelwelt verschwinden…

Was die Gleißende Welt im Innersten zusammenhält

Es gibt Geschichten, die sind eigentlich zu tolldreist, um sie zu glauben. Das Werk Die gleißende Welt und seine Erschafferin Margaret Cavendish sind genau solch ein Fall.

MCMargaret Cavendish wird 1623 in England geboren, zu einer Zeit also, in der der 30-jährige Krieg ganz Europa beherrscht. Im Schoß ihrer Familie wächst die junge Frau heran, während Oliver Cromwell gerade dazu ansetzt, die Monarchie unter dem englischen König Charles I. zu stürzen. Höchst turbulente Zeiten also, die von den Konflikten zwischen Krone und Parlament gekennzeichnet sind.

Auch die Familie von Margaret Lucas (so der Mädchenname der Autorin) bleibt von diesen Turbulenzen nicht verschont. Der Familiensitz der Lucas‘ wird zweimal von anti-royalistisch gesinnten Bürgern angegriffen und schlussendlich sogar zerstört. Etwas Ruhe verheißt da der Antrag von William Cavendish, der um die Hand von Margaret anhält.

Cavendish, der Herzog von Newcastle-upon-Tyre ist frisch verwitwet und mit 50 Jahren ganze dreißig Jahre älter als Margaret. Er gilt als Unterstützer und Förderer von Geistesgrößen wie etwa Thomas Hobbes (und nebenbei auch als berüchtigter Frauenheld). Margaret willigt in die Ehe mit dem Herzog von Newcastle-upon-Tyre ein und wird folglich selbst zur Herzogin. Ihre neuen Freiheiten weiß sie geschickt zu nutzen. Obwohl sie kaum eine nennenswerte Schulbildung genossen hat, setzt sie dazu an, sich mit den Ideen der Philosophen und Forscher ihrer Zeit auseinanderzusetzen. Sie beginnt Briefe, Gedichte und Schriften zu veröffentlichen – zu der damaligen Zeit ein absolutes Unding. Das Verfassen von Schriften war den Männern vorbehalten und zudem eher für die interne Verbreitung in den privaten Zirkeln vorgesehen. Mit diesen Traditionen bricht Margaret Cavendish und beginnt ihr schriftstellerisches Ouevre zu veröffentlichen. Unterstützung erfährt sie dabei auch von ihrem Mann, der den Werken gerne ein selbst verfasstes Gedicht voranstellte, um zu zeigen, dass seine Frau seinen Rückhalt genoß.

Äußerst standesbewusst weiß sie sich zu inszenieren. Gerne trägt sich auch Männerkleidung und besucht Experimente der Royal Society. Sie mischt sich in Debatten ein und setzt sich mit den Forschungen ihrer Zeit auseinander und legt dabei ein großes disziplin-übergreifendes Interesse an den Tag. Margaret Cavendish aufgrund ihrer Unangepasstheit und ihrem Kampf um einen Platz in der Gesellschaft für Frauen als frühe Feministin zu bezeichnen, wäre allerdings falsch. Ihre eigene Position und persönliche Freiheiten galten der Herzogin von Newcastle weitaus mehr als sich mit anderen Frauen niederer Stände zu solidarisieren.

Mit ihrer Haltung und ihrem Gestaltungsdrang eckte die exzentrische Dame natürlich auch an. Mit ihren Briefen und ihrer Prosa zog sie viel Häme und Kritik ihrer ZeitgenossInnen auf sich. Beispielhaft sei hier eine Bemerkung von Dorothy Osborne genannt, einer Zeitzeugin, deren Urteil über Margaret Cavendish wie folgt ausfiel:

Bestimmt ist die arme Frau ein wenig verwirrt, sie könnte sich sonst nie so lächerlich machen, sich zu erlauben Bücher zu schreiben und noch dazu in Versen. Wenn ich vierzehn Tage nicht schlafen würfe, sollt es nicht so weit mit mir kommen. (Briefe von Dorothy Osborne an William Temple, Hg. vom G. C. Moore Smith. Oxford, 1928)

Nach ihrem Tod 1673 fiel Margaret Cavendish und ihr literarisches Ouevre alsbald dem Vergessen anheim. Die zumeist vernichtende Kritik sorgte für ein schnelles Ende ihres Nachruhms. Erst Virginia Woolf setzte Anfang des 20. Jahrhunderts wieder dafür, dass das Erbe von Margaret Cavendish nicht ganz vergessen wurde, wobei Woolfs Urteil über Margaret Cavendish recht ambivalent ausfiel. Erst im Zuge der aufkommenden Frauen-Forschung der 80er Jahre wurde Margaret Cavendish und ihr literarisches Schaffen wieder neu entdeckt. Und nun bekommt sie auch einen Platz in der Reihe #WomeninSciFi. Ein Platz, der der Engländerin als einer der Urmütter der Science Fiction fraglos mehr als zusteht.

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Denn Margaret Cavendish verbindet als eine der ersten die Positionen Science und Fiction. Während London 1666 beim Großen Brand in weiten Teilen zerstört wird, erschafft die Herzogin von Newcastle in diesem Jahr ebenfalls ein gleißendes Ereignis – die Rede ist von ihrem Werk The Description of a New World Called the Blazing World. Diese Fiktion erscheint in Verbindung mit ihrer Schrift Observations upon Experimental Philosophy, beide Schriften stehen in enger Verbindung – hier die philosophischen Betrachtungen, auf der anderen Seite ihre Phantasie einer Welt, in der die Philosophie eine tragende Rolle spielt. Science und Fiction at it’s best quasi.

Die Autorin selbst bemerkt dazu im Vorwort ihres Buchs:

Es ist die Beschreibung einer Neuen Welt, nicht wie die bei Lukian oder die Welt im Mond des Franzosen (Cyrano de Bergeracs , Anmerkung meinerseits), sondern eine Welt, die ich selbst geschaffen habe und die ich die Gleißende Welt nenne. Der erste Teil ist romanzenhaft, der zweite philosophisch und der dritte bloße Laune oder (wie ich es nennen würde) phantastisch. Wenn dich dies erfreut, werde ich mich als glückliche Schöpferin betrachten ; wenn nicht, muß ich mit einem melancholischen Leben in meiner eigenen Welt Vorlieb nehmen. (Cavendish, Margaret: Die Gleißende Welt, S. 9)

Hier schlägt dem Leser schon der selbstbewusste Ton der Herzogin entgegen, die sich selbst als Hauptfigur in ihre Erzählung verpflanzt. Ein Kniff, den auch etwa ihr Landsmann Thomas Morus in Utopia anwendet (beide Bücher weisen nicht von ungefähr zahlreiche Berührungspunkte auf). Die Grundgeschichte ist ihrer Erzählung ist dabei schnell umrissen:

Ein Kaufmann möchte eine junge Dame in einem fremden Land erobern und raubt sie kurzerhand. Doch das Boot wird abgetrieben und gerät an den Nordpol. Nur die junge Frau überlebt an Bord und gelangt vom Nordpol durch einen Übergang in eine fremdartige Welt. Dort trifft sie auf Bären- Fuchs- und Vogelmenschen, sowie dergleichen mehr. Die Dame wird von den verschiedenen Bewohnern dieser Gleißenden Welt bewundert, sodass sie sogar zur Kaiserin des Reichs aufsteigt. Mit den verschiedenen Gattungen ihrer Welt tritt sie in den Dialog und lässt sich von ihnen die Welt erklären und führt unzählige wissenschaftliche Dispute. So gibt es Gespräche über die Philosophie, Syllogismus oder naturwissenschaftliche Themen (die auch immer Cavendish‘ zahlreiche Interesse widerspiegeln).

Der Ton ihrer Erzählung ist dabei manchmal märchenhaft, dann aber auch wieder forschend und nachbohrend wie der Wissensdurst eines kleinen Kindes. Die royalistische Grundhaltung lässt sich ebenso klar aus dem Text ablesen wie ihre Verachtung für manche Philosophen, die nicht von ungefähr etwa als Wurmmenschen auftreten lässt. Auch enthält ihre Erzählung weitere Themen wie etwa den Krieg (sogar zu einer Schlacht kommt es in ihrem Roman) oder die Suche nach der idealen Staatsform. Die von ihr kreierte Welt ist eine Utopie, bei der alle verschiedenen Rassen und Gattungen friedlich miteinander leben, geeint durch eine Religion und ein Staatsoberhaupt.

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Diese ganzen Ansätze und Ideen machen eine Lektüre von Die gleißende Welt auch heute noch interessant, auch wenn die Lektüre manchmal etwas zäh gerät, besonders in den vielen wissenschaftlichen Diskussionen. Das Durchkämpfen durch diese Passagen lohnt sich aber, besonders wenn man sich für einen weiblichen Blick auf die damaligen Machtverhältnisse und Schreiben als Abbild oder Eskapismus der Wirklichkeit interessiert. Weitere Einblicke in das Leben und Wirken Margaret Cavendishs liefert zudem das Nachwort der Übersetzerin Virginia Richter, die zahlreiche Informationen über diese besondere Autorin zusammengetragen hat.

Ein außergewöhnliches Buch, eine noch außergewöhnlichere Autorin!

(Cavendish, Margaret: Die Gleißende Welt. Scaneg-Verlag, Reihe punctum, Bd. 15. Erscheinungsjahr 2001. ISBN 3-89235-115-5. Preis: 15,00 €)

 

Abb. 1: Margaret Cavendish Quelle: Wikimedia

Abb. 2: Frontispiz “The Blazing World”

Abb. 3: Buchcover “Die gleißende Welt”

 

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Ein Abend mit Siri Hustvedt


IMG_2225Mit Siri Hustvedt kommt die große literarische Welt nach München. Wenn man es nicht besser wüßte, man könnte sich an diesem Abend im vollbesetzten Haus der Kunst locker in Brooklyn wähnen. Neben Margaret Atwood ist Siri Hustvedt eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen und ich war entsprechend gespannt und wahnsinnig nervös.

Es ist keine Lesung ihres neuen und überaus erfolgreichen neuen Romans „The Blazing World“, dennoch wird an diesem Abend viel Bezug auf die Protagonistin des Romans genommen, die viel mehr Ähnlichkeit mit Louise Bourgeois hat, als selbst Frau Hustvedt beim Schreiben des Romans ahnte. 

„My Louise Bourgeois“ ist der Titel des Vortrages, den Siri Hustvedt anlässlich der bislang größten Ausstellung ihrer späten Installationen. Bourgeois zählt zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts, eine Französin, die als junge Frau nach New York ging und jahrzehntelang kompromisslos an ihren Werken arbeitete, unabhängig von kommerziellem Erfolg, der sich für Bourgeois erst spät, dafür dann gepaart mit wahrem Weltrum einstellen sollte.

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Foto Frédéric Delpech

Hustvedt beschäftigt sich in ihrem Vortrag damit, wie wir Kunst wahrnehmen. Wie das, was wir wahrnehmen, entsteht durch erlernte Muster, wir nur sehen, was wir erwarten. Wir müssen uns unserer Vorurteile und unserer Vorlieben entledigen, wenn wir zum Kern des Kunstwerkes vordringen wollen. Und Wahrnehmung kann nur durch Erinnerung gelingen.

Gute Kunst schafft es, uns zu überraschen und bringt uns dazu, Dinge auf andere Art zu sehen und wahrzunehmen und trägt immer Spuren aus dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein mit sich.

Bourgeois, als auch Hustvedt haben sich in ihrer Arbeit stark von der Psychoanalyse beeinflussen lassen. Insbesondere für Bourgeois war die Psychoanalye fast schon ein eigener Lebensstil.

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Siri Hustvedt im Gespräch mit Okwui Enwezor

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Ähnlich wie die Roman-Protagonistin Harriet Burden hat auch Bourgeois große Schwierigkeiten, sich als Frau in der Kunstszene durchzusetzen. Im Roman gelingt es Harriet Burden nicht, ihren oft fehlgeleiteten Zorn nachhaltig positiv zu nutzen, sie zerbricht, auch und obwohl sie am Ende Recht behält.

Siri Hustvedt hat definitiv Lust gemacht, sich intensiv mit Louise Bourgeois zu beschäftigen. Ich freue mich schon auf den Ausstellungsbesuch nächstes Wochenende.

Sehr geduldig hat sie bei einem Glas Wein noch Unmengen von Büchern signiert und viele Fragen beantwortet. Sie ist eine unglaublich kluge, warmherzige, humorvolle und verdammt gutaussehende Autorin. In der Goldenen Bar haben wir zwar umsonst auf sie gewartet, aber es war ein so schöner, inspirierender spannender Abend.

Draußen war es dann vorbei mit dem Brooklyn-Gefühl, aber die Eisbachsurfer sind auch ziemlich cool und die gibts nur in München.

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Hier gehts zu meiner Rezension von Siri Hustvedt’s Roman „The Blazing World“ – kann ich nicht nur Kunstinteressierten wärmstens ans Herz legen:

https://bingereader.org/2014/09/09/the-blazing-world-siri-hustvedt/

The Blazing World – Siri Hustvedt

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In Siri Hustvedts sechstem Roman „The Blazing World“ erzählt sie die provokante Geschichte der Künstlerin Harriet Burden, die seit Jahren von der Kunstwelt ignoriert oder von der Kritik verrissen wird. Irgendwann hat sie die genug davon und sie präsentiert ihre Kunst hinter drei männlichen Masken verborgen und peng! die Kunstwelt ist begeistert. Die drei Ausstellungen, in denen ihre Kunst als die von jeweils drei unterschiedlichen Künstlern als die ihrige ausgegeben wird, sind ein riesen Erfolg, als Burden aber nach der letzten Ausstellung triumphierend als eigentliche Künstlerin hervortreten will, glauben ihr die Kritiken nicht.

Der erste Künstler, ein junger unbekannter Mann und der zweite, ein schwuler, farbiger Mann – das lies die Kritikerwelt noch irgendwie gelten. Aber das der bekannte Künstler Rune nicht selbst diese brillianten Ausstellungsstücke geschaffen haben soll, das nehmen sie ihr nicht ab. Sie sprechen ihr die Rolle als seine Muse zu, glauben schon, dass die beiden eng miteinander involviert waren, aber SIE, die tatsächliche Künstlerin, niemals! Burden hat 24 Tagebücher geführt für fast jeden Buchstaben im Alphabet ein eigenes. In diesen enthüllt sie ihr kompliziertes und auch gefährliches Maskenspiel, das mit dem Selbstmord (?) Runes endet.

Der Roman wird sehr raffiniert in Form der Tagebuch-Eintragungen Burdens, sowie Interviews und Gesprächsnotizen mit Familie, Freunden, den Mitbewohnern von Burdens exzentrischer Loft-WG und Kritikern erzählt.

Dieses Buch platzt fast aus allen Nähten an Informationen, Wissen und Geschichten, eine Ansammlung von Schriften die das Leben Harriets beleuchten, ihre Biografie die stellenweise auch gut eine Autobiografie Hustvedts sein könnte. Philosophische Gedanken sind genauso vertreten wie die Neurowissenschaften, Psychologie, Kunstbewegungen und immer wieder in diesem Fall wirklich hilfreiche Fußnoten, die es einfacher machen das Wissen zu sortieren. Die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt, es ist aber nie schwer diesen zu folgen.

Harriet ist das was man wirklich „larger than life“ nennt. Sie ist nicht nur köperlich riesig, sie hat auch ein großes Herz, ein noch viel größeres Gehirn und wirbelt durch das Leben und die Kunst. Sie brennt vor lauter Ideen und ein Kritiker wirft ihr einmal vor, zu ernsthaft zu sein, ja, das kann man ihr vielleicht vorwerfen, aber so what. So groß und stark sie auch wirkt, sie ist tief verletzt, wütend über die jahrzehntelange Ignoranz, die ihr und anderen Frauen in der Kunst entgegengebracht wird. Sie wütet, sie rebelliert – ein Mauerblümchen ist sie tatsächlich nicht.

Verheiratet mit einem sagenhaft reichen Kunsthändler, der nicht einmal im Traum daran dachte, sich für ihre Kunst einzusetzen und der sie wiederholt mit Männern betrog, kümmert sie sich um die beiden Kinder und arbeitet dennoch stets weiter. Mit dem Tod ihres Mannes verändert sich alles. Es gibt so sagenhaft viel über dieses Buch zu sagen. Der Titel „The Blazing World“ basiert auf einer der ältesten Science Fiction Geschichten gleichen Titels, der von einer ebenfalls zu ihrer Zeit schwer unterschätzten Adeligen, Philosophin und Naturwissenschaftlerin Magaret Cavendish im 17. Jahrhundert geschrieben wurde.

The Blazing World ist nicht immer einfach zu lesen, man muß schon bei der Stange bleiben. Aber man lernt nicht nur unglaublich viel, insbesondere wenn man den Fußnoten folgt, nachliest und es macht Spaß. Ich mag ja „angry books“ – kräftige befreiende Literatur. Ein notwendiges Buch. Es hat mich an Bücher Margaret Atwood oder Toni Morrison erinnert.

„I was the ruler of my own little Brooklyn Fiefdom, a rich widow woman, long past babies and toddlers and teenagers, and my brain was fat with ideas“.

„This amnesia is our phenomenology of the everyday – we don’t see ourselves – and what we see becomes us while we’re looking at it.“

„I suspect that if I had come in another package my work might have been embraced or, at least, approached with greater seriousness. I didn’t believe there had been a plot against me. Much of prejudice is unconcious.“

„If there is one thing that doesn’t fly in the art world, it’s an excess of sincerity. They like their geniuses coy, cool, or drunk and fighting in the Cedar Bar, depending on the era.“

„But it is not what is said, that makes us who we are. More often it is what remains unspoken.“

„A young person always extrapolates human reality from her own life.“

„The truth is Harriet was striking. She had a beautiful, strong, voluptuous body. Men stared at her on the street, but she wasn’t a flirt, and she wasn’t socially graceful or prone to small talk. Harriet was shy and solitary. In company, she was usually quiet, but when she spoke, she was so forceful and intelligent, she frightened people, especially boys her own age. They simply didn’t know what to make of her. Harry sometimes wished she were a boy, and I can say that had she been one, her route would have been easier. Awkward brilliance in a boy is more easily categorized, and it conveys no sexual threat.“

„Did I want to live as a man? No. What interested me were perceptions and their mutability, the fact that we mostly see what we expect to see.“

„She believed in her steam and fury, and she pushed her art out of her like wet, bloody newborns,“

„It was true they didn’t want Harry the artist. I began to see that up close. She was old news, if she had ever been news at all. She was Felix Lord’s widow. It all worked against her, but then Harry scared them off. She knew too much, had read too much, and she corrected people’s errors.“

Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel „Die gleissende Welt“ im Rowohlt Verlag erschienen.