#WomeninSciFi

 

Animiert durch einen Artikel habe ich vor einer Weile einmal angefangen, in Buchläden die Bücher in der Science Fiction Abteilung durchzugehen und nach meiner informellen Berechnung waren in der Regel gerade einmal 15% der Bücher in den Regalen von Autorinnen.

Science Fiction ist ein Genre, das lange schon von männlichen Autoren dominiert und geprägt wird: Isaac Asimov, Arthur C Clarke, Stanislaw Lem, Ray Bradbury etc.

Viele Science Fiction Bücher (natürlich nicht alle) fühlen sich oft an wie von Männern für Männer geschrieben. Frauen haben in der Science Fiction häufig nur die Rolle des kurvigen, Minirock-tragenden Wesen, das aus gefährlichen Situationen gerettet werden muss. Wer daran zweifeln sollte, einfach mal ein paar Genre-Cover aus den 50er Jahren anschauen… 😉

Dabei haben Frauen in der Science Fiction Literatur immer schon eine große Rolle gespielt. Die Autorin Mary Shelley ist sowas wie die Gründerin des Genres. Was wäre uns an Büchern und Filmen entgangen, hätte sie der Welt mit Frankenstein nicht eines der Ur-Monster geschenkt, das seitdem in zigfachen Mutationen durch Filme und Bücher wandelt. Shelleys Buch erschien 1818 zu einer Zeit, als die Welt der Wissenschaft noch nahezu komplett von Männern dominiert wurde, was ihre Pionierleistung noch deutlicher macht.

Frauen haben schon immer eine ganze Reihe erstklassiger erfinderischer Science Fiction produziert und machen das auch heute noch, auch wenn (manche) der Herren ihnen nur ungern einen Platz am Tisch einräumen.

Mir liegt die Science Fiction am Herzen, wie die meisten, die diesem Blog folgen, wahrscheinlich gemerkt haben und ich glaube, dass gerade Politiker in ständigem Dialog nicht nur mit Wissenschaftlern, sondern durchaus auch mit Science Fiction Autoren sein sollten, um gemeinsam über eine bessere Zukunft zu spekulieren, um sie dann aktiv zu gestalten.

Barack Obama war da für mich immer ein gutes Beispiel, auf dessen jährlichen Bücherlisten stets SciFi Autoren vertreten waren. Dieses Jahr habe ich mich besonders gefreut, dass „The Power“ von Naomi Alderman dabei war.

Das Genre wäre einfach nicht das, was es heute ist, ohne die Stimmen Ursula LeGuin, Doris Lessing, Madeleine L’Engle und doch gibt es nach wie vor eine Menge Vorurteile gegenüber Frauen in der SciFi  – häufig vielleicht auch unbewusst.  Bücher von Männern seien wissenschaftlicher oder ernsthafter und Frauen würden doch eher „soft SciFi“ schreiben und gerne auch mal den undankbaren Aufkleber „SciFi Romance“ verpasst bekommen.

Ich würde mich freuen, wenn Frauen in der SciFi Literatur mehr ins Rampenlicht treten und ihre Stimmen mehr Gehör finden würden, aus Monokulturen entsteht nichts Gutes  und Autorinnen wie Margaret Atwood oder Octavia Butler adressieren wichtige sozial- und umweltpolitische Themen auf ganz hohem Niveau, auf die wir nicht verzichten können.

2018 soll auf meinem Blog das Jahr der „Women in SciFi“ werden und ich habe mich sehr gefreut, Mitstreiter unter meinen Bloggerkolleginnen und -kollegen sowie im weiteren Bekanntenkreis gefunden zu haben, die Lust haben, Euch Werke von Sci-Fi Autorinnen vorzustellen. Das wird hier das ganze Jahr über Thema bleiben, ich werde immer wieder unter dem obigen Hashtag/Logo Artikel veröffentlichen und mich über rege Kommentare und entsprechendes Verbreiten der jeweiligen Artikel sehr freuen.

Wer jetzt Lust bekommen hat mitzumachen und bislang noch nicht von mir angesprochen wurde, meldet euch einfach. Ich freue mich über jeden weiteren Passagier an Bord.

Den Anfang wird in Kürze die wunderbare Frau Vorspeisenplatte machen, sie wird Ursula LeGuin vorstellen und ich freue mich schon riesig darauf.

Seid ihr dabei?

 

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24 Kommentare zu “#WomeninSciFi

  1. Sehr schöne Sache! Freue mich schon auf die Artikel.
    Seit drei Jahren etwa untersuche ich in meinen Vorjahresanaylen zu meiner Lektüre auch immer das Geschlechterverhältnis. Letztes Jahr war es 3:1 für die Autoren.
    Deine Reihe wird gebraucht!

  2. Great idea! The mini skirt remark is so true and reminded me of the first episode of season 4 of „Black Mirror“ (USS Callister). The episode was written and directed by men, but at least the hero is a woman (wearing a mini skirt).

  3. Es geht los! Ich freue mich und bin sehr neugierig, was und wen ihr präsentiert. Auf dass sich die Lesewunschliste in unendliche Weiten erweitert.
    Viele Grüße, Claudia

  4. Hi
    Da wäre ich sehr gerne dabei! Und du kannst damit rechnen, dass ich etwas vorstelle und hierher verlinke 😊
    Tolle Aktion, ausreichend Titel habe ich bereits zu Hause, die dazu passen würden.

    Liebe Grüße,
    Sandra

  5. Hallo Sabine!

    Jetzt geht´s also offiziell los – ich freu mich! Und die Kommentare zeigen, dass du damit wirklich einen Nerv getroffen hast und es spannend wird. 🙂

    Da ich auf deinem Bild „Speak“ sehe: Kannst du das empfehlen? Das liegt seit ein paar Tagen in meinem Warenkorb und ich bin immer wieder hin und her gerissen ..

    Liebe Grüße
    Kathrin

  6. Hi Sabine, freue mich auch dabeisein zu dürfen und musste sehr lachen als ich deine Einleitung las. Nach deiner Anfrage habe ich mich gequält und die heimische Bib durchsucht und viele gute SciFis gefunden. Größtenteils Männer. DORIS LESSING ist mir dabei total entgangen. Yepp! Es gibt sie geschätzte Vorreiterinnen. Ursula K. Le Guin liegt zwar im SuB musste aber bis dato warten. Spannende Aktion. Das Genre ist ja auch weitgefächert. Margaret Atwood, wenn auch ohne Space ist ja ebenfalls eine bekannte Autorin und persönlich geschätzte Autorin des Genres. Es muss ja nicht immer der Weltraum sein…oder doch? 😉

  7. Ich habe mich sehr gefreut, als Du, liebe Sabine, mich angeschrieben hast, und ich bin unheimlich gern dabei. Lasst uns in ferne Welten und unendliche Weiten abdriften und großartige Autorinnen und ein verkanntes Genre entdecken. Viele Grüße

  8. Ein sehr interessantes Thema, obwohl ich noch nie so darüber nachgedacht habe. Einen anderen Aspekt kenne ich besser: wenn man als Frau Science-Fiction mag wird das oft als nicht besonders weiblich betrachtet. Das finde ich sehr schade, und nicht nur aus persönlichen Gründen. Ich denke, dass das teilweise dazu führt, dass Frauen seltener einen wissenschaftlichen Berufsweg wählen, um nicht diesen Stempel abzubekommen. Wo doch gerade Sci-Fi ein großer Motivator für viele Männer ist, sich mit der Wissenschaft zu befassen (und zum Beispiel an der Technologie des Beamens zu arbeiten). Vielleicht haben aber auch deshalb viele Frauen lieber für die Schublade geschrieben oder gar nicht erst mit dem Schreiben angefangen?

  9. Na, es gab immerhin auch Minikleid tragende Frauen, die ohne mit der Wimper zu zucken große Raumschiffe lenken und auch Phaser benutzen konnten. Denken wir an die göttliche Nyota Uhura (und zum Minikleid, jajaja. Aber die Männer steckten da auch in sexy Outfits!). Ich bin also gespannt. To boldly go!

  10. Pingback: [Die Sonntagsleserin] Januar 2018 | Phantásienreisen

  11. Pingback: Nnedi Okorafor: Lagoon – schiefgelesen

  12. Großartig!
    In der High-Fantasy gibt es ja genau dasselbe Problem und es gehört wirklich einmal damit aufgeräumt!
    Eine meiner persönlichen Ikonen ist ja Marion Zimmer-Bradley.
    Ich bin sehr gespannt, welche Namen auftauchen werden 😊

  13. Pingback: #WomeninSciFi – Ann Leckies „Die Maschinen“ – Letusredsomebooks

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