N. P – Banana Yoshimoto

NP

Kazami, die Erzählerin, arbeitet wie ihre Mutter als Übersetzerin. Ein paar Jahre nach dem Selbstmord ihres Freundes, der ebenfalls als Übersetzer tätig war, trifft sie die Kinder des Autors der Kurzgeschichten-Sammlung NP (benannt nach einem alten Song „North Point). NP scheint verflucht zu sein. Der Autor selbst, Sarao Takase, hat Selbstmord begangen, ebenso drei der Übersetzer, die versuchten das Werk ins Japanische zu übersetzen. Takases Kinder sind ziemlich besessen von den Geschichten.

Insbesondere von der Geschichte, in der ein Mann eine Affäre mit einem jungen Mädchen hat, das sich später als seine Tochter herausstellt. Eine kaum verhüllte Anspielung auf Takases Affäre mit seiner eigenen Tochter Minowa. Diese wiederum ist jetzt mit ihrem Halbbruder Otohiko zusammen, eine Situation, die beiden mehr und mehr zu schaffen macht und die durch Minowas unerwartete Schwangerschaft zu einem dramatischen Ende kommt.

NP ist ein wilde Kombination aus Inzest, Selbstmord und kaputten Beziehungen. Man könnte das ganze für einen Krimi halten, aber das ganze ist dann doch mehr die Geschichte dreier Mädchen und eines Jungen, die sich auf unterschiedliche Weise zueinander hingezogen fühlen.

„Aber nicht einschlafen können hat auch was für sich. Die Nacht ist interessant. Für Leute, die sofort einschlafen, ist sie im Nu vorbei, aber dem, der sich durchwacht, kann sie wie ein ganzes Menschenleben vorkommen. Bisweilen hat man sogar das Gefühl, Zeit gewonnen zu haben.“

Die Atmosphäre ist traumartig, die Sprache recht spartan aber ich wurde einfach das Gefühl nicht los das ganze sei eine nicht zu Ende entwickelte Kurzgeschichte. Am liebsten hätte ich sie um- oder weitergeschrieben. Die Charaktere sind allesamt ziemlich schräg und narzistisch und so wirklich warm wurde ich nicht mit ihnen.

Nach den phantastischen Büchern „Kitchen“ und „Tsugumi“ empfand ich NP als deutlich schwächer. Es wird aber nicht mein letzter Yoshimoto gewesen sein.

„Ich sah den Himmel und das Meer und den Sand und die flackernden Flammen des Lagerfeuers – meine Sicht war noch verschwommen von den Tränen. Alles auf einmal stürmte mit schwindelerregender Geschwindigkeit in meinen Kopf, daß mir die Augen rollten. Die ganze Welt, alles, was geschehen war, war wunderschön – wahnsinnig schön, zum Verrücktwerden.

 

Meine Woche

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Artist: Borondo - Picture by LA Michelle

Gesehen: Yves Saint Laurent – ich mag Bio Pics, dieser war ganz interessant, aber so richtig begeistert war ich irgendwie nicht

Gehört: Simon Boccanegra in der Bayerischen Staatsoper – sehr schön !

Gelesen: Ryo Takeda hat uns gestern abend in der Unterfahrt Kurzgeschichten von Murakami vorgelesen. Die Lesung war toll und mit der leisen Jazz-Musik von nebenan sehr passend.
Selbst gelesen: Truman Capotes entdeckte erste Werke. Unglaublich dieses Talent, selbst die in der Schülerzeitung veröffentlichte Geschichte ist schon um Längen besser als vieles andere.

Getan: das neue Sofa aufgebaut – es ist sooo klasse !

Gegessen: ein überaus leckeres veganes Abendessen im Max Pett und seit längerem mal wieder Sushi

Getrunken: Pirates of the Caribbean im Wasserwerk München – uuuiiiii der hatte es in sich zum Ausgleich dafür mein erstes Glas alkoholfreien Riesling, letzterer noch etwas gewöhnungsbedürftig

Gefreut: über eine unerwartete Büchersendung, über die Literaturbeilage die ich doch noch bekommen habe und über die sonnigen Oktober-Tage

Geärgert: das ich partout meine Bordkarte nicht aufs Handy bekomme. Germanwings das muss besser werden!

Gelacht: Steinpilz-Lachflash nachts im Bett. Kann man nicht erklären. Muss man erlebt haben.

Geplant: heute nacht schlafen zu können, obwohl ich morgen früh um 5 aufstehen muss. Let’s see how that will go.

Gewünscht: Lampen von Granit – alles in SEK ich mag nicht mal gucken wie teuer das ist 😉 Aber genial schön sind die und die

Gekauft: Bücher – was sonst *seufz*

Gefunden: 2 € in der Waschmaschine 🙂

Geklickt: auf das Zeit-Porträt von Patrick Modiano, den ich peinlicherweise bisher nicht kannte. Muss ich nachholen.

Gewundert: wie lange es doch dauern kann, bis es im Kopf endlich klick macht.

(diese Auflistung bei philuko gesehen für toll befunden und übernommen – hoffe, das ist ok).

Simon Boccanegra – Guiseppe Verdi

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„Das Herz des Menschen ist ein Quell ewigen Leides“ und Simon Boccanegra leidet. Weil es einfach schwer ist Macht und Liebe zu vereinen und auch noch glücklich zu werden. Meine erste Verdi-Oper und ich fand sie wirklich gut. Jaaa, leider keine Mezzos weit und breit, aber dafür Piraten! Na ja gut, Simon Boccanegra ist ein Korsare, den Paolo und Pietro zum Dogen Genuas wählen lassen wollen, da dieser beim Volk sehr beliebt ist, weil er die Stadt von Piraten befreit hat. Piraten haben also nicht unbedingt eine zentrale Rolle gespielt, aber ich habe es verkraftet.

Simon hat ein Kind mit Maria, deren Vater, ein schnöseliger Patrizier, aber seine Zustimmung zur Hochzeit verweigert. Er sperrt seine Tochter ein, um die Beziehung zu zerstören und sie stirbt 3 Monate später an gebrochenem Herzen. Simon ist todunglücklich und das Kind ist verschwunden.

25 Jahre später.

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Amelia Grimaldi soll vom Dogen verheiratet werden mit Paolo, liebt aber wiederum den Patrizier Gabriele Adorno. Viel Verwirrung, eine Entführung und ein verzweifelt eifersüchtiger Gabriele.  Boccanegra wirkt erstaunlich modern in seinen Ansichten und seinen immer wiederkehrenden Bemühungen um Frieden und Aussöhnung. Im Gegensatz dazu wirkt Gabrieles „Doch wenn sie ihrer Unschuld beraubt wurde, will ich sie nicht mehr wiedersehen“ deutlich antiquierter.

Vater und Tochter die sich irgendwann glücklich in den Armen liegen, der seiner Tochter auch den Segen gibt für eine Ehe mit Gabriele, alles wäre gut, hätte der beleidigte Entführer Paolo dem Dogen Simon Boccanegra nicht Gift ins Glas gekippt.

Am Hochzeitstag segnet er die Frischvermählten noch und im Sterben ernennt er Gabriele zu seinem Nachfolger.

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Die Inszenierung ist eine Zusammenarbeit mit der English National Opera London. Das Bühnenbild geht in Richtung Edgar-Hopper meets den Paten im 1. Akt. Nach dem Zeitsprung von 25 Jahren finden wir uns eher im grauen Meetingraum einer Wirtschaftsprüfung wieder.

Kim Wookyung als Gabriele und Serena Farnocchia als Gothic-Amelia haben mir gut gefallen. Es war ein schöner Opernabend und definitiv nicht mein letzter Verdi.

Glückwunsch auch noch mal an die Bayerische Staatsoper zur Wahl zum „Opernhaus des Jahres“.

Traumnovelle – Arthur Schnitzler

 

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„Die Entblößung der Gefühle ist viel anstößiger, als die des Körpers.“ Das Buch als Magazin ist klasse – was für eine großartige Idee Klassiker mit gutem, coolen Design unters Volk zu bringen und frische Leser an Stoffe zu führen, um die sie sonst vielleicht instinktiv einen Bogen gemacht hätten. In blau gedruckt sind am Textrand zusätzliche interessante Informationen zu Autor und Geschichte zu finden.

Schnitzler’s Traumnovelle hat ja dank der phantastischen Kubrick-Verfilmung „Eyes wide shut“ vor einigen Jahren ziemliche Aufmerksamkeit bekommen, aber obwohl ich die Traumnovelle seit ich den Film damals im Kino sah, lesen wollte, bin ich nie dazu gekommen. Das hat sich jetzt dank Buch als Magazin geändert.

Fridolin, ein junger Arzt, und seine Frau Albertine führen eine glückliche Ehe. Sie sind schon länger verheiratet, haben eine kleine Tochter und urplötzlich entdecken sie, das beide Partner zumindest in Träumen und Gedanken durchaus an anderen Interesse haben. Sie erzählen sich recht offen davon, offener, als es ihnen im ersten Moment gut zu tun scheint. Fridolin verlässt verstört das Haus und gerät in der Nacht in Strudel der Gefühle und Abenteuer. Einerseits will er Albertine betrügen, um sie für ihre Phantasien zu bestrafen, andererseits geht er den sich bietenden Gelegenheiten dann doch aus dem Weg.

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„Sie hörte kaum, was er sagte. Ihre Augen wurden feucht, große Tränen liefen ihr über die Wangen herab und wieder verbarg sie ihr Gesicht in den Händen. Unwillkürlich legte er seine Hand auf ihren Scheitel und strich ihr über die Stirn. Er fühlte, wie ihr Körper zu zittern begann, sie schluchzte in sich hinein, kaum hörbar zuerst, allmählich lauter, endlich ganz ungehemmt. Mit einem Mal war sie vom Sessel herabgeglitten, lag Fridolin zu Füßen, umschlang seine Knie mit den Armen und presste ihr Antlitz daran. Dann sah sie zu ihm auf mit weit offenen, schmerzlich-wilden Augen und flüsterte heiß: „ich will nicht fort von hier. Auch wenn Sie niemals wiederkommen, wenn ich Sie niemals mehr sehen soll; ich will in Ihrer Nähe leben.“

Weder die sich ihm zu Füßen werfende Patienten-Tochter noch die Prostituierte, der er auf der Straße dann in die Arme läuft und die ihn mit in ihr Zimmer nimmt, können ihn zum Seitensprung bewegen.

Als er anschließend einen alten Bekannten trifft, der ihn verbotenerweise auf eine geheimnisvolle Orgie mitnimmt, gerät das Leben des braven Doktor endgültig in gefährliche Bahnen. Er ist fasziniert von einer schönen maskierten Unbekannten, die ihn mehrfach warnt, den Ball zu verlassen, doch er bleibt, wird erwischt und bevor man ihm etwas antun kann, opfert sie sich für ihn.

Am nächsten Tag versucht er Nachforschungen anzustellen, um herauszufinden, was mit der schönen Unbekannten passiert ist, aber er erhält nur eine weitere Warnung:

„Geben Sie Ihre Nachforschungen auf, die völlig nutzlos sind, und betrachten Sie diese Worte als zweite Warnung. Wir hoffen in Ihrem Interesse, dass keine weitere nötig sein wird.“

Die Geschichte ist geprägt von einer wunderbar melancholischen dunklen surrealen Atmosphäre. Man spürt Schnitzlers Interesse für Psychologie und Freuds „Traumdeutung“ hat die Geschichte stark geprägt.

Auch die anderen Geschichten „aus der Gegenwart die dazu passen“ haben mir ganz gut gefallen. Besonders klasse: Das Cover leuchtet im Dunkeln, wenn man es vorher kurz unter eine Lampe gehalten hat:

Traumnovelle2

Novelle fertig, jetzt mag ich den Film mal wieder sehen!

Von Männern, die keine Frauen haben – Haruki Murakami

Murakami

Was ist das nur mit mir und Haruki Murakami ? Ich habe einige Lieblingsautoren, von denen ich vieles lese, Neuerscheinungen sofort in Augenschein nehme, mit denen ich für gerne mal ein Bier trinken gehen würde – aber mit Murakami ist das alles ganz anders.

Seine Bücher brauche ich, die haben mich so ganz sachte, langsam, einfach komplett süchtig gemacht. Seine Protagonisten fühlen sich an wie meine dunkle Seite des Mondes.

„Von Männer, die keine Frauen haben“ beinhaltet 7 Kurzgeschichten. Bei dem Titel hatte ich anfangs eine andere Vorstellung von dem, was mich erwartet, denn Japan hat ja bekanntlich eine hohe Anzahl an jungen Single-Männern, die ewig im Kinderzimmer wohnen bleiben, häufig auch keinen Job haben und irgendwie aus dem Leben gefallen sind. Die Männer in Murakami’s Buch sind anders.

Sie sind schon eher der typische Murakami-Typ. Durchaus unterschiedliche Charaktere und unterschiedliche Lebensstile, aber alle doch irgendwie selbstgenügsam, leise, auf eine nicht zu unnahbare Art stoisch und freundlich. Was sie eint ist das aus der Bahn fliegen. Es erwischt sie alle irgendwann und fast immer ist es eine Frau, die ihr ruhiges Fahrwasser ins Strudeln bringt.

Die meisten Geschichten sind sehr in der realen Welt angesiedelt, ganz selten nur bekommt die Realität wie in „Kinos Bar“ haarfeine Risse. Es geht um das Verlieren, das Verlassenwerden und das nicht festhalten können. Vom Lieben und Betrügen.
In jedem der Protagonisten meint man, ein Stück vom Autor zu sehen.

In „Drive my Car“ geht um einen Schauspieler, der alkoholbedingt seinen Führerschein verloren hat, sich daher eine Fahrerin nimmt und ihr erzählt, dass er sich nach dem Tod seiner Frau mit deren Liebhaber angefreundet hat.
„Will man einen anderen Menschen wirklich verstehen, kann man nur möglichst ehrlich und tief in sich selbst hineinschauen. Das ist meine Ansicht.“

„Yesterday“ kannte ich schon. Die Geschichte war vor ein paar Monaten im New Yorker veröffentlicht worden. Sie handelt von einem Studenten, der sich an seinen seltsamen Freund Kitaru erinnert der besessen vom Kansai Dialekt war, obwohl er in Tokyo geboren war. Kitaru bittet den Studenten, sich mit seiner Freundin Erika zu treffen und kurz darauf verschwinden beide aus dem Leben des Studenten.
„Es war ein weiteres meiner Probleme, dass ich immer über Gründe nachgrübelte, auch wenn alles längst entschieden war.“
„Wie Bäume harte Winter überstehen müssen, um groß und kräftig zu werden. Wenn das Klima immer mild und heiter ist, entwickeln sie keine Jahresringe.“

In „Das eigenständige Organ“ treffen wir den erfolgreichen Schönheitschirurgen Dr. Tokai. Sein Leben ist geregelt wie ein Uhrwerk, dank seines zuverlässigen Sekretärs. Stets hat er 4-5 Freundinnen nebeneinander, ist zu jeder gleich liebenswürdig und charmant, er hat sein Leben im Griff bis er sich urplötzlich verliebt und das geht nicht gut aus für ihn.
„Keine Operation vermochte es, intellektuelle Fähigkeiten zu verbessern“
„Die Kinder waren, solange sie klein waren, recht niedlich, aber kaum kamen sie auf die Mittel- oder Oberschule, hassten sie ausnahmslos alle Erwachsenen, bereiteten aus Rache und Verachtung die peinlichsten Probleme und strapazierten erbarmungslos die Nerven und Verdauungsorgane ihrer Eltern.“

„Scheherazade“ ist die Frau die sich vollumfassend um einen Mann kümmert, der sich in einem Haus versteckt halten muss. Sie kauft für ihn ein, kümmert sich in jeder Hinsicht um sein leibliches Wohlund nach jedem vollzogenen Akt erzählt sie ihm eine Geschichte. Er hat keine Möglichkeit, sie zu kontaktieren, sollte sie eines Tages einfach nicht mehr auftauchen.
„Es ist ja eigentlich nicht so, dass ich tatsächlich allein auf einer einsamen Insel wäre. Ich bin selbst eine einsame Insel. Er hatte sich längst daran gewöhnt, allein zu sein. Er drehte nicht leicht durch, obwohl er allein war. Was Habara in Unruhe versetzte, war, dass er, wenn es zu so etwas käme, sich nicht mehr im Bett mit Scheherazade würde unterhalten können.“
„Dabei wußte er, dass die Wirklichkeit bisweilen wirklichkeitsfern ist.“

In meiner Lieblingsgeschichte „Kinos Bar“ wirft es den Sportartikel-Vertreter Kino aus der Bahn, als er seine Frau beim Fremdgehen erwischt. Er schmeisst seinen Job, lässt sich scheiden und eröffnet eine kleine Bar. Diese Geschichte ist 150% Murakami. Die Jazz-Musik, die traurige Frau, die in seine Bar kommt, mit ihm Sex hat, aber in einer gewalttätigen Beziehung mit einem anderen ist. Die Katze, die ihm Gesellschaft leistet und ein seltsamer Gast, der ein Auge hat auf Kino und seine Bar. Und dann kommen die Schlangen und Kino muss eine Weile fort.
Die Atmosphäre ist großartig. Ich habe die Geschichte jetzt schon ein paar mal gelesen und immer wieder bekomme ich am Ende Heimweh nach Kinos Bar und möchte zurück.
„In seiner Bar, in die keine Gäste kamen, hörte Kino seit Langem einmal wieder so viel Musik, wie er wollte, und las die Bücher, die er immer hatte lesen wollen. Wie ein ausgedörrter Boden den Regen nahm Kino das Alleinsein, die Stille und die Einsamkeit ganz natürlich in sich auf.“

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Und mit diesem einen Satz beschreibt er exakt was ich fühle, wenn ich Murakami lese. Ich habe durch das Lesen die Möglichkeit zumindest eine Zeit lang so zu sein, kann mir Alleinsein, Stille und Einsamkeit über die Lektüre zuführen. Murakami sollte es in einer Welt, in der man immer erreichbar ist, immer on – auf Rezept geben. Er lässt uns auf Zeit aussteigen aus dem Krach, der Hektik, dem Trubel und eintauchen in die einsame Stille der Murakami’schen Welt.

Die beiden letzten Geschichten „Samsa in Love“ und die titelgebende „Von Männern, die keine Frauen haben“ waren für den Moment nicht so meines. Sie sind bizarrer als die anderen und ich werde sie auf jeden Fall noch einmal lesen.
„Samsa in Love“ ist großartig geschrieben, aber mein ausgedörrter Boden brauchte momentan eher die ersten 5 Geschichten – die letzten beiden werden aber sicher zu einer anderen Zeit das richtige für mich sein.

Ein grandioser Kurzgeschichten-Band, auch für Leute, die Kurzgeschichten vielleicht sonst nicht so gern lesen.

„Im Grunde bedeutet eine Frau zu verlieren genau dies. Frauen schenken uns besondere Momente, in denen sie für uns mitten in der Wirklichkeit die Wirklichkeit außer Kraft setzen.“

 

Meine Woche

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Foto: Amy von Einfallsreich

Gesehen: Gleich 3 Filme diese Woche! Die Bücherdiebin (Taschentuch-Alarm!) Wuthering Heights (grandiose Bilder, die Naturaufnahmen sind unglaublich und eine sehr interessante Neu-Interpretation) und Boxhagener Platz (Milieu-Studie, ohne jede Ostalgie oder Kitsch. Gudrun Ritter – einfach wundervoll) und dann auch noch ein Theaterstück – eine intensive Woche! Wir haben das zurecht hoch gelobte „Common Ground“ im Residenztheater gesehen. Wer die Gelegenheit hat – unbedingt schauen!

Gehört: den Trainspotting-Soundtrack und Portishead und überhaupt die 90er hoch und runter. Trip Hop never dies 😉

Gelesen: dieses Interview mit Byung-Chul Han. Wie gerne würde ich mit ihm mal einen Kaffee trinken gehen. Super interessanter Typ. Hat für spannende Skype-Diskussionen geführt das Interview.

Getan: das alte Sofa runtergeschleppt und bis nächste Woche ein Provisorium aufgebaut.

Gegessen: ICH habe gebacken ! Achtung: Trommelwirbel – und er hat geschmeckt. Ich backe nur so alle 5 Jahre, daher ist das ein Ereignis 😉 Habe Pflaumen ein paar Wochen in Gin eingelegt. Jetzt schmeckt der Gin lecker nach Pflaume und die Pflaumen lecker nach Gin. Die Gin-Pflaumen sind dann zu einem Pflaumen-Blechkuchen geworden.

Getrunken: Darjeeling Tee und ein klitzekleiner Gin&Tonic

Gefreut: über meinen Murakami-Gewinn und das LA Michelle mir ganz viele tolle Streetart geschickt hat

Geärgert: das ich vergessen habe mir die FAZ vom Samstag zu kaufen, wo doch die Buchmessen-Literaturbeilage drinne war. Aaaarghghghghg

Gelacht: über folgendes Zitat aus dem Boxhagener Platz, hatte ich ganz vergessen hat meine Oma auch immer gesagt:
„Kind nimm nicht soviel Salz, das zieht das Wasser ausm Körper und dann kannste nicht kacken.“

Geplant: JAPAN – nächsten Sommer (wenn wir genug zusammengespart bekommen)

Gewünscht: diese Bettwäsche

Gekauft: nix – muss doch für Japan sparen 😉

Gefunden: 2 freie Abende nächste Woche – hurra!

Geklickt: auf die neue Webseite der Bayerischen Staatsoper, die ist sehr schick geworden

Gewundert: und nun auch Ausschreitungen in Hong Kong – Krieg, Gewalt wohin man schaut. Fuck 😦

(diese Auflistung bei philuko gesehen für toll befunden und übernommen – hoffe, das ist ok).

Homo Faber – Max Frisch

Max Frisch

Egal was Walter Faber auch versucht, er schafft es einfach nicht seinen Flug zu verpassen. Er versteckt sich in der Bar, wird ohnmächtig in der Toilette, ignoriert tapfer auch die durchdringensten letzten und allerletzten Boarding-Aufrufe für ihn. Aber es hilft alles nichts. Er glaubt seine Maschine gehört zu haben als sie startet, fühlt sich sicher, da packt ihn die Stewardess an der Schulter und schwupps sitzt er in der Maschine.

Als Ingenieur der UNESCO ist er auf dem Weg nach Mexiko, um Turbinen zu installieren, aber bei der Zwischenlandung hat er aus unerfindlichen Gründen keine Lust mehr weiterzufliegen. Aber nun sitzt er eben doch im Flieger und dieser stürzt über der Wüste von Mexiko tatsächlich ab.

Nein, jemand wie Homo Faber glaubt da nicht an Schicksal oder schlechte Sternkonstellationen. Er ist Techniker und Vernunftsmensch durch und durch. Den Absturz überstehen alle weitestgehend unverletzt und nach ein paar Tagen kann die Reise weitergehen. Er hat im Flieger einen Düsseldorfer getroffen, den Bruder seines früheren besten Freundes, den dieser in Guatemala besuchen will. Kurzerhand begleitet er den Düsseldorfer auf seiner Reise nach Guatemala. Joachim, seinen früheren besten Freund, treffen sie leider nur erhängt auf. Es stellt sich heraus, dass Joachim Fabers frühere Geliebte Hanna geheiratet hat, diese aber zwischenzeitlich geschieden waren.

Faber ist ständig in Bewegung. Nur nicht stillstehen und Stück für Stück verliert er, der doch so fest mit beiden Füßen auf der Erde steht, immer mehr den Halt. Zurück in New York trennt er sich von seiner nervigen Geliebten, gibt seine Wohnung auf und schifft sich nach Europa ein, um in Paris an einer Arbeitskonferenz teilzunehmen.

„Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, ganze Kette von Zufällen.“

Auf dem Schiff dann ein weiterer schicksalshafter Zufall. Er trifft auf Sabeth, eine 20jährige, in die er sich nach anfänglichem Zögern verliebt ohne zu ahnen, dass es sich um seine Tochter handelt, die Hanna damals doch nicht abgetrieben hatte. Die beiden. Es ist eine Menge los in der Welt des Homo Faber. Die Ereignisse reissen nicht ab. Je verzweifelter Faber sich an sein rationales Weltbild klammert um so heftiger gerät es ins Wanken.

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Auf der Reise, die Sabeth und er zusammen unternehmen, kommt es zu einem schrecklichen Unfall. Wie in den griechischen Göttersagen kann Homo Faber seinem Schicksal nicht entkommen.

Ein phantastisches Buch. Die Sprache ist knapp, spröde – da ist kein Satz zuviel. Vor Jahren habe ich einiges von Max Frisch gelesen, auch Homo Faber, aber was für ein beglückendes Wieder-Lesen. Wenn möglich gefällt es mir heute noch viel besser als vor ein paar Jahren. An manchen Stellen kaum zu glauben, dass das ein Roman aus dem Jahr 1957 ist.

„Ich bin Techniker und gewohnt, die Dinge zu sehen, wie sie sind.“

„Jeder Apparat kann einmal versagen; es macht mich nur nervös, solange ich nicht weiß, warum.“

„Wir brauchen gar nicht mehr so viele Leute. Es wäre gescheiter, Lebensstandard zu heben. Alles andere führt zum Krieg und zur totalen Vernichtung.“

„Wir leben technisch der Mensch als Beherrscher der Natur, der Mensch als Ingenieur, und wer dagegen redet, der soll auch keine Brücke benutzen, die nicht die Natur gebaut hat“.

„Überhaupt der ganze Mensch! – als Konstruktion möglich, aber das Material ist verfehlt: Fleisch ist kein Material, Fleisch ist ein Fluch.“

„Homo Faber“ ist im Suhrkamp Verlag erschienen.

Gewonnen !

Murakami

Jaaa liebe Freunde der gehobenen Unterhaltungsliteratur – ihr seht mich maximal entzückt. Ich habe gewonnen – noch einmal heissesten Dank an Klappentexterin! Dieses wundervolle Päckchen habe ich aus dem Briefkasten holen dürfen mit einer wirklich coolen Karte und sehr netten Worten von Katharina Waltermann vom Dumont Verlag.

Herrn Murakamis neuesten Kurzgeschichten-Band schon ein paar Tage vor dem offiziellen Veröffentlichungs-Datum in den Händen zu halten, das ist schon sehr aufregend. Da müssen die Damen und Herren auf dem SUB jetzt auch durch – Herr Murakami hat einfach Vorrang. Ich freue mich schon heute abend gleich anzufangen und die Rezension gibts dann hier in den nächsten Tagen.

Happy 🙂

Florine Stettheimer

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Bin letztes Wochenende ganz zufällig in eine Ausstellung mit Bildern von Florine Stettheimer geraten. Die Künstlerin war mir bis dahin gänzlich unbekannt. Sie ist sowas wie die Erfinderin von Popart goes Wimmelbilder und mir haben die Bilder richtig gut gefallen. Bin ich auch sonst mehr eine Anhängerin der Neuen Sachlichkeit und ähnlichem. Stettheimer, eine Zeitgenössin und Freundin Marcel Duchamp’s hat spannende Bilder gemacht, es gibt viel zu entdecken und was mich neben ihren Bildern noch sehr begeistert hat, waren einige ihrer Gedichte die neben ihren Bildern die Wände schmücken.

Florine Stettheimer ist eine zu Unrecht viel zu unbekannte Künstlerin in Deutschland. Sie hat lange in Europa gelebt, auch in Deutschland ist weit gereist und hat ein überaus spannendes Leben gelebt. Ihre Bilder hat sie fast nie einfach in kühlen Galerien ausgestellt, ihre Ausstellungen waren Inszenierungen mit Kostümen, Möbeln und jeder Menge Ambiente. Verkauft hat Stettheimer nie ein Bild.

Es war eigentlich ihr Wille, dass ihre Bilder nach Ihrem Tod zerstört werden, glücklicherweise für die Nachwelt ein Wunsch den ihr ihre Schwester Ettie nicht erfüllte.

Die Ausstellung im Lenbach-Haus kann ich nur empfehlen und hier zwei der Gedichte die mir besonders gut gefallen haben:

(OCCASIONALLY)

Occassionally
A human being
Saw my light
Rushed in
Got singed
Got scared
Rushed out
Called fire
Or it happened
That he tried
To subdue it
He tried to extinguish it
Never did a friend
Enjoy it
The way it was
So I learned to
Turn it low
Turn it out
When I met a stranger –
Out of courtesy
I turn on a soft
Pink light
Wihich is found modest
Even charming
It is a protection
Against wear
And tears
And when
I am rid of
The Always-to-be-Stranger
I turn on my light
And become myself

THE UNLOVED PAINTING

I was pure white
You made a painted show-thing of me
You called me the real-thing
Your creation
No setting was too good for me
Silver – even gold
I needed gorgeous surroundings
You then sold me to another man

stettheimer

Regeneration – Pat Barker

RegenerationMehr oder weniger zufällig habe ich dieses Jahr einige Bücher gelesen, die im Ersten Weltkrieg spielen. Ob es die diversen 100-Jahre-1. Weltkrieg-Erinnerungsveranstaltungen waren, die mich dazu brachten oder ob es Zufall ist, ich weiß es nicht genau. Pat Barker’s „Regeneration“ ist auf jeden Fall schon sehr lange auf meiner „To-Read-Liste“. Mitte der 90er Jahre war die Trilogie in aller Munde und Pat Barker gewann auch den Booker Prize für den dritten Band „The Ghost Road“.

„Regeneration“ ist der erste Band in der Serie, der sich hauptsächlich mit den psychologischen Effekten beschäftigt, die durch den Krieg bei den Soldaten ausgelöst wurden. Die Geschichte spielt in Craiglockheart, einem Militär-Hospital in Schottland, das sich auf die Behandlung von „Shellshock“ und andere Kriegstraumata spezialisiert hat.

Barker vermischt sehr gekonnt Fakten und Fiktion. Wir treffen einige historische Persönlichkeiten wie die Poeten und Schriftsteller Siegfried Sassoon, Robert Graves, Wilfrid Owen und den Psychologen Rivers, die tatsächlich zeitgleich in Craiglockheart waren. Im Vordergrund der Geschichte stehen die unterschiedlichen Behandlungsmethoden sowie der Einfluß, den die psychologischen Wunden auf die Persönlichkeit der Männer und die Gesellschaft haben.

Sassoon, ein hochdekorierter, desillusionierter Soldat hat in einem öffentlichen Schreiben im Juli 1917 gegen die Fortführung des Krieges und die damit zusammenhängenden Ungerechtigkeiten und Unaufrichtigkeiten sowie die enorme Menge an Kriegsopfern protestiert. Der Brief sorgt für einen Skandal – die Armee fürchtet eine Untermininierung der Kampfesmoral in der Heimat und ist nicht sicher, was sie mit dem aufrührerischen Sassoon machen sollen.

“I am making this statement as an act of wilful defiance of military authority because I believe that the war is being deliberately prolonged by those who have the power to end it. I am a soldier, convinced that I am acting on behalf of soldiers. I believe that the war upon which I entered as a war of defence and liberation has now become a war of aggression and conquest. I believe that the purposes for which I and my fellow soldiers entered upon this war should have been so clearly stated as to have made it impossible to change them and that had this been done the objects which actuated us would now be attainable by negotiation. I have seen and endured the sufferings of the troops and I can no longer be a party to prolong these sufferings for ends which I believe to be evil and unjust. I am not protesting against the conduct of the war, but against the political errors and insincerities for which the fighting men are being sacrificed. On behalf of those who are suffering now, I make this protest against the deception which is being practiced upon them; also I believe it may help to destroy the callous complacency with which the majority of those at home regard the continuance of agonies which they do not share and which they have not enough imagination to realize.”

Sein guter Freund Robert Graves sorgt dafür, dass Sasson nach Craiglockheart geschickt wird, anstatt ihn als Deserteur hinzurichten. Sassoon wehrt sich gegen die Idee, sich von einem Psychologen behandeln zu lassen, aus Sorge, als verrückt zu gelten und sein eigentliches Anliegen – der Protest gegen die Weiterführung des Krieges – damit aus dem Fokus gerät.

Er trifft dort auf Dr. Rivers, einen Psychologen, der seine Patienten ermuntert, ihre Kriegserlebnisse zu verbalisieren und versucht sie durch Gesprächstherapie zu heilen. Er symphatisiert mit seinen Patienten, leidet mit ihnen, wenn sie ihm von den schrecklichsten Horrorszenarien erzählen, ist aber grundsätzlich für eine Weiterführung des Krieges. Die Patienten leiden an den unterschiedlichsten Sympthomen. Manche sind stumm, andere erbrechen sich pausenlos, viele zittern und fast jeder hat Alpträume. Rivers versucht Sassoon dazu zu bewegen nach Frankreich zurückzukehren und weiterzukämpfen, um nicht als Feigling zu gelten.

Sassoon steht nicht im Mittelpunkt der Geschichte wie man anfangs eventuell glauben könnte, sondern eine ganze Reihe Protagonisten, die im Hospital behandelt werden. Prior zum Beispiel, der durch ein schreckliches Erlebnis im Schützengraben die Sprache verloren hat, sich aber nicht mehr daran erinnern kann. Durch Hypnose schafft er es schließlich, sich daran zu erinnern und hat große Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass das schreckliche Erlebnis nicht eine große Heldentat seinerseits war sondern „nur“ ein Kamerad der vor seinen Augen in die Luft gesprengt wurde. Überhaupt sind die psychologische Natur ihrer Erkrankungen ein riesiges Problem für die Soldaten.

Für sie sind Nervenkrankheiten, Hysterie etc. Frauenkrankheiten, sie schämen sich aufgrund solcher Probleme im Hospital zu sein und nicht aufgrund körperlicher Verwundungen. Der Horror und die unglaublich große Anzahl an Männern mit psychologischen Traumata konnten irgendwann nicht mehr ignoriert werden. Die Geschichte beschäftigt sich auch mit Klassen-Fragen. Die Art und Weise wie einfache Soldaten und Offiziere behandelt werden, ob an der Front und wenn sie verwundet sind, unterscheiden sich fundamental voneinander. In Craiglockheart werden nur Offiziere behandelt. Prior hat einen Arbeiterhintergrund und sich mühselig in der Armee nach oben gedient, ihn beschäftigen die Klassenfragen und die unterschiedlichen Behandlungsweisen enorm.

Rivers steht für die Ambivalenz der Ansichten in dieser Zeit. Er leidet mit seinen Patienten, steht für eine fortschrittliche humane Behandlungsmethode, die aber eben nur Offizieren angedeiht wird. Er entscheidet sich im Laufe der Geschichte eine Position in London anzunehmen in einem Hospital, das sich ebenfalls auf die psychologische Behandlungen von Soldaten spezialsiert hat, allerdings einfache Soldaten. Er nimmt an einer brutalen Elektro-Schockbehandlung von Dr. Yealland, einem anderen Psychologen, teil, dessen einziges Ziel es ist, jeden Soldaten wieder zum Sprechen und zum äußerlich normalen und dienstfähigen Soldaten zu machen. Die Art und Weise, wie er dabei vorgeht und die Opfer, die dafür gebracht werden müssen, sind ihm völlig egal. Rivers entscheidet sich nach Craiglockheart zurückzukehren, angewidert von den brutalen Behandlungsmehtoden.

Eine weitere Rolle im Buch spielt Kameradschaft, Nähe und Liebe zwischen Männern. Sassoon’s Homosexualität wird  schon recht am Anfang des Buches klar. Sassoon wird für seinen Mut, seine Hingabe zu seinen Männern und die Liebe zu ihnen gerühmt, das ist eine Liebe die die Gesellschaft und auch die Armee gut findet, da sie glauben, dass es zu einer stärkeren Armee führt. Sassoon hat Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass diese Liebe sogar noch bestärkt und dazu ermuntert wird, das aber die falsche Art von Liebe zwischen Männnern streng geahndet wird. Starke emotionale Bindungen zwischen Männern  und auch psychologisch kriegsversehrte wie Shell-Schock-Opfer befinden sich außerhalb der gesellschaftlich anerkannt und akzeptierten Regeln. Die Anerkennung würde eine Gefährdung der sozialen Order bedeuten.  Sassoon kämpft nicht nur für die Beendigung des Krieges, sondern unbewusst auch für eine stärkere Akzeptanz männlicher Emotionalität und seine eigene Homosexualität.

Mich hat das Buch sehr bewegt, ich werde sicherlich auch die anderen Teile der Trilogie lesen. Wie sehr der Erste Weltkrieg die Welt verändert hat, wird einem nach der Lektüre noch einmal klarer. Zwar ist die Hoffnung nicht erfüllt worden, dass die Menschen aus diesem grausamen Schlachtfest gelernt haben und es danach nie wieder Krieg geben wird, aber die Gesellschaften sind zumindest in zum Teil stärker zusammengewachsen.

„Men said they didn’t tell their women about France because they didn’t want to worry them, but it was more than that. He needed her ignorance to hide in. Yet, at the same time, he wanted to know and be known as deeply as possible. And the two desires were irreconcilable.”

“The way I see it, when you put the uniform on, in effect you sign a contract. And you don’t back out of a contract merely because you’ve changed your mind. You can still speak up for your principles, you can still argue against the ones you’re being made to fight for, but in the end you do the job.”

“And as soon as you accepted that the man’s breakdown was a consequence of his war experience rather than his own innate weakness, then inevitably the war became the issue. And the therapy was a test, not only of the genuineness of the individual’s symptoms, but also of the validity of the demands the war was making on him. Rivers had survived partly by suppressing his awareness of this. But then along came Sassoon and made the justifiability of the war a matter for constant, open debate, and that suppression was no longer possible. At times it seemed to Rivers that all his other patients were the anvil and that Sassoon was the hammer. Inevitably there were times when he resented this. As a civilian, Rivers’s life had consisted of asking questions, and devising methods by which truthful answers could be obtained, but there are limits to how many fundamental questions you want to ask in a working day that starts before eight am and doesn’t end till midnight.”

“On the face of it he seemed to be congratulating himself on dealing with patients more humanely than Yealland, but then why the mood of self-accusation? In the dream he stood in Yealland’s place. The dream seemed to be saying, in dream language, don’t flatter yourself. There is no distinction.”

Das Buch erschien auf deutsch unter dem Titel Niemandsland im dtv Verlag.