The Left Hand of Darkness – Ursula LeGuin

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Ich habe diese Rezension hier mehrfach angefangen, alles wieder gelöscht, wieder gestartet, ich finde es so schwierig, eine Besprechung zu schreiben, die diesem tiefgründigen und bewegenden Buch Rechnung trägt.

Vordergründig geht es in „The Left Hand of Darkness“ um einen Botschafter eines intergalaktischen Planetenverbandes, Genly Ai, die einen weiteren Planeten in ihre Union aufnehmen wollen. Die Welt, um die es geht, ist dabei recht einzigartig. Abgesehen davon, dass es sich um einen Planeten handelt, auf dem extreme Kälte herrscht, die es fast unmöglich macht, dass Leben auf dem Planeten existiert und der informell als Planet „Winter“ bezeichnet wird, die dort lebenden Humanoiden sind darüber hinaus ambisexuell. Den größten Teil des Monats sind sie weder weiblich noch Mensch, nur für einige Tage pro Monat, in denen sie sexuell aktiv sind, können sie weibliche oder männliche Attribute und Eigenschaften wählen.

Genly wird bei seiner diplomatischen Mission in politische Intrigen um Estraven verstrickt, ein ehemals enger Vertrauter des Königs. Genly landet im Gefängnis, ohne wirklich zu verstehen, was er eigentlich getan haben soll, Estraven wird vogelfrei gesprochen und des Landes verwiesen. Estraven rettet Genly aus dem Gefängnis und die beiden machen sich auf eine lange gefährliche Reise über das Eis aus zurück nach Karhide in eine ungewisse Zukunft hinein.

Es war gar nicht unbedingt der Plot, der mich so gefesselt hat bei dem Buch, den fand ich sogar ehrlich gesagt stellenweise etwas langatmig. Es war mehr die Intensität, die dahinterliegende Philosophie, der atemberaubende „Weltenbau“, all das zusammen fand ich ziemlich umwerfend.

Die Art und Weise wie Le Guin Gender, Sex, platonische Beziehungen und Gesellschaften durch die Augen des Botschafters erkundet, ist richtig richtig gut.

„There is no unconsenting sex, no rape. As with most mammals other than man, coitus can be performed only by mutual invitation and consent; otherwise it is not possible. 
Consider: There is no division of humanity into strong and weak halves, protective/protected, dominant/submissive, owner/chattel, active/passive. In fact the whole tendency to dualism that pervades human thinking may be found to be lessened, or changed, on Winter.“

Interessant fand ich, dass Le Guin das Pronomen „er“ wählt, wenn sie von einem Charakter spricht, wodurch der Roman trotz aller Androgynheit eine sehr männliche Welt in der Vorstellung der Leser kreiert.

”Do you know that sign?”
He looked at is a long time with a strange look, but he said, “No.”
“It’s found on Earth… It is yin and yang Light is the left hand of darkness… Light, dark. Fear, courage. Cold, warmth. Female, male. It is yourself. Both and one. A shadow on snow.”

Der Titel „Left Hand of darkness“ ist eine Zeile eines genthenischen Gedichtes das die Ganzheit einer Gesellschaft ohne Geschlechter ausdrückt, die isoliert und abseits am Rande des Universums existiert. Die Gethenians haben währen des „Kemmer“, der Phase sexueller Aktivität zwei Geschlechter, sind aber absolut gleichwertig. Es ist einzig das Geschlecht das teilt, nicht die Dualität.

In diesem Buch spürt man finde ich den Einfluss von Le Guins Eltern, in dem Thema des Erstkontaktes zwischen zwei komplett unterschiedlichen Kulturen. Ihr Vater war der Anthropologe Alfred Kroeber, ihre Mutter Theodora Schriftstellerin. Ihr Vater kümmerte sich um den letzten Überlebenden des Yahi Stammes in Amerika und ihre Mutter schrieb ein Buch darüber „Ishi in Two Worlds“. Le Guin hat des Öfteren gesagt, ihr Vater habe richtige Kulturen studiert und sie erfinde sie, was gar nicht so unterschiedlich sei.

The Left Hand of Darkness ist eine tiefgründige Geschichte voller Menschlichtkeit, Liebe, Entfremdung, Betrug und Akzeptanz. Es ist kein einfaches Buch, man muss sich ein wenig reinfinden und bereit sein sich draufeinzulassen, nachzudenken und zu reflektieren. Als ich drin war, konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen und es ist ein Buch, bei dem man am Ende mehr Fragen hat als Antworten ,was in diesem Zusammenhang eine wirklich gute Sache ist.

„And I saw then again, and for good, what I had always been afraid to see, and hat pretended not to see in him: that he was a woman as well as a man. Any need to explain the sources of that fear vanished with the fear; what I was left with was, at last, acceptance of him as he was“

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Kurzgeschichten für lange Nächte


Ich bin kein großer Kurzgeschichten-Fan, ich glaube das ist – wie bei Gedichten auch – so ein „aquired taste“ wie Rotwein, Whisky, Blauschimmel-Käse. Kurzgeschichten haben es nicht leicht bei mir, drohen immer mal wieder in die Ecke zu fliegen, wenn ich in die Geschichten nicht reinkomme (wie kürzlich beispielsweise bei George Saunders), daher wiegen die hier aufgelisteten für mich um so mehr, denn die haben mich in der Regel von der ersten Zeile nicht mehr losgelassen.

Eine liebe Freundin hat mir vor kurzem einen Kurzgeschichten Band zugeschickt: Victoria Hislops Sammlung mit Kurgeschichten von Frauen und zu meinem Entzücken fand ich dort meine Lieblingsgeschichte „The Lottery“ wieder, was mich auf den Gedanken brachte, meine Bibliothek zu durchforsten, um meine persönliche Sammlung aus den für mich besten Kurzgeschichten der Welt hier zu präsentieren.

Einige kann man im Internet finden, da habe ich den link ensprechend angehängt und bin jetzt sehr gespannt, ob Euch meine Sammlung gefällt, welche ihr davon kennt und vielleicht auch mögt oder eben auch nicht. Fehlt euch etwas? Freue mich sehr auf Eure Kommentare und etwaigen Ergänzungen. So long äh short 😉

Isaac Asimov – The Martian Way
Margaret Atwood – Torching the Dusties
Margaret Atwood – Death by Landscape
Paul Auster – Augie Wren’s Christmas Story
James Baldwin – The Outing
Karen Blixen – The Monkey
Wolfgang Borchert – Nachts schlafen die Ratten doch
Jorge Luis Borges – Die Bibliothek von Babel
Octavia Butler – The Morning, and the evening and the night
TC Boyle – Dogology
Ray Bradbury – The Veldt
Ray Bradbury – A sound of Thunder
Ray Bradbury – The Million-Year Picnic
Albert Camus – The Artist at Work
Truman Capote – Handcarved Coffins
Truman Capote – Miriam
Raymond Carver – Neighbors
Angela Carter – The Bloody Chamber
Ted Chiang – Story of Your Life
Roald Dahl – Lamb to the Slaughter
Philip K Dick – The Golden Man
Philip K Dick – The Minority Report
Charles Dickens – The Signal-Man
Charles Dickens – A Christmas Carol
Denis Diderot – Gründe meinem alten Nachtrock nachzutrauern
Joan Didion – On Self-Respect
Emma Donoghue – Words for Things
Fjodor Dostojewski – Weihnachtsbaum und Hochzeit
Fjordor Dostojewski – Weiße Nächte
Arthur Conan Doyle – The Adventure of the Blue Carbuncle
Agatha Christie – The Witness for the Prosecution
Jennifer Egan – Safari
Harlan Ellison – I have no mouth and I must scream
Sheridan Le Fanu – Green Tea
William Faulkner – A Rose for Emily
F Scott Fitzgerald – The Curious Case of Benjamin Button
Gillian Flynn – The Grownup
EM Forster – The Machine Stops
Neil Gaiman – Der Fluch der Spindel
Neil Gaiman – Snow, Glass, Apples
Ursula LeGuin – Coming of Age in Karhide
Ursula LeGuin – The ones who walk away from Omelas
Graham Greene – The Third Man
Ernest Hemingway – The Snows of Kilimanjaro
O. Henry – The Robe of Peacej
Patricia Highsmith – The stuff of Madness
Aldous Huxley – Young Archimedes
Washington Irving – The Legend of Sleepy Hollow
Mary Gaitskill – The Other Place
Charlotte Perkins Gilman – The Yellow Wallpaper
Maria Dahvana Headley – See the Unseeable, Know the Unknowable
Judith Hermann – Kaltblau
Siri Hustvedt – Mr. Morning
Henry James – The Turn of the Screw
Shirley Jackson – The Lottery
Franz Kafka – Die Verwandlung
Franz Kafka – In der Strafkolonie
Stephen King – Rita Hayworth and Shawshank Redemption
Stephen King – Children of the Corn
Stephen King – The Road Virus heads north
Heinrich Kleist – Die Marquise von O
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror
Stanislaw Lem – Test
HP Lovecraft – Cool Air
HP Lovecraft – The Dunwich Horror
Guy de Maupassant – Der Horla
Herman Melville – Bartleby, the Scrivener
Laurie Moore – How to become a writer
Daphne Du Maurier – Don’t look back
Daphne Du Maurier – The Birds
Haruki Murakami – Kinos Bar
Haruki Murakami – Yesterday
Haruki Murakami – The Elephant Vanishes
Vladimir Nabokov – Terra Incognita
Joyce Carol Oates – Where are you going, where have you been?
Dorothy Parker – Sentiment, A Telephone Call
Sylvia Plath – Johnny Panic and the Bible of Dreams
Edgar Allan Poe – The Tell-Tale Heart
Edgar Allan Poe – The Pit and the Pendulum
Annie Proulx – Brokeback Mountain
Karen Russell – Vampires in the Lemon Grove
Karen Russell – Reeling for the Empire
JD Salinger – For Esme
JD Salinger –  A Perfect Day for a Banana-Fish
Oliver Sacks – Altered States
Jean-Paul Sartre – The Room
Jean-Paul Sartre – The Wall
Arthur Schnitzler – Traumnovelle
Ali Smith – Free Love
Robert Louis Stevenson – The Body Snatcher
Bram Stoker – Dracula’s Guest
Donna Tartt – The Ambush
James Tiptree Jr – And I awoke and found me here on the Cold Hill’s side
Mark Twain – Cannibalism in cars
Jules Verne – Der ewige Adam
Kurt Vonnegut – Harrison Bergeron
HG Wells – Empire of the Ants
Jeanette Winterson – Days like this
Virginia Woolf – A mark on the wall
Richard Yates – Saying Goodbye to Sally
Banana Yoshimoto – Lizard
Stefan Zweig – Die Schachnovelle
Stefan Zweig – Brief einer Unbekannten

Meine Woche

fullsizerender

Gesehen: „The Big Short“ (2015) von Adam McKay mit Christian Bale und Ryan Gosling. Hätte nicht gedacht, dass ein Film über die Finanzkrise so spannend sein kann.

Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“ (2015) von Alex Gibney. Unglaublich ich hab die für beknackt gehalten, aber das die so derart gefährlich abgedreht sind – wow…

Gehört: „Odisea“ – Vadaat Chargim, „A Pink Sunset for No One“ – Noveller, „Dream Architecture“ – Crown of Eternity, „Anymore“ – Goldfrapp

Gelesen: Stephen Hawkings Artikel „This is the most dangerous time for our planet„, Ursula Le Guin erklärt noch mal den Unterschied zwischen Alternative Facts und Fiction, Isaac Asimov spricht über Ideen

Getan: am Strand gelesen, im Toten Meer gebadet, die Altstadt von Jerusalem unsicher gemacht, die Bauhaus Gebäude in Tel Aviv bewundert und Masad in der Judäischen Wüste erkundet

Geplant: mehr schlafen

Gegessen: Hummus, Schawarma, Shakshuka und sehr leckere Nudeln mit Ofengemüse und Pesto

Getrunken: Goldstar Bier

Gelacht: I don’t do drugs, but I start thinking I should

Geärgert: über die unglaublichig pro-Trump Presse in der Jerusalem Post

Gefreut: über die babyzarte Haut nach dem Baden im Toten Meer

Gewünscht: diese Erlenmayer Kolben, diese Aufbewahrungsgläser für den Schreibtisch, diese Lampe

Geklickt: auf dieses Interview mit Ursula M Franklin eine unglaublich spannende deutsch-kanadische Physikerin die ich sehr bewundere

Gekauft: Ahava Dead Sea Creme

Gefunden: das Bauhaus-Center in Tel Aviv nach langer Suche

Gewundert: wie viele irre gläubige Menschen es gibt