#WomeninScience (9) Monica Kristensen

forfatterforeningen Monica Kristensen

Foto: forfatterforeningen

Ich freue mich sehr, dass es erneut eine Wiederholungstäterin gibt 😉 Esther von Esthers Bücher war schon bei #Women in SciFi dabei und stellt uns heute das Buch einer Glaziologin (!) vor, mit der wir eine Reise an den Südpol unternehmen:

Monica Kristensen: Amundsens letzte Reise

Die 1950 geborene norwegische Glaziologin und Meteorologin Monica Kristensen schreibt seit 2007 sehr erfolgreiche Kriminalromane, Bücher hat sie aber auch vor dieser Zeit geschrieben, nämlich Expeditionsberichte und Sachbücher. An der Universität Tromsø hat sie Physik studiert und sie wurde 1983 in Cambridge promoviert. Zu dieser Zeit nahm sie bereits an Expeditionen in die Arktis und Antarktis teil. Bei ihren Expeditionen trat sie wortwörtlich in die Fußstapfen Roald Amundsens, so zum Beispiel 1986/87 als sie dem Weg Amundsens zum Südpol gefolgt ist. Die mit Schlittenhunden unternommene Expedition musste zwar abgebrochen werden, einige Jahre später erreichte sie aber doch den Südpol. Eine andere Expedition hat sich vorgenommen, Amundsens Zelt am Südpol zu finden, hierbei sind mehrere Teilnehmer in Gletscherspalten gefallen, einer von ihnen verlor dabei sein Leben.

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Monica Kristensen weiß also aus eigener Erfahrung, wie es ist, in der eisigen Kälte der Polarregionen unterwegs zu sein und dabei Kameraden zu verlieren. Und auf die Rettung zu warten. In ihrem Anfang 2019 erschienen Buch Amundsens letzte Reise folgt er wieder einmal den Spuren Amundsens, und versucht eine Erklärung dafür zu finden, wie der erfahrenste Polarforscher der Zeit ohne Spur verschwinden konnte.

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Er war der berühmteste Entdecker Norwegens, der als erster am Südpol war, als erster die Nordwestpassage und als erster die Nordostpassage durchfuhr. Und der als erster mit einem Luftschiff über dem Nordpol war. Roald Amundsen verschwand am 18. Juni 1928, und bis heute wissen wir nicht, was damals mit ihm passiert ist, warum er nach so vielen an Wunder grenzenden überlebten Expeditionen diesmal mit seinem Leben für seine Kühnheit bezahlen musste.

Zu dieser Zeit lag seine letzte Expedition (mit dem Luftschiff Norge) bereits zwei Jahre zurück. Der Konflikt mit dem italienischen Kapitän der Norge, Umberto Nobile, war jedoch noch nicht abgeklungen. Amundsen hielt Nobile für ungeeignet, Polarexpeditionen zu leiten, und er hielt sich mit seiner Meinung auch öffentlich nicht zurück. Nobile ergriff nun die Möglichkeit, mit dem Schwesterschiff der Norge, der Italia, nun in eigener Regie den Nordpol zu erreichen, was ihm auch gelang. Auf dem Rückflug vom Nordpol stürzte die Italia jedoch ab, die Mannschaft galt als verschollen.

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Obwohl kein Norweger als Mitglied der italienischen Expedition unterwegs war, leiteten die Norweger sofort eine Suchaktion ein, zu dem sie natürlich auch gleich den höchsten Experten der Polarregion einluden:

„Er war von höchster Stelle gebeten worden, in den Norden zu fahren, um einen Mann zu retten, von dem alle wussten, dass er sein Feind war – eine äußerst edle Aufgabe.“

Seite 67

Als wäre die Situation so noch nicht pikant genug, kommt es bald auch zu weiteren interessanten Wendungen. Die italienische Regierung zögert nämlich, sich an der Rettungsaktion zu beteiligen (sie sind überzeugt, dass die Mannschaft der Italia tot ist), und die bescheidenen Mittel der norwegischen Regierung erlauben es nicht, die Aktion in dem Ausmaß durchzuführen, der es ermöglichen würde, Amundsen mit einem Flugboot daran beteiligen zu lassen. Die deutlich kleinere Aktion wird in die Hände des erfahrenen Piloten, Hjalmar Riiser-Larsen gegeben, Amundsen muss von der Seitenlinie zusehen, wie er übergangen wird.

Letztendlich, nach etlichen Schwierigkeiten, kommt er doch an ein Flugboot, und macht sich auf den Weg, Nobile zu finden und zu retten. Was an diesem Punkt genau passiert, ist bis heute unklar. Er fliegt mit dem französischen Flugzeug, der Latham 47 Richtung Bäreninsel, es gibt noch diverse Funksprüche von der Latham, Amundsen und die Mannschaft des Flugzeugs werden aber nie wiedergesehen. Es wurden Spuren des Flugzeugs gefunden, die darauf hindeuten, dass die Mannschaft in Schwierigkeiten geraten ist und versucht hat, sich zu retten, aber weder Flugzeug, noch Mannschaft wurden je gefunden.

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Monica Kristensen erzählt in diesem Sachbuch sehr detailliert die Umstände, die zum Verschwinden Amundsens geführt haben, und erzählt auch die packende Geschichte der Italia-Expedition. Es ist ein spannendes Buch, das am Ende auch noch mit einer interessanten und glaubwürdigen Theorie aufwartet, die ein neues Licht auf Amundsens Schicksal wirft. Dass Monica Kristensen auch Kriminalromane schreibt, lässt sich am Schreibstil merken – was hier auf jeden Fall positiv gemeint ist. Sie bleibt sachlich und spart nicht mit technischen Details, sorgt aber auch dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Eine klare Leseempfehlung!

Amundsens siste reise/Amundsens letzte Reise erschien im btb Verlag.

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2 Kommentare zu “#WomeninScience (9) Monica Kristensen

  1. Pingback: Meine buchige Woche (30) – Esthers Bücher

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