Meine Woche

fullsizerender

Gesehen: „Personal Shopper“ (2016) von Olivier Assayas. Kristen Stewart ist wirklich unglaublich gut in dem Film und sie hat ein Händchen für gute Scripts. Deutlich unheimlicher als ich dachte. Der Soundtrack ist auch gut. Unbedingt angucken.

Somewhere“ (2010) von Sophia Coppola. Meditation on the nature of celebrity bringt es ganz gut rüber. Kann man anschauen, war aber nicht ihr bester Film.

We are Legion“ (2012) von Brian Knappenberger. Doku über die Hacker rund um Anonymus. Sehr spannend.

The Black Hole“ (2008) von Philip Sansom. Sci-Fi Kurzfilm der in seinen 3 Minuten echt was wuppt.

Gehört: „Track of Time“ – Anna von Hausswolff, „Das Hobellied“ – Marlene Dietrich, „Si Ay Perdut Mon Saber“ – Ponc d’Ortafà, „Where is the Revolution“ – Depeche Mode

Gelesen: why luck is a skill set you can learn, dieses Interview mit Paul Auster was man in Murakamis Biografie über Talent und Training lernen kann, woran es liegt, dass schon kleine Mädchen glauben nicht schlau zu sein

Getan: Jonathan Safran Foer im Literaturhaus besucht, im Kino gewesen, eine sehr effektive Coaching-Session gehabt, viel geschrieben

Geplant: Tel Aviv

Gegessen: Süßkartoffel Taco Fries

Getrunken: Pfefferminztee

Gelacht: über diese Schlagzeile

Geärgert: immer nur wenn ich Kommentare von diesen Trump Honks lese, aber ich könnte es ja lassen

Gefreut: das ich einen neuen Laptop bekomme

Gewünscht: diese Lunch-Box, diese City-Guides, diese Boxen für Küchenkräuter

Geklickt: auf Eduardo Bricenos Talk „How to get better at the things you care about“, auf Lava die in Hawaii ins Meer strömt, Amanda Palmer liest Ella Wheeler Wilcox‘ Gedicht „Protest

Gekauft: Tel Aviv Lektüre in der Online-Buchhandlung Fernlese

Gefunden: nix

Gewundert: über PomPom Krabben, peeking Saturn und eierlegende Schnecken

Meine Woche

xmas

Gesehen: „Mystic River“ (2003) von Clint Eastwood mit Sean Penn. Verfilmung des Thrillers von Denis Lehane. Spannend.

Lost in Space“ (1998) Sci-Fi Bubblegum-Verfilmung der 60er Jahre Serie. Ich weiß der Film taugt nicht, aber die Farben und die wunderbare Mimi Rogers, aber ansonsten geb ich euch ja recht. Muss man nicht gucken.

Gehört: diesen Weihnachtsmix von Nils Frahm, „Denebula“ von Pictures from Nadira, „Por la Noche“ – Pictures from Nadira, „Tarts and Darts“ by Right Hand Left Hand; „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“ – Marlene Dietrich

Gelesen: über die mehr als 100,000 Japaner die jedes Jahr verschwinden, dieses spannende Interview mit Siri Hustvedt die sehr eloquent Kultur und Science  miteinander verbindet, über die größten wissenschaftlichen Entdeckungen 2016, über die Pinkifizierung der Kinderbücher, wie Teen Vogue Donald Trump das Fürchten lernte und Zadie Smith‘ Artikel über Optimismus und Verzweiflung

Getan: jede Menge Sachen im Büro noch vor Weihnachten erledigt, den Bookclub besucht, Leiter gegen CD-Player getauscht, sehr lange, früh aber entspannt Zug gefahren, mit Wunderkerzen den Weihnachtsmann gelotst und Geschenk ausgepackt

Geplant: (immer noch) Star Wars Rogue anschauen und meinen Jahres-Sampler fertig basteln

Gegessen: Kassler mit Rosenkohl und grünen Bohnen

Getrunken: Rotwein

Gelacht: Lego Batman wünscht frohe Weihnachten

Geärgert: wie voll es überall ist

Gefreut: über eine neue Star Wars Tasse

Gewünscht: diesen Stuhl, diesen Monitor-Ständer, dieses Tattoo

Geklickt: Achtung Alptraum-Gefahr: auf diese Tiefsee-Kreaturen, auf diesen TED Talk warum die Erde irgendwann wie Mars aussehen könnte, auf diesen Comic der Crispr erklärt.

Gekauft: Geschenke

Gefunden: nix

Gewundert: das ich auf einmal doch Rosenkohl mag

Marlene – Alfred Polgar

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Meine persönliche Erfahrung ist: In Berlin scheint IMMER die Sonne. Deshalb kann ich es sehr gut verstehen, dass Marlene da wohlweisslich einen Koffer hat stehen lassen. Berlin ist immer eine Reise wert und nochmal schöner ist die Reise, wenn man die richtige Begleitung hat. Frau Wonnie konnte/wollte nicht mit zum Björk-Konzert, also habe ich Marlene überredet, mich zu begleiten und sie war eine ganz vorzügliche Kumpanin.

Dieses kleine Büchlein ist eine Hommage des großen und in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts überaus bekannten Kritikers und Kolumnisten Alfred Polgar. Er musste, wie soviele andere, vor den Nazis später ins Exil fliehen und war einer der vielen Menschen, die von Marlene Dietrich im Exil finanziell unterstützt wurden. Sozusagen als Wiedergutmachung bzw. um weniger das Gefühl zu haben, Almosen zu bekommen, sondern als Honorar für eine Auftragsarbeit, so schreibt er zwischen 1937 und 1938 ein Portrait der Dietrich, das jetzt, 80 Jahr nach seiner Entstehung zum ersten Mal veröffentlicht wurde.

Es ist keine seiner sonstigen kritischen Auseinandersetzugen mit einem Werk oder einer Person, dies ist eine Hommage. Nicht nur wegen der Unterstützung die er erhielt, Polgar war ihr Fan von der ersten Stunde an. Sein Text beschäftigt sich mit ihrer Karriere zwischen 1927 und 1937 und man muss schon eine ordentliche Portion „fangirling“ seinerseits ertragen. Das hat für mich dem Genuß der Lektüre keinen Abbruch getan, ich bin auch ein Marlene-Fan, allerdings einer, der bislang nicht wirklich viel über sie weiß.

“Es war die zweite von links, die, im kritischen Augenblick, den Revolver hob und die Kanaille niederschoss. Sie schoss von einer Treppe herab, die im Hintergrund sich wendelte, sie blieb dort stehen, als die Tat getan war, und sah auf das Opfer mit einem Blick, in dem Uninteressiertheit, kindliche Neugier, Müdigkeit und Gefühl schicksalhaften Unvermögens zu verstehen (wie es aus dem Tier-Auge trauert) sich mengten.”

5049564331_db3263625e_mFoto: flickrhivemind.net

Der Text bringt für Marlene-Kenner wahrscheinlich keinerlei neue Erkenntnisse und Polgar selbst hat wahrscheinlich in Dietrichs Leben keine größere Rolle gespielt, sie in seinem definitiv, nicht nur weil er auf ihre Hilfe im Exil angewiesen war. Die fesche Lola hat dem ehrwürdigen Kritiker ganz schön den Kopf verdreht 😉

„Nun gilt ja gewiss, dass die bescheidene Lebensform für den, der zu ihr nicht genötigt ist, einen anderen Akzent hat als für den, der sich in sie fügen muss; den kleinen Verhältnissen fehlt das Bittere, wenn die großen nur beurlaubt sind und jederzeit einrückend gemacht werden können.“

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Mir hat das Buch Lust darauf gemacht, mehr über den das Lebens der Dietrich zu erfahren und mich mehr mit dem Star-Kritiker der Zwanziger Jahre, Alfred Polgar, zu beschäftigen. Herr Polgar hat Marlene Dietrich in einem sehr überirdischen Licht gezeichnet, but hey who knows – vielleicht war sie ja auch ein Alien (wie Elvis ;)) und gar nicht menschlich, ich denke, ich werde meine nächste Berlin-Reise mit einer weiteren Dietrich-Biografie im Koffer antreten und dieser Frage gewissenhaft nachgehen.

Egal welche Starallüren sie ansonsten gehabt haben mag, von ihrem Engagement gegen den Nationalsozialismus und für die Exilanten können wir uns auch heute noch eine fette Scheibe abschneiden.

Hier übrigens die wunderbare umfangreiche Rezension bei Sätze und Schätze, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Ganz lieben Dank noch einmal an Birgit für das Buch.

Diese spannende Dokumentation ist unbedingt sehenswert: