Meine Woche

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Gesehen: „Belle“ (2013) von Amma Asante. Beruht auf der wahren Geschichte von Dido Elizabeth Belle der farbigen unehelichen Tochter eines Navy Generals im England des frühen 19. Jahrhunderts.

The Hills have Eyes“ (2006) von Alexandre Aja gelungene Neuverfilmung von Wes Cravens Horror-Klassiker. Gelegentlich gab es „hinterm-Sofakissen-Versteck-Alarm“.

Good Business“ Sci-Fi Shortfilm von Ray Sullivan basierend auf dem Comic von Simon Roy.

Gehört: „Sleep all Summer“ – St. Vincent & The National, „Like Author, like Daughter“ – Midwife, „Qumrah“ – Marifa, „Ruination“ – Old Tower, „Saturday“ – Chromatics

Gelesen: diesen Artikel über Sylvia Plath, diesen poetischen Artikel über die Grand Unified Theory in der Physik, diesen Artikel über Ray Bradbury, warum Sci-Fi mehr als Eskapismus ist, Motivation is overvalued, Environment often matters more und Missverständnisse zum bedingungslosen Grundeinkommen

Getan: allen Mut zusammen genommen und Tacheles geredet, fast die ganze Woche mit Kopfweh und oder Migräne gekämpft, einen Blockchain Workshop gehostet, den Bookclub bewirtet und mit Freunden getroffen

Geplant: ein Regal anfertigen lassen

Gegessen: Kräuter-Fritatta

Getrunken: White Russian

Gelacht: Everything I like is either illegal, immoral, fattening, addictive, expensive or impossible

Geärgert: über gefühlte Wahrheiten

Gefreut: ich glaube diese Woche ist ein Knoten geplatzt und ich habe Tickets für Perfume Genius gewonnen

Geklickt: auf diesen TED Talk von Alan Watkins „Why you feel what you feel“

Gekauft: dieses Buch und dieses Buch

Gewünscht: dieses Regal und dieses Container-Haus

Gefunden: Das doppelte Lottchen im Papiermüll

Gestaunt: über die Bilder von den Gravitationswellen

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Vielleicht nicht das Buch, das einem zu aller erst in den Kopf kommt, wenn man an sorgenloses Cocktailtrinken und Wochenendendspannung denkt. In Sylvia Plaths „Die Glasglocke“ trifft die junge Collegestudentin Esther Greenwood im Sommer 1953 aus der ländlichen Provinz in New York ein, nachdem sie einen Schreibwettbewerb bei einer Modezeitschrift gewonnen hat. Zusammen mit 11 anderen jungen Mädchen hat sie einen Monat lang Gelegenheit, in der Redaktion als Trainee zu arbeiten. Der Anfang – und der ist es sicherlich, der uns bei diesem Cocktail an das Buch denken lässt – liest sich wie der Vorläufer einer Sex and the City Episode. Es geht um Männer, Drinks, Mode und Sex. Doch Esther kann in dieser Glitzerwelt nicht bestehen und rutscht sukzessive in eine existentielle Depression. Es ist die Entzauberung eines Mythos und das Buch packt, ist zornig, tieftraurig und doch empfehle ich es immer, immer wieder und insbesondere mit einem tröstenden Cocktail in der Hand.

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Begebt Euch mit dem Himbeer-Gin Sprizzer auf eine Coktailparty im New York der 50er Jahre, doch vorsicht, was heiter beginnt, geht heftig weiter und zum Ende hin möchte man das Buch vielleicht eher mit einem starken Whisky in der Hand beenden. Hier die heutige Cocktailempfehlung der Münchner Küchenexperimente:

Für den Cocktail braucht ihr pro Glas:

4 cl Gin – wir haben Siegfried genommen

2 cl Himbeersirup

Soda

ein paar Himbeeren

Eiswürfel

Die Himbeeren etwas anstoßen, mit den übrigen Zutaten vermengen und shaken. Wenn man nicht die Hälfte gleich beim Öffnen des Shakers über den Boden verschüttet, bekommt man auch ein volles Glas raus.

 

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Kurzgeschichten für lange Nächte


Ich bin kein großer Kurzgeschichten-Fan, ich glaube das ist – wie bei Gedichten auch – so ein „aquired taste“ wie Rotwein, Whisky, Blauschimmel-Käse. Kurzgeschichten haben es nicht leicht bei mir, drohen immer mal wieder in die Ecke zu fliegen, wenn ich in die Geschichten nicht reinkomme (wie kürzlich beispielsweise bei George Saunders), daher wiegen die hier aufgelisteten für mich um so mehr, denn die haben mich in der Regel von der ersten Zeile nicht mehr losgelassen.

Eine liebe Freundin hat mir vor kurzem einen Kurzgeschichten Band zugeschickt: Victoria Hislops Sammlung mit Kurgeschichten von Frauen und zu meinem Entzücken fand ich dort meine Lieblingsgeschichte „The Lottery“ wieder, was mich auf den Gedanken brachte, meine Bibliothek zu durchforsten, um meine persönliche Sammlung aus den für mich besten Kurzgeschichten der Welt hier zu präsentieren.

Einige kann man im Internet finden, da habe ich den link ensprechend angehängt und bin jetzt sehr gespannt, ob Euch meine Sammlung gefällt, welche ihr davon kennt und vielleicht auch mögt oder eben auch nicht. Fehlt euch etwas? Freue mich sehr auf Eure Kommentare und etwaigen Ergänzungen. So long äh short 😉

Isaac Asimov – The Martian Way
Margaret Atwood – Torching the Dusties
Margaret Atwood – Death by Landscape
Margaret Atwood – The Martians claim Canada
Paul Auster – Augie Wren’s Christmas Story
James Baldwin – The Outing
Karen Blixen – The Monkey
Wolfgang Borchert – Nachts schlafen die Ratten doch
Jorge Luis Borges – Die Bibliothek von Babel
Octavia Butler – The Morning, and the evening and the night
TC Boyle – Dogology
Ray Bradbury – The Veldt
Ray Bradbury – A sound of Thunder
Ray Bradbury – The Million-Year Picnic
Albert Camus – The Artist at Work
Truman Capote – Handcarved Coffins
Truman Capote – Miriam
Raymond Carver – Neighbors
Angela Carter – The Bloody Chamber
Ted Chiang – Story of Your Life
Roald Dahl – Lamb to the Slaughter
Philip K Dick – The Golden Man
Philip K Dick – The Minority Report
Charles Dickens – The Signal-Man
Charles Dickens – A Christmas Carol
Denis Diderot – Gründe meinem alten Nachtrock nachzutrauern
Joan Didion – On Self-Respect
Emma Donoghue – Words for Things
Fjodor Dostojewski – Weihnachtsbaum und Hochzeit
Fjordor Dostojewski – Weiße Nächte
Arthur Conan Doyle – The Adventure of the Blue Carbuncle
Agatha Christie – The Witness for the Prosecution
Jennifer Egan – Safari
Harlan Ellison – I have no mouth and I must scream
Sheridan Le Fanu – Green Tea
William Faulkner – A Rose for Emily
F Scott Fitzgerald – The Curious Case of Benjamin Button
Gillian Flynn – The Grownup
EM Forster – The Machine Stops
Neil Gaiman – Der Fluch der Spindel
Neil Gaiman – Snow, Glass, Apples
Ursula LeGuin – Coming of Age in Karhide
Ursula LeGuin – The ones who walk away from Omelas
Graham Greene – The Third Man
Ernest Hemingway – The Snows of Kilimanjaro
Ernest Hemingway – A clean well-lighted place
O. Henry – The Robe of Peacej
Patricia Highsmith – The stuff of Madness
Aldous Huxley – Young Archimedes
Washington Irving – The Legend of Sleepy Hollow
Mary Gaitskill – The Other Place
Charlotte Perkins Gilman – The Yellow Wallpaper
Maria Dahvana Headley – See the Unseeable, Know the Unknowable
Judith Hermann – Kaltblau
Siri Hustvedt – Mr. Morning
Henry James – The Turn of the Screw
Shirley Jackson – The Lottery
Franz Kafka – Die Verwandlung
Franz Kafka – In der Strafkolonie
Stephen King – Rita Hayworth and Shawshank Redemption
Stephen King – Children of the Corn
Stephen King – The eerie aftermath of a mass exit
Stephen King – The Road Virus heads north
Heinrich Kleist – Die Marquise von O
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror
Stanislaw Lem – Test
Hengtee Lim – The Girl at the Bar
Jack London – The Red One
HP Lovecraft – Cool Air
HP Lovecraft – The Dunwich Horror
Guy de Maupassant – Der Horla
Herman Melville – Bartleby, the Scrivener
Laurie Moore – How to become a writer
Daphne Du Maurier – Don’t look back
Daphne Du Maurier – The Birds
Haruki Murakami – Kinos Bar
Haruki Murakami – Yesterday
Haruki Murakami – The Elephant Vanishes
Vladimir Nabokov – Terra Incognita
Joyce Carol Oates – Where are you going, where have you been?
Dorothy Parker – Sentiment, A Telephone Call
Sylvia Plath – Johnny Panic and the Bible of Dreams
Edgar Allan Poe – The Tell-Tale Heart
Edgar Allan Poe – The Pit and the Pendulum
Annie Proulx – Brokeback Mountain
Karen Russell – Vampires in the Lemon Grove
Karen Russell – Reeling for the Empire
JD Salinger – For Esme
JD Salinger –  A Perfect Day for a Banana-Fish
Oliver Sacks – Altered States
Jean-Paul Sartre – The Room
Jean-Paul Sartre – The Wall
Arthur Schnitzler – Traumnovelle
Ali Smith – Free Love
Robert Louis Stevenson – The Body Snatcher
Bram Stoker – Dracula’s Guest
Donna Tartt – The Ambush
James Tiptree Jr – And I awoke and found me here on the Cold Hill’s side
Mark Twain – Cannibalism in cars
Jules Verne – Der ewige Adam
Kurt Vonnegut – Harrison Bergeron
Kurt Vonnegut – The Drone King
HG Wells – Empire of the Ants
Jeanette Winterson – Days like this
Virginia Woolf – A mark on the wall
Richard Yates – Saying Goodbye to Sally
Banana Yoshimoto – Lizard
Stefan Zweig – Die Schachnovelle
Stefan Zweig – Brief einer Unbekannten

Chocolates for Breakfast – Pamela Moore

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Pamela Moore hat nicht einfach nur ein großartiges Buch geschrieben, sondern ein außergewöhnliches, seinerzeit verpöntes, feministisches und äußerst freizügiges – und das mit gerade einmal 18 Jahren, in den ziemlich verklemmten 50er Jahren des voherigen Jahrhunderts. Das ist eine echte Leistung und ich kann es noch immer nicht fassen, dass ich bis vor Kurzem nichts über dieses Buch wusste.Erwartungsgemäss landete das Buch damals auch auf dem Index, aber das spricht meistens ja eher für die dort gelandeten Bücher.

Ich wurde durch die Rezension von Frau Klappentexterin auf das Buch aufmerksam (hier nachzulesen) und bin so froh, diese Entdeckung gemacht zu haben. Ich habe ohnehin eine Schwäche für „Coming-of-Age“-Romane und hier wäre mir wirklich etwas durch die Lappen gegangen. „Chocolates for Breakfast“ mag vom Titel her an Bridget Jones erinnern, die beiden könnten jedoch nicht weniger miteinander zu tun haben. „Chocolates for Breakfast“ ist ein melancholisch-dunkler, fieberhafter, eleganter Roman, der deutlich macht, wie furchtbar diese Jahre zwischen Kindheit und Erwachsensein eigentlich sein können.

Das Buch spielt im Jahr 1956 und wir lernen  die 15jährige Courtney Farrell in ihrem noblen Internat in Connecticut kennen, wo sie versucht, sich von einer unglücklichen eventuell gegenseitigen Verliebtheit in ihre Lehrerin zu erholen. Sie versinkt immer tiefer in ihrer Depression und die Schule informiert Cournteys Eltern entsprechend.

„How we deceive our parents, she thought as she propped the note beside the telephone. But it’s kinder this way; it would hurt them to know us better.“

Ihre Eltern kümmern sich recht wenig um Courtney, beide schieben sich die Verantwortung für sie gegenseitig zu und hoffen stet, der jeweils andere nimmt sie zu sich in den Ferien. Courtneys Mutter, Sondra, eine Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, nimmt ihre Tochter dennoch zu sich nach Hollywood. Sie wohnen im Hotel „Garden of Allah“ wo sich Hollywoods Schauspieler die Klinke in die Hand geben. War Courtney im Internat unter dem Einfluß ihres Lehrerinnen-Schwarms noch ein überwiegend braves, intellektuelles Mädchen, beschließt sie, sich in Hollywood zum Mini-Vamp zu entwickeln. Schnell lernt sie, Alkohol schon tagsüber zu trinken, zu rauchen und es dauert auch nicht lange, bis sie einen ersten Liebhaber gefunden hat. Schokolade wird im Übrigen nicht gegessen, weder zum Frühstück noch zu einer anderen Tageszeit. Aber ziemlich viel getrunken.

“Oh, Al, shut up! Stop criticizing me! First I’m criticized for being a prude and sounding like a social worker or something, then I’m criticized for looking like a cheap broad. How am I supposed to live? Under the water or something, coming up only to say ‚I beg your pardon if I disturb you by coming up for air. I’ll do my best to remain submerged.”

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Obwohl wir es mit einem verträumten melancholischen Teenager zu tun haben, ist der Erzählstil recht flott. Man spürt an der einen oder anderen Ecke, dass es sich um das Erstlingswerk eines sehr jungen Menschen handelt, aber mich hat Pamela Moore immer wieder geplättet mir ihrer Reife, ihren treffenden scharfen Analysen, den wunderbaren Sätzen, ihren Reflektionen zum Erwachsenwerden, Verantwortung und der Suche nach Glück. Das hat nichts mit einfacher „Jugendliteratur“ zu tun. Das ist Literatur – und fertig.

„Last night, when I got back here, I realized that I couldn’t ever be different from what I had been brought up be. Maybe if I’d been farmed out to somebody like you when I was six or so, I could have been different. Now, I’m just stuck with cocktails at eleven and breakfast at noon.“

„Courtney was like her mother. If she were drowning, she would wave off the rescuers, in a last gesture of defiance, because they were fishermen in a rowboat and she wanted to be saved by a yacht.“

Vergleiche mit Sylvia Plaths „The Bell Jar“ kommen unweigerlich und dieser Roman muß sich nicht verstecken. Aber ähnlich wie bei der Lektüre von „The Bell Jar“ kann man auch „Chocolates for Breakfast“ nicht lesen, ohne die Protagonistin stets mit der Autorin zu vergleichen und natürlich auch ohne den Selbstmord Pamela Moores mit nur 26 Jahren auszublenden. Ähnlich wie Plath kämpfte auch Moore über Jahre mit Depressionen und Selbstmordgedanken.

Die Wiederentdeckung des Romans ist im Übrigen fast genauso spannend wie der Roman. Die Autorin Emma Straub bekam bei einer Lesung ihres ersten Romans eine Ausgabe von ihrem ehemaligen Französischlehrer geschenkt, der Sohn der Autorin. Straub war so derart begeistert von dem Roman, dass sie diesen an ihren Agenten weitergab und tatsächlich kam es dadurch zu einer Wiederveröffentlichung.

Im Anhang des Romans findet sich neben Informationen über die Autorin,  einem Essay von Moores Sohn, Kevin Kanarek, unter anderem auch ein Vergleich der amerikanischen mit der französischen Ausgabe, die sehr viel deutlichere lesbische Bezüge hat.
Moore hat 5 weitere Romane geschrieben, die aber nicht an den Erfolg ihres Erstlings anknüpfen können. Vielleicht kann ich den einen oder anderen davon ja auftreiben, ich hätte große Lust, mehr von ihr zu lesen.

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Dieser Dialog in der französischen Ausgabe, der in der englischen fehlt, in der die Lehrerin Ms Rosen Courtney eine Existentialismus-Einführung, gibt ist mein liebstes Zitat im Buch:

„You know this kind of love, then?“
„Yes I do.“
„How did you find it?“
„I didn’t find it, I created it. I didn’t discover myself, I created myself. I did not „meet“ my destiny, I forged it for myself. You must understand that, in order to understand what I represent, and why my Love is linked to Truth.“

Der perfekte Roman für einen launisch-sonnigen Frühlingstag, am Besten mit einem gut gemixten Martini zu genießen. Ich versuche in der Zwischenzeit, Todd Hayes mal zu einer Verfilmung zu überreden.

Das Buch erschien auf deutsch unter dem Titel „Cocktails“ im Piper Verlag.

Meine Woche

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Gesehen: „Liebe“ von Michael Haneke – sehr berührendes Drama über die Liebe und das Sterben

Gehört:  Millions – John Soda, Long burn the fire – The Beastie Boys, What New York used to be – The Kills, Beth Ditto covering David Bowie’s Moonage Daydream und diesen irren EBM-Mix

Gelesen: diesen Artikel im Nautilus über den Hintergrund zum Film „The Martian“, diesen Artikel über Sylvia Plath und diesen Artikel aus dem New Yorker über Patti Smith

Getan: Peter Hoeg im Literaturhaus gehört, die Füße in London platt gelaufen, Streetart gejagt, „Hamlet“ mit Benedict Cumberbatch im Barbican angesehen, in Little Venice den richtigen Kanal gesucht, in Soho versucht die Türsteher zu bezirzen, im Muse Club gestrandet und den Daunt Bookshop in Chelsea leergekauft

Gegessen: einmal durch die Karte in meinem Lieblings-Laden in Chinatown und sehr leckere Ravioli Nachos in Jamie Olivers Italian Restaurant

Getrunken: London Pride und sehr leckeren G&T im Stars at Night

Gefreut: in London zu sein – könnte sofort wieder hinziehen

Geärgert: über die lauteste Klo-Tür der Welt

Gelacht: Don’t worry what people think, they don’t do it very often

Geplant: das Bootcamp für unsere Newbies durchführen, Jonathan Franzen im Literaturhaus sehen, relaxen und dann zur Buchmesse

Gewünscht: diese Penguin-Tasche, diesen Pullover

Gekauft: viel zu viele Bücher und eine Pyjamahose, eine Strickjage und ein T-Shirt bei Gap

Geklickt: auf diese Lesung von Seamus Heaney

Gewundert: wieviele Kilometer man an einem Tag zu Fuß so zurücklegen kann

Meine Woche

my dog sighs

Gesehen: The New World von Terence Malick. Die Verfilmung des Lebens Pocahontas. Klingt eigentlich gar nicht nach einem Film für mich. Hab auf eine Empfehlung vertraut und gut so. Wirklich toller sehenswerter Film.

Mogambo  – ich habe einfach eine Schwäche für diese knallbunten 50er Jahre Filme. Diese wunderbare Dschungel im Sturm Schmonzette mit Clark Gable, Grace Kelly und Ava Gardner ist einfach klasse.

The Sheltering Sky von Bernardo Bertolucci konnte nicht warten, wollte ihn unbedingt sehen kurz nach dem ich das Buch gelesen habe. Die Bilder sind atemberaubend. Die Darstellung der Charaktere in der Tat etwas schwach.

Gehört: Blur – Lonesome Street, Joanna Gruesome – Sugarcrush, Sophie Hunger – Love is not the Answer, im Restaurant wurde mit Gianna Nannini’s „I maschi“ ein Nostalgie-Anfall ausgelöst und die durchgeknallt komplizierten Godspeed You! Black Emperor mit Piss Crowns are trebled

Gelesen: diesen Artikel über Sylvia Plath, dieses Interview mit Sarah Waters und diesen Artikel über die Gefängnis-Situation in den USA

Getan: intensiv über Platten und Bücher diskutiert, viel über Employer Branding gelernt, trotz Bahnstreik gut nach Dortmund, Hagen und Berlin gekommen, jede Nacht in einem anderen Bett geschlafen (puh) und erfolgreich gemeinsam (ohne Trennungsgefahr) Ikea Regale aufgebaut.

Gegessen: diesen extrem leckeren Himbeer-Rhabarber-Baiser-Kuchen (ich kann das kaum schreiben, geschweige denn backen. OK – wenigstens das essen klappt 😉 )

Getrunken: einen sehr leckeren Mai Tai im Hauptstadtrestaurant „Gendarmerie

Gefreut:  3 Punkte gegen den Abstieg für St. Pauli und wie sehr gerade Punks in Nepal der Bevölkerung helfen

Geärgert: sorry mir fällt schon wieder nix ein

Gelacht: Please do not disturb – I’m disturbed enough already 😉

Geplant: 3 Tage arbeitstechnisch reinhauen und dann ein langes Wochenende mit Freunden und Oper

Gewünscht: diesen BH, diese Lampe und diesen Schrank

Gekauft: Das grüne Rollo von Heinrich Steinfest und den Musikexpress

Gefunden: einen Krimi im Papiermüll

Geklickt: auf die Vorlesungen der Zeppelin-Uni, diesen Artikel über die Kinderbücher die berühmte Autoren inspiriert haben
und diesen Artikel über den Architekten Rem Koolhaas

Gewundert: wie gut ich den Bahnstreik ignorieren konnte

Übers Wasser – Sylvia Plath

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Es fällt mir schwer, Sylvia Plath zu lesen, ohne immer wieder an ihren Selbstmord zu denken und ich hoffe, dass das nicht bedeutet, dass ich irgendwie überdurchschnittlich morbid bin oder so. Ich habe bisher nur „The Bell Jar“ gelesen und fand den Roman großartig und bei der kürzlich krankheitsbedingt in unserer Wohnung stattfindenden Buchmesse habe ich unter anderem diesen Gedichtband von Sylvia Plath vorgefunden.

Schon allein optisch macht der Band aus dem Luxbooks Verlag eine ganze Menge her, einfach wunderschön. Die Gedichte in dieser bewegenden Sammlung sind unerbittlich, schmerzhaft, roh, wunderschön aber auch messerscharf. Genial finde ich, dass die Gedichte in diesem Band in Deutsch und Englisch enthalten sind und ein riesengroßes Lob geht an Judith Zander für die grandiose Übersetzung.

Aber jetzt zu den Gedichten selbst: Ich mag Plaths brutale durchgeknallte Emotionalität. Jedes ihrer Gedichte hat seine ganz eigene Geschichte, die stets die Grenzen auszuloten scheinen zwischen hell und dunkel.

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Gewinnt ihr Werk durch das Wissen um ihre Biografie oder ist es viel mehr eher störend? Sicherlich sollte man sich davor hüten, jeden Satz und jedes Gedicht mit ihrem Leben zu verknüpfen, denn diese Gedichte sind kleine Juwelen für sich. Ich glaube, am besten man versucht zu vergessen, was man über die Autorin weiß, denn  Gedichte müssen frei sein. Aber es gelingt mir zu selten.

Auch wenn ich gelegentlich nicht den leisesten Schimmer hatte, worum es in dem jeweiligen Gedicht genau geht, ich habe mich einfach vom Rhythmus und der Stimmung mitreissen lassen.  Einfach drauf einlassen und geniessen.

Meine liebsten Gedichte waren „Crossing the Water“ und „Insomniac“.

Crossing the Water

Black lake, black boat, two black, cut-paper people.
Where do the black trees go that drink here ?
Their shadows must cover Canada.

A little light is filtering from the water flowers.
Their leaves do not wish us to hurry:
They are round and flat and full of dark advice.

Cold worlds shake from the oar.
The spirit of blackness is in us, it is in the fishes.
A snag is lifting a valedictory, pale hand;

Stars open among the lilies.
Are you not blinded by such expressionless sirens?
This is the silence of astounded souls.

Ich nähere mich noch dem Genre „Poetry“ – vorsichtig und zaghaft denn nirgendwo liegt für mich das Wow so nah neben dem „What the fuck“ 😉

Hier eine seltene BBC Aufnahme von Sylvia Plath die ihr Gedicht „A birthday present“ liest: