Gelesen habe ich:
- Pnin – Vladimir Nabokov
- Daydream and Drunkenness of a Young Lady – Clarice Lispector
- Eine Reise nach Klagenfurt – Uwe Johnson
- Die letzten Tage von Ingeborg – Fleur Jaeggy
- Der Trost der Schönheit – Gabriele von Arnim
- The Lacuna – Barbara Kingsolver
- Bis bald, meine Freunde. Die Künstlerin Jeanne Mammen – Martina Weinland
- Making It So – Patrick Stewart
- Willy Ronis – Jean-Claude Gautrand
Der Juni war ein Lesemonat, bei dem ich erst im Nachhinein doch eine Art roten Faden erkennen konnte, obwohl ich ihn beim Lesen selbst gar nicht geplant hatte. Immer wieder bin ich bei Büchern gelandet, die sich mit Kunst, Literatur und den Menschen dahinter beschäftigen, mal essayistisch, mal biografisch und mal in Romanform.
Mit „Pnin“ habe ich endlich mal wieder Nabokov gelesen, ich liebe seine Sprache! Gleichzeitig war es schön, endlich Clarice Lispector für mich zu entdecken. Es hat mich sehr fasziniert, wie viel Atmosphäre und Intensität sie auf so wenigen Seiten entstehen lassen kann.
Besonders beschäftigt haben mich in diesem Monat die beiden Bücher rund um Ingeborg Bachmann. „Eine Reise nach Klagenfurt“ von Uwe Johnson und Fleur Jaeggys „Die letzten Tage von Ingeborg“ nähern sich ihrem Leben und ihrer Persönlichkeit auf sehr unterschiedliche Weise. Während Johnson sich auf eine literarische Spurensuche begibt und dabei auch die Atmosphäre und die Orte rund um Bachmanns Herkunft in den Blick nimmt, entwirft Jaeggy ein viel intimeres, fast traumartiges Porträt. Beide Bücher kann ich sehr empfehlen und ich möchte den Film „Ingeborg Bachmann – Jemand, der ich einmal war“ mit Sandra Hüller unbedingt bald sehen.
Mit Gabriele von Arnims „Der Trost der Schönheit“ war außerdem ein Buch dabei, das bei mir unfassbar viele Gedanken ausgelöst hat. Ich hatte es vor etwas 2 Jahren schon als Hörbuch gehört, immer wieder dran gedacht und meine Begegnung mit ihr Anfang des Monats in der Monacencia hat dafür gesorgt, dass ich es mir jetzt doch gekauft und wiedergelesen habe und ich habe gefühlt jeden zweiten Satz unterstrichen. Habe mich sehr wiedergefunden in dem Text, ein Buch, das ich sicherlich immer wieder in die Hand nehme.
Barbara Kingsolvers „The Lacuna“ war für mich ein großes erzählerische Highlight des Monats. Ihre Romane schaffen es jedes Mal aufs Neue, Geschichte und persönliche Schicksale so miteinander zu verweben, dass ich vollkommen darin verschwinde, ganz egal wie dick ihre Romane sind.
Auch zwei sehr unterschiedliche Biografien haben mich in diesem Monat begleitet. „Bis bald, meine Freunde“ über die Künstlerin Jeanne Mammen hat mir eine faszinierende Künstlerin nähergebracht, deren Werk und Leben ich bisher viel zu wenig kannte. Es ist immer wieder spannend, wie Biografien nicht nur einen Menschen vorstellen, sondern auch einen ganz neuen Zugang zu seiner Kunst eröffnen können. Hier ein großes Danke an den Bebra Verlag für die Übersendung des Rezensionsexemplares.
Und Patrick Stewarts „Making It So“ war dann eine ganz andere, aber richtig spannende Reise durch ein bewegtes Leben. Ich mag seinen Humor, seine Selbstronie und dass er gleichzeitig für mich ganz anders und doch – wo es wichtig für mich ist – ganz ähnlich wie Captain Picard ist. Besonders schön fand ich, wie reflektiert und dankbar er auf seinen Weg zurückblickt. Die Biografie war eine sehr gute Mischung aus Unterhaltung, Tiefgang und ganz viel Menschlichkeit.
Inspiriert von dem wunderbaren Bildband „Ongoing“ von Tilda Swinton aus dem letzten Monat habe ich mir vorgenommen, mich künftig jeden Monat einem Bildband zu widmen. Den Anfang macht im Juni der Band über Willy Ronis. Der französische Fotograf, der vor allem für seine poetischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Alltagslebens bekannt ist, hatte einen ganz besonderen Blick für kleine Momente, Licht und menschliche Begegnungen. Seine Fotografien erzählen Geschichten, ohne sich aufzudrängen und sind voller Wärme, Nähe und einer stillen Aufmerksamkeit für die Menschen vor seiner Kamera.
Wenn ihr mehr über die einzelnen Titel erfahren möchtet, findet ihr wie immer mein ausführliches Video zum Lesemonat Juni.
Wie war euer Lesemonat? Was waren eure Highlights?

Gabriele von Arnims „Trost der Schönheit“ zählt zweifellos zu meinen Lieblingsbüchern der letzten Jahre – Seelenbalsam vom Feinsten – da kann ich mich nur aus vollstem Herzen anschließen. Herzliche Sonntagsgrüße!
Seelenbalsam – das trifft es echt! Ganz herzliche Grüße zurück 🙂
Sehr schön! Die Lispector liegt als nächstes Buch parat. Der „Trost der Schönheit“ hat mir durch die Trauerjahre geholfen und es freut mich, dass auch jüngere Menschen sich wiederfinden können. Es wurde ja öfter als „Alte Damen-Kram“ abgekanzelt. Jeanne Mammen ist beeindruckend, habe ich vor Jahrzehnten erst in Berlin kennen gelernt. Die Anregung – jeden Monat ein Bildband – greife ich gerne auf. Hier liegt einer zu Sauerbruch/Hutton bereit zum immer wieder Blättern.
Sonntagsgrüße!
Astrid
Danke! Ganz liebe Grüße zurück! Wollte heute bei dir kommentieren, auf deinen Wochen-Rückblick, aber irgendwie wollte der Kommentar nicht posten.
Ich hab dir vor ein paar Tagen eine mail geschrieben bzgl meiner Literaturspaziergänge, die ich in Schwabing anbiete (for free) dachte das könnte bei einem deiner Besuche hier vielleicht mal von Interesse sein 🙂 Vielleicht ist es im spam gelandet? Oder ggf natürlich auch vielleicht kein Interesse deinerseits, no problem 🙂
Schicke ganz liebe Grüße und wünsche noch einen schönen Sonntag, Sabine
Oh, das ist die olle Emailadresse ohne die „2“ vor dem Klammeräffchen. In den Account vergesse ich immer zu schauen. Im Prinzip hätte ich natürlich Interesse, es ist immer etwas knifflig, weil ich dann in der Familie eingespannt bin. Aber meine „kulturige“ ( O-Ton Enkelin ) Tochter und ihre Freundinnen könnten da auch Gefallen dran haben. Die wohnt in der Oberen Au und ist dauerhaft vor Ort.
Am 29. Juli komme ich nach M., aber auf Wunsch der Jüngsten, um sie bei ihrem Abschied aus der Grundschule zu begleiten und mit ihr ins Schyrenbad zu gehen. Am Sonntag fahre ich wieder heim. Aber Mitte September zu neuen Schuljahr komme ich dannwieder, schaun mer mal.
Alles Liebe!
Astrid