Women in Science (12) Grace Hopper

 

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Die Sommerpause ist beendet und die Women in SciFi sind aus dem Urlaub zurück. Heute darf ich euch einen Beitrag von einer weiteren wunderbaren Wiederholungstäterin präsentieren. Miss Booleana vom gleichnamigen Blog stellt uns eine Informatik-Pionierin erster Güte vor, die es bei der US Navy bis zur Flottillenadmiralin brachte.

Grace Hopper wurde 1906 als Grace Brewster Murray in eine militärisch-patriotische Familie geboren. Schon als Kind hatte Grace eine schier unstillbare Neugier darauf wie Dinge funktionieren und ein großes mathematisch-logisches Geschick. Sie rannte förmlich durch die Schulzeit und hätte vorzeitig graduieren können, wenn da nicht Latein gewesen wäre. Grace absolvierte mit 24 Jahren das Mathematik- und Physik-Studium an der Yale University mit Auszeichnung. Vielleicht war es zu der Zeit, als sie sich den Spitznamen „Amazing Grace“ verdiente. In dieser Zeit heiratete sie ihren Mann, einen Englischlehrer, und wurde Grace Brewster Murray Hopper. Sie selber unterrichtete Mathematik bis sie 1944 für zwei Jahre bei der Navy im Bereich der mathematischen, computergestützten Berechnung tätig war. Und sie wollte unbedingt zur Navy und in der Kriegszeit ihr Vaterland unterstützen. Obwohl sie als nicht geeignet erklärt wurde, probierte sie es hartnäckig weiter. Die Arbeit bei der Navy brachte sie mit dem ersten amerikanischen (universell programmierbaren) Computermodell zusammen, dem Relais-Rechner Mark I, an dem vorrangig ballistische Berechnungen durchgeführt wurden.

„If in doubt – do it.“

In der Zwischenzeit wurde Grace Navy Reservistin und lehnte sogar eine ihr angebotene Professur ab, um weiter für die Navy in Harvard zu arbeiten bis sie 1949 Senior-Mathematikerin der Eckert–Mauchly Computer Corporation wurde und am UNIVAC I arbeitete. Während Mark I und andere frühe Computermodelle noch mit Lochstreifen funktionierten und sich die Programmierung damit auf mühsame Konstruktion von Befehlen in Form von Einsen und Nullen beschränkte, hatte Grace die Idee, dass es sinnvoller wäre Programme aus menschenverständlichen Befehlen aufzubauen und den Computer diese selber in das Binärformat (Einsen und Nullen) umsetzen zu lassen. Zu diesem Zweck müsste es wiederum ein Programm bzw. eine Software geben, die diese Befehle umsetzt. Wer schon mal programmiert hat, weiß schon was jetzt kommt: Es ist die Geburtsstunde des Compilers.

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Auf UNIVAC I lief damit erstmalig Arithmetic Language version 0, kurz A-0, der von Grace Hopper entwickelte Compiler. Während der Arbeit am Mark II sorgte etwas für den Ausfall des Systems. Techniker fanden eine tote Motte, die wahrscheinlich zwischen die Relais gelangt war. Grace Hopper kennzeichnete den Fund des Käfers im Logbuch mit dem Satz „First actual case of bug being found.“ Oftmals wird ihr zugeschrieben, dass sie den Begriff „bug“ geprägt hätte, was nicht ganz stimmt. Der wurde schon früher verwendet. Ihre humoristische Randbemerkung, dass jetzt endlich mal ein „echter bug“ gefunden wurde, macht den Begriff dann weitläufig bekannt.

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Foto: Wikipedia

Während ihrer Zeit in der Firma wurde der Fachbereich der automatischen Programmierung geschaffen, den sie leitete. Zusammen mit ihrem Team entwickelte sie die Programmiersprachen MATH-MATIC und FLOW-MATIC. Letztere war von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der bekannten Programmiersprache COBOL (COmmon Business-Oriented Language), die sich großer Beliebtheit erfreute und sehr lange verwendet wurde. Eine Feature der Cobol-Libraries war, dass nur die letzten beiden Ziffern einer Jahreszahlverwendet wurden. Zum Jahrtausendwechsel befürchtete man folgerichtig, dass zahlreiche Programme, die in dieser Sprache geschrieben wurden oder auf COBOL-Systemen aufbauen, auf das Jahr 1900 statt 2000 schalten wurden. Der sogenannte Millennium-Bug resultierte daraus, dass das Team um die Entwickler und Grace niemals davon ausgegangen waren, dass ihre Programmiersprache solange verwendet werden würde und stattdessen durch andere abgelöst würde.

„The most dangerous phrase in the language is, ‚We’ve always done it this way.“

„Amazing Grace“ war nur zeitweilig am akademischen Umfeld tätig und wird daher gerne vergessen, wenn es um Leistungen in der Wissenschaft geht. Viel der Fachliteratur, die Grace Hopper erwähnt ist heute entweder vergriffen oder aus rein militärischer Sicht verfasst. Ihrer Leistung als Frau in einer angeblichen Männerdomäne verschreibt sich auf spielerische Art das Kinder- oder Jugendbuch „Grace Hopper – Queen of Computer Code“ von Laurie Wallmark mit Illustrationen von Katy Wu. Das Buch hebt stets positiv hervor wie Grace Hindernisse überwand und macht Amazing Grace zu Recht zu einem „Role Model“. Die kreativen und reduzierten Illustrationen von Katy Wu unterstreichen den Charakter des Buches, der zum Fragen stellen animiert und auch anfangs abwegig erscheinende Pfade einzuschlagen. Allerdings wird die Geschichte von Grace als Erfinderin des Begriffs „Bugs“ aufgegriffen und ob sie ein Troublemaker wie im ansonsten sehr gelungenen Reim ist, wage ich in Frage zu stellen.

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„Software tester. Workplace jester.

Order seeker. Well-known speaker.

Gremlin finder. Software minder.

Clever thinker. Lifelong tinker.

Cherished mentor. Ace inventor.

Avid reader. Naval leader.

Rule breaker.

Chance taker.

Troublemaker.

AMAZING GRACE“

(aus: „Grace Hopper – Queen of Computer Code“ von Laurie Wallmark & Katy Wu)

Ihre Einsatzbereitschaft und Patriotismus sind beispielhaft. Sie verschrieb sich dem Dienst für ihr Vaterland mit der gleichen Leidenschaft, die sie für Technik und Mathematik teilte und hatte eine bewundernswert pragmatische Art. Grace Hopper verstarb 1992 im Dienstgrad des Rear Admiral (lower half) und erhielt im Laufe ihres Lebens über 90 Auszeichnungen.

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