Ender’s Game – Orson Scott Card

Enders Game

Ich wollte es mögen – wirklich ! Ein Buch bei dem man den Klappentext liest und sofort loslesen möchte.
Um die Erde vor einem weiteren –  vermutlich finalen Angriff von ungeziefer-ähnlichen Außerirdischen zu beschützen –  werden genetisch ausgewählte geniale Kindersoldaten in speziellen Akademien zu Militär-Strategen und Kampfmaschinen ausgebildet. Andrew „Ender“ Wiggins und seine beiden Geschwister wurden für eben dieses Programm ausgewählt, aber nur Ender schafft es überhaupt in die Elite-Akademie. Dort werden sie durch tägliche Videospiele in ständig wechselnden Armee-Einheiten in die Weihen der Kampfkunst eingeführt. Ender wird als DIE Hoffnung gesehen im Ernstfall die Krabbler genannten Außerirdischen besiegen zu können. Auf ihm lastet von Anfang ein eine riesige Erwartungshaltung und Tag für Tag wird er zusammen mit den anderen Kindern psychisch und physisch gedrillt, um auf die Aufgabe vorbereitet zu werden.

Ok, soweit so gut. Was aber recht schnell nervte, war das wirklich jedes Kapitel gleich war. Kampfspiele, sich gegenseitig auf die Fresse hauen, von einer Armee zur nächsten getauscht oder befördert zu werden und dann noch mal ein paar Kampfspiele. Jesses, da habe ich gelitten. Und diese Kinder sind 6 oder 7 Jahre alt – ähm ja. Die Kinder düsen also von einem Kapitel zum nächsten in Zero Gravity durch die Gegend und versuchen sich gegenseitig mit ihren Laserpistolen (oder was auch immer das für Dinger sind) unbeweglich zu machen.

Die Charaktere sind recht flach. Da gibts die Guten und die Bösen und Ender ist der Beste. Er gewinnt alles, ist moralisch sowas von einwandfrei, wenn nur die bösen anderen Jungs nicht wären. Gähn.

OK – jetzt noch was positives. Ich war beeindruckt, wie Scott Sachen wie das Netz und Blogs etc. vorausgesehen hat, schließlich ist das Buch bereits Anfang der 80er Jahre erschienen.

Aufgrund dieser cleveren, vorausschauenden Ideen habe ich dem Buch auch wirklich unbedingt eine Chance geben wollen, anfangs war es auch wirklich spannend bis es dann einfach ziemlich langweilig wurde in der Akademie zwischen Kampfspiel, Fresse hauen, Armee wechseln. Was mich dann aber wirklich zunehmend aufgeregt hat, war Scott’s religiöse Propaganda und sein homophobes, frauenfeindliches Weltbild sind mir einfach gegen den Strich gegangen.

„All the boys are organized into armies.“ „All boys?“ „A few girls. They don’t often pass the tests to get in. Too many centuries of evolution are working against them.“

Nein, sorry, ich finde das Buch ist eher langweilig, hat kaum richtig spannende Momente und einiges erschließt sich mir einfach nicht. Warum die Erde jetzt partout von Kindern statt von Erwachsenen verteidigt werden muss, warum der ursprüngliche Master-Commandant, der irgendwie über ewige Jahre am Leben erhalten worden ist, nicht einfach auch einen weiteren Angriff befehligt und wieso diese Krabbler-Außerirdischen, die Menschen einfach jahrzehntelang ungestört eine Riesen-Kampfeinheit aufbauen lassen – hmmmmm.

Als Jugendliche hätte ich das Buch vermutlich gemocht, obwohl mich sicher auch da schon gestört hätte, das die 1-2 Mädels im Buch die vorkommen, maximal schmückendes sanftes Beiwerk sind. Ich verstehe nicht, dass dieses Buch einen derartigen Kultstatus hat. Ender’s Game kann meines Erachtens Büchern wie „A Clockwork Orange“, „Neuromancer“ oder J. G. Ballard’s „A Drowned World“ oder auch grundsätzlich an Autoren wie Huxley, Ian M. Banks absolut nicht das Wasser reichen.

Trotz allem hatte das Buch auch ein paar sehr interessante Sätze:

“In the moment when I truly understand my enemy, understand him well enough to defeat him, then in that very moment I also love him. I think it’s impossible to really understand somebody, what they want, what they believe, and not love them the way they love themselves. And then, in that very moment when I love them…. I destroy them.”

“Sometimes lies were more dependable than the truth.”

“There are times when the world is rearranging itself, and at times like that, the right words can change the world.”

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3 Kommentare zu “Ender’s Game – Orson Scott Card

  1. Also, wenn die Mädels da nur sanft schmückendes Beiwerk sind, ist es ein Wunder, dass die Welt offenbar vor den Außerirdischen überhaupt gerettet wird. Das kann man doch nicht den Buben überlassen!

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