tiny beautiful things – Cheryl Strayed

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Ich bin so gar keine Selbsterfahrungs/Ratgeberliteratur Tante und hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, ich würde das Buch einer Kummerkasten-Lady nicht nur freiwillig lesen, sondern sogar richtig gut finden, ich hätte erst einmal eine Runde Fiebermessen ausgegeben.

Cheryl Strayeds Reisememoiren „Wild“ in dem sie ihre Lebenserfahrungen auf einer Wanderung auf dem PCT verarbeitet hat mich sehr berührt. Der Trail verlangt ihr körperlich und seelisch so ziemlich alles ab. Einen großen Part der Beschreibungen nehmen die Reflektion ihrer eigenen Gefühlswelt ein, glasklar formuliert und mit einer emotionalen Wucht die für mich nachhaltig spürbar war.

Bevor Strayed mit ihren Memoiren und der Verfilmung berühmt wurde, war sie jahrelang als Briefkastentante mit ihrer mittlerweile eingestellten Kolumne „Dear Sugar“ auf der literarischen Webseite „The Rumpus“ tätig. Hinter dem poetischen Titel  „tiny beautiful things“ verbergen sich die besten dieser Kolumnen die Strayed mit viel Mitgefühl und hart erkämpfter Weisheit präsentiert.

„The best thing you can possibly do with your life is to tackle the motherfucking shit out of it.”

Es ist kein Buch, das man meiner Meinung nach an einem Stück durchliest. Ich habe es in eher Tapas-artigen kleineren Häppchen über einen längeren Zeitpunkt gelesen. Sicherlich wird es auch Leser geben die das Buch leidenschaftlich hassen, ich habe jede Menge rausgeschrieben und war beeindruckt das sie niemanden verurteilt. Sie gibt jedem stets das Gefühl, auch selbst in eine solche Situation geraten zu können. Und so verständnisvoll sie auch ist, auch wer immer wieder über die eigene Nabelschnur stolpern, sie macht klar Opfer sein und in Selbstmitleid versinken ist keine Option.

„Nobody will protect you from suffering“

Die häufigste Kritik lautet, dass Strayed überwiegend ihre eigenen Geschichten erzählt und nicht wirklich Ratschläge gibt, meines Erachtens ins sie aber einer dieser Menschen, die die Gabe haben während sie von sich und ihren eigenen Erfahrungen und Verwundungen sprechen, einem zu helfen sich über sich selbst klar zu werden.

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„Most things will be okay eventually, but not everything will be. Sometimes you’ll put up a good fight and lose. Sometimes you’ll hold on really hard and realize there is no choice but to let go. Acceptance is a small, quiet room.“

„Every last one of us can do better than give up”

„The only way out of a hole is to climb out“

„Be brave enough to break your own heart“

„Romantic love is not a competitive sport“

„Let yourself be gutted“

„tiny beautiful things“ ist bislang nur in Englisch erhältlich, könnte mir aber vorstellen, dass es demnächst noch eine Übersetzung geben wird. Ein Buch, das sich gut verschenken lässt. Wer Lust hat Ms Strayed zu hören: bei  iTunes kann man sich die Dear Sugar Kolumnen als Podcasts kostenlos runterladen:

https://itunes.apple.com/us/podcast/dear-sugar-radio/id950464429?mt=2

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Ein Kommentar zu “tiny beautiful things – Cheryl Strayed

  1. Danke für diesen wunderbaren Tipp! Ich habe ja „Wild“ mit großer Begeisterung gelesen und war dann kürzlich über dieses Buch gestolpert. Da ich mir mit englischen Büchern etwas schwer tue, hoffe ich noch auf eine baldige deutsche Übersetzung!

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