The Comfort of Strangers – Ian McEwan

mcewan

Ian Mc Ewan kann einfach schreiben, bislang habe ich noch nichts von ihm gelesen, dass mich kalt gelassen hat und „The Comfort of Strangers“ ist da keine Ausnahme. Dieses kleine Büchlein, das wir in einer „zu verschenken“-Box gefunden haben, ist ein echter Page-Turner.

Die Geschichte ist von Anfang an schleichend beunruhigend und beklemmend. Die düster schwüle „Gothic“-Atmosphäre kommt in Venedig natürlich besonders gut zur Geltung. Habe mich an Thomas Manns „Tod in Venedig“ erinnert gefühlt oder auch an „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.

Mary und Colin verbringen ihren Urlaub in einer Stadt, die nicht klar als Venedig benannt wird, aber die Beschreibungen der Stadt lassen eigentlich keinen Zweifel aufkommen. Die beiden sind schon länger zusammen, nicht verheiratet, ihr wirklicher Beziehungsstatus ist etwas unklar. Sie verbringen eine anfangs nette, unaufgeregte Zeit, verlaufen sich des Öfteren in den Gässchen, sind irgendwie nicht wirklich glücklich miteinander und haben ab und an unaufgeregten Sex.

„What tended to happen, to Colin and Mary at least, was that subjects were not explored so much as defensively reiterated, or forced into elaborate irrelevancies, and suffused with irritability“

Das alles ändert sich schlagartig, als sie wieder einmal ohne Straßenkarte durch die Gegend irrend den charismatischen Robert treffen. Er umgarnt sie, schleppt sie in eine Kneipe, unterhält sie, macht ihnen Komplimente und füllt sie ziemlich ab. Von der ersten Sekunde an ist klar, Robert hat Hintergedanken. Sie haben den ganzen Abend nichts gegessen und finden betrunken nicht einmal in ihr Hotel zurück.

Überraschend treffen sie ihn am späten Vormittag wieder. Noch immer hungrig und übermüdet, da sie es noch immer nicht in ihr Hotelzimmer geschafft haben, schleppt er sie in seine palastartige Wohnung, um sich um sie zu kümmern. Robert und seine Frau Caroline wirken nahezu hypnotisch auf die beiden und mit einer schrecklichen Unausweichlichkeit steuern Mary und Colin ahnungslos-naiv auf ein schreckliches Ende hin.

„She sleepwalked from moment to moment, and whole months slipped by without memory, without bearing the faintest imprint of her conscious will“

Die Sprache ist wunderschön, man möchte umgehend nach Venedig reisen, wird aber vermutlich jedem wohlmeinendem Fremden weiträumig aus dem Weg gehen 😉

Das Buch ist auch verfilmt worden, leider ist er bei Lovefilm momentan nicht zu bekommen. Hätte große Lust auf die Verfilmung. Angelo Badelamenti hat die Titelmusik geschrieben und die Hauptrollen im Film spielen Christopher Walken, Rupert Everett und Helen Mirren (!).

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