The Red Notebook -Antoine Laurain

IMG_5354

Ich glaube, es war während unserer Bookclub Diskussion des Buches, das jemand meinte, das Büchlein erinnert ein wenig an diese niedlichen französischen Macarons. Klein, bunt, zuckersüß und schon kurz nach dem man sie verputzt hat, kann man sich schon kaum noch an sie erinnern. So ging es uns mehrheitlich mit diesem französischen Handtaschen-Macaron auch. Ich rezensiere hier alle Bücher die ich lese, daher keine Ausnahmen.

Der gutaussehende Pariser Buchhändler Laurent stolpert auf dem Weg zur Arbeit eines Morgens über eine Handtasche, die einsam am Straßenrand sitzt. Er ist sich sicher, es handelt sich um eine gestohlene Tasche, nimmt sie mit und durchlebt peinlichste Höllenqualen beim Tragen einer Damenhandtasche. Er ist fest entschlossen, Tasche und Besitzerin miteinander zu vereinen und räumt zu diesem Zweck die Tasche aus, untersucht jeden Gegenstand, findet aber keinerlei Hinweis auf einen Namen oder eine Adresse. Doch allein die Vielzahl (!) an Gegenständen macht ihm schnell klar, es scheint sich um seine Seelenverwandte zu handeln und die Suche nach dieser wird zu seinem Lebensmittelpunkt.

IMG_5355

Wird er die Unbekannte finden und sie gar in echt so hinreißend finden, wie in seiner Phantasie? Das Buch liest sich wie ein Script zu einer französischen Rom-Com und wir sind in Gedanken schon mögliche Besetzungen durchgegangen. Die Dame aus Amélie wäre natürlich überaus passend als Laure, Hugh Grant wurde in den Raum geworfen als Laurent, oder auch Mr. Darcy aus Bridget Jones, ein gallischer Kandidat wollte uns partout nicht einfallen.

Von der Geschichte inspiriert haben wir dann alle mal geschaut, was wir so in den Taschen haben und ob es ähnlich aufregend ist, wie Laures Tascheninhalt und dazu führt, dass irgendjemand uns UNBEDINGT wiederfinden will, aber es sah nicht soooo gut aus. USB-Sticks mit Flaschenöffner und ein Zeckenkamm waren die spannensten Dinge. Ich sehe ja schwarz, dass für uns jemand die Klamotten aus der Reinigung holt und die halbe Stadt unsicher macht. Wir überlegen aber momentan, ob wir nicht ggf. einfach eine sehr spannende Sache in unsere Tasche legen, so für alle Fälle.

Bei seiner Suche trifft Laurent auch auf Patrick Modiano, das hat uns immerhin einen tollen Schriftsteller in Erinnerung gerufen, den wir bisher noch nicht gelesen haben.

Ich bin jetzt nicht so der Rom-Com Typ, daher hat es nicht ganz meinen Geschmack getroffen, aber sicher gibt es da draußen den einen oder anderen, der damit sehr glücklich werden würde. Daher verlose ich das Buch unter allen, die mir hier oder auf Facebook in den Kommentaren für meine Paris-Reise im März einen Tipp geben, was ich keinesfalls verpassen sollte. Ich reise im Übrigen ohne Handtasche, aber immer mit Notizbuch 😉

Ausgelost wird am nächsten Donnerstag, 03.03. Bonne chance …

Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel „Liebe mit zwei Unbekannten“ im Knaur Verlag erschienen.

33 Antworten auf „The Red Notebook -Antoine Laurain

Add yours

  1. Witzig geschrieben! Und jetzt ist mir das Handtaschen-Rätsel von neulich klar 🙂 Ich habe gleich in meine „Handtasche“ geschaut – ein XXL-Modell, weil ich da immer auch Bücher und einen Zeckenkamm (gröl!!!) drin habe. Und was soll ich sagen? O lala! Ich frage mich bloß, warum meine Handtasche noch keine solche Suchaktionen ausgelöst hat 🙂
    Zum gallischen Schauspieler: Es gäb ja ein paar Tolle, Jean Renoir, der junge Alaing Delong, Vincent Cassel … aber die kann man sich alle nicht in so einer rosaroten Komödie vorstellen, das stimmt.
    Bei der Auslosung bleibe ich außen vor, außer es gibt den Hund dazu.
    LG Birgit

      1. Ach so!!! Aber da sieht man es einmal wieder: Dass wir Frauen immer Opfer bringen müssen. Da behalte ich lieber meine Handtasche und verzichte auf den Kerl, selbst wenn er ein Buchhändler ist und aussieht wie Alaing Delong 🙂

      2. Aber wenn der nicht gerade schon die 10. oder 11. Flasche Wein intus hat, könnte er sicher gut die Politik Wladimir Putins erklären. Mit diesem Wissen wäre die Handtaschen-Verliererin klar im Vorteil

    1. Cassel ist cool! Oder jener Mensch, (ist er nicht auch Regisseur?) der bei der fabelhaften Amélie den Schnuckel gab … Ah, genau, Mathieu Kassovitz.
      Anyway: my bag is my castle.
      Ich würde übrigens gern bei der Auslosung mitmachen, wenn ich nocht (oh, neues Wort, Abk. für noch nicht) zu spät bin … Ah, 3.3., sehe ich gerade, das müsste reichen : ) Liebe Grüße!
      PS: Modiano habe ich eine Zeit lang gelesen wie süchtig, Im Café der verlorenen Jugend war meine Einstiegsdroge, weitere Empfehlungen hier: https://phileablog.wordpress.com/?s=Modiano
      PPS: Ach so, was man nicht in Paris versäumen sollte – puh, ich versäumte bislang das Musée d’Orsay, was sehr sehenswert sein soll, und Shakespeare & Co. Besonders gefiel mir die Atmosphäre auf der Ile St. Louis, die Bouquinistes (heißt das so) entlang der Seine und im Marais gab’s tolle Restaurants … Unbedingt sehenswert ist auf jeden Fall der Père-Lachaise.

      1. Woop Wooop – Liebe Petra Du bist die glückliche Gewinnerin. Herzlichen Glückwunsch! Dieses Büchlein möchte gerne bei Dir einziehen. Schickst Du mir bitte Deine Adresse an sabinedelorme@yahoo.de – danke 🙂

  2. Meine Handtasche wird mir wohl keiner nachtragen, auch wegen des wenig aufregenden Inhalts. Das spannendste Teil dürfte eine Fotocollage sein, die Polaroids mit nackten Füßen am Strand zeigt. Eine Erinnerung eben.

    An der Verlosung möchte ich nicht teilnehmen, aber wenn mich mein Weg nochmal nach Paris führen sollte, würde ich rausfahren mir den Parc des félins ansehen.

    Liebe Grüße
    Midori

  3. Kicher, was für ein schöner Text – vor allem die Suche in euren Handtaschen. Nee, das Buch will ich auch nicht, aber gern noch mehr Verrisse von dir 🙂

  4. Paris-Tipp: https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/2014/11/01/allerheiligen-all-saints-day/
    In das Cafe aus dem Amelie-Film muss man nicht rein, von den Kirchen ist vor allem Sacré-Cœur de Montmartre super (auch oben, auf der Kuppel, tolle Aussicht) und von den Touri-Attraktionen finde ich den Place des Vosges auch total schön.
    An der Verlosung nehme ich nicht teil, mein Bücherstapel ist seit letztem Mal nicht recht viel kleiner geworden…. :-(((
    Viel Spaß an der Seine + liebe Grüße,
    Gerhard

    1. Lieber Gerhard,
      tolle Tipps. Und natürlich noch das Grab von Heine besuchen, da liegen, so ließ ich mir neulich sagen, immer noch täglich frische Rosen drauf! Und sowieso: Schriftsteller-Gräber u.ä. findet man in Paris en masse.
      Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Schade, dass DU NICHT bei der Verlosung mitmachst – Gerhard bespricht eine Rom-Com, da stelle ich mir eine Riesen-Gaudi drunter vor 🙂

      1. Liebe Birgit, siehe Link, u.a. Foto vom Heine-Grab ;-))
        Ja, hmmm, versuche dann anderweitig, für Gaudi zu sorgen… ;-))
        Liebe Grüße,
        Gerhard

      2. Ach, den habe ich jetzt erst angeschaut – gute Zusammenstellung, danke! Ich muss mal wieder nach Paris … Und das mit der Gaudi: Da ist das letzte Wort noch nicht geschrieben 🙂

  5. Was ist denn hier los! Und alles wegen einer Handtasche!
    Also: Ich schließe mich an:
    An der Verlosung um den Hund hätte ich gerne teilgenommen, der hat mich letztens schon so begeistert. Und buchaffin scheint er auch zu sein.
    Die wunderbare Buchbesprechung war herrlich zu lesen – auf das Buch kann ich dann gerne verzichten.
    Von diesen Buchesprechungen wünsche ich mir auch mehr.
    Leider besitze ich keine Handtasche, die ich dann auch nicht verlieren kann. Wenn ich Eure Kommentare so lese, scheint mir dabei ggfs. etwas zu entgehen. Muss also doch mal über die Anschaffung solch eines Monstrums nachdenken.
    Was ein Buch so alles auslösen kann. Wunderbar
    Viele Grüße in die große Runde!

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑