Meine Woche

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Gesehen: „Belle de Jour“ (1967) von Louis Bunuel mit Catherine Deneuve und Michel Piccoli. Film über eine französische Hausfrau und ihre masochistischen Phantasien, die sie tagsüber heimlich als Prostituierte auslebt.

Supergirl“ Season 1 (2015) mit Melissa Benoist und Chyler Leigh. Macht mehr Spaß als ich dachte, aber keine binge-Serie, mehr ein gelegentlicher Snack.

Gehört:  „Descent into Blindness“ – Wrekmeister Harmonies, „Star of Soul“ – Raw by Peppers, „Fragile Melodies“ – Valotihkuu, „In Hagraven territory without a knife“ – Foie, „White Lightning“ – RZA Crane

Gelesen: über das Verschwinden der Mittelklasse, I don’t know how to waste time on the internet anymore, why flat organziational structures will fail, what is missing from your job description

Getan: Harry & Rachel in London unter die Haube gebracht, Virginia Woolfs und George Orwells literarischen Spuren gefolgt, jede Menge Bücherläden unsicher gemacht und in einem tollen Club abgezappelt

Geplant: die Harry Potter Tour

Gegessen: sehr lecker in Chinatown

Getrunken: Sternzeichen Cocktails in der Opium Bar

Gelacht: don’t forget to drink water and get some sunlight because you’re basically a house plant with more complicated emotions

Geärgert: über die permanenten Kopfschmerzen diese Woche

Gefreut: über sehr positives Feedback

Geklickt: auf dieses Interview mit Siri Hustvedt

Gewünscht: diese Kette, diesen Wintergarten

Gefunden: Spielzeugautos

Gekauft: Bücher, viel zu viele Bücher 😉

Gestaunt: über diese Bilder von Jupiter

Gedacht: „Whatever the problem, be part of the solution. Don’t just sit around raising questions and pointing out obstacles“ (Tina Fey)

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A Woman looking at Men looking at Women – Siri Hustvedt

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Siri und ich haben fast einen ganzen Monat miteinander verbracht, das war eine überaus spannende und intensive Zeit, ich habe so wahnsinnig viel gelernt und weiß gar nicht, wo ich mit meiner Rezension beginnen soll….

Siri Hustvedt versucht mit diesem Buch eine Brücke zu schlagen zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften und allein das finde ich so inspirierend und wunderbar. Für mich macht das eine ohne das andere fast keinen Sinn und ich mag die Verknüpfung sehr. Die Essays decken eine enorme Bandbreite an Themen: Kunst, Feminismus, Psychologie, Philosophie, Neurowissenschaften, Artifical Intelligence … und nach jedem Kapitel brauchte ich erst mal eine kurze Pause zum Durchschnaufen, googeln, um mich mit Hintergrundwissen zu den jeweiligen Künstlern, Philosophen etc. zu versorgen. Sie gesteht keiner der Disziplinen absolute Wahrheit zu und das genau macht ihre Essays so spannend.

Hustvedt hat sich immer schon für Biologie interessiert und dafür, wie Wahrnehmung und Erkenntnis funktioniert. Das Buch selbst ist in 3 Teile aufgeteilt. Der erste Teil „A Woman Looking at Men Looking at Women“ beschäftigt sich mit dem Thema Voreingenommenheit (Biases) mit Blick auf Wahrnehmung und Gender in der Kunst, der Literatur und der Welt im Allgemeinen. Dabei untersucht sie, Künstler wie Picasso, De Kooning, Louise Bourgoise, Susan Sontag, Karl Ove Knausgaard, Robert Maplethorpe und andere. Überaus spannend und gerade, weil ich von Kunst viel zu wenig Ahnung habe, viel Neues für mich. Louise Bourgoise insbesondere ist eine Künstlerin, deren Entdeckung ich Siri Hustvedt verdanke und die mich sehr fasziniert.

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Der zweite Teil „The Delusions of Certainty“ beschäftigt sich mit dem uralten Leib/Seele Problem, das der Menschheit schon seit den Zeiten der alten Griechen schlaflose Nächte bereitet. Es geht um das Bewusstsein und sie beleuchtet es aus einer Vielzahl an Perspektiven. Ist das Bewusstsein das Gleiche wie das Hirn und wenn nicht, wo genau sitzt das Bewusstsein im Körper? Und was genau hat das Bewusstsein mit dem Körper zu tun? Hier ist mir vom Denken gelegentlich schwindelig geworden – es ist klasse, wenn man quasi spürt, wie Gehirnzellen Sex haben und neue Gedanken produzieren.

“The best works of art are never innocuous: they alter the viewer’s perceptual predictions. It is only when the patterns of our vision are disrupted that we truly pay attention and must ask ourselves what we are looking at.” 

Im dritten und letzten Teil geht es um die Frage „What are we?“, Vorträge zum Thema Conditio Humana, neurologische Erkrankungen und um Hysterie. Sie stellt Forschungsergebnisse aus den Bereichen Soziologie, Neurobiolgoie, Geschichte, Genetik, Statistik und Psychologie vor und beschäftigt sich in diesem Kapitel auch sehr tiefgreifend mit dem Thema Suizid.

Beim Lesen ihrer Essays hat man das Gefühl, Siri persönlich kennenzulernen. Sie öffnet sich ihren Lesern sehr, lässt uns teilhaben an ihren Studien und ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Sie hat eine wunderbare zugängliche Art zu schreiben, auch wenn die Lektüre teilweise alles andere als einfach war. Ich mochte ihre persönlichen Details die sie teilt, wenn sie über ihre Tochter schreibt oder ihre Eltern, wie sie aufgewachsen ist.

“The history of art is full of women lying around naked for erotic consumption by men.” 

Besonders interessant fand ich, dass sie an den Büchern von Steven Pinker (den ich ja kürzlich mit großer Begeisterung las) viel auszusetzen hat und gerade das fand ich interessant. Nachzuvollziehen, wo die unterschiedlichen Blickwinkel liegen, zu versuchen, gleichzeitig zwei unterschiedliche Thesen im Kopf zu behalten und dem Wunsch nach schwarz/weiß – richtig/falsch zu widerstehen, und sich stattdessen darauf einzulassen, einfach zu lernen, nicht final entscheiden zu müssen. Es ist Hustvedt ein großes Anliegen, die Kluft zwischen den beiden Disziplinen zu überbrücken, ein Anliegen, das mir auch sehr am Herzen liegt. Ich finde es soooo schade, wie viele Naturwissenschaftler wenig Interesse an Kunst und Kultur haben, fürchte aber, dass es „in der Kultur“ fast noch schlimmer aussieht, wo es fast schon en vogue ist, sich nicht für Physik, Mathematik oder andere Naturwissenschaften zu interessieren.

“In order to be accepted, women must compensate for their ambition and strength by being nice. Men don’t have to be nearly as much d as women. I do not believe women are natively nicer than men. They may learn that niceness brings rewards and hat names ambition is often punished. They may ingratiate themselves because such behavior is rewarded and a strategy of stealth may lead to better results than being forthright, but even when women are open and direct, they are not always seen or heard.” 

Ich fand es faszinierend darüber nachzudenken, wo und wie die Naturwissenschaft Einfluss auf uns im täglichen Leben hat mit Blick auf Computer, Mobiltelefone, Elektrizität, künstlicher Intelligenz und umgekehrt der Einfluss der Geisteswissenschaften auf unser Leben in der Literatur, der Kunst, Geschichte, Philosophie, Poesie, Tanz etc.

Wir müssen uns nicht zwischen den beiden entscheiden und ich wünschte mir, „Science + Art“ würden viel stärker miteinander arbeiten, statt gegeneinander.

Siri Hustvedts Essays sind auf keinen Fall leichte Kost, sie zwingen uns zum Nachdenken. Ich fand insbesondere die Frage spannend, warum die Naturwissenschaften immer als hart und maskulin, die Geisteswissenschaften als weich und feminin klassifiziert werden und welchen Einfluss das auf uns und unsere Voreingenommenheit hat.

Hustvedt kann sich ganz und gar nicht mit dem gängigen Gebrauch von Computer-Terminologie in Bezug auf unser Hirn anfreunden und sie zerlegt diese Argumente recht eindrucksvoll. Gleichermassen zerlegt sie Aussagen zu biologischen und psychologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern.

Die Stärke und Klarheit von Hustvedts Denken gibt mir Zuversicht in unsere Spezies. Sie ermuntert uns, Vertrauen in unsere Instinkte zu haben, gleichzeitig aber kritisch auf mögliche Fehlinterpretationen zu achten und Bauchgefühl mit Daten zu untermauern. Wahrheiten können Fiktionen sein und es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass wir die Faktenlage kritisch checken und bereit sind, lieb gewonnene Überzeugungen zu hinterfragen.

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Ich habe mich beim Lesen ein bisschen in Siris Hirn verliebt und hoffe, ich habe noch mal Gelegenheit, sie live auf einer Lesung oder einem Vortrag zu treffen. Dieses Buch ist Hirngymnastik pur. Tun Sie sich und Ihrem Hirn einen Gefallen und lesen Sie es. Man spürt beim Lesen, wie die Synapsen qualmen, das Gehirn dehnt sich auf ungeahnte Ausmaße aus und kehrt danach nie wieder in seine ursprüngliche Form zurück.

“There is no perception without memory. But good art surprise us. Good art reorients our expectations, forces us to break the pattern, to see in a new way.” 

 

4 3 2 1 – Paul Auster

Auster

Diese Schrankwand von einem Buch, im Englischen so wunderbar „Doorstopper“ genannt, ist schon ein Projekt, auf das man sich als Leser einlassen muss, aber eines, das sich in meinen Augen absolut lohnt. Umfangreich ja, aber der Stil ist unkompliziert und sobald man sich auf die vier parallel verlaufenden Handlungstränge eingeschwungen hat und vielleicht ab und an mal ein paar Notizen macht, hat dieses Buch absolut nichts Unnahbares an sich.

Fans oder zumindest vorherige Leser werden mit seinem Ideenreichtum und seiner unglaublichen Vorstellungskraft vertraut sein. Es gibt soviele spannende Einsichten und Gedanken, ich weiß gar nicht wo ich mit dem Zitieren beginnen soll.

“The world wasn’t real anymore. Everything in it was a fraudulent copy of what it should have been, and everything that happened in it shouldn’t have been happening. For a long time afterward, Ferguson lived under the spell of this illusion, sleepwalking through his days and struggling to fall asleep at night, sick of a world he had stopped believing in, doubting everything that presented itself to his eyes.”

4 3 2 1 ist ein wunderbarer und sehr intelligenter Einblick in die vier verschiedenen Leben des jüdischen Ferguson, der 1947 in New York geboren wird. Wir erleben das Kennenlernen der Eltern Stanley und Rose und mit der Geburt ihres Sohnes Ferguson nehmen die parallel verlaufenden Lebenslinien ihren Lauf.

Auster verbindet die unterschiedlichen Entscheidungen und Erlebnisse in Fergusons Leben in Verbindung mit realen Erlebnissen aus der amerikanischen sozialen und politischen Gesichte der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Zeitgleich mit den Fergusons nehmen wir an der Bürgerrechtsbewegung, dem Vietnam-Krieg und den Protesten dagegen teil.

Ab und an war ich mal etwas verwirrt, welcher Ferguson gerade am Start war, aber nix was mit ein paar Markern im Buch und schnellem Zurückblättern nicht zu entwirren wäre. Auster lässt Charaktere aus früheren Romanen auftauchen und die Leben seiner Fergusons haben eine stark autobiographische Färbung, es ist ihm wunderbar gelungen, sein Leben mosaikartig in den Roman einzuweben.

3 feb Paul Auster

„Everything always happens for the best — in this, the best of all possible worlds.“

Alle Fergusons (und Paul Auster) lieben Romane, Gedichte, Filme und Baseball und haben den großen Wunsch, Schriftsteller oder Journalisten zu werden. Seine Zeit in Paris und seine Universitätszeit an der Columbia University haben ihn stark geprägt, ebenso wie der Blitzschlag, der einen Jungen direkt neben ihm tötete, als er vierzehn Jahre alt war.

Besonders spannend fand ich die Parallelen der verschiedenen Leben, wie ähnlich und doch verschieden diese verlaufen sind. Einige der Protagonisten im Buch tauchen in ähnlichen Rollen in den verschiedenen Kapiteln auf, die Beziehungen untereinander sind teilweise jedoch deutlich anders und auch der Einfluss, den sie aufeinander und auf Ferguson haben.

Ich habe dieses Buch mit wachsender Euphorie gelesen. Auster kann einfach schreiben. Ich würde so gerne einmal in meinem Leben zu einem Abendessen in Austers &  Hustvedts Haus eingeladen werden und die ganze Nacht mit Ihnen über Literatur, Filme, Paris und Musik zu sprechen (Baseball würde ich auslassen). Hey, man wird doch wohl noch träumen dürfen.

Ich versuche nicht zu inflationär mit dem Begriff um mich zu werfen, aber dieses Buch ist ein Meisterwerk und ein ziemliches Highlight für mich im jungen Jahr 2017. Ein Roman, der Sehnsucht weckt an eine literarische Welt, der für mich das liberale und intellektuelle New York verkörpert, das aktuell als elitär und abgehoben gilt. Mir egal, heute Elite, morgen Proletariat – darauf ein Dosenbier 😉

Auf deutsch erschien das Buch unter dem gleichen Titel im Rowohlt Verlag.

Meine Woche

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Gesehen: „Speak“ (2004) von Jessica Sharzer mit Kristen Stewart. Eine unglaubliche Performance der damals 14jährigen. Absolut sehenswertes High-School Drama.

Opera“ (1987) von Dario Argento. Mein Lieblingsfilm von ihm nach Suspiria. Kunstvoller Slasher-Film mit wunderbarer Musik und rauschhaften Bildern.

Gehört: Maria Callas „Casta Diva“ Norden Light „No Escape„, Maria Callas „Madame Butterfly“ Christopher Libertino „Walk Away“ Mari Boine Persen „Vuoi Vuoi Mu, Idjagiedas

Gelesen: dieses Interview mit Erika Ilves zur Besiedelung des Weltrams, über die Frauenfeindlichkeit im Silicon Valley, dieses Interview mit Margaret Atwood zur Bedeutung von „The Handmaids Tale“ in Trumps Zeiten, ein Rant aus der Zeit gegen den Minimalismus, dieses Interview mit Siri Hustvedt zur Krise der USA

Getan: mich auf einer Konferenz mit HR Tech beschäftigt, im Bookclub über Nabokov diskutiert, das erste laotische Restaurant in München ausprobiert, uns bei Freunden für einen Cocktail aufs Sofa geworfen und andere Freunde mit einem israelischen Dinner bekocht (ich war nur Smutje)

Geplant: ganz viel zu erledigen, bevor ich ab Donnerstag wieder unterwegs bin und auf der Buchmesse in Leipzig nicht verloren zu gehen 😉

Gegessen: laotisch in der Vu Tang Kitchen

Getrunken: Southside und einen sehr leckeren Martini mit Bitter Orangen Marmelade

Gelacht: über Frau Merkels Mimik und über dieses Bild

Geärgert: das die HR Veranstaltung in Hamburg mehr einer Verkaufsveranstaltung als einer Konferenz glich

Gefreut: endlich wieder zu Hause und Neuhaus-Pralinen gewonnen für die beste Frage

Gewünscht: dieses Lego-Tape, diesen Bildband und diesen Kleiderständer

Geklickt: auf diesen TED-Talk „What do we do if Antibiotics don’t work anymore“ und wie sich die Superreichen auf den Weltuntergang vorbereiten

Gekauft: dieses Tshirt und den Comic „Paper Girls“ zum Indiebookday

Gefunden: nix

Gewundert: wow – auch München kann Sturm

Kurzgeschichten für lange Nächte


Ich bin kein großer Kurzgeschichten-Fan, ich glaube das ist – wie bei Gedichten auch – so ein „aquired taste“ wie Rotwein, Whisky, Blauschimmel-Käse. Kurzgeschichten haben es nicht leicht bei mir, drohen immer mal wieder in die Ecke zu fliegen, wenn ich in die Geschichten nicht reinkomme (wie kürzlich beispielsweise bei George Saunders), daher wiegen die hier aufgelisteten für mich um so mehr, denn die haben mich in der Regel von der ersten Zeile nicht mehr losgelassen.

Eine liebe Freundin hat mir vor kurzem einen Kurzgeschichten Band zugeschickt: Victoria Hislops Sammlung mit Kurgeschichten von Frauen und zu meinem Entzücken fand ich dort meine Lieblingsgeschichte „The Lottery“ wieder, was mich auf den Gedanken brachte, meine Bibliothek zu durchforsten, um meine persönliche Sammlung aus den für mich besten Kurzgeschichten der Welt hier zu präsentieren.

Einige kann man im Internet finden, da habe ich den link ensprechend angehängt und bin jetzt sehr gespannt, ob Euch meine Sammlung gefällt, welche ihr davon kennt und vielleicht auch mögt oder eben auch nicht. Fehlt euch etwas? Freue mich sehr auf Eure Kommentare und etwaigen Ergänzungen. So long äh short 😉

Isaac Asimov – The Martian Way
Margaret Atwood – Torching the Dusties
Margaret Atwood – Death by Landscape
Margaret Atwood – The Martians claim Canada
Paul Auster – Augie Wren’s Christmas Story
James Baldwin – The Outing
Karen Blixen – The Monkey
Wolfgang Borchert – Nachts schlafen die Ratten doch
Jorge Luis Borges – Die Bibliothek von Babel
Octavia Butler – The Morning, and the evening and the night
TC Boyle – Dogology
Ray Bradbury – The Veldt
Ray Bradbury – A sound of Thunder
Ray Bradbury – The Million-Year Picnic
Albert Camus – The Artist at Work
Truman Capote – Handcarved Coffins
Truman Capote – Miriam
Raymond Carver – Neighbors
Angela Carter – The Bloody Chamber
Ted Chiang – Story of Your Life
Roald Dahl – Lamb to the Slaughter
Philip K Dick – The Golden Man
Philip K Dick – The Minority Report
Charles Dickens – The Signal-Man
Charles Dickens – A Christmas Carol
Denis Diderot – Gründe meinem alten Nachtrock nachzutrauern
Joan Didion – On Self-Respect
Emma Donoghue – Words for Things
Fjodor Dostojewski – Weihnachtsbaum und Hochzeit
Fjordor Dostojewski – Weiße Nächte
Arthur Conan Doyle – The Adventure of the Blue Carbuncle
Agatha Christie – The Witness for the Prosecution
Jennifer Egan – Safari
Harlan Ellison – I have no mouth and I must scream
Sheridan Le Fanu – Green Tea
William Faulkner – A Rose for Emily
F Scott Fitzgerald – The Curious Case of Benjamin Button
Gillian Flynn – The Grownup
EM Forster – The Machine Stops
Neil Gaiman – Der Fluch der Spindel
Neil Gaiman – Snow, Glass, Apples
Ursula LeGuin – Coming of Age in Karhide
Ursula LeGuin – The ones who walk away from Omelas
Graham Greene – The Third Man
Ernest Hemingway – The Snows of Kilimanjaro
Ernest Hemingway – A clean well-lighted place
O. Henry – The Robe of Peacej
Patricia Highsmith – The stuff of Madness
Aldous Huxley – Young Archimedes
Washington Irving – The Legend of Sleepy Hollow
Mary Gaitskill – The Other Place
Charlotte Perkins Gilman – The Yellow Wallpaper
Maria Dahvana Headley – See the Unseeable, Know the Unknowable
Judith Hermann – Kaltblau
Siri Hustvedt – Mr. Morning
Henry James – The Turn of the Screw
Shirley Jackson – The Lottery
Franz Kafka – Die Verwandlung
Franz Kafka – In der Strafkolonie
Stephen King – Rita Hayworth and Shawshank Redemption
Stephen King – Children of the Corn
Stephen King – The eerie aftermath of a mass exit
Stephen King – The Road Virus heads north
Heinrich Kleist – Die Marquise von O
Lautréamont – Die Gesänge des Maldoror
Stanislaw Lem – Test
Hengtee Lim – The Girl at the Bar
Jack London – The Red One
HP Lovecraft – Cool Air
HP Lovecraft – The Dunwich Horror
Guy de Maupassant – Der Horla
Herman Melville – Bartleby, the Scrivener
Laurie Moore – How to become a writer
Daphne Du Maurier – Don’t look back
Daphne Du Maurier – The Birds
Haruki Murakami – Kinos Bar
Haruki Murakami – Yesterday
Haruki Murakami – The Elephant Vanishes
Vladimir Nabokov – Terra Incognita
Joyce Carol Oates – Where are you going, where have you been?
Dorothy Parker – Sentiment, A Telephone Call
Sylvia Plath – Johnny Panic and the Bible of Dreams
Edgar Allan Poe – The Tell-Tale Heart
Edgar Allan Poe – The Pit and the Pendulum
Annie Proulx – Brokeback Mountain
Karen Russell – Vampires in the Lemon Grove
Karen Russell – Reeling for the Empire
JD Salinger – For Esme
JD Salinger –  A Perfect Day for a Banana-Fish
Oliver Sacks – Altered States
Jean-Paul Sartre – The Room
Jean-Paul Sartre – The Wall
Arthur Schnitzler – Traumnovelle
Ali Smith – Free Love
Robert Louis Stevenson – The Body Snatcher
Bram Stoker – Dracula’s Guest
Donna Tartt – The Ambush
James Tiptree Jr – And I awoke and found me here on the Cold Hill’s side
Mark Twain – Cannibalism in cars
Jules Verne – Der ewige Adam
Kurt Vonnegut – Harrison Bergeron
Kurt Vonnegut – The Drone King
HG Wells – Empire of the Ants
Jeanette Winterson – Days like this
Virginia Woolf – A mark on the wall
Richard Yates – Saying Goodbye to Sally
Banana Yoshimoto – Lizard
Stefan Zweig – Die Schachnovelle
Stefan Zweig – Brief einer Unbekannten

Meine Woche

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Gesehen: „Innocence“ (2004) von Lucille Hadzihalilovic mit Marion Cotillard. Mystery Drama um eine abgelegene Boarding School durch eine Novelle von Franz Wedekind inspiriert.. Wunderschöne Bilder, ein Film der lange nachgeht.

Big Bang Theory“ Season 9 (2015) – es wird geheiratet. Schön vertraute Freunde wiederzusehen in stürmischen Zeiten…

Gehört: „Reality“ – Boys Noize, „NVRLND“ – Raveonettes, „Amputation“ – The Jesus and Mary Chain, „Say something loving“ – The XX, „Oracle“ – Haelos

Gelesen: diesen Artikel in der Zeit zur Debattenkultur, dieses Gespräch zwischen Siri Hustvedt und dem Neurowissenschaftler Vittorio Gallese, Miranda July über das Prokrastinieren, Laurie Penny über „strong women“ und Simone de Beauvoir über den Zufall und unsere Entscheidungen

Getan: 2/3 der Wohnung renoviert – umgeräumt – entsorgt.
Schwimmen gegangen und neue Lampen gesucht

Geplant: Schlaf- und Arbeitszimmer renovieren und dann kommt die neue Küche…
einen Workshop vorbereiten und über Hunde schreiben

Gegessen: Bangers & Mash und dieses leckere Tiramisu

Getrunken: Kilkenny

Gelacht: Amy: Religion? Sheldon: Star Trek.

Geärgert: hmmm nee glaube nicht

Gefreut: über mir zugesandte Miniaturen als Begleitung für unser Renovierungsprojekt, die bereits fertigen Räume und den Schnee

Gewünscht: diese Jellyfish Skulptur, diesen Wandkalender, dieses Filmmagazin, dieses Bild

Geklickt: auf die Top 10 TED Talks 2016, auf das Interview mit Vize Präsident Joe Biden, James Gleick über den Film „Arrival“ und auf die 100 einflussreichsten Fotos der letzten 100 Jahre

Gekauft: diese Lampe, diesen Garderobenständer

Gefunden: einen Abnehmer für unsere alte Küche

Gewundert: wie schwer Farbeimer werden, wenn man sie ins Dachgeschoss schleppt

Ein Abend mit Siri Hustvedt


IMG_2225Mit Siri Hustvedt kommt die große literarische Welt nach München. Wenn man es nicht besser wüßte, man könnte sich an diesem Abend im vollbesetzten Haus der Kunst locker in Brooklyn wähnen. Neben Margaret Atwood ist Siri Hustvedt eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen und ich war entsprechend gespannt und wahnsinnig nervös.

Es ist keine Lesung ihres neuen und überaus erfolgreichen neuen Romans „The Blazing World“, dennoch wird an diesem Abend viel Bezug auf die Protagonistin des Romans genommen, die viel mehr Ähnlichkeit mit Louise Bourgeois hat, als selbst Frau Hustvedt beim Schreiben des Romans ahnte. 

„My Louise Bourgeois“ ist der Titel des Vortrages, den Siri Hustvedt anlässlich der bislang größten Ausstellung ihrer späten Installationen. Bourgeois zählt zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts, eine Französin, die als junge Frau nach New York ging und jahrzehntelang kompromisslos an ihren Werken arbeitete, unabhängig von kommerziellem Erfolg, der sich für Bourgeois erst spät, dafür dann gepaart mit wahrem Weltrum einstellen sollte.

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Foto Frédéric Delpech

Hustvedt beschäftigt sich in ihrem Vortrag damit, wie wir Kunst wahrnehmen. Wie das, was wir wahrnehmen, entsteht durch erlernte Muster, wir nur sehen, was wir erwarten. Wir müssen uns unserer Vorurteile und unserer Vorlieben entledigen, wenn wir zum Kern des Kunstwerkes vordringen wollen. Und Wahrnehmung kann nur durch Erinnerung gelingen.

Gute Kunst schafft es, uns zu überraschen und bringt uns dazu, Dinge auf andere Art zu sehen und wahrzunehmen und trägt immer Spuren aus dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein mit sich.

Bourgeois, als auch Hustvedt haben sich in ihrer Arbeit stark von der Psychoanalyse beeinflussen lassen. Insbesondere für Bourgeois war die Psychoanalye fast schon ein eigener Lebensstil.

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Siri Hustvedt im Gespräch mit Okwui Enwezor

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Ähnlich wie die Roman-Protagonistin Harriet Burden hat auch Bourgeois große Schwierigkeiten, sich als Frau in der Kunstszene durchzusetzen. Im Roman gelingt es Harriet Burden nicht, ihren oft fehlgeleiteten Zorn nachhaltig positiv zu nutzen, sie zerbricht, auch und obwohl sie am Ende Recht behält.

Siri Hustvedt hat definitiv Lust gemacht, sich intensiv mit Louise Bourgeois zu beschäftigen. Ich freue mich schon auf den Ausstellungsbesuch nächstes Wochenende.

Sehr geduldig hat sie bei einem Glas Wein noch Unmengen von Büchern signiert und viele Fragen beantwortet. Sie ist eine unglaublich kluge, warmherzige, humorvolle und verdammt gutaussehende Autorin. In der Goldenen Bar haben wir zwar umsonst auf sie gewartet, aber es war ein so schöner, inspirierender spannender Abend.

Draußen war es dann vorbei mit dem Brooklyn-Gefühl, aber die Eisbachsurfer sind auch ziemlich cool und die gibts nur in München.

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Hier gehts zu meiner Rezension von Siri Hustvedt’s Roman „The Blazing World“ – kann ich nicht nur Kunstinteressierten wärmstens ans Herz legen:

https://bingereader.org/2014/09/09/the-blazing-world-siri-hustvedt/